Ausgabe 
9.9.1933 Erstes Blatt
 
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Ludwig Finkh.

Osten, Süden.

Die Ahnen leben in uns, und viele wissen es nicht. Sie stehen mit uns auf und gehen mit uns schlafen. So wie wir heute gehen, lächeln, schreiben lächelte, ging, schrieb bereits der Urahn lächeln, gehen, schrei­ben Blutsverwandte im Westen, Norden,

Die hessischenLandes-Ägendweükämpse inGießen

Nicht die Einzelleistung/ sondern die MannschafiSleistung wird gewertet!

Kußball-Verbandsspielbeginn im Bezirk Gießen des Gaues XII.

SchristdenkmalschutzundSippensorschung.

Don Dr. Achim Gercke, Sachverständiger für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern

Fünfzig und hundert Jahre innerhalb derGe- chichie" sind hier schon ein hohes Alter, und man eiert mit großem Pomp das hundertjährige Bc- tehen eines Staates, das fünfzigjäyrige einer Stadt. Zugleich aber sehlt diesen jüdamerikanischen Menschen ein spezifisch historischer Sinn, soweit er sich in der Erhaltung und Pflege des Allen, des Vergangenen, der geschichtlichen Reliquie, aus­drückt. Die herrlichen Kirchen- und Klosterbauten der Jesuiten in Paraguay und Brasilien sind völlig zerfallen, und ein ähnliches Schicksal bedroht die Jesuitenbaulen in Argentinien, von denen nur noch Alta Gracia und Santa Catalina gut er­hallen sind, während Jesus Maria und Candonga schon einzustürzen beginnen. Das wunderschöne Haus des argentinischen Vizekönigs in Cordoba, die Casa Sobremonte, würde ebenfalls unweigerlich diesem Geschick verfallen sein, hätte sich nicht zu seiner Erhaltung eine Gesellschaft gebildet, die frei­lich nicht von einem Argentinier, sondern von einem Deutschen ins Leben gerufen wurde. In Peru gehören die kostbarsten Ueberreste aus der Jnkazeit nicht etwa dem staatlichen Museum, son­dern Privaten, Fremden zumeist, die hier mit viel Geschmack und Liebe gekauft haben und nun diese Schätze auch ihren Mitmenschen zugänglich machen.

Wer genauer hinsieht aus das Leben dieser Län­der, wer tiefer hinhorcht auf den Pulsschlag ihres Blutes, spürt noch sehr stark, daß er hier au f kolonialem Boden steht. Alle Familien führen ihren Ursprung auf Kolonisten zurück, die sich vielleicht, im Lauf der Jahrzehnte, mit In- dianernachkörnmlingen gemischt haben. Aber etwas von der abenteuerhasten Sucht der Stammeltern, möglichst bald und möglichst viel Geld zu verdienen, liegt ihnen allen noch im Blut, während jene ge­wisse Apathie und Indolenz, welche die allmählich in Melancholie versunkenen Indianer dieser Länder kennzeichnet, am stärksten auf die Frauen uberge- gangen zu sein scheint. Die Regel in südamerikam- schen Familien ist, daß der Mann, oft unter schwie­rigen klimatischen Verhältnissen, ungeheuer viel arbeitet, um viel zu verdienen, während die Frau, von vielen Dienstboten umsorgt, müßig geht, sich damit begnügt, zarte Handarbeiten zu machen und gewisse Leckereien herzustellen, oder das schwer, aber reichlich verdiente Geld des Mannes zu verspielen. Es gibt Familien in Argentinien und Brasilien, in denen die Frau monatlich bis zu 3000 Mark ver­spielen darf, diese Summe aber nicht selten noch Über­schreitet. Das Leben erschöpft sich im großen und ganzen in Geldverdienen,Amüsement" und Spiel. Eine Vorstadt von Bueno Aires stellt sich als eine Ansammlung öffentlicher Häuser dar, und in einer ähnlich gelegenen Vorstadt der zweitgrößten argen­tinischen Stadt, Rosario, liegt ein riesiger Palast, den man auf Befragen ebenfalls als öffentliches Haus kennzeichnet. An den Abenden find die Straßen zwi­schen den Städten und diesen Vororten wie besät mit Automobilen...

Gewiß, es gibt Theater und Konzerte, aber was man da sieht und hört, ist keine einheimische, keine auf südamerikanischem Boden gewachsene Kunst, sondern europäischer Import. Das größte Theater Südamerikas, das Colon von Buenos Aires, besitzt kein eigenes Ensemble (wohl ein Or­chester, dessen Qualitäten freilich je nach dem Gast­dirigenten, der es zuletzt geleitet hat, wechselt),

stärke der Gastgeber ist wenig bekannt. Um so mehr werden die VfBer Anlaß haben, vorsichtig zu sein; denn, wenn es sich auch um einen Landverein han­delt, so wäre es doch sehr gefährlich, wollte man den Gegner unterschätzen. Die Erfahrungen, die man in der vergangenen Spielserie mit den Land­vereinen des Hinterlandes gemacht hat, sollten in dieser Hinsicht Warnung genug sein. Die Gießener werden voraussichtlich auf eine zähe Mannschaft stoßen, die ihre beiden Halbzeiten gut durchsteht und deshalb auch die Hiesigen vor eine nicht leichte Aufgabe stellen wird. Allgemein erachtet man die Mannschaft von Groß-Karben als einen der ge­fährlichsten Gegner der diesjährigen Spielserie.

FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg gegen Germania Warburg.

Eine weitere interessante Derbandsspielbegegnung ist das Spiel zwischen den Bezirksligamannschaften Watzenborn-Steinberg und Germania Marburg. In Marburg ist sehr schwer zu gewinnen. Ob die Teu­tonen einen Sieg landen können, ist sehr fraglich. Dem Ergebnis sieht man auch in Gießen mit gro- ßer Spannung entgegen.

Untere Mannschaften:

Die Spieloereinigung hat am morgigen Sonntag außer ihrer Liga auch noch einige untere Mann­schaften auf dem Plan. Die Reserve trägt vor dem Ligaspiel auf dem Platz an der Liebigshöhe ein Ver­bandsspiel gegen die Reserve des Sportvereins Lollar aus, während die Jugendmannschaft auf den Neben­feldern die Jugendlichen des Sportvereins Wetzlar zu einem Klubzweikampf empfangen. In diesem Jugendklubkampf sind sich die Gegner nicht unbe­kannt. Sie standen sich schon häufig, aber immer mit wechselndem Erfolg, gegenüber. Die sympathischen Gäste aus Wetzlar waren den Blauweißen stets gleichwertige Gegner, so daß man auch diesmal wie­der spannende Kämpfe erwartet.

Die Liga-Reserve des VfB. tritt gegen die Re- ferne des Vereins in Groß-Karben zum Verbands- spiel an. Außerdem gelangen einige Spiele der VsB.-Jugend-Mannschaften zum Austrag.

das größte Theater Südamerikas ist nur ein Thea- ter für ausländische, das heißt europäische, Gast- spiele. Und diese Vorstellungen sind durchweg eine Sache der oberen Zehntausend. Man kommt wem- aer um zu sehen, als um gesehen zu w e r - d e n. Ganz deutlich wird dies bei Vorstellungen wie derjenigen zur Eröffnung derSpielzeit , am natio­nalen Feiertag des 25. Mai, zu der auch der Prastdent der Republik regelmäßig erscheint. An diesem Abend spielt man nicht etwa eine Oper, sondern emeReihe von besonders zugkräftigen Akten aus verschiede­nen Opern, oder auch nur sogenannte Glanznum­mern einzelner Sänger. Die Pausen pflegen langer zu sein als die Aufführungen, damit jeher sich ge­nau barübr orintieren kann, wer an diesem Abend da war" und wer nicht ... Für Arbeiter smb die Plätze dieses Theaters unerschwinglich, da sich so­fort Wiederoerkäufer auch der billigsten Karten be­mächtigen und die an sich schon hohen Preise noch höher treiben. Und einen Mittelstand im europäi­schen Sinne gibt es weder hier, noch in den andern südamerikanischen Ländern.

Freilich gibt es einheimische Maler, die etwas leisten, aber sie haben fast ausnahmslos ihre Ausbildung in Europa geholt. Es gibt keine Stadt, die im entferntesten für Süd­amerika das wäre, was Rom und Florenz für Europa sind. Die Tradition, die mit der sogenann­tentscuela sudamericana" während der Kolomal­zeit begonnen wurde, eine Malerei, die in nai­ver Form das vorwegnahm, was in Europa die moderne Sachlichkeit" genannt wird, 'st "'.ast wieder ausgenommen worden. Und auch die Schrift­steller dieser südamerikanischen Länder stehen heute

! da, wo man in Europa vor 50 Jahren war, im Naturalismus. Selbst der größte argentinische Schriftsteller, ein Sittenschilderer, der sich (bezeich­nenderweise) das deutschklingende Pseudonym Hugo W a st zulegte, um seinen Landsleuten um so ungeschminkter die Wahrheit sagen zu können, selbst er ist zwar hier, in diesem flachen Lande, ein Gipfel, in Europa aber würde er unter vielen gleich Begabten untertauchen.

Dies alles ist es, was uns zu der Feststellung bewog, daß in Südamerika das Leben noch im Ko­lonialstil verläuft. Auf die Dauer aber wird nie­mand an der Tradition dieses Erdteils vorbeigehen können, und sie ist nun einmal die Tradi­tion der (Sonqui ft oberes, bie in bas Lanb tarnen, um schnell reich zu werben. Das Verlangen nach Gelbverbienen liegt hier sozusagen in ber Luft, unb trotz ber Krise wirb hier auch letzt noch viel Gelb verdient. Freilich gibt es unzählige, denen bas Experiment nicht gelingt unb bie i n bitter ft er Armut ihren kühnen Traum büßen müssen; benn bie schärfsten Gegensätze, größter Reichtum unb größte Armut, leben hier buchstäb­lich bicht nebeneinanber.

Niemanb wirb leugnen wollen, baß bieser .Ko­lonialstil" auch seine Reize hat, Reize ber Groß­zügigkeit, bes Savoir vivre, bie man beim Leben auf ben riesigen Estancien bieser ßänber genießt. Aber selbst bieser Reiz ist eine sehr fremdartige, sehr uneuropäische Sensation. Denn alles in allem genommen, Sübamerika ist, trotz aufgepfrops- ter europäischer Zivilisation, im tiefsten Gründe, im Schönen wie im Häßlichen, uneuropäisch. Es ist eben Sübamerika ...

Kirchenbücher burchsühren. Die Auswertung wirb möglich sein, wenn wir einen Lichtabzug sämtlicher Kirchenbücher zerschneiben unb verkarten, b. h. auf Karteikarten aufkleben unb so eine Sippen- fartei für ganz Deutschland schaffen. Erst wenn wir dies burchgeführt haben werden, werden wir die großen Fragen beantworten können, die wir zu stellen haben, wenn wir die rassische Ent­wicklung bes beutschen Volkes behanbeln wollen. Wir wollen wissen, wie bie rassische Entwicklung in ben letzten 400 bis 500 Jahren gewesen ist, wir wollen wissen, welche Menschen, bie vor Hunberten von Jahren gelebt haben, Ahnherren geworben finb, b. h. wie viele ber bamaligen Generation ihr Erbgut auf uns vererbt haben. Gegen eine geringe Schreibgebühr soll auch bem beutschen Arbeitsmann bas vermittelt werben, was bisher nur bem mehr ober weniger Wohlhabenben möglich war, nämlich bie Kenntnis über seine Ahnen unb über seine rassische Herkunft.

Hier geht es nicht um eine wissenschaftliche Ein­zelfrage, fonbern hier geht es um eine ber Kern­fragen bes beutschen Volkes, nämlich um bie Frage unserer rassischen Herkunft unb um bie Frage unserer rassischen Zukunft. Zur Durchführung bieser Ausgabe Mittel unb Wege zu finben, barf uns nicht schwer fallen. Denn bie Frage, um bie es sich fjanbelt, ist ungeheuer wichtig unb steht im Mittel­punkt ber Fragen, bie uns unmittelbar berühren. Die Lichtabbilber sollen auch an eine Zentrale ge­langen, bie eine große Bebeutung für bie Fami­liengeschichtsforschung bekommen wirb. Diese Zen­trale bente ich mir in ber Form einer Reichs- anstatt für Sippenforschung, bie bie gesammelten Fotokopien aus bem ganzen Reich zur Benutzung ausstellt unb eine weitere Fotokopie verkartet. Durch eine groß angelegte Ahnenkartei, bie sämtliche in ben Kirchenbüchern vorkommenben Ahnen umfaßt, wirb es möglich sein, eine große Reihe von Lücken in unseren Ahnentafeln zu über- roinben. Wir alle kennen bie Fälle, wo einer unse­rer Vorfahren zugewanbert ist, ohne baß ber Ort seiner Herkunft genau ermittelt werben kann. Hier kann uns eine solche umfassenbe Kartei helfen.

Dieses Werk burchzuführen wirb bie erste Auf­gabe sein, bie bie beutsche Familiengeschichtsfor­schung zu lösen hat. Weitere Aufgaben werben sich hieraus ergeben.

Sieber 1 Million Fehlbetrag in Worms

Worms, 8. Sept. (WSN.) Gestern würbe in ber Stabtratssitzung ber Voranschlag f ü r 1933 beraten. Danach beträgt bie Verschul - bung ber Stabt Worms runb 29,5 Mil­lionen Mark. Außerorbentliche Sparsamkeit sei notroenbig, um roieber zu gefunben Verhältnissen zu gelangen. In bem gegenwärtigen Voranschlag, ber mit 1,64 Millionen Mark Fehlbetrag aufgestellt ist, konnten weitere 400 000 Mark abgestrichen wer­ben. Den Dienststellen ist es zur Pflicht gemacht worben, nur 70 v. H. ber eingesetzten Beträge in Anspruch zu nehmen. Dar­über hinaus ist befonbere Genehmigung erforberlich. Für ben Ausbau bes Krankenhauses finb 90 000 Mark, für bie Jnstanbsetzung ber Wormser Schulen 69 000 Mark von ber Regierung bewilligt worben. Der Voranschlag würbe einstimmig genehmigt. Die Filial - un b Warenhaus st euer würbe auf 2 0 0 v. H. erhöht. Die Erhebung der Hausangestelltensteuer wird ausgesetzt.

Die Lehrkräfte ber einzelnen Schulen hatten ^ich bereitwilligst für bie Aemter ber Zeitnehmer und Schiedsrichter, der Starter und Zielrichter zur Ver­fügung gestellt. Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig und noch im Laufe bes Vormittags würben programmäßig bie Kämpfe zu Enbe ge­führt. Den Abschluß ber Wettkämpfe bilbete bie

Sieger-Verkündigung,

die durch Rektor N e b e l i n g vorgenommen wurde.

In seiner Ansprache wies der Redner auf ben Sinn ber Wettkämpfe hin, ber nicht bann bestehe, bie Leistung bes Einzelnen herauszustellen, bie Mannschaft sei vielmehr bas Entscheibenbe. Die Bevorzugung ber Leistung bes Einzelnen, bie bis- her auf ben Gebieten ber Leibesübungen immer roieber in Erscheinung getreten sei, habe nur bie Zersplitterung in unserem Vaterlanb hervorgerufcn, es seienKanonen" gezüchtet worben, roährenb ber Durchschnitt vernachlässigt würbe. Der Nationalsozia­lismus habe hier zu einer neuen Jbee verhalfen unb deshalb habe auch eine Umstellung in der Form ber Jugenbwettkämpfe erfolgen muiien. Der Sieg, ber jetzt errungen worben sei, sei ber Mann­schaft unb ber Anstalt, ber bie Mannschaft angehöre, zur Ehre angerechnet. Er beglückwünschte zum Schluß bie Mannschaften, bie zu ben biesjcihrigen ersten Hessischen ßanbesjugenbroetttämpfen bie Sie­ger stellen konnten unb verlas sobann die

Oie Ergebnisse:

Knaben.

Gruppe I: 1. Pestalozzischule Illa 22 Punkte; 2. Goethe-Schule III 20 P.; 3. Realgymnasium VI,1 14 P.; 3. Oberrealschule V,2 14 P.; 4. Gymna­sium V 11 P.

Gruppe II: 1. Pestalozzischule Ib 29 Punkte; 2. Oberrealschule IIIb,l 26 P.; 3. Goetheschule I 23 P.; 4, Realgymnasium Illb,2 20 P.; 5. Gymnasium IV 18 P.; 6. Höhere Prioatschule Illb 13 P.

Gruppe III: 1. Oberrealschule IIb,2 24 Punkte; 2. Realgymnasium IIIa,l 22 P.; 3. Höhere Prioat­schule Illa 19 P.; 4. Gymnasium Illa 15 P.; 5. Öffentliche Handelslehranstalt HO. 13 P.

Gruppe IV: 1. Oberrealschule Ib,l 23 Punkte; 2. Höhere Privatschule la 23 P. (durch Stechen ent­schieden); 3. Gymnasium 01 16 P.; 4. Öffentliche Handelslehranstalt HA. 15 P.; 5. Realgymna­sium la,2 12 P.

Mädchen.

Gruppe I: 1. Schillerschule HIE 12 Punkte; 2. Studienanstalt V2 9 P.; 3. Goetheschule III 5 Punkte.

Gruppe II: Studienanstalt Illb,3 13 Punkte; 2. Goetheschule II 7 P.; 3. Schillerschule IIc 7 P. (durch den Hindernislauf entschieden).

Gruppe III: 1. Studienanstalt IIb,l 6 Punkte; 2. Goethe-Schule 6 P. (durch Stechen entschieden).

Gruppe IV: 1. Studienanstalt Ila 13 Punkte; 2. Studienanstalt la 11 P.; 3. Öffentliche Handels­lehranstalt HH. 10 P.; 4. Studienanstalt Ib 6 P.

Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf bie Sie­ger, auf ben Reichskanzler Adolf Hitler, auf Volk und Vaterland, mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers bes Deutschlanb-ßiebes wie auch bes Horst-Wfsel-ßiedes würben bie ersten Hessischen Lanbes-Jugenbwettkämpfe beschlossen.

Das neue Deutschlanb ist auf ber Erkenntnis aufgebaut, baß bie gottgegebene Größe unseres Menschseins bie Rasse ist. Die wertvollste For­schung ist beshalb bie Forschung, bie sich auf bie Rasse selbst bezieht. Rasse ist aber nicht bloß cm wissenschaftlicher Begriff, fonbern wir müssen bie Rasse als einen Strom betrachten, ber lebenbig burch uns hinburch geht. Dieser Strom bes Erbgutes kommt von unseren Ahnen unb will unoeränbert, gefunb unb unoerborben, zu unseren Enkeln unb Urenkeln weiterströmen.

Will man Rasseforschung treiben, bann gibt es ein unerläßliches Hilfsmittel, bas ist bie F a m i - liengefchichtsforschung. Man kann über­all Rasseforschung treiben, aber für uns am wich­tigsten ist bie Rassforschung im deutschen Raum. Hier ist eine große, riesenhaft große Aufgabe ge­stellt.

Die Aufgabe von heute unb morgen heißt Ret­tung unb Auswertung ber alten Quellen ber Familienkunbe. Wir müssen bie wertvollen Akten unb Urfunben vor bem Verlust retten. Jeber Fami­lienforscher weiß, baß sich besonbers bie Kirchen­bücher in einer großen Gefahr befinben. Alle wichtigen Urfunben, bie boch bie einzige Quelle unserer rassischen Herkunft in ben letzten 400 bis 500 Jahren barstellen, müssen wir unter einen Schriftbenkmalschutz stellen. Die Urfunben unb Urfunbsbüdjer, bie sich in einem schlechten Zustanb befinben, unb bie an ungeeigneter Stelle aufbewahrt finb, sollen in einer Weise unterge­brackst werben, baß sie vor Feuersgefahr, vor Wassergefahr, vor Schimmel unb Mäusefraß ge­schützt finb. Es ist selbstverstänblich, baß bie Kirche, bie burch bie Iahrhunberte hinburch in fleißiger Arbeit bas Material über unsere Ahnen gesammelt hat, ein ewiges Recht an ihren Kirchenbüchern be­sitzt, bas man ihr nicht ohne weiteres absprechen barf. Trotzbem aber besitzt bas beutsche Volf einen Anspruch auf biefe Kirchenbücher, und deshalb müssen wir uns darum flimmern, daß der Inhalt dieser Bücher vor bem Verlust gerettet wirb. Als zweites muß eine Schutzmaßnahme bafür getroffen werben, baß bie Kirchenbücher nicht von unbefugter Hand unabsichtlich oder böswillig zerstört, verändert oder verletzt werden. Deshalb wird es notwendig sein, baß bie Kirchenbücher, wo sie nicht genügenb unter Schutz bereits stehen, vorübergehenb an eine behorbliche Stelle abzugeben sind, wo sie unter ber Aufsicht eines Beamten ober eines hierfür geeigne­ten Familienforschers gestellt werben.

Im Falle unvorhergesehener Ereignisse finb aller- binqs bie Urfunben auch auf biefe Weife nicht zu schützen. Es gibt nur einen Weg, ben wir gehen können, unb biesen Weg hat uns bie großartige Entwicklung ber Technik gewiesen. Es ist bie Mög­lichkeit, burch Lichtabbilber (Fotokopien) bie Urfunben naturgetreu wieberzugeben. Wir müssen also, wenn wir bie Kirchenbücher auf bie Dauer erhalten wollen, sie fotografieren, unb zwar nicht nur einmal, fonbern in zwei ober brei Lichtab- bilbern, benn gleichzeitig mit biefer großzügigen Schutzmaßnahme wollen wir bie Auswertung ber

Die Umorganisation im Fußballsport ist nahezu völlig vollzogen. Der Westbeutsche Spielverbanb ist zwar noch nicht aufgelöst, bie Organisation ber Verbanbsspielrunbe 1933/34 ist aber bereits burch den neuen Gau XII in Angriff genommen und zum größten Teil auch schon durchgesührt worden. Die Verbandsspiele der neuen Saison stehen im Zeichen anderer Gebietsaufteilungen, anderer Zu­sammenfassungen, kurzum im Zeichen eines Wan- oels, der in unseren Tagen in glücklicher Form alle Gebiete bes öffentlichen ßebens erfaßt.

Erfreulich ist, feststellen zu können, baß bie Neu- orbnung ben Vereinen ber Bezirksklasse Gießen in­sofern große Erleichterungen bringt, als bie räum­lichen Entfernungen bei weitem nicht so groß finb, wie in ben Derbanbsspielen ber bisherigen Be­zirksklasse im WSV. Daburch wirb mancher Gelb­betraa in ben Kassen ber Vereine frei, ber nicht für Fahrtkosten zurückgelegt zu werben braucht, fonbern anberen nützlicheren Zwecken zugeführt werben kann.

Spogg. 1900 (Liga) Sportverein Lollar (Liga).

Die Spielvereinigung 1900 (Bezirksliga) hat bie Mannschaft von ßollar (Bezirksliga) zum Gegner unb empfängt ihn auf eigenem Platze an ber ßiebigshöhe. Die Gäste aus Lollar stellen vor allem eine eifrige Mannschaft, wie es berzeit mit ihrem technischen Können beschaffen ist, wirb sich im Spiel erweisen müssen. Die Spieloereinigung 1900 hat von ihrer Ligamannschaft in ben letzten Wochen manche angenehme unb unangenehme Ueberraschung erlebt, so baß es schwer zu sagen ist, wer in biesem ersten Spiel um bie Punkte ben Sieger stellen wirb. Bei einigermaßen guter Dis­position ber Mannschaft sollten aber bie Blauweißen einen Sieg erringen können. Verlorenes Terrain ist, bas weiß bie Elf ja sehr gut, schwer roieber aufzuholen.

Groh-Karben (Liga) VfB. Gießen.

Die Bezirksliga bes VfB. Gießen betritt in ihrem ersten Verbandsspiel Neuland. Die Grünweißen sind in Groß-Karben bei Friedberg zu Gast. Die Spiel-

Bergfest in Salzböden.

Am Sonntag tritt ber 7. Kreis (früher Lahn-Düns- berg-Gau) roieber mit einer Veranstaltung auf ben Plan. Die Veranstaltung, bie bisher stets, außer bem Gaufeft, bie stärkste Beteiligung aufzuweisen hatte, hat auch in biesem Jahre roieber eine sehr starke Teilnehmerzahl zu verzeichnen. Die bisherigen Kämpfe für Frauen fallen erstmalig weg. Es kom­men nur Mehrkämpfe für Männer zur Durch­führung.

Für bie Aktiv-Klasse kommt ein Vier- fampf (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Stabhochsprung unb Seulenroeitrourf) zur Durchführung, roährenb bis Jugendklasse (16 bis 18 und 14 bis 16 Jahre)

Die Reichsjugendwettkämpfe, bie alljährlich ftatt- fanben, werben in ihrer bisherigen Form nicht mehr burchgeführt. Für unsere engere Heimat lautet ber Titel ber Jugenbwettkämpfe ber SchulenHes­sische Lanbes-Jugenbwettkämpf e". Die Form biefer Schülerwettkämpfe hat eine wesent­liche Aenberung erfahren. War bisher bie Einzel­leistung gewertet worben unb würbe bisher ber Wettkämpfer als Einzelner in ber Siegerliste ge­führt, so ist es jetzt bie Mannschaft, bie im Dor- bergrunb steht. Die Mannschaft siegt ober unter­liegt, ber Sieg gehört nur ber Mannschaft unb nur ber Anstalt, aus ber heraus bie Jugendlichen am Kampfe teilnehmen.

Diese Neuordnung soll dazu beitragen, den Gemeinschaftsgeist in unserer Jugend zu för­dern, die Kameradschaft zu pflegen und den Jugendlichen den Begriff der Verbundenheit in der Volksgemeinschaft bewußter werden zu lassen.

Bei prächtigstem Sonnenschein versammelten sich gestern vormittag wir berichteten bereits kurz darüber die Schülerinnen und Schüler der hie­sigen Schulen, um an den Kämpfen teilzunehmen, oder aber als Zuschauer dabei zu sein. Diese große Veranstaltung stellte den Abschluß einer Reihe von Kämpfen bar, bie im Laufe ber vergangenen Wo­chen in ben einzelnen Schulen burchgeführt würben. Die Wettkämpfe auf bem Trieb brachten bie enb- gültigen Entscheidungen nach vielen Vor­kämpfen ber Jugenblichen untereinanber. Die Teil­nehmer waren in je vier Gruppen Knaben unb Mäbchen eingeteilt. In jeber Gruppe würben bie Mannschaften aller hiesigen Schulen in je zwei bestimmten Jahrgängen vereinigt, so baß bie Kräfte­verhältnisse unter ben Wettkämpfern als ziemlich ausgeglichen gelten konnten.

Das Wettkampfprogramm brachte die verschie­densten Leibesübungen, in denen sich allerdings einSpezialist" nicht hervortun konnte, in denen aber auch derStarke" keinen end­gültigen Ausschlag gab.

Vielmehr kam es bei den Hebungen, die für bie ßanbesjugenbroettEämpfe in ganz bestimmter Form ausgeschrieben waren, barauf an, Gescbicklich- keit,Wenbigkeit,rascheAuffassungs- gäbe, raschen Entschluß in Verbinbung mit ber körperlichen Kraft zu beweisen unb mit biesen Mitteln ben Sieg zu erringen.

Das Schwimmen, bas schon einige Tage vorher erlebigt würbe, forberte ben ganzen Mann heraus, einen Marsch über (je nach ber Gruppe) verschiebene Strecken (3, 5 unb 7,5 Kilometer) in einer bestimmten Zeit (30, 50 bzw. 60 Minuten), brachten bie Teilnehmer auch schon vor einigen Tagen hinter sich.

Am gestrigen Vormittag traten Schuler unb Schülerinnen zum Hinbernislauf an, ber alle Gelenkigkeit beanspruchte, ferner maß man sich im Schweben unb Springen" über Balken unb Mauer, Hebungen, bie ebenfalls viel Geschicklichkeit erforberten. Schließlich kam für bie Knaben noch basKlettern unb Steigen", bas an einem Tau (an einem Baum aufgehängt) unb am Baume selbst ausgesührt werben mußte. Ein Zielwurf nach einer Scheibe mit einem Ball vervollstänbigte bie Reihe ber Hebungen.

Die Wettkämpfe, bie vor einem nach Tausenben zählenben, aufmerksamen unb meist unmittelbar interessierten Publikum von Schülerinnen unb Schülern burchgeführt würben, verliefen zum Teil sehr bramatisch. Mancher anfeuernbe Ruf würbe laut, manchesOh!" erklang, wenn einer ber Teil­nehmer bas Hinbernis nicht schnell genug nahm unb baburch ben Sieg in Frage stellte, ober aber, wenn man vom Konkurrenten eine bessere Zeit, ein besse­res Ergebnis zu hören bekam. So waren die Wettkämpfer und die Zuschauer, die sich ja alle zu irgend einer der kämpfenden Parteien bekann­ten, eine einzige große Gemeinschaft, die mit Span­nung den endgültigen Ergebnissen entgegensah.

Die Wettkämpfe wurden unter ber Leitung von Referendar Frontius (Oberrealschule) bestritten.

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