Ausgabe 
9.8.1933 Erstes Blatt
 
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treten als Freund non Bormot und Sklarek, mit denen er engste Fühlung hatte. Zum Empfang der drei Volksverführer ist die gesamte Belegschaft des Oranienburger Konzentrationslagers geschlossen an­getreten. Als A u s g l e i ch für die Inschutzhaftnahme der drei Volksverführer find sechs verführte Arbeiter aus dem Konzentrationslager Oranien­burg entlassen worden.

Auf der Flucht erschossen.

Detmold. 8. 2lug. (WTB.) Der ehemalige Redakteur desVolksblattes" in Detmold und frühere Privatsekretär des 1919 in München er­schossenen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, Felix Fechenbach, sollte gestern im Kraftwagen nach einem bayerischen Kon­zentrationslager gebracht werden. Un­terwegs unternahm Fechenbach einen Flucht­versuch. Als er auf mehrmaligen Haltruf der Begleitmannschaft nicht stehen blieb, feuerte die Begleitung hinter dem Fliehenden her. Eine Kugel traf Fechenbach tödlich.

Entlassungen auf dem Heuberg.

Stuttgart, 8. Aug. (WTB.) Wie von würt- tembergischer amtlicher Seite mitgeteilt wird, be­herbergt das württembergischeS ch u tz h a s t- lager H e ub e r g jetzt nur noch 400 württember- gische Schutzhaftgesangene. Aus der Erkenntnis her­aus, daß die Masse der Verführten ihren falschen Weg eingesehen hat und eine weitere Inhaftierung daher ein Unrecht an ihr bedeuten würde, glaubt die Leitung der Politischen Polizei eine groß- zügige Freilassung verantworten zu können. Sollte das Vertrauen, das hiermit in die beteiligten Kreise gesetzt ist, mißbraucht werden, so daß die Inhaftierung Rückfälliger sich als not- wendig erweisen sollte, so haben die Betroffenen die rücksichtslosesten Maßnahmen gegen sich zu gewär- tigen.

Kleine politische Nachrichten.

Der preußische Kultusminister hat eine Verfügung erlassen, wonach in den preußischen Schulen sich Lehrer und Schüler gegenseitig und unterein­ander mit Handheben x u grüßen haben. Es werde von jedem Deutschen erwartet, daß er diesen Gruß ohne Rücksicht darauf, ob er Partei­mitglied sei oder nicht, als Symbol des neuen Deutsch­land anwende. Den Schülern wurde diese Verfügung zum Beginn des ersten Schultages nach den großen Ferien während der Schulanfangsfeiern bekanntge­geben.

Das LinienschiffSchleswigHolstein" ist am Dienstag mit dem Flottenchef Vizeadmiral G la di sch an Bord unter Führung des Kapitäns z. S. Gotting von seiner Nordlandreise in den Kieler Hafen zurückgekehrt. Das Schiff weilte be­kanntlich zu einem offiziellen Besuch in Gotenburg in Schweden.

Einem Aufruf des Ehrenpräsidenten der Deut­schen Beamtenschaft, Sprenger, folgend, hat die Deamtenabteilung der NSDAP, innerhalb der gesamten Beamtenschaft eine Samm­lung für dieO p f e r d e r A r b e i t" in die Wege geleitet. Bor etwa drei Wochen konnten bereits 150 000 Mk. für dieOpfer der Arbeit" abge­führt werden. Weitere 150 000 Mk. sind über­wiesen worden. Die Sammlung dauert fort.

*

Die dem Arbeitgeberverband Düssel­dorf, Benrath, Reisholz, Hilden ange­schlossenen Fabrikanten und Unternehmer haben 3 Millionen Mark für die Spende zur Förde­rung der nationalen Arbeit zur Verfügung gestellt.

Gespannte Lage in Irland.

Die innerpolitische Spannung im irischen Freistaat hat in der letzten Zeit erheblich zugenommen. Es gibt jetzt dort vier verschiedene Armeen, nämlich 1. das reguläre Heer, 2. die Irische Republikanische Armee, die aus Anhängern De Valeras besteht, 3. die Nationalgarde (Blauhemden), deren Mitglieder zu Cosgraves Oppositionspartei gehören, und 4. eine neue Streitmacht, deren Bildung mit Genehmigung des Iustizministers und des Verteidigungsministers erfolgt ist. Sie fetzt sich ausschließlich aus Leuten zusammen, die an dem Aufstand von 1916 und an dem Bürgerkrieg von 1922 teilgenommen, haben. Diese Bürgerwehr hat während des Wochenendes das Parlament und alle Regierungsgebäude besetzt. General O ' D u s s y erklärte, er erwarte, daß die Regierung sofort nach der Vertagung des Parla­ments mit Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Opposition beginnen werde. Der General sagte außerdem, er sei entschlossen, mit seinenBlau­hemden" trotz des Verbots der Regierung am näch­sten Sonntag die geplante Parade zu veranstalten. Inzwischen sind Gerüchte über Schritte zur Beendi­gung des Wirtschaftskrieges mit England wieder aufgetaucht. In diesem Zusammenhang wird ein Besuch erwähnt, den der südafrikanische Finanz- Minister Havenga am Samstag bei De V a - I e r a abstattete.

Die Spannung in Irland ist dadurch verschärft worden, daß die irische republikanische Armee einen großen Gegenschlag gegen d i e fascki- stischen Blauhemden im Schilde führt. Ab­teilungen der republikanischen Armee beabsichtigen angeblich, die auf den kommenden Sonntag ange- setzte Massenparade der Faschisten in Dublin dadurch zu verhindern daß sie die Faschisten in allen Teilen Irlands mit Gewalt daran verhindern wollen, nach Dublin zu reifen. Dieser Plan habe große Beunruhi­gung in den irischen Regierungskreisen hervorge- rufen. Der Faschistenführer, General O'Duffy, hat erklärt:Wir werden das Regierungsoerbot miß­achten und in unseren Blauhemden marschieren."

Oie Ziele der Blauhemden.

Dublin, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gene­ral O'Duffy, der Führer derNationalen Garde" genannten Blauhemden-Organisation, gab gestern eine Erklärung über seine poli­tischen Pläne ab. Er sei davon überzeugt, daß die Zahl der Mitglieder seiner Orgnisation

sich bis Ende des wahres verzehnfacht haben werde. Es stehe den neuen Mitgliedern frei, jeder politischen Partei anzugehören, wenn sie sich verpflichteten, innerhalb dieser politischen Parteien für dieNationale Garde" ein­zutreten. Als Ziele derNationalen Garde" be­zeichnete O'Duffy die nationale Samm­lung, Beseitigung der Parteipolitik und entschlossenen Kampf gegen den Kommunismus. Eine derartige Politik würde nach seiner Ansicht auch am besten ge­eignet sein, die friedliche Bereinigung von Süd» und Nordirland herbeizuführen.

Ausschreitungen einer verhehtenMenge

Dublin, 9. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Gestern abend kam es im Zentrum der Stadt anläßlich einer Ballfestlichkeit derBlauhemden" zu ferne­ren Ruhestörungen. Vor dem Gebäude, in dem die Festlichkeit stattfand, hatten sich schätzungs­weise 5 0 0 0 Menschen eingefunden, die Schmährufe gegen die eintresfenden Blauhem­den ausstießen. Die Menge warf auch mit Steinen gegen das Haus. Zahlreiche Personen wurden verlekt. Die Polizei unternahm einen Angriff mit dem Gummiknüppel und drängte die Menge zurück. Als der vormalige Präsident Eos- graue eintraf, zeigte sich, daß fein Wagen durch Steinwürfe beschädigt war.

Oie Unruhen ans Kuba.

Havanna, 9. August. (WTB. Funkspruch.) Während sich in Havanna selbst die Ruhe­störungen nur noch vereinzelt wiederholt ha­ben, wobei zwei Polizeibeamte getötet und zwei andere durch Schüsse verletzt wurden, kommen aus de m Innern der Insel Kuba Nachrichten über schwere Zusammenstöße, die meh­rere Tote forderten. Das Militär in Havanna ist in die Kasernen zurückgezogen worden.

Neutrale Beobachter der Lage sind der Mei­nung, daß Präsident M a ch a d o sich heute ent­scheiden müsse, ob er einen Vorschlag des Bot­schafters der Vereinigten Staaten, die Insel zu verlassen, nachkommen oder den Revo­lutionären weiter entgegentreten will, was eine Intervention der Vereinigten Staaten zur Folge haben würde.

Aus aller Welt.

Kunst und Wissenschaft.

Dreißig fremde Nationen in vayreuth.

In Bayreuth sind bisher rund 2000 Aus- länder angckommen, und der Fremdenzustrom nimmt weiter zu. Am stärksten vertreten sind, wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, berich­tet, die Amerikaner. Ihnen folgen die Englän­der, dann die Schweizer, die Franzosen, Hol­länder, Italiener, Oesterreicher und Belgier. 3 0 verschiedene Nationen sind in Bayreuth versammelt. Aus Llebersee kamen Gäste aus Ja­pan, Indien, Algier und Kanada.

Der IHaler Karl hagemeister f.

In Werder an der Havel ist Professor Karl Hagemeister, der Maler der Mark, im Al­ter von 85 Jahren gestorben. Hagemeister entdeckte vor einem halben Jahrhundert die Eigen­art der märkischen Wälder und Buchten des Ha­vellandes. Die Nationalgalerie in Berlin ver­anstaltete noch vor wenigen Monaten zum 85. Ge­burtstag des Künstlers eine Ausstellung seiner Werke.

Lin neues Drama Gerhart Hauptmanns.

Wie dieDZ. am Mittag" aus Hiddensee mel­det, hat Gerhart Hauptmann ein neues Büh­nenwerkDie goldene Harfe" fertiggestellt und zum Vertrieb an die Bühnen frei gegeben. Gerhart Hauptmann hegt den Wunsch, daß die Uraufführung in Deutschland stattfindet. Das Werk spielt in der Zeit nach den Freiheitskriegen. Es behandelt den Streit zweier Brüder aus ad­ligem Geschlecht um dieselbe Frau.

Neues von Friedrich Schnack.

Friedrich Schnack veröffentlichte in der SchriftenfolgeBekenntnisse, Lebens- und Seelen- bilder heutiger Dichter" bei der Gesellschaft der Bücherfreunde in Chemnitz ein Lebensbild- >ArUfnr?f J2 ? c 9 e r". Gleichzeitig druckte

dre Gesellschaft für ihre Mitglieder seine Gedichte Qu$ TropenPalisander" als Jahres- gäbe 1933.

chweres Flugzeugunglück ereignete sich auf oem Flugplatz Milowic. Ein Flugzeug, das Schieß­übungen vorzunehmen hatte, stürzte aus einer Höhe von 400 bis 500 Meter in einer Kurve ab. Das Flugzeug wurde zertrümmert. Der Pilot und der Mechaniker fanden den Tod. Ein dritter Flieger- Unfall auf dem Flugplatz in Mlacky nahm einen glücklicheren Ausgang. Bei der Durchführung eines Uebungsbombarbements fiel offenbar infolge eines starken Windstoßes ein Korporal aus einem Flug­zeug. Der Korporal benutzte den Fallschirm, der sich rechtzeitig öffnete und eine glatte Landung ermög- lichte.

Deutsche Studenten

besuchen den Kriegerfriedhof Langemarck.

250 deutsche Studenten, Teilnehmer des Aachener Studententag^, haben eine Fahrt zu den Krieger­gräbern nach Flandern unternommen, wobei sie auch den Friedhof Langemarck besuchten. Die Fahrt wurde von Dr. Moka geleitet. Auf dem Friedhof hielt der Führer der Deutschen Studentenschaft, Ger­hard Krüger, eine Ansprache. Bei der Kranz- meberlegung sprach auch ein Vertreter der bulga- Aschen Studentenschaft, der in seiner Rede hervor­hob, Deutschland werde nie untergehen.

»Gras Zeppelin" in pernambuco.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Dienstag um 20.10 Uhr (Greenwicher Zeit) in Per- nambuco gelandet.

Die polnischen Ozeanslieger abgestürzt.

Die polnischen Ozeanflieger Benjamin und Joseph Adamowitz, die vom Llohd-Dennet- Flugplah in Neuyork nach Harbour Grace auf Neufundland geflogen waren, sind bei ihrer Lan­dung über dem Flughafen von Harbour Grace ab gestürzt. Die Flieger wurden dabei leicht

V t und das Flugzeug beschädigt. Ihr Weiterslug ist daher noch ungewiß.

Flugzeugunsälle in der Tschechoslowakei.

Wahrend eines Uebungsflugs stürzte in der Nähe oon Prag em Jagdflugzeug ab. Offenbar war es nach einem Sturzfluge nicht rechtzeitig ins Gleich­gewicht gebracht worden. Der Pilot sprang etwa 80 Meter über dem Erdboden ab. Da sein Fallschirm ich nicht öffnete, fand er den Tod. Ein zweites rhmprpc; ft l u n t p h n h n n I ü ti j. r

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Abenteuer im Engadin".

**<5d)ulperfonalie. Mit sofortiger Wirkung wurde der Oberstudiendirektor an dem Ludwig- Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Dr. Otto Kei­ler, beurlaubt.

** Einbruchsdiebstahl. Der Polizeibericht meldet: In den Vormittagsstunden des Montags wurde in einem Hause in der Schubertstraße in zm«i Mansardenzimmern eingebrochen. Der Täter öffnm mittels Nachschlüssel die Zimmer und entnahm den Handtaschen, die auf dem Tisch lagen, insgesamt etwa 17 Mark. Personen, die sachdienliche Mitteilungen machen können, werden gebeten, sich bei der Krimi­nalpolizei zu melden.

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43on Paula Eigemann.

Ich glaube, feiner ist fo befähigt dazu wie gerade wir Frauen, Licht und Sonnenschein aus allen Din­gen, und seien sie noch so klein, herauszusuchen und zu finden. Wir wollen die Begabung dazu in dieser schweren Zeit besonders pflegen, daß wir unserer Umgebung Freude damit geben und schaffen können.

Mehr denn je müssen wir Frauen heute auf dem Posten sein um unseren Innenbezirk, der ja unser Wirkungskreis im wahrsten Sinne des Wortes ist, so zu gestalten, daß er für den Mann, für die Fa­milie überhaupt, der ruhende Pol, der Hafen der Erholung ist.

Alle Sorgen, die uns mit dem Alltag in der gan­zen Größe in unser Heim gebracht werden, nicht murrend zurückweisen, und sich müd machen gegen- emit ständiger Unzufriedenheit, sondern dem n, der ja den schweren Außenbezirk, den Le­benskampf draußen zu führen hat, zeigen, daß auch in jeder Last und Sorge ein Fünkchen Sonne steckt. Hinübersehen helfen über die hohe, dunkle Mauer, hinter der das Licht in wärmender Fülle strahlt.

Wir Frauen find' in unserem Berus an endlose Kleinarbeit gewöhnt, die zudem noch in einem ein­tönigen Gleichmaß vertäust. Vielleicht sind wir ge­rade darum jo unermüdliche Licht- und Schönheits­sucher, um für alle diese Arbeiten Schwungkraft und.Freude zu behalten. Wir wollen nur ja nicht lahm werden, immer und immer wieder geben zu können. Auf unsere Art mitzuhelfen das Leben zu meistern.

Nur so denke ich mir ein gemeinsames Tragen des Schicksals, des Lebens überhaupt. Es ist gleich, ob das Leben den einen härter ober weniger hart trifft. Tragen müssen es die Menschen, die zusam- mengehören, doch geminsam. Und ist nicht das Le­ben leichter, erscheint alle Last und Sorge längst nicht so groß, wenn Sonne auf dem Weg ist?

Wie und auf welche Art und Weise wir sie suchen und finden, ist gleich. Alle, aber auch alle können sich diese Sonne heranholen und genießen und das in ausgiebigstem Maße. Es bedarf keiner Kosten und keines besonderen Aufwandes dazu, sondern nur des guten festen Willens.

Deutscher Opferwille.

Welchen Erfolg hat die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit? So notwendig es an sich wäre, dem ganzen Volk vor Augen zu führen, was es bisher für seine Arbeitslosen geleistet hat noch wär es verfrüht, eine Zwischenbilanz aufzustellen; verfrüht auch, heute bereits darüber zu urteilen, ob der eine Berufsstand mehr geleistet hat als der an­dere und ob gewisse Kreise überhaupt abseits stehen. Dazu ist später noch Zeit. Eins aber steht schon heute fest: Der Appell an die Opferbereit» schäft breiter V 0 lksmafsen war nicht vergeblich. Die letzten Wochen sind reich an Bei­spielen freudiger Selbstentsagung zugunsten der gro­ßen nationalen Ziele. Gerade die Armen opferten für die Aerrnsten; wer noch Arbeit und Verdienst hatte, gab vom knappen Lohn für die Erwerbslosen.

Wir vertrauen darauf, daß auch in Zukunft d i e Opferbereitschaft nicht erlahmt Wir hoffen, daß auch die vom Strom erfaßt werden, die bisher beiseite standen. Es sind gewiß nicht alles Drückeberger, die bis heute untätig blieben, obwohl auch solche, wie bei jedem Kampf, nicht fehlen. Wel­cher Deutsche aber wagt es, beiseite zu stehen, wenn er sieht, daß selbst Rentenempfänger und Invaliden ihr Scherflein am Altar des Vaterlandes opfern? Wer möchte sich aus der Ge­meinschaft des aufbaufreudigen und opferwilligen

ooites ausfchließen, wenn der ärmste Arbeiter für die Spende gibt? Prüfe jeder, ob er fein Handeln vor feinem Gewissen und seinem Volk verantworten kann!

Und nicht nur den Einzelnen geht die Spende an. Auch Vereine, Verbände, Gesellschaften, Gemeinschaf­ten, Anstalten und Stiftungen, können dazu beitra­gen, die Massennot der Erwerbslosigkeit in Deutsch­land wirksam zu bekämpfen. Glaube keiner, der heute etwa einer Aktiengesellschaft, einem Sportverein, einem kulturellen Verband oder einer sonstigen Or­ganisation vorsteht, er dürfe für die Spende nichts abführen, weil es in den Satzungen nicht vorgesehen ist. Gewiß: in den Satzungen vieler Organisationen ist genau umgrenzt, für welche Zwecke Mittel aus dem gemeinsamen Vermögen verwendet werden kön­nen. AbersollmanwegenformalerVvr- schriften wertvolle Kräfte vom Auf- bau f e r n b a 11 e n? Nein! Deshalb hat das Reich ausdrücklich bestimmt,daß eine Spende für die nationale Arbeit in jedem Falle eine zu satzungs­mäßigen Zwecken geleistete Ausgabe ist" (Durchfüh- rungsoerorbnung zum Arbeitsspendengesetz 00m 24. 7. 1933, § 64, Reichssteuerblatt 1933 Nr. 35, * Seite 752.)

Es gibt also keine Vorschriften, die Gesellschaften, Vereine und Verbände hindern könnten, ebenso zu opfern, wie Tausende bereits geopfert haben.

Deutsches Erntedankfest am 1. Off ober.

Das Erntedankfest soll in diesem Jahr auf einer breiteren Grundlage als sonst gefeiert wer­den. Das ganze deutsche Bolk wird aufgerufen, sich daran zu beteiligen, in erster Linie das deutsche Bauerntum. Voraussichtlich werden überall grofre Festgottesdienste stattfinden, bei denen zum Ausdruck kommen wird, daß sich das deutsche Volk in feiner Gesamtheit dem Schöpfer und Erhalter aller irdischen Güter und Gaben in Dankbarkeit ver­pflichtet weiß. Festliche Umzüge und volkstüm­liche Spiele werden das Programm im übrigen bilden. Es ist damit zu rechnen, daß der 1. Ok­tober hinter dem l.Mai nicht zurückbleiben wird.

Daten für Donnerstag, 10. August.

955: Otto der Große schlägt die Ungarn auf dem Lechfelde: 1792: Revolution in Paris: Erstür­mung der Tuilerien; Absetzung Ludwigs XVI.; 1868: Hugo Eckener in Flensburg geboren; 1875: der Geograph Karl Andree in Wildungen gestorben (ge­boren 1808); 1890: Uebernahme von Helgoland; 912: der Architekt Paul Wallot in Langenschwal- bad) gestorben (geboren 1841); 1914: Kriegs­erklärung Frankreichs an Oesterreich-Ungarn.

Äornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: DAB. Gießen, 20.30 Llhr,Hindenburg", Zusam-

Die freiwillige Arbeitsspende.

(Schluß aus Nummer 182.)

Ist ein Steuerpflichtiger im Zweifel darüber, in welcher Höhe er Steuereinnahmen verkürzt hat und wieviel Spende er, um Straffreiheit zu erlangen, leisten muß, so kann er das Finanzamt um Berechnung der ver­kürzten Steuern ersuchen. Dieses Er­suchen kann auch ein von dem Steuerpflichtigen bevollmächtigter Notar stellen. Der Notar braucht dabei dem Finanzamt weder die Vollmacht nach­zuweisen, noch den Namen des Steuerpflichtigen zu nennen. Es genügt, daß der Notar dem Fi­nanzamt schriftlich alles angibt, was zur Be­rechnung der verkürzten Steuer erforderlich ist. Erscheint z. B. am 18. August 1933 ein Steuer­pflichtiger auf dem für ihn zuständigen Finanz­amt und erklärt, er wolle soviel spenden, als erforderlich sei, um hinterzogene Ilmsahsteuer des Jahres 1932 abzulösen, so rechnet ihm das Finanzamt den Betrag aus. Falls die hinter­zogene Steuer 10)0 Mk. beträgt, muß der Steuer­pflichtige, um die hinterzogene Steuer abzulösen, 800 Mk. spenden. Zur Leistung einer Spende seht das Finanzamt dem Steuerpflichtigen eine Frist von einem Monat. Mit dem Ablauf des 18. September 1933 gilt die Eröffnung, daß das Finanzamt Kenntnis von der Verkürzung der Llmsahsteuer 1932 hat, als erfolgt. Hatte der Steuerpflichtige bis zu diesem Tage 403 Mk. ge­spendet, so reichen diese 403 Mk. zuzüglich eines Aufgeldes von 103 Mk. aus, um 500 Mk. hinterzogene Umsatzsteuer nebst den aus die 503 Mark entfallenden Zinsen und Verzugszuschläge abzulösen und dem Steuerpflichtigen Straffreiheit zu verschaffen. Er ist jedoch verpflichtet, die nicht abgelösten 503 Mk. Umsatzsteuer nebst den darauf entfallenden Zinsen und Verzugszuschläge nach­zuzahlen.

Freiwillige Spende zur Förderung der natio­nalen Arbeit kann auch dadurch geleistet wer­den, daß der Steuerpflichtige das Finanzamt ersucht, einen Steuerbetrag, dessen heraus- Zahlung er verlangen kann, als Spende zu ver­wenden. Line derartige Zahlung wird insbe- sondere dann in Frage kommen können, wenn ein Steuerpflichtiger die für den Steuer­abschnitt 1932 festgesetzte Einkommensteuer- schuld oder Körperschaftssteuerschuld durch Vorauszahlungen überzahlt hat und ihm in­folgedessen ein Betrag zu erstatten ist.

Arbeitnehmer können durch schriftliche Er- tlarung bestimmen, daß der Arbeitgeber von dem Arbeitslohn einmalig oder laufend bis auf Wider- ruf einen Lohnteil als freiwillige Spende zur Förderung der nationa- len Arbeit einzubehalten hat. Der Arbeitgeber bat die Lohnteile, die er als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit oon dem Arbeits-

lohn des Arbeitnehmers einbehält, von dem Arbeits­lohn abzuziehen. Von dem danach verbleibenden Restbetrag hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer zu berechnen. Die Bürgersteuer, die Ehestandshilft und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe ermäßigen sich nicht dadurch, daß der Arbeitnehmer sich einen Lohnteil als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit einbehalten läßt. Soweit diese Steuern im Wege des Steuerabzugs erhoben wer­den, ist der Steuerabzug von dem vollen Arbeits- lohn zu berechnen. Der Arbeitgeber hat die einbe- haltenen Spendenbeträge gleichzeitig mit den ein» behaltenen Steuern für den Arbeitnehmer an die- jenige Kasse abzuführen, die für die Dereinnah- mung der Lohnsteuerbeträge zuständig ist. Bei der Ablieferung ist ersichtlich zu machen, welcher Teil der abgelieferten Summe auf freiwillige Spende entfällt. Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer beim Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis, späte­stens nach Ablauf des Kalenderjahres eine Besch«- nigung über die Höhe der Betröge zu erteilen, bit dem Arbeitnehmer als freiwillige Spende ei nächs­ten worden sind. Ein Spendenschein wird nicht er­teilt. Wird der Arbeitnehmer veranlagt, so kann et verlangen, daß von dem Einkommen des Steuer­abschnittes die Summe abgesetzt wird, die ihm in dem Steuerabschnitt als freiwillige Spende einbe- halten worden ist. Zum Nachweis der in dem Steuerabschnitt einbehaltenen Spendenbeträge ha! der Arbeitnehmer die Bescheinigung dem Finanz­amt vorzulegen.

Aufsichtsratsmitglieder können durch schriftliche Erklärung bestimmen, daß das Unternehmen, dessen Aufsichtsrat sie angehören, von den Aufsichtsrats- Vergütungen einmal oder laufend bis auf Widerruf einen Teil als freiwillige Spende einzubehalten hat Das Unternehmen hat die Beträge, die es als frei' willige Spende von den Auffichtsratsvergütunge» einbehält, oon den Aufsichtsratsoergütungen abzu- ziehen. Von dem danach verbleibenden Restbetrag hat das Unternehmen den Steuerabzug zu berech­nen. Die Abführung der einbehaltenen Spenden- betrüge hat gleichzeitig mit dem Steuerabzug von den Aufsichtsratsvergütungen an diejenige Kasse zu erfolgen, die für die Vereinnahmung des Steuerab­zugs von den Auffichtsratsvergütungen zuständig ist. Bei der Ablieferung ist ersichtlich zu mache,i, welcher Teil der abgelieferten Summe auf frei­willige Spende zur Förderung der nationalen Ar­beit entfällt. Auch in diesen Fällen wird ein Spen- denschein nicht erteilt, sondern das Aufsichtsrats- mitglied erhält von dem Unternehmen auf Vevi langen eine Bescheinigung über die Höhe der ein- behaltenen Beträge.

Wenn Körperschaften, Personenvereinigungen, Dereine, verbände, Gesellschaften, Gemein, schäften, Anstalten, Stiftungen und andere vermögensmassen ihr vermögen oder sonstige I ihnen zur Verfügung stehende Mittel nut zn

Im Anschluß bau t ernährter Vorkömp i fange Zeit vor, roäl Afrika geweilt halb | ? °rer zunächst mit i »ni Hinblick aus bie $ann >m einzelnen orte.

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