Ausgabe 
9.8.1933 Erstes Blatt
 
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Oie Wahlen zur Landessynode

es Kirchengesetze tt»

Neubau

Wir brauchen Kolonien

stimmung mit dem staatlichen vollendet sein.

genau bestimmten Zwecken (j. B. nur ju sat- zungsmähigen Zwecken) verwenden dürfen, |o hindert dies nicht, daß aus dem Vermögen oder aus den sonstigen zur Verfügung stehen­den Mitteln freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit geleistet wird. Line solche Spende gilt als eine zu sahungsmöhigen Zwecken geleistete Ausgabe.

-der für Mittwoch il&r,§intenbutg, Zufai- !pielhaus. Dahnhofflrch in.

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. .....ijuuen Der Prälat der Landeskirche hat auf Grund des

WIMmm , r-chlichen Erryächtiaungsgesetzes Kirchengesetze et- rOffFien» durch diedieNeuwaylenzurLandos-

ano S t 0 n o b e geregelt werden. Zunächst wird bestimmt,

iLh J°nfr h^U 01> der Landeskirchentag fortan wieder die Be-

rnn t 'Tx cichnung Lanbessynobe trägt. Man will

nn»» eiligen, inV- aenit die Abkehr von der Vorstellung kirchlichen uerntuin. 3otauslj(j£ l?»rlamentarismusses kennzeichnen. Die Landes» K sestgvtt fenobe des ejst nunmehr aus 24 xu wählenden und 2 vom Präla <u wählenden Bezirken, die

tejst nunmehr aus 24 zu wählenden und rälaten zu berufenden Abgeordneten. Die Abgeordneten werden in drei Wahl»

n (h, -iimett in m» Werte, die als freiwillige Spende zur För» fiaf,Qube feiner heul'*^ dsruna der nationalen Arbeit hingegeben worden k einem gL ,r beute I !>»d, können nicht zurückgefordert werden. rt°°,e.r einer Inni? Dtri,n, IIW ein Spenbenschein oder eine von einem Notar < 'Ur bie n Di. ausgestellte Empfangsbescheinigung dem Spender DQ9Ungen nöe nich,z cder einem Bevollmächtigten des Spenders aus- 9en oieltr f)rflOoWi)en Hfie|)änbigt worben ober sonstwie zugegangen unb ist De^e 3ffierfe Ü- or'fnnc[>&ann der Spenbenschein verlorengegangen ober er> Dermenhot aus |flift abhanden gekommen, so bars eine Ersan-

Mark, so wird ein Spendenschein nur erteilt, wenn der Spender dies beantragt. Der Spendenschein trägt die Unterschrift von zwei Beamten und den Abdruck des Dienststempels.

Jeder Betrag, der als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit verwendet wird, bedeutet Arbeit. Jeder Betrag wird ver­wendet zur Vermehrung der Arbeit und somit zur Verminderung der Arbeitslosigkeit.

Die Vermehrung der Arbeit führt zur Erhöhung der Lohnsummen, zur Erhöhung der Umsätze und zur Erhöhung des Volkseinkommens und somit zur Erhöhung des Aufkommens an Steuern und Sozialbeiträgen. Die Verminderung der Arbeits» losigkeit führt zur Senkung deS Finanzbedarfs für die Arbeitslosenhilfe. Beide bedeuten eine Verbesserung der öffentlichen Haushalte und stel­len die Voraussetzung für eine Senkung der Steuersätze und für eine Vereinfachung ge­samten Steuerwesens dar.

haben Sie schon freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit geleistet?

ftabt, Mackensenstrahe 40, spätestens bis zum 15. August eingereichl werben. Die Wahlvorschläge werben von ber Wahlkommission bis zum 20. August veröffentlicht, bie Wahl selbst von ben Kirchen- gemeinbeDcrtretern zwischen bcm 20. unb 31. August Dorgenommen. Wirb nur ein Wahlvorschlag einge­reicht, so gelten bie auf bem Wahlvorschlag Genann­ten als gewählt. Soweit wir unterrichtet sinb, he­ft ef) bie Aussicht, daß eine Einigung unter ben in Betracht kommenben Gruppen auf eine Einheitsliste zustande kommt.

Im Interesse der friedlichen Abwicklung der Wahlhandlung und der Stärkung der inner- kirchlichen Einigkeit wäre es zu wünschen, dah die neue Landessynode ohne Wahlhandlung zustande käme.

Ein weiteres Kirchengesetz trifft Bestimmungen über dieNeuwahldesDekanatstages, des Dekanatsausschusses sowie des Dekans und seines Stellvertreters.

Es wird die wichtige Aufgabe der neuen Landes» fynode fein, den Sßerfaffungsneubau ber hessischen Lanbeskirche vorzunehmen unb bie Abgeorbneten für bie Nationalsynobe zu wählen. Mit beren Zusammentritt wirb ber Neubau ber Deutschen Evangelischen Kirche in U e herein»

aujiillift abhanden gekommen, so dars eine Ersatz- , I urkunde nicht ausgeftellt werden.

f -s)ur. Der Spenbenschein lautet auf ben Namen des l °'n 81 u j, Spenders unb ist- nicht übertragbar. Er wirb auf " volle Reichsmark ausgestellt, überschiehenbe Reichs- pptnnigbeträge werben nach unten abgerunbet. 6ft :er Annahmewert einer Spende niedriger als 10

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Oalle eine r l Ausgabe l5Jpe"6'"9 H merWatf 1933 V?

Jum MtUd fn»? .fische M Vfi , '*et und Erhalt M lezirken, die ben brei hessischen Provinzen ent» QWi in Dankbarleil liechen, gewählt, unb zwar in Starkenburg vier

e Nüge unb bolteS Mttche Unb fünf weltliche,

u ''« üörigo ln Oberhessen fünf geistliche und fünf weltliche

ii nidin^n-^ 1 1 in Rheinhessen drei geistliche und zwei weltliche i uabletbtn toiti 1bgeordnete. Bei den Berufungen soll darauf Be»

10. %Uüuff lacht genommen werden, dah ber kirchliche Lehr» Ithläat hi» ha ", jeber Art unb bie freie kirchliche Bereinstät.g» öolulinn in 1:11 in einer ihrer Bebeutung entfprecfjenben We.je

iphimn Qux- vw.®r^,ln *' f)er Lanbessynobe vertreten sinb. Insbesondere inrn '®5 nutz ein Vertreter der theologischen Fakultät oerufen in TO;is,ren' dk Verben, falls ein solcher nicht schon burch bie Wahl IbhoJnk"®611 ®ef,°rben (i! Lanbessynobe angehört. Seine Berufung erfolgt JStt**** 111 Einvernehmen mit ber Fakultät. Die Wahl zur iMb In ^an9en^roi: tanbesfqnobe wirb noch nach bcm

m v«HSIInl,n-°HI«ns-hrm

. |ir die brei Wahlbezirke getrennt getätigt. Wahlvor-

noilicn- shl oge müssen bei ber Lanbeswahlkommission Darm»

I i e. Mil |o(orliger Sirli: ibireftor an dem Ludch Darmftabt, Sr. Otto Sn

Der Polizeibens tagsftunben bes Monia ber adjubertflrafet m ja «rochen. Der Täter d Zimmer unb entnahm \ Lisch lagen, insgesamt fli sachdienliche Mitteilung gebeten, sich bei der firii

spende.

Die vor kurzem gegrünbete Bereinigung ü t koloniale Wiebergewinnung hielt «in Snmstagabenb ihre zweite Mitglieberversamm- lung im Kaufmännischen Vereinshaus (Norbanlage) c? Der Dereinsführer, Herr Tekner, begrüßte tc Mitglieber unb Gäste, wies auf bie Notwendig- tit ber Wiebergewinnung ber Kolonien für Deutsch- rb hin unb betonte, daß es sich bie Vereinigung jur Ausgabe gemacht habe, Arbeit für die Zukunft zu leisten, indem sie den kolonialen Gedanken wach hnte, die Jugend mit diesen Gedanken vorbereite, toz, wenn es eines Tages der Reichsregierung täglich wird, nach der innenpolitischen Neuordnung, Ik koloniale Frage aufzuwerfen, sie bereiteten Bo­den finde.

3m Anschluß daran hielt Herr Dittrnar, ein d ivährter Vorkämpfer der kolonialen Sache, der Icnye Zeit vor, während und nach dem Kriege in Üfrifa geweilt hatte, einen Vortrag, der die Zu» hirer zunächst mit den aktuellen politischen Fragen

~is Kinder Zukunft zu arbeiten, die nötigen er- iDÜir.ten Voraussetzungen erfülle, werde in Süd- imtofrifa willkommen sein. Wenn die Koloniey le.ltr deutsch würden, dann bestünde eines Tages imf) die Möglichkeit, mit weniger Geld Farmen zu 8Driti)en. Südwestafrika sei klimatisch für Europäer

m «lle, muffe über mindeslens 10 000 Wark ver­fügen.

line die Einreise mittelloser Einwanderer sehr er- a>?rt. In Südwestafrika gebe es zur Zeit 1086 «eße Arbeitslose. Das bedeute auf den Pro» ßrt atz der Bevölkerung des dünnbesiedelten San» 1k bezogen, eine große Anzahl.

üBer heute in Sübroeftafrita eine Farm gründen

|i) trer Volker stehe.

ILeberaU höre man ben Wunsch von ben (Ein­geborenen der ehemaligen beulschen Kolonien, bie Deutschen möchten roieberfommen.

ter SatzAfrika ben Afrikanern" setze einer curo» zuishen Kolonisation keine Schranken, benn er gelte lir für bie höyer entwickelten (Eingeborenen, wäh- tmö bie Völker als solche zu einer Selbstverwaltung ich i fähig seien. Für SUeinfiebler böten sich im lvHlano von Deu^ch-Ostafrika, in Portugiesisch- ingola durchaus Möglichkeiten. Es könne aller- Angs nicht letzter Zweck sein, unter Mandatsherr- Mt zu siedeln, vielmehr brauche Deutschland eijeTe Kolonien. In seinen weiteren Ausführungen tbichaftigte sich der Redner insbesondere mit der Jjiltung Englands zur deutschen Kolonialfrage und Annzeichnete auch die Stellung des Dolkskanzlers 9)o If Hitler zur Kolonialsrage. Adolf Hitler Möge, daß es eine große Menge Dinge gebe, die Itirfdjlanb aus den Kolonien beziehen müsse; ltiE!(d)lanb brauche Kolonien genau so nötig wie jpt andere Macht.

D-ic Aussichten auf bie Wiedererlangung ber Kolonien seien gegenwärtig günstiger als je vorher.

öffentliche Meinung des Auslands zeige wach- |rlB?5 Verständnis für die Forderung Deutschlands

i einbehält, van bem Arbriü dem danach verbleibend! Zeitgeber bie Lohnsteuer , ersteuer, bie Ehestands^ beitslvsenhilfe ermäßigen st )er Arbeitnehmer sich «J . Spenbe zur Förderung behalten läßt. SoW Steuerabzugs erhoben ^ in von bem ootten. «rtu- - Arbeitgeber hat die eck ge gleichzeitig m.t ben 4 ben Arbeitnehmer anJ Ne für bie .Vereine träge juftänbig ift h zu machen,.welcher» ne auf freiwillige -l- t hat dem 2lrbe,tiiehn ,m Dienstverhältnis, alenderjahres eine Vefch Betrage zu enewyj

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ih Kolonien. Ein Verzicht auf ihre Mandate iic)e auch für England sowohl wie für Frankreich ex großes Opfer bedeuten.

ini Hinblick auf die Kolonien vertraut machte und tonn im einzelnen das Land Südweftafrika schil- torte.

/ Die Koloniallüge, sei, so führte er u. a. aus, über- runben. Es habe sich längst überall gezeigt, daß die tonische Kolonialarbeit über aller Kolonialarbeit

Las die Siedlung anbetreffe, fei festzuhallen, Im junge mittellose Leute keine Möglichkeit |it: in, sich zu behaupten. Die Afrikanische Union

)er lau endJUuten t die ®cÄratöDergütung< den 2tu^?Dergiilun9cl!,(,a^

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!enefcrtcn S!natioH.01^^ ' Hl;t diesem Geld könne er eine der üblichen Regie- Äberun?,,^jrd ein . :c^igsfarmen erwerben. Der Siedler müsse gesund tiefen AufsE^ iur) an harte Arbeit gewohnt sein. Wer den Wunsch eigene Scholle zu besitzen, für seine und sei-

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durchaus günstig. Leben und (Eigentum seien durch­aus gesichert. Schließlich berichtete der Redner noch in humorvoller Weise über die Tierwelt Afrikas und schloß mit der Hoffnung, daß es Deutschland ver­gönnt sein möge, eines Tages wieder in eigenen Kolonien für die deutsche Zukunft arbeiten zu können.

Nach dem Vortrag wurden noch verschiedene ge­schäftliche Angelegenheiten des veranstaltenden Ver­eins erledigt. Der Vereinssiihrer Tetzner gab ben Arbeitsplan für bie kommenben M o » nate bekannt unb wies befonbers barauf hin, baß man ben Gebanken der Wiedergewinnung der Ko­lonien durch eine eifrige Werbearbeit insbesondere durch Vorträge in breite Kreise tragen wolle. So­dann wurde die Ergänzung des Vorstandes erledigt. Der Dereinsführer bestimmte zum 2. Vereinsführer Herrn h i n b e r, zum 1. Schriftführer Willy Wollgast, zum 2. Schriftführer Herrn Keubel (Rlein-ßinben), zum Propagandaschriftführer Herrn Garges, zu Beisitzern Die Herren Bitt mar und Heß und zu Kassenprüfern die Herrn B i e» benbenber unb Nebe. Nach kurzen Ausfüh­rungen über bie Frage ber Gleichschaltung unb über bie Art ber Zusammenarbeit mit ben anberen Gießener kolonialen Vereinigungen würbe bie Mo­natsversammlung geschlossen. Man blieb noch für einige Zeit in gemütlicher Unterhaltung bevfommen.

Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete.

Das Personalarnt gibt bekannt: Die nach- stehenben Bürgermeister unb Beigeorbneten würben kommissarisch in ihr Amt eingesetzt:

S t o ck st a b t: Ortsgruppenleiter Metzger an Stelle bes Bürgermeisters Rückeis.

G e n f i ng en: Karl Graf an Stelle bes Beige- orbneten Johann Rumpf, ber fein Amt nicht ange­treten hat.

Nieder-Gemünden: Otto Herbst an Stelle des Bürgermeisters Karl Wittich.

Frau-Rombach: Konrab Hofmann an Stelle bes Beigeorbneten Heinrich Geling.

Schwarz: Friedrich Kalbfleisch an Stelle bes Beigeorbneten Friebrich (Eifert.

Annerob: Heinrich Gros an Stelle bes zurück- getretenen Bürgermeisters Horn.

Burkharbsfelben: Ernst Keil an Stelle bes Bürgermeisters Albach X.; Christian Blei an Stelle bes Beigeordneten Heinrich Heuser.

S t e i n b u ch : Leonhard Lenz an Stelle des Bür­germeisters Brunner; Johannes Bär an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Ad. Bär.

Unter-Mossau: Heinrich Gölz an Stelle des Bürgermeisters Neff.

Ober-Hiltersklingen: Peter Arras an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Adam Krämer.

Steinbach: Hermann Untergefser an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Georg Bär.

Würzberg: Wilhelm Flechsenhaar an Stelle des Bürgermeisters Old, desien Amtszeit am 31. Juli abläuft.

Pfirschbach: Wilhelm Scior an Stelle bes Bürgermeisters Georg Friedrich.

Seckmauern: Heinrich Martin an Stelle des Beigeordneten Wolfstätter.

Michelstadt: Franz Arzt für die seither un­besetzte zweite Beigeordnetenstelle.

Nieder-Kainsbach: Adam Eitenmüller an Stelle des Beigeordneten PH. Giegerich.

Momart: Georg Müller V. an Stelle des Bür­germeisters Adam Schäfer I.; Michael Sattler an Stelle des seitherigen Beigeordneten Georg Müller V., der zum kommissarischen Bürgermeister bestellt wurde.

Falkengesäß: Leonhard Rebscher an Stelle des Bürgermeisters hofstädter. Wilhelm Schmidt an Stelle bes Beigeorbneten Daum

Pfaffen-Beerfurth: PH Balth. Nipper an Stelle bes Bürgermeisters Wilhelm Dingelbein.

Hassenroth: Valentin Meixner für be.i zur Zeit unbesetzten Bürgermeiftcrpoften.

hummetroth: Heinrich Scior an Stelle des Bürgermeisters Jakob Friedrich

Haingrund: Oemeinberatsmitglieb Freuben- berger an Stelle bes Bürgermeisters Kurz

hernsheim. Karl Eberharb, seither kommissa­rischer Beigcorbneter, an Stelle bes ausscheibenben kommisiarischen Bürgermeisters Richard Scherer. Johann Desch, an Stelle des seitherigen kommissari­schen Beigeordneten Eberhard.

^Budenheim: Bankbeamter Hans härtter an Stelle des ausscheidenden kommissarischen Bürger­meisters Notzold.

Gau-Odernheim: Lehrer Georg Becker an Stelle bes seitherigen Bürgermeisters Ritter, ber in- zwischen zum kommisiarischen Bürgermeister ber Stabt Binnen bestellt worben ist.

G a u - A l g e s h e i m: ber berzeitige kommissa­rische Beigeordnete Erich Best an Stelle bes ber- Aeitiaen kommissarischen Bürgermeisters Dr. Diehl, der für eine anderweitige Verwendung vorgesehen ist.

Albig: Ortsgruppenleiter Ludwig Hochstein an Stelle des Büraermeifters Philipp Hochstein

Groß-Rohrheim. Bankbeamter Otto Kra­mer an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Georg Hofmann.

Zeilhard: Georg Sauerwein II., der zum Bür­germeister der Gemeinde Zeilhard gewählt wurde, wird kommissarisch in seinem Amt bestätigt.

Marienborn: Georg Dittewich an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters in Marienborn.

Grünberg: Fraktionsführer der NSDAP. Moller an Stelle des zurückgetretenen Beigeord­neten.

Wackenheim: Daniel Äormann für ben feit längerer Zeit unbesetzten Beigeorbnetenpoften.

Nieber-hilbersheim: Philipp Zimmer­mann an Stelle bes Bürgermeisters Kappcsser.

E n g e l ft a b t: Jakob Winter an Stelle bes zu- rürfgetretenen Beigeorbneten Georg Huth.

Bubenheim: Johann Porth II. an Stelle bes Beigeordneten Kolmar. ber inzwischen zum kommis­sarischen Bürgermeister in Bubenheim bestellt wor­den ist

Laubenheim: Hans Schlink an Stelle des Bürgermeisters Spieß.

Ilbenstadt: Karl Ranft an Stelle des Beige­ordneten Dirfenbergcr; Willi Brückmann an Stelle des Bürgermeisters Markgraf.

Ober-Wöll st ad t: Hermann Odenwäller an Stelle des Bürgermeisters Gondolf; Gerhard Lan­genbach an Stelle bes Beigeordneten Wer.

Ober-Florstadt: Heinrich Dieffenbach an Stelle bes Bürgermeisters Blechle.

Nieder-Wäll stabt: Karl Bernharb an Stelle bes Bürgermeisters Bechtholb.

Büdesheim: Hermann Nanz an Stelle bes Bürgermeisters Wiesenbach.

Oder-Mörlen: Abolf Glaser an Stelle bes Bürgermeisters Schmidt.

Nieder-Weise l: Konrab hilbebranb XVI. an Stelle bes zurückgetretenen Bürgermeisters Winter.

Oppershofen: Franz Raab an Stelle bes Beigeorbneten Jung

Rockenberg, ztmanbus Dengler an Stelle bes Beigeorbneten Wolf.

Hirschhorn: Kaufmann Karl Belzner an Stelle bes Bürgermeisters Zipp.

Schotten: Sturmführer Straub für bie zur Zeit unbesetzte BcigeorbnetenfteUe.

Lollar: Wagner, seither Beigcorbneter, an Stelle bes zurückgetretenen Bürgermeisters Schmibt; Martin laubert, an Stelle des seitherigen Beigeord­neten Wagner.

Oberheffen.

Schwere Bluttat in Trais-Horloff.

* Trais-Horloff, 9. Aua. ((Eigener Draht- bericht desGießener Anzeigers"^) In unserem Orte ereignete sich heute morgen eine schwere Blut- t a t. Der Arbeiter Philippi, der sich zuletzt bei seinen Eltern in Utphe aufhielt, hat seine hier wohnhafte Ehefrau, vermutlich nach einen! vor­ausgegangenen Wortwechsel, mit einem Revolver erschossen. Nach ber Tat richtete P h i l i p p i bie Waffe gegen sich selbst unb brachte sich einen S t e ck- schußinberSchläfe bei; bie Verletzung scheint jedoch nach der Untersuchung durch den herbeige­rufenen Arzt nicht lebensgefährlich zu sein. i)ie Ueberführung des Täters ins Krankenhaus ist an- geordnet worden. Kriminalpolizei und Staatsan­waltschaft von Gießen haben sich an den Tatort be­geben; die Untersuchung ist im Gange. Die Waffe, die Philippi nach der Tat fortgeworfen hatte, konnte noch nicht gesunden werden. Es handelt sich, nach den bisherigen (Ermittlungen, anscheinend um ein Eifersuchsdrama. Die Ehefrau Phi­lippi soll seit längerer Zeit Beziehungen zu ihrem Vetter namens Weber, unterhalten haben, zwi­schen den beiden Männern ist es dieserhalb schon früher mehrfach zu Zusammenstößen gekommen, und Philippi hatte bereits im März d. I. bei einer derartigen Auseinandersetzung dem Weber, der übri­gens inzwischen aus politischen Gründen ih das Konzentrationslager nach Osthofen über­geführt werden mußte, zwei allerdings ungefährliche Steckschüsse beigebracht.

Ziegenmarkt in Hungen.

* Hungen, 8. Aug. Der Kreisziegen» zuchtoerein Gießen veranstaltete am Montag m Hungen seinen seit längeren Jahren eingeführten Ziegen- und Bockmarkt. Zur Prämiierung waren 76 Tiere gemeldet, die in sechs Einzelklassen konkurrierten. Es waren fast in allen Klassen Spitzentiere zu sehen, die auch auf großen Ausstel­lungen mit Erfolg ausgestellt werden können. Als Preisrichter fungierten die Herren Oberreallehrer Ringshausen (Friedberg) und Albert Engel in Hörnsheim Nach dem urteil der Preisrichter kann der Durchschnitt der zur Prämiierung vorge­führten Tiere als recht gut bezeichnet werden. Als Vertreter des Tierzuchtamtes Gießen nahm Herr Direktor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner an der Veranstaltung teil. Die Prämiierung hatte fol­gendes

Ergebnis:

Bocke, 2 Jahre und älter: Es erhielten erste Preise: Gemeinde Laubach unb ©emeinbe Grohen-Buseck, einen zweiten Preis bie Gemeinde Großen Buseck, einen dritten Preis die Gemeinde Laubach.

Bocke, 1 Jahr alt: Zweite Preise erhielten die Gemeinde Hattenrod und die Gemeinde Eber­stadt.

Ziegen, 3 Jahre uno älter: (Es erhielten erste Preise: Heinr. Münster, Hattenrod, und Balth. Pfeiffer VII., Großcn-Buseck; zweite Preise: Heinr. Konr. Köhler, Bettenhausen, Heinrich Rau IV., Hat­tenrod, Heinrich Holz, Steinberg, Wilhelm Weber, Trais-Horloff, und Wilhelm Scheid III., Großen- Buseck; dritte Preise: Karl Freitag, Utphe, Wilhelm Wagner I., Großen-Buseck, Heinrich Gunkel, Hun- gen, Otto Sack, Utphe, Heinrich Rühl II., Utphe, Wilhelm Gorr, Lich, und Friedr. Stauf in Utphe

Ziegen, 2 Jahre alt: In dieser Klasse er­hielten 1. Preise: Christoph Scheid VI., Ludwig Scheid V. und Heinrich Harbach VIII. in Großen- Buseck; 2. Preise: Kari Göriach III., Eberstadt, Hein­rich Maul und Heinrich Münster in Hattenrod; 3. Preise: August Sieg, Hattenrod, Karl Peter, Lau- bach, Heinrich Scheid VII., Großen-Buseck, Jakob Naumann, Laubach, August Schmauß, Lindenstruth, Heinrich Pitz, Laubach.

Ziegen, 1 Jahr alt: 1. Preise erhielten: Heinrich Münster, Hattenrod, zweimal; 2. Preise: Christoph Scheid VI, Großen-Buseck, Heinrich Sten­gel, Laubach, Balth. Pfeiffer VII., Großen-Buseck; 3. Preise: Karl Göriach III., Eberstadt, Wilhelm Wagner I., Großen-Buseck, August Petri, Hattenrod, Heinrich Scheid III., Harbach und Heinrich Bon (Eiff, Laubach.

Zeitziegen: Es erhielten 2. Preise: Karl Luh, Steinberg, Heinrich Rau IV. und Karl Rock in Hat­tenrod.

Mit dem Markt war eine Versteigerung von Zuchtböcken verbunden, bei der etwa 70 Böcke zum Ausgebot kamen. Es fanden hiervon 36 Stück Kaufliebhaber. Der Durchschnittspreis dieser 36 verkauften Tiere betrug 53 Mark und kann als recht gut bezeichnet werden. Den höchsten Preis er­zielte Christoph Scheid VI., Großen-Buseck mit 92 Mark. Dieser Bock wurde von der Gemeinde Bellers­heim erworben. Dann folgte ein Bock von Ludwig Scheid V., Großen-Buseck, mit 82 Mark, der in den

Besitz der Gemeinde Klein-Linden überging. Der nächst höchste Preis betrug 72 Mark, der ebenfalls von Christoph Scheid VI., Großen-Buseck, erzielt wurde und in den Besitz der Gemeinde Großen- Linden überging. Außerdem wurden noch 12 Böcke zum Preise von 6070 Mark abgesetzt. Der Verlauf der Veranstaltung kann in allen Teilen als recht be­friedigend bezeichnet werden.

Landkreis Gietzen.

y. Lollar, 8. Aug. Heute mittag versam­melten sich die Darmstädter Ferien­kinder am hiesigen Bahnhosc, um nach drei­wöchigem Aufenthalt A b s ch l e d zu nehmen. Auf geschmückten Wagen waren sie von Saubringen, Mainzlar, Ruttershausen und Staufenberg hier­hergebracht worden, um mit den Kindern unserer Gemeinde, unter dem sicheren Geleite der Darmstädter SA. (Obcrführung Enders) in be­sonders reservierten Wagen abzusahrcn. Diele Erwachsene und Kinder hatten sich eingefunden. Diel Blumen, ja sogar junge Katzen (I), die einige Kinder mit heim bringen, werden den Eltern zei­gen, daß die Kinder hier gut aufgehoben waren. Sie sahen alle vorzüglich erholt aus.

y Staufenberg,?. Aug. Im gestrigen Haupt- gottesdienst zu Kirchberg wurde in würdiger Weise des ersten A u g u ft \ o n h t a g s 1914 als des ersten Mobilmachungstages und des Ausbruches des Weltkrieges gedacht. Eine Zahlreiche Ge­meinde hatte sich versammelt, darunter sehr viele Jugend, Jungvolk, HI., BDM. unter ihren Führern.

(D Grüningen, 8. August. Bei ber Wahl zur Kirchengemeinbevertretung würbe nur ein Wahlvorschlag eingereicht. Eine Wahlhandlung erübrigte sich deshalb; die auf dem Wahlvorschlag verzeichneten Kirchengemeindevertreter gelten als gewählt. Bei der Wahl des Kirchenvorftan- des wurden die seitherigen Mitglieder wiederge­wählt. Es gehören dem Kirchenvorstand an: Bür- germeifter Euler, Ludwig Hammel, Konrad Ehr. Engel, Karl Hch. L e i d i ch und Peter Chr. Engel. Für ein durch Tod ausgeschiedenes Mit- glied wurde Heinrich Gilbert neu in den Kir- chenvorftand gewählt.

Zlrcis Büdingen.

Glauberg, 7. Aug. Auf dem etwa eine halbe Wegstunde von hier entfernt liegenden ^Glauberg" (267,2 Meter über dem Meeresspiegel) werden seit etwa vier Wochen von einem zwanzig Mann starken Arbeitslager, das in dem Saale einer hiesigen Wirtschaft mit Metzgerei unterge­bracht ist, umfangreiche Schürfungsarbeiten vor­genommen. Es wird an jedem Wochentag von 5.30 bis 11.30 Tlhr von den jungen Freiwilligen gearbeitet. Gegenwärtig wird eine breite Wald­schneise freigelegt, die von Südwesten her nach dem zerfallenen Gemäuer der Burg, an dem klei­nen Teiche vorbei, führt. 3n einer Breite von durchschnittlich 1,50 Meter und 1 Mieter Tiefe, je nach Lage des BasaltfelfeTZs, wird die Erdschicht vorsichtig abgehoben und untersucht. Hier findet man zahlreiche Tonscherben, teils mit schönen Der- zierungen, Henkel von Tonkrügen, Knochen, eiserne Rägel, gebrannten Ton (jedenfalls Lleber- reste von Ziegeln) u. a. m. Die Fundstücke wer­den in bereitstehende Körbe gelegt. An größeren Sachen wurde gleich mit Beginn der Schürsungs- arbeiten eine Steinkratze (aus Stein) gesunden. Auf dem Berggipfel hat die Arbeiterschar um eine uralte, hohe Eiche ein dauerhaftes Holzgerüst bis zur Spitze erbaut, von dem man bei klarem Wetter einen herrlichen Rundblick nach der Wetterau, dem Taunus und dem Dogelsberg ge­nießt. Hoffentlich wird das schöne Fleckchen jetzt etwas mehr von Interessenten, Geschichts- und Altertumsforschern, Wanderern usw. besucht.

Wettervoraussage.

Da ber Luftbruck über bem Festlanbe wieder an- gestiegen ist, gewinnt bie nördliche Störungstätigkeit bei uns keinen Einfluß. Die teilweise noch zu- fließende ozeanische Luft gerät im Bereich des hohen Druckes in abfinkenbe Bewegung, so dah ihre Feuch­tigkeit entzogen wird. Das Wetter bleibt daher meist heiter, heiß und trocken.

Aussichten für Donnerstag: Meist hei­ter, nur vorübergehend leicht bewölkt ober etwas bunftig, sommerlich warm unb trocken.

Aussichten für Freitag: Keine wesentliche Aenberung.

Lufttemperaturen am 8. August: mittags 27,9 Grad Celsius, abenbs 20,4 Grab; am 9. August: morgens 16,4 Grab. Maximum 28,4 Grad, Minimum 13,5 Grab. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abenbs 28,9 Grad; am 9. August, morgens 21,1 Grab. Sonnenscheinbauer 12 Stunben.

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein«