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9.8.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 184 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Mittwoch, 9. August 1933

nt (Es bflrfte aus biejtr siy des französischen Schutzes und der Unterstützung

iftelkn {ein, axvto l ,rd) Geld und Waffen erfreuen.

lebung auch b\t S)ttren»

Das Abkommen zwischen Danzig und Polen

K ü n st l e r und der ehe>

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SPD.-Abgeordnete Franz malige Reichstags- und Landtaasabgeordnete, lang, jähriger Fraktionsführer der SPD. im Preußischen

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:xn JKiVDerKanDniHcg offen, wohingegen die Prüfung auf das Versailler Diktat die D e -

Landtag f) eil mann, in das Konzentra­tionslager Oranienburg eingeliefert war- den. Heilmann ist besonders unrühmlich heroorge-

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kreibt, Hütte gewünscht, daß sich Frankreich bei Itr Demarche aus den Versailler Vertrag Abrufen hätte. Mit Verlaub, das wäre noch u n - gc 1 <f> i d t e r gewesen, denn durch die Fehlbe- nwng aus den Viermächtepakt bleibt den Fran- ai'ei immer noch der Rückzug eines bedauer- nt<n Mißverständnisses offen, wohi

eit drei fahren um 2,99 5 erste Halbjahr 1933 im bjahr 1932 ist im Reichs- lang von 8,57 Prozent zu f) sei daraus hingewiesen, 932 im Verhältnis zum en Umsatzrülkgang von 15 erste Vierteljahr 1933 Vierteljahr 1932 brachte ]t5 von 16,75 Prozent. i erften fyilbjaljr 1933

hierin liegt die Gefahr für Europa. Der Vier» rächte pakt ist aber trotz der französischen Ver- visserung noch immer ein w i r k s a m e s I n st r u-

chlüsse der französischen Politik durchaus abhängig m den Wünschen der Mächte geworden sind, die

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn» zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

71-81

81,88

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< 3n das Konzentrationslager emgeliefert.

^Berlin, 8. Aug. (CNB.) Wie das Geheime Staatspolizeiamt mitteilt, sind heute der ehemalige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete und Stadt- Verordnetenvorsteher von Brandenburg (Havel), Chefredakteur der sozialdemokratischenBranden- burger Zeitung", Friedrich Ebert (Sohn des ehe- maligen Reichspräsidenten), ferner der ehemalige

3,047 169,83 69,9 62,11 71,«

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112 51,64 22,09 16,445 81.24 34. 81.67 0,839 0,244- 5,1 12,67

©er Reichswehrminister beim Kanzler.

Berchtesgaden, 8. Aug. (WTB.) Reichs­kanzler Adolf Hitler empfing heute nachmittag cuf dem Obersalzberg Reichswehrminister von Blom- b e r g zu einer Besprechung.

Die Korruption im alten Rundfunk

Dreslau, 8. Aug. (WTB.) Heber das korrupte Geschäftsgebaren der bei der Schlesischen Funkstunde entlassenen Ge­schäftsführer wurden in der heutigen Gesellschaf­terversammlung, an der als Vertreter der Reichs­rundfunkgesellschaft Justitiar Dr. Schenkel. Berlin, und als Vertreter des preußischen Staa­tes der Staatskommissar Regierungsrat Waeh- ne r, Breslau, teilnahmen, interessante Einzelhei­ten bekanntgegeben. Dein entlassenen Geschäfts­führer Direktor Wilhelm Hadert und Inten­dant Fritz Bischoff wurde von der Versamm­lung keine Entlastung erteilt. Bischoff hat neben den ihm zustehenden Tagcsspesen noch H c b e r f b e f e n gemacht und sie unter dem TitelDiverses" sich auszahlen lassen. Es wur­den Beträge z. B. für Theaterkarten mit 42 Mk.. Diverses mit 29,50 Mk. u. a. festgestellt. Bischoff benutzte den Dienstwagen sehr ost zu Privatfahr­ten. Den Dienstwagen habe Bischoff oft selbst ge­steuert und Passanten angefahren, woraus sich eine Reihe von Prozessen ergab. Die dadurch ent­standenen Rechtsanwaltskosten wurden nicht von Bischoff getragen, sondern von der Schlesischen Funkstunde. Es handelt sich dabei um eine Summe von 700 Mk., wobei der eine Beleg über 500 Mk. einen ausdrücklichen Dilligungsvermerk des Rund­funkgewaltigen Dr. Magnus trägt

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13.4 0,932 3,118 58.7» 22,13 16,485 81.40 35,0* 81,83 0,841 0.246 5.205 12,69

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6r|d)etnt lügtlch, autzei Sonntag» unb Feiertag» Beilagen: Die Illustriert, Vießener Familienblättet tz^imat im Bilb Die Scholl»

Dlonats-Beingsprets:

Mit 4 Beilagen RM. Ub vhne Illustriert» . 1.80 Lustellgedühi . -25 Auch bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Hernsprechanschlüste enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Gießen.

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ör^e geschästslos.

Aug. An der Abendbörse vollkommen, unb ba auch i Surje, aber sehr ruhiges >ar von dieser Seite kein e Kurse hielten sich etwa j, JG.-Farben unb AE«. brigft ein, Farben waren würben Mbesitz und Neu- auch späte M*lb- behauptet. Von fremden ent Schweiz. Andesba n ne von 1934 lagen 0,13 seit sieben Wochen keine » Durchschnitlskurs der 86 Prozent«. Neubesihan- ,e 78, Lchutzgebietsan echr Lent Stahlverem 61,^ S für Brauinbuftnt Buderus 69,75, W1 Jn 126,13, Mannesmann -onl, SUMM! 158, E .ff 05 M-Farben 13U.-7 MetallgeMchaft 52, sie-

ri"Vn?ar Europa, M*1! («tagen ,7 Jroml ber 20, orloftenburg erfolgreid). ?s über 100 Meter ««WStollnn 2ie abjMiehenbe La, Me sich Hellas Magbe- uh bilbete eine Rebe bes hax, an bie sich bas ' Harst-Wessel-Lieb an.

Frankreichs Intrige gegen den Viererpakt.

Oie Vorstellungen wegen her deutsch-österreichischen Beziehungen nur Mittel zum Zweck

Oer Abschluß des Iungfaschistenbesuchs in Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. 1, 8. Aug. Die heute in Frankfurt weilenden Iungfaschisten hatten sich für ihren Aufenthalt ein recht umfangreiches Pro­gramm vorgenommen, das sie mit militärischer Genauigkeit innehielten. Nachdem sie sich von der Reise imHaus der Iugend" erfrischt und das Mittagsmahl eingenommen hatten, fuhren die jungen Italiener zum Opernplah, von wo aus sie unter Dorantritt ihrer Kapelle zum Pal­mengarten marschierten. Dann folgte eine Be­sichtigung des R ö in e r s und der A 11 st a d t. Es schloß sich ein Essen in der Römerhalle an.

Den Abschluß des Frankfurter Tages der Iung­faschisten bildete der gemeinsame Besuch der R ö - merberg - Fe st spiele, wo heute abend SchillersIungfrau von Orleans" in Szene ging. Reben den Vertretern der Partei und der Stadt­verwaltung war auch der Oberpräsident der Pro­vinz Hessen-Rassau Prinz Philipp von Hessen zu dieser Ausführung erschienen. Zu Be­ginn begrüßte Generalintendant Meißner die italienischen Gäste. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Iungfaschisten gerade der Auf­führung der3ungfrau von Orleans" beiwohnen könnten, da in diesem wunderbaren Schauspiel der Dichter die Kraft der Ration zum Siege erhebt. Das Werk Schillers verleihe dem Willen des deutschen Volkes zur Einheit und Tugend Ausdruck, es sei deshalb gerade heute von symbolischer Bedeutung für unser Volk. Der heutige Abend solle dazu beitragen, die innere Verbundenheit mit dem italieni­schen Volke zu festigen und weiter zu ver­tiefen. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf die Iugend. Die italienischen Gäste folgten dem sich darauf abrollenden Spiel mit lebhaftem Interesse und spontanen Beifallskundgebungen. Rach dem KrönungsAug begaben sich die Iung­faschisten zumHaus der Iugend" zurück, um sich für die morgige Rheinfahrt auszuruhen.

Morgen gegen 8 Ühr etwa werden sie mit dem Sonderzug nach Bingen Weiterreisen, von wo aus sie gemeinsam mit einigen Tausend Hitler- jungen eine Rheinfahrt nach Bonn unternehmen.

Schultze, als Vertreter des Oberbürgermeisters an, daß die letzten 8000 Wohlfahrts-Er­werbslosen Königsbergs bereits am Montag alle in Arbeit und Brot sein würden.

Auflösung der preußischen HilsSpolizei.

Berlin, 8. Aug. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident und Minister des Innern Go­ring die Hilfspolizei, nachdem sie ihrer Zweckbestimmung in vollem Umfange gerecht ge­worden ist, mit dem 15. 21 u g u ft aufgelöst. Eine weitere Ausbildung findet daher nicht mehr statt. Die bisherigen Runderlasse treten mit dem Ab­lauf des 15. August 1933 außer Gültigkeit.

Oer Gewaltakt gegen die deutschen Saarturner.

Berlin, 8. Aug. (ERB.) Zu den E n t l as s u n - gen deutscher Bergarbeiter im Saar­gebiet wegen ihrer Beteiligung am Deutschen jurnfe in Stuttgart erfahren wir von maß­gebender Seite, daß die zuständigen Stellen der Reichsregierung mit der Nachprüfung der Angelegenheit beschäftigt sind.

tag. e,h[»«n.

M 11e übrrdenVersailler Friede ns- tt'itrag eröffnet hätte, was Frankreich in bie- fei Augenblick, wo die Revisionsansprüche kvm'solinis bereits in aller Form angemeldet sind, Nimmt nicht angenehm fein kann. Auch für die iF^nzosen wäre es das Beste, alles zu tun, um Bi? c unrühmliche Angelegenheit so schnell wie ro?giid> vergessen zu machen.

Botschafter Dr. Luther in Paris.

3 a r i s, 8. Aug. (WTB.) Der deutsche Botschafter :n Washington, Dr. Luther, ist heute abend im ^lic?;eug, aus Berlin kommend, auf dem Flugplatz 2 8 ourget eingetroffen.

öte tranzösischen Hetzer noch nicht befriedigt!

r r i s, 8. Aug. (WTB.) Mit dem Prädikate Unfreundlich" und seinen Steigerungen wird die '«tische Antwort auf die Demarchen Frankreichs iiti Englands von der Abendpreffe belegt, die dar- iib.'r lamentiert, daß Deutschland nur an Frank- >' eich s Adresse Vorwürfe richte, obwohl )Er gl a n b doch den gleichen Schritt unternommen

Königsberg als erste Großstadt steivonWohIsahrtserwerbslofen

Königsberg, 8. Aug. (TU.) Bei einer Feier in der Stadthalle für Königsbergs Opfer der Arveit .kündete am Dienstagnachmittag der Dezernent für bas Königsberger Wohlfahrtswejen, Stadtrat Dr.

Berlin, 9. Aug. (ERB. Funkfpruch.) Die nationalsozialistische Regierung der Freien Stadt Danzig hat mit der am 5. August erfolgten und gestern in der Volks- tagssitzung bekanntgegebenen Paraphierung eines Staatsabkommens über die Hafenfrage und eines ilebereintommenö über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger in Danzig eine po - litilche Aktion mit bemerkenswer­ter Schnelligkeit zu Ende geführt, die durch den am 3. Iuli erfolgten Staatsbeluch des Senatspräsidenten Dr. Rauschning in War­schau eingeleitet wurde. Im Sinne der am 23. Iuli abgegebenen Regierungserklärung und ent­sprechend den neuen Grundsätzen einer interna­tionalen Kooperation

auf der Basis unmittelbarer Verhandlungen wurden hier Probleme gelöst, mit denen sich alle Instanzen des Völkerbundes feit mehr als drei Iahren ergebnislos befaßten.

Die in dem Hafenabkommen festgelegte Berpflichlung der Republik Polen,unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Rückgang des seewärtigen Verkehrs, der gegenwärtig über öen Hafen von Danzig geht, unter Berücksichtigung der Quantität und Qualität der Waren zu verhindern", erneuert die Bestimmungen des Pariser Vertrages von 1920.

Da es sich aber diesmal um eine direkte frei­willige Verständigung der zwei selbständigen Staaten handelt, so ist die von dem Senats­präsidenten ausgesprochene Erwartung be­rechtigt, daß die neuen Abmachungen tatsäch­lich der Anfang der (Befamlbereinigung im Geiste gegenseitiger Offenheit sind.

Die Bestimmungen des Liebereinkommens über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft oder Sprache aus dem Gebiet der Stadt Danzig" zeigen, daß die nationalsozialistische Danziger 'Regierung ge­willt ist, wie bisher die Beziehungen zu Polen in jenem Geist der Loyalität und Achtung vor dem Volkstum anderer Ratio­nen fortzuführen, an die der 'Reichskanzler in seiner Rundfunkansprache an die Danziger Volks­genossen vom 27. Mai ausdrücklich erinnert hatte. Die nunmehr paraphierten Abmachungen

beseitigen nicht nur die Erschwerungen des Danziger Wirtschaftslebens,

Hieraus ergebe sich aber nicht, so meint das Blatt, daß deutscherseits ein nationalsozialistischer Sieg in Oesterreich als Vorspiel zum Anschluß erwartet werde. Es gebe in Danzig eine nationalsoziali­stische Regierung, die von der nationalsozialistischen Reichsregierung völlig unabhängig sei, und es bestehe kein Grund, weshalb dieselbe Lagenicht auch inOe st erreich eintreten sollte. Erwähnt sei schließlich noch, daß der poli­tische Korresponbent derEvening News" seinen Bericht mit der Bemerkung abschließt, es bestehe Grund zu der Annahme, daß die deutsche Regierung wirklich die Absicht habe, zu vermeiden, irgend etwas wie einen Zwischenfall zu provozieren.

Oesterreichs Rüstungspläne von Frankreichs Gnaden.

Paris, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der rö­mische Korrespondent desT e m p s" b e ft r e i t e t, daß Oesterreich den Antrag gestellt habe, den Effektivbestand seines Heeres um wei­tere 18 OOO Mann zu erhöhen. Vielmehr wünsche Oesterreich keine Aenderung der bestehenden Ver­tragsklauseln, die das österreichische Heer auf etwa 22 000 Mann festsetzen, doch sei es der Ansicht, daß nur für einen Teil feines kleinen Heeres die Dienst­zeit auf 10 bis 12 Jahre ststgesetzt bleibe und daß ihm durch ein Rekrutierungs - und Aus- hebungssystem init 6 - dis 12monatiger Dienstzeit die Möglichkeit gegeben werden müsse, seine Staatsangehörigen in größerem Umfange als bisher militärisch auszubilden. Oesterreich wünsche ferner, daß für die H e i m w e h- r e n ein reguläres Statut geschaffen werde, damit diese als Heeresreseroe und eventuell inner­halb der Polizei im Falle revolutionärer Um­sturzversuche von links oder rechts einschreiten könnten.

Ein Zwischenfall an der bayerisch-österreichischen Grenze.

M ü n ch e n , 8. Aug. (WTB.) Die bayerische Poli­tische Polizei teilt mit: Aus bisher nicht bekannter Ursache entstand in den Morgenstunden des Montags an der deutsch - österreichischen Grenze, und zwar in der Nähe des Hechtsees bei Kieferselden, zwischen österreichlschenHeimwehrange- hörigen und einer Gruppe noch bisher unbe­kannter Personen eine Schießerei, wobei ein Heimwehrmann tödlich verletzt wurde. Die bayerische Politische Polizei hat alles veranlaßt, um die Schuldigen zu ermitteln und sie der Bestrafung zuzuführen.

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die erst durch eine am 15. Mai erlassene polnische Verordnung zur Behinderung des Danziger Wa­renverkehrs nach Polen verschärft wurden, sondern sie bilden, wenn der bisher bewiesene aufrichtige W i Ile zur Verständi- g u n g auch von beiden Vertragsparteien ferner­hin getätigt wird, eine geeignete Plattform zur positiven Gestaltung der Danzig- pol Nischen Beziehungen und damit zur Sicherung des Friedens im osteuropäischen Raum.

,,E n außerordentliches Entgegen­kommen der Oanziger Regierung." Berlin, 9. August. (ERD. Funkspruch.) Das gestern zwischen Danzig und Polen abge- schlossene Uebcrcinfommen stellt, wie in hiesigen politischen Kreisen betont wird, ein außeror­dentliches En tgegenkornrnen der Danziger Regierung dar. Die Verpflich­tung, vorläufig auf die Weiterverfolgung des Streites in der Hafenangelegenheit vor dem Haager Gerichtshof zu verzichten, ist ein ganz außergewöhnlicher Beweis für den ernsten Willen der Danziger Regierung, eine gute Zusammenarbeit mit Polen zu errei­chen. Ein solches Entgegenkommen kann aber selbstverständlich nur an die Voraussetzung ge­bunden fein,_ daß es wirklich zu einem für beide Teile erträglichen modus vivendi kommen wird und muh weiter von der Erwartung getragen fein, daß Polen das Abkommen genau so durchführen Dird, wie es die Danziger Regierung selbstver­ständlich durchführt.

habe, und mit schlecht verhehlter Fassungslosigkeit fragt, was nun geschehen solle. Verschiedene Blätter erklären, ohne bisher dementiert worden zu sein, daß der Generalsekretär des Quai d'Orsay Leger eine telephonische Unterredung mit dem in der Som­merfrische weilenden Außenminister Paul-Bon- c o u r und anschließend eine längere Aussprache mit Ministerpräsident Daladier gehabt habe. In den Regierungskreisen sei man, so wird in diesem Zu­sammenhang behauptet, von der Notwendigkeit eines eneraiscyen Schrittes überzeugt. Eine vor­herige Fühlungnahme allerdings mit England scheint der Presse umso mehr geboten au sein, als in einer Londoner Meldung der Havas-Agentur darauf h.n- gewiesen wird, daß man in offiziellen engli­schen Kreisen zuwarten wolle angesichts ber Berliner Andeutungen, daß man sein Bestes tun wolle, um künftig Zwischenfälle zu vermeiden.

Der I e m p 5 ,y will aus dem deutschen Kommu­nique keine klipp und klare Absage, was den Inhalt der Demarche anlangt, herauslesen, sondern nur eine Bestreitung des freundschaftlichen Charakters dieser Demarchen. Auf die deutschen Argumente, bei­spielsweise betreffs des Straßburger Sen­ders, einzugehen, lehnt derTemps" natürlich ab mit der fadenscheinigen Begründung, daß jede Vergleichsbasis fehle. Das Blatt, das in Verkennung des Viermächtepaktes das Ergebnis der Demarche eine erste enttäuschende Probe auf dieses Abkommen nennt, fragt zum Schluß in verhüllt drohendem Tone, ob man aus dem Verhalten Deutschlands folgern solle, daß ihm gegenüber andere Prozeduren und Diskus­sionsmittel künftig angebracht seien.

Das ewig hetzendeJournal des D 6 bat s", das Oesterreich zu seinen Schritten ermuntert, er­wartet von Ministerpräsident Da la di er die ein­deutige Erklärung an die Adresse Deutschlands, daß Frankreich sich mit allen Mitteln a l l e n A n- schlußplänen widersetzen werde.

Warum nicht auch in Oesterreich?

L o n d o n, 8. Aug. (ERB.) Die d e u t s ch - ö st e r- r e i d) i f d) e n Beziehungen, die weiterhin das Hauptgesprächsthema der politischen Kreise sind, werden auch in der Abendpresse unter Bezugnahme vor allem auf die Berliner amtliche Mitteilung und die deutsche Antwort auf die Vorstellungen der diplomatischen Vertreter Frankreid)s und Großbri­tanniens in Meldungen und Leitartikeln ausführlich behandelt, ohne daß sich aber neue Gedankengänge fänden. Bemerkenswert ist nur eine Darlegung im Evening Standard", der es unsinnig nennt, anzunehmen, daß die deutschen N a t i o nalsvAialisten ihre Sympathie für bie öfter» reichischen Nationalsozialisten und ihr Interesse an deren Ergehen a u f g e b e n könnten.

(tient, das die Gefahr bannen könnte, wenn frantreid) sich nur dazu verstehen würde, ihn mit icm Geist zu begreifen, der ihn ge- Ili) affen hat. Aber das will Frankreich nicht, ^iiinfreid) erkennt wohl die große Bedeutung des lliermächtepaktes, die schon in der nächsten Zukunft tom größerer Aktualität werden kann, und Jrcir in einer Weise, daß Frankreich sich, wenn es in feiner Politik sesthalten sollte, nicht gegen die Be- simdigung wird wehren können, den Geist des Vier- vichtepaktes verletzt zu Haden. Darum mußte in Grund gefunden werden, den Viermächtepakt sd) o n vorher für irgend etwas in Anspruch zu tarnen, wenn es sich dabei auch nur um eine An- ( szenheit handelt, wie die der deutsch-österreichi- faeai Frage. Weil Italien in dem Biermächtepakt na a s ganz anderes sieht, als Frankreich Jir nus zu machen sucht, hat Italien auf die Teil- uh,me an der Demarche in Berlin verzichtet in bi mit seinen Gründen erfreulicherweise nicht hin- jir dem Berge gehalten Italien und Deutschland in dem Viermächtepakt die Grundlage einer friedlichen Verständigung Zwi­sten den Völkern Europas, Frankreich aber will ihn er Polizeiknüppel gebrauchen.

Oas einzig Erfreuliche an der Angelegenheit ist, tiix die Franzosen ihren Mißgriff einsehen, lei- fcr nur um einen Tag zu spät. Die einsichtigen sianzosischen Blätter geben unumwunden zu, daß ic Berufung auf den Viermächtepakt ein M i ß - :Ortff war. So schreibt ein Blatt:Das Vier- i.icite-Abkommen hat nichts mit der österreichisch- t<u ^chen Angelegenheit zu tun. Wir durften kein ^idcres Ergebnis von einer Demarche erwarten, lc so ungeschickt war, aber auch so wenig encr- t1'* durchgeführt wurde." Das Blatt, das dies

Gietzener Anzeiger

Generas-Anzeiger für Oberhessen

Drud und Verlag: vrühl'jche Unwerfitäls-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftzstelle: Zchulstraße 7.

Die F r a n z o s e n haben mit ihrerD e m a r ch e" in Berlin kein Meisterstück geliefert. Man muß sigen, daß die Komödie mit derInteroen- Uon in der deutsch-österreichischen Frage nicht ungeschickt angelegt gewesen ist, aber iit der Durchführung haperte es. Die Franzosen mögen sich bas alte deutsche Sprichwort zu Her­ei nehmen:Blinder Eifer schadet nur". Mit blin- btm Eifer haben sie ihr Spiel getrieben, dessen Sinn nne vorzeitige Entwertung bes Vier- mächtepaktes gewesen ist. Wenn man bei den Hanzosen etwas bewundern will, so ist es die schier unglaubliche Zähigkeit, mit der sie ihre Ziele ver- >lgen und die große Wendigkeit, über die sie da- bi: verfügen. Auch dieser groteske Schritt in Ber­lin ließt auf der französischen Linie. Das deutsch, isßerreichische Verhältnis spielt dabei nur die ge­ringere Rolle. Aber der V i e r m ä ch t e p a k t hat 13 den Franzosen angetan. Sie wollten itbern Mächten bei der Inanspruchnahme des Vier- ucichtepaktes zuvorkommen, gewissermaßen seine Diilkürliche Entwertung herbeiführen.

Als Mussolini den Gedanken des Viermächte- »alles in bie Debatte warf, schwebten ihm dabei bis großen politischen Ausgaben vor, die Europa über kurz oder lang zu lösen haben wird. Ruffolini wollte das freundschaftliche Einvernehmen icc vier Großmächte in allen Fragen, die sie ge­meinsam berühren, d. h. In ollen europäischen fragen. Durch die Bindung auf eine freunb» id)cftltd)e Einheit wollte er ben Konfliktsgefahren rntbeugen, bie leicht zu Verwicklungen führen fön- neii, und der europäischen Gefahr begegnen, die dar- n liegt, daß z. B. Frankreich durch seine starre Sirbung an seine Iranbanten in zu starke Abhängig- Hit von ben kleinen Staaten gerät. Die sranzö - ische Politik erhebt zwar ben Anspruch auf bie iähruna in Europa, aber sie ist in ihren Ent- o) 1 ü f | e n nicht mehr frei, weil alle (Ent-

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