Ausgabe 
9.5.1933 Erstes Blatt
 
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Ich rufe Ihnen den wunderschönen, tapferen, germanischen Wahlspnich unserer Universität zu: armis et litteris ad uttrumque parati, der die Wasfen vor die Weisheit stellt, und schließe mit dem Wunsche, daß

die Universität des Dritten Reiches die Universität des willens sein möge.

und fordere Sie auf, den die wir

daran knüpfen wollen, dadurch Lllsdruck zu geben, daß wir gemeinsam den ersten Vers des Deutsch­landliedes Zingen.

Stehend sang die Festversammlung den ersten Vers der Nationalhymne. Dem Wiedner wurde oft während seiner Ansprache Beiftll gezollt, am Schlüsse dankte ihm stürmischer Beifäll der Zuhörer.

Führer seines Landes heute zu der Universität zurückkehre.

Wie die Stadt Gießen den Herrn Staatspräsi­denten durch die Verleihung des Ehrenbürger- rechts geehrt habe, so wolle auch die Liniversität ihn zu ihrem Ehrenbürger machen.

Der Senat habe daher beschlossen, dem Herrn Staatspräsidenten Professor Dr. Werner die würde eines Lhrensenators zu verleihen.

(Lebhafter Beifall.) Mit dem Wunsche, daß der Herr Staatspräsident auch als neuer Ehren­senator noch viele Iahre der Landesuniversität in Freundschaft verbunden bleiben möchte, schloß der Redner seine Ansprache, die in dreifachem, von der Versammlung begeistert aufgenommenem Sieg-Heil auf den Herrn Staatspräsidenten aus­klang.

alte Deutschland des Parteienstaats verschwinden sehen, so erfaßt uns die Stunde mit ihrer ganzen erhebenden Gewalt. Die deutsche Äugend muß sich dabei bewußt werden, daß ihr ein heiliges, hohes Amt geworden ist. Sie geht ihren Weg, vielfach noch nicht wissend, wie die Zukunft sein wird, aber getragen von dem Vertrauen des deutschen Volkes, daß nun­mehr die Tage der Freiheit herange­kommen sind. Vicht das letzte Glied der deut­schen Volkheit war immer der deutsche S t u - be n t. 3n seiner Hingabe an die deutschen Ideale, in seiner Verbundenheit mit dem Volks­tum ist er auch durch eine falsch verstandene Demokratie nicht erschüttert worden. Der völ­kische Gedanke hat bei ihm stets starken Anklang gefunden, der völkische Gedanke, der nun auch einen neuen deutschen Menfchenthpus herauszu­stellen hat.

Sodann verkündete der Herr Staatspräsident feier­lich das neue S t u d e n t e n r e ch t, das er als einen Fortschritt für das hessische Stu- dententum bezeichnete. Dann sagte er u. a. weiter: Der Student der hessischen Hochschule hat im Rahmen des gesamtdeutschen Bolkskörpers außer­ordentlich wichtige Aufgaben zu erfüllen. Ihm ob­liegt eine hohe, Verpflichtung gegenüber den übrigen Volksgenossen. Wer völkisch denkt, wird von vorn­herein den deutschen Volksgenossen zu verstehen haben, ebenso sein Wesen und seine Arbeit. Alle redliche Arbeit in Stadt und Land hat An­spruch auf Würdigung und Achtung. Das gilt auch für den deutschen Studenten.

Auch im neuen Staat wird die Freiheit dec Wissenschaft, die sich auf die lauterste Wahrheit gründet, nicht angetastet werden. Aber die Wissenschaft hat nicht ein Recht für sich allein.

was wir von ihr haben müssen, ist das Be­kenntnis zu dem göttlichen Gesetz und zu den im deutschen Blut wirkenden Gesehen, denen wir alle mehr oder weniger unterliegen.

Wir werden die Freiheit der Wissenschaft nicht an­tasten, aber wir werden dafür Sorge zu tragen haben, daß von der Volksschule bis zur Hochschule eine Gleichschaltung erfolgt im völki­schen Sinne, im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft. Wir vertreten den Grundsatz, daß über Deutsche nur der zu richten hat, der deutschen Blutes ist, daß deutsche Kinder zu erziehen und deutsche Studenten heranzubilden Aufgabe nur solcher Männer ist, die selbst volks- deutschen Blutes J:nb. (Stürmischer Beifall.) Diese Reinigung wird nicht ganz leicht und auch nicht ohne Härten sein, aber diese Härten sind unvermeid­lich, denn über allem steht das Gesetz und das Leben des deutschen Volkes.

Der Freiheit der Wissenschaft eine Gasse, dem volksdeutschen Gedanken eine ganz breite Gasse

wies in seiner Ansprache u. a. darauf hin, daß über dieser Feier der Geilt des großen nationalsozialisti- schen und studentischen Führers Horst We s s e l schwebe, der Geist des Mannes, dem die Studenten­schaft es vielleicht verdanke, daß der Führer so fest auf die deutsche Studentenschaft vertraue, daß er ihr ein eigenes Recht zur Mitwirkung an der Gestaltung der deutschen Ge- schicke gewährt habe. Den Sturm der deutschen nationalen Revolution habe die Studentenschaft mit heißem Herzen miterlebt, sie sei stolz darauf, daß sie diesen Sturm mit entfacht habe. Diese neue Geistes­haltung müsse auch bestimmend sein für den Weg der Studentenschaft in die Zukunft.

Die deutschen Hochschulen müßten wieder Führerschulen des deutschen Volkes werden, in denen sich die Idealform des neuen deut­schen Menschen gestalten lasse.

Die deutschen Hochschulen der Zukunft müßten hei­liger deutscher Boden sein, den niemand betreten dürfe, der nicht national und sozialistisch, sauber und ehrlich sei. Das gelte in gleicher Weise für die Studenten und die Dozenten, für letz­tere sogar in besonders hohem Maße. Die neue Ge­neration der Studentenschaft werde den Geist der Frontkämpfer der nationalen Revolution reinhalten müssen, sie dürfe nicht tolerant fein, sie müsse den Kamps um Sauberkeit und Ehre weiterführen, damit Deutschland leben kann. Weiter sagte derRedner u.a.:

Wir beginnen dieses Semester im Zeichen des l.Mai, im Sinne einer idealen Werkge­meinschaft, die alle umfaßt, die für Deutsch­land schaffen und denken. Künftig wird es nicht mehr nötig sein, daß zwischen Dozentenschaft und Studenten die Kluft einer Weltanschauung sich auftut. Die kommende Hochschulgemeinschaft wird auf gesundem deutschen Boden wachsen und wir­ken. Dabei muß die Einstellung nicht nur na­tional, sondern auch sozialistisch sein. Ein gemeinsames Band muß alle umschließen, die gleichen Sinnes sind.

Die nationale Regierung hat der Studentenschaft ein neues Studentenrecht gegeben. Mit dem Gefühl innigsten Dankes für diese Verleihung

neben der Wissenschaft, denn hoher als die Wissenschaft gilt uns das ewige Deutschland, weil wir an dieses ewige Deutschland glauben und es lieben wollen, damit in ihm die Wissen­schaft lauter und rein dahinströmt zum deutschen Menschen.

In diesem' ewigen Deutschland darf unsere hes­sische Heimat verlangen, daß ihr starker und freudiger Unterton im Konzert der deutschen Stim­men klar und rein zum Ausdruck kommt, denn der Gei st Hessens darf nicht untergehen. Das ist unser fester Wille. Das neue Deutschland stt im Werden! Wir grüßen es von ganzem Herzen. Die deutsche Wissenschaft, unser Heimatland Hessen, das ewige und große deutsche Vaterland und die deutsche Jugend Sieg-Heil!

Mit jubelnder Begeisterung stimmte die Versamm­lung in den Ruf ein und spendete sodann dem Herrn Staatspräsidenten für seine packenden Worte lang­anhaltenden stürmischen Beifall.

verbinden wir bas heilige Gelöbnis, daß wir uns immer der großen Verantwortung dieses Rechtes bewußt bleiben wollen, das man uns gegeben hat. Wir nehmen dieses Recht entgegen mit dem Bewußtsein der Grundforderung unsrer Bewegung: Eigentum und Recht verpflichten ihre Träger.

Anschließend ernannte der Redner den Studiosus Adam zum Führer der Gießener Stu­dentenschaft im kommenden Jahre. Sodann sagte er weiter: Hinter uns liegt die Zeit der natio­nalen Erhebung. Das deutsche Volk hat eine SeitederSchande aus dem Buch seiner Geschichte herausgerissen, in dem es nach der Zeit der Revolte nach 1918 nun wieder national wurde. Nun wird der zweite Teil der nationalsozialistischen Revolution sich vollziehen müssen. Wir, die wir im Kampfe um dieses Reick) groß geworden sind, Arbeiter und Studenten, hal­ten an dem Wort unseres Führers fest wie an einem Evangelium: In Zukunft wird es entweder ein sozialistisches Deutschland geben, ober überhaupt keins.

Deutschland kann nur dann weiter bestehen, wenn es alle Forderungen der Gerechtigkeit in seinem Innern erfüllt hat.

Dis dieses Ziel erreicht ist, liegt noch ein weiten Weg und harter Kampf vor uns. All unser Kön­nen und Wissen als Studenten gehört dem deut­schen Arbeiter. Das ist der Wille unseres Füh­rers. Der Richtung, die uns der Führer weist, werden wir gern folgen. Linser Losungswort für das kommende Semester und für alle Zeiten heißt dabei: Deutschland! Adolf Hitler! (Langanhaltender jubelnder Beifall.)

Damit hatte die Feier ihren Abschluß erreicht. Anschließend verbrannte eine Abteilung Studen­ten in SA.-Llniform in dem Becken der Fontäne verschiedene Pakete Zersehungsschriften. in der Hauptsache sozialdemokratische und kom­munistische Zeitungen, stuck. Adam hielt dabei eine kurze Ansprache. Lieber den großen Fackel- xug und die Abendfeier vor der Liniversität wer­den wir morgen noch berichten.

Feierliche Ehrung des Herrn Staatspräsidenlen

Se. Magnifizenz der V^tor Prof. Dr. Ietz erinnerte nunmehr in einer Ansprache an den Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner daran, daß er vor vielen Semestern als Student der alma mater Ludoviciana angehorte. 3n späteren Äahren habe der Herr Staatspräsident immer gern seiner alten Liniversität Gießen gedacht und stets sein Interesse für sie bekundet, auch als er mehr als viele andere Menschen einen ständigen Kampf im öffentlichen Leben zu führen hatte. Als unerschrockener Kämpfer für deutsche Ideale, als tapferer, echter deutscher Mann und auf­rechter Sohn unseres Hessenlandes habe er den Kampf bestanden. (Beifall.)

Die hessische Landesuniversität blicke mit Stolz auf ihn als einen der Ihrigen, und sie grüße den Mann, der auf der höhe seines Lebens als

Staatspräsident Or. Werner,

der das Band seiner Landsmannschaft Chattia trug und von der Festversammlung stürmisch begrüßt wurde, erinnerte zunächst an seinen Be­such vor einigen Wochen auf Oswaldsgarten in Gießen am Abend des Tages seiner Wahl zum hessischen Staatspräsidenten und die starken Ein­drücke, die er von jenem Abend empfangen hat. Diesem Erleben stellte er den tiefen Eindruck des Geschehens bei der jetzigen Feier gegenüber, der ihn stark bewegte. Er erinnerte sodann an seine innige Verbundenheit mit der Stadt Gießen und ihrer engeren Umgebung, aber auch mit der Liniversität selbst. Wer das echte Gießener Studentenleben selbst erfahren, werde es nie vergessen. Sodann brachte er seinen herz­lichsten Dank für die Ernennung zum Ehren - senator der Liniversität zum Ausdruck und betonte, daß er den hohen Wert dieser Ehrung voll zu würdigen wisse. Anschließend sagte der Herr Staatspräsident u. a. weiter: Das alte Deutschland ist versunken. Ein neues Deutschland ist auf dem Marsche, und wir sind diejenigen, die es miterleben. Wir sind freudig bewegt von der großen Ausgabe, die uns dabei gestellt ist. Wir wollen uns bemühen, die Ideale und Hochziele zu erstreben, denen wir uns immer gewidmet haben. Die Mainlinie ist überbrückt, die Elbelinie ist verschwunden. Der Ständestaat ist auf dem Marsch. Der Klassen­staat muß verschwinden.

Es gibt nur noch einen großen Gedanken: Deutschland, nichts als Deutschland!

(Stürmischer Beifall.) In dieser Stunde empfin- Den wir in uns die Stärke und Größe des deutschen Vorkämpfers Adolf Hitler, des gro­ßen Erweckers, der dem deutschen Volke den Weg bereitet hat. Wenn wir heute das

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Da es mir leider unmöglich ist, auf die äußerst zahl­reichen Beweise herzlicher Teilnahme persönlich zu antworten, sage ich allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege innigsten Dank.

Else Kutzner, Studienrätin.

Gießen, den 8. Mai 1933.

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Für die wohltuenden Beweise Hebevoller Teil­nahme, die uns bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herz­lichsten Dank aus.

Im Namen der Hinterbliebenen: Elise Nolte Wwe.

Gießen, im Mai 1933. 02871

Bekanntmachung.

Betr.: Bürgersteuer der Lohn- und Ge­haltsempfänger usw.

Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwal­tungszwangsoerfahren beigetrieben.

Gießen, den 6. Mai 1933. 3110L

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