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9.1.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Berlin fest.

Berlin, 9.San. (WTB. Funkspruch.- Die Börse erösfnete di« neue Woche in f e st e r Hal- tu na. Entscheidend hierfür war die starke Nachfrage in Anleihen, von denen Alt- besitz erneut um 1,30 Prozent über den Samstag- schluh ainogen, und in Spezialwerten, für die günstige Mitteilungen und Dividendenaussichten anregten. Demgegenüber trat die weiter unge­klärte politische Situation, die noch vorbörslich tendenzhemmend gewirkt hatte, mehr in den Hintergrund. Aus Reuyork lagen Kursmeldungen nicht vor. Das Geschäft war im allgemeinen nicht sehr groß, in Spezialwerten jedoch lebhafter.

Montane waren heute ziemlich vernachlässigt und teilweise um Bruchteile eines Prozentes schwächer, da man offenbar die morgige Aufsichts­ratssitzung beim Stahlverein abwarten will. Draunkohlenwerte tendierten ruhig, aber freund­lich, von Kaliaktien waren Salzdetfurth bei fiel* nein Umsatz etwa 2 Prozent höher. Chemische Werte lagen freundlicher. Farben zogen im Ver­laufe bis auf 106,75 an. Gummi- und Linoleum­werte gewannen bis zu 0,50 Proz. Elektropapiere waren allgemein bis zu 1, vereinzelt bis 1,50 Pro­zent freundlicher. Don Gaswerten zogen Thürin­ger Gas im'Verlaufe 1,50 Prozent an. Von Ka­bel- und Drahtwcrten waren Deutsche Kabel 1,39 Prozent gebessert. Autowerte, Maschinenfabri­ken. Metall- und Bauwerke waren überwiegend leicht gebessert, aber Maschinenbauunternehmungcn verloren 1 Prozent. Don Kunstseideaktien erhol­ten sich Aku um etwa 1 Prozent, während Dem- berg mehr als 1 Prozent nachgaben. Sonstige Textilwerte, Papier- und Zellstoffaktien, sowie die Anteile von Wasserwerken hatten nur kleinere Veränderungen aufzuweisen. 'Zellstoff-Waldhof konnten später 1,50 Prozent gewinnen. Don Brauereien waren Engelhardt 1 Proz. schwächer, Schultheiß im gleichen Ausmaße fester. Derkehrs- werte, darunter Schiffahrtsaktien, gewannen bis zu 0,50 Prozent. Don Banken waren Reichsbank 1,50 Prozent höher. 3m übrigen sind Deutsche Atlanten auf die Liquidität des Unternehmens und die günstigen Dividendenaussichten, Tietz auf

die guten Warenhausumsähe sowie Cisenbahnver- kehrsmittel bis zu 3 Prozent höher.

Reichsschuldbuchforderungen, Pfandbriefe usw. waren zu Anlagezwecken gefragt und teilweise stärker befestigt. Don Ausländern waren 5prozen- tige Mexikaner etwa 0,5 Prozent schwächer.

Am Geldmarkt war Tagesgeld an sich weiter leichter, doch blieben die Sätze unverändert, näm­lich 4,5 bzw. 4,38 Proz. an der unteren Grenze. Rach Privatdislonten, Reichswechseln per 5. April und Rcichsschahanwcisungen per 16. 3uni herrschte nach wie vor lebhafte Rachfrage.

Sranffurf freundlich

Frankfurt, 9. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche setzte sich die Aufwärtsbewegung der Kurse meist weiter fort, da von der Kundschaft neue Kaufauf­träge vorlagen, denen sich die Spekulation mit klei­nen Deckungen anschloß. Die ungeklärten innerpoli­tischen Verhältnisse wurden kaum beachtet.

Die Umsatztätigkeit war mäßig belebt, am Ren­tenmarkt jedoch ausgesprochen lebhaft. Die durch­schnittlichen Kursbesscrungen betrugen etwa 0,50 bis 1 v. H. Eine Ausnahme machte der Montanmarkt, an dem Gelsenkirchen 1,25, Phönix 1,40, Buderus und Stahlverein bis zu 0,75 v. H. einbüßten. Recht fest eröffneten Elektroaktien, voran Gesfürel und Elektrische Lieferungen mit je plus 1,75 v. H. AEG., Bekula, Lahmeyer und Schuckert lagen bis zu 1 v. f). höher. Am Chemiemarkt zeigte sich weiteres Inter­esse für die Farbenaktie mit plus 0,40 v. H. Die übrigen Werte gewannen bis zu 0,75 v. $)., Scheidc- anftalt sogar 2,25 v. f). Höher setzten ferner ein Contigummi (plus 1,50 o. H.), Zellstofsaktien (plus 0,75 o. H.) und Reichsbank (plus 1,50 v. H.). Schiff- fahrts- und Berkehrswerte lagen uneinheitlich. Die Veränderungen betrugen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Holzmann, Zement Heidelberg, Süd­deutsche Zucker und Aku eröffneten behauptet. Rach den ersten Notierungen blieb die Tendenz fest, und meist ergaben sich neue Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. IG. stiegen von 104,75 auf 106 v. H.

Am Rentenmarkt war das Geschäft in Deutschen Anleihen sehr lebhaft unter Bevorzugung von Neu- besitz mit plus 0,40 v. H., die Altbesitzanleihe zog um 0,65 v. H. an. Größere Umsätze verzeichneten auch späte Reichsschuldbuchforderungen, die etwa 0,75 v. H. anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag ver­

hältnismäßig ruhig, vereinzelt ergaben sich Besse­rungen von 0,25 bis 0,50 o. H. Die Werte der Frankfurter Institute blieben gut behauptet.

frankfurter Lchlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. 3a n. Auf trieb : Rinder 1003 Stück, darunter 215 Ochsen, 75 Bul­len, 370 Kühe, 293 Färsen: Kälber 516; Scherfe 101; Schweine 4057 (darunter 90 Memelländer). Es notierten: Rinder. Ochsen: vollfleischigc, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 27 bis 29, ältere 24 bis 26, sonstige voUfleischige: jüngere 20 bis 23; Bullen: jüngere vollfleischige, höchsten Echlachtwerts 25 bis 27, sonstige voll­fleischige oder ausgemästete 21 bis 24; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 22 bis 24, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 19 bis 21, fleischige 16 bis 18, gering genährte, 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): voll­fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 28 bis 30, vollfleischige 25 bis 27, fleischige 21 bis 24. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 31 bis 34, mittlere Mast- und Saugkälber 26 bis 30, geringe Kälber 20 bis 25. Schaf c. Mastlämmer jüngere Masthämmel (Weidemast) 23 bis 25, mitt­lere Mastlämmer, ältere Masthämm el und gut genährte Schafe 20 bis 22. Schweine. Doll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 38, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 33 bis 36 Mark. Marktverkauf : Rinder ruhig, aus­verkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, ge­räumt; Schweine schleppend, geringer äleberstand.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Ilan. (WTB. Draht­meldung.) Die Produktenbörse begann die neue L)oche in etwas freundlichererGrund- Kimmung. Anregend wirkten die festen Preis­meldungen aus Berlin. Das Geschäft bewegte sich jedoch in ruhigen Bahnen. Das Angebot für Brotgetreide war für die vorhandene Rachfrage ausreichend. Die Preise lagen sowohl für Brot­getreide, als auch für Futtermittel und Mehle etwas hvher.

Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 203,50 bis 204; Roggen 163 bis 163,50; Sommergerste für

Brauzwecke 180 bis V!f2,3fr; inländischer 130 bis 135; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 28,15 bis 29; Weizenmehl, niederrhe.nUches 28,15 bis 28.50; Roggenmehl 22,25 bis 23,25; Weizen- Heic 7,40; Roggenlleie 8,00 bis 7,85; Sojaschrot 10,10bis 10,60; Palmkuchen 8,75 bis 9,00; Erdnuß­kuchen 12,25 bis 12,60; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 4,60 bis 4,80; Weizen- und Rog­genstroh, drahtgepreht 2,25 bis 2,50; Weizen- und Roggenstroy, gebündelt 2,25 bis 2,50; Treber, getrocknet 10,50 bis 10,60. Tendenz: Leicht be­festigt, Futtermittel ruhig. 3ndustriekartoffeln, hiesiger Gegend, 1,75 per 50 Kg. bei Waggon- bezug. Tendenz: ruhig.

G. 9b (Sport

Westdeutsche Regatta Termine 1933.

Nach der Sitzung des Bundes der westdeutschen Regatta-Vereine am gestrigen Sonntag kann man folgende Regatta-Terinine als feststehend betrach­ten:

28. Mai: Mühlheim (Ruhr); 4. Juni: Tier und Heidelberg; 11. Juni: Köln (Stadtregatta), Karls ruhe und Hengstey; 18. Juni: Hanau, Stuttgart und vielleicht noch Koblenz; 25. Juni: Ems, Würzburg und Worms; 2. und 3. Juli: Limburg und Mann­heim; 9.Juli: Gießen (Kroße Regatta der Gie­ßener Rudergesellschaft 1877), Duisburg und Heil­bronn; 16. Juli: Essen, Offenbach; 22. und 23. Juli: Mainz und Passau. Der Termin der Frankfurter Regatta liegt noch nicht fest. Voraussichtlich soll sie aber am 29. und 30. Juli stattfinden.

Kurze Oportnotizen.

EinenTurn-Sechser" für die Berliner Winterhilfe erhebt der Streis Brandenburg der DT. auf die Eintrittskarten zum Hallensportfest am 15. Januar in Berlin. Den Unterverbändcn und Vereinen wurde vom Vorstand empfohlen, bei ihren Veranstaltungen gleichfalls einen Sondcrbcitrag von 5 Pfennig zu erheben.

*

Einen großen Sieg errang die Düsseldorfer Stadtmannschaft (Fortuna verstärkt durch Benrath); vor 18 000 Zuschauern besiegten die Rheinländer den ungarischen Fußballmeister Fcrenczvaros Bu­dapest mit nicht weniger als 7:2 (2:2) Treffern.

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Am 4. d. M. entschlief sanft unsere Hebe, gute Mutter, Schwieger­mutter und Großmutter

Luise Nicolaus Witwe

geb. Etling

kurz nach Vollendung ihres 86. Lebensjahres.

Im Namen der Hinterbliebenen:

Anna Meißinger Wwe., geb. Nicolaus

Karl Nicolaus, Hess. Oberforstmeister.

Gießen, den 8. Januar 1933.

Die Beerdigung fand in Steinbach, im Sinne der Entschlafenen in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen.

187D

Heute morgen 8 Uhr verschied nach kurzem schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unsere innigstgeliebte treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Elisabeth Weller Wwe. geb. Völzel

im 66. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Wilhelm Weller

Familie Wilhelm Weller.

Wieseck, den 8. Januar 1933.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Rabenauerstraße 12, aus statt

189 u

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;

Amalie Hilz und Kinder.

Gießen, den 6. Januar 1933.

___1E2D

Bekanntmachung.

Aus der Landrichter Dr. Müllerschen Stiftung ist ein freigewordenes Legat von zur Zeit jährlich 400 RM. zu vergeben.

Nach den Bestimmungen des Testa­ments ist das Legat einer bedürftigen, nicht kinderlosen Witwe eines verstorbe­nen hessischen Richters 1. Instanz oder eines verstorbenen hessischen Gerichts­assessors in Starkenburg oder Oberhessen zuzuweisen. 191D

Bewerbungen sind unter Darlegung der Vermögens- und Einkommensverhältnisse bis zum 31. Januar 1933 an mein Sekre­tariat einzureichen.

Darmstadt, den 3. Januar 1933.

Der Hessische Finanzminister.

________Kirnberger.________

Bekanntmachung.

Der vom Gemeinderat angenommene Voranschlag der Stadt Lich für das Rj. 1932 liegt vom 10. Januar 1933 ab eine Woche lang auf dem Bürgermeisterei­bureau während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. 186D

Einwendungen gegen den Inhalt kön­nen von den Beteiligten während der Offenlage bei der Bürgermeisterei schrift­lich oder zu Protokoll oorgebracht werden.

Lich, den 7. Januar 1933.

Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil.

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