Ausgabe 
8.12.1933 Drittes Blatt
 
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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 288 Drittes Blatt

Zreitag, 8. Dezember 1933

Aus der Proouuialbauptftaöt

3um Opferstock der Dottsnoi!

Wir flehen jetzt zwei Wochen vor Weihnachten. 3n allen kinderreichen Aamilien regt sich schon ein geheimnisvolles Tun und Treiben. Die Gedanken find erfüllt von den Vorbereitungen für das nahe Fest. Wan will Eltern. Brüdern und Schwestern und allen nahen Angehörigen und Bekannten ein Geschenk bereiten zum Zeichen der Liebe und der Zuneigung. Millionen unserer Volksgenossen haben auch diese Gedanken, spüren auch das geheimnis­volle Tun und Treiben um sich und denken in stum­mer Sorge an ihre Kinder und Angehörigen, die in unverschuldeter 7lot Weihnachten erwarten. Ihre Sorge richtet sich nicht auf Geschenke, sondern auf die notwendig st e Nahrung, Kleidung und Wärme für die Winterkälte.

Deshalb müssen wir anderen Volksgenossen, die noch in Beruf und Arbeit stehen, uns für sechs Willionen deutscherBrüder und S ch w e - stern verantwortlich fühlen. Wir müssen die kommende Advenlszeit als Opferzeit für unsere Volksgenossen betrachten. Jeder muh opfern und seine Gaben bringen! wenn auch viele Spenden gezeichnet werden, so ist doch im Ver­hältnis dazu die Rot der Volksgenossen viel zu groh.um jetzt schon für den Winter die Bedürftigen versorgt zu wissen.

Deshalb, Volksgenossen, kommt alle für Eure Brü­der ; umOpferstock dervolksnot! Kämpft alle mit gegen hunger und Kälte!

Was will der Reichsbund Vockstum und Heimat?

Das Staatspresseamt teilt mit: Der Reichsbund Volkstum und Heimat ist der einzige auf dem Ge­biete der Volkstumsarbeit von der Reichsleitung der NSDAP, anerkannte Bund.

Er will alle Kräfte zufammenschliehen, die aus Blut und Boden, aus Volkstum und Heimat ent­sprießen, um auf der weltanschaulichen Grundlage des Nationalsozialismus eine neue deutsche Volks­kultur zu gestalten.

In unserer Landschaft Rheinfranken-Hessen wird der Reichsbund von Herrn Ministerialrat Rings- Hausen als Landschaftsführer geleitet.

Mitglied des Bundes kann jeder unbescholtene deutsche Volksgenosse gegen den geringen Monats­beitrag von 25 Pf. werden. Die bebilderte Mo­natsschriftVolk und Scholle" wird dafür unent­geltlich geliefert.

Anmeldescheine zum Eintritt in den Reichsbund sind bei der Geschäftsstelle des Reichsbundes, Darm-- ftabt; Neckarstraße 3 zu haben. Ferner nehmen alle Lehrer an Volksschulen und höheren Schulen An­meldungen entgegen.

Aimsdauer und Neubestellung der Beisitzer in den pachteinigungsämiern.

Durch das hessische Gesetz über die Amtsdauer und die Neubestellung der Beisitzer der Pacht­einigungsämter vom 24. November durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, unter dem 1. Dezember 1933 ausgefertigt und ver­kündet wird in Artikel 1 allgemein die Be­endigung der Amtsdauer der zur Zeit bestellten Beisitzer und Stellvertreter bei den Pachteinigungs­ämtern, Sonderpachteinigungsämtern und Beru­fungsstellen mit dem 31. Dezember ausgesprochen. Die Neubestellung der Beisitzer durch die Kreis- und Provinzialausschüsse, wie dies in den seit­herigen gesetzlichen Bestimmungen vorgesehen war, erschien untunlich. Nunmehr soll die Neubestellung durch die Ministerialabteilung le (Landwirtschaft), und zwar für die Geltungsdauer der Pachtschutz­ordnung, die nach ihrer derzeitigen Befristung am 30. Dezember 1934 abläuft, höchstens jedoch für die Dauer von drei Jahren erfolgen. Vor Bestellung der Beisitzer sollen die Berufs- und Interessen­vertretungen der Verpächter und Pächter mit ihren Vorschlägen gehört werden.

Das Betreten zugefrorener Flüsse, Teiche und Bäche ist untersagt.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit» geteilt: Nach Artikel 297 des hessischen Polizei­strafgesetzbuches dürfen zugefrorene Flüsse, Teiche und tiefe Bache bei Meidung gerichtlicher Bestra­fung nicht betreten oder mit Schlittschuhen, Wagen oder Schlitten befahren werden, solange dies durch polizeiliche Anordnung ausdrücklich untersagt ist.

Eltern, Erzieher und Lehrer werden ersucht, ihre Kinder und Schüler auf das Verbot und die Ge­fahren des verbotenen Betretens von zugefrorenen Flüssen, Teichen und tiefen Bächen aufmerksam zu machen.

Bericht der Staatspolizeistelle Gießen.

Gestern wurden 9 Personen aus Gießen, Mer­lau, Gedern und Vilbel in das Konzentrationslager Osthofen überführt. Darunter befanden sich Perso­nen, die Vermögen von aufgelösten marxistischen Vereinigungen verheimlicht und auch beiseite ge­schafft haben, außerdem solche, die SA.-Männer durch beleidigende Aeußerungen herabgewürdigt hatten.

Ein Mann aus Rohrbach, der sich Unrgelmäßig- feiten in einem Arbeitsdienstlager hat zuschulden kommen lassen, wurde zunächst in Schutzhaft ge­nommen, jedoch wegen eines anhängigen Strafver­fahrens der Staatsanwaltschaft vorgeführt, die Haft­befehl beantragte, der auch vom Richter erlassen wurde.

Weiter in Schutzhaft genommen wurde ein Mann aus Beuern, der gegen die Regierung Wühlarbeit getrieben hat.

In den letzten Tagen wurden versteckte und trotz öffentlicher Aufforderung nicht abgelieferte Verinö- gensftücfe aufgelöster marxistischer Organisationen bei Haussuchungen vorgefunden und sichergestellt. Es handelte sich um Zelte mit Zubehör, Fanfaren ufro. Außer diesen Gegenständen wurden ein Konto und Bargeld, sowie eine noch ausstehende Forde­rung angemeldet. Der Wert, außer der Forderung, ist 2306 Mark. Beschlagnahme erfolgte sofort.

Bei dieser Gelegenheit machen wir nochmals daraus aufmerksam^ daß die Verpflichtung besteht, sämtliche Vermögenswerte aufgelöster marxistischer und kommunistischer Organisationen, soweit sie noch nicht erfaßt sind, anzumelden bzw. abzuliefern. Nichtbefolgung zieht Strafverfahren nach sich.

Bei der Polizeidirektion Gießen gehen fortgesetzt Briefe usw. ein, die nicht genügend adressiert sind, d h soweit sie für die Staatspolizeistelle bestimmt

Jeder opfert und Hilst!

Wie erlange ich die monatliche Plakette des Winterhilsswerks des deutschen Volkes 1933/34?

Wie gelange ich in den Besitz der Anstecknadel Wir helfe n"? Vorausgeschickt werden muß, daß jeder Deutsche, der es mit der Volksverbundenheit ernst meint und in Verdienst steht, im Besitze der Plakette und der Anstecknadel sein muß.

Anstecknadel

Die amiliche. von öer ReichsMcung öes ID. f). ID. herausgegebene Opfcrplafetle für den Mona« Dezember

In keinem deutschen Hause, bei keinem deutschen Volksgenossen darf das Zeichen fehlen, daß man sich mit feinen Brüdern eins fühlt.

Wer das Abzeichen der Volksverbundenheit nicht trägt, stellt sich außerhalb der deutschen Volks­gemeinschaft.

Die gelangt man in den Besitz der Plakette?

Jeder Stand, jede Berufsschicht hat die Möglich­keit, ohne große Schwierigkeiten in den Besitz der Plakette zu kommen. Es ist dazu erforderlich, daß 20 o.5y. des Lohnsteuerbetrages gestiftet wer­den. Diese Abgabe geschieht durch den Betrieb ober durch die Berufsformation.

Der Betrag von 20 v. h. vermindert sich, wenn bereits Abgaben für die nationale Arbeitsspende

gezahlt werden dergestalt, daß der hierfür auf» gewandte Betrag dem zu Zahlenden voll in Abzug gebracht werden kann. Mindestens muß aber ein Betrag von einer Reichsmark monatlich an das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 zur Abführung gelangen. Die Plakette selbst wird bann von der NSBO. oder der Geschäftsstelle der Be­rufsformation zur Ausgabe gebracht.

Die AnstecknadelWir helfen" gelangt anläßlich der Straßensammlung am 17. Dezem­ber zur Ausgabe, wenn mindestens.10 Pfennig in die Sammelbüchse geworfen werden.

Jeder Deutsche hilft seinen in Not befindlichen deutschen Brüdern!

Jeder tue seine Pflicht!

Hausplakette

W

MW

Das Winlerhilsswerk im Gau Hessen-Aasiaii.

Vom Gaupresseamt der NSDAP, wird mitgeteilt:

Das Winterhilfswerk ist der alten Tradition treu geblieben und hat sich nach Kräften bemüht, den Aermsten unseres Gaues zu helfen, daß sie im kom­menden Winter vor hunger und Kälte sicher sind. Schon jetzt kann gesagt werden, daß das Winter­hilfswerk des Gaues Hessen-Nassau in seinen Lei­stungen an einer der ersten Stellen steht.

Bis zum 20. 11. 1933 wurden im Gau Hessen- Nassau verteilt: 402 000 Zentner Kartoffeln einschließlich des Eigenbedarfs der Kreisorte; noch zu verteilen sind 60 000 Zentner Kartoffeln, deren Aufkommen sichergestellt ist.

Bemerkenswert ist, daß gerade die Jugend sich aufs stärkste einsetzt, wenn es gilt, notdürftige Volks­genossen mit Kartoffeln zu versehen. Der Zug der 800 Oppenheimer Schulkinder nach Frankfurt a. M. ist ein typisches Beispiel für den Opferwillen unserer Jugend.

An Kohlen wurden im gesamten Gaugebiet Hessen-Nassau verteilt: an Braunkohlengutscheinen 134 004, an Steinkohlengutscheinen 125 285; jeder

Schein berechtigt zum Bezug von je 1 Zentner Kohlen.

Im gesamten Gaugebiet wurden sonstige Lebensmittel im Gesamtwert von ungefähr 80 000 Mark verteilt. Vorgesehen ist die Verteilung von ungefähr 100 000 Zentner Mehl.

Auch die Verteilung von Kleidern wird An­fang Dezember einsetzen können. Eine rege Propa­ganda für die sog. Brockensammlung ist schon über» all im ganzen Gau durchgesührt. Der Spendenein­gang an getragenen Kleidungsstücken und Schuh­werk ist sehr befriedigend.

Es ist vorgesehen, daß zu Weihnachten im ganzen Gau Fett verteilt wird; die vorbereitenden Ar­beiten sind im Gange.

Allgemein ist zu sagen, daß im Gau Hessen- jlaffau die Arbeiten für das Winterhilsswerk so­weit fortgeschritten sind, daß das Wort des Führers erfüllt wird:

kein Volksgenosse darf in diesem Winter hungern und frieren!

sind. Die für die Staatspolizeistelle bestimmten Sen­dungen sind zu adressieren anPolizeidirektion Gietzen Staatspolizeistelle Postschließfach 354".

Hubertus Gießen.

DerHubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am 6. Dezem­ber seine Monatsversammlung ab, der deswegen eine besondere Bedeutung zu kam, weil der Verein nach wochenlanger Verbannung aus seinem heim imhessischen hos" dort wieder feinen Einzug hal­ten konnte. Festliche Stimmung lag über der statt­lichen Zahl der Weidgesellen, als nach Jagdhorn­ruf der 1. Vorsitzende August Pascoe die Er­schienenen willkoinmen hieß und ausführte, daß derhessische Hof" für sich in Anspruch nehmen könne, schon seit langer Zeit das Jägerloka! in Gie­ßen zu fein, hier hätten sich schon seit Jahrzehnten die Jäger zwanglos getroffen, bis dann nach feste­rem Zusammenschluß der weidgerechten Jägerei im Hubertus" dasJägerstübchen" imhessischen Hof" zur Stätte jagdlicher Arbeit und Geselligkeit geworden sei. Das starke Anwachsen der Mitglieder­zahl und vor allem die rege Teilnahme der Mit­glieder am Vereinsleben verlangte immer gebiete­rischer eine Vergrößerung der Räume, herzlichster Dank gebührt Mitglied Heinrich Schmal! dafür, daß dieser Ausbau in einer so außerordentlich be­friedigenden Weise erfolgt ist, aus der Liebe zu Haus, Jagd und Verein in gleicher Weise spricht. Besonders wies der Redner dabei auf das Glas­fenster hin, das den Hubertushirsch darstellt und damit dem ganzen schönen Raum seine Note gibt. Dem Glasmaler diente dabei eines der besten und bekanntesten Hirschbilder zum Vorbild', denn es stellt das Fenster denVierzehnender" von Johan­nes Deiker dar, den der Künstler einst in wunder­barer Meisterschaft im Park zu Braunfels lebend malte. Es ist hocherfreulich, daß die Nachbildung auf Glas so hervorragend gelungen ist, daß das Fenster wahrhaft künstlerischen Wert erhielt. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Behaglichkeit der neuen Räume ein besonderer Anziehungspunkt für die Jäger fein wird.

Im geschäftlichen Teil kündigte nach Bekanntgabe zahlreicher Neuanmeldungen der Schriftführer für Ende Januar einen VortragsabendDeutscher Wald und deutsches Wild" (Redner Forstmeister R e b s l o b aus Wippra i. harz) an. Ferner wur­den diejenigen Teile des Reichstierschutzgesetzes be­sprochen, die von besonderem Interesse für den Jä­ger sind. Im Anschluß daran sprach Studienrat hölzel im Rahmen eines VortragesAus hessi­scher Jagdgeschichte" überDas Rotwild im hessi­schen Hinterland", wozu Oberforstmeister Nico­laus wertvolle Ergänzungen über das Rotwild im Vogelsberg, besonders den früheren Bestand bei Romrod, gab. Um die weitere Ausgestaltung des Abends machten sich Gewerbelehrer L e i ch u m und Forstreferendar K l e i b ö m c r besonders verdient. Es ist erfreulich, daß auch bei uns das Jagdhorn wieder mehr zu feinem Recht kommt und alte Jä­

gersitten damit wieder aufleben, die zu pflegen der Verein sich besonders angelegen fein lassen wird.

Reise in den Kordilleren.

Im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde sprach gestern abend Prof. Dr. Fran§ Kühn (Kiel) in der Neuen Aula der Universität über eine Reise in Argentinien, bei der er denjenigen Teil der Kor­dilleren aufsuchte, von dem aus im vorigen Jahre jene ungeheuren Aschenregen ausgingen, die im ganzen südamerikanischen Kontinent spürbar wur­den. Das Land Argentinien sei, so führte er n. a. aus, erst im vorigen Jahre wieder mehr in den Gesichtskreis des allgemeinen Interesses gerückt, und zwar hauptsächlich durch diese Aufsehen erregenden Aschenregen. Allerdings seien darüber die wider- streitendsten Berichte und Bilder nach Europa ge­langt; so sei u. a. davon gesprochen worden, daß die am Fuße des Gebirges wohnenden Menschen au Tausenden dem Aschenregen zum Opfer gefallen seien. Das habe aber gar nicht der Fall fein können, denn gerade dieses Gebiet der Kordilleren sei auf riesige Strecken völlig unbewohnt. An Hand einer Karte zeigte er dann das Eruptionsgebiet, von dem die Aschenregen ausgehen. Es liege am 35. Breiten­grad im Quellgebiet des Rio Grande. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner zum tieferen Verständnis der Vorgänge die Entstehung der Kordilleren, die sich in drei Phasen vollzogen habe und die dem Geologen ein dankbares For­schungsobjekt fei. Die Entstehung der Kordilleren sei zurückzuführen auf ungeheure Magmaausbrüche, welche die vorhandenen Becken und Krater völlig eben ausfüllten und die dann in jener bedeutsamen dritten Entwicklungsstufe auf 3000 bis 4000 Me­ter höhe emporgehoben worden seien. So stellten die Kordilleren ein Hochplateau dar; das sich in weiten Teilen von einer Wüstenlandschaft kaum unterscheide. Man habe, wenn man sich auf der höhe befinde, überhaupt nicht mehr den Eindruck, in einem Gebirge zu sein. In den vulkanischen Ge­bieten, insbesondere in denen, die der Redner be­sucht hatte, seien alle vulkanischen Erscheinungen, welche diese Gebiete nur hervorzubringen vermöch­ten, vereinigt. Das Gebiet der Vulkane sei Trocken­gebiet, und nur an jenen Stellen, an denen Wasser zutage trete, entwickle sich etwas Pflanzenwuchs. In den tieferen Lagen jedoch, in denen Wasser reichlicher vorhanden sei, sei üppigste Vegetation anzutreffen und das Landein Land in dem Milch und Honig fließe". Ohne Uebergang stoße frucht­bares Gebiet an die Wüste. Die Verkehrsverhält- nisse lägen überall sehr im Argen, hervorragendes Verkehrsmittel für die Reife in die Berge sei bas Maultier, das ihm das Vordringen in die bis dahin meist unbetretenen Gebiete der Vulkane allein er­möglicht habe.

Der Vortragende sprach bann insbesondere von dem Teil seiner Reise, die er zum Zwecke der Er- sorschung des Aschenoulkangebietes unternommen hatte. Er schilderte an Hand von Lichtbildern die

Schwierigkeiten der Reise, zeigte Den im Tale des Rio Grande besonders anschaulich in Erscheinung tretenden geologischen Ausbau der Kordilleren, die gerade an dieser Stelle die einzelnen Stufen der Entwicklung des Gebirges klar erkennen ließen. Er führte feine Zuhörer bann im Geiste hinauf auf die oben höhen ber Korbilleren, über die glatten Flächen nackter, erstarrter Lava, an aufgerissene Schluchten, an Krater unb Felsgewirre, an (teile Abstürze, bie es auf ber Reise zu überroinben ge« gölten habe, unb zum Schluß an eine Stelle bcs Gebirges, von ber aus bie riesigen Aschenwolken bes Rassul zu sehen waren, wenn sich auch ber Berg selbst einer photographischen Ausnahme ent­zog und nur in einer Rekonstruktion gezeigt wer­ben konnte.

Der Vortrag, ber bie Zuhörer roieber einmal in eine eigenartige Welt geführt hatte, würbe mit starkem Beifall ausgenommen.

Daten für Freitag, 8. Dezember.

1815: ber Maler Abolf von Menzel in Breslau geboren (gestorben 1905); 1832: ber norwegische Dichter Björnstjerne Björnson in Kvikne geboren (gestorben 1910); 1903: ber englische Philosoph Herbert Spencer in Brighton gestorben (geboren 1920); 1914: Deutsch-englische Seeschlacht bei ben Falklanbsinseln; Tob bes Abmirals von Spee.

Bornotizcn.

Tageskalenber für Freitag. Stabt« theater: 20 bis gegen 23 Uhr,Die luftige Witwe". Turmhaus am Branb: 16 bis 18.30 Uhr, Kunst­ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Keine Angst vor Liebe". Aftoria-Lichstpiele, Seltersweg: Das Haus an ber Grenze". Postkeller: 10, 16 und 20 Uhr, Vorführungen bes neuesten patentierten Zuschneibeverfahrens.

-Aus bem Stabttfjeaterbüro wird uns geschrieben: heute, 20 Uhr, als 10. Vorstellung im Freitag-Abonnement bie Erstaufführung ber Operette:Die luftige Witwe" von Franz Lehar. Die Operette kommt in biefer Spielzeit in neuer Inszenierung heraus, die Paul Wrebe besorgte; ben musikalischen Part leitet Kapellmeister^ Fritz Cujö; bie gaftroeife verpflichtete Tanzregifstunn Hannah Spohr leitet bie Bewegungs- und Tanz­regie. Für bie Rolle bes Camille be Rosillon mürbe ber Tenor Abolf Jäger (Frankfurt) verpflichtet. Enbe: nach 22.30 Uhr. Operetten-Preise. Sonn­tag, 10. Dezember, nächste Wieberholung ber öpiel» plan-Neuheit:Die lustige Witwe" in ber Besetzung ber Erstaufführung. Außer Abonnement; ermäßigte Operettenpreise. Spielbauer 19.30 bis nach 22 Uhr.

VolksoorstellungDer Traum ber Vilma Kelemen". Das Lustspiel:Der Traum ber Vilma Kelemen" von Franz Molnar kommt am Samstag, 9. Dezember, im Gießener Stabttheater unter ber Spielleitung bes Inten- banten, der auch die Rolle bes Georg Szabo spielt, zum letztenmal zur Aufführung. Kleine Preise von 0,30 bis 1,50 Mark. Spielbauer von 20.15 bis 22.30 Uhr.

Eine Adventsfeier der Lukas-Ge­mein b e finbet am tommenben Sonntag, 20 Uhr, im Lukasfaal statt. Der Kirchenvorftand unb ber Gemeinbeverein laben in unserem heutigen An­zeigenteil zu der Veranstaltung ein.

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* Evangelisch-kirchliche Pfarrper­sonalien. Durch bie Kirchenregierung würbe bem Pfarrer Otto Christ zu Kirtorf bie evange- lische Pfarrstelle zu Stockstadt (Dekanat Eberstadt) und dem Pfarrverwalter Theodor Knodt zu Ober- Klingen die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Klingen (Dekanat Reinheim) übertragen.

** Eine Achtzigjährige. Frau Elisabetha Wagner Wwe., geb. Mohr, Ludwigstraße 14, kann am heutigen Freitag bei bester Gesundheit ihren 80. Geburtstag feiern.

** Für das Winterhilfswerk des deut­schen Volkes stifteten: Herr Karl Bännin- g e r , Gießen, Friedrichstraße 33, Herr Max B ä n - n i n g e r, Gießen, Ludwigstraße 73, monatlich je 100 Mark und Frau E. Bänninger Wwe., Gie­ßen, Ludwigstraße 73, monatlich 60 Mark.

** D i e V e r f i ä) e r u n g so e r t r e t e r b e i m Versicherungsamt der Stadt Gießen betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigen­teil. Es fei besonders Darauf aufmerksam gemacht.

** Reichsverband ber beutschen I u« genbherbergen, Gau Main-Rhein-' Lahn-Fulba. In ber Hauptversammlung, über bie wir am vorigen Mittwoch berichteten, würben von bem neuen Führer Geißler aus ber Provinz Oberhessen in ben Beirat berufen: Stubienrat Dr. F 1 örke, Gießen (feit 1925 als Obmann für Ober­hessen im Vorstcmb), Kreisdirektor Dr. Jann, Schotten. Als Ortsgruppenführer für bie Ortsgruppe Gießen würbe Stubienrat Dr. Flörke, Gießen, bestätigt, ber bem Vorstanb ber Ortsgruppe seit ihrer Gründung zunächst als Geschäftsführer unb bann als Vorsitzenber angehörte. Er steht zugleich bem Bezirk Oberhessen weiter als Obmann vor.

**FreieLehrerstelleninOberhessen. Erlebigt sind eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Usenborn (Kreis Bübingen), Dienstwohnung ist vorhanben unb wird bemnächft beziehbar; eine Lehrerftette für einen evangelischen Lehrer an ber Volksschule in Rom­melhausen (Kreis Bübingen), Dienstwohnung ist vorhanben unb sofort beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an ber Volksschule in Rubingshain (Kreis Schotten), Dienstwohnung ist vorhanden.

** VhC. - Gießen. Die 12. unb letzte pro» grammäßige Wanberung bes DHC.-Gießen für 1933 führte wie man uns berichtet am vori­gen Sonntag eine stattlicke Zahl nach breiftün» bigem Marsch auf guten Waldwegen geschützt gegen den scharfen Wind zum Schiffenberg. Diese Wanderung hatte besondere Anziehungs­kraft, weil für bie Scklußrast ber Nikolaus ange» melbet war. Auf bem Schiffenberg fanben sich noch manche Mitglieber ein, bie an ber Wanberung nicht teilnehmen konnten. Eine längere Kasfee- vause stellte bie Gediilb ber Kleinen auf eine harte Probe. Inzwischen hatten hilfsbereite Geister bem Nikolaus fleißig vorgearbeitet. Die Kinber grup­pierten sich um eine gesckmückte lange Tafel; ihre Plätze waren burch buntbemalte Visitenkarten be­zeichnet. Enblich kam ber Nikolaus, ber bie Kin­der gleichmäßig beschenkte, nachdem sie beglückt, aber doch etwa scheu, ihr Verslein öorgetrageit und gemeinsam Weibnachtslieder gesungen hatten. Mit vielen guten Ermahnungen bat sich der Niko­laus bann verablck'ebet, um weitere Kinber zu be­glücken. Gegen 18 Uhr war Die Feier beendet, und die 94 Teilnehmer wanderten bei hellem Monben- fckein zurück nach Gießen. Frischauf ins neue Wanderjahr 1934.