Ausgabe 
8.11.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

OSRAM

Verlangende die lichtreiche, qaegcfuiltG OSRAM-lampe.

VMWWMMV»W«WWW»«U

dn ma.

erer B e -

e r n sehen.

tun zu haben.

Mit Adolf Hitler steht und fällt Europa!

Stellung

Me-iebulganWenAngellasienverhasteiwmden

Berlin. 7. Nov. (WTB.) Heute werden zwei

ai bis

runi müs

iw herhalb der I - die in »sirr I rhöhong btt

utod|tn, doh >nal|ojlflOffi- alt abge- i Iff auf bie a -ereivev. aatr ift bt- v> Wrd) L Rational- soMWche« heil nnb nb in der n. 3d) bringt innerung. 3m

Reibung.) ende Jnorb- ratrnftba am 12. Ha­nd, bafo bit iibigjlen hinaus find Tfiftn zn nt sich selbst

ziehungenzudenNachbar

so werden wir in dem Augenblick, wo die Sowjet­union überfallen wird, nur ein einziges Ziel ken­nen: Die völlige Zerschlagung des Gegners unddenSiegderRotenArmee! Wir haben unsere Rote Armee gestärkt und sind überzeugt, daß der Angreifer im geeigneten Augenblick erfährt, was es heißt, mit der unbesiegbaren Roten Armee zu

Weiterverhandlung Mittwoch. Reichspropaganda- Minister Dr. Goebbels wird gleich an erster Stelle als Zeuge vernommen werden.

einem südrussischen Sanatorium g e fahren sei. Nach der Rückkehr aus Südrußland habe er sie im September in Moskau besucht. Er dann häufig im September und Oktober mit ihr und ihrem Manne zusammengetroffen. Auch T a n" s f habe sie wiederholt getroffen, Taneff sei ' V\ 1932 und Anfang 1933 wiederholt bei ihr 'n.

- folgen dann die Zeugenvernehmungen, welche Verhaftung der drei bulgarischen ' ? k l a g t e n betreffen. Kriminalassistent Ho l z- f o r bekundet, daß von dem Kellner Helmer > Bayernhof ani 7 Rärz Anzeige erstattet d?, daß seit längerer Zeit im Bayernhof sich ^rholt Ausländer aufhielten. Helmer glaubte

sind wir SklavenI Der Tag der Arbeit am 1. Mai hat Euch mit dem Aufbruch des ganzen deut- ichsn Volkes die Ehre als Männer der Arbeit wie­dergegeben. Der Tag der Volksabstimmung am 12. November soll uns von den Völkern her und

Moskau, 7. Nov. (WTB.) Zur Wiederkehr des 16. Jahrestages der Oktoberrevolution wurde in der großen Oper eine feierliche Sitzung des Moskauer Sowjets abgehalten, bei der der Vorsitzende des Rates, der Bundesvolkskommissar M o l o t o f f, ein umfassendes Referat hielt, in dem er u. a. ausführte: Unsere Politik gegenüber unse­ren f e r n ö st l i ch e n Nachbarn ist auf die Wah-

Göring überreicht Mffolini ein Schreiben des Reichskanzlers.

Rom, 7. Nov. Amtlich. Der Lhef der Regierung empfing im Palazzo Venezia den INinisterpräsiden- ten Göring, der ihm ein Schreiben des Reichskanzlers Hiller überbrachte, worin ihm dieser für seine Arbeit zugunsten einer ge­rechten Regelung der internationalen Beziehungen dankt und den Standpunkt der deutschen Re­gierung in bezug auf die Abrüstung darlegt, hierüber hat auch Minister Göring aus­führliche Erkläulerongen gegeben in einer langen und herzlichen Unterredung.

icr Beziehungen gerichtet. Allerdings

>ie gegenwärtigen Ereignisse in der

r e i fällt. Einige Japaner haben es als eine Dummheit bezeichnet, daß sie es für unerläßlich hal­ten, vor der Eröffnung von Kriegshandlungen den

"eitp I W in enfaffr

Rur wenn Ihr alle selbst eins werdet im Dillen. Deutschland zu retten, kann in Deutschland auch der deutsche Mensch seine Rettung finden."

Adolf h i t l e r (1. Mai).

Berlin, 7. Nov. (CNB.) ImDeutschen" ver­öffentlicht der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley einen Aufruf an die deutsche Arbeiter­schaft, in dem es heißt:

Deutsche Arbeiter! Zähneknirschend habt Ihr es er­tragen, wenn Euch irgendwo im Betriebe Unrech- geschah. Zähneknirschend habt Ihr es herunterge­würgt. wenn man Euch auf der Arbeitsstelle, auf der Straße oder sonstwo über die Achsel ansah. Zähneknirschend habt Ihr es erduldet, daß ein er­bitterter und erbarmlungsloser Feind Oberschlesien, Rhein und Ruhr besetzte und wider alles Recht Eure friedliche deutsche Arbeit zunichte machte. Was sich in Euch aufbäumte, was Euch zur Abwehr zwang, ganz gleich gegen wen, war das Gefühl der Ehre in Euch. Es war das Ehrgefühl des freien Arbeitsmannes, der zwar arm an irdischem Gut, dennoch aber stolz, vor allem aber empfindlich ist, wo es seine Ehre galt.

So wie Ihr denkt jeder anständige Kerl unter uns, und so wie Ihr denkt das ganze Volk: Die Ehre ist nicht vom Stärkeren gepachtet. Wir stehen waffenlos vor unseren ehemaligen Fein­den. Wir mußten unsere Wehr zerstören, damit sie, wie sie feierlich gelobten, ihrerseits abrüsten könn­ten. Nachdem wir aber schwach waren, brachen sie ihr Versprechen. Die deutsche Regierung hat darauf­hin, unter Bekundung ihres unverbrüchlichen Frie­denswillens, die Abrüstungskonferenz verlassen und ift aus dem Völkerbund ausgetreten. Das Ehrge­fühl eines ganzen Volkes hat sich damit gegen eine jahrelange, planmäßige Herabsetzung durch die ande­ren leidenschaftlich aufgebäumt.

Ohne Ehre seid ihr Fronknechte, ohne Ehre

,r-H

r- fi<tH

Mandschurei dahin beurteilen, daß die mit uns geschlossenen Verträge gebrochen werden. Wenn wir von den lächerlichen Plänen einiger an­gesehenen japanischen Staatsmänner lesen, die S i - virien und unsere ost asiatischen Ge­biete erobern mödjten, und wenn derartige Pläne in Betrachtungen immer offener und frecher hervorteten, dann sind wir gezwungen, ganz be­sonders aufmerksam zu werden. Die mandschurische Regierung ist kein ernster Faktor in diesen Fragen. Jedermann weiß, daß die Verantwortung voll und ganz aus Japan als den tat­sächlichen Beherrscher der Mandschu-

SBdcuchtc besser $ufe$£icht erhobt die

Bdm fy. I Jabriktv, I ''chen ja, I e Minute, I innen mH I amialftet Mfenben I

I

lzuni

Lin ehrenhaftes Voll ift Hm seines Geschickes

Ein Aufruf Or. Leys an die deutsche Arbeiterschast.

Rußland In Lrwarinng eines japanischen Meter- falls ans Sftsibmen.

Molotoff weist auf die Verteidigungsbereitschaft der Koten Armee hin.

ist demnach g a r n i ch t m ö g l i ch, daß er m jener Zeit in Zwischenräumen von 8 oder 14 Tagen regel­mäßig im Bayernhos verkehrte. Zeuge: Ich habe nur erklärt, daß ich van der Ludbe in der Zeit von Anfang Wat bis zum3. Oktoberdrei bis viermal im Lokal ge sehen habe. Vor­sitzender: In der Zeit vom 21. Juni dis 14. Juli und vorn 2. Oktober bis 9. November 1932 steht der Aufenthalt Lübbens in Holland nicht fest. In dieser Zeit könnte er in Berlin gewesen sein.

Zusammenstoß zwischen Ver­teidiger und Oberreichsanwatt.

tee ton W (mt an W*- im fiienf* Utbfftwibno' ag yo» Diknst- n. Ton M envatiel, bass ch In ihrm 9* | ,/ leiten W6- 's in, mit M |

W **

-enfiDienM 2 in w*:

Iw turui, noch', nnemdW itten-

)ber*Li

Qtv < ßyo h-t

sie S'

15

WU *

raumes van der Lubbe in Holland ge­wesen sein muß, und zwar einmal im Ge­fängnis und ein anderes Mal in einer Krankenan­stalt. Der Zeuge bleibt auch nach diesem Vorhalt

zuständiger Stelle erklärt, daß alle derartigen Mel- düngen und Kombinationen böswillige A u s- ftreuungen darstellen, die durch nichts begrün­det find. Das Reichskabinett steht nach wie vor einig und geschlossen hinter der Poli- tikdes Führers undReichskanzlers und die vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Reichsregierung ist in allen Dingen absolut g e» währ 1 eistet.

Wahlabzeichen

der Reichspropagandaleilung.

Berlin, 7. Nov. (CNB.) Die Reichspropaganda, leitung gibt für alle Volksgenossen, die am Sonntag, dem 12. November, ihrer Wahl- pflicht genügen, für das gesamte Reichsge­biet Wahlabzeichen heraus. Der Verkauf oder die Verbreitung irgendwelcher anderer Plaketten oder Abzeichen, die auf die Wahl Bezug nehmen, ist aus diesem Grund für den Wahltag verboten.

gez.: Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter.

Betreuung -er Arbeitstofen- jugen- im Winter 1933/34.

Berlin, 7. Nov. (WTB.) Der Präsident der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung hat die Arbeitsämter angewiesen, Betreuungsmaßnahmen der arbeitslosen Jugend im Sinne der Anregungen vom Reichsminister Dr. Goebbels bei Verkündung des Winterhilfswerkes durchzuführen. Die ihrem Beruf entfremdeten, durch längeres unfreiwilliges Feiern in ihrer Leistungs­fähigkeit und Hebung herabgeminderten Kräfte sollen für d i e künftige Wiederaufnahme der Berufsarbeit vorbereitet werden. Es find Werkkurse vorgesehen in Form von praktischen Hebungsgängen von größtmöglichster Berufs- und Wirklichkeitsnähe. Die Werkkurse sollen möglichst in unbenutzten Räumen von

Krieg $u erklären. Diese Herren sind also dafür, m ö g l [ d) ft schnell und unerwartet über dieSowjetunionherzufallen. Solche Be­trachtungen zwingen uns, aus ernste Heber« fälle vorbereitet zu fein. Wenn wir unter den gegenwärtigen Hmständen unsere Hauptaufgabe in der Enthüllung aller auf Sprengung des Frie­dens gerichteten Abenteuer erblicken, und sie ferner inderSorgeumdieStärkungderRoten

Armee, und in der F e ft i g u n

y Ito. I

"«tulji I

lo.il», I

Kleine politische Nachrichten.

Als Auftakt zu den Münchener Erinnerungsfeiern spricht am Mittwoch, von 17 bis 17.20 Hhr, über alle deutschen Sender der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Otto Dietrich über: ,,Die Helden der nationalsozialistischen ^Bewegung".

Der frühere Senatspräsident der freien und Hansestaot Hamburg Bürgermeister Dr. jur. Karl Wilhelm Petersen ist einer schweren Krankheit erlegen. Der Verstorbene ist 65 Jahre all geworden.

neue Zeuginnen aus Moskau oerpommen und zwar Frau I s k r o w a , die vom 18. Mai bis Ende August 1932 in dem Kurort Tomilino bei Moskau gewohnt hat und dort mit P o p o f f, der mit seiner Frau ihr gegenüber eine Villa bewohnte, häufig Spaziergänge unternommen hat. Popoff sei mit seiner Frau zwischen dem 25. und 28. Juli nach einem südlichen Kurort, die Zeugin vermutet Suuk-Su, gereift, von wo sie auch eine Postkarte erhallen habe. Ende September oder An­fang Oktober sei Popoff nach seiner Rückkehr von dem kaukasischen Kurort zu ihr gekommen, um nach einigen Gepäckstücken zu fragen. Popoff habe sich bann eine andere entferntere Wohnung genommen, so daß sie ihn seltener sah: immerhin sei sie im Oktober noch mehrere Male mit ihm zusammengekommen. Die Zeugin erklärte weiter, daß sie Dimitross schon aus Bulgarien kenne, während sie Popoff erst in Moskau kennen­gelernt habe, ebenso auch Taneff. Frau Dr. med. Bojkowa, die in Tomilino ebenfalls gegenüber Poposs gewohnt hat, gibt an, daß Popoff häufig nach Moskau gefahren, aber gewöhnlich abends wieder nach Tomilino zurückgekommen fei. Sie könne mit aller Bestimmtheit sagen, daß Popoff von Tomilino Ende Juli mit seiner Frau nach

vor den Völkern die Ehre wiedergeben, die wir als Volk verloren hatten. Mit Ehre seid Ihr an Eurem Arbeitsplatz, am Schraubstock, am Amboß, hinter dem Pfluge und vor dem Hochofen Meister Eures Lebens. Mit Ehre sind wir als Volk die Herren unseres Geschickes! Die Ehre eines Volkes ist stärker als alle Gewalt und alle Waffen der Gegner. Darum ist die Nation nichts- würdig, die nicht alles an ihre Ehre setzt. Halten wir unerschütterlich an unserer Ehre fest, bann kön­nen wir jedem Gegner die Stirn bieten, auf daß er sich an seine Ehre erinnert. Darum stehen wir | mit unserer Ehre am 12. November für die Selbst­behauptung unseres Volkes. Deutscher Arbeiter! Des I Volkes Ehre ist deine Ehre.

Nach dem Tode Friedrich Naumanns war er dessen Nachfolger als Führer der damaligen Demokrati­schen Partei geworden. 1924 legte er sein Reichs- tagsmandat nieder und war seitdem mit zwei­jähriger Hnterbrechung bis zum 5. März 1933 Hamburgs erster Bürgermeister.

*

Präsident Roosevelt empfing den mit der Berengaria" in Amerika eirogetroffenen russischen Volkskommissar Litwinow im Weißen Hause.

*

Bei den Neuyorker Bürgermeister- wählen standen sich gegenüber: der bisherige Bürgermeister O'Brien als Kandidat von Tammany Hall, der demokratischen Parteiorganisation der Stadt Neuyork, Major La Guardia, der ita­lienischer Abstammung ist und von der sogenann­ten Fusionspartei aufgestellt worden war, die sich aus den offiziellen Republikanern und einer starken Gruppe von Demokraten zusammensetzt, und ein unabhängiger Demokrat. L a Guardia wurde gewählt. Damit ist Tammany Hall zum erstenmal seit 20 Jahren geschlagen worden.

Wettervoraussage.

Nach der östlichen Verlagerung des Finnlandtiefs hat über Deutschland Barometeranstieg eingesetzt, wodurch das westliche Hoch auch bei uns zur Geltung kommt. Da sich aber immer noch recht feuchte Luft über dem Kontinent befindet, werden besonders in den Morgenstunden stärkere Nebel- und Dunstbil- bungen auftreten. Beim Zusammenfinken der Lust- massen wird aber am Tage der Himmel aufheitern. Die Temperaturen gehen bei nächtlicher Ausstrah. hing stellenweise unter den Gefrierpunkt zurück. Ein bei Island erschienenes neues Tief mit recht warmer Luft dürfte späterhin die Schönwetterlage wieder be- einträchttgen.

AussichtenfürDonnerstag: Nach Früh­nebel zeitweise aufheiternd, Verschärfung der Tem­peraturgegensätze und nachts leichter Frost, trocken.

Aussichten für Freitag: Im wesentlichen noch Fortdauer des trockenen Wetters, doch später wieder Neigung zu stärkeren Dunst- und Wolken- bildungen.

Lufttemperaturen am 7. November: mittags 7,5 Grad Celsius, abends 4,5 Grad: am 8. November: morgens0,2 Grad. Maximum 7,5 Grad, Mkßi- tmim0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 5,2 Grad: am 8. No- oember: morgens 3,2 Grab Celsius. Niederschläge 0,3 mm.

Rechtsanwalt Dr. Teichert: Ich möchte daraus Hinweisen, daß, wenn man die Aussage des Zeugen Organistka als richtig unterstellt, im Oktober 1932 van der Lubbe in Suddeutschland gewesen sein muh, in Baden und am Bodensee. Lubbe müßte schon außerordentlich schnelle Füße haben oder Bahn und Auto benutzt haben, wenn er an den verschiedenen Orten gewesen sein soll, an denen er gesehen worden ist. Die Annahme des Zeugen Helmer ist unmöglich, und ich bedauere, daß durch diesen Zeugen, der sich meiner Heberzeugung nach absolut irrt, sich der Hntersuchungsrichter hat auf ein Gleis führen kaffen, das für das deutsche Volk äußerst verhängnisvoll war.

Der Oberreichsanwalt fragt den Verteidi­ger, wie er zu einer solchen Feststellung komme. Er müsse zurückweisen, daß bas ein Der- hängms für Deutschland gewesen sei. Dr. Tei - d) er t erwidert, durch diese Zeugenaussage sei der Hntersuchungsrichter veranlaßt worden, die Bul­garen in Haft zu nehmen und die Unter- (udTung in der bekannten Richtung zu führen. Das fei zum Anlaß genommen worden, gegen Deutsch­land Vorwürfe im Auslande zu erheben, die un­berechtigt sind, die sich aber zuungunsten des deut­schen Volkes ausgewirkt hätten. Der Ober­reichsanwalt rief darauf unter Beifallskund­gebungen der Zuhörer mit erhobener Stimme, wenn irgend jemand im Auslande nicht zufrieden ist mit der Art und Weife, wie wir unsere Justiz ausüben, so ist das n o ch lange nicht zum Verhängnis für Deutschland.

Angeklagter Popo ff: Helmer hat mich niemals bedient. Ich bin zum ersten Male im Dezember in den Bayernhos gegangen und mit Dimitroff war ich überhaupt nur ein einziges Mal in dem Lokal, nämlich am Tage unserer Verhaftung. Es ist auch nicht richtig, daß ich beim Erscheinen der Kriminal­beamten einen Fluchtversuch gemacht hätte. Ich habe die Herren gar nicht für Polizisten, sondern für Angestellte des Lokals gehalten. Da wir uns schon zum Fortgehen angezogen hatten, bin ich durch die Tür gegangen und zurückgeholt worden. Dann er­fuhr ich erst, daß die Polizei unsere Papiere ver­langte.

Der Angeklagte van der Lubbe wird nun dem Zeugen Helmer gegenübergefteUt. Auf die energisch wiederholte Aufforderung des Vorsitzen­den hebt er den Kopf ein wenig. Der Zeuge Hel­mer erklärt, bas sei ganz beftimmt der Mann, den er im Lokal gesehen habe.

Popoff weist darauf hin, aus den Aussagen der vier russischen Zeuginnen gehe klar hervor, daß der Zeuge Helmer ihn unmöglich in der angegebenen Zeit mit Lubbe zusammen gesehen haben könne.

nach einem vorgelegten Lichtbild in einem dieser Besucher van der Lubbe zu erkennen. Am 9. März sei ein Anruf von Helmer erfolgt, daß drei dieser Personen im Lokal seien. Holzhäuser hätte sich sofort zum Bayernhos begeben und an einem Tisch neben diesen drei Personen Platz ge­nommen, was den dreien nicht angenehm schien, denn sie hätten sich kurz darauf zum Aufbruch fer­tig gemacht. Auf feine Aufforderung, sich auszuwei- sen, hätten Dimitroff und Taneff ihre Pässe überreicht, welcher bei Dimitroff auf den NamenDr. Hediger und bei Taneff a u f b e n Namen Penew lautete. Später habe sich her- ausgestellt, daß die Pässe von der kommuni- tisch en Paßfälscherzentrale herge- teilt waren. Auf der Fahrt nach dem Reichstags- lebäube hätte Dimitroff etwas in das Sitzkif- en d e s Autos versteckt. Er habe nachher eftgefteht, daß es sich um einen Aufruf des Exe­kutivkomitees der kommunistischen Internationale vom 3. März handelte.

3mBayrischen Hof"

Der Kellner Helmer sagte aus, daß es für ihn feststand, als er das Bild Lübbes sah, daß dieser wiederholt mit den Auslän­dern zusammen im Bayernhof war. Es sei ihm aufgefallen, daß im Bayernhof, einem rem nationalsozialistischen Lokal, sich Leute einfanden die sehr geheimnisvoll taten und, obwohl sie mcyt deutsch sprachen sofort schwiegen, wenn ein Kell- ner oorbeikam. Dan der Lubbe habe er tm Oktober 1932 zum letzten Mal im Lokal gesehen. Es sei immer ein Kreis von 5 bis 6 Personen gewesen. Dimitroff und Popoff waren immer dabei. Bei der Gegenüberstellung habe er Lubbe sofort ro i e b e r c r t a n n t. Der Vor- sitzende weist auf die von den holländischen Behör­den gemachten Feststellungen hin, wonach zu ge­wissen Zeiten des von dem Zeugen Helmer für die Anwesenheit van der ßubbes angegebenen Zett-

Lelchr. I H. Ho. I eulstzrv I ibffimmung | k wird Im I auf 5chÄ. I btn.

chiheii. I eterebeb I

bei seinen Bekundungen.

RA. Dr. T e i ch e r t fragt den Zeugen, ob er dabei bleibt, daß es richtig ist, auch wenn er aus den Prozeßberichten erfahren habe, daß Dimitroff an dem geschilderten Tage gar nicht in Berlin war. Zeuge Helmer: Jawohl, wenn ich gesagt habe, daß sie am Tage des Reichstagsbrandes im Lokal waren, so stimmt das auf jeden Fall; ich bleibe dabei. RA. Dr. Teiche rt: Sie haben die Anzeige e r st a m 7. M ä r z gemacht. Ich frage Sie jetzt unter Bezugnahme auf Ihren Eid: Haben Sie an diesem Tage noch nicht die Veröffent­lichung des Berliner P o l i z e i p r ä s i - benten gekannt, bie am 3. März veröffentlicht würbe unb in der 20 000Mark Belohnung für bie Ermittlung ber Mittäter ausgesetzt würben? Zeuge Helmer: Ich hatte ben Entschluß zur An­zeige gefaßt, ohne bah ich eine Ahnung von bieser Belohnung hatte. RA. Dr. Teichert: Nach ben Auskünften der holländischen Behörden hat sich van der Lubbe im Sommer 1932 minbeftens 2V1 Monate lang in Holland aufgehalten. Es i ch t rn ö g l i ch, daß er in jener tmen von 8 ober 14 Tagen regel-

Industrie« und Handwerksbetrieben durchg^führt werben, bie verantwortlichen Träger ber Lehrgänge können u. a. auch bie Industrie- betriebe selbst sein, bie bann auf bie in ihren Werk­stätten mit finanzieller Hilfe ber Reichsanstalt vor­geschulten Arbeitslosen zurückgreifen. Für Ange­hörige ber Wehrveroände können o e fonbere Kurse eingerichtet werben. Bei Mäd - ch e n k u r s e n ist eine Hmstellung auf bas Gebiet des stäbtischen ober länblichen Haus­haltes zu pflegen. Neben ber beruflichen Fort- bilbung soll bie politische Schulung ber Arbeitslosenjugenb mit bem Ziele ber Er­ziehung zur nationalsozialistischen Weltanschauung in enger Gemeinschaft mit ber für bie politische Schulung berufenen örtlichen Stelle erfolgen. Den Teilnehmern an Werkstattkursen soll unter Mithilfe bes örtlichen Winterhilfswerkes eine warme Mahlzeit gegeben werben.

Kein Abbau erwerbstätiger Krauen, die Ernährerinnen sind.

München, 7. Nov. (CNB.) Der Stellvertreter bes Führers, Rudolf Heß, hat folgenbe Verfügung erlassen: Im Zusammenhang mit ber Wahl erhiell bie Reichsleitung Kenntnis baoon, baß verschie­be n t l i ch erwerbstätige Frauen abge­baut wurden, obwohl sie bie Ernährerinnen von Äinbern ober sonstigen Erwerbslosen waren. Ich stelle fest, baß ein berartiges Vorgehen nicht nationalfozialistischen Grund- sätzen entspricht und verfüge daher:

1. Erwerbstätige Frauen dürfen nur durch Männer ersetzt werden, wenn die Frauen nicht durch ihre Arbeit Verwandte, vor allem Kinder, ernähren.

2. An der Stelle von Frauen dürfen nur Män­ner treten, die ihrerseits als Ernährer fungieren.

_