Enthüllungen -es Londoner Gewerkschaftskongresses. Generalstreikpläne der Marxisten.
London, 7. Sept. (XU.) Die Aussprache auf der Gewerkschaftskonferenz in Brighton über den Faschismus brachte die interessante Enthüllung aus dem Munde des Gewerkschaftsführers Citri ne, daß die deutschen M a r x i st e n insgeheim mit der Gewerkschaftsinternationale und dem internationalen Transportarbeiterverband über einen großen Generalstreik Verhandlungen geführt und ihn tatsächlich auch beschlossen hatten, um eine Uebernahme der Regierung durch Adolf Hitler zu verhindern. Angesichts der politischen Atmosphäre hätten sich jedoch die deutschen Marxisten die Sache noch einmal überlegt und seien zu dem Ergebnis gekommen, daß ein allgemeiner Generalstreik die allerschwer st en Folgen haben und einen Bürgerkrieg heraufbeschwören könnte. Citrine erklärte, daß er weitere Einzelheiten über diese Pläne, wie man einer Hitler- Regierung ÄZiderstand leisten wollte, nicht verraten könne. Bemerkenswert war das Eingeständnis Citrines, daß 63 v. H. der deutschen Arbeiterschaft zugunsten Hitlers g e » stimmt häL.'n. Das sei eine ganz außerordentliche Erscheinung. In seiner Rede kam eine ungeheure Sorge und Ang st vor einem U e b ergreifen d e s Faschismus auch auf England zum Ausdruck. B e o a n von der Bergarbei- tergewerkschaft tröstete damit, daß in England das beste Bollwerk gegen den Faschismus das „Fußballspiel" sei, bet dem man keine Klassenunterschiede kenne.
Abwehr
des schwedischen Boykoiibeschluffes.
Berlin, 7. Sept. (TU.) Ein Boykottbeschluß deutscher Waren durch die schwedische Z e n t r a l o r g a n i s a t i o n allgemeiner Gewerkschaften hat bei hiesigen Einfuhrhändlern schwedischer Eisenerze, Zellstoffe und Hölzern eine spontane Gegenwirkung ausgelöst. Wie aus Interessentenkreisen verlautet, beabsichtigen die zuständigen Verbände, ihre Mitglieder anzuweisen, ihren Bedarf ein st weilen in anderen Ländern zu decken. Während das Organ der schwedischen Sozialisten dazu aufgefordert hat, den Boykott deutscher Waren zu erweitern und zu verschärfen, macht die „Allehanda" Donnerstag abend darauf aufmerksam, daß die schwedischen Sozialisten durch ihr unverantwortliches Benehmen das schwedische Wirtschaftsleben empfindlich schädigen und große schwedische Unternehmungen würden erhebliche Verluste erleiden, wenn der verantwortungslose Boykott durchgeführt würde. „Allehanda" warnt daher nochmals vor einem solchen Schritt.
Oer Re chsverkehrsminister beglückwünscht die Reichsbahn zum Erfolg
- von Nürnberg.
Berlin, 7. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Reichs- oerkehrsminister Freiherr v. Eltz-Rübenach hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft Dr. ing. Dorpmüller folgendes Telegramm gerichtet: „Anläßlich des Reichsparteitages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Nürnberg wurde die Deutsche Reichsbahngesellschaft durch den hierbei erforderlichen kurzfristigen An- und Abtransport einer gewaltigen Zahl von Teilnehmern vor eine schwierige Aufgabe ge ft eilt. Sie hat diese Aufgabe sowohl tn Verkehrs- als auch betriebstechnischer Beziehung in hervorragender Weise gelöst. Ich spreche Ihnen und allen beteiligten Bediensteten meinen, herzlichen Glückwunsch und besonderen Dank aus."
Dank des M nisterprasidenien Göring
Berlin, 7. Sept. (WTB.) Die Pressestelle des Preußischen Staatsministeriums übergibt uns folgendes Dankschreiben des Ministerpräsidenten Göring zur Veröffentlichung:
„Anläßlich der mir zuteil gewordenen Auszeichnung der Verleihung des Charakters
des Generals der Infanterie der Reichswehr habe ich so zahlreiche telegrafische und briefliche Glückwünsche bekommen, daß ich mich außerstande sehe, jedem einzelnen zu danken. Ich nehme daher Gelegenheit, auf diesem Wege für die herzlichen Glückwünsche und die Anteilnahme an meinem Schicksal allen aufrich ° tig zu danken. Ich sehe auch in dieser Auszeichnung in erster Linie nur einen weiteren Ansporn, meine Pflicht für Volk und Vaterland zu tun. Ganz besonders aber möchte ich auch gerade den zahlreichen Angehörigen der Wehrmacht danken, die mir in diesen Tagen ihren Glückwunsch zusandten. Mit Dank und Stolz hat mich die Auszeichnung erfüllt, da ich nunmehr auch äußerlich wieder zur Wehrmacht gehöre. In meinem Inneren bin ich stets Soldat gewesen und geblieben. gez. Göring."
Reue Vorschriften für das Bivisektionsverboi in Preußen
Berlin, 7. Sept. (WTB.) Ministerpräsident Göring hat auf Grund der Vereinbarungen zwischen den Tierschutzvereinen und den Vertretern der Wissenschaft bis zum Erlaß des Reichstierschutzgesetzes den Begriff der verbotenen Vivisektion dahin festgelegt, daß als Vivisektion anzusehen ist die Zerschneidung des lebendigen, unbetäubten Tieres, sowie die Operation am lebenden Tier, sofern bei gleichen oder ähnlichen Eingriffen am Menschen allgemeine oder lokale A n ä st h e s i e in der Regel zur Anwendung gelangt und sofern die Anästhesie im einzelnen Falle unter den vorliegenden Verhältnissen durchführbar ist. Der Vivisektion sind gleichzusetzen unblutige Tierversuche am unbetäubten Tier, die mit einer Mißhandlung verbunden sind.
Da die ernste wissenschaftliche Forschung im Interesse der Erhaltung von Gesundheit und Leben nicht auf den wissenschaftlichen Tierversuch verzichten kann, wird dieser Tierversuch nicht als Vivisektion angesehen, wenn folgende Punkte beachtet werden: Wissenschaftliche Tierversuche dürfen nur in wissenschaftlich geleiteten Instituten unter Verantwortlichkeit des Jnstitutleiters ausgeführt werden nur dann, wenn wissenschaftliche Erwägungen einen b e - stimmten Erfolg versprechen. Sie sind zu unterlassen, wenn die vorliegende Frage bereits geklärt ist. Wissenschaftliche Tierversuche sind durch allgemeine oder örtliche Betäubung schmerzlos zu gestalten. Versuche an höheren Tieren sollen nur ausgeführt werden dürfen, wenn an niederen Tieren der beabsichtigte Zweck nicht erreicht werden kann. Tierversuche zu Lehr- zwecken sind nur gestattet, wenn andere Lehrmethoden, z. B. Bild, Film, Modelle usw. n i ch t ausreichen.
Gegen private Gewschöpfungsversuche.
Berlin, 7. Sept. (TU.) Der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen, Wilhelm Keppler, wendet sich gegen Pläne einer unkontrollierten Geld- und K r e d i t f ch ö p f u n g, so gegen das sogenannte Schwundgel dsy- ft e m, die vielleicht hier und da gewisse Anfangserfolge aufweisen könnten, auf die Dauer mit dem Neubau des Geld- und Bankwesens sowie mit der Kreditpolitik der Reichsbank unvereinbar feien. Im neuen Staat bedürfe es solcher wilden Geldschöpfungsversuche nicht mehr. Im Einvernehmen mit der Reichsregierung weist der Beauftragte des Führers nochmals darauf hin, daß Förderung und Unterstützung derartiger Versuche, sowie Mitarbeit an ihnen keiner Parteiste11e und keinem Mitglied der NSDAP, gestattet ist.
12 Millionen für Not- und Behelfswohnungen.
Berlin, 7. Sept. (VDZ.-Funkspruch.) Für die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen wird ein Betrag von 12 Millionen Mk. in Arbeitsschatzanweisungen bereitgestellt werden. Die Darlehen werden zinsfrei gewährt und in zehn Jahren zu tilgen sein. Sie werden nur Gemeinden gegeben, in denen bei Wohnungsknappheit die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen unbedingt er-
Mutti macht alles.
Von Maria Dehn.
Wo nur meine Jüngste bleibt? Nachsitzen? Möglich ist alles. Ich öffne die Balkontür und lasse mir die reine Luft um den Kopf wehen, durch den die endlose Kette der Dinge summt, die noch zu bedenken, zu besorgen und fertigzustellen sind, dis endlich die ersehnte Ferienreise zur Großmutter aufs Land angetreten werden kann.
Da schallt von der Haustür her meiner Inge etwas schrille Stimme bis zu mir herauf. Sie scheint, wie meistens, Wortführerin zu sein. Aus ihrem erregten Gespräch mit drei Klassenkameradinnen erfahre ich, daß sie und die drei anderen Untenstehenden in einer Schulaufführung als Engel glänzen sollen. Ich staune von oben her wieder einmal die derben Waden und die stämmige Gestalt meiner Inge an. Wie ist die Wahl nur auf sie gefallen? Wohl weil ihre Pausbacken wie Aepfel leuchten und weil ihr Haar aussieht wie ein Weizenfeld in der Iulisonne?
Ein dünnes Stimmchen klagt: „Was sich Fräulein Römisch wohl denkt? Als ob jede einen hat, der ihr so schnell ein Kostüm näht; na, ich habe keinen, wo meine Mutti dach krank ist..."
Ich beuge mich ein wenig vor: ach, es ist die kleine Trude, ihre Mutter ist seit zwei Jahren in einem Davoser Sanatorium.
„Unb ich sollt' Frau Baumann bloß damit kommen — na, ich danke!" stellt die kleine Marliese trübselig fest. Marliesens Mutter ist... roegge- gangen, und in dem großen, oben Hause wechseln die Hausdamen wie die Jahreszeiten.
Die vierte in dem aufgeregten kleinen Kreis ist em großes, auffallend hübsches Mädchen. Sie schweigt. Jeder weiß ja, daß ihre Mutter tot ist, daß der Haushalt von einer Aufwärterin notdürftig in Ordnung gehalten wird.
„Also, ich sage euch," fährt meine Inge fort, laut und unbekümmert, „meine Mutti macht bas alles!"
Eine wendet ein: „Aber bas bauert boch zu lange; bas kann sie boch nicht alles bis morgen fertigbringen?"
„Och, meine Mutti unb nicht fertigkriegen!" triumphiert meine Jüngste, „ich sage euch: wenn meine Mutti auf ber Maschine näht, bann rattert das ganze Haus!"
Ich glaube, das ist ein Lob, denn meine Inge hat von jeher mehr Sinn für Lärm als für Stille.
„Wenn sie nun aber doch nicht Maß genommen hat?" meint einer der zukünftigen Engel zögernd.
Inge weiß Rat: „Och, ich sage ihr denn: ,Eine ist ein bißchen dicker als ich, eine ein bißchen dünner', und für dich — sie wendet sich an die kleine, dürftige Marliese — nähen wir unten ein Paar Säume ein oder so!"
„Wir" ist gut! Mein Mädel hat in Nadelarbeit immer eine „Drei minus"; ich glaube, nur aus persönlicher Liebenswürdigkeit kann die Lehrerin sich schwer zu einer Vier entschließen.
„Also morgen mittag kommen wir ja eher raus; da könnt ihr raufkommen zum Anprobieren!", bestimmt meine Inge laut und vernehmlich.
Morgen mittag bin ich also fertig zur Anprobe von vier Engelsgewändern. Jnteresiant.
„Und die zweifusfzig bringen wir dann jeder mit!" höre ich eine ber anberen sagen.
Sv, also bekomme ich auch ben ehrenvollen Auftrag, für jeben Engel Stoff einzukaufen. Für zweifusfzig.
Nun scheinen bie Kinber über bas Schicksal ihrer Gewänber vollkommen beruhigt zu sein.
„Wenn ich nun bloß heut nicht bie vier in ber Rechenarbeit hätte," seufzt die kleine Marliese, „mein Vater wird immer gleich so grob!"
„Zeig sie ihm doch nicht!" schlägt meine Inge vor. Guck einer an! Na, sie selber hat kein Vertuschen nötig. Sie bringt feit Jahren in wohltuendem Gleichmaß Dreien heim, die durch Plus- oder Minuszeichen eine erfreuliche Tendenz nach oben ober eine bebrohliche nach unten zeigen.
Doch ihr Rat finbet bei Marliese keinen Anklang:
»Hawaii! Wo er boch jeben Tag fragt: ,$abt ihr heut was zurückgekriegt?'" — Mit sorgenvollem Gesicht verabschiedet sich Marliese von ben anderen unb geht klein unb krumm brüben am Zaun ent lang in ihre großes, ach so leeres Heim. In ihrem Schulranzen trägt sie nicht ben Felbherrnstab künftiger Lebensmeisterung, sonbern eine brohenbe Katastrophe in Gestalt einer kleinen roten Vier. Ach, Mutter, du hättest nicht fortgehen sollen! Wehe über bie finsteren Gewalten, bie ein Weib zwingen, „ihres Kinbleins zu vergessen" ...
Unb nun höre ich meine Inge bie Treppe herauf- poltern. Sie sollte eigentlich nicht poltern. Nun wirst sie in kühnem Schwung bas Mappenungetüm auf bie Dielentruhe. Sie sollte es eigentlich fein orbentlich neben ihren Arbeitstisch stellen. Doch heute kann ich nicht schelten. Brühwarm wirb mir nun bie mir nicht ganz unbekannte Geschichte von ben Engelgewändern aufgetischt. In ben bittenben Worten ist fein lauernbes Abwarten, kein ängstliches Tasten. Inge ist ganz freubige Sicherheit, ganz felsenfestes Vertrauen auf meine Willigkeit unb Fähigkeit. In ihrer frohen Erregung leuchtet
forberlich ist, um eine voraussichtlich nur vorüber- gehenbe Obdachlosigkeit zu verhüten. Es muß sich ferner um Gemeinden hanbeln, bie nicht in ber Lage sinb, aus eigenen Mitteln für bie Unterbringung biefer Personen zu sorgen. Die Darlehen bürfen nur für Bauten bewilligt werben, bie unter Vermeibung jebes irgenb entbehrlichen Aufwanbes errichtet werden. Die Bauten müssen jedoch aus dauerhaftem Material erstellt werden und den gesundheitlichen Anforderungen entsprechen. Demgemäß dürfen k a - sernenmäßige Baracken und ähnliche Unterkünfte nicht gefördert werden. In den Vordergrund zu rücken ist der Bau einfach- ster Flachbauten mit Gartenzulage, etwa nach der Art verbesserter Wohnlauben.
RGBO. und Arbeiissivni.
Berlin, 6. Sept. (CNB.) Der Stabsleiter ber PO. unb Führer ber Deutschen Arbeitsfront erläßt folgenbe Anorbnung:
Die NSBO. ist eine Organisation ber Partei. Die Arbeitsfront ist felbstverftänb- lich abhängig von ber Partei, ba sie burch einen revolutionären Akt berfelben gebilbet wurde. Im übrigen jedoch ist sie ein selbständiges Gebilde. Daraus ergibt sich auch bie klare S ch e i- bung ber Aufgaben.
Die NS BO. ist ber Hort bes national
sozialistischen Gedankengutes, das durch ! dauernde Fühlung unb Erziehung in ihr vertieft werben soll. Von ihr aus soll biefes ©ebanfengut übertragen werben in bie Arbeitsfront und sie mit nationalsozialistischem Geist burchsetzen. Die Aufgaben des Arbeitsschutzes unb A r ° beitsredjtes obliegen den Verbänben ber Arbeitsfront. Die NSBO. hat sich van biefen Dingen fernzuhalten. Ihr obliegt bie Schulung unb bie Abstellung von Führermaterial für bie Arbeitsfront.
Um Klarheit in bie Beitragsverhältnisse zu bringen, wirb ungeordnet, baß alle NSBO. - Mitglieder ben entsprechenben Beitrag ihres Verbanbes zahlen. Ein besonderer NSBO. - Beitrag wird nicht mehr erhoben. Die Organisation ber NSBO. erhält einen vom Schatzmeister ber A r - b e i t s f r o n t festzusetzenben Etat. Die Amtswalter ber NSBO. werben in ben gegebenen Fällen mit ben entsprechenden Amtswaltern der Arbeitsfront in ihren Bezügen gleichgestellt. Trä- der der Propaganda ist bie NSBO., ber bie Organisationen ber Arbeitsfront zur Verfügung stehen. Ich hoffe, baß bamit Klarheit in bem Verhältnis der NSBO. zur Arbeitsfront gegeben ist, und verlange, daß bas unberechtigte Eingreifen einer Organisation in bie anbere unterbleibt.
Aus aller Well
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unb strahlt sie mehr noch als sonst. An biefem warmem jungen Leben entzünbet sich in mir eine Flamme von Freubigkeit unb Kraft. Wie weggewischt ist der Anfall von Ermattung unb Sich- überlastetfühlen!
Meine kleine Tochter, auch bu wirst einst ein großes Mädel sein, und in dein Leben werden andere, größere Schwierigkeiten treten als für verlassene Mitschülerinnen Engelsgewänder zu beschaffen.
Laß mich auch bann teilhaben an beinen Sorgen; lege mir von beinen Lasten auf, laß mich mittragen, mittragen nur — schalte mich nicht ganz aus beinern Leben aus. Laß ein ganz kleines Nestchen von Unfelbftänbigfeit bestehen als Geschenk für beine Mutter.
Ich werbe viel zu sinnen haben an biefem Abenb, wenn ich bis tief in bie Nacht hinein basitzen werbe unb Engelsgewänber nähen für meine Jüngste unb für brei frembe kleine Mäbchen, bereu Mütter krank sinb ober tot ober fortgegangen ...
Zeitschriften.
— Unseres Volkes Zukunft und Schicksal behandelt bie vom Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik unb Rassenpflege herausgegebene Zeitschrift „Neues Val t". Uns liegen Äugust- unb September-Heft vor. In allgemeinverständlicher Weise schreiben bie besten Fachleute Deutschlands über Bsvolkerungspolitik und Rassenpflege und bringen 3um erstenmal der großen Menge die Wichtigkeit dieser Fragen zum Bewußtsein. Bilderserien, di- völlig neuartig gesehen sind und deren Inhalt die Tendenz der Schrift unterstützen, ohne zu stark aufzutragen, unterbrechen den Textteil. Statistische Feststellungen und Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, die in wenige furxe, aber inhaltsschwere Sätze gefaßt sind, geben jedem das Bewußtsein, baß in biese Grundfragen der Zukunft unseres Volkes eingegriffen unb mit festem Programm vorgearbeitet werben muß. Dadurch, daß Das Reichsministerium des Innern und ber Neichsausschuß für hygienische Volksbelehrung in Verbindung mit dieser Veröffentlichung stehen, erhält „Neues Volk" seinen besonderen Wert. Es erscheint im Verlag Der Deutschen Aerzteschaft, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 118 b, und kostet vierteljährlich 1 Mark bei freier Postzustellung. Die Notwendigkeit einer solchen Zeitschrift ist unbedingt zu bejahen. Sie wird in allen Kreisen für die geistige Umwandlung der inneren Anteilnahme unseres Volkes an diesen bedeutsamen Gegenwarts- und Zukunftsfragen werben. Auch unseren Lesern wird diese Zeitschrift außerordentlich viel geben und sie zu vielen neuartigen Ueberlegungen anregen; der Verlag ist zu kostenloser Lieferung von Probenummern gern bereit
Tonfilm: »Siegfrieds Tod.^
Es war ohne Zweifel ein glücklicher Gedanke, den vor etwa zehn Jahren zuerst erschienenen Ufa- Film „Siegfrieds Tod" in der neuen vertonten Fassung wieder vorzuführen: der germanisch- beroische Stoff der großen Heldensage darf gerade heute auf außerordentliche Anteilnahme in unserem Volke rechnen. Was damals galt, gilt noch heute: der Film ist, wenn man von ber auf anberen Voraussetzungen sich aufbauenben Oper unb ben viel schwerer zugänglichen literarischen Fassungen bes Stoffes absieht, in unserer Zeit bie gegebene Form, bas mittelalterliche Epos in klaren unb großen Linien ben breiten Massen bes Volkes bilbhaft nahe zu bringen, verständlich und lebendig zu machen. Es spricht durchaus für die bedeutende Regie- Leistung von Fritz Lang, baß bas Werk nach so langer Zeit im Gesamtembruck nichts von seiner monumentalen Form verloren hat; biefer Film ist in einem großen Rahmen gemacht unb in allen seinen Szenen von einem starken unb einheitlichen Stilwillen beherrscht. Man hat keineswegs bas Gefühl einer peinlichen Sßieberbegegnung mit bem „stummen" Film nach sehr langer Zeit; vielmehr ist bie von Oottfrieb Huppertz vorgenommene Vertonung ber Handlung nach Wagnerschen Motiven bazu angetan, eine etwa burch bas Fehlen bes unmittelbar gesprochenen Wortes entstehend Leere mit pathetisch-feierlichen, oft lautmalerischen Klängen zu überbrücken. Die großzügige Linienführung ber Szenerie unb bie streng stilisierte Haltung ber
Gestalten verbinden sich zu einer starken unb geschlossenen Wirkung. An ber Besetzung ist nichts geänbert worden: Paul Richter ist noch immer ein jugendlich-männlicher Siegfried, strahlende Verkörperung Des germanischen Helbenibeals. Ihm zur Seite Margarete Schön als KriemhilD, keusch und verhalten, im äußeren Eindruck ein wenig an Die berühmten Stifterfiguren vom Naumburger Dom erinnernd. In scharfem Kontrast die Dunklen Gegenspieler: Hagen (S ch l e 11 o w) und Brunhild (Hanna Ralph). Sehr vornehm Der Gunther von Theodor Loos. — Die erneuerte Fassung bes berühmten Werkes, Die jetzt in vielen deutschen Städten wieder ausgenommen wurde. Dürfte auch bei uns ein zahlreiches Publikum finden. Im Beiprogramm sieht man einen Kulturfilm Der Ufa, Die Wochenschau unD einen Vorspann zum „Stern von Valencia". —r—
Selbstauslösung des Deutschen Slenographenbundes (Babelsberger von 1868.
Auf Grund eines Auftrages des Reichsinnenministers Dr. Frick an den Nationalsozialistischen Lehrerbund, eine einheitliche Gesamtorgani- sation aller deutschen Stenographen zu schassen, die ausschließlich Die Reichskurz- schrist vertritt, ist an alle Stenographie-System- verbände Die Aufforderung ergangen, sich aufzulösen und ihren Vereinen Den Weg in eine neu zu gründende Deutsche Stenographenschaft frei zu machen. Dieser Forderung Rechnung tragend, hat der Deutsche Stenographenbund Babelsberger von 1868 auf seiner kürzlich in Halle a. <d. Saale abgehaltenen außerordentlichen Tagung Die Selbst- a u f I ö f u n g beschlossen.
Heber zwei Millionen Pilger waren in Trier.
Der Pilgerverkehr steigert sich in Den letzten Tagen so stark. Daß für Die Schlußtage be- sonDere Maßnahmen getroffen roerDen müssen. Die Pilger werden nunmehr von zwei Seiten in Den Dom eingelassen. Eine Prozession zog 115 StunDen lang ununterbrochen am Heiligen Rack vorbei. Bis Mittwochmitternacht betrug Die Gesamtzahl Der Pilger 2 000 834. Als 2 000 000 ster Pilger wurDe Frau Helene S ch m i D t aus Der Heidelberger Lichterprozession festgestellt. Der Jubilarin wurDe im Namen Der Wallfahrtsleitung Das golDene Pilgerabzeichen, sowie ein BilD, DarstellenD Den Hockaltar Des Trierer Domes mit Dem Heiligen Nock, als AnDenken überreicht. Am Freitag wirD auch KarDinal Faulhaber von München in Trier eintreffen. Die Prozession Der 12 000 rheinisch-westfälischen Schützen unD Die Der Wallfahrts- leitung, Der Ausschüsse unD Des DrDnungsDienftes schließen am Samstag enDgültig Den Vorbeizug am Heiligen Nock, ber am Sonntagmorgen in einem Pontifikalamt bes Bischofs Dr. Bornewaffer feierlich verhüllt wirb. In ben Kirchen unb Kapellen ber Diözese Trier wird am 10. September ein feierliches Amt zu Ehren bes Heiligen Rockes gehalten.
Haupttagung bes Alldeutschen Verbandes.
TU. In Chemnitz hielt der Alldeutsche Verband seine diesjährige Haupttagung ab. Der Verbands- vorsitzende, Justizrat C l a ß, leitete feine Eröffnungsrede mit Der Feststellung ein, daß aus Der Ucbereinftimmung im Entscheidenden mit Der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, nämlich in Der leidenschaftlichen Liebe -zu unserem Volke und in Der Erkenntnis, daß Das neu unter straffster Zusammenfassung aller brauchbaren Kräfte entstandene Reich ein wahrhaft deutscher Staat werden würde, sich eine innere Verbundenheit der
beiderseitigen Arbeit ergäbe. Er führte bann unter Hinweis Darauf, Daß Der Alldeutsche VerbanD allezeit bei seiner Arbeit Den völkischen G e - Danken tn Den VorDergrunD stellte, im einzelnen aus, was Die heutige Regierung bereits in völkischen Dingen geleistet habe, begrüßte es und schloß mit Der Feststellung: „Was wir find unD können, stellen mir in ben Dienst bes Vaterlandes, Dessen Führung vom leidenschaftlichen Willen erfüllt »st, DeutschlanD zu retten." Die meisten übrigen Vorträge waren auch völkischen Fragen geroiDmet. Hauptgeschäftsführer Frhr. von Vietinghoff- Scheel sprach über Die Hauptaufgaben Deutscher Bevölkerungs- und Raumpolitik und Professor Gebhard, Friedberg i. H., über den Neubau der deutschen Erziehung. Dr. Graf Brockdorff schilderte in einem Vortrage eingehend die Weltwirtschaftskrise.
Direktor Fischer von der Ruscheweyh-AG. verhaftet.
Der Direktor Der mit zwei Millionen Reichsmark kapitalisierten Ruscheweyh-AG. in Langenöls (NieDerschlesien), Karl Fischer, wurDe in einer Der letzten Nächte in Görlitz fest genommen unD in Schughaft überführt. Die Verhaftung steht im Zusammenhang mit Den Vorgängen bet ber Ruscheweyh, bie vor wenigen Tagen bie Eröffnung bes Konkursverfahrens beantragt hat. Bei bem Unternehmen bürste nach ben letzten Mitteilungen nicht nur bas gesamte Aktienkapital verloren sein, auch Den Gläubigern Dürften erheb-, liche Verluste erwachsen.
Schwere Grubenunfalle in Ostoberschlesien.
Auf Der Mogrzijowgrpbe bei Sosnowitz ereignete sich ein schweres Grubenglück. Auf Der 400- Meter-Sohle waren zwölf Bergleute beschäftigt, als plötzlich ein Bruch Der Firste erfolgte. Sieben Leuten gelang es zu flüchten, während dia übrigen fünf von herabstürzenden Kohl"nmafsen überrascht und verschüttet wurden. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsarbeiten, Die nur sehr mühsam fortschreiten, ist es nach ISftünDiger Dauer noch nicht gelungen, an Die Verunglückten heranzukommen. Es besteht nur noch geringe Hoffnung, Die Leute lebenD zu bergen.
Auf Den Bohrschächten in Kostuchna rourDcn durch Zubruchgehen eines Pfeilers zwei Bergleute durch Kohlenmassen verschüttet und auf der Stelle getötet.
Auf Der NaDionkaugrube wurDe ebenfalls ein Bergmann Durch Kohlenmassen verschüttet. Die völlig verstümmelte Leiche konnte erst nach 30- ftünDiger Arbeit geborgen meröen.
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wefen, Sulin J Direktionen unbi W die Kreis- unb W gewerblichen Untetria gung über die Ein Grußes in den L
Unter Hinweis ouf< Reichsministers des. deutschen Grußes betr das diesbezügliche Am Ministerpräsidenten 31 17. Juli 1933 verfüge daß Lehrer und demHitlergrußz haben; er gilt auch 1 halb des Schulgrundfi Lehrer in den Schulen Kursleiter ufm., f verpflichtet.
Außerhalb der Schi Schüler in gleicher Wc
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Am Simstag, 9.S:p ein ffierbemarfd) bi wlts unb des Lundes be Bunde werden in mehre rand durch das Stadtim schieren. Dort wird da aufschlagen; Laoerbetri sehen sein. Die Gruppe dem Trieb eintrefsen.
Am Sonntag finde lung mit Büchsen s statt, die von dem Zu scher Mädchen durchs
Zn der Woche vom eine Haussamml und den Bund deutsch Zweck veranstaltet.
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