Ausgabe 
8.9.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Direktionen und Leiter der höheren Sd)i die Kreis- und Stadtschulämter und die Li

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Hiilergruß in den hessischen Schulen.

Die hessische Ministerialabteilung für Bildungs- wesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die

wenn Sie für die Spielzeit 1933/34 eine P l a miete zeichnen. Auskünfte und Meldungen in i Theaterkasse täglich von 9 bis 12 und von 14 16.30 Uhr. Samstag nachmittag und Sonntag schlossen.

Tauben-Konzerte in her Luft.

Die Taube gehört bei allen ihren schätzenswerten Eigenschaften nicht zu den musikalischen Vögeln und ihr Gurren hat mehr einen Stimmungsreiz als eine eigentlich melodische Wirkung. Wenn trotzdem in China Tauben-Konzerte sehr beliebt sind, Io werden diele nicht von den Tieren selbst ausgesührt, son­dern mit Hilfe von eigenartigenSloten, die man an ihren Schwänzen befestigt. Solche Taubenflölen sind recht verschiedenartig und werden dem Vogel an den Schwanz geklemmt, wie in der Frankiurter Wochenschrift. Die Umschau erzählt wird. DieSlo­ten sind aus kleinen Kürbissen und aus Bambus gefertigt und durch einen Lacküberzug wetterfest ge- macht; sie wiegen nur etwa 10 g und belasten die Tauben nicht sehr. Das Taubenkonzert, das man über Peking sehr häufig Horen kann, entsteht dadurch, datz mehrere mit solchenOrgelpfeifen ausgerüstete Tauben losgelassen werden und in der Luft ihre Kreise ziehen. Dann fliehen die Töne der einzelnen Instrumente ineinander und es entsteht der Eindruck, als ob hoch oben eine Aeolsharse ertöne. Während manche glauben, dah diele Lustkonzerte nur aus reiner Sreube an der Musik er und en worden sind, wird von andern die Ansicht vertreten, sie verfolgten den Zweck, die Raubvogel von den Tauben fern» zuhalten.

Ahnen bestimmen unser Schicksal.

Die Erforschung der Vererbungsgesetze begegnet heute besonderer Aufmerksamkeit. Wie sehr das Schicksal der lebenden Generation von Ahnen ab­hängt, die vor Jahrhunderten gelebt haben, zeigen Untersuchungen, die der schwedische Sorscher T. Sjö­gren in einem nordschwedischen Dorf durchgesührt hat und über die Prof. Lange in derDeutschen Medizinischen Wochenschrift berichtet- Sjögren er­forschte in dem von ihm so genannten Kirchspiel T-Sjö, das von jedem Verkehr weit abliegt und eine seit langem seßhafte Bauernbevölkerung hat, ein Geschlecht, das an einer sehr seltenen Sorm des Schwachsinns, der erblichen Oligophrenie, leidet. In den sehr genau geführten Kirchenbüchern waren von 1902 bis 1931 45 Schwachsinnige verzeichnet; es liehen sich aber im Bereich der Siedlung noch weitere 12 Säße von Schwachsinn feststellen, und bei ausgedehnten Ahnenkorschungen, die 1500 Per­sonen umfaßten, ergab sich, dah sämtliche Samilien, in denen die Haupt-Schwachsinnsform auftrat, auf eines von drei bestimmten Ahnenpaaren zurückgin­gen. Es handelte sich um 52 Schwachsinnige, die die

ter, noch in verjüngter Form kamen sie zu uns, sie sind verschollen, wenn auch da und dort, wie etwa in Schlesien und Westpreußen, in Schleswig- Holstein und Mecklenburg und da und dort in der

Hauptform der Oligophrenie aufwiesen, und zwar gehörten sie 34 Samilien an, für die j4 Ahnen bekannt sind Gleichzeitig lebten von den Schwach­sinnigen 1870 : 4, 1880: 10, 1900 waren es 25, 1910: 35 und 1920: 45. Bei diesem angeborenen Schwach­sinn lernen die Kranken weder Lesen noch Schrei­ben noch Rechnen, weisen Sprachstörungen auf und sind nur zu den allerem achsten Verrichtungen fähig. Die Untersuchung zeigte, dah sich eine ganz bestimmte Sorm der Idiotie, die vielleicht nur in dieser einen Sippe vorkommt, sich konstant fortpflanzt, wobei äu­ßeren Einflüssen offenbar nicht die leiseste Bedeutung zukommt. Man wird daher die verschiedenen Ecvwach- sinnsformen noch sehr viel klarer unterscheid en müssen, als es bisher der Sall ist, weil die Erb- lichteits-Bedingungen stets verschieden sind. Sodann geht deutlich hervor, welch auherordentliche Wich­tigkeit der Blutsverwandtscha t zukommt. Alle von Sjögren erfaßten Schwachsinnigen führen auf drei Ahnenpaare zurück, die vor 6 Generationen lebten und offenbar die Krankheitsanlage enthielten. Dabei war die Blutsverwandtschaft unter den Eltern der Schwachsinnigen eine sehr viel größere als in der Durchschnittsbevölkerung, obwohl bis vor nicht lan­ger Zeit die Heirat zwischen Geschwisterkindern ver- boten war, und auch jetzt ungern gesehen wird.

Die beste Art, em Ei zu kochen.

Das Ackerbauamt der Vereinigten Staaten hat zu Ruh und Srommen aller derer, die wirtlich gut gekochte Eier essen wollen, ein Merkblatt heraus- gegeben, in dem die schwere und vielumstrittene Kunst des Eikochens genau behandelt wird. Sur falsch wird erklärt, das Ei in kochendes Wasser oder heißes Sett zu legen, wie dies gewöhnlich geschieht. Dadurch wird das Eiweiß rasch zum Gerinnen ge­bracht und erhält eine harte lederartige Sorm, deren Rährwert herabgesetzt ist. Bei Anwendung mäßiger Hitze jedoch wird ein allmähliches Gerinnen des Ei­weißes erzielt, das dann zart und leicht verdaulich bleibt. Man soll also das Ei zunächst in kaltem Raffer aussehen und am besten in ein Sieb hängen, damit es den heißen Boden des Gefäßes nicht be­rührt. Dann läßt man das Wasser nur zum Auf­wallen kommen, aber nicht längere Zeit kochen. Wie lange das Ei im Wasser bleibt, hängt von dem Geschmack des Einzelnen ab. Eier, diehart ge­kocht werden sollen, können bis zu einer halben Stunde im Wasser gelassen werden; bann wirb bas Eiweiß noch immer zart bleiben. Aehnliche Vor­schriften werben auch für baä Backen von Eiern gegeben. ß.

ZahlunMleichierimg für Steuernlüstände der hessischen Landwirte.

Unterstützt das Stadltheater!

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns schrieben:

Sie haben es in der Hand,

Das Iungbannileffen in (Hießen.

Von der Stadtverwaltung wird uns ge­schrieben:

Das Deutsche Jungvolk, Iungbann Chatten beabsichtigt am Sonntag, 10. Septem­ber, verbunden mit dem Sammeltag für die deut­schen Jugendherbergen ein großes Jungbann- treffen in Gießen zu veranstalten. Hierzu wurden etwa 2000 bis 3000 Angehörige des Jung­volks aus dem Kreis Gießen, aus Butzbach, Bad- Nauheim und der übrigen Wetterau erwartet. Die­ser Tag ist von dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach als Jugendtag bestimmt wor­den und soll auch in Gießen als solcher ausgestaltet werden. Um auch äußerlich den erforderlichen Rah­men zu schaffen, wird die Bevölkerung gebeten, an diesem Tag d i e Häuserzu beflaggen.

Deutsche tanzen wieder deutsch

Zur Neuordnung unseres Tanzwesens. - Was tanzt der Deutsche am liebsten?

tubenunfälle In Ostoberschlesiw. i 'jifomgrybe bei Sosnow,"tz ereignete , i Qrubengliid. Huf her 400- iren jroo/f Bergleute befdjäftigt, r Bruch der Firste erfolgte. '! !lang es zu flüchten, während tot jr in herMürzenden MV.x\\w#n I lerschniiet wurden. Trotz |o> I : sMnnPLrMen, die nur sehr | eilen, ist es nach ISftiinbiger Dauer j iyn, an die Verunglückten heranzu- I lefteht nur noch geringe Hoffnung, [ id zu bergen.

ohrschächten in Kostuchna wurden | jeijcn eines Pfeilers zwei Bergleute n affen verfchüttet und auf der Stelle j) idionkaugrube wurde ebenfalls ein £ ird) Kohlenmaffen verschüttet. Die g nette Leiche konnte erst nach 30- it geborgen werden. _

rno tuen.

lagestalenber für Freitag. Palast- lichtspiele am Kirchenplatz: 9 bis 21 Uhr, Ausstellung Die deutsche Armee von 1913 bis 1933, große Trup­penschau. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Sieg­frieds Tod".

öon ber RvscheweyhM vnhaslel. hu? Millionen Reichsmark ! tuscheweyh-W. in Langenöls ;

y ^de in einer 1 -*n ®orI,b f e ft genommen

Qlt uberfufjrf. Sie Verhaftung steht 1 )Qng mit den Vorgängen bei der e vor wenigen Tagen die Eröff. nkursverfahrens beantragt Internehmen dürste nach den Men id)t nur das gesamte Aktienkapital Ach den Gläubigern dürsten erheb- rwachsen.

gewerblichen Unterrichtsanftalten folgende Verfü­gung über die Einführung des Hitler- Grußes in den Schulen gerichtet:

Unter Hinweis auf die Ausführungen des Herrn Reichsministers des Innern, die Einführung des deutschen Grußes betreffend, und in Anlehnung an das diesbezügliche Ausfchreiben des Herrn Hessischen Ministerpräsidenten zu Nr. M. Pr. 1. 7154 vom 17. Juli 1933 verfügen wir hiermit:

daß Lehrer und Schüler den Unterricht mit dem Hitlergruß zu beginnen und zu beschließen haben; er gilt auch allgemein im Verkehr inner­halb des Schulgrundstückes. Personen, die sich als Lehrer in den Schulen betätigen, wie Geistliche, Kursleiter ufro., find ebenfalls zu diesem Gruß verpflichtet.

Außerhalb der Schule grüßen sich Lehrer und Schüler in gleicher Weise.

D e Iu^endherberaS-Werbetage itt (3:e en.

Am Samstag, 9. September, findet nachmittags ein Werbemarsch der Hitlerjugend, des Jung­volks und des Bundes deutscher Mädchen statt. Die Bünde werden in mehreren Gruppen vom Stadt­rand durch das Stadtinnere nach dem Trieb mar­schieren. Dort wird dos Jungvolk ein Zeltlager ausschlagen; Lagerbetrieb und Spiele ro rb n zu sehen fein. Die Gruppen werden gegen 17 Uhr auf dem Trieb eintreffen.

Am Sonntag findet eine (Straßcnfamm- I u n g mit Büchsen für das Jugendherbergswerk statt, die von dem Jungvolk und dem Bund deut­scher Mädchen durchgeführt wird.

In der Woche vom 11. bis 16. September wird eine Hausfammluna durch die Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädchen für den gleichen Zweck veranstaltet.

den einzelnen Kurstädten vorgenommen werden kann. Auch hier kann man dein seitherigen Vor« stand ernstliche Vorwürfe nicht ersparen. Har er sich doch gedankenlos durch Investierung in beacht­licher Höhe fest gelegt, ohne sich iiber den Enderfolg feiner Maßnahme klar zu sein Auf sämt­lichen Gebieten der sozialen Krankenpflege sind dem neuen Vorstände weitgehende und schnellstens zu erledigenden Arbeiten erstanden, so daß diese Ar­beiten nur durch Einsetzung der ganzen Kraft und Uneigennützigkeit, die nur Nationalsozialisten zu eigen sind, bewältigt werden können Wir haben aber in der kurzen Zeit schon andere Probleme zur Erledigung bringen können und werden

auch hier im Interesse unserer kranken jede Möglichkeit ins Auge fassen, um wirklichen Sozialismus zu pflegen.

Nationalfozialist heißt Kämpfer fein, und ein Kämpfer schreckt auch vor rigorosen Maßnahmen nicht zurück. Jeder in Zukunft sich bietender Wider­stand innerhalb der Verwaltung wird im Interesse aller Beteiligten rücksichtslos beseitigt werden. Un­ser Endziel wird sein, ein mustergültiges soziales Institut dem Volke zu übergeben.

Die Revolution der nationalsozialistischen Armeen hat auch die frühere Leitung der AOK. Gießen- Stadt hinweggefegt. Die Uebernahme der Lei­tung dieser Krankenkasse erforderte innerhalb der Verwaltung einschneidende Maßnahmen, um ein wirklich soziales Institut den Versicherten zu über­geben.

Als erste und wichtigste Maßnahme wurde die wesentliche Herunter st ufung der seit­herigen untragbar hohen Gehälter vorgenommen. Es ist nicht mit den Interessen der Kranken zu vereinbaren, auf der einen Seite die Leistungen zu fchmälern und auf der Gegenseite die seitherigen Gehälter weiter auszuzahlen. Die höchste Ausgabe einer Krankenkasse ist ein wahr­haft so z i a l e s Streben und die Herbeifüh­rung der Gesundung unserer Kranken mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Die Linsparungsmaßnahmen ergaben eine Etat- entlaflung von 12 000 Mk. jährlich, was einer Erhöhung der Krankengelbleistung von zirka 0,6 o. h. entspricht.

Die seitherigen Pensionen der früheren Ange­stellten Fourier, Beckmann, Strobel und Repp wurden erstens durch die Neueingruppie­rung und zweitens durch das Gesetz zur 'Wieder­herstellung des Berufsbeamtentums teilweise bis zu 60 v. H. gekürzt.

Die Durchführung des Gesetzes zur Wiederher­stellung des Berufsbeamtentums hatte eine fristlose Entlassung und verschiedene weitere Kündigungen zur Folge. Die Neueinstellungen geschehen nach den Gesichtspunkten der nationalsozialistischen Idee, d. h. es werden nur Fachkräfte ober kauf­männisch vorgebildete Derwaltungs- beamte, die durch einen Schulungskursus für dieses Spezialgebiet ausgebildet wurden, eingestellt. Die neue Leitung wird die Erziehung eines wirk­lichen Berufsbeamtentums anstreben. Oie Ausgeschiedenen müssen unter allen Umständen durch Tüchtigere ersetzt werden.

Der Derroalfungsapparaf in seiner seitherigen kostspieligen Ausdehnung ist auf die Dauer untragbar, hier muß die Initiative des Füh­rers für größere Einsparungen sorgen und dem SäheGemeinnutz geht vor Eigennutz als Gedankengut der nationalsozialistischen Idee Geltung verschaffen.

abgeben. DerAtlas für deutsche Volks künde" hat nämlich in den letzten Monaten an feine Mitarbeiter eine Rundfrage gerichtet, die die Vorliebe jeder Gegend für tänzerische Formen sest- stellen sollte.

Das Ergebnis ist interessant genug. Wer etwa glauben wollte, daß die modernen Tänze überroie gen, der hat sich gründlich geirrt. Herrschen im Nor den noch die modernen Tänze vor, so überwiegen im ganzen Süden, einschließlich Oesterreichs, die älte­ren. Süddeutschland hat auch hier seinen konserva­tiven Charakter bewiesen. Alle Sitten und Anschau ungen in Ernst und Spiel haben sich hier ebenso er­halten wie Schleswig Holstein und bei den Friesen. Auch Schlesien steht treu zu seinen über- tommenen Volksgütern. Die Frage nach der Tanz­musik: ob es üblich sei, nach Radio und Grammo phon zu tanzen, wurde in Süddeutschland seltener als in Nooddeutschland bejaht.

Nun zum Tanz selbst! Nach wie vor ist der Walzer in Deutschland und Oesterreich die häu­figste Tanzform, ja, der ureigenste Tanz des deut­schen Volkes Der Rundtanz herrscht vor, ob er nun alsDreher", als .Ländler", alsBayerischer", als Schleifer" oderWiener Walzer" getanzt wird. Allerdings pflegt Süddeutschland den Walzer viel mehr als der Norddeutsche. Der Süden tanzt nur Walzer oder Abarten des Walzers:Ländler" und Dreher", während in Norddeutschland und vor allem in Rheinland-WestfalenSchottisch",Oua- drille" und .Lancier" getanzt werden. In Schles­wig-Holstein und Hannover geht derHamburger" vor. DemPolka" begegnen wir überall, wenn er auch nicht zu den Favoriten gehört. Dasselbe gilt für denRheinlände r". In Süd- und West­deutschland steht auch dieMazurka" hoch im Kurs, während in Böhmen und Oesterreich der Marsch, der bei uns ja kaum vorkommt, begeistert getanzt wird.

Die ganz alten deutschen Volkstänze sind aber so gut wie ausgestorben. Weder in oeränoer-

unmittelbaren Anteil zu gewinnen am Geistes­leben der Gegenwart und an den großen künstleri­schen Schöpfungen deutscher Vergangenheit,

uns zu helfen und damit der großen kulturellen Ausgabe gerecht zu werden, die dem Stadttheater Gießen als der Bühne Oberhessens gestellt ist, mitzuarbeiten an der Wiedergeburt des deutschen National-Theaters,

Ihr Theater von öffentlichen Unterstützungen un­abhängig zu machen.

Säubemngsaktion bei den Krankenkassen im Kreisgebr'et Gießen.

T>on Otto Jung, 1. Vorsitzender.

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AOK -Gießen-Stadt durchgeführt werden. Hier Han- bell es sich um eigenen Grundbesitz, für welchen keine Miete zu zahlen ist. Der Mietzins der AOK. Gießen-Land beträgt zur Zeit 3600 Mark und der Landkrankenkasse 1000 Mark.

Durch diese Vereinigung bzw. Zusammenlegung aus Grund der Beflimmungen der RHO. und Ersuchen des hessischen Staatsministeriums. Ministerialabteilung 3, werden weitere Einspa­rungen durch Vereinfachung der Betriebe erzielt.

Wir werden keinen Moment außer Acht lassen, um Mittel frei zu machen, mit welchen man die Lei­stungen für die Kranken erhöhen kann und die Wiederbelebung unserer Wirtschaft durch Senkung der Beiträge auch im kleinsten Raume anjuregen.

Die Erholungsheime müssen Gegenstand einer individuellen Beratung der Vor­stände bilden. Der Zweck der Erholung besteht nicht darin, die Kranken in ein Heim zu geben, welches nicht ärztlich geleitet wird, um sie einer generellen Verpflegung zu unterließen, sondern die Aushei­lung bestimmter Krankheiten, hie nur durch indivi­duelle ärztliche Behandlung und Beaufsichtigung in

Theodor Körners WortAuch der Deutsche hat seinen Tanz", bald ein Jahrzehnt vergessen, soll nun wieder Klang und Bedeutung erhalten. Das deutsche Empfinden in Haltung und Schritt war lange in Verruf gebracht, wurde rücksichtslos ausgeschaltet, man mußtemodern" tanzen. Die Grundlagen dieser gepflegten Form gesellschaftlichen Zusammenseins wurden zerstört. Tanz wurde ent- weder Sport oder sinnlose Beinakrobatik. Unbe- herrschte Hemmungslosigkeit durste sich austoben, kul­turlose Manier herrschte vor. Was galt noch deutsche Art, wenn artfremde Mode befahl, wenn gewissen­loseSchieber" das gesamte Tanzwesen verbogen und verzerrten

Im Jahre 1929 begann die gesunde Reaktion der deutschen Tanzlehrer sich doch zu erheben.Schic- ber", Charleston, Blackbottom und Rumba waren bald wieder vergessen.

Der letzte Winter aber brachte heute scheint es beinahe selbstverständlich wiederdeutschen Stil". DieRuhe in der Bewegung" setzte sich durch, Pariser Art verschwand mehr und mehr, an an ihrer Stelle machten Berlin und London die Mode. Man erkennt gerade an diesem Beispiel, daß Tanz ein untrüglicher Spiegel der Kultur ist. Was ein Jahrzehnt nicht möglich gewesen, konnte die nationale Besinnung, die mit Beginn die­ses Jahres die siegende Höhe erreichte, beinahe von heute auf morgen schaffen. Und die kümmerlichen Ueberrefte aus dem zerstörenden Jahrzehnt der Nachkriegszeit werden jetzt vollends hinweggefegt.

Am 12. August wurde in Kissingen derEin­heitsverband Deutscher Tanzlehrer" begründet, der sich demKampfbund für Deutsche Kultur" unterstellte. Arbeit genug wartete auf die neuenSchrittmacher" auf dem deutschen Tanz- hoben. Zunächst wurden einmal die alten .Moder­nen" Tänze deutschen Empfindens in Haltung und Schritten angeglichen, bann schuf der Verband neue, spezifisch deutsche Tänze ober belebte sie, besser gesagt, roieber neu. Zum Dritten aber mürbe in Kissingen enblich eine Organisation geschaffen, bie in Zukunft {eben Tanzlehrer erneut auf seine Eig­nung als Tanz- unb Jugenberzieher prüfen und alle so gefährlichen Außenseiter, bie Stanb unb Tanz in Verruf gebracht, rücksichtslos ausstoßen wirb.

Nun ist ber Weg roieber frei unb bie Voraus­setzung bafür geschaffen, daß bas deutsche Tanz- roefen zu einer einheitlichen, ber beuischen Wesensart entsprechenben Bewegung werben kann. Es ist kein Zufall, wenn gerade in diesen Tagen sich auch die Wissenschaft ber überkommenen Formen für ben beutschen Tanz angenommen hat. Für die Zukunsts- pläne werden diese Feststellungen willkommene Grundlagen zum Ausbau des deutschen Tanzwesens

Darmstadt, 7. Sept. (WSN) Die Staats- Pressestelle teilt mit: Wie der Herr Landesbauern- - präfibent bereits auf dem Bauerntag in Langen am 20. August 1933 ausführte, wird zur Zeit er­wogen, wie den Landwirten die Zahlung ihrer Steuern erleichtert werden könnte. Zur Vermeidung von Mißverständnissen muß aber klargestellt werden, daß sich die Darlegungen des Herrn Landesbauernpräsidenten nur auf hessi- s ch e Staats st euern bezogen. Sie gelten ins- besondere nicht für Gmeinde-, Kreis- und Pro­vinzialsteuern, weil es selbstverständlich den Korn- munaloerwaltungen zunächst überlassen bleiben muß, in eigener Verantwortung diejenigen An- Ordnungen zu treffen, die sie nach Lage der ört­lichen Verhältnisse für erforderlich und möglich hal­ten. Wegen der hessischen Staats ft euern gilt folgendes:

Die Finanzämter sind ermächtigt, für landwirt­schaftliche Betriebe bie oorßanbenen Staatsfteuer- rürfftänbe aus früheren Jahren zinslos zu stunden. Voraussetzung für dieses Entgegen- kommen ist aber die pünktliche Entrichtung ber tausenden Steuerraten. Es ist Pflicht jedes Staatsbürgers, bie Steuern pünktlich z u entrichten, weil ber Staat sie zur Erfüllung feiner Ausgaben braucht. Die Abwicklung der zunächst zu stundenden Rückstände aus Vor­jahren soll nach einem festen plan erfolgen, der

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unter Beachtung der besonderen Verhältnisse jedes einzelnen Falles aufzustellen wäre. Eine aligemeineRiederschlagung der vor­handenen Rückstände kann schon allein aus Rück­sicht aus diejenigen Volksgenossen, die ihre Steuern pünktlich gezahlt haben, keines­falls in Frage kommen. Sofern aber die festgesetzten Tilgungsraten pünktlich geleistet werden, wird ein Teil der Rückstände niedergeschlagen werden.

Ob es möglich ist, die wegen der Staatssteuem ge­troffenen Anordnungen noch auf andere staatliche Gefälle auszudehnen, wird zur Zeit geprüft. Zur Zeit schweben Verhandlunaen über die Art und Weise, wie die Zahlungsfähigkeit des einzelnen Landwirtes festzustcllen und bei der Aufstellung des Zahlungsplanes in Bezug auf die Höhe ber Tilgungsraten unb ben Beginn ber Tilgung zu be­rücksichtigen wäre. Bis zum Erlaß weiterer Anord­nungen gelten die derzeitigen Vorschriften, insbe­sondere die über die Beitreibung, unb bie seither ergangenen Verfügungen ber Steuerbehörden un­eingeschränkt weiter. Es sei nochmals darauf hin- geroiefen, daß jedes Entgegenkommen hin« sichtlich der Steuerrückstände von der pünM- ließen Entrichtung der laufenden Staats st euern abhängig gemacht wer­den muß.

Wenn auch bei ben hiesigen Krankenkassen solche Mißstände wie in Frankfurt a. M. unb Offenbach nicht zutage gefördert würben, so dürften doch ver­schiedene Ausgaben, bie einfach untragbar waren, unb nur auf ein verschwenberisches unb unübersicht­liches Arbeiten ber früheren Vorstanbs- unb Ge- schaftsführerimtglieber Hinweisen, ben Beweis er­bringen, baß es höchste Zeit war, biese Sozial- inftitute unter nationalsozialistische Führung zu bringen. Wenn ein Geschäftsführer bei Einkauf einer Büromaschine im Werte von 6S00 Mark über­sieht, die Bezahlung rechtzeitig zu tätigen und durch Schwund des 10-Prozent -Rabattes die Kasse mit weiteren 680 Mark belastet, so muß die Rückforderung dieser 680 Mark an diesen frü­heren Geschäftsführer als zu recht bezeichnet werden.

Der früher in Aussicht genommene Neubau der Krankenkassen ist durch Einspruch der Arbeitgeberoertreter nicht zur Ausführung gekom­men. Ein Fehlbetraa von unübersehbarer Bedeu­tung wurde durch Aufgabe des Neubauprojektes verhindert. Was die Krankassenpaläste für bie Ver­sicherten in Wirklichkeit bedeuten, dürften die Bei­spiele der AOK.'s in Frankfurt a. M. unb Offen- bad) beweisen. Eine Steigerung ber Beiträge unb eine wesentliche Senkung ber Leistungen ist bie Folge.

Es sei auch der Oeffentlichkeil nicht verschwiegen, baß bie plane ; u dem Neubau allein dengeringen" Betrag von 7 5 0 0 Mark er- forberlen, welcher burch ben früheren 1. Vor­sitzenden anstandslos ausgezahlt worben ist. Diese plane liegen nun in ben Schränken ber Krankenkasse unb können niemals eine Verwertung finben.

5m Kreise Gießen werben zur Zeit brei Kranken­kossen unter selbstänbiger Geschäftsführung unb Ver­waltung geführt. Die AOK. Gießen-Stabt umfaßt 8500 Mitglieber, Gießen-Lanb 8000 unb bie Lanb- krankenkasfe 3000 Mitglieber. Als nächste äußerst wichtige Maßnahme muß bie Vereinigung dieser brei Krankenkassen in Angriff ge­nommen werben. Eine Kaffe mit einem Mitglieder- bestand von rund 20 000 unter einer Geschäftsfüh­rung und einem Vorstand bringt eine Ersparnis oon jährlich 16 000 Mark. Die Vereinigung der Krankenkassen soll räumlich in die Gebäude ber

Mecklenburg unb ba unb hort in ber Gegenb noch einige uralte Vertreter bes beutschen Volkstanzes Vorkommen. Erinnert sei noch anSchneiderkarline",Hühnerscharrc" unb Oberelz" für Schlesien unb Westpreußen.

Die neue Saison wirb in großen Linien auf ben Rheinlänbe r",R e i ch s ro a l z e r" unb Marschtanz" Hinweisen. Das rege Interesse an ben neuen Tänzen scheint bafür zu sprechen, baß unsere Tanzlehrer für den neuen Tanz ben rechten Stil gefunben haben.

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