Aus der Provinzialhauptstadt.
Oie heutige Zeier der Universität.
lieber die heutige huldlgung»feler her Universität für die nationalen Regierungen des Reiches und Hessens in Verbindung mit der feierlichen Verkündung de» neuen Studenten- recht» durch den Herrn hessischen Staatspräsidenten vr. Werner werden wir nähere Einzelheiten zur Orientierung der Bürgerschaft in unserer Rachmll- tagsausgabe berichten. Sdjon jetzt sei besonders daraus hingewiescn. dah punkt 21 Uhr ein Jackelzug der Studentenschaft von der Volkshalle aus durch die Kaiserallee. Ludwigsplah und Ludwig- stratze zur Universität vor sich gehen wird; anschlie- hend folgt eine Huldigung vor dem Herrn Staatspräsidenten. hierauf wird der Jackclzug zum Stu- denlenhaus am Lcihgesterner weg fortgesetzt. Rohere» heute nachmittag.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Volkshalle, 17 Uhr. große nationale Kundgebung der Uni» oersität. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Teilnehmer antwortet nicht".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 9. Mai, als 31. Vorstellung im Dienstag-Abonnement in dieser Spielzeit zum ersten Mal die Ausführung des Lustspiels: „Die deutschen Kleinstädter" von Kotzebue unter der
Spielleitung von Oberspirlleiter Peter Fafsott. In der Rolle der Frau Staar Frau Auguste P r a s ch - Grevcnberg. Ehrenmitglied bcs Meininger Landestheaters, als Gast. Die Erstausführung ist in völlig neuer Inszenierung und zu gewöhnlichen Preisen. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Die letzte Ausführung des Dolksstücks: „Die vier Musketiere" von Sigmund Graff unter OberspieUeiter Peter Fassotts Regie findet am Mittwoch, 10. Mai, statt als 29. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Das Stadttheater Gießen ehrt den Genius Richard Wagner, dessen 50 Todestages wir in diesen Tagen gedachten, am Freitag, 12. Mai, durch eine Aufführung eins seiner bedeutendsten Werke: „Tristan und Isolde". Dieses einmalige Gastspiel des Opernensembles des Mainzer Stadttheaters findet als 30. Vorstellung im Freitag-Abonnement statt. Es gelten an diesem Tage Opernpreise; Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit.
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*• QI m Starrkrampf geftorben. 3n der hiesigen Klinik verstarb am Samstagabend der 34 3ahre alte verheiratete Landwirt Wilhelm Matthes III. aus Dettenhausen, der vor einigen Tagen mit schwerem Starrkrampf eingeliefert worden war. Wie schon berichtet, war der Starrkrampf dadurch entstanden, daß der bedauernswerte Mann eine kleine Verletzung an der Hand durch einen Holzsplitter nicht weiter beachtet hatte und auf diese Weise eine Infektion entstand, die nunmehr den Tod zur Folge hatte.
OieIagdimMai.
An strahlend blauem Himmel lacht die Maiensonne und gieht Licht und Wärme über Feld und Flur und leuchtet hinein in den FrühlingS- wald, Leben weckend, wohin sie auch kommt. 3n frischem Grün stehen Felder und Wiesen, und Schaumkraut und Hahnenfuß weben bunte Dlüten in den grünen Teppich- Birke, Erle, Linde, Buche und schließlich auch die Siche legen ihr schmuckes Kleid aus jungem Laub an, und aus dem Waldboden duftet das Maiglöckchen und schimmern Sauerklee und Waldmeister. Heber Feld und Wald aber schwebt dos vielstimmige Lied unserer kleinen Sänger von der hohen Fichte heult der Dingeltauber und im Buchenaltholz ruft der Kuckuck.
Da hält es den Jäger nicht mehr im engen Daum und der lärmenden und hastenden Gemeinschaft der Menschen. Auf leisen Sohlen pürscht er vor Tau und Tag durch sein Revier und nimmt mit offenem Auge und offenem Ohr all die Schönheiten der Datur in sich aus. Dicht 3agd ist es im landläufigen Sinne, wenn er um die Ahlenflucht stillsitzend den Abendfriebcn des Waldes aus sich wirken läßt, seinen Hund, den besten Wcidgcscll zur Seite, indes die Bücyse auf den Knien ruht. Dur zum Schutze feinet) Wildes ist sie da. da« jetzt dessen besonders bedarf. Denn bald werden Wald und Feld sich in eine große Kinderstube verwandeln, wenn das Federwild brütet und das Haarwild seht.
Die Feit, wo im Mai der erste D e h b o ck aus die — noch nicht rote — Decke gelegt wurde, ist fast in allen deutschen Ländern vorbei. 3n Hessen wie in Preußen beginnt die Bockjagd seit diesem Jahre einheitlich am 1.3uni. Aber der rechte Jäger ist schon viel früher so oft wie möglich draußen. Denn gierig drängt das Rehwild zur frischen Grünäsung und bietet dadurch dem Weidmann Gelegenheit, sich ein Bild von der Stärke und der Zusammensetzung seines Bestandes zu machen. Die guten Böcke haben schon fiefcgt und werden bald verfärben. Leider sind ic dann zu Beginn der Jagd meist das alleinige Ziel aller Wünsche. Dieses Dersahren ist im Sinne der Heranzüchtung eines gesunden, kräs- tigen Schlages grundfalsch. Ausgabe der Maiwochen muß es sein, vor allem die schlecht veranlagten und deswegen abschuhreisen Böcke so sicher zu bestätigen, daß sie als erste fallen, wenn das Gesetz sie freigibt. Eie dürfen nicht in die Blattzeit hineinkommen, denn nur von kräftigen Eltern ist ein gesunder Schlag zu erwarten. ilnb wie ist es in Wirklichkeit? Die guten Böcke fallen so bald wie möglich, damit die Wände voll werden, und die schlechten mogeln sich durch, werden jahrealt und verderben Jahr für Jahr den Wildbestand, bis schließlich der Jäger mit Erstaunen feststellt, was aus seinem Rch- stand geworden ist. Die Hegesammlungen, die alljährlich auf den Iagdausstellungen gezeigt werden. sind zwecklos, wenn diese ihnen zugrunde
liegenden Gedankengänge nicht auch in die jagdliche Praxis mehr und mehr Eingang finden
Rot-, D a m - und Rehwild sehen im Mai- Juni. Ruhe im Revier ist oberstes Gesetz. Irgendwelche Rücksicht gegen jagende oder unbeauffid)- tigte Hunde ist jetzt nicht am Platz.
Im Feldrevier achte man vor allem auf Katzen! Cs ist kaum ein größerer Feind unserer Diederjagd vorhanden wie die streunende Katze, die die Felder und Wälder viel mehr brandschatzt als mancher Revierbesiher ahnt. Die späten Abend- und vor allem die frühen Morgenstunden sind die beste Zeit, um dieser Plage Einhalt zu gebieten. Jede Katze, die mehr als 200 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt ist, darf abgeschossen werden.
Die Krähen brüten. Wer seither ihrer nicht habhaft werden konnte, wird versuchen ihre ihre Dester ausfindig zu machen, um die Bewohner abzuschiehen. Aber man überzeuge sich zuvor, daß wirklich Krähen auf den Restern brüten. Denn nur zu oft sind es nützliche oder geschützte Raubvögel, die dem Schießen ohne vorherige Beobachtung zum Opfer fallen.
Die Gelege unserer Wildhühner sind nicht nur durch die schwarzen Cierräuber bedroht, sondern auch durch'dcn Menschen. Sense und Mähmaschine fordern alljährlich große Opfer, vor allem, wenn Hühner und Fasanen im Klee brüten. Es wird deswegen empfohlen, solche Aecker öfters mit dem Hund zu beunruhigen, um die Hennen zu veranlassen, andere Brutstätten wie z. D. Getreidefelder mit späterer Ernte, auszusuchen.
Auch die W i l d t a u b e n , die Schonzeit haben, brüten bereits, und auch die Ente sitzt auf den Eiern.
Im Fuchsbau sind Junge. Die selbstverständliche Weidmannspflichf, die säugende Fähe nicht von den Jungen wegzuschießen ist in Preußen jetzt Gesetz geworden
Die Schonzeit des Dachses endigt in Hessen am 15. Mai. 3m Gegensatz zu den Dachrichten aus anderen Gegenden hat die Zahl der Grimbärte bei uns eher zu als abgenommen. Wo man der Diederjagd, vor allem der Hege des Fasans, besondere Aufmerksamkeit schenkt, ist der Dachs kurz zu halten. Denn er schätzt Eier sehr, und auch Jungwild wird nicht verschmäht. Es bietet sich bei Pirschgang und Ansitz auf den Rehbock oder auch beim Ansitz am Bau immer einmal Gelegenheit, einen Dachs zu schießen. 3edenfalls haben wir heute Reviere, in denen fast alle Baue vom Dachs befahren sind.
Der Berlauf des Frühjahrs war bis jetzt so, daß der Weidmann hoffnungsfreudig fein darf. Erinnert er sich auch immer wieder, daß er mit der Hebernahme seines Revieres auch Hegerpflichten übernommen hat, dann wird es schließlich am Lohn, an köstlichen, weidfrohen Stunden, nicht fehlen.
Hubertus.
Der 1. Mai in Oberheffen.
Eindrucksvolle Kundgebungen zu Ehren der deutschen Arbeit.
Daubringcn.
§ Der Tag d e r nationalen Arbeit wurde in unserem festlich geschmückten Dorf mit Glockengeläute begonnen. An der Zigarrensabrik der Firma Rinn & Eloos wurde im Beisein aller Arbeiter und Arbeiterinnen die Hakenkreuzfahne gehißt. wobei der 2. Blockwart Stein eine markige Ansprache hielt. UeberaU waren Lautsprecher zur Ucbcrtragung von Berlin ausgestellt. Am Nachmittag bewegte sich ein überaus großer Festzug durchs Dorf, an dem sich alle Ortsvereine, die Schulkinder unter Führung ihrer Lehrer und die Arbeiterinnen der Zigarrensabrik beteiligten. Das Trommler» und Pfeiferkorps des Turn- und Sportvereins iteUtc die Marschmusik. Die SA. flankierte die Fahnengruppe. Auf dem Sportplätze trugen Schüler im -prechchor den Rütlischwur vor, dem die Ansprache des 1. Block- warts Will folgte. Begeistert wurde das Hor|t- Welsel-Lied gesungen. Es folgten dann Lieder der beiden Gesangvereine, Gedichte der Schüler, eine kernige Ansprache^ies 2. Blockwarts Stein, Die in einem dreifachen Sieg-Heil ausklang. Der Männerturnverein zeigte gute Leistungen in Freiübungen und am Barren. Die Mitglieder des Kriegervereins führten einen vorzüglichen Parademarsch vor. Es folgten Spiele und Wettkämpfe der Schulklassen. Alle Darbietungen ernteten reichen Beifall. Die cdjülcr wurden mit Brezeln, Hakenkreuzgebäck usw. bedacht. Das Schlußwort sprach Bürgermeister Preis, der zum einmütigen Zusammenstehen in der Gemeinde aufrief und allen, die zur Ausgestaltung des Tages beigetragen haben, herzlich dankte. Das Deutschland- lled bildete den Abschluß. Am Abend wurde die Feier vom Tempelhofer Feld übertragen.
Garbenteich.
Der Tag der nationalen Arbeit nahm auch hier einen imposanten Verlaus. Roch nie jah man Garbenteich so festlich geschmückt. Auf dem Adots-Hitler-Plag fand ein Gottesdienst statt. Pfarrer Steiner- Hausen sprach über den Text „Dienet einander". Danach bewegte sich ein großer Fest zua durch die Ortsstraßen. Geschäftsleute zeigten aus geschmückten Autos ihre Waren. Auf Festwagen ver herrlichte man den Bauernstand, den Obstbau und das Handwerk. Die Schulkinder trugen überwiegend braune Kleidung. Sämtliche Vereine nahmen teil. Rach dem Umzug wurde die Hitlerlinde aus dem Adolf-Hitler-Platz eingeweiht. Lehrer Stumps hielt die Weihereoe Stützpunktleiter Stoll übergab den Baum der Obhut der Gemeinde. Bürgermeister Burk sprach ein zu Herzen gehendes Schlichmort. Die Feier wurde umrahmt von Chören sämtlicher hiesiger Gesangvereine. Hieraus versammelte man sich im Saale des Gasthauses „Zum grünen Baum wo die Kapelle M a n k, Wiefeck, konzertierte. Abends wurde die Kanzlerrede im überfüllten Fest- faalc mit Begeisterung ausgenommen. Darauf zeigte der Bund deutscher Mädchen Reigen und Tanze, die reichen Beifall fanden. Lebende Bilder der SA.. Darbietungen des Turnvereins und des Sportvereins oerfchönten den Abend. Dieser Tage zeigte so recht, wie die deutsche Freiheitsbewegung auch in Garbenteich ihren Siegeszug gehalten hat.
Lich.
♦ Der Tag der nationalen Arbeit Iah unsere Stadt in einem Schmuck, wie er noch niemals erlebt wurde. Die beiden Tage vorher hatte die Stadtverwaltung und auf deren Anregung auch
oie fürstliche Ooersörstrrei aas Den Wäldern Birten-, Buchen- und Tannengrün ansahren und verteilen lassen, so daß jedes Haus ausreichend qc schmückt werden konnte. Türen und Fenster aller Häuser waren um kränzt, in vielen Stadtteilen Girlanden quer über die Straßen gespannt. Jedes Haus trug reichen Flaggenschmuck. Der Tag (elbft begann mit einem Weckruf der Kapelle der freiwilligen Feuerwehr Lich und des Trommlerkorps der evangelischen Iugendvereinigung. Dann traten in den Betrieben die Belegschaften zur Flaggen hissung an. Reichsbahn und Reichspost feierten in ihren Betrieben. Die übrigen Behörden hatten sich zur gemeinsamen Feier am hessischen Forstamt Lich versammelt. Die städtischen Arbeiter, Notstands und Jürsorgearbeiter waren aus dem Adlerplatz zur Flaggenhissung angetreten. Während des (Blot kengeläutes marschierten die einzelnen Versammlungen in geschlossenen Zügen auf den großen Platz hinter der Turnhalle zum Feldgottesdienst, der von Stistspsarrer Draudt unter Mitwirkung des hiesigen Posaunenchors in eindrucksvoller Weise ab- gehalten wurde. Zn der Turnhalle und aus dem Platz hinter der Turnhalle waren auf Kosten der Stadt Lautsprecher ausgestellt worden, durch die die Radioübcriragungcn von Berlin und Darmstadt vermittelt wurden. Dachmittags fetzte sich ein am Bahnhofsplatz aufgcftclltcr Festzug durch die Ortsstraßen in Bewegung, wie Lich noch keinen sah, weder in feiner Größe noch in seiner Diclseitigkeit. Die Spitze bildete die SS. und die SA., dann folgten die Schulen, die Kapelle der freiwilligen Feuerwehr, die Beamten unb Angestellten der Behörden, die Belegschaften der Betriebe, zwischen denen Darstellungen der einzelnen Gewerbe und der Landwirtschaft zum Teil auf reichgeschmückten Wagen eingeschaltet waren, die freiwillige Feuerwehr Lich mit dem ältesten und neuesten Typ je einer Spritze. Die Fahnen der Dereine waren zu einer Fahncn- aruppe zusaminenacfaßt. Die Ortsvereine selbst bildeten den Schluß des langen Zuges. Auf dem Festplah begrüßte Pg. Pfarrer Draudt die Festtcilnehmer. Dach mehreren Märschen der Feuerwehrkapelle hielt Pg. Bartholomäus aus Gießen eine begeisterte Ansprache über den tieferen Sinn dieses Tages. Den Schluß bildete ein „Deutscher Abend" in der Turnhalle zum gemeinsamen Anhören der Radioübertragungen aus der Reichshauptstadt. Hervorragend eingeübte Reigen und deutsche Tänze der DSDAP.« Frauengruppe trugen wesentlich zur Unterhaltung in den Zwischenpausen bei. Der Andrang zu dem geräumigen Saal war so stark, daß viele Festteilnehmer keinen Platz mehr sanden und trotz der in den Abendstunden kühlen Witterung im Freien sitzen mußten. Die glänzend verlaufene Deranstaltung fanb erst in den Morgenstunden ihre Ende.
Rodheim an der Horloff.
□ Der Tag der nationalen Arbeit wurde in unserem Dorf zu einem eindrucksvollen Bekenntnis zur deutschen Volksgeineinschoit Zn einer öffentlichen Schulfeier, an der sich lau die gclamie Einwohnerfchait beteiligte, legte Mehrer Dietrich in begeisterten Worten Sinn und Bedeutung des Tages dar. Die Feier war umrahmt von paffenden Gebichtvonragcn, Harmomumfpiel, dem Horst-Wesfel-Lied und dem Deutschlandlied. 3m Anschluß an diele Wethestunde bewegte sich ein schlichter, aber sehr sinnvoll aiiigcfteQtcr Festzug durch das geschntuckte Dorf. Hinter der Schuljugend marichierten Vertreter aller Beruis- gruppen in Arbeitskleidung. Nach einer Wirkung», vollen Ansprache des Ortsgruppenleiters Hch. Rus del löste sich der Zug aus. Durch cuv Rundfunk, anlagc war cs vielen möglich, im Geiste dem Staatsakt der Hessischen Regierung beizuwohnen. — Zur Ehrung von Männern, die für die nationale Erneuerung unsere» Vaterlandes Verdienst« volles geleistet haben, und gleichzeitigen Verschöne« rung unserer Denkmalsanlage wurden die wer Ecken dieser Anlage mit Lichen bepflanzt, hie bis Namen: Hindenburg-Eiche, Adolf Hitler-0 iche, Dr.« Werner-Eiche und Dr. Muller-Eiche erhielten.
nirchgönv.
Unter großer Anteilnahme der Einwohnerschaft wurde auch hier berlagbcrnationalcn A r - beit festlich begangen. Am Morgen lauteten die Glocken den Feiertag ein. Nachmittags bewegte sich ein Festzug, bestehend aus der Sdiuljugenb, den beiden Gesangvereinen, Turnvereinen und Feuerwehr durch die geschmückten Straßen unseres Dorfes nach dem Schulhof, wo eine eindrucksvolle nationale Feier stattfand. Vaterländische Chore, Dorgetragen von den beiden Gesangvereinen und begeisterte vaterländische Ansprachen, die ein Bekenntnis zur nationalen Regierung und ganz besonders zu dem Führer des deutschen Volkes, dem Reichskanzler Hitler, ablegtcn, wechselten miteinander ab. Jedem Schulkind wurde eine Brezel verabreicht. Mit dem Horst-Wessel-Lied schloß die würdige Feier, die jedem der Versammelten lange in Erinnerung bleiben wird.
RiederOhmen.
Am Tage der nationalen 'Arbeit versammelte eine großangelegte Kundgebung der NSDAP, alle Vereine und Organisationen aus der gesamten Umgebung in dem nahegelegenen Buch- wald. Die Feier wurde cingeleitct durch einen Mai- senchor: -^Deutschland, dir mein Vaterland". Dann sprach mitiarbciter Schäser über den Staat der letzten 14 Jahre und das neue Deutschland An schließend folgten einige Gedichtvorträge. Der Chor: „Oh, du mein Deutschland", beendete den offiziellen Teil der Veranstaltung. Froher Gemeinschaftsgeist hielt die Teilnehmer noch lange zusammen.
Mennfote zur sozialen dolschast Adols Silier». Aufschlußreicher Brief eines ehemaligen Heichsbannerführers an seinen freund in Paris.
ui.
Was ich von der 2. ^Internationale sagte, trifft genau so auf die 3- 3nterncttionale in Moskau zu.
3st cs nicht blutiger Hohn, baß dieses Bureau die Proletarier in allen kapitalistischen Ländern zum Kampf gegen die Machthaber auffordert, und gleichzeitig mit denselben Machthabern Pakte schließt? Mit Frankreich, mit Polen, mit China, mit 3apan usw ! Mein Freund, man fonntic heulen, wenn man nicht zu hart geworden wäre durch die unzähligen Enttäuschungen. 3ch weiß, doß Haß und Deid die Zufluchtsstätten aller enttäuschten Hoffnungen sind: aber ich will mich nicht zu diesen armseligen Lcidenschasten fluchten. Lieber will ich arbeiten und von neuem beginnen. Das Alte ist vergangen mein Lieber, es ist aus: und was soll der Arbeiter in diesem neuen Deutschland tun? Soll er in ohnmächtiger Opposition verharren? Soll er resigniert beiseitc- stehen? Täten wir dos, wir wären in unserem eigenen Lande Fremde: wir wären in unserer Heimat Frcmdenlegionäre und Menschen zweiter Klasse! Dein, wir müssen uns entscheiden und eine neue Basis schassen, auf der wir stehen und kämpfen können im neuen Deutschland für den Sozialismus, für die Freiheit, für die Wohlfahrt!
Und die Regierung macht es uns leicht, eine Basis zu finden! Du wirst in ganz Deutschland keinen einzigen Arbeiter finden, der sagen könnte, „die Maßnahmen der Regierung richten sich gegen die Forderungen und gegen das Leben der Arbeiter". 3ch denke nicht nur an die Tatsache dcs Feiertags vom l.Wai, an dem auch dem Arbeiter in Taglohn der volle Lohn gezahlt werden muß. Eine Tat, die selbst zur Zeit ihrer größten Stärke die Marxisten nicht fertiggebracht haben! Dein, ich denke an die Gesami- Haltung her Regierung Hitler, und sehe, daß sic tatsächlich entschlossen ist, die monarchistische und kapitalistische Reaktion niederzuschlagen. Die einzelnen Signale in Braunschweig und in der Pfalz sprechen eine deutliche Sprache, und noch deutlicher ist die Amtsenthebung des Staatssekretärs v. B i s in a r ck, dem Monarchisten und Führer der reaktionären 3ugend.
Die Regierung hat die Aufgabe, Arbeit. Brot -und Wohlfahrt für das schaffende Volk zu beschaffen. Und man muß sagen, daß sie mit einer Frische und Herzhaftigkeit an diese Problems herangcht, mit der die deutschen Arbeiter mehr a s zufrieden sein können- — Man soll mir nicht kommen mit dem banalen Einwand: Wo bleibt die Berftaatlichung der Banken, der Trusts usw ?
- Der ernsthafte Sozialist weih, daß sich der Sozialismus nicht als fertige Brezel aus dem Acrmel schütteln laßt. Wesentlich ist aber, daß Hitler entschlossen scheint, die Forderungen des werktätigen Volkes zu befriedigen, und mehr kann auch der Marxist nicht verlangen! Wer das aber erkennt, weiß auch, dah er über kurz oder lang mit dem reaktionären Großbürgertum in Konflikt kommt Mag sich dieses Bürgertum politisch nennen wie es will: wir in Deutschland kennen cs genau! Und hier liegt der Angelpunkt für den Entschcidungskampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus, oder — um mit den Worten unserer Dotionalsozialisten zu sprechen — zwischen nationaler sozialistischer Volkswirtschaft und internationaler kapitalistischer Profit wirtschaft.
Arbeit, Brot und Freiheit für die Masken, diese Ausgabe gilt eßju lösen, und jede Regierung hat nur zwei Möglichkeiten zu regieren: Sic regiert mit bürgerlich-kapitalistischen Mitteln, und das bedeutet Gewaltherrschaft einer kleinen Kaste über das werktätige Bolk: oder sic regiert mit sozialistischen Mitteln und das bedeutet Vernichtung des Kapitalismus, und Wohlfahrt für
das Bolk! So hat heute der deutsche Arbeiter mehr denn je sein Schicksal in feiner eigenen Hand. Hitler hat sich bereits entschlossen für die Arbeiterschaft: an ihr wird es sein, sich für Hitler zu entscheiden und mit ihm gegen Reaktion und kapitalistische Profitwirtschasl für Sozialismus und Wohlsahrt zu kämpfen. Stößt die Arbeiterschaft ihn aber zurück, triumphiert der Kapitalismus und die Reaktion, und wir find auf 3cchre geknechtet.
Hitler hat die Macht: an uns, an der Arbeiterschaft ist cs, seiner Macht und Gewalt die Zielrichtung zu geben; für uns oder gegen uns. Ich glaube, die deutsche Arbeiterschaft ist klug genug, ihre Entscheidung richtig zu treffen. I ch jedenfalls, für meinen Teil, erkläre m i ch schon heute mit denNationalsozia- listen solidarisch im Kamps ge^en Reaktion und Monarchismus, für Sozialismus und Freiheit des Volkes, und was ich tun kann, den Arbeitern brn Weg zu zeigen den sie gehen müssen, um mit Hilfe der heutigen Machthaber den Sozialismus endlich zu erringen, werbe ich tun!
Dom 5. März 1933 bi« zum endgültigen Sieg des Sozialismus führt ein gerader Weg, wenn die Arbeiterfchaft in Deutschland bereit ist, die Jahne hochzuheben und zu kämpfen' Der 1. Mai wird der Auftakt sein und bald wird der Tag erscheinen, an dem die gesamte werktätige Bevölkerung Deutschlands, vom ersten und letzten Bauern bis zum ersten und letzten Arbeiter in einer Front stehen hinter einem juhrer gegen einen jeind! Rur wenn alles, was Raget an den Stiefeln, kampfenlfchlosien und einig ist, wird der Sozialismus der Tat Wirklichkeit.
Mir kommen oft die Worte der königlichen Würdenträger Frankreichs beim Tobe des Königs ins Gedächtnis. „Der König ist tot, es lebe ber König'" riefen sie. Wir bürfen unb müssen heute rufen: „Der „Marxismus" ist tot, es lebe der Sozialismus!"
Daß sich die deutschen Arbeiter mit Hiller gegen die Reaktion und gegen die kapitalistische Prosir- wirtschast zusammenfinden, ist mein Wunsch und meine Ausgabe, denn es liegt im Interesse ber Arbeiter. Unb an dem Tage, wo bie Reaktion, bic Reichskanzler Hitler gerne zum treuen Freund und Schützer gehabt hätte, diesem selben Aböls Hiller offen ben Krieg erklären, bricht für das deutsche Volk ber Tag an, an dem der Sozialismus seinen Sieg feiern wirb Dann ist ber Tag gekommen, an dem wir sagen können.
Das deutsche Dolf, einig in seinen Stämmen und einig in seinem Willen, hat aus der ganzen Linie gesiegt und Deutschland ist das Land der freien Arbeiter und Bauern.
Ja, mein Freund, es wirb vielleicht noch nicht soviel Zeit vergehen, als nötig ist, um bic reifen Mandeln des Rhonetales nach Paris und Straßburg zu verschiffen, um Europa erkennen zu lassen, daß es ein jo stilistisches Herz besitzt'
Noch einmal: Der Marxismus ist tot, es leb- ber Sozialismus!
Grüße unsere Freunde und übersetze den Bries, damit Du allen Gesinnungsfreunden in Paris den wahren Simationsbericht übermitteln kannst, zum Vorteil des französischen Volkes unb zum Vorteil des deutschen Volkes.
Empfehle mich deiner Frau unb vergiß nicht, mich in Worms zu besuchen, wenn Du einmal wieder nach Deutschland kommst.
Ich grüße Dich!
Hugo 3tamut.


