Ausgabe 
8.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 106 Erster Blatt

185. Jahrgang

Montag, 8. Mai 193*5

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MetzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsür denAn- geigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Der Reichsbankpräsident in Washington.

Dr. Lchacht nimmt seine Wirtschafts- Vesprechungcn auf.

Washington, 8. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht nimmt im Laufe des heutigen Tages die sachlichen B e s p r e - chunaen über Die Wirtschastsfragen auf. Wie verlautet, wird er in der Frage des Zoll­waffenstillstandes und der Zulassung von Silber als Zahlungsmittel den amerikani­schen Wünschen weitest möglich entgegenkom­men. Im übrigen wird er die Lage Deutschlands eingehend schildern und den deutschen Standpunkt zu den Problemen der Weltwirtschastskonferenz dar­legen.

Botschafter Dr. Luther gibt am Montagabend ein Essen für Staatssekretär Hüll und Dr. Schacht. Am Dienstagabend wird Dr. Luther einen Empfang veranstalten, zu dem hervorragende Politiker und Journalisten einaeladen sind. Dr. Schacht wird auf diesem Empfang über die Ziele der Reichsregierung sprechen. Die amtlichen Streife Washingtons erwarten, daß Dr. Schacht eine Revision des Versailler Ver­trages in irgendeiner Form als Gegenwert für die deutsche Beteiligung an der Londoner Konferenz fordern wird. Die amtlichen Streife Washingtons zei­gen sich besonders hellhörig hinsichtlich der Andeu­tung Schachts, daß Deutschland andernfalls mög­licherweise nicht in der Lage sei, kurz- und lang­fristige U S A. - K r e d i t e in Höhe von einer Gold- Dollar-Milliarde zu bezahlen.

Die Schlageter-Gedächtnisseier.

Reichskanzler Adolf Hitler Schirmherr des Schlagetcr-Nattonaldcnkmal-

Ausschusfes.

Düsseldorf. 7. Mai. (WTB.) Der Aus­schuß für das Schlageter-Rational- denkmal in der Golzheimer Heide hat an den Reichskanzler die Ditte gerichtet, die Schirmherrschaft des Ausschusses zu übernehmen. Der Reichskanzler hat dieser Bitte entsprochen. Gleichzeitig hat der Ausschuß dem preußischen Ministerpräsidenten G ö r i n g den Ehrenvorsih angetragen, der dieser Ditte des Ausschusses Folge geleistet hat.

Der Gau Düsseldorf der RSDAP. erläßt zur Schlageter-Gedächtnisseier 1933 einen Auf­ruf. in dem es heißt: 3ede Ration und jede Idee ist soviel wert wie Männer für sie zu st erben bereit sind. Wie groß und herrlich ist darum die Idee Deutschlands, für die Millionen in heldenhafter Pflichttreue und Opferbereitschaft ihr Leben Hingaben. Zu den besten unter diesen Millionen gehört Al­bert Leo Schlageter. Schlageter lebt! Das wird der große Gedanke der Gedächtnis­feier sein, die die Rationalsozialisten zusammen mit nationalen Verbänden und Vereinen a m 2 7. und 28. Mai an der Richtstätte in der Golzheimer Heide begehen. Roch besser und dauerhafter als das Denkmal aus Stein und Stahl soll das Gedenken an die Opfer­tat Albert Leo Schlageters im Volke verwurzelt werden. Deutsche Männer, nationale Verbände und Dereine. der Gau Düsseldorf der RSDAP. ruft zu dieser Schlageter-Gedächtnisseier 1933, die eine der größten nationalen Kundgebungen des deutschen Westens fein wird.

Der Kyffhäufer-Bund unterstellt sich Adolf Hitler.

S e rli n, 7. Mai. (TU.) Am Sonntag fand in 'Ber­lin unter dem Vorsitz des Bundespräsidenten Gene­ral der Artillerie a. D. v. H o r n eine außerordent­liche Gesamtoorstandssitzung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser statt, an der als Vertreter des wehrpolitischen Amtes der NSDAP. Oberstleutnant a. D. Sichting teilnahm. Der Gesamtvorstand ermächtigte den Bundespräsi­denten zur alleinigen verantwortlichen Führung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser. General d. j) o r n erläßt an alle ihm unterstehenden dreißig- tausend Kriegerverbände und Vereine folgende SVunbgebung:

Der Deutsche Kriegerbund Kyffhäuser, dessen Ehrenpräsident Generalfeldmarschall v. chinden- bürg ist, bekennt sich seinem Wesen entsprechend 3 u m n e u e n D e u t s ch l a n d. In dem Kampf für Ehre Freiheit und Größe des Vaterlandes fühlt er sich mit der nationalsozialistischen Bewegung, dem jungen Träger soldatischen Kampfgeistes, eng ver- Kunden.

Der Deutsche Reichskriegcrbund kyffhäuser unterstellt sich in allen seinen Aufgaben dem Reuschöpfer des Reichs, Reichskanzler Adolf

Hitler.

Als Führer des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, ermächtigt durch den Gefarntvorstand, fordere ich hiermit im Interesse des deutschen Volkes die unbedingte Gefolgschaft aller an- geschlossenen Verbände und Vereine. Nicht die Mehrheit kann heute entscheiden, formen, allein der Wille der verantwortlichen Führer Die Verhandlungen mit der nattonol- sozialistischen Führung wegen der Neugestaltung des Bundes und seiner staatlichen Anerkennung als gleichberechtigter nationaler Verband, sind van mir ausgenommen. Es lebe das neue Deutschland, es lebe der Kyffhäuferbund!"

Oesterreich und die deutsche Revolution.

Innsbruck demonstriert gegen das Kabinett Dollfuß.

Innsbruck, 6.Mai. Die katholische Studenten- chaft in Innsbruck hatte bei der Tiroler Landes­regierung den Antrag gestellt, die Deutsche Stu­dentenschaft a u s z u l ö s e n , da sie nicht mehr die Mehrheit der Studentenverttetungen darstelle. Die Deutsche Studentenschaft veranstaltete daraufhin vor dem Rathaus und dem Landhaus eine Kund­gebung gegen die Auflösung. Als ein Zug der Studenten durch die Stadt marschierte, schloß sich ihnen ein großer Teil der Bevölkerung an, der stürmisch gegen das U n i f o r m d e r bot demonstrierte. Da die Polizei, die mit Gummiknüppeln, Säbeln und Wasserspritzen ein­griff, die Demonstranten nicht auseinandertreiben konnte, wurde Gendarmerie und Militär aufgeboten.

Nach Abriegelung der Maria-Theresienstraße zo- gen viele hundert Demonstranten vor das Ge­bäude der Landesleitung der heim­wehr, das von Heimatwehrmännern mit aufge« pflanztem Bajonett bewacht wurde. Die Menge brach immer wieder in stürmische Pfuirufe gegen die Heimatwehr aus. Plötzlich sprang ein Mann hoch, ergriff die Heimatwehrfahne, riß sie herunter und verschwand mit ihr. Die Mannschaft der Hei­matwehr, etwa 30 Mann, drang daraus mit gefäll­tem Bajonett auf die Menge ein, die langsam zu- rückwich. Vor den Bajonetten der Heimatwehr blieb die Menge stehen und sang immer wieder das Horst- Wessel- und Deutschlandlied. Don Zeit zu Zeit er- chollen die Rufeheil Hitler!" undDollfuß ver­recke!"

Ein Teil der Demonftranten zog dann vor das Deutsche Konsulat am Südtirolerplatz, wo sie das Deutschlandlied anstimmte. Nach stürmischen Heil­rufen auf Hitler zog die Menge wieder zum Stadt­zentrum. Die Straßen der inneren Stadt wurden gegen 42 Uhr durch starke Abteilungen der Polizei abgesperrt. An verschiedenen Stellen wurden Drahtverhaue und spanische Reiter ausgestellt. Die ßanbesregierung hat die Deutsche Studentenschaft der Universität Innsbruck aufge- I ö ft.

Starhemberg gegen Anschluß und NSDAP.

Wien. 8. Mai. (TU.) Auf einer Führerta- gung der Wiener österreichischen Heimwehr hielt der Dundesführer Fürst Starhemberg eine Rede. Es handelt sich jetzt, so führte er aus, dar­um, die Kräfte aufzubringen, den hi st ari­schen Begriff Oesterreichs zu erhalten. Wir Oesterrcicher werden nicht dulden, daß man uns als minderwertige Deutsche über die Achsel ansieht und als national-unzuverlässig verdächtigt. Das Programm des Heimatschuhes lautet: Ein selbständiges unabhängiges faschi­stisches Oesterreich. Starhemberg griff dann scharf den Ratianalsozialismus an, wobei er sich zu der Behauptung verstieg, daß die Ra­tionalsozialisten an Oesterreich nationalen Verrat begangen hätten. Was die Rationalsozialisten sich wirklich vorstellten, sei nicht der Anschluß, sondern die Gleichschaltung, was soviel heiße, als daß in Oesterreich ein Regierungschef amtiere, der sich als Statthalter Berlins fühle. Er werde die Dun- desführung nicht aus der Hand geben. Riemand als er sei imstande, die Heimwehr gegen die Ra­tionalsozialisten zusammenzuhalten. Er habe sein

Vermögen nicht dafür geopfert, um den Heimat­schutz das Schicksal des Stahlhelms teilen zu lassen.

Ein Aufruf

der Deutschen Studentenschaft.

Berlin, 7. Mai. (CNB. Eig. Meld.) Die Deut- sche Studentenschaft erläßt im Zusammenhang mit der Auflösung der Deutschen Studentenschaft an der Universität Innsbruck einen Aufruf, der zur un­beirrten Fortsetzung des volksdeut­schen Kampfes auffordert. Jeder deutsche Stu­

dent müsse das Seine tun, um gerade in Oesterreich eine Politik herbeizuführen, durch die unser Volk seiner Einigung entgegengesührt wird. Dom CD. und dem katholischen Korporationsverband wird verlangt, daß er sich mit allen Mitteln s ü r d i e Wiedererrichtung der Deutschen Studentenschaft einsetzt. Zur Unterstützung des Ringens ihrer Kameraden in L. Österreich, «ude- lendeutschland und Danzig und zur Förderung des Grenzkampfes ihrer Dolksgenossen errichtet die Füh- rung der Deutschen Studentenschaft eineGrenz- landstistung der Deutschen Studentenschaft".

Wie der Arbeitsdienst aufgewn werden soll.

Berlin, 5. Mai. (DdZ.) In unterrichteten Strei­fen wird erklärt, daß der erste halbe Iahr- g a n g für den Arbeitsdienst voraussichtlich zum 1. Dezember einberufen werde. Dorher werden die Richttinien aufgestellt und das Gesetz über den Arbeitsdienst verabschiedet werden. Es sei durchaus möglich, auch im Winter Arbeitsdienst zu treiben, und zwar ohne gesundheitliche Störung der Jugendlichen, wie die Erfahrungen im freiwil­ligen Arbeitsdienst gezeigt hätten. Der zweite halbe Jahrgang würde bann Ende M a i 1 9 3 4 einberufen werden. Man denkt daran, die Unterbringung der Arbeitsdienstpflich- tigen regional zu betreiben, so daß die Dienst­pflichtigen von ihrem gewöhnlichen Wohn- ort nicht weit entfert wären. Nach erfolgter Einberufung würden die Jugendlichen einer ärzt­lichen Untersuchung unterzogen. Nur wer sich dabei als krank ober zu schwach erweist, werbe befreit ober zurückgestellt werben. Die Arbeitsbienst- pflichtigen würben vollkommen eingeklei- b e t werben mit Uniform, Leber- unb Schuhzeug, sowie Wäsche. Die Auftragserteilung für bie ersten 300 000 Uniformen fei bereits erfolgt.

Die sehr ft arte Belebung ber Volks­wirtschaft, bie burch biefc große Bestellung er­folgt, würbe auch ben Arbeitsmarkt entlasten. Denn es fei Bebingung für die Auftragserteilung, daß die Lieferungen für ben Arbeitsbienft nicht mit Zuhilfe­nahme von Ueberftunben ausgeführt werben bürfen, säubern baß neue Arbeitskräfte e i n g e - ft e 111 werben müßten. Zugleich werbe sich e.ine Entlastung ber Arbeitslosen sürsorge ergeben, wegen ber Mehreinstellung in ber Wirt­schaft, ferner wegen ber Einberufung von Jugenb- lichen, soweit sie unterstützt würben unb vor allem auch wegen ber etwa 50 000 einjuberufenben Aus- bilbungsträfte. Die hierburch freiroerbenben Mittel könnten zu r Bestreitung ber U n k o st e n bes Arbeitsbien st es herangezogen werben, wobei bie Frage noch nicht entschieben sei, wie hoch bas Taschengelb sein soll, welches man den Dienst­pflichtigen zur Bestreitung notwendiger kleiner Aus­gaben überlassen will. Was die Dienstkleidung an­langt, so werde sie sich unterscheiden von den Uni­formen der Reichswehr und der Polizei.

Die Ausbildung denkt man sich so, daß neben sechs Stunden täglicher produktiver Arbeit noch etwa drei Stunden der geistigen und körperlichen Schulung der Dienstpflichtigen gewidmet werden. Eine Aus­bildung mit der Waffe kommt nicht in Frage. Es fei anzunehmen, dah ein normaler voller Jahrgang der Dienstpflichtigen einschließlich des Führerpersonals 6 0 0 0 0 0 bis 650 000 Mann umfaßt. Da jedoch von 1935 ab die schwach besetzten Kriegsjahrgänge einberufen wür­den, glaubt man, daß schon in eineinhalb Iahren

der gesamte Jahrgang der Dienstpflichtigen auf einmal eingezogen werden könne.

Besonders bedeutsam ist, dah das Reich sich auch für das weitere Schicksal nach Ablauf der Dienstzeit interessieren will. Cs wird zu diesem Zweck im Arbeitsdienstressort des Reichsarbeits­ministeriums eine Abteilung gebildet werden, die sich mit ber Unterbringung der ju­gendlichen Arbeitsdienst pflichtig en zu beschäftigen hat. Dah eine gewisse Verbin­dung zwischen Arbeitsdienst und Jugend- ertüd)tigung erstrebt nfirb, bürste sich unter anderem daraus ergeben, dah unter dem Hamen »Ausklärungs- und Presseabteilung für Arbeits­dienst und Jugendertüchtigung" eine besondere Abteilung eingerichtet werden soll, die dem be­kannten Fachmann auf dem Gebiete des Arbeits­dienstes, den früheren Polizeioberst Müller, Brandenburg, unterstellt werden wird. Der bekannte nationalsozialistische Sachverständige Oberst a. D. Hierl wird als Staatssekretär die gesamte Abteilung führen und vermutlich insbesondere auch die Unterabteilung .Arbeits­dienst" betreuen. Eine besondere Abteilung3 u- gendhilfe" soll der Leitung des Pastor« Stratenwerth unterstellt werden, der aus ber Evangelisch-sozialen Jugendbewegung kommt und für die Jugend die besonders erforderlich« soziale Betreuung durchführen sott.

Das Notwerk der deutschen Zugend wird fortgeführt.

Berlin, 7. Mai. (WTB.) Das Rotwerk der deutschen Jugend, zu dem der Herr Reichspräsi- b e n t Weihnachten 1932 aufrief, war in der Hauptsache a l s Wintermahnahme zur Beschäftigung ber arbeitslosen Jugend gedacht. In raschem Anstieg erreichte es seinen Höhepunkt Mitte März 1 933 mit rund 255 000 Teilnehmer Die bann einsehenbe Belebung bes Arbeitsmarktes ber Jugendlichen, vor allem bie Einführung ber Lanbhilfe, legte es zunächst nahe, bie Mahnahmen bes Rotwerks nur bis Enbe April auslaufen zu lassen. Trotz Früh­jahrsbelebung bes Arbeitsmarkts, Arbeitsdienst unb Lanbhilfe finb jeboch immer noch zahl­reiche jugenbliche Arbeitskräfte zum Feiern gezwungen. Cs sind baher vom Reichskanzler bie erforderlichen Mittel zur Fortführung des Rotwerks bis zum 3 0. Juni d. I. bereitgestellt worben. Cs ist bernnach weiterhin möglich, arbeitslose Jugenb- liche beruflich unb körperlich zu schulen unb min- bestens eine warme Mahlzeit täglich für sie beN reitzustellen. Die freiwilligen Körperschaften, bie sich im Rotwerk gebilbet haben, werben im übrigen für bie Annahme von Lanbhelferstellew in möglichst weitem Mähe werben. »

Brüning Führer des Zentrums.

Berlin, 6.Mai. (DdZ.) Die Zentrumspartei wählte den früheren Reichskanzler Dr. B r ü n i n g zum Führer der Partei. Eine Entschließung fand allgemeine Zustimmung, in der es u. a. heißt:

Bei Beginn der Beratungen ging die Reichs­leitung des Äpntrums von den programmatischen Worten des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler aus:

Ich möchte denen, die am Ende vielleicht a u f anderer. Wegen auch mit ihrem Dolke empfinden, die Hand reichen und möchte nicht den ewigen Krieg ansagen, nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe zu meinem Dolk, um diesem deutschen Dolke alles zu ersparen, was in dieser Zeit ber Kämpfe mit zugrunde geht." Diese staats­männischen Worte des Kanzlers klingen zusammen mit dem immer wiederholten Sammlungsruf und der Bereitfchaftserklärung des Zentrums zu gemein­samer Arbeit am nationalen Aufbau unseres Vater­landes mit allen positiv gerichteten Kräften. Das Zentrum bekennt sich unentwegt zur Freiheit der sittlichen Persönlichkeit, die, weit entfernt von unge­bundener Selbstherrlichkeit, sich vor Gott verant­wortlich weiß und die von ihm in Natur und Offen­barung niedergelegte sittliche Ordnung als unbedingt verpflichtende Norm sowohl der persönlichen Le bensgeftaltung, wie jeder Gemeinschaftsbetätigung anerkennt. Das Zenttum kämpft im Rahmen der nationalen Gesamtfront für Deutschlands Ehre und Freiheit, für Deutschlands Gleichberechtigung unter ben Nationen, für Recht und Gerechtigkeit und für eine glückliche Zukunft unseres Volkes.

Ungenaue Wiedergabe des Kanzler-Interviews.

Berlin, 6.Mai. (ERB.) Das Interview des Reichskanzlers mit dem Vertreter des .Daily Telegraph" ist in dem Blatt unter

der Lieberschrift erschienen: .Keine Kolo­nialpläne ber Deutschen mehr", unb es ist bavon bie Rebe, bah bie Deutschen den Gedanken einer überseeischen Ex­pansion aufgegeben hätten. Don maßgebender Seite wirb bemgegenüber feftgeftellt, der Reichs­kanzler hat in dem Interview überhaupt nicht über deutsche Kolonialforbe- rungen gesprochen. 3m Verlauf des Ge­sprächs wurden lediglich die überseeischen 3nter- essen Englands erwähnt, die Deutschland respektieren werde.

Festgotiesdienst der Berliner Studentenschaft in Anwesenheit des Reichspräsidenten.

Berlin, 7. Mai. (ERD.) Unter größter Be­teiligung der Berliner Studentenschaft fand am Sonntag in der Dreisaltigkeitskirch« ein feierlicher Gottesdienst statt, dem Reichs­präsident v. Hindenburg in Begleitung des Staatssekretärs Meißner beiwohnte.

3m Ramen des Arbeitsausschusses der Evan­gelischen Studentenschaft begrüßte cand. jur. Leppin ben Reichspräsibenten unb betonte, bah bie evangelische Stubentenschast ihre ganze Kraft bafür einsetzen werbe, ben Kampf um bie deutsche Seele im Geiste Martin Luthers zu führen. Rach ber äuheren Revo­lution gelte es jetzt, unter Führung bes Reichs­präsidenten und des Dolkskanzlers der inneren Erneuerung unseres Volkes zum Durch­bruch zu verhelfen.

Tiefbewegt dankte Reichspräsident von Hindenburg und sagte:Halten Sie, meine jungen Freunde, auch im späteren Leben fest

Beauftragte der ASOAP. für Kragen der studentischen Verbände.

Berlin, 6. Mai. (TU.) Der stellvertretende Füh­rer der NSDAP., Rudolf Heß, hat foIgAibe An­ordnung erlassen:

Der Bundesführer des Bundesrings NSDStB. Dr. Oskar Stäbe!, der Führer der Deutschen Stu­dentenschaft Gerhard Krüger, der Verbanderefe» rent des NSDStB. und der Deutschen Studenten­schaft, Diplomingenieur Karl H e i d e r i ch , werden hiermit zu Beauftragten der NSDAP, für Behandlung aller die studenti­schen Verbände angehenden Fragen be­nannt. Es ist insbesondere zu erreichen, daß die stu­dentischen Verbände alle Maßnahmen ergreifen, die ihnen Gewähr dafür bieten, daß sie voll und ganz ihre Arbeit im Sinne einer nationalen Regierung erfüllen.

Kleine politische Nachrichten.

In feiner Wohnung in Kiel hat sich am Sonntag­nachmittag der bekannte langjährige Reichstagsab- geordnete und Fraktionsführer der Deutschnationa- len Dolkspartei Dr. Oberfohren erschossen.

Es dürfte völliger Nerven Zusammenbruch die Ursache seines Entschlusses, sich das Leben zu neh­men, fein. Briefe find von Oberfohren nicht hinter­lassen worden.

Reichsminister a. D. Dr. h. c. Schiele wird be- schuldigt, während seiner Amtszeit mehrere Wag- gonlabungen seiner Roggenernte an die von ihm reichsbetreute Deutsche Getreide-Handelsgesellschaft zu weit über dem täglichen Kurs liegenden Preisen verkauft zu haben. Gegen Schiele ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Handels« rechllichen Untreue, gegen die Direktoren der 2X95*