Aus der Provinzialhauptstadt
Rundfunkprogramm
leben abträglichen Rotter-Konzern aufbauen konnten.
Buntes Allerlei.
Oer höchste Turm der Wett.
Die am 1. Juli 1933 beginnende Weltausstellung von Chikago wird besonders in technischer Hinsicht erstaunliche Leistungen bieten. Darunter ist zu nennen ein ganz aus Stahl bestehender Ausstcl- lungsturm, der den zur Weltausstellung 1889 in Paris erbauten Eiffelturm mit etwa über 300 Meter Höhe um mehr als das Doppelte übertrifft. Im Vergleich dieser beiden Türme — so schreibt die Wochenschrift „Die Umschau" - spiegelt sich eine fast 50jährige Entwicklung des Eisen- und Stahlbaus wieder. Beide Türme stellen Höchst- leistungcn ihrer Zeit dar. Daß man heute einen Turm von der doppelten Höhe errichten kann, liegt weniger in einer besseren Berechnung ober Konstruk
tion, sondern in erster Linie an der Verwendung eines hochwertigen Materials, dessen Festigkeit die des früher verwendeten wesentlich übertrifft Ze höher ein Turm oder je größer die Spannweite einer Brücke ist, um jo mehr spielt das Eigengewicht der .Konstruktion eine Rolle, und ein um so größerer Teil der zulässigen Spannungen wird von ihm in Anspruch genommen. Es gibt bei jedem Baustoss eine Grenze, wo die Beanspruchung aus Eigengewicht und Wi'nddruck an die zulässige Beanspruchung heran» reichen. Mit einem Fahrstuhl, der bis zu viertausend Menschen in der Stunde befördern soll, wird man diesen höchsten Turm der Welt besuchen können. Der Fahrstuhl geht bis zu einer Höhe von 1933 englischen Fuß (etwa 590 Meter). Die Baukosten betragen etwa 3 Millionen Dollar. Man hosjt, daß die Besucher den Turm sooft benutzen werden daß die gesamten Baukosten bereits in einem Fahre amortisiert sind. Beachtenswert ist noch, daß man den Turin nicht als reinen Aussichtsturm betrachtet, sondern daran denkt, ihn später auch zu tniilcn- schaftlichen Untersuchungen als Beobachtungsstation zu benutzen.
Walfisch-Expeditton im Südpolar Kreis
Das englische Forschungsschiff „Discovery II " ist jetzt nach einem einjährigen Aulenthalt in der Antarktis nach Simonstown zurückgekehrt, wie aus Kapstadt berichtet wird. Das Schiff hat den ganzen antarktischen Kontinent umfahren und ein reiches Material über die Berteilung und Wanderung der Walfische, über ihre Vermehrung und ihr Wachstum gesammelt und die Gründe über das verschiedenartige Austreten der Walfische in bald größerer und bald geringerer Zahl geklärt. Bei diesen Arbeiten, die für die Walsisch-Industrie von entscheidender Bedeutung sind, hat das Schiff eine größere Strecke zurück gelegt, als es bisher auf irgend einer Polar- Expedition der Fall war und hat zum erstenmal auch im tiefen Winter in den Gewässern des Südpolar-Mecres gekreuzt. Man erblickt daher | in dieser Expedition eine der bemerkenswertesten Leistungen in der Geschichte der südpolaren I Schiffahrt.
Ein SchVindMonzern bricht zusammen!
Aufstieg und Ende der Brüder Rotter. - Der Tragödie letzter Akt in Liechtenstein.
Aufgehobene Ausgleichsabgabe.
Darmstadt. 7. April. (WER.) Staatsminister Dr. Müller hat angeordnet: Auf Grund gegenseitiger Vereinbarungen ist die E i n- fuhr von Fleisch, sowie von Fleischund Wurstwaren aus dem Gebiet des Voltsstaats Hessen in den Freistaat «chaumburg-Lippe mit Wirkung vom 1. April 1933 ab von bei Ausgleichsabgabe befreit.
Gestalteter Mythos", von Irmgard Landgrebe, Karlsruhe. 18.25: Zeitfunk. 19 vom Deutschlandsen- ber: Stunde der Ration. 20: Konzert des Rundfunk- orchesters. 21: Vom Komödienhaus zum Stadt- theatcr eine theatergeschichtliche Hörfolge von Franz Wallner. 22.20: „Neues aus aller Welt", von Prof. Dr. Walter Behrmann. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Donnerstag, 13. April.
7.10 bis 8.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17 von Pforzheim: Nachmittagskonzert. 18: Zeitfragen. 18.25: „Hermann Lietz und die deutschen Landerziehungsheime", Vortrag von Dr. H. Walther, Ufingen. 19: Funkstunde Berlin: Stunde der Nation. 20 von Breslau: Aus der Ko- nigin-Luije-Gedächtniskirche: Geistliche Abendmusik. 20.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.30 bis 24 Nacht- । mufit. 23 bis 23.40: Leben und Tod, eine lyrische Kantate aus geistlichen Gedichten.
Freitag, 14. April.
9.15 Uhr: Choralblasen. 9.30: Markuskirche in Frankfurt a. M.: Evangelischer Gottesdienst 11: Stunde des Chorgesangs. 12 bis 14: Konzert. 14.4 a: Hohe Messe in b-Moll von Job. Seb. Bach. 17 aus dem Dom, Fulda: Karfreitagsstunde. 17.4a: Orgelkonzert Ioh. Seb. Bach 18.45: „Dos Kreuz Christi als Entscheidung", Vortrag von Pfarrer K. Veit. 19.15: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a.JJL: Johannis-Passion.
Samstag, 15. April.
7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 15.30 bis 16 30: Stunde der Fugend. 16.30: Nachinitwgs- konzert. 18: „Deutsches Grenzland im Westen: Eupen-Malmedy", Vortrag von Heinrich Capell- mann, Cornelimünster. 18.25: „Eine neue Methode der Volks- und oeelenfunbe", Gespräch Zwischen Dr. Werner Kulz und Dr. L. F. Clauß. 19: Reichs- jendung: Stunde der Nation: Vom Dampfwagen zur Motorkutsche. Anläßlich der Enthüllung des Denkmals von Karl Benz. 21 bis 22.10: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.4 a bis 24: Nachtmusik.
ter-Bluffs hineinjah. . ...
Die Brüder Rotter Und eine Rachkricgserfchei- nung. sie waren Spieler mit fremdem Geld, sie gehörten zu jener Gattung Mensch, der wegen ihrer brutalen Verantwortungslosigkeit und rücksichtsloser Geschäftemacherei Deutschland den schärfsten Kamps angesagt hat Durch die Tragödie vom 5. April hat der 8atI Stotter £lnc Wendung genommen, die wohl menschliches Bedauern wecken muß, die aber nichts an^dem Eindruck ändern kann, den die .Tätigkeit der beiden Brüder allenthalben im deutschen Volk hinterlassen hat.
Sonntag, 9. April.
6.30 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert 8.30: Friedenskirche Kassel Palmsonntag-Morgenfeier der Evangelischen Landeskirche. 9.30: Stunde des Ehor- gesangs. 10.15: Stunde der Haus-, schul- und Ju- gendmusik. 11.15: Was kommt jetzt? Gespräch zwischen Walln Baumann und O. W. «tudtmann. 11.40: „Welch äußeren Schutz genießen in Preußen die Sonn- und Feiertage?" Vortrag von Oberregierungsrat Karl Fahr. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 14.40: Stunde des Londes, la.30: Stunde der Fugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18 von Saarbrücken: Passionsmusik. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. 20.30: Unterhaltungskonzert des Rundsunkorchesters. 21.30: Schicksal^weg einer Stadt durch die Geschichte. Eine Gemeinschaftssendung. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Montag, 10. April.
7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Miltagskonzert 1.13.30: Mittagskonzert II des Kleinen Orchesters Munster. 15.20: Gespräch mit einem Architekten. 16.30: Nachmittags konzer, 18: „Luftschutz und Sicherheit em Hörbericht. 18.25: Englischer Sprachunterricht 19 Reichssendung: Stunde der Nation: „Friedrichs Vermächtnis" 20: Deutsche Auswandererschicksale .n fünf Erdteilen, eine Hörfolge. 21.10: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.35 bis 24: Nachtmusik des Rundfunkorchesters.
Dienstag, 11. April.
7.15 Uhr: Frühkonzert. 12 von Freiburg: Tanze aller Zeit. 13.30: Mittagskonzert des Kölner Kon- zertorchesters. 15.20 bis 15.50: Haussrauen-Nach- mittag. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Musikalische Erziehung in der Gegenwart", Vortrag von Studienrat Wilhelm Meister. 18.25: Zwei «oldaten unterhalten sich: „117 bei Verdun (Walter Oertel und H. H. Stückrath). 19: Reichssendung: Stunde der Nation. 20: Orlando di Lasso. 21.15: Bei uns zu Lande „Schwäbische Idyllen". 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Mittwoch, 12. April.
7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 bis 16.15: Stunde der Fugend. 16.30. Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Rogner, Hebbel, Strindberg und das Chnstusproblem —
der Staatsregierung teilt u. a. - - ,
Staatspräsident empfing am Freitag eine Abordnung des Hessischen Sängerbundes, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden Ministerialrat Dr. S i e g e r t, Darmstadt, dem 2. Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Reen, Mainz und I den Provinzialvorfihenden Mitze, Darmstadt, I Mattern, Mainz und Wendler, Bad- I Rauheim. Dr. Siegert überreichte dem Staatspräsidenten eine Entschließung des Buirdesvor- standcs und Musikausschusses des Hessischen Sängerbundes, die mit den Worten schließt: „Auch der Hessische Sängerbund begrüßt aus innerster Äeberzeugung die gewaltige nationale, von glühender Vaterlands-^ liebe getragene Erhebung des deut- s ch e n Volkes und die an ihrer Spitze stehenden Führer. Der Hessische Sängerbund steht sich in seinen Zielen in gleicher Linie mit der nationalen Regierung, ihrem Wirken und ihrem Wollen. Heil deutsches Volk und Vaterland!"
Außerdem sprachen beim Staatspräsidenten vor die Vertreter der Deutschen Kolonial- g e s c l l s ch a f t und der hessischen K ü n st l e r.
3m Laufe des Freitagnachmittag besichtigte Dr. Werner in Mainz dasPädagogischeIn- st i t u t und das Iststitut für Dölkerpädagogik.
lichen Güte erfreut.
Die Flucht der Rotters hat in Deutschland ungeheure Erregung hervorgerufen, namentlich als bekannt wurde, daß die Rotters in aller Heimlichkeit das Bürgerrecht von Liechtenstein erworben hatten, zu einer Zeit, als man sie in Deutschland noch für allmächtig hielt. Sie müssen seit mindestens zwei Jahren auf den Zusammenbruch des Theoterkonzerns und die Beseitigung ihrer Vermögenswerte hingearbeitet haben. 3n den letzten Tagen hatten die Rotters wieder in sehr übler Weise von sich reden gemacht. Sie hatten in Berlin bei ihrem Konkursverwalter den Antrag gestellt, daß ihnen die Einrichtung ihrer Villa und das Tafelsilber ausgeliefert werde, weil sie sich in Vaduz eine Wohnung einrichten wollten, daß ihnen ferner eine Schreibmaschine ausgehändigt werde, weil sie in Vaduz Theaterstücke schreiben wollten.
Diese Vorkommnisse wirkten in Deutschland so. als wollten sich die Rotters über Deutschland lustig machen, das ihnen zu Reichtum und Wohlleben verhalfen hat, wie ein Gauner stch ins Fäustchen lacht, wenn sein Schäfchen im Trockenen sitzt. Es ist nun sehr wahrscheinlich, daß sich ein paar junge Heißsporne daran gemacht haben, um den Rotters und zugleich dem Fürstentum Liechtenstein eine drastische Lektion zu erteilen, die Rotters dahin zu bringen, wo sie hingehören, nämlich in ein deutsches Unter- ! suchungsgefängnis. Die Rotters werden wohl gewußt haben, worauf es bei dieser Entführung ankam. Sie sahen ihren schönen Plan scheitern, sie sahen sich schon in der Gesellschaft der Gebrüder Sklarek hinter schwedischen Gardinen in Luckau beim Tütenkleben und zogen dem gerechten Schicksal die Ausnützung der letzten Chance vor. die einem Selbstmord gleichkam Wer in diesem wilden Felsgelände mit den steil abfallenden Wänden, den zahllosen von Gieß- I bächen ausgewaschenen Schluchten in kopfloser Flucht guer landein läuft, muß mit der Gegend ganz vertraut und ein geübter Bergsteiger sein, wenn er Aussicht haben will, heil davon zu. kommen. So tragen die Flüchtlinge selbst Schuld
I an ihrem tödlichen Unfall.
Die Brüder Rotter — ihr richtiger Rame ist Fritz und Alfred Scheie — hatten nach dem Krieg eine große Anzahl angesehener Berliner Bühnen an sich gebracht und zu zeigen versucht, wie man aus dem Theater ein Geschäft macht. Jenseits aller Bedenken künstlerischer und moralischer Art, die mit Recht gegen die Rotters geltend gemacht werden können, muß aber doch sestgestellt werden, daß nicht allein sie. daß viel mehr als sie an dem Sensationserfolg ihrer größten Inszenierungen jene Schuld haben, die | schmeichelnd und schmarotzend den Wahn der beid.n Brüder erst zum Größenwahn steigerten. Viel mehr als sie sind die deutsche Rachkriegszeit und die in ihr sich auslebenden Ansichten über Kunst und Moral daran schuld, daß die Gebrüder Rotter, nachdem sie zunächst kleine literarische Worgenveranstaltungen und in der frühen Rachkriegszeit Sudermann und tfulba u. a. inszenierten (im Kleinen und im Lessing- Theater), dann 1928 das Wetropol-Theater er- warben und von hier aus den zeder Beziehung ungesunden und dem deutschen Kunst-
Fachberater bei der Behandlung von LandwirtschastSfragen.
Darmstadt, 7. April (WSR.) Der Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner hat eine Verfügung erlassen, wonach bei Beratung landwirtschaftlicher Fragen in Sitzun- Igen der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialverwaltungen künftig die jeweils zuständigen Fachberater des Amts für Agrarpolitik der RSDAP- zu zu ziehen sind. Ferner ist die Besetzung der Landeskommission und des Oberschiedsgerichts in Feldbereinigungssachen grundlegend geändert worden.
zufetzen? .. , v
Wäre es nicht besser, man wurde das gute Alte ehren, das gute Neue aber nicht verachten? Es gibt heute viel Neues, das sich für den Bauernhaushalt sehr gut eignet, weil es Erleichterung und Ersparnis bringt Zumindest sollte sich die Bäuerin die Neuerungen der Tochter einmal willig anhören und vormachen lassen und bedenken, daß alles mit der Zeit .vorwärts" geht, und daß man durch brauchbare Geräte und geschickte Arbeitseinteilung viel weiter kommt. Selbstverständlich darf die Tochter, wenn sie von der Haushaltungsschule eines Tages nach Hause kommt, nicht alles gleich auf einmal umändern wollen, sondern nur allmählich zu Werke gehen und jedes einzelne zunächst gut durchprobieren. Auf diese Weise gibt man der Mutter Gelegenheit, alles zu überlegen und sich von dem Vorteil der Neuerung schrittweise zu überzeugen. Ist die Mucker einmal gut gelaunt, dann erzählt man ihr von all dem, womit und wie man sich seine harte tägliche Arbeit im Haushalt erleichtern könnte, was man alles hierüber gesehen und gehört hat. Ist die Bäuerin eine vernünftige Frau, so wird sie nicht rechthaberisch allem ein „Nein" entgegensetzen, sondern vieles gutheißen und stolz auf ihre Tochter sein, die der Mutter möglichst viel von ihrer Arbeitslast abnehmen will und den Ehrgeiz hat, in ihrem Elternhaus dies und jenes freundlicher und bequemer zu gestalten. Auch die Landwirtsfamilie soll sich möglichst viel von den Erleichterungen der Neuzeit zunutze machen.
Wie der Bauer seinem Sohne einen Teil jeiner Arbeit abgibt, um ihn zur Selbständigkeit zu erziehen, so sollte auch die Bäuerin der Tochter ein bestimmtes Betätigungsfeld zur verantwortlichen 'Betreuung überlassen: die Sorge für die tägliche Nahrung, die Instandhaltung der Wohnung und Kleidung, die Pflege und Beaufsichtigung der ]un> goren Geschwister, die Bebauung des Hausgartens. Trotzdem bliebe der Bäuerin die Oberleitung der Hauswirtschaft: die wird und soll sie nicht aus der Hand geben. Die Bäuerin hat in langer schwerer Arbeit viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die sie nicht über Bord zu werfen braucht: im Gegen teil, diese Erfahrungen sollen sich mit der „neuen Weisheit" der Tochter paaren. Wenn Mutter und Tochter füreinander liebevolles Verständnis aufbringen, so wird der Segen einer solchen Zusammen- arbeit zwischen alt und jung im Bauernhaus nicht ausbleiben.
Boriiotizcn.
— Aus dem Stadttheater-Bur caa wird uns geschrieben: Als Fremdenvorstellung kommt das Schauspiel „Dor Sonnenuntergang'. von Gerharl Hauptmann unter der Spielleitung von Intendant Dr. Pro sch am Sonntag zum letztenmal zur Aufführung: die Rolle des Geheim-
Mit großen Versprechungen, die nur a u I Kosten der kleinen und mittleren Schauspieler, der Choristen und Tänzcrii.nen eingehalten werden tonnten, wurden die bekanntesten Schauspieler und Komponisten verpsllchtcl. Mit Lehars .Friederike" wurde prunl- voll die traurigste Episode im Berliner Theaterle- ben eröffnet. Mit allen Mitteln wurden Erfolge
.hergestellt". Durch Ricsengagen. die in
keinem Verhältnis zur bitteren Rot des Volke»
standen, wurden Kräfte wie Richard Tauber, Gitta A l p a r , Max Pallenbera , dieMas -
s a r y (nicht unter tausend Mark täglich> u. o. ge
halten. Ein Bon-System wurde eingerichtet. Bei
jedem Zigarrenhändler, in jedem Milch- oder Bin
menladen, in jedem Schololadengeschäst, auf je
dem Schanktisch lagen die bunten Vorzugskarten
für die Rotterbühnen. Man brauchte nur zuzu-
langen und kam zu halben Kassenpreisen ins
Theater. Auch davor schreckten die Rotters nicht
zurück, daß sie die Premierenbeseyungen auf die
sen Bons auch für die Sonntagnachmittagvorftel-
lungen antündigten. Raturlich sangen immer G r -
satzkräfte. Aber die Häuser mußten voll lein.
Dazu war jedes Mittel recht. Und Berlin ließ
sich so bluffen, daß die geschäftstüchtigen Gebrüder
Rotter, die sich vor der Oeffentlichkeit mit gegen
seitigen Lobhudeleien geradezu überschütteten,
sehr bald in den Besitz von sieben Berliner Theatern kamen kMetropol-Theater, Theater in der Stresemann-Straße. Großes Schauspielhaus, Lessing-Theater, Lustspielhaus, Deutsches Kunst- lertheater und Theater des Westens). Damit erreichten die Gebrüder Rotter den Gipfel ihrer Macht im künstlerischen und gesellschaftlichen Leben der Reichshauptstadt. Sie gaben glänzende Empfänge, und Hunderte rechneten es sich zur Ehre, bei den Rotters eingeladcn zu fein. Fritz Rotter zeichnete für die geschäftliche Leitung verantwortlich, Alfred für die künstlerische. In ihren Theatern spielten sie alles, was ein Geschäft zu werden versprach. Dom skandalösen Mertens- Gastspiel im Lustspielhous an bis zu dem in einen prunkvollen Rahmen eingespannten Tauber-Lied hinauf. Sie waren selbst die besten R e k käme f a ch 1 e u t c für ihre Theater. Als ihnen Berlin nicht mehr genügte, dehnten sie ihren Konzern noch weiter aus. Direktor Lerch, dessen Verfehlungen zur Zeit noch geklärt werden, deckte in Dresden und Breslau mit seinem Ramen die Rotter-Änternehmungen. Ebenso verstanden sie es, auch in Berlin unverantwortliche „Verantwortliche" vorzuschieben. Das Publikum ahuie nicht, was hinter den Kul-issen des Roi- ter-Konzerns vorging, es hörte nur die bekanntesten Ramen, es sah nur die großzügige Ausstattung. Selbst Personen, die den Rotters nahe- standen, zu ihren Festen geladen waren, wußten richt daß sie an bereits gepfändeten Tischen speisten. Bis zum letzten Augenblick wahrten die Gebrüder Rotter Haltung. Als aber die Weihnachtspremiere im Metropol-THeater „Einhundert Meter Glück" ein Mißerfolg wurde, stürzte in wenigen Stunden der ganze Rolter-Konzern zusammen wie ein Haufen buntbemalter Kulissen. Als sich die Staubwolke verzogen hatte, sah die Welt nur einen Trümmerhaufen, konnte der Staatsanwalt, der nun schleunigst zugrifi. nur noch einige Strohmänner fassen. Die Gebrüder Rotter waren verschwunden. Einer war bereits in Vaduz, der andere wechselte unter falschem Ramen von Tag zu Tag Hotelzimmer, bis es ihm auch gelang, zu entkommen. Zurück blieb eine Schar verzweifelter Schauspieler und Angestellter, zurück blieb Berlin, das fassungslos zum ersten Male in die traurige Kulissenwelt des Rot-
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tat Elausen spielt Dr. P rasch. Ermäßigte Preise. Anfang 19 Uhr: Ende: 22 ilfjr. — Die 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement bringt am Dienstag, 11. April, eine Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Spiel- plan-Reuheit „Andreas Hollmann", Schauspiel von Hans Christoph Kaergel: Spielleitung: Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Ähr. — Friedrich von Schillers Schauspiel „Die Räuber" kommt als 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement unter der Regie von Oberspielleiter Peter F a s s o 11 in neuer Inszenierung am Mittwoch, 12. April, um 19.30 Ilm zur Aufführung: Ende 23 Ähr. Gewöhnliche Preise. — Am Freitaa. 14. April, Karfreitag, bleibt das Theater geschloffen. Auch die Kassenstunden der Theaterkasse fallen an diesem Tage aus. — Für die beiden Ostertage sieht der Spielplan folgende Aufführungen vor: Am Sonntag, 16. April, 1. Osterfeiertag, außer Abonnement, Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen, dos Schauspiel: „Andreas Hollmann", von Hans Christoph Kaergel. Spieldauer von 19 bis zl Ähr. Für Montag, 17. April, 2. Osterfeiertag, ist die Erstaufführung des Volksstücks „Die vier Musketiere" von Sigmund Graff, dem Mitautor des Frontstückes „Die erlöse Straße", angeseht. Spielleitung: Oberspielleiter Peter Fassott. Die Erstaufführung ist als Fremdenvorstellung außer Abonnement und zu ermäßigten Preisen. Anfang 19 Ähr.
" Besuchszeiten der Museen- Die Museen und Sammlungen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ähr geöffnet.
" Freie' Lehrer st eilen un Kreise Alsfeld. Das Ministerium für Kultus und Bildungswesen gibt bekannt: 2m Kreise Alsfeld sind erledigt: je eine evangelische Lehrer- stelle an der Volksschule zu Arnshain, Buß- seid. Maulbach, Ober-Breidenbach, Romrod, Wahlen: je eine katholische an der Volksschule zu Ohmes, Ruhlkirchen. Dienstwohnungen sind
Alt und Jung im Bauernhaus.
Don Martha Alwens, Fachberaterin für land- siche Hauswirtschaft.
Die Hauswirtschaft ist ein Stiefkind im Bauern haushalt: sic wird und muß in den meisten Fällen nebenbei erledigt werden. Meistens spart die tüchtige Bäuerin an erster Stelle an ihrer eigenen Person: sie erledigt ihre Hausarbeit ohne jede Hilfe, sie schickt lieber die Tochter in den Stall ober zur Feldarbeit und versorgt das Haus neben all ihrer übrigen Arbeit allein. Daß dies meist auf Kosten ihrer Gesundheit, ihrer Frische und 'Arbeitsfähigkeit geschieht, zeigt sich leider nur zu bald. Man vergegenwärtige sich die frühzeitig gealterten Landfrauen, die von der jchweren Arbeit krummen Rücken, die faltigen, verarbeiteten Gesichter! Warum, fragt man sich oft erstaunt, gönnt sich die Bäuerin keine Erleichterung dadurch, daß sie mehr die Tochter zur selbständigen Hausarbeit heranzieht? Da wird zwar das Mädel in die Haushaltungsschule geschickt, und was sie dort lernt, ist recht und gut, aber — im Haushalt das Gelernte anwenden, darf sie beileibe nicht. „Was du in der Schule gelernt hast, mag richtig sein, aber bei uns machst du es, wie ich es bisher gemacht habe", ist meistens der Grundsatz der Mutter. Warum ist für die Tochter Zeit und Geld für die hauswirtschaftliche Ausbildung geopfert worden, wenn ihr im heimatlichen Haushalt nicht die Möglichkeit gegeben wird, das Erlernte in tue Tat um-
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Ausstellung b e s a n - )ie Lehnsucht nach dem und dah die jetzige na- rsüllungunserec gen würde. - Ifin lusstellungsräume, oon denen Altmeister 'Sil- plag eingeräumt war. e nusftellenben Maler • achu/Hren: Moritz Professor L e ho uaL rwühni.
für ben Sübroefljunt tsauftlärung und Pro- Leiter der Nachrichlcn- ankgesellschasl, Walter mlssarischcnFn- eutschen Mndjunks in
liefet“.
Schauspielhaus findet idrung des neuesten Schlage ter" statt, Hitler gewidmet ifi» mhr als 40 deutschen
überall vorhanden.
** Der Tonfilmwagen b er Zigarettenfabrik Walborf-Astoria, München, kommt — wie man uns schreibt — auf seiner Reise auch nach Gießen. Der Wagen, ber mit ben mo- bernften Geräten zur Vorführung von Tonfilmen im Freien sowie zur Uebertragung von Rabio, Schall- Heberfall auf die Brüder Rotter, die
platten und Mikrophon ausgeftattet ist, will bei den | ehemaligen Theaterkönige von Berlin, hat einen Rauchern für die Oberst-Zigarette werben. Die In- , tragischen Ausgang genommen, der von den Är- tereffenten werben am Montag, 10. April, auf bem I hebern zweifellos nicht beabsichtigt gewesen ist. Branbplatz von 19.30 bis 21 Uhr dieses Hilfsmittel Der Zweck des Äeberfalls war wohl nur, die moderner Werbung kennenlernen können. I Drüder Rotter, die nach Hinterlassung einer
(vtnttSÄMA» I ungeheuren Schuldenlast sich in das moderne
empfange Schieberdorado Liechtenstein geflüchtet hatten.
beim hessischen Staatspräsidenten. über die Grenze des kleinen Fürstentums »armftabt 7 WUe »VÄi “»X“ 'S Ä der Staatsregierung teilt u. a. nut. Der Herr | au^Jb w Mcinen Staates, in der Schweiz, in Oesterreich und in Deutschland hängt ihr Steckbrief. Die Straftaten, wegen deren die Rotters verfolgt werden, find gemeine Verbrechen, cs sind Fälle einer Bereicherung auf Kosten anderer, wie sie gerade in den letzten Jahren in Deutschland sich gehäuft haben. Kein Kulturland Europas bietet solchen Gesellen einen Schuh, mir das kleine Ländchen Liechten- st c i n, dessen Wirtschaft und Finanzen sich einer der Betrügerkonjunktur entsprechenden ungewöhn-


