Ausgabe 
8.2.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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** Auch d i e Berufsschule geschlossen. Der Rektor der Berufsschule teilt mit, daß von heute ab zunächst bis zum Ende dieser Woche der Unterricht an der Berufsschule ausfällt, da dis Zahl der grippeerkrankten Schüler stark zugenom- men hat. In den einzelnen Klaffen fehlen verfchie« dentlich bis zu 50 Prozent der Schüler.

** Ein Platzkonzert unserer Mili­tärkapelle findet am kommenden Samstag, von 16 bis 17 Ähr, in der Südanlage statt. Bei dieser Veranstaltung soll eine Geldsammlung zum Besten des Notwerks der deutschen Fügend vorgenommen werden.

*' Die Erhöhung der Reichsbezugs­schein e zur Verbilligung von Lebensmitteln und Brennstoff betrifft eine Bekanntmachung im Heu-

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Paris erwartet die Ablehnung des Sicherheitsplans.

Zu Kompromissen bereit. - Pressehetze gegen Deutschland.

Paris, 8. Febr. (ERB. Funkspruch./ Die französische Oeffentlichkeit wird allmählich darauf vorbereitet, daß der plan constructiv wenig Aussicht auf Verwirklichung habe. Wenn der Havasvertreter in Genf schreibt, der französische Plan sei von den Verhandlungsteil­nehmernhöflich" begrüßt worden und hin­zufügt, Paul-Boncour werde dafür sorgen müssen, daß der Plannicht in die vier Winde der tech­nischen Ausschüsse" zerstreut werde, so gibt er offensichtlich damit zu erkennen, daß man sich mit der Notwendigkeit, Komprom isse zu schlie­ßen, vertraut machen müsse. 3mPetit Pa- risien", dem offiziösen Organ der französischen Re­gierung, wird deutlich gesagt, man dürfe gewiß nicht erwarten, daß alles, was an Sicherheitsvor­schlägen in dem französischen Plan vorgesehen sei, auch angenommen werde. Niemand habe jemals daran gedacht,etwas Hundertprozentiges zu er­reichen". Aber wenn bei dem schließlichen Kom­promiß die Abrüstungsmaßnahmen und die Durchführung des Prinzips der Gleichberechtigung durch gleichwertige Garantien auf dem Gebiete der Kontrolle und des gegenseitigen Beistandes ausgegli- ch e n würden und wenn man Vorbereitungen für eine spätere Erweiterung dieser Garantien treffe, dann konnten sich die französischen Vertreter zu dem Erfolg beglückwünschen.

Matin" stellt fest, daß der französische Plan in Genf nur wenig und wider st redend Z u -

Flammen geworden: bald darauf stürzten die Decken der oberen Stockwerke ein. Der Schaden dürfte mehr als eine Million tschechische Krönen betragen. Die Feuerwehr mußte ihr Hauptaugen­merk darauf richten, die benachbarten Wohn- und Beamtenhäuser wie auch den Boden­bacher Bahnhof vor einem Uebergreifen des Bran­des zu schützen.

Die Untersuchung des Brandes auf derAtlantique"

Zu der neuerdings wieder aufgestellten Behaup­tung, daß der Brand derAtlantique" auf einen Sabotageakt zurückzuführen fei, glaubt Petit Parifien" in einer Meldung aus Bordeaux berichten zu können, daß der Untersuchungsrichter bereits eine bestimmte Spur verfolge und gegen ein Mitglied der Besatzung derAtlantique" einen Vor­führungsbefehl unterzeichnet habe, um die Ursache des Brandes zu klären. Die Anhaltspunkte, die den Untersuchungsausschuß zu seiner Annahme ge­langen ließen, sind verschiedener Natur. Den Aus­schlag scheint jedoch die Tatsache gegeben zu haben, daß das Feuer inzweivöllig voneinander getrennten Kabinen ausbrach, und zwar in

Holst der Winterhilfe!

Die Not in vielen Gießener Familien ist immer noch sehr groß. Die Gießener Winternothilfe will Öen Notleidenden den schweren Daseinskampf etwas erleichtern. Dazu ist die llnterstühung aller Mit­bürger dringend erforderlich. Geld-, Kleider- und Lebensmillelspenden können viel Elend geringer machen. Gaben werden von der Winlernothilse (Städtisches Wohlfahrtsamt. Gartenftrahe) jederzeit mit Dank entgegengenommen.

Zeder fei Helfer!

seres Wirtschaftslebens führe, werde dornig sein. Sechs Millionen Arbeitslose ließen sich nicht ohne weiteres in die Wirtschaft wieder einfügen. Die Siedlung sei kein Allheilmittel. Die deutsche Wirt­schaft müsse erst wieder rentabel werden. Expe­rimente seien aber unbedingt zu vermeiden. Hu- genberg durchschaue die Verhältnisse.

Hinsichtlich der außenpolitischen Arbeit (insbe­sondere in wehrpolitischer Hinsicht) seien viele Aufgaben zu erfüllen. Die Welt müsse nun mit anderen Menschen rechnen. Eine pazifistische Re­gierung könne die Grenzen nun einmal nicht schützen. Innenpolitische Arbeit liege ebenfalls in reichem Maße vor. Den Dualismus Preußen Seid) gelte es endlich zu beseitigen. Die gegen­wärtige Verfassung entspreche nicht dem deut­schen Wesen. Das parlamentarische System müsse liquidiert werden. Dem Marxismus in jeder Form werde man energischen Widerstand entge­gensetzen. Die Regierung stehe vor einer Fülle von schwersten Aufgaben. Deshalb gelte es, die Regierung aus dem Volke heraus zu stützen. Durch die bevorstehenden Wahlen dürfe die Arbeit der Reichsregierung keine Unterbrechung und keine Störung erleiden. Richt Mehrheit dürfe allein das Bestimmende fein. Das Rationale stehe im Vor­dergrund. Das deutschnationale Clement in der Regierung müsse stark und kräftig erhalten blei­ben. Man dürfe nicht in parlamentarisch-demo­kratische Spielereien zurückfallen. Die DNDP. be­jahe Volkstum, Dodenverbundenheit, sie bejahe Groß-Dcutschtum und Auslandsdeutschtum als Selbstverständlichkeit. Aber die Fesseln der Wirt­schaft mußten fallen. Man wolle in der DRVP Wal.a&er nicht sozialistisch sein. Man fühle sich christlich allen verounden. bejahe Konfessionen und wolle Versöhnung im christlichen Sinne. Das fei gleichzeitig konservative Auffassung, die in der Reichsregierung durchzudrücken fei. Dafür gelte es zu arbeiten. 3n der Arbeit an der deutschen Zukunft muffe das konservative Element mitbe­stimmend fein. Man bejahe auch den Führerge­danken, müsse versprechen, dem Führer zu fol­gen, hinter der Regierung stehen, auch dann, wenn es einmal hart auf hart gehe. (Lebhafter Beifall.)

An die Ausführungen des Redners schloß sich eme Aussprache an, in der die Gedanken des Redners unterstrichen wurden. Die Versammlung beschloß, an den Führer der Partei, Geheimrat Dr. Hugenberg, folgendes Telegramm zu richten:Deutsche Männer und Frauen Gießens senden aus deutschnationaler Versammlung dem nationalen Führer ehrerbietigste Grüße und Glück­wünsche. Ein herzliches Glückauf zur Arbeit für Volk und Vaterland."

Daten für Mittwoch 8. Februar.

1867: der Philosoph Max Dessoir in Berlin ae- boren: - 1871: der Maler Moritz von Schwind in München gestorben, - 1920: der Dichter Richard Dehmel in Blankenese gestorben.

Bornotizen.

,Cu~,.JEa19c6AAarI.cnÖr lür Mittwoch. Stadttheater. 20 bis 22 Uhr,2:2 unentschie- wÄße Dämons Bahnhofstraße:Der

Wünsche des Baugewerbes an die Stadtverwaltung.

3m Auftrage einer Versammlung des Gießener Baugewerbes, über die wir am Montag be­richteten, erschien die dort gewählte Kommis- f ton unter Führung des Vorsitzenden des Orts­gewerbevereins, Bäckerobcr.neister L o e b e r, ge­stern vormittag zu einer Rücksprache mit dem Oberbürgermeister Dr. Keller im Stadthaus. An der Besprechung nahmen teil: Oberbürger­meister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Selb, Stadtbaurat Gravert, Stadtverwaltungsdirek­tor Kolb und der Leiter des Elektrizitätswerkes Direktor S t o l t e, als Vertreter der Verwaltung! andererseits die zehn Mitglieder der Kommission.

Die Wünsche des Handwerks und Gewerbes, die der Stadtverwaltung schon vorher schriftlich übermittelt worden waren, wurden in der Sitzung seitens der Kommission noch einmal verlesen und durch mündliche Erläuterungen ergänzt. Sie be­ziehen sich auf Fragen der Arbeitsbeschaffung und Auftragsvergebung, der Kalkulation, Be­kämpfung von Schwarzarbeit, Regiearbeiten usw.

Oberbürgermeister Dr. Keller erklärte den Ver­tretern des Gewerbes und Handwerks im Verlaufe der mehrstündigen Aussprache, daß er mit Interesse oon den Wünschen und Forderungen Kenntnis ge­nommen habe und volles Verständnis für die An­gelegenheiten des Gewerbes und Handwerks besitze. Die vorgebrachten Wünsche würden den in Betracht kommenden städtischen Dienststellen und dem Bau­ausschuß des Stadtrats zur näheren Prüfung und Stellungnahme zugeleitet. Nach Abschluß der Nach­prüfung werde dann von der Verwaltung die er­hoffte Antwort auf die Eingabe erteilt werden.

Die Mitglieder der Kommission hegen die Hoff­nung, daß ihre Schritte bei der Stadtverwaltung für das Gewerbe und Handwerk von Nutzen sein werden.

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Oeuischnaiionale Volkspartei.

Die Ortsgruppe Gießen der Deutschnationalen Volkspartei hielt gestern abend im Hotel Schütz eine Versammlung ab, in der nach kurzer Be­grüßung durch Rektor Kling, -Rechtsanwalt Zimmer über das Thema:Was erwarten wir von ber neuen Reichsregierung?" sprach. Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen:

3n den letzten drei Monaten habe sich viel ge­ändert. Run sei ernster Arbeit der Weg geebnet. Der November 1918 könne liquidiert werden. Von Papens Regime habe den Weg bereitet Der Fackelzug von Berlin sei symbolisch für das Auf- loöem des nationalen Willens. Nun stehe Hit­ler an der Spitze, neben ihm Herr vonPapen. Man freue sich, daß auch der frühere Reichskanzler « _c9ietung erhalten bleibe, ferner daß Selb te ihr angehöre und bewährte Männer, wie Graf von Schwerin-Krosigk und Frei­herr vo n N e u r a t h. Das wichtigste Amt aber habe Hugenberg übernommen. Seit Fahren dränge er sich danach, den unsympathischen Poften des Reichswirtschafts- und des Ernährungsmini, sters zu übernehmen. Er habe nun die größte Verantwortung zu tragen. Ec sei der Berufene kein anderer die 3ntereffem u«b »er Landwirtschaft, Im neuen Kabinett feien Hugenbergs Gedankengänge er- füllt. Nun sei auch Gewähr dafür gegeben daß eine einheitliche Wirtschaftspolitik gepflegt werde denn Fachleute seien am Ruder. Rettung des Bauern und Rettung des Arbeiters stehe auf dem !

tigen Anzeigenteil, auf die 3ntereffenten beson­ders aufmerksam gemacht seien.

** Berk ehrsunf all. Gestern mittag gegen 12.30 Uhr ereignete sich an der Ecke Ludwigstraße und Riegelpfad ein Lerkehrsunfall. Ein junger iJlann, der auf seinem Fahrrad aus dem Riegelpfad in die Ludwigstraße einbiegen wollte, stieß unter dem Viadukt mit einem Kraftwagen zusammen und flog dabei so heftig gegen die Windschutzscheibe des rj*05' daß sie zerbrach. Der Radfahrer erlitt glück- licherweile nur einige leichtere Verletzungen an Kopf und Beinen, sowie eine leichte Quetschung am Surfen. Der Kraftwagenführer brachte den Ver- sofort nach der Chirurgischen Klinik.

Autobrand. Gestern vormittag wurde auf per Landstraße in der Nähe von Steinbach ein Per­sonenauto aus Gießen infolge Vergaserbrandes mit anschließender schneller Ausbreitung der Flammen über die Karosserie schwer beschädigt. Die Gießener Feuerwache wurde zur Hilfe herbeigerufen und er­schien alsbald mit dem Bereitschaftswagen und Handfeuerlöschern an der Unfallstelle. Den eifrigen und unerschrockenen Bemühungen der Feuerwehr­leute gelang es, eine Explosion des Benzintanks zu verhüten und dann in halbstündiger Arbeit den Brand zu löschen. Die Flammen und die drohende Explosion des Benzintanks verursachten eine Stockung im Fährverkehr, da naturgemäß niemand mit seinem Fahrzeug an der außerordentlich ge- ährdeten Stelle vorbeifahren konnte.

Spielabend der 3ungdeutschen 3ungschwesternschaft. Man berichtet uns: Zum Sonntagabend hatten die 3ungschwestern des 3ungdeutschen Ordens die Brüder, Schwe- tern und zahlreiche Gäste in dasSchützenhaus" eingeladen, um, wie einleitend 3ungrneisterin Ria Schmidt ausführte, durch Darbietung alten Volksgutes gemeinsam einige Stunden gemesse­ner Freude zu verbringen. Der Abend wurde bei vollbesetztem Saal zu einem vollen ideellen Erfolg. Die Folge des Abends war sinnvoll und geschickt zusammengestellt: ihre flotte Abwicklung erhöhte die Wirkung. Musik, Volkstanz, Lach- kanon gaben die Einleitung. EinStummer Musikant", der auf feiner Geige seine Erlebnisse vorerzählte", fand verdienten Beifall. 3m Rei­gen des Spiels durfte auch Hans Sachs nicht fehlen. Äeberraschend beherrscht und gewandt spielten drei MädelsDas Kälberbrüten". Lustig anzusehen und zu hören waren die geplagte Bäuerin (Erna 3 u n g), der faule Dauer (Ger­trud Löffler) und seine Hochwürden, der Herr Pfarrer (Käthi Körner). 3m weiteren Ver­laufe des Abends wechselten Gesang, Musik und Volkstanz miteinander ab. Diel Freude machte auch eine kleine Verlosung der von 3ungschwestern selbstverfertigten Gegenstände. Die Hauskapelle sorgte für Tanzmusik. Mit gemeinsamem Schluß- gesang endete die Zusammenkunft.

fti mmung finden dürfte. Das gibt dem Blatt den Anlaß, gegen Deutschlands Politik in der- [tungsfrage vom Leder zu ziehen. Es behauptet, daß ein Teil der Verhandlungsmächte in einer Be­teiligung Deutschlands an der Abrüstungskonferenz eine ernste Gefahr gesehen hätte. Deutschland spreche zwar in sehr gemäßigtem Ton, aber das hindere den neuen Reichskanzler nicht, mit überraschender Schnelligkeit und unter dem Vorwande der Arbeits­pflicht eine ungeheure Organisation bewaffneter Milizen ins Leben zu rufen.

Einen Schritt weiter gehtEcho de Paris", das gar erklärt, Frankreich und seine Alliierten würden, wenn sie nicht Selbstmord begehen wollten, doch eines Tages gezwungen sein, oon der Fünf­mächte e r k lärun g abzurücken, die Deutsch­land die Gleichberechtigung zuerkannte. Man hätte lieber Deutschland außerhalb der Abrü - stungskonferenz lassen sollen, weil das Reich dann die Verantwortung für einen M i ß e r f o l g der Abrüstungskonfereiz hätte tragen müssen. So werde Frankreich jetzt gezwungen sein, das Nein auszusprechen, das Genf erschüt- tern werde. Frankreich werde dadurch Angriffs­punkt für alle möglichen Verleumdungen werden, aber es fei noch bester, diese Prüfung durchzu­machen, als zuzulassen, daß unter den gegenwär­tigen Umständen die Stärke des französischen Hee­res und der anderen Armeen herabgesetzt werde, die die Verträge verteidigten.

Aus aller Welt.

Schwerer Erdstoß in Baden.

Sn Karlsruhe verspürte man Mittwoch vor­mittag einen leichten Erdstoß. In allen Teilen der Stadt schwanktenindenWohnungendie Möbel. Der Erdstoß wurde auch in ganz Ober­raden, so besonders in Lahr- Dinglingen, auf dem flachen Lande und in Freiburg i. Br. verspürt. Er dauerte mindestens 20 Sekunden und löste starke Erschütterungen aus.

Sn Rastatt verursachte der heftige Erdstoß eine ungeheure Panik. Verschiedentlich wurden Men­sch e n in den Fabriken und Wohnungen auf den Boden geworfen. Zahlreiche Fensterscheiben und große Schaufenster gingen in Trümmer. Die Analaen der Kaufhäuser, in denen Artikel der Wei- ßen Woche ausgestellt waren, gerieten vollständig durcheinander. Sm ersten Augenblick glaubte man, es mit einer Explosion im Gaswerk zu tun zu haben. Glasscherben und Ziegeltrümmer der eingestürzten Kamine bedeckten die Straßen. Die Schulen haben den Unterricht eingestellt. Sn Detig, heim ist das Rathaus und in Steinmauern dos Schulhaus beschädigt worden. Sn Kuppen­heim stürzte ein Kreuz von der Kirche. Nach den seismographischen Aufzeichnungen liegt der Herd des Bebens östlich von Karlsruhe in einer Entfernung von nicht mehr als 50 Kilometer.

Fabrikbrand

an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze.

Aus bisher unbekannter Ursache brach in einem großen, drei Stockwerke hohen Fabrikgebäude der Textilwerke Makosa-AG., gegenüber dem Bodenbacher Bahnhof, Feuer aus, das erst bemerkt wurde, als bereits ein großer Teil des Dachstuhles und des oberen Stockwerkes in Flam­men stand. Binnen einer halben Stunde war der Dachstuhl des Gebäudekomplexes ein Raub der

der zweiten Kabine gerade in dem Augenblick, als die Besatzung den ersten Brand fast erstickt hatte. Der Kapitän derAtlantique" erklärte bei Bekannt­werden des Berichts, er teile diese Auffassung voll­kommen. So peinlich auch der Gedanke eines ver­brecherischen Anschlags sei, so erlaube diese Gewiß­heit wenigstens, auf die Propaganda des Auslandes gegen die Einrichtungen französischer Schiffe zu ant­worten. Die Ehre der französischen Schiffsbauer sei gerettet.

Jür eine Million Wertpapiere gestohlen.

Dieser Tage entdeckte ein sehr begüterter Kauf­mann in Philadelphia namens George Bärtle, baß Diebe seinen Geldschrank aufgebrochen und Wertpapiere, bestehend aus Aktien, Staatspapieren, Pfandbriefen und anderen Effekten im Nennwerte von 250 000 Dollar also über eine Mil- li°n Mark gestohlen hatten. Ein Verzeichnis der gestohlenen Papiere wurde sofort durch Rundfunk an alle Börsen, Banken und Makler übermittelt, um die Veräußerung der Papiere zu verhindern oder die Diebe dabei zu fassen.

laßt, die Schuldigen mit sofortiger Wirkung aus der NSDAP, auszu- schließen. Die Kreisleitung steht nicht an, zu erklären, daß sie die Vorfälle auf das tiefste bedauert und verurteilt. Sie will alles tun, die Schuldigen der gerechten Strafe entgegenzuführen. Die Kreisleitung und die zuständigen SA.- und SS.-Führer haben sich an das Krankenlager der verletzten Beamten begeben und diesen das Bedauern über die Vorgänge ausgesprochen."

Kundgebung der Eisernen Zroni im Berliner Lustgarten.

Berlin. 7. Febr. (CNB.) (Eig. Meldung.) Die Kampfleitung Berlin der Eisernen Front ver­anstaltete heute nachmittag im Lustgarten eine große Kundgebung. Aus verschiedenen Stadttei­len zogen mit der Eisernen Front auch Angehörige der KPD. 3n seiner Ansprache hob der Partei- vorsitzende Otto Wels die Leistungen der Sozial­demokraten nach dem verlorenen Kriege hervor und betonte, daß der Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse, um die Einheitsfront des werktäti­gen Volkes gehe. Am 5. März werde das deut­sche Volk noch einmal Gelegenheit haben, fein Ge­schick in die Hand zu nehmen.

Zu Zwischenfällen ist es im Lustgarten nicht ge­kommen.

Oie obere Beamtenschaft zur Verwaltungsreform.

31 einer vom Bund Deutscher Zivil- fupernumerare herausgebenen SchriftBei­trag zur Verwaltungsreform" befassen sich die in ihm vereinigten oberen Beamten des Reichs, der Reichsbahn, der Länder, der Gemeinden usw. mit dem Problem einer Verwaltungsreform. Das Er­gebnis der Untersuchungen ist in einer Darstellung der Aufgaben und Ziele einer Verwaltungsreform und in allgemeinen verwaltungsreformatonschen und beamtenpolitischen Leitsätzen niedergelegt. Aufgabe einer Derwaltungsreform ist es, wie leitsatzmäßig Umrissen wird, im Wege einer weitgehenden De­zentralisation die Grundlagen für eine Verein­fachung des gesamten Verwaltungsapparates zu schaffen und in Verbindung damit Ersparnisse zu erzielen. Besonders wird in der Schrift hervor­gehoben, daß Reichs- und Verwaltungsreform ohne Nutzwirkung bleiben, wenn nicht die gesetzgebenden Körperschaften des Reichs, der Länder und der Ge­meinden zu einer gesunden Finanz- und Ausgabenwirtschaft im Sinne der Eigenverantwortlichkeit übergehen. Die oberen Beamten lehnen überstürzte, des Organischen und Planmäßigen entbehrende Maßnahmen ab, da sie Nachteile sowohl für die Bevölkerung als auch für die Verwaltung verursachen. Da es im Zuge der Verwaltungsreform liegt, den oberen Beamten noch weitere, wichtige Aufgaben zu übertragen, wird als Schulvorbildung für den Nachwuchs an Zioil- fupernumeraren das Abiturium verlangt. Mit dem Sinn einer zweckvollen Verwaltungsreform wird es für unvereinbar gehalten, Beamtenstellen einer Nachgeordneten Laufbahn mit Anwärtern einer höheren Laufbahn zu besetzen. Die Schrift wendet sich daher gegen Bestrebungen, Assessoren, die aus Mangel an Stellen im höheren Dienst nicht ver­wendet werden können, im oberen Dienst unter­zubringen.

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Professor Dr. fiatl TDoermann f.

Der Nestor der deutschen Kunsthistoriker und Galeriedirektoren, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. phil. et jur. Dr.-3ng. b. c. K. W o e r m a n n ist im Alter von 88 Fahren in Dresden gestorben. Woermann, ein Sohn der bekannten, hanseatischen Kaufmanns- und Reeder-Familie, wurde am 4.3uli 1844 in Hamburg geboren, studierte ur­sprünglich 3ura, wurde Anwalt und ging erst später zur Archäologie und Kunstgeschichte über. Er habilitierte sich 1871 in Heidelberg, erhielt dann eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und wurde 1882 zum Direktor der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts in Dresden berufen, bie er lange 3ahre leitete: aus dieser Zeit stammt sein vorbildlicher Katalog der berühmten Dres­dener Sammlungen. Woermanns Hauptwerk ist feine großeGeschichte der Kunst aller Zeiten und Völker", die zuerst in drei Bänden erschien und in zweiter Auflage auf sechs Bände erweitert wurde: im 3ahre 1922 hat Woermann als 78jähriger das imposante Werk zum Abschluß gebracht. Von seinen zahlreichen üb­rigen Arbeiten, die zum Teil auch über sein eigent­liches Fachgebiet hinausreichten, seien hier aufge­führt:Antike Odysseelandschaften":Geschichte der Malerei":Das Bildnis in der italienischen Renaissance":Von Apeles zu Döcklin" und die Kunst der neuesten Zeit".

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Oie Grippe.

r. Lang-Göns, 7. Febr. Die Erkrankungen an Grippe nehmen von Tag zu Tag zu. In der Schule fehlt, besonders in den Unterklassen, mehr als die Hälfte aller Kinder. Es wurde deshalb vom Kreisschulamt angeordnet, daß der Unter­richt für einige Tage ausfällt.

* Büdingen, 7. Febr. !Lie Grippe forderte m unserer Stadt ein Todesopfer. Frau Emma eine 28jahrige Frau, erlag der Krank­heit. Die Zahl der Erkrankungen in den hiesigen Schulen stieg in den letzten Tagen bedeutend, so daß sich nunmehr auch die Leitung des Wolfgang- Ernst-Gymnasiums entschließen mußte, die Pforten der Schule für einige Zeit zu schließen.

O Hörnsheim, 7. Febr. Die Grippe hat hier so stark um sich gegriffen, daß die Schule geschlossen werden muhte.

<D Krofdorf, 7. Febr. Augenblicklich herrscht hier die Grippe in sehr starkem Maße. In man­chen Häusern sind sämtliche Bewohner mehr oder weniger st a r k erkrankt. Die Hälfte der Schulkinder mußte dem Unterricht fern- bleiben, so daß auf Anordnung des Kreisarztes die Schulen bis Ende der Woche geschlos­sen worden sind. An einer Lungenentzündung als Folge der Grippe verstarb im besten Mannes- alter Oberförster Schede, eine junge Witwe mit drei Kindern hinterlassend.

15 Todesopfer in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 7. Febr. (WSN.) Die Grippe läßt in Frankfurt immer noch fein Abflauen erken­nen: im Gegenteil ist seit gestern eine kleine Zu- nähme der Erkrankungen zu verzeichnen. Ob die Frankfurter Schulen am Donnerstag wieder den Unterricht aufnehmen, hängt oon der Zahl der Kin- der ab, die an diesem Tage in der Schule erscheinen werden. Am Dienstag sind 15 Personen an Grippe gestorben.

Sprechstunden der Redaktion.

_m3" Uhr, 16 61, 17 Uhr. Sam,tag

nachmittag geschlossen.