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8.2.1933 Erstes Blatt
 
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mb 10 Millionen Feld- Armee und der Heimat lüge Korrespondenzkarte Zczeichnung.Poslkarle". der Postkarten wurden )ern bedruckt. 1872 scr- serftecher auf Postkarten iz und anderen schönen

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Nr. 33 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Mittwoch, Z.Zebruarlyzz

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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ertennung echter Autorität in unserem Volk in allen seinen Ordnungen wieder aufzubauen und bewuszt zu machen. Die Aufgabe ist um so dringlicher, als unsere Jugend selbst leidenschaftlich nach Autorität ruft und in der Gefahr haltlos zu versinken oder durch die Bindung n unechte Autoritäten ihre innere Freiheit zu verlieren. Solche unechten Autori­täten sind alle ..Werte", die der Mensch sich selbst als Autoritäten seht, weil er sie für die höchsten hält. Denn nicht der Mensch ist das Mas; oller Dinge. Dieser Glaube entspringt einem unter uns weitverbreiteten Selbständig­keitswahn. der sich selbst Gesetz des Glau­bens lebt, den Weltcnlauf von sich aus meistern und die Welt nach seinem Bilde gestalten zu können. Auch unsere Erziehung in Haus und Schule, in Gemeinde und Staat ist weithin diesem Wahn verfallen und aus dem verführerischen Glauben an die Selbstherrlichkeit des Menschen, des Erziehers, wie des Kindes, falsche Wege ge­gangen. Sie haben dahin geführt, daß die Auto­rität in der Erziehung aufs schwerste erschüttert wurde, und daß viele Erzieher keine Möglichkeit zu ihrer klaren Begründung mehr sehen.

So ist die Frage nach der Autorität zur Kern­frage der Erziehung geworden. Ein neues Crzie- hungsdenken nimmt von hier seinen Ausgangs­punkt. Man besinnt sich wieder darauf, daß alle menschliche Autorität ihre Quelle und ihren Ur­sprung in der göttlichen Autorität hat. Auch die Autorität des Erziehers ist nicht Eigen- Autorität sondernLebensautorität", verliehen mit einem Auftrag Gottes, und daher Herr- fchaft und Dienst zugleich. Damit ist lebe Erziehung ausgeschlossen, die nur eine Form Der Herrschaft über den anderen ist. Wohl ist Autorität undenkbar ohne bestimmte Forde­rung! aber diese Forderung ergeht an Er­zieher und Kind in gleicher Weise. Wir haben als Eltern, als Lehrer nicht nur einen Anspruch aus das Kind, sondern das K-ind hat auch einen Anspruch auf uns. So wird Au­torität erkannt als eine Beziehung; eine Dezie- ober allein von Gott aus lebendig wird, «chte Autorität kann man nicht äußerlich zi $QU trogen und nach Belieben anziehen oder -,^8en Jede bewußte Sichtbarmachung und fr Betonung der Autorität im Menschen fiatlm Widerspruch zu der verborgenen Maje- itoLwOtt^' jn der Beziehung zwischen Cr- oct und Kind immer wieder neu erfahren wer- Fu.hXc -unö zugleich den Abstand wie die Ver- undcnheit beider begründet.

Jem Bewußtsein dieser letzten Berantwor- Berantwortungsbewuhtsein des ftrn orCt? lur das ihm befohlene Kind die ftärf- i Srlebe- Er sicht in ihm das Geschöpf Got- ... . bewahrt ihn davor, zu idealisieren oder

x>n und das nötigt ihn ebensosehr,

... _ .ödenden und reifenden Menschen ganz ernst fnmmp^R6^" ®r toci6 um seine eigene Unooll- imb das bewahrt ihn vor Selbstsicherheit ^ieku^^?.blichkeit und nötigt ihn, seine Er- 'xorfcbunrtttieitx ?cn Ergebnissen pädagogischer kn Lehre immer wieder nachzuprü-

fj.j. Erzieher, der seine Vollmacht nicht von aabe n, sondern als verantwortliche Auf. der WissendHond, wird für jede ihm aus enicbunnäfVH 1 Unö aud öcr Erfahrung gebotene Denn Ä-'?. empfänglich und dankbar sein, der ffnioR, tn der täglichen Begegnung mit Werk troh^nn951®1^ !ld)Ieit öa& unfct Erzichungs- bleiben Cr ?cftn C®llIcn ewig unzulänglich Tür unfo^nu toir ober die Verantwortung

'L QBett tragen haben.

Verantwortung für den anderen, dem der

Die Wiederauftichtung der Autorität in der Erziehung.

DonAkademieprofessorKörber-Frankfuri-Main

Vom 5. bis 11. Februar findet die dies­jährige Reichse-rziehungswoche statt, die der Cvangel. Reichselternbund in Verbindung mit anderen Organisationen und Verbänden der Lehrerschaft, der Frauenbewegung, der Arbeitnehmer, der Jugendpflege und der sozialen Arbeit ver­anstaltet. Das Thema der Reichserziehungs­woche 1933 lautet:Für Reubegrün­dung der Autorität in der Er­ziehung!" 3n zahlreichen Versammlun­gen über das ganze Reich hin wird diese entscheidungsschwere Frage unseres gei­stigen und nationalen Lebens erörtert wer­den.

Die allgemeine Wirtschaftsnot, die zu einer Weltwirtschaftskrise geworden ist, hat den Blick für die besonderen Röte unseres Volkes getrübt. Erschreckend groß ist noch immer die Zahl derer, die in unserer verzweifelten Wirtschafts­lage die Ursache aller anderen Dolksübel sehen und von der finanziellen Besserung einen grund­sätzlichen Wandel auch in unserem geistigen und politischen Leben erwarten. Rur allmählich dringt in unserem Volke die Erkenntnis vor, daß wir im Ringen um die endgültige Gestaltung unse­res Staats- und Rechtslebens an einem Wendepunkt angelangt sind. Dagegen blieb der Öffentlichkeit fast ganz verborgen, daß wir auch auf dem Gebiete der Erziehung in einer Krise stehen, deren Ausgang für die Zu­kunft unseres Volkes und besonders des Heran­wachsenden Geschlechts bestimmend fein wird.

Die innere Unsicherheit in erzieherischen Din­gen hat ihren tiefsten Grund darin, daß man keine Vollmacht zur Erziehung mehr in sich spürt. Eine Erziehung ohne Autorität ist aber undenkbar. Es gilt daher, die A u t o r i t ät in der Erziehung neu zu begründen und die An-

Oie Meuterei in Insulinbe.

Oie kommunistische Propaganda unter den Eingeborenen Niederländisch-Fndiens.

Das britische Weltreich sucht schon seit Jahren der indischen Selbstherrschaftslust Herr und gerecht zu werden. In China kämpfen die Heere des Lan­des der Mitte mit unzulänglichen Mitteln, aber mit der Verbissenheit und Brutalität der Asiaten für ihre Nationwerdung gegen einen Feind, der mit den modernsten und unfehlbarsten Kriegsmaschinen ausgerüstet ist. In Innerafrika flammen an allen Ecken und Enden Aufstände auf, die zwar rasch im Feuer der Maschinengewehre derSchutzmächte" zusammenbrechen, die aber doch als Zeichen einer beginnenden nationalen Emanzipierung gewertet werden müssen. In Nordafrika haben die Franzosen alle Hände voll zu tun, um den von ihnenrnanda- tisierten" Stämmen die Segnungen der Zivilisation gutwillig beizubringen. Nun greifen die Flammen des Widerstandes auch auf Niederländisch-Indien über und bringen die dort herrschenden Holländer in die schwerste Bedrängnis. Das Fanal ist die Ent- siihrung des holländischen PanzersDe Zeven P r o o i n c i e n" durch die eingeborene Besatzung. Der äußere Grund, ober nur der äußere, ist die kürzlich verfügte erneute Kürzung der Entlohnung für die Eingeborenenangehörigen der niederländi­schen Marine. Vor einiger Zeit wurde der Sold um 10 o. H. gekürzt und neuerdings um weitere 7 v. H. Unter dem Einfluß der kommunistischen Agitation haben sich die Soldaten der Soldkürzung widersetzt. In Kolonialkreisen weist man darauf hin, daß der gleiche Geist der Widersetzlichkeit nicht auf das Flöt- tenpersonal beschränkt bleibt, sondern 'ich in der gesamten E i n g e b o r e n e n b e v ö l k e r u n g zeige. Wiederholt haben sich Zwischenfälle mit ein­geborenen Arbeitskräften ereianet, deren Renitenz in den letzten Monaten immer stärker in Erscheinung treten. Es seien auch gewisse Anzeichen dafür vor­handen, daß japanische Agenten die,er Ent­wicklung Vorschub leisten. Die Niederländische Re­gierung müsse endlich der besorgniserregenden Cat- wickluna in den fernöstlichen Kolonien die gebüh­rende Aufmerksamkeit widmen, sonst könne leicht geschehen, daß es eines Tages zu einem Ei ip ci;e i überhaupt zu spät sei.

Die großen Perspektiven sind für die Weiße Rasse denkbar niederdrückend. Um so nieder- drückender, als gerade den Holländern dieses ilnglüd passieren mußte. Denn das muß den Ministern desZwiebellandes" gelassen wer­den, daß sie seit dreihundert Zähren auf 3nfu- Unde eine geradezu vorbildliche Ko­lonisationspolitik getrieben haben. Als das Ansehen der Weißen Rasse durch den Aus­gang des russisch-japanischen Krieges zum ersten Male eine entscheidende Einbuße erlitt, haben die Holländer durch eine pflegliche Behandlung der Eingeborenen Javas, Sumatras und Bor­neos den Stoß aufzufangen versucht. Alle Schulen und selbst die Universitäten in den rasch emporgcschossenen Hafenstädten am Indischen Ozean wurden den lernbegierigen Braunen ge­öffnet, so daß es heute in den Städten eine große einheimische Intelligenz gibt, die durch die Propagandamöglichkeiten, die sich ihr bieten, als stete Gefahr für die Weiße Zivili­sation angesprochen werden muh. Diese Intelli­genz besitzt nicht nur ideologische, sondern auch materielle Bindungen zur Moskauer Propaganda­zentrale, und die vom Schöpfer in so überreicher Weise mit allem Herrlichen, was die Ratur hervorbringt, gesegneten Inseln sind zu einem

Tummelplatz bolschewistischer Agi» tatoren geworden. Ihr Werk ist die Ent­führung des Panzers, wenn auch die direkten Anlässe weniger großartigen Charakter tragen. Die Kommunisten sind außerordentlich rührig. Sie besitzen in Batavia eine Zentrale, die mit allen modernen Erfordernissen eingerichtet ist und deren täglich erscheinendes BlattBintang Timoer", derStern des Ostens", auch die letzten

Weiler des Archipels erreicht. Wir leben nicht nur an einer europäischen Wende, sondern an einer Weltwende. Rur die Völker, die innerlich so stark sind, daß sie heute freiwillig Verzicht leisten können auf etwas, was ihnen morgen durch die Entwicklung genommen werden kann, werden nach dieser Prüfung noch stark genug fein, um die Welt auch weiterhin mit ihrer geläuter­ten Zivilisation und Kultur zu durchdringen.

Holland kündigt scharfe Maßnahmen an.

Haag, 7. Febr. (WTB.) Der Minister für Lan- desverteidigung, Dr. Deckers, erklärte in der Zweiten Kammer die Meuterei auf dem Panzer­kreuzerSieben Provinzen" als ein Verbrechen, von dem Regierung und Volk mit Schmerz und Entrüstung Kenntnis genommen hätten. Es seien alle nötigen Maßnahmen ergriffen worden, um die Meuterer zur bedingungs­losen Uebergabe zu zwingen. Von irgend­welchen Unterhandlungen mit ihnen könne und Dürfe keine Rede sein. Erfolge die Uebergabe nicht bald, so werde mit den schärf st en Mitteln vorgegangen werden.

In den letzten Tagen wurden in Holland unter den Mannschaften der Marine und des Heeres von kommunistischer Seite in größerem Um­fange Flugblätter verbreitet, in denen zum U n gehorsam gegen d i e Vorgesetzten und zur Bildung von Soldatenräten auf­gefordert wird. Die Heeresleitung und die Ma­rinebehörden in Amsterdam und dem Kriegshafen Den Helder haben besondere Vorkehrungen zur Unterdrückung dieser Propaganda ergriffen. Man bringt diese kommunistische Propaganda mit den

Vorfällen auf der niederländisch-indischen Flotte in Zusammenhang.

Moskau spiht die Ohren.

Lssene Sympathie mit den Meuterern.

Moskau, 7. Febr. (211.) Die Meuterei auf dem niederländischen PanzerschiffDe Zeven Pro- vincien" wird in Moskau mit großem In­teresse verfolgt. Die h o l l ä n d i sch e Sektion der Kominter hat an die Be­satzungen der Handels- und Kriegsschiffe aller Ra­tionen durch Funk den Aufruf erlassen, bei einem etwaigen Befehl zur Verfolgung des Meuter- schiffes den Gehorsam zu verweigern, damit ihm die Flucht vor den holländischen Kriegs­schiffen erleichtert werde. Die holländische kommu­nistische Sektion erklärt dazu, daß das Panzer­schiff, wenn es sich erst in sowjetrussischen Gewässern befindet, in Sicherheit sei. Die ge­samte politische Presse in Moskau bezeichnet die Meuterei als besondere Kennzeichen der revolutio­nären Empörung in Ostindien.

Weichi Japan zurück?

Reue japanische Vorschläge in Genf.

G e n f, 7. Febr. (CNB.) Wie verlautet, hat die japanische Delegation dem Generalsekretär des Völ­kerbundes auf Grund neuer Instruktionen aus Tokio nochmals Vorschläge für die Regelung des chinesisch-japanischen Konfliktes mitgeteilt. Japan sei bereit, auf seinen Einspruch gegen die Nichtanerkennung des Manschukuo zu verzich- t e n, vorausgefetzt, daß eine spätere 21 n or­te n n u n g in Anbetracht der politischen und wirt­schaftlichen Entwicklung damit nicht ausgeschlossen werde. Genauere Einzelheiten über die japanischen Vorschläge sind noch nicht bekannt. Sir Eric Drummond hat sie bis jetzt auch noch nicht dem 19er-Ausschuß übermittelt.

Eine Massenversammlung in Tokio für Austritt Japans aus dem Völkerbund.

Tokio, 7. Febr. (WTB.) Eine von 5000 Per­sonen besuchte Massenversammlung, die vom N a - tionaloerbanb der politischen Par - teien einberufen war, hat in einer Entschließung den

sofortigen Austritt Japans aus dem Völkerbund gefordert. Der Völkerbund wird in der Begründung dieser Resolution aufs schärfste kritisiert. Er habe, so wird gesagt, nicht allein Mangel an ernsthaftem Wollen bewie­sen, sondern auch den Fernen Osten in Verwirrung g< bracht, indem er den chinesischen Boy­kott rechtfertigte und legalisierte und sich weigerte, die Unabhängigkeit der Mandschurei an­zuerkennen und das legitime Recht Japans, sich zu verteidigen.

Die Säuberungsaktion in der Mandschurei

Mukden, 7. Febr. (Sil.) Soeben wird vom japanischen Oberkommando eine amtliche Mittei­lung über die Säuberungsaktion gegen die Auf­ständischen in der Süd- und Rordman- d s ch u r e i veröffentlicht. Rach diesen Mitteilun­gen ist es den japanischen Truppen gelungen, Keijüen, Rjutschang und Liaotcho von chi­nesischen Aufständischen zu räumen. Die Japaner haben 4 00 0 Aufständische entwaffnet und 10 OOO Gewehre erbeutet. Damit wären die Reste der Aufständischen in der Rord- und Südmandschurei gänzlich ver­nichtet.

Erzieher als Autorität gesetzt ist, schließt die Eigenverantwortung des Kindes nicht aus. Echte Autorität und Selbstoerantwortung sind vielmehr ihrem Wesen nach mit einander verbunden. Auch Achtung vor der Eigenverantwortung des an­deren wird echte Autorität mit zunehmender Reife des jungen Menschen immer stärker zurücktreten. Denn das Ziel aller autoritären Erziehung ist d i e Eingliederung des Einzelnen in die Ordnungen des Ledens und die verantwort­liche B i nd u n g a n die Gemeinschaften, in die er hineingeschaffen ist.Nur dann ist Iugend für ihren Dienst an Volk und Staat recht vorbereitet, wenn sie auch daran gewöhnt ist, sich in Zucht und Gehorsam den Ordnungen der Erziehungsgemein- chaft einzufügen und sich willig echter Autorität unterzuordnen."

Hierzu bedarf es der Wiederaufrichtung der Autorität zunächst in der Familie und in derSchule. Das kann nicht durch äußere Wiederbelebung vergangener Erziehungsformen ge= chehen; deren Wirkung würden äußerliche Sub­ordination und innere Unfreiheit fein. Solche For­cen ständen auch im schärfsten Widerspruch zum Wesen echter Autorität und zu der pädagogischen Grundhaltung der neuesten Erziehungsbewegung, wie wir sie oben aufgezeigt haben. Hier geht es überhaupt nicht um alte oder neue Formen, sondern um eine tiefere Erkenntnis der seelischen und päda­gogischen Grundtatsachen, um eine wirkliche Neu - begründung der Erziehung, die wieder eine Macht werden soll und muß in Schule und Haus, in unserem Volks- und Staatsleben, wenn wir dem weiteren Zerfall aller menschlichen Gemein- chaften in unserem Volke steuern wollen.

Eine Wahlrede des Reichskanzlers in Stuttgart.

Stuttgart,?. Febr. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler beabsichtigt, in dieser Woche in Stuttgart

in einer großen öffentlichen Kundgebung zu spre­chen. Die NSDAP, hatte bei dem Staatsministerium beantragt, ihr für diese Kundgebung denHofdes neuen Schlosses zur Verfügung xu stellen. Aus grundsätzlichen Erwägungen, wegen der Konse­quenz gegenüber anderen Parteien, wurde in einer Sitzung des württembergischen Staatsministeriums beschlossen, das Gesuch der NSDAP, a b z u l e h - n e n.

Wahlvorbereitungen der gemäßigten Rechten.

Berlin, 7. Febr. (CNB.) Nachdem der Reichs­tag nun seit einer Woche aufgelöst ist, kommen jetzt auch die Vorbereitungen der Parteien für den Wahl­kampf in Fluß. Es sind Bestrebungen im Gange, Die einer stärkeren Zusammenfassung bestimmter Gruppen dienen sollen. So ist in der Presse andeutungsweise bereits von Ver­handlungen auf der mittleren Rechten die Rede ge­wesen. In der Tat ist es richtig, daß zwischen der Deutschen Volkspartei, dem C h r i st l i ch - Sozialen Volksdienst, dem Deutschen und dem Bayerischen Bauernbund Ver­handlungen gepflogen werden, die durch Liftenver­bindung in den Wahlkreisen und eine gemeinsame Reichsliste dem Zwecke dienen, in diesem politischen Raum alle Stimmen auszunutzen. Durch Unterver- eirbarungen der Christlich-Sozialen sollen, wie bei der Reicystagswahl vom 6. November, auch die Deutsch-Hannoveraner in diese Kombina­tion einbezogen werden.

Rein rechnerisch würden diese Gruppen uuf der Ba s der letzten Reichstagswahl, wenn alle Stim­men verwertbar wären, 22 Mandate darftellen, ohne daß man daraus freilich schon bestimmte Schlüsse aus die Entwicklung bei den kommenden Wahlen ziehen könnte. Im Augenblick sind die Verhandlun­gen auch noch nicht abgeschlossen.

Die Beisetzung des Polizeioberwachtmeisters Zauritz.

O t tm ad) au, 7. Febr. (SU.) Die Beerdigung des am 30. Januar in Charlottenburg erschossenen Polizeioberwachtmeisters Zaurih fand auf dem katholischen Friedhof von Ottmachau (Kreis Oppeln, unter sehr starker Beteiligung der Be­völkerung statt. Die Leiche war in dem kleinen Hause der alten Eltern des Erschossenen in Rit- terwih bei Ottmachau aufgebahrt worden. Auf der Straße vor dem Hause waren SA. und Stahl­helm mit umflorten Fahnen oufmarschiert. Unter Trommelwirbeln wurde der Sarg von acht Schutz­polizeibeamten herausgetragen. Sodann formierte sich der Trouerxug mit etwa 30 nationalsoziali­stischen und Stahlhelmfahnen an der Spitze. Ihnen folgte die ES.-Kapelle und Abordnungen der Berliner, Beuthener und Oppelner Polizei; der kommunalen Polizeivereinigungen und der Land­jägerei. Der Stahlhelm beschloß den Zug. Auf dem Sarge lagen u. a. Kranzspenden des Reichs­präsidenten, des Reichskanzlers und des Reichs- kommissars für Preußen. Auf dem Friedhof sprach nach dem Geistlichen der Kommandeur der Schuh­polizeiabteilung, der der Erschossene angehört hatte, ferner SA.-Führer Heines, Stahlhelm- fuhrer v. Scotty sowie je ein SA.-Mann der Ber­liner Stürme 33 und 16. Bei gesenkten Fahnen und dreifachem Ehrensalut der Schutzpolizei wurde der Sarg in die Tiefe gelassen. Mit dem Ge­sang des Liedes vom guten Kameraden schloß die Feier.

Die ASDAp. bedauert blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

In Viersen waren in der Rächt zum Mon­tag zwei Polizeibeamte durch vier SS. - Leuteniedergeschossenund ver­letzt worden. Die Kreisleitung der RSDAP. teilt nunmehr folgendes mit:Die bedauerlichen Vorfälle haben die Kreisleitung Viersen veran-