Ausgabe 
7.12.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

torhrm. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. 20.15 Uhr. Neue Aula. Lichtbllder-DortragDie wirtschaftlich« Differenzierung Argentiniens in ihrer Abhängigkeit von Natur und Mensch". Turm­haus am Brand. 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Reine Angst vor Liebe" Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Das Haus an der Grenze". Gießener Eisverein, 18.15 Uhr, Senckenbergstraße 23 I, außerordentliche Mit­gliederversammlung. Postkeller, 10, 16 und 20 Uhr, Vorführungen des neuesten patent. Zuschneide­verfahrens.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr Deutsche Bühn« Reihe 1: Ungerade Mitgliedsnummern das Volks­stück:Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs. Spielleitung: Anton Neuhaus. Ende: 22 Uhr. Freitag, 8. Dezember, zum ersten Mal in, neuer Inszenierung Paul Wredes und im neuen Büh- nenbild Karl Löfflers die ewig-junge Operette Franz Lehars:Die lustige Witwe". Am Dirigen- tenpult Kapellmeister Fritz C u j 6. Für Bewegungs- und Tanzregie als Gast bie bekannte Tanzregisseurin Hannah Spohr. 10. Vorstellung im Freitag Abon-

Arbeitslos - Arbeits-Befchaffungs-Los

Das sind zwei Gegner, bei welchen es keine Gnade gibt! Der Kampf muß durchgeführl werden.

Die Arbeitsbeschaffung muh Sieger bleiben.

Kaufe darum Lose der II. Geldlotterie für Ar­beitsbeschaffung! Tausende sollen wieder glücklich werden!

Tausende sollen wieder zu Arbeit und Brot kommen!

Ziehung bereits am 29. und 30. Dezember 1933.

nement; Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis nach 22.30 Uhr. Sonntag, 10 Dezember, außer Abon­nement und zu ermäßigten Operettenpreisen nächste Wiederholung der Operette:Die lustige Witwe"; Spieldauer von 19.30 bis nach 22 Uhr.

Vom Konzertverein wird uns gsschrie- ben: In die Vorbereitungen für das am Donners­tag, 7. Dezember, abends, in der Stadtkirche statt- findende Chorkonzert: Wechnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach traf die Nachricht von einer plötz­lichen Erkrankung des Herrn Schöttler, der das Violinsolo übernommen hatte. In letzter Minute ist es gelungen, statt seiner eine ausgezeichnete Geige- rin zu gewinnen, Frl. Gebhardt aus Marburg (Lahn). So wird nach vieler Arbeit und häufigen Proben unter der Stabführung von Prof lernte- vary eine ausgezeichnete Wiedergabe des großen Bachwerkes zu erwarten sein. Es ist selbstverständ­lich unmöglich, das Gesamtwerk an einem einzigen Abend aufzuführen; es werden daher nur die drei ersten Kantaten zu Gehör gebracht werden. Ein­trittskarten bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg 10, und abends in der Kirche an der Kasse.

Die Volkshochschule macht darauf auf­merksam, daß die KurseDeutsche Geschichte" und Erbgesundheits- und Rassenpflege" heute wieder stattfinden. Siehe heuttge Anzeige.

** Hannah Spohr, d i e Tanzregisseu- rin Westdeutschlands, wurde von der In- tendanz des Gießener Stadttheaters bis Anfang Januar zu einem mehrwöchigen Gastspiel an das hiesige Stadttheater verpflichtet, um während dieser Zeit Herrn B ä u l k e bezgl. der Tanzeinstudierungen abzulösen, außerdem di« Bewegungsregie während der nächsten Aufführungen zu übernehmen und solo- tänzerisch mitzuwirken. Hannah Spohr ist Haupt- sächlich bekannt durch ihr« bahnbrechende Regietätig, feit auf dem Gebiet der tänzerischen und pantomi- mischen Darstellungskunst.

*'* Ster befällt in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 30. November verstorben in Gießen: Oskar Prell, Rentner, 72 Jahre alt, Neustadt 47; August Benk, Schmied, 83 Jahre alt, Kreuzplatz 6; Karoline Strack, geb. Haas, Wwe., 61 Jahre alt. Großer Steinweg 14; Luise Döring, geb. Eirich, 49 Jahre alt Rodheimer Straße 40; Elisabeth Lüchel, geb. Wahl, Wwe., 89 Jahre alt, Damm- straße 50; Martha Döll, geb. Hörner, 50 Jahre alt, Gnauthstraße 22; Dorothea Maus, geb. Grau, Wwe., 67 Jahre alt, Kleine Mühlgasse 7; Fran­ziska Schmitt, geb. Wtrsig, 55 Jahre, Seltersweg 10; Martin Steinbüchel, Kaufmann, 73 Jahre alt, Lie- bigstraße 26; Katharina Gürtler, geb. Habermehl, Wwe., 76 Jahre alt, Stephanstraße 46; Paul Wyciszczok, Arbeiter, 38 Jahre alt, Alter Rödger Weg 22; Peter Wagner, ohne Beruf, 73 Jahre alt, Wernerwall 3; Anna Vogt, geb. Wagner, Gast- wirtin, 83 Jahre alt, Sonnenstraße 14; Fritz See- bold, Rentner, 72 Jahre alt, Leihgesterner Weg 140; Heinrich Hohmann, Invalide, 71 Jahre alt, Neu­stadt 47; Franz Rentmeister, Schlosser, 70 Jahre alt, Asterweg 25; Ernst Alexander Mentzer, Friseur­gehilfe, 19 Jahre alt, Marburger Straße 7.

** Ehrung von Hausangestellten- Jubilarinnen. Am Montag fand im Caf< Leib im Rahmen des Alice-Frauenvereins vom Roten Kreuz eine Ehrung von 50 Hausangestellten tatt. Die Vorsitzende, Frau Kramer, begrüßte »ie Jubilarinnen und die Gäste und beglückwünschte ie zu diesem Ehrentage. Mit herzlichen Worten les Dankes an die Spenderin dieser hochherzigen Stiftung führte sie aus, daß diese Ehrung für treue, langjährige Dienste ganz im Sinne unseres Volkskanzlers sei, denn sie trage dazu bei, eine wahre Volksgemein' haft zu verwirklichen, wie unser Führer sie schaffen wolle. Frau Kramer über­reichte dann wertvolle Andenken und Ehrenurkunden den Jubilarinnen, die fünf, zehn, fünfzehn und mehr Jahre in einer Familie gedient haben, und bat sie, in Erinnerung an diesen Tag des Roten Kreuzes zu gedenken, das nicht nur im Kriege auf dem Schlachtfeld die Verwundeten betreue, sondern auch im Frieden in ganz Deutschland Schwestern ausbilde und segensreiche Heime erhalte. Ueberaü da wo die Fahne des Roten Kreuzes wehe, könne jeder, der in Not fei, Rat und Hilfe erlanaen. Schwungvoll gespielte Märsche von Herrn ©In­ning, Kaffee und Kuchen an weihnachtlich ae- schmückten Tischen, gemeinsam gesungene Weih- nachtslieder hoben die festliche Stimmung. Der- schönt wurde der Nachmittag durch den Vortrag einiger Lieder, gesungen von Fräulein Lenz mit künstlerischer Begleitung von Frau Heermann, und durch Rezitationen heiterer Erzählungen und Gedichte, zum Teil in Frankfurter Mundart, von Herrn Michel vom Stadttheater.

Alter«vereinigungl884/1934. Man berichtet uns: Nach vorausgegangener Besprechung einiger Alterkameraden wurde am Montag die Gründung der Altersoereinigung 1884/1934 beschlos­sen. Die Tagung wurde im Lokal des Alterskame- raden Repp (Postkeller) abgehalten. Der schrift- lichen Einladung waren etwa 70 Kameraden gefolgt. Diele Alterskameraden waren verhindert, die sich bei Beginn der ordentlichen Monatsversammlungen wohl noch anschließen werden, die unter dem Zei­chen der werdenden Volksgemeinschaft und in alter Kameradschaft verlausen follen. Ohne große Debat- ten hatte sich die Versammlung bald auf die nöti- Sen Männer für ben engeren Vorstand geeinigt, em die Alterskameraden Wehrheim, Schnei­der, DetrSe, Repp, Seibert und Schmitt- d i e h l angehören. Das Amt eines Beisitzers wurde von ben Kameraden Dieffenbach, Gregori, M ö h l, Muth, W. E. Rau, Schmoll ange­nommen. Der Vorstand der Altervereinigung

1884/1934 war damit eingesetzt. Die Führung hofft nun bestimmt, daß auch die Alterskameraden zu den nächsten Zusammenkünften erscheinen werden, die aus Prinzip sich erst bann beteiligen, wenn der Vorstand und alle anderen Aemter besetzt sind. Die Gründungsversammlung hat diese Ausgaben bereits gelöst und erwartet nun alle 1884/1934er Kamera- den zur nächsten Zusammenkunft im Januar 1934. Mr sind überzeugt, daß kein Alterskamerad sich die­ser Gießener Traditton entziehen wird. Die (Ein­labungen wird die Führung fünftig durch die Ta­geszeitungen ergehen lassen.

** Autobrand. Gestern gegen 13 Uhr geriet auf dem Ludwigsplah ein Auto, Marke Hanomag, plötzlich in Brand. Die Feuerwache war febr schnell zur Stelle und ging mit zwei Feuerlöschern so wirksam gegen die Flammen vor, daß der Brand rasch erstickt war und der Schaden nicht allzu groß wurde. Vermutlich ist ein Vergaserbrand die Ursache des Unfalles.

Zweck und Ziele des Reichsbundes Volkstum und Heimat.

Don Ministerialrat Mngshausen, Führer der Landschaft Rheinfranken-Heften im ReichsdundVolkstum und Heimat".

In den wertvollen Kräften von Heimat und Volkstum, von Blut und Boden liegt der tiefste Ur­grund der nationalsozialistischen Bewegung. Darum ist es für sie eine zwingende Notwendigkeit, die ge­samte deutsche Volkstums- und Heimatbewegung neu zu gestalten. In der Gründung des Reichs- bundes Volkstum und Heimat ist dies geschehen. Dieser große Bund ist der einzige von Der Reichsleitung der NSDAP, für bas Gebiet der Volkstumsarbeit als maßgeblich anerkannte Bund.

Der von mir ins Leben gerufene Hessische Heimatbund ist als Ganzes organisch und rei­bungslos in den Reichsbund übergeführt wor­den. Von mir als Landschaftsführer geleitet, er­scheint er in diesem als Landschaft Rhein- franken-Hessen.

Um die fachliche Arbeit durchzuführen, die bisher zersplittert war und nun erst durch den Nationalsozialismus die einheitliche weltanschauliche Grundlage erhält, sind in der Landschaft Rhein- franken-Hessen die folgenden Fachämter geschaffen worden.

Das an erster Stelle stehende Fachamt für Volkskunde und volksium

sammelt planmäßig alles, was in unserer Heimat an Liedern und Tänzen, an Trachten und Bräuchen, an Gebilden bodenständiger Kunst und Handwerk entstanden und gewachsen ist. Spiel-, Musik- und Tanzgruppen tragen es wieder hinaus in unsere heimischen Gaue, auf daß das, was sie zeigen, lebendiges Volksgut werde und bleibe und der Kitsch und Schund verschwinde, der sich in den letzten Jahrzehnten, alle wahre Dolkskultur zerstörend, breitgemacht hat.

In der gleichen Weise sorgt das Fachamt für heimatgeschichte und Denkmalpflege dafür, daß jeder deutsche Volksgenosse erfährt, was seine Vorfahren in früheren Jahrhunderten in Krieg und Frieden geleistet haben. Der letzte Tag­löhner im kleinsten Dörfchen soll so von Stolz auf seine Vergangenheit erfüllt und zu Taten der Hei­matliebe und des Heimatschutzes begeistert werden.

Die Fürsorge für die heimische Natur ist dem Fachamt für Naturschutz

anvertraut. Indem es die heimische Natur allseitig untersucht und den Sinn für die einzigartigen Denk­mäler der Natur wachruft und pflegt, wie fie uns in den Formen und Gestalten unsrer Landschaft, ihren Pflanzen und Tieren entgegentreten, führt sie die von unverfälschter Natur ausstrahlenden Kräfte allen Volksgenossen klar zum Bewußtsein und weckt warme Gefühle für die Schönheit und Eigenart der Heimatnatur.

Die Pflege der Menschen dienenden Tiere ist dem Fachamt für Tierschutz

unterstellt Im Geilte des neuen Reichstierschutzge­setzes, das wir unferm großen Führer verdanken und das uns, was Tierschutz anlangt, an die Spitze aller Kulturnationen stellt, sorgt dieses Fachamt da- für, daß jeder einzelne in Fürsorge und Pflege unsrer stummen Brüder sich vorbildlich betätigt.

Als dienendes Glied aller dieser Fachgruppen hat das

Fachamt für Volksbildung

die bedeutsame Aufgabe, das ganze Volk im Sinne des Heimatgedankens zu erziehen. Dis gesamte Presse, Rundfunk und Film, Lichtbild und Vortrags- wesen, Forschung und Lehre sind planmäßig in den Dienst von Volkstum und Heimat zu stellen.

Wichtige Werkzeuge und geistige Waffen des Dolksbundes stellen die beiden Zeitschriften des Volksbundes dar. Wir haben die

ZeitschriftVolk und Scholle" vom Historischen Verein übernommen und führen sie mit gleichem Titel und Umfang, aber inhaltlich

allen Fachämtern gleichmäßig dienend als debil- berte Monatsschrift des Reichsbundes weiter. Alle Mitglieder des Reichsbundes erhalten fie gegen einen Monatsbeitrag von nur 25 Pfennig geliefert. Wir haben diesen Beitrag, der der einzige Beitrag zum Dolksbund darstellt, so niedrig gehalten, um auch wenig bemittelten Volksgenossen den Beitritt zum Reichsbund möglich zu machen und hoffen, hierfür Verständnis in allen Dolkskreisen zu finden.

Eine besonders herausgegebene Jugendzeitschrift Der Junge Heimatfreund"

hat die bedeutungsvolle Aufgabe, auf unsere Ju­gend in Stadt und Land im Sinne des Heimat­gedankens zu wirken. Sie erscheint monatlich vier Seiten stark, die Heimat auch im Bilde zeigend, und wird zu dem selbst für jedes Schulkind erschwing­lichen Preis von 10 Pfennig für das ganze Jahr abgegeben. Sie wird sich für alle Schulen als wert­volles Hilfsmittel zur Heimaterziehung erweifen.

Einzelarbeiten des Reichsbundes, wie wir fie in der Herausgabe wissenschaftlicher und volkstümlicher Schriften, in der Veran­staltung von Tagungen und Freizeiten, in der Aus­gestaltung unserer Heimatmuseen usw. erblicken, von denen einige bereits in Angriff genommen worden sind, sollen nur kurz erwähnt werden.

Ein solcher Bund wie der Reichsbund Volkstum und Heimat konnte nur entstehen in einem national­sozialistischen Staate, der klar die grundlegende Be­deutung von Heimat und Volkstum, von Blut und Boden für unser gesamtes Leben er- rannt hat. Wie jeder einzelne aufgehen muß im ganzen Volke, so stellt jedes Geschlecht nur ein Glied dar in der Kette der Generationen. Wie jeder ein­zelne gegen sein Volk nur Pflichten, aber keine Rechte besitzt, so hat das heute lebende Geschlecht im Rahmen des Lebensganzen nur Pflichten, und zwar einmal der Vergangenheit gegenüber und bann vor allem im Hinblick auf die beutsche Zu­kunft, auf bie Geschlechter unsrer Enkel unb Ur­enkel.

Unsre heimainatur, unser Volkstum und seine kulturellen werte sind uns von der Vergangen- he« übermittelt als heiliges Erbe, bas wir nicht verkümmern lassen dürfen, bas wir als wert­volles Gut hüten und verwalten müssen für die nach uns kommenden Geschlechter.

Was die verflossenen Jahrzehnte mit ihrer materla- listischen Geldgier und ihrer liberalistisch-eaoistischen Gesinnung, denen der Eigdnnutz vor dem Allgemein- nutz ging, an unserem Volke gefrevelt haben, wie sie unsre Heimat verwüstet haben, das läßt sich gar nicht ermessen. Unersetzliche Werte sind so für alle Zeiten zerstört worden. Was noch erhalten ist, unschätzbares Gut an Volkstum unb Natur, wir wollen es heilig halten als uns von Gott anver- trautes Gut, auf daß unser Volk für alle Zeiten erhalte unb bewahre feine aus ferner Vergangen- heil entquellenbe Eigenart, fein kernhaftes unb ur- deutsches Wesen, bas es braucht, wenn es feine große Senbung in ber Zukunft erfüllen soll.

So wende ich mich denn an alte deutschen Volksgenossen, die das große Gebiet Rheln- franken-hessen umschließt, mit der Aufforde- rung, sich dem Reichsbund anzuschliehen und so mitzuhelfen, jeder an seinem platz, an der grundlegenden Neugestaltung von Volk und Vaterland, damit unser Volk, dessen Sinder wir sind, sich wieder zurückfinde auf seine echte Art.

Wer dies tut unb so mithilft an ber Erreichung bieses großen Zieles, ber bient bamit bem national- sozialistischen Gedanken, der reiht sich mit ein in bie ehrenvolle Gefolgschaft unseres großen Führers.

Obecheffen.

Landkreis Gießen.

r. RIein-ßinben, 5. Dez. Arn Sonntag hielt ber Turnverein RIein-ßinben 18 89 in seinem Heim feine Generalversammlung ab. Der Dereinssührer Karl Weih roürbigte in ehrenben Worten bie verstorbenen Mitglieber bes verflosse­nen Dereinjahres, gebaute ber Opfer der national­sozialistischen Bewegung und ber Toten bes Welt- trieges. Sodann erstattete er den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl hielt sich nach einigen Zu- und Abgängen nicht ganz auf der alten Höhe. An ber Turnhalle war eine größere Reparatur nötig ge­worben, bi«? ben Betrag von 1205 Mark erforderte. Oberturnmart Ernst Pfaff berichtete, daß er im Dereinsjahr 96 Turnstunden abgehalten habe. Recht Erfreuliches teilte Frauenturnwart Karl Klinkei über den Stand des Frauenturnens im Verein mit. Das Interesse der Turnerinnen war groß und demgemäß der Besuch ber 64 lurnftunben gut. Schulerturnwart und Dietmar! Karl Spring klagte über mangelndes Interesse ber turnenben Jugend. Die Rechnung, von Kassenwart Karl Klein erstattet, zeigte in Einnahme 2041,49 Mk., denen 2037,41 Mk. in Ausgabe gegenüberftanben, so bah ein kleiner Ueberschuß von 4,08 Mk. ver­bleibt. Nachbem Rechnungsprüfer Heinrich ßuh über die mustergültige und gewissenhafte Aufstellung ber sehr umfangreichen Rechnung sich ausgesprochen hatte, wurde bem Kassenwart Entlastung erteilt. Allgemein begrüßt würbe, baß bie turnende Schul­

jugend nun ihr winterliches Turnen in den Räumen des Turnvereins abhalten kann. Auch die SA.» Reserve hat Turnübungen in dem Lokal aufge­nommen. Mit herzlichen Danfesroorten an alle Mitarbeiter unb mit dem Wunsch auf ferneres Blühen unb Gebeihen bes Vereins im erwachten Deutschland schloß ber Vereinsführer Karl Weiß bie Generalversammlung.

z Großen-Linden, 6. Dez. Die H I.-S ch a r Großen-Linden veranstaltete am Samstag, unter Mitwirkung des Spielmannszuges, in Schaums Saal einen Deutschen Abend. Nach einem einleitenden Musikstück sprach der Gesolgschaftsfüh- rer Hans Textor einen Vorspruch, begrüßte die Anwesenden, besonders den Unterbannführer Schreiber (Friedberg) unb bankte ihm für sein Erscheinen. Theaterstücke wurden von der HI. hervorragend aufgeführt. Sprechchöre unb humori­stische Einlagen wurden von den Zuhörern dankbar entgegengenommen. Die turnerischen Darbietungen der HI. wurden ebenfalls gut ausgeführt. Der Krieger verein Großen-Linden ließ durch seinen er- ften Vorsitzenden Wilhelm Post der Schar Großen- Linden ein Signalhorn überreichen. Der Spiel­mannszug brachte in den Pausen einige Musikstücke zu Gehör.

Leihgestern, 6. Dez. Der Kirchenge- {angoeretn hatte am vorigen Sonntagabend seine Freunde und Gönner zur Feier seines 25jäh- rigen Bestehens im engen Kreis eingelaben, unb sie waren alle in den Saal der Gastwirtschaftzum

Löwen" gefolgt. Eröffnet wurde der Abend durch eine Ouvertüre, gespielt von dem Musikverein Gro« ßen-Linden unter Leitung von Dr. Römer, der zwei Lieber des Kirchengesangvereins unter Leitung bes Chormeisters Köhler (Großen-Linden) folgten. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Präsiden­ten und dessen Vortrag überLuthers Liebe zur Musik", sowie nach einem flott gespielten StückKa- tharina von Bora" fand die feierliche Ueberreichung dreier Ehrendiplome für 25jährige Mitglied­schaft an die Herren Jobs. Velten, Karl Heß und Karl Faber statt. Lieder des Kirchenaesang- Vereins wechselten mit Musikstücken des Orchesterver­eins Großen-Linden ab, und beide bewiesen, der eine mit Klavier und Geige, der andere mit dem Lieb, daß sie Meister auf ihrem Gebiet sind. Mit Dank an alle Mitwirkenden, besonders aber an dis Stadtkapelle, schloß der Abend.

Beuern, 5. Dez. Nach 22jäbrigem Wirken an der hiesigen Volksschule nahm Lehrer Kahla dieser Tage Abschied von hier. Die gesamte Ein­wohnerschaft, sowie alle Vereine hatten sich zu einem Abschiedsabend eingefunden, der vom Ge­sangverein mit einem Liede eingeleitet wurde. Bür- germeifter Hahn sprach dem Lehrer den Dank der Gemeinde aus und nachdem der Gesangverein ein weiteres Lied zum Vortrag gebracht hatte, schil­derte Lehrer Kahle seine 22jährige Tätigkeit als Lehrer in der Gemeinde. Lehrer K a h l e hat es mit viel Liebe und Güte verstanden, die Herzen der Kinder zu gewinnen. Obwohl er erster Lehrer war, unter­richtete er 22 Jahre lang die Jüngsten. Die Eltern aber wußten, daß ihre Kinder bei ihm in besten Händen waren. Die Schüler, wie auch die schulent­lassene Jugend ließ es sich nicht nehmen, ohne be­sondere Aufforderung dem Lehrer ein Ständchen zu bringen. Man sieht den beliebten Lehrer ungern von hier scheiden und wünscht ihm an seinem neuen Wirkungskreis, in Heuchelheim, den besten Erfolg. Seine Versetzung geschah auf eigenen Wunsch.* Unser ältester Ortsbürger, der Landwirt und Schuh­macher Kaspar Walther beging dieser Tage in körperlicher unb geistiger Rüstigkeit feinen 9 0. Ge­burtstag. Er ist eine bekannte Persönlichkeit, da er lange Jahre Rechner der Spar- und Vorschuß­kasse I zu Beuern war.

? Reiskirchen, 6. Dez. Aus der Arbeit des Gemeinderats ist folgendes zu berichten: Das Hauptaugenmerk ist Darauf gerichtet, über Winter die durch das Einflellen der Bauarbeit entstehende größere Arbeitslosigkeit ganz ober zum größten Teil zu beseitigen. So wirb die DrainageAuf ber PfingsweiDe" burchgeführt werden. Für diese Arbeit, bei der 15 Erwerbslose längere Zeit Be­schäftigung finden, hat der Bauunternehmer PH. Launspach die Durchführung übernommen. Mit der Lieferung der Drainageröhren wurde bie Fa. Gail (Gießen) beauftragt. Die Holzhauer­arbeiten in unserer Gemeinde haben begonnen. Es follen insgesamt etwa 1100 Festmeter geschlagen werden. Während im vergangenen Jahr, in bem wesentlich mehr Holz geschlagen wurde, eine Ab­teilung von 24 Mann etwa vier Wochen lang be­schäftigt war unb eine andere Abteilung von eben­falls 24 Mann nach ber ersten Abteilung begann, sollen in biesem Jahre bie gesamten Holzhauer­arbeiten von ben eingestellten Leuten auch beendet werden. Zur Zeit gehen drei Rotten zu sechs Mann in den Wald, denen in den nächsten Tagen eine weitere Rotte folgen wird. Für das Brennholz­schlagen im Buchwald wird ein Uebertarif von 10 v. H. bezahlt werden. Von dem Lohn sollen 40 v. H., wie jedes Jahr üblich, für Rückstände und Gemeindegefälle einbehalten werden. Der Ge­meinderat beschloß weiter: Da sich in letzter Zeit die Steuerrückstände mehren, wird Bürger­meister Launspach beauftragt, mit den Leuten nochmals persönlich zu verhandeln und dem Rat zu berichten. Den Antrag, die Arbeiten an den Obstbaumbeständen der Gemeinde als Notstandsarbeiten durchzusühren, lehnte man ab; diese Arbeiten sollen von Gemeindearbeitern erledigt werden.

-THungen,6. Dez. Die Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Luftschutz­verbandes innerhalb der Bezirksgruppe Ober- hessen/Gießen der Landesgruppe Hessen-Rheinland- Süd wurde hier im Sitzungssaale des Rathauses voll­zogen. Erschienen waren neben dem Stadtvorstand Dem Ortsgruppenleiter der NSDAP. K i r ch h ö s e r und den Vertretern der Vereine und Organisationen auch die Bürgermeister und Kommandanten der Feuerwehren der umliegenden Ortschaften. Der kom­missarische Ortsgruppenleiter des Deutschen Luft- fchutzoerbandes, Steuerobersekretär Steller, schil­derte in großen Zügen Zweck und Aufgabe des Reichsluftschutzverbandes. Anschließend bestimmte er seine Mitarbeiter im Vorstand: 1. Stellvertreter Bau­unternehmer Hch. Koch (Hungen), 2. Stellvertreter Bürgermeister Kneipp (Langsdorf), Geschäftsfüh­rer Steuersekretär E. Schmalz (Hungen), Werbe- wart K. U h l (Rodheim), Schulungsleiter Bauunter­nehmer Otto Becker (Hungen), als Vertreter der Ortspolizeibehörde Bürgermeister Fendt (Hungen), der SA.-Sturmführer Würtz (Hungen), der SS. Beigeordneter Hch. Hofmann (Hungen), des Stahlhelms Schreinermeister Friedr. Bach (Hun­gen), des Roten Kreuzes Otto Karpf (Hungen), der Industrie Herm. Schäfer, der Landwirtschaft Walter Seibert, der Freiwilligen Feuerwehr Herm. Köhler, des NS.-Lehrerbundes Rektor Sch a ab, Des Knffhäuserbundes Hch. Kirschen- stein, der NS.-Frauenschaft Frau Hesse, sämt­lich von Hungen. Weiterhin gehören dem Vorstand an jeweils die Führer der Wehren von den umlie­genden Ortschaften. Zum Schlüsse wies der Orts­gruppenleiter nochmals auf die Bedeutung des Reichsluftschutzes hin und forderte nachdrücklich zum Eintritt in diesen Verband auf.

Kreis Büdingen.

4- Nidda, 6. Dez. Hier hielt der NS.-Leh­rerbund, Kreisverein Büdingen im Gambrinus" feine Monatsoersammlung unter Vor­sitz des Kreisleiters, Studienrat Dr. Gutmann ab. Zunächst erstattete der Vorsitzende über die vor acht Tagen abgehaltene Versammlung der sämtlichen hessischen Kreisleiter und der Arbeitsoerbändever- treter in Frankfurt a. M. ausführlichen Bericht. Hierauf gab Kreisfchulrat Dr. Weigand- Bübin- gen-Friebberg wichtige neuere Bestimmungen be- könnt, bestimmte bie Termine für bie Arbeitsgemein- fchaftstagung unb empfahl dringend, in ben Ge- meinben für die Versicherung der Schüler gegen Un­fülle zu wirken, weil bei ber vermehrten Stunden­zahl und der Erweiterung der Uebungen für die körperliche Ertüchtigung der Jugend auch bei ber firöhten Vorsicht Unfälle unvermeindlich sind und tets unangenehme Verhandlungen usw. veranlassen. Die musikalische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer aus bem Kreise trug wesentlich zur Abwechselung in ber Pause durch Musikoorträge bei. Der Vorsitzende schloß bie anregenben Verhandlungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Reichskanzler und Reichs­präsident und bie Versammlung fang die erst« Strophe bes Horst-W«ssel-Liedes.