Nr. 287 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dannerstag, 7. Dezember 1953
Zwei denkwürdige Feiern der LandesuniverfiLät.
Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Ministerialrat Ringshausen bei der Einweihung des Kameradschaflshauses der Gießener Studentenschaft und der Eiöffnung des Lehramtes für politische Erziehung.
„Ein Wendepunkt in der Geschichte unserer Universität." Mit diesen Worten des Führers der Gießener Studentenschaft stud. jur. '21 d a in ist der gestrige Tag in seiner Bedeutung für unsere Alma maler Ludoviciana treffend als geschichtlicher Markstein gekennzeichnet. Es waren zwei schlichte Feiern, die dein Tag diesen bedeutsamen Inhalt gaben: Die E i n w e i h u n g des Kameradschaftshauses der Gießener Stützens cha ft (Stu- dentenhaus am Leihgesterner Weg) und die Eröffnung des Lehramtes für p o 1 i 111 d) e Erziehung. Leiden Feiern gewährten Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Ministerialrat Ringshausen die Ehre ^hres Besuchs. Ferner waren u. a. noch zugegen: Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. D. Born- kämm, der Kanzler der Universität Professor Dr. Hum in e 1, Staatspressechef Dr M a h r (Darmstadt), Kreisleiter der NSDAP. Dr. Harth (Avendorf a. tz. Lda.), Standartenführer Lutter, Polizeidirektor Dr. I o st,-Provinzialdirektor Graef, die Bürgermeister Dr. S e i b und Dr. Hamm, Bei- oeordneter Bartholomäus, Statztratsfraktions- ' führer Hahn, der Leiter der Gießener Studentenhilfe „Studentenvater" Prof. Dr. Eger, viele Herren des Lehrkörpers und Vertreter der Studentenschaft usw. Zur Begrüßung des Herrn Reichsstatt. Halters Gauleiters Sprenger waren vier Stürme der SA. mit ihren Fahnen vor dem Studentenhaus im Leihgesterner Weg aufmarschiert.
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Professor Dr. D u t e n, der neu ernannte Leiter des Lehramtes für politische Erziehung an der Universität
Gießen.
Professor Dr. Duken trat im August 1914 als Kriegsfreiwilliger in das 2. Bayerische Infanterie- Regiment in München ein. In diesem Regiment war auch unser Führer Kriegsfreiwilliger. Er machte dann weiter den Feldzug im 9. Bayerischen Feld- arlillerie-Regiment mit. Ritter des Bayerischen Max- Ioseph-Ordens, EK. I und II, außerdem Oldenburg. E. K. I und Bayerische Militärverdienstorden, gründete am 25. Dezember 1918 die erste Offizierskompanie, kämpfte im Gardeschützenkorps bis zum Kapp- Putfch, war Führer der Orgesch und des Zeitfrei- willigen-Verbandes des Landes Thüringen, gründete 1922 den Stahlhelm in Thüringen, Mitglied des Stahlhelms bis zur Reichspräsidentenwahl, trat dann in die NSDAP, über, gründete im Sommer 1933 irt Groß-Thüringen die Landesschulen für die gesamte Erwachsenenbildung.
Oie Einweihung des Kameradschaftshaufes.
Pünktlich um 15.30 Uhr traf der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit Ministerialrat Ringshausen im Auto vor dem Studcn- tenhaus ein, wo er von Staatspressechef Dr. M a h r empfangen wurde und unmittelbar darauf die Meldung von Standartenführer Lutter entgegennahm. Dann schritt der Herr Reichsstatthalter mit den Herren seiner Begleitung die Front der SA. ab. Hierauf begrüßte ihn Se. Magnifizenz der Rektor Prof. D. Bornkamm vor dem Studentenhaus und geleitete ihn in den Saal des Hauses, wo er von den Herren des Lehrkörpers erwartet wurde. Nach kurzen Begrüßungsworten des Rektors an den Herrn Reichsstatthalter begab sich die Festoersamm- lung vor das Portal des Hauses, wo der Weihe-
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Oben links: Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger kurz nach seiner Ankunft vor dem Kameradschaftshaus beim Abfchreiten der Front der SA. — Links neben dem Reichsstatthalter: Standartenführer Cutter; im Hintergründe, ganz rechts: Kreisleiter Dr. Harth; Zweiter von rechts (mit Tellermütze): Ministerialrat Ringshausen; daneben (ebenfalls mit Tellermütze): Staatsprefjechef Dr. Mahr. — Oben rechts: Die Einweihungsfeier vor dem Portal des Kameradschaftshouses: der Aelteste der Gießener Studentenschaft und Hochschulgruppenführer Edler von Graeve (ganz rechts) bei seiner Ansprache an den Herrn Reichsstatthalter. Nach links im Vordergrund: Reichsstatthalter Gauleiter S p r e n g e r ; daneben rechts: Se. Magnifizenz der Rektor Professor D. Bornkarnm ; daneben rechts: Staatspressechef Dr. M a h r. Ganz links: Ministerialrat R i n g s h a u s e n,- daneben rechts: Kreisleiter Dr. Harth; rechts Zweiter: Standartenführer Lutter.
Unten links: Reidzsstatthalter Gauleiter Sprenger in Begleitung Sr. Magnifizenz des Rektors Professor D. Bornkarnrn beim Betreten der Neuen Aula zur Eröffnungsfeier des Lehramtes für politische Erziehung. Hinter dem Reichsstatthalter Ministerialrat Ringshausen. — Unten rechts: Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei seiner Rede in der Aula zur Eröffnung des Lehramts für politische Erziehung. — (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)
a k t in schlichter Weise stattfand. Als erster Redner sprach hier
Edler von Graeve,
Aeltester der Studentenschaft und Hochschulgruppeu- führer des NSDStB., der in seiner Rede u. a. sagte, er begrüße mit Freude den Herrn Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger als Vertrauensmann des Führers, ebenso die Männer der SA., der Partei und des Arbeitsdienstes, die dem Herrn Reichs- statthalter in seinen Kämpfen für das neue Deutschland zur Seite gestanden hätten. Wenn wir heute unsre Pflicht so tun könnten, wie die Not des Volkes es gebiete, so sei das der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung zu danken. Mit stolzer Freude sei man sich auch der Verpf.ichtung bewußt, die aber nur mit dem Einsatz des ganzen Menschen getragen werden könne. Vor dem Herrn Reichsstatk- halter stehe die junge Mannschaft der Universität. Es sei die große Aufgabe, diese zu SA.-Männern zu machen, wie der Führer sie brauche, Men zu zeigen, was sie in der deutschen Volksgemeinschaft seien, und was sie sein müßten, wenn Deutschland ewig leben solle: stolze und freie deutsche Männer im freien deutschen Volk, dem burd) den Führer die Ehre wiedergegeben, in der deutschen Volksgemeinschaft. Hier solle der jungen Mannschaft die innere Grundhaltung gegeben werden, sich freudig und opferbereit für die Gemeinschaft des deutschen Volkes einzusetzen. Während die Flagge des Kame
radschaftshauses feierlich gehißt und von der Versammlung ehrerbietig gegrüßt wurde, schloß der Redner seine Ansprache mit den Worten: Pflichterfüllung heißt nicht sich selbst genügen, sondern der Allgemeinheit dienen, eingedenk der Mahnung: Alles für Deutschland!
Stamerob Seipp,
Vertrauensmann der Deutschen Studentenschaft und Führer der Gießener Kameradschaftshäuser, wies als zweiter Redner darauf hin, daß jetzt zum erstenmal in Gießen neben der Hakenkreuzflagge die schwarze Fahne mit Schaufel und Schwert wehe und zum Ausdruck bringen solle, daß in der deutschen akademischen Jugend der gleiche Wille lebe wie in allen Schichten des deutschen Volkes, der nationalsozialistische Wille zur Arbeit, zum Kampfe: Alles für Deutschland! Das deutsche Volk sehe voll Dankbarkeit auf seine Führer. Die Größe und Freiheit des Vaterlandes werde erreicht, wenn sich unser Volk zu einer Gemeinschaft zusammenfinde, in der jeder Einzelne sich als Glied dem Ganzen unterordne und durch sein Tun und Lassen feiner Verantwortung dem Ganzen gegenüber Rechnung trage. Die Volksgemeinschaft könne nur der richtig erfüllen, der die Erfordernisse und den Wert der Gemeinschaft kennen und verstehen gelernt habe. Unsere Jugend bedürfe immer wieder eines Erlebnisses der Charakter und Leistung erfordernden Gemeinschaft. Deshalb Werkjahr und Arbeitsdienst,
SA. und Kameradschaftshaus als Anspruch, dem sich kein Student entziehen dürfe. Das Kameradschaftshaus solle dem jungen Studenten eine politische Grundschulung vermitteln und innerhalb der akademischen Jugend eine richtige Führerauslese ermöglichen. Nur ein einsatzbereites und hartes Geschlecht werde den Lebenskampf unseres Volkes siegreich bestehen können. Es habe einmal eine Zeit gegeben, in der man von besonderen Vorrechten des Akademikers sprach. Im Namen seiner Kameraden versichere er dem Herrn Reichsstatthalter: .,W»r wollen davon nichts mehr wissen! Wir wollen nur eins: Schulter an Schulter mit allen Volksgenossen arbeiten und kämpfen für Deutschland!" — Hierauf spricht
Reichsstatthalter
Gauleiter Sprenger:
Es kann eigentlich keine herrlichere Genugtuung geben für uns, die wir diesen Kampf geführt haben, als die, daß wir die deutsche Jugend in die Reihen des Führers Adolf Hitler hineingebracht haben und damit die deutsche Jugend dem Nationalsozialismus zu gewinnen. Der heutige Tag, oit dem wir das Kameradschaftshaus seiner Bestim- mung übergeben, ist ein sichtbarer Ausdruck für den Erfolg unseres Kampfes und zugleich eine Bürgschaft, wie das Kampfgut gesichert wird und die Entwicklung im deutschen Volksleben weiter vor sich
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Der Tagesraum des Kameradschaftshauses.
Blick in den Schlafsaal des Kameradschaftshaufes.


