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7.12.1933 Erstes Blatt
 
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8luebreitun

Schluß der Beweisaufnahme im Reichstagsbran ßstisterprozeß

Berlin. 6. Dez. (ERB) Do über die Stellung ÖC3 Deutschen '.Holen -kreuze» im neuen Staate nod) vielfach Unklarheit besteht, Hot der Reichs­minister des Innern in einem Rundschreiben mit« geteilt, daß da» Deutsche Rote Kreuz in den näch­sten Togen -1 - * ~ * -

9er Dessauer-Prozeß in Mnchen-Gladbach. Die Beziehungen zu Mühlon - Einer fer schlimmsten Oeuischenhetzer w hrenb 0e6 Krieges.

ewigen und zu den alten Streitigkeiten noch neue hinzufügen. Der Versailler Vertrag sei ein solches Machwerk. Einer der Zankapfel, die seine Urheber in die Welt gestreut hätten, sei die Abtrennung der Saar von Deutsch­land. Frankreich habe bei der Regelung der Saar- frage alle möglichen Vorwände ins Feld geführt, um sein Ziel zu erreichen Zuerst sollte das Saar- gebiet als gerechter Ausgleich für die Schäden, die die deutschen $eere in den französischen Gruben ungerichtet hätten, dienen, bann, als dieses Argument nichts half, versuchte man es mit Geschichtsfälschung, wobei man sich nicht scheute zu behaupten, das Saargebiet gehöre von rechtswegen zu Frankreich, es sei nur vorüber« gehend deutsch g-wescn. Dem sei entgegen­zuholten, so erklärte Staatsrat Simon, daß das Saarland mehr als taufend Jahre zu Deutschland gehört habe, und daß feine Bevölkerung rein deutsch fühle und denke. Rur die Schwäche des Novemberstaates habe es möglich gemacht, daß das Saarland vom M stttrland' abqctrennt wurde. Heute seien die Keschichts'ällchunae« der Franzosen w'derleqt und auch der schwache Novemb^rstoat sei überwunden durch den ftar^n und festgesüoten Gaat Adolf Hitlers Das Scheitern der französischen Pläne einer Annexion des Saarlandes führte zu jenem Kompromiß der internationalen Regie- ! rungskommisfion, in der Angehörige i fremder Staaten über die Geschicke eines I

Die Verhandlung wendet sich bann her in den lebten lagen aufgeworfenen Frage zu, ob da» tm Reichstag verwendete PutzmiltelSanga- --- . ~ i g des Feuers tm jebr begünstigt haben könne. Der

Gerichtsassessor Bi en er, der in der Vorunter­suchung Hilfsarbeiter beim Sonderstaatsanwalt war, äußerte sich ausführlich über den Zweck des Frie­densbundes deutscher Katholiken, des. sen wenn auch versteckte treibende Kraft nach der Anklageschrift Dessauer gewesen ist. Der Z uge hat aber keine positiven Belege dafür, daß Dessauer in maßgebender Verbindung mit diesem Friedensbund gestanden hat. Dessauer erklärte, daß er sich nicht an führender Stelle betätigt habe. Nur ein einziges Mal habe er auf einer Versammlung gesprochen und dort wenig Beifall gesunden, da er offensichtlich zu wenig pazifistisch gesprochen habe.

M holen Luch heim ins Reich!"

Staatsrat Simon spricht auf einer großen Saarkundgebung in Frankfurt.

Oer Ausbau der Rechis- bera unq der Arbe isfront.

* nr' (CNB.) Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront ordnet an:

Laut Anweisung des Leiters der Deutschen Ar- beltssroni Dr. Robert Ley übernimmt die DAF Die Rechtsberatungsstellen im Reiche. Es 'st noiiDJnöig, daß zumindest in Den Orten, in Denen bisher Rechtsberatungsstellen der verschiedenen Ver­bände waren, die Rechtsberatungsstellen der DAF eingerichtet werden. Zur Besetzung der Posten s,ud gleichermaßen die Syndizi der Arbeitge­berverbände wie auch die Rechtsberater der ^Arbeitnehmer-Verbände in die DA F. zu übernehmen. Diese unterliegen in leöem einzelnen Falle der Genehmigung und Be­stallung durch das Sozialamt der DÄF. Niemand außer dein Sozialamt ist befugt, irgendw.lche Räumlichkeiten zum Zwecke der Errichtung von R.-chtsberatungsstellen mit Beschlag zu belegen ider etwa m den Liguidationsprozeß örtlicher Arbeitge­ber-Verbände einzugreifen noch irgendwelche An- stellungsoerträge zu tätigen. Wer diesem Verbat zuwider handelt, haftet für feine Tat. Es werden deswegen beim Sozialamt Personalakten über alle in den Rechtsberatungsstellen vorhandenen Mitar­beiter geführt und es sind zwecks genauer lieber- ficht über die Vorbildung und das Können sed s Einzelnen Lebenslauf ufro. an das Sozialamt der DAF., Berlin SW. 19, Märkisches Ufer 34, einzu-

Wie derDeutsche" dazu erfährt, wollen diese Rechtsberatungsstellen der DAF. grundsätzlich al- len Volksgenossen, die der großen Organi­sation der Schaffenden angeboren, zur Verfügung stehen. Die Rechtsberatungsstellen werden in ihrer neuen Zusammensetzung im Geiste der national- sozialistischen Volksgemeinschaft, arbeiten. Die Mit- orbeiterftabe arbeiten im Dien ft c Der Ge­samtheit für jeden. Der Rechtsbera - t u n g braucht, unb nicht etwa Die Arbeitneh- meroertreter nur für Arbeitnehmer und Die Arbeit« aeberoertreter nur für Unternehmer, wie bisher. Deraniworlungsbewußtsciii. Objektivität und Wir- ken im nationalfoxialiftifdjen Sinne sollen die Rechtsberater der DAF. auszeichncn.

D;e Zulassung von Ersatzkaffen her ttranke Versicherung.

Berlin 6. Dex. iTTB.) In Der nächsten Rüm­mer des Reich»gefetzd -lies wird das Gesetz über die Zulassung von Ersatzkosten Der Kronkenversiche- rung verotsentiicht. Da» Gesetz gibt Dem Reich»«

|ten Tagen eine neue Satzung erhalten wird, auf Grund deren seine völlige Umgestal« "9 im üinne Der Grundsätze De» nationalsozia- '.st'sch«» oaate» auch in personeller Hin- H d) t 3 u mA bsch l gebracht werden wird. Das Deutsche Rote Kren, ist ein Baustein im lebendigen Gefüge unseres Volkes, und Dienst f u r d a s R o t e Kreuz i st D i e n U für Volk und Vaterland. Da» Deutsche Rote Kreuz ist ^.rager der völkerrechtlichen Aufgaben, Die das Deutsche Reich auf Grund Der Genfer Konvention 3U erfüllen hat Diese besondere Lage erfordert die wirksame amtliche Förderung des Roten * Kreuzes. Allen in Betracht kommenden Behörden wird daher zur Pflicht gemacht, auch ihrer­seits darum bemüht zu fein, daß überall im Lande gegenüber dem Roten Kreuz eine feiner Stellung im neuen Staate entsprechende Haltung eingenommen wird.

DSN. Frankfurt a. M, 6. Dez. In dem großen Saal des Saalbaues sprach in der vom Saaroerein veranstalteten Kundgebung für die Deutscherhaltung des Saargebiets der Führer Des Bundes Der Saaroemne, Staatsrat und Gauleiter Simon. Beim Abschluß von Friedensverträgen könne man zweierlei Folgen beabsichtigen, entweder der Vertrag solle Den Konfliktstoff, Der zu Dem Äricge geführt habe, beseitigen und die Ver­hältnisse klären, oder er solle Die Konflikte per*

750000 Mark Beamtersspenbe für Op er der Arbeit.

Berlin, 6. Dez. (TU.) Die NSK. meldet aus München: Der Ehrenpräsident der deutschen Be- amtcnschast, Pg. Reichsstatthalter Fakob Spren­ger, hatte seinerzeit Die Bamtenschast zur Samm­lung für .Stiftung für Opfer der Arbeit' aujae- rufen, die 450 000 Mark einbrachte. Am Dienstag wurde abermals ein Betrag von 250000 Tlarf überwiesen, so daß im ganzen nun- mehr '/« Millionen von Den nationalfo.jtalifti« Ichen Beamten für Stiftung für Opfer der Arbeit aufgebracht wurden.

We.hnachtliche Vorauszahlung auch an die Re:chsanae teilten und «arbei er

Berlin, 6. Dez. Das Reichsfinanzministerium hat anläßlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes verfügt, daß die z w e i t e Hälfte der Dienft- belüge her Reichsange stellten für den Monat Dezember 1933 bereits am 20. De- 3 e m b e r und Der am Freitag, 22. Dezember fällige Lohnder Arbeiter im Reichsdienst sckon am 21. Dezember ausgezahlt werden kann. Die im allgemeinen am 10. jedes Monats fällige Hälfte des Monatsbezuges der Reichsbeam t en kann in den Monaten, in denen der 10. auf einen Sonntag ober gesetzlichen Feiertag fällt, schon am vorhergehenden letzten Werktage ausgezahlt werden.

Handwerk und Arbeitgeberverbände.

Berlin, 6. Dez. (ERB.) Der Reichsstand des Deutschen Handwerks teilt u. a. mit: Durch Die Auflösung Der Industriellen Arbeit­geberverbände ist in Den Kreisen des Hand­werks eine gewisse Beunruhigung eingetrefen. ob a u ch Handwerksoerbände unter Diese Auf» losungsbeschtüsje fallen. Wir können hierzu mit« teilen, daß die handwerklichen Organisationen, d h. Die Innungen, Die Fnnungsausschüsse, die Fach­verbände, die Landesfachverbände. die R-ichssach- oerbänbe ufro. nicht von diesen Auflösungs- beftimmungen betroffen werden.

40jähriaes Oienstjubiläum des Generaldirektors Or. Oorpmü'ler

arbeitsminifter Die Ermächtigung, Die Berufs, krankenkassen, die infolge der Neugliederung Der Angestelltenoerbände Durch Ver schmel- Zungen entstanden sind, al» Ersatzkas« l«n $ u3 u la f f e n. Da auch einige andere Erjotz- fafjen veadsichtigen, sich zur Vereiniachung unb Ver- biOigung Der Bcrroalung z u s a m m e n z u s ch I i e « Öen. ist der Reichsarbeitsminister ermächtigt wor« den, späterhin die Bereinigung von Erjag- lassen in geeigneten Fällen zuzulassen.

OosOeuliche^ole^reuz.mneuenStaat

Popoffs Quittungen.

Erneute Schriftprobe angeordnet.

Auf Antraa Des Oberreichsanwalts wird bann Dr. Schatz m feiner Eigenfä-aft als Schrif tfach. o e r st a n d i g e r Darüber gehört ob d i e b e i P o - ten Quittungen mit Der UnterschriftPete r* von Dem als Zeugen vernommenen Werner Hirsch stammen.

Sachverständiger Dr. Schatz: 9m Vorverfahren habejd) Die Quittungen Des Popoff unb die Des £vr'°) verglichen. Es sind zwar einige Abwei - 7 u. n 9e n vorhanden, aber bezeichnend für Die 9Dcn* sttat sind die Größenverhältnisse, die Druckverbin- Düngen, Die An- unb Abstriche. Das inzwischen ein- gegangene neue Material habe ich leider erst fvät bekommen. 1 w

Der Vorsitzende bittet den Sachverständigen, noch C 1 n I71 a Lb,c Handschriften genau zu prüfen und erstatten ^Iaboi,er9 has abschließende Gutachten zu

Der Techniker Kruger wird bann über die jragc Des Funktionierens Des H a u s t e l e- fons im Reichstagsgebäube befragt. Er erklärte baft Die Apparate in Orbnung geroefen feien. Ueber bas Geräusch, bas Der Garderobendiener Kohls bei feinen vergeblichen Anrufoersuchen im Apparat gehört haben will, lasse sich keine Klarheit schaffen.

Rach Vernehmen weiterer Zeugen, die feine we­sentlichen Bekundungen mehr machen können er- klart der Vorsitzende, baß die Bew ei sauf, n a h m e b e e n d e t sei, bis auf bas Schlußgutachten, Das Dr. schätz über Die Peter-Quittungen vor den Plädoyers erstatten will. Nächste Sitzung Mittwoch 13. Dezember.

.. Be rlin, 6 Dez. (WTB.) Am 7. Dezember 19.33 sicht der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr.-9ng. ehrenhalber Julius Dorp- müller, Vorsitzender des Verwallungsrats und Generaldirektor Oer Reichsautobahnen, auf eine 4 0jährige Dienstzeit zurück. Vor 40 Jahren hat er in Aachen alsJtegicrungcbauführcr des Eisenbahn- unb Straßenbauiachs seine Laufbahn bei der Eisenbahndirektion Köln begonnen. 1908 trat er in den Dienft Der Kaiserlich- Chinesischen Staatsbahn Tientsin Pukow über, um als Chefingenier Den Bau Des 700 Kilometer langen Nordabschnitts Dieser Bahn zu leiten, für die er auch Die Bctriebsführung über- nahm. Nachdem China 1917 in Denltfrieg ein- trat, wurde er aus Dem chinesischen Staatsdienst entlassen. Der drohenden Internierung enhog er sich durch die Flucht. Er kehrte nach Deutschland zurück und war bei Kriegsende bei der Organisation Der Kriegstransporte auf den transfaufa- fischen Eisenbahnen tätig. 1922 bis 1924 leitete er als Präsident die neuerrichtete Reichs- bahnbireftion Oppeln und vertrat in Ver­handlungen mit Polen Die Deutschen Interessen. 1924 nach Essen versetzt, arbeitete er Dort unter Den schwierigen Besatzunasv'rhattntssen und erwarb sich Die Anerkennung weitester Kreise des Ruhrge- biete. Am 1. Juli 1925 wurde er auf Den Posten des ftänDigen Stellvertreters Des Generaldirektors der Deutsche Reichsbahngesellschaft berufen und nahm an Den Londoner Verhandlungen teil. Seit 1926 leitet er als Generaldirektor Die Deutsche Reichsbahn.

Dollfuß ffrenqf Visz vlinarverfahren «egen Ottmar Svann an.

Berlin, 7. Dez. (DdZ.) Gegen den bekannten Nationalökonomen unb Soziologen der Wiener Uni­versität Prof. Ottmar Spann ist eine Diszipli- Voruntersuchung eingeleitet worden Studenten Der Dollfuß-Richtung haben ihren Lehrer beim M n.ster wegen seiner Kritik denunziert, die er mehr­fach am Dollfuß-System geübt haben soll Die DI'zl- plinaruntersuchung gegen Spann erregt In Wien erhebliches Aussehen und hat unter Der nationalen Studentenschaft große Erregung ausgelöst Professor Spanns wissenschaftliche Arbeit gilt der Sozio'ogie und Wirtschaftslehre des neuen Staates. Seine Werke, die in über 200 000 Bänden verbreitet sind, wurden u. a. auch ins Englische. Schwedische und so­gar ins Indische und Iapani'che übersetzt Spann hat tm vergangenen Jahr auch hier In Gießen ge­sprochen.

Der Buchhändlervetchanb wurde von der Polizei darauf hingewielen, daß der Vertrieb Des BuchesM ein Kampf von Adolf Hitler unb der BroschürenDas lunpe Deutschland will Arbeit und 5rieben* undDeutschlands Bekenntnis zum Frieden* gegebenenfalls als verbotene poll»

i Der Sehnsucht Der Saardeutschen, zurück ins Reich zu kommen, nichts ändern. Wenn heute überall Kundgebungen veranstaltet würden, so ge­schehe bas, um den Saarländern zu beweisen, daß sie nicht auf verlorenem Posten ständen. Dem Ruf Der Saarbeoölkerung:Wir wollen heim ins Reich* müsse der Rus:Wir holen euch heim ins Reich" entgegengesetzt werden. Das Saarvolk kenne nur einen Ruf, nur einen Willen, nur eine Sehnsucht, zurück zum Vaterlande, zurück zu Deutschland, zurück zum Reiche Adolf Hitlers

Der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Spren- g e r, hob noch einmal die Verbundenheit des deutschen Volkes mit der Bevölkerung an Der Saar hervor unb betonte, daß es keinSaarvolk" gebe, sondern nur Deutsche an Der Saar. Er roürDigte Die großen VerDienste Des Führers Des Bundes der Saaroereine, Staatsrat und Gau­leiter Simon, Der einer Der ältesten Borkämofer des Nationalsozialismus sei. Es fei für Frankfurt eine hohe Ehre, Daß dieser Mann heute hier ge- loroch n habe. Unter feiner Führung nvrbe der Kamvt um Die Wied-rvereinigung Der Saar mit Deutschland siegreich zu Ende geführt, werben. Daß dieser Kamps heute schon halb gewonnen fei, bewies'n die gegnerischen Manö- per. Dnr Girant Des S'-qes fei Die Saar- i u g e n D , Die heute schon her Träger h-g G"M"in- I schastsardonkens und der Verbundenheit mit Dem | deutschen VaterlanDe sei.

Volkes bestimmten, das sie nicht kennen. Durch Diele Regierungskommission glaubte Frankreich den Geist des Saarvolkes beeinflussen und verfälschen xu können Aber Diei. Methode, wie auch alle Ver­suche einer gewaltsamen Sinnesänderung durch Verbote und UnterDrückungen, scheiterten an Der Treue Der Saarbeoölkerung. Auch Der mit Unterstützung Der verräterischen marjifti- schen Parteien propagierte Plan eines autono­men Saarftaates könne an Dem Willen und

<n^ei£?l0'Ä MTB.) Für die heutige DerhanDlung sind die letzten Zeugen geladen. Als nach Verlesung einiger Aktenstücke Der Angeklagte m « "roff deftige Angriffe gegen die deutsche l$re||e richtet und sich auch in polemischen Aeuße- rungen gegen Beamte und Die Reichsanwaltschaft c" ^>cdt ihm der Vorsitzende das

.o r t Dimitroff macht Darauf erneut erregte ruf* nach Dem Richtertisch hin. Nach kurzer Be- ratung verknnDet Der Vorsitzende als Senaisbelchluß dah Dimitroff beim nächsten geringsten Anlaß aus per «itzung ausgeschlossen werden soll. Rach einer {ongeren Pause teilt Der Vorsitzende mit, daß Der Senat Die zahlreichen neuen B e w e i s a n t r ä g e De» ängefloaten Dimitroff a b g c I e h n t hat. Nur ber bulgarische Dolmetscher soll noch über einige Punkte vernommen werben.

Van der Ludde zurechnungsfähig und voll verantwortlich.

Tic bintachtcn der Lachvcrständigcn.

Die Beweisaufnahme wird Dann mit Anhörung der medizinischen Sachverständigen sortgesegt Ge- deimrat Dr. B o n h o e s s c r (Berlins betont' daß Zweifel an der Zurechn unassähiqkeit de» Angeklagten van Der Lübbe nicht oorlieoen. Es handelt sich um einen zu OiLu« vlinverstötzen neigenden Menschen. Der, eingeengt durch kommunistische G dankengänae, ein gewiise» Geltungsbedürfnis ^eigt. Bei feinem Ber- halfen zu Beginn der Leipziger DerhanDlung han- beite es sich um einen Zustand, Der aus Der be wußten Zurückhaltung, Die bei ihm ein- Rolle spielt, hervorgeht und durch einen törpcrldien

wchwachezustand noch kompliziert -wurde, der sich dann im Laufe ber Berliner Berhanblung behoben hat. Der Sachverständiae kommt zu Dem Ergeb­nis, daß sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, daß van der Lübbe bei B.-geHung her Tat geisteskrank war ober ben Paragraphen 51 für sich in Anspruch nehmen konnte.

Privatdozent Dr. Hutt (Berlin) fügt Dem Gut- adjten von Professor Bonhoefscr hinzu, dah es sich bei Dem Verhalten Des Angeklagten van Der Lübbe um einen ganz verständlichen Verlauf handele Alles, was in ihm oorgegangen sei, fei nichts anhe- res als Die Reaktion eines gewöhnlichen M'nfch-ii aus eine ganz ungeroöhnlidjc Situation. Es sei nir­gends wahrend ber Untersuchung etwas vorgekom- men, was unlösbare Rätsel im Verhalten van der Lübbes aufgegeben hätte An ber Zur.-chnungssähig. feit bc-3 Angeklagten zur Zeit der Beaehüna der Tat habe er keinen Zweifel.

Auch Obermebizinalrat Dr. Schutz (Leipzia) ver- tritt Die Ansicht, Daß Das ZustanDsbild Des Ang >- klagten während der Verhandlung im wesentlichen eine Verteidungshaltung war. Der Wcch, fei seines Verhaltens am 23. November sei einfach dadurch zu erklären, daß er eine andere Ver- teibigungshaltung eingenommen habe. Es beftän* Den an Der Zurechnungsfähigkeit van Der Lubb.-s iur Zeit Der Begehung Der -tat keine Zweifel Er ic, auch heute zurechnungsfähig und vollkommen geistig gesund.

ist eine Revolution unterwegs. Husten Sie nur lange genug durch." Ferner hat Dr. Mühlon gesagt, Der geringste französische Arbeiter sei intelligenter als ein Deutscher Professor. Aus weiteren Briefen ergibt sich, daß Mühlon während Des Krieges einem Gestellungsbefehl nicht Folge geleistet hat, also ein Deserteur ist. Es werden dann Ausschnitte aus wetteren Schriften und Flugblättern Mühlons ver- lesen, Die alle auf Taschenformat zuge - schnitten und für den Abwurf über deutschem Gebiet bestimmt waren, unb die in Hunderttausenden von Exemplaren in Deutsch- lanö während Des Krieges Verbreitung gefunden haben. Auf Grund einer Unterredung mit Dr. Helf- ferid) habe Mühlon auch ein Minmrandum üb?r Die persönliche Verantwortlichkeit Des deutschen Kaisers am Kriege verbreiten lassen.

Der Staatsanwalt fragte Professor Dessauer, wie er dazu gekommen fei, in einem Brief an Den Frankfurter Arbeiter- unb Solbaten- r a t diesen Mühlon als eine Der geeignet ft en Persönlichkeiten zur Führung der außenpolitischen Verhandlungen unb 3ur Reorganisation im Innern vorzuschlagen. Des­sauer betonte abermals, er habe Mühlon stets für einen Manschen gehalten, der fein Vaterland liebe, unb er sei wirklich Der ehrlichen Meinung gewesen, baß dieser Mann durch seine hervorragenden inter­nationalen Beziehungen mehr für Deutschland hätte erreichen können.

München-Gladbach, 6. Dez. (Lpd.) Auf Amrag der llerkibigung erhielt am Mittwoch Prof. Dessauer, der in einer Zeitung alsZentrums' jube" bezeichnet war, Gelegenheit zu einer Erklä- rung über seine Abstammung. Der Sonderstaats, anroalt erklärte hierzu, es Dürfe unstrittig jein, daß feine Vorjahren bis zum Dritten Glied, also biszu den Urgroßeltern, katholisch gewesen seien. Dessauer ergänzte, baß beim Stammbaum feiner Mutter, Die aus Aachen gebürtig ist, sich Die Abstammung beliebig weit zurückverfolgen lasse, beim väterlichen Stamm sei eine Nachforschung mög­lich bis zum Dritten Glied und zwar bis 1805. So- bald der 'Jlamc Dessauer aujtauche, erscheine er in Aschaffenburg in Den Kirchenbüchern. Sein eigenes Aussehen sei setzt sehr entstellt wegen mehrerer Ope­rationen, die wegen Der Röntgenoerbrennung not wendig wurden. Er wolle gern ein Bild aus frühe­ren Jahren besorgen, wo er ganz anders ausge- sehen habe.

Dann wird nochmals das Verhältnis von Vrof. Dessauer zu Dr. Mühlon, dem berüchtigten Deut- chenhetzer erörtert. Dessauer betonte, er habe von >ef'en BuchVerheerung Europas" rst er- obren durch Zeitungsberichte über die Reichstags- nterpellation 1918. Aus Antrag Der Staatsanwalt- chaft werden dann die prägnantesten Stellen aus liefern Buch, das, wie der Sonderstaatsanwalt be tont, Hunderttausenden von deustch n Menschen das Leben gekostet hat, verlesen. Weiter kamen noch zahlreiche amtliche Berichte, Zeitungsausschnitte ufro. zur Verlesung. Um Darzulun, daß sich Die Dcffcnb lschkelt sehr stark mit Dem 'landesoerräterischen Treiben unb mit dem Buche Mühlons befaßt habe unb daß auch Dessauer davon Kenntnis gehabt haben muh. U. a. ließ ber Staatsanwalt Auszüge aus amtlichen Veröffentlichungen des ainerikanifchen Staatsdepartements wiedergeben. Hierin berichtet Wilsons Vertrauensmann in der Schweiz, Herron über seine Aussprache mit Dr Mühlon Mühlon, Der ''N bereits immer für hm Eintritt Amerikas in m r i e g und für feine Fortsetzung bisznr vö11i aen NieDerringung Deutschlands einoe- setzt hatte, sagte zu Herron u. a.:In Dentsu land

als Zeuge dazu vernommene Hausinfpektor Sera« nowitz erklärt u. a.: Wir haben Das Sangajol nur zur LerDünnung von Bohnerwachs ver- roandl, weil eine solche Mischung praktischer und billiger war als Hüfiigcs Bohnerwachs. Zum Ab - reiben der Möbel im Plenarjaal wurd. nut f_e h r wenig Bohnermasse genommen, und Die Fuße vom Gestühl Des Plenarsaale» wurden i m 3 a h r e nur etwa zweimal abgerieben Der BoDcn Des Plenarsaales roirD nicht gebohnert, weil er mit Teppichen belegt ist Zum legten Mal sind im Plenarsaal Die Tische und Suchte mit Der Bohnermasse abgerieben worben im Herbst 1931 <Heiterkeit). Der Zeuge überreichte Dem Vorsitzenden em Stück Holz, Das er auf Der einen Seite mit Der oangajol-yohnermaffe fmaerieben hat. Er erklärt Dazu, er habe an beiden Seiten BranDproben ge- macht, und Dabei habe sich herausgestellt. Daß die mit Dem Sangojol eingeriebene Seite viel schwe­rer brannte als Die anDere (erneute Heiterkeit) ^Dcr Sachverständige Dr. Schatz erklärt, diese» sangajol habe Die Eigenschaft, ebenso wie Die Schwerbenzine, nach einer gewissen Zeit 4 u o e r D u n ft e n. Es bleibe ein geringer Rück- ftanD zurück, der aber nach einiger Zeit voll- kommm austrocknet und nicht mehr zu einer ©as- btlDung neige. Die Behauptung, Daß sich Durch Den ständigen Gebrauch dieses Putzmittels auf den Möbeln eine Kruste bildet, aus Der sich beim ^rh'tzcn Gase entwickeln. Die durch eine Flamme in Brand gesetzt werden können, bezeichnet der Sachverständige als völlig abwegig. San- gajol, auf Eichenholz ausgefchüttet, läßt schon nach Dreiemhalb Stunden überhaupt keine nennenswerten Rückstände mehr zurück, vor allem keine Rückstände D.e zur Gasbildung neigen. Man ist nicht in der tage, mit einem Streichholz oder einer Kerze solche 0c.t.ran^'n Bretter in Brand zu setzen. Es steht mit völliger Sicherheit fest, daß im Plenarsaal Vne «°"z Erhebliche Menge brenn- barenfuP I.ujfiflfeit verbrannt ist: der ganze Ablauf Des Brande» spricht allein dafür. , Der ^chvN-stänDig« nimmt Dann vor dem Rich- tertisch Br anhproben vor, indem er rohe und |ebei3te Elchenholzstücke, die mit Sangajol getränkt mD über eine brennende Kerze hält. Es wird da- ,ei festgestellt, daß diese Stücke nicht Feuer an gen. Er gießt Dann Sangajol über ein Stück £013 und zündet es an. Hierbei zeigt sich daß das sangaiol mit ruhiger Flamme in e i n i. gen Minuten verbrennt, daß aber Holz nicht Feuer fängt.