Ausgabe 
7.11.1933 Drittes Blatt
 
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Deutsches Hotz ist besser!

Neichsstatthalter Sprenger eröffnet die AusstellungDeutsches Holz in Haus und Heim".

WEN. Darmstadt, 5. Nov. Zur Eröffnung der AusstellungDas deutsche Holz in Haus und Hei m , verbunden mit einer Schau auser- wählter Möbel aus deutschem Holz, hatten sich Samstag mittag im Gewerbemuseum in Darmstadt in Anwesenheit des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, und des Staatsministers I u n g die Spitzen der staatlichen und städtischen Be° Hörden, die gesamte hessische Forstverwaltung, sowie die Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der be­teiligten Industrie und der Schulen und Forschung eingefunden. Die Vorhalle des Gewerbemuseums war mit den Fahnen des neuen Reichs und mit Blu­men stilvoll ausgeschmückt. Zwei im Kerzenschein strahlende Christbäume aus dem Odenwald flankier­ten das Rednerpult. Das Drumm-Quartett des Hes- fischen Landestheaters brachte ein klangschönes Quar­tett von Mozart auf deutschen Meisterinstrumenten zum Vortrag, worauf

Staatsminister Zung

die Feier mit dem Dank an die Ausrichter, Land- forftmeister l)r. ll. c. H e s s e und Architekt Philipp Müller (Darmstadt), eröffnete. Der besondere Wert der Ausstellung liegt, so betonte der Staats- Minister, nicht in der Zahl der Ausstellungsgegen­stände, sonderen in der Idee, die durch diese Aus­stellung verkörpert werde. Die hessische Staatsregie­rung, die selbst über einen großen Forstbesitzverfüge und pflegerisch verwalte, habe schon vor Monaten in einer Verfügung an die unterstellten Behörden des Landes den Wunsch ausgesprochen,

daß in Zukunft nur noch deutsches holz bei allen staatlichen und städtischen Bauten Ver­wendung finden soll.

Es liege im Interesse der deutschen Volkswirtschaft, wenn die Einfuhr ausländischen Holzes, die heute noch wertmäßig etwa 100 Millionen Mk. ausmache, durch vermehrte Benutzung deutschen Holzes ver­mindert werde. Der Minister schloß mit der Bitte an den Herrn Reichsstatthalter, dahin zu wirken, daß durch Bestimmungen der Reichsregierung ver­anlaßt werde, in erster Linie deutsches Holz aus dem deutschen Wald zur Verwendung zu bringen.

Reuchsstatthalter Gauletter Sprenger gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß gerade diese Ausstellung einen grundlegenden Wan- del in der Sinnes- und Denkweise über die Der- wendung und Verwendbarkeit des deutschen Holzes bringen möge. Die gerade im letzten Jahrzehnt im deutschen Handwerk und Gewerbe zutage getretene Verflachung sei ein getreues Spiegelbild der politi­schen und kulturellen Verflachung gewesen. Auch im Zeitalter der Maschine sei diese Verflachung nicht notwendig gewesen. Sie sei erfolgt angesichts der Verflachung der Seele. An die Stelle der Pflege der Tradition trat eine Denkw.'ise,

wie sie Rathenau einmal aussprach, als er den Geist ber Maschine an die Stelle der Gestaltungskraft des Menschen setzte. Auch heute sei dieser Geist noch nicht völlig ausgerottet, und er freue sich daher besonders, daß die hessische Regierung mit dieser Ausstellung einen Auftakt zum Besseren liefere.Wenn wir hier sehen", so fuhr der Reichsftatthalter fort, was für wunderbare Formen und Farben aus deutschem Holz erstehen, dann begreift man nicht, daß das deutsche Holz und seine Produkte so in den Hintergrund treten konnten.

3d) glaube jedoch, man soll hier weniger Werl auf Verbote legen, sondern zweckmäßigerweise den weg der Selbsthilfe beschreiten, wir haben es gar nicht notwendig, unsere Reichsregierung in eine unangenehme Lage zu versehen, daß sie durch Verbote ober schwierige Gestaltung der Handelsverträge sich überflüssige Schwierigkeiten macht. Wenn der deutsche Mensch nur Möbel und Bedarfsgegenstände aus deut­schem Holz fordert, dann besteht eben nur für deutsches Holz Verwendungsmöglichkeit.

(Beifall.)

Auf dieser freiwilligen Selbsthilfe können wir außer­ordentlich viel erreichen, ohne einen Instanzenappa­rat in Bewegung zu setzen. Es wäre von unendli­cher Bedeutung, wenn diese Welle von hier aus in das ganze Volk getragen würde. Dann wird der deutsche Förster sich wieder an seinem Wald er­freuen, das Handwerk wird neuen Schwung bekam- men und auch die deutschen Künstler werden wieder erweckt werden und richtungweisende Entwürfe für Handwerk und Gewerbe liefern. Der Reichsstatthal­ter erklärte bann die Ausstellung für eröffnet.

Oberlandforstmeister Dr. h c. Heffe

gab dann einen Ueberblirf über die traurige Lage ber deutschen Forstwirtschaft in den letzten Jahren. Erst heute durch die Maßnahmen der Reichsregie­rung Hitler auf dem Gebiete der Handels- und Zoll­politik, durch die Maßnahmen der Reichsbahn auf tarifpolitischem Gebiet erwache in ber b e u t schenHolzwirtschaftwieberneueHoff- n u n g. Er glaube, baß die Reichsregierung neben ihren anderen gigantischen Aufgaben auch bie deutsche Forstwirtschaft wieder zu einem gesunden, vollkräftigen Zweig ber beutschen Nationalwirtschaft bringen werde. Zum Schluß dankte der Oberland- forftmeifter dem hessischen Staatsminister für seinen Erlaß zugunsten ber Verwendung beutschen Holzes bei Staats- unb Kommunalbauten.

Ein Rundgang durch die Ausstellung bot einen überzeugenden Eindruck von der Verwendbarkeit deutscher Holzer im häuslichen, gewerblichen und künstlerischen Bereich. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zugänglich.

Mensch, meckere nicht!

Ein Gespräch unter Nachbarn.

der Wagen kommt nicht von ber Stelle, plötzlich gibts einen Krach, ber Wagen bricht auseinanber unb bie Pferbe fallen in ben Dreck. Ja, Vater Behrens, unb in biesem Dreck saßen wir schon 14 Jahre drin."

Junge, Junge, wie Du bas schilbern kannst! Man könnte ein Bild davon malen."

Leiber kein schönes, Vater Behrens, aber nun mal weiter: Währenb wir Deutschen hier in unse­rem innenpolitischen Dreck saßen, mürben wir außenpolitisch bis über beide Ohren eingeseift. Wir kamen uns sehr gehoben vor, als man uns ben schönen Platz im Völkerbund anbot. Das sah aus wie Gleichberechtigung. In Wirklichkeit dachten bie anberen Mächte gar nicht baran. Man wollte uns nur bort haben, um uns münblich eingureben, was man nicht gern schriftlich von sich gab. Monatelang, jahrelang tagten enblose Friebens- unb Abrüstungs­konferenzen, bei benen nie etwas herauskam."

Ja, Fritz Ackermann, bas habe ich auch gesagt. Die Sache in Genf ist nicht richtig."

Hm, aber Ihre Partei hat doch jahrelang bie- sen ganzen Zauber mitgemacht. Unb währenb alle Zeitungen ihre außenpolitischen Spalten mit Be­richten über bte enblosen Konferenzen füllten, würbe überall still und heimlich gerüstet, Waffen geschmie- bet, Tanks unb Schnellfeuergeschütze gebaut, Gas­granaten gebreht unb Riesenheere auf die Beine gestellt. Nur Deutschland hatte abgerüstet unb blieb abgerüstet."

Ja, bas hat mich auch immer geärgert. Aber es hat ja keinen Zweck, baß wir auch drauf los- rüsten, um einen neuen Krieg anfangen zu können."

Richtig, Vater Behrens, vollkommen richtig! Die anderen sollen auch a b r ü ft e n , wie sie es 1919 in Versailles feierlich versprochen haben Der Aus­tritt aus dem Völkerbund war der erste Schritt zu diesem Wege. Damit hat Hitler sie vor die Entschei- bungsfrage gestellt: Wollt i h r b a l b unb gründlich abrüften ober nicht?

Nun hat Deutschland es in ber Hanb, seine Meinung barüber zu äußern, ob uns bie Abrüstung ber anberen genügt Das ist ein Trumpf, ben Hit- ler unb Hinbendurg jetzt in ber Hanb haben, unb ich bin fest überzeugt, sie werben ihn richtig ver- roenben. Früher war es leiber umgekehrt"

Unb wie ist es nun mit der Wahl am ^.No­vember? Ist denn bas auch noch eine rich­tige Wahl, wenn nur eine Partei auf bem Wahl­zettel steht?"

Doch, Vater Behrens, biese Wahl ist viel bes­ser als alle früheren. Kein Wähler braucht sich Kopfschmerzen zu machen, was er tun soll. Wer Aböls Hitler unterstützen will, ber wählt bie Liste ber NSDAP unb ebenso ben Abstimmungs- schein, ber mit ber Außenpolitik zusammenhängt, ben füllen alle Deutschen mitI a" aus, benn der Völkerbund und die ganze Welt fragen nicht da­nach, ob wir einzelnen Deutschen Nationalsozialisten [mb ober nicht. Die Welt will sehen, ob bas deutsche Volk einig ist in der Forderung nach Frieden und Gleichberechtigung. Das müssen wir am 12. No­vember beweisen/

Schön, mein Junge, das werden wir auch be­weisen. Darin stimme ich Dir vollständig zu. I ch bin bei H i 11 e r."

Mutter Behrens saß still in ihrem Sorpenftui)! unb lächelte vergnügt. Dann ging sie in die Küche unb braute mit bem letzten Rest aus der Rum- flasche einen schönen Grog für bie beiden

Peter Sebaldus.

Frau Behrens war mit ihrem Mann gar nicht mehr zufrieden. Seitdem seine Partei unter bem Druck ber nationalsozialistischen Revolution von ber Bilbfläche oerschwunben war, knurrte unb brummte der Alte nur noch herum. Man konnte nicht mehr vernünftig mit ihm reden.

Frau Behrens sprach mit ben Nachbarsleuten. Der junge Techniker Ackermann lackte vergnügt bazu unb versprach gern, abenbs bei Behrens mal herein­zukommen. Er hielt auch Wort. Der alte Behrens hatte gerabe nach bem Adenbbrotefsen seine Pfeise angesteckt, als Ackermann erschien:

Na, Vater Behrens, wie gehts benn? Ich sehe Sie wollen gerabe Zeitung lesen. Was gibts beim Neues?"

Ach, Junge, es hat ja keinen Zweck, baß wir davon sprechen. Da hat man nun fein Leben lang politisiert, unb jetzt kommt ihr jungen Kerle unb nennt bas alles Unsinn, was wir gemacht haben Der Deubel soll bie ganze Kiste holenI"

.Langsam, Vater Behrens, langsaml Wenn ich sage, das alte Parteisystem war Unsinn, bann meine ich noch lange nicht, baß Sie auch Unsinn gemacht haben!"

Na, was benn sonst? Du hältst mich wohl für schwerhörig?"

Nee, aber für ungebulbig. Sonst sind Sie unser bester Nachbar, aber bei ber Politik werben Sie leicht so krabbelig. Hören Sie jetzt bitte mal einen Moment ruhig zu! Also: Sie meinen, Ihre Partei war gut, nicht wahr?"

Allerdings, mein Junge, die war wirklich gut. Das will ich meinen."

Schön, Vater Behrens, wer meint denn bas außer Ihnen sonst noch?"

.Komische Frage, natürlich alle unsere Partei- freunbe unb unsere Wähler. In ber Zeitung stand bas boch auch immer!"

Schön, Vater Behrens, also bestenfalls waren es einige Millionen Menschen, bie an Ihre Partei ober an eine anbere geglaubt haben. Wie ben- ken Sie benn nun über bie anderen Parteien, die jetzt auch verschwunden sind?"

Mit benen war doch nichts los. Weshalb fragst Du danach?"

Weil bie anderen natürlich meinen, baß Ihre Partei nichts getaugt hat. Wer hat benn eigentlich recht, Sie ober bie andern? Sehen Sie, Vater Beh­rens, diese Frage hat die Mehrheit des deutschen Volkes, die niemals in einer Partei organisiert war, auch immer wieder gestellt. Bei jeder Wahl das­selbe Bild: Ein paar Dutzend Parteien, jede macht alle anderen schlecht -mb hebt sich selbst in den Himmel so war es doch!"

Ganz richtig, so war es. Jeder konnte feine Meinung sagen!"

ober auch nicht, Vater Behrens. Wie oft haben Ihre Parteiminister bie NSDAP, verboten. Was wurde vor den Wahlen alles versprochen ! Unb was würbe bann hinterher alles gehalten?

Ach ja, bas war nicht schön, mein Junge, das ist wohl wahr."

Na also, bann sinb wir ja einig. Aber wir wol­len mal annehmen, baß alle Parteien gut waren, daß sie ein gutes Programm hatten unb jede bas Beste für unser Volk gewollt hat. Dabei hätte auch nicht viel herauskommen können, benn es waren zu viel Parteien, unb jebe Partei wollte etwas anberes Die eine sagte" unb bie anbereHott", als wenn Pferde an einen Wagen gespannt sind hin­ten unb vorn. Alle Pferde ziehen mit voller Kraft,

SJlxfpoti

» FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg

Watzenborn-Steinberg (Liga) VfB. Gießen (Liga)

7:5 (4:2).

Die Liga von Watzenborn-Steinberg empfing am Sonntag bie Liga bes VfB. Gießen zum fälligen Verbanbsspiel Die Liga bes VsB. ist auf bem Teutonenplatze kein unbekannter Gegner unb hat hier schon oft schöne Spiele geliefert. Die hiesige Mannschaft konnte bei ihren letzten Spielen gegen diese Mannschaft nicht befonbers gut abschneiben. Mit großer Spannung sah man beshalb auf bieses Spiel. Der Platz war in einigermaßen guter Ver­fassung. Die Mannschaften bestritten ben Kamps in folgenden Aufstellungen:

FC.Teutonia": E. Happel; Burger, Wehrum; Schäfer, Schmanbt, Maib; L. Buß, Lang, O. Happel, Fischer, Fett.

VfB.: Becker; Leutheuser, Wilhelm; Haupt, Knauß, Feuster; Ranft, Fehling, Heß. Heller, Lehr- munb.

VfB. trat mit Ersatz an, ging aber von Anfang an mächtig aus sich heraus unb konnte schon nach kurzer Zeit burch seinen Linksaußen in Führung gehen. Die Freube bauerte aber nicht lange. Die Teutonenelf, bie sich ber Bebeutung bieses Spieles bewußt war, brängte ben Gegner allmählich zurück, unb babei war es ihr vergönnt auszugleichen unb sogar in Führung zu gehen. Balb fiel aber roieber ber Ausgleich. Die Teutonen führen nun ein schönes Spiel vor. Wieber einmal roanbert ber Ball zum Linksaußen, biefer flankt unb ber Halbrechte schoß ein. Kurz nach bem Anstoß ftanb ber Rechtsaußen ber Teutonen frei vor bem Tor bes Gegners, schoß aber knapp vorbei. Dann flankte ber Linksaußen roieberum, unb ber Halbrechte konnte abermals einschießen. In biefer Zeit beherrschten bie Teutonen bas Felb. Bei bem Staube von 4:2 werben bie Seiten gewechselt.

Nach Wieberantritt liefen die Teutonen, die jetzt mit bem Winb spielten, zu großer Form auf unb konnten noch zwei weitere Tore vorlegen. Da nun bas Spiel 6:2 ftanb, flaute der Eifer ber Platz­mannschaft ab unb bie Mannschaft ließ bie VfBer in kurzer Zeit zu drei Erfolgen kommen. Dann aber rafften sich die Teutonen wieder zusammen, und bem Halblinken gelang es abermals burch einen Alleingang bas siebte Tor zu schießen. Die letzten Minuten brachten nichts wesentliches mehr.

Die Mannschaft ber Gastgeber spielte einen recht auten Fußball, fanben aber in ben Gästen eine Mannschaft, bie sich nicht so ohne weiteres schlagen ließ. Der Sturm war schußfreubig, bie Läuferreihe zerstörte gut und baute andererseits hervorragend auf, die Verteidigung unb ber Tormann waren sehr auf ber Hut. Das Spiel war ein tnpischer Punktkampf. Schiedsrichter Volkmar (Wetzlar) ließ jedoch kein allzu hartes Spiel aufkommen und hatte das Spiel jederzeit in ber Hand.

Die zweite Mannschaft gab Spieler an bie erste Mannschaft ab unb mußte also ersatzgeschwächt zum fälligen Verbanbsspiel in Wißmar antreten. Sie verlor mit 3:0.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Naunheim I 1900 II 12:2 (3:1).

Daß man nicht ohne Nieberlage aus Naunheim heimkehrte, war sicher, überraschend ist aber bie Höhe ber Nieberlage. Damit soll aber nicht gesagt fein, baß bie Blauweißen sich keine Mühe gaben. Der Gastgeber war einfach in beftedjenber Form. Große Schnelligkeit, tabellofe Technik unb famose Spielauffassung schufen bie Erfolge über die sich tapfer wehrende Gießener Elf. Dem Führungs­treffer der Gastgeber setzte 1900 den Ausgleich ent­gegen. Bis zur Pause erhöhte ber Platzverein auf 3:1. Noch einmal verkürzte 1900 nach bem Wechsel

aut 3:2, bann aber lief Naunheim davon unb stellte in schöner Kombination ben 12:2°Siea sicher. Trotz ber vielen Treffer war Balser im 1900-Tor in bester Verfassung. Der Schiebsrichter war schwach.

Vetzberg I 1900 III 3:6 (1:4).

Das erste Spiel ber Vetzberger im Deutschen Fußballbunb! Der Gastgeber benutzt einen neuen guten Platz, ber vor recht zahlreichen Zuschauern ein schönes unb interessantes Spiel zulietz. Obwohl 1900 nur zehn Spieler im Feld hatte, war es jederzeit überlegen, besonders Arnold I im Sturm war diesesmal sehr schußfreudig. Er brachte allein drei Treffer auf sein Konto. Bis zum Seitenwechsel war 1900 offensiver unb konnte bies burch vier Treffer zum Ausbruck bringen, währenb Vetzberg nur einmal erfolgreich war

Handball im Gau XII der DT.

To. Beuern I 056. I 4:4 (1:2).

Der OSC. erreichte in Beuern nur ein Unent- schieben. Der Halbrechte hatte eine 2:0 - Führung herausgeholt. Als jeboch ber Schiebsrichter drei Erfolge ber OSCer wegen angeblichen Abseits nicht gab, gerieten biese burdjeinanber unb Beuern fanbte einen Strafstoß zum Tor ein. Auch bei Beginn ber zweiten Halbzeit nahm ber OSC. bas Heft sofort roieber in bie Hand. Aber nichts wollte gelingen. Drei Lattenschüsse waren bie Ausbeute einer Vier- telftunbe bes Drängens. Beuern war glücklicher, burch einen Strafstoß unb ein weiteres Tor tarnen sie zur 4:2-Führung. Nun legten bie OSCer los. Die Stürmer gingen sehr aus sich heraus, aber ber Tormann ber Beuerner ließ keinen Erfolg zu. Erst zehn Minuten vor Schluß gelingt es Luh auf 4:3 zu verkürzen. Herbert stellte bann 4 Minuten vor Schluß burch unhaltbaren Schuß ben Ausgleich her.

Deutscher S iverband behält seine Mitglieder.

Gerüchte, die davon wissen wollen, daß Bestre­bungen im Gange seien, den Mitgliederbestand ues Deutschen Ski-Verbandes durch Gründung eigener Verbände oder durch Anschluß an andere Fach­säulen zu schwächen, werden jetzt auf Grund einer Versicherung des Reichssportführers, daß der bis­herige Mitgliederbestand im DSV. unter allen Um­ständen erhalten bleibe, widerlegt.

Kurze Sportnotizen.

Zum Länderspiel Deutschland ge­gen Schweiz, bas am 19. November in Zürich ausgetragen wirb, will ber Gau Württemberg des DFB. ab Stuttgart einen Sonberzug verkehren lassen.

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100 Turnerinnen werben am 25.November beimIII. Fest ber Sportpresse" in Frankfurt a. M. bie Freiübungen des Deutschen Turnfestes, bas Stuttgarter Programm" zeigen.

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Die Vorarlberger Skiläufer haben bei ber österreichischen Regierung in Wien eine Auf­hebung ber Grenzsperre gefordert.

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Der Darmftäbterßangftrecfenläufer Schilgen, ber in bie Reichshauptslabi über- gefiebelt ist, gewann ben Branbenburgischen Herbst- roalblauf ebenso überraschenb wie überlegen vor ben favorisierten Berliner Spezialisten Göhrt unb Klos.

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Der Olympiakursus der Eissportler hat am Montag in Berlin seinen Anfang genommen. 135 Eisläufer aus allen Teilen Deutschlands, dar­unter auch die besten Eishockeyspieler, sind Teil­nehmer.

Grundsätzliche Fragen des deutschen Sports."

Eine Rede des Reichssportführers.

Nach dem Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Norwegen sprach ber Reichssportführer von Tschammer unb Osten am Sonn- tagabenb im Bürgersaal des Magdebur­ger Rathauses vor den Vertretern staatlicher und städtischer Behörden sowie den Führern ber Turn- unb Sportvereine bes Bezirks Magbeburg-Anhalt. Er führte u. a. aus:

Es sei notwendig, einmal auch in diesem Kreise mit ben Männern zu sprechen, bie in ber Praxis stänben. Eine Fühlung untereinanber sei unbebingt notwendig, damit ein gemeinsamer Einsatz der Kräfte gewährleistet fei. Er betone ben großen Wert internationaler Sportveranstaltungen, wie z. B. bie­ses Länberspiel DeutschlanbNorwegen, weil es außenpolitisch von großer Bebeutung sei, um so mehr, weil berartige Tressen bazu angetan wären, im Auslanbe Verständnis für bas, was sich im beut­schen Vaterlanbe ereignet hat, zu finben. Außerbem fühle er sich als Beauftragter feines Führers unb Reichskanzlers Aböls Hitler, ber solche internationale Beziehungen wünsche. Man solle berücksichtigen unb zwar nicht nur bei internationalen Treffen, baß ber Platz, auf bem sportliche Wettkämpfe burchgeführt werben, ein Stuck Heiligtum für uns sei. Schon immer sei er Optimist gewesen, unb er werbe alles baransetzen,

eine Vereinheitlichung der bestehenden deut­schen Turn- und 5portgemeinde zu erreichen.

Maßgebend für ihn sei ber Mensch, ber im na­tionalsozialistischen Sinne an ber Ertüchtigung jebes Deutschen mitarbeite, der für eine gefunbe Auffassung, für Kampfbereitschaft und Opferwille eintrete. Wer sich bissen Grundsatz nicht zu eigen machen könne, müsse verschwinden, benn er sei ein Feind deutscher Sportgemeinschaft. Es sei vollkom­men abwegig, wenn ein Teil ber heutigen Jugend glaube, auf bas mittlere Alter ober auf bie älteren Führer verzichten zu können. Allerbings dürfe man ber Jugend nicht in einem gewissen Abstanb aegen- übertreten, fonbern müsse verstehen, sich bie Herzen ber Jungen zu erobern.

Die Autorität bes Führers müsse väterlich, frieb» lief) unb innig fein; bann könne man auch mit ber Jugenb leben unb werbe gerabe burch biese Tugen- ben ben vom Reichskanzler Aböls Hitler gewünsch­ten unb geforberten Gemeinschaftssinn guter Kultur pflegen können. In Turn- unb Sportkreisen habe man mit Besorgnis von Dingen gesprochen, bie ben Bestanb ber beutschen Turn- unb Sportvereine ge- iährben könnten. Nichts sei unangebrachter als biese Ansicht. In seinen Bestrebungen, Turner unb Sport­ler zur Einheit zu verschmelzen, finbet er bei seinen Kameraben von ber SA. unb bei den Führern der Hitler-Jugend Verständnis.

Der Reichssportführer fuhr fort, man könne sich schon daraus verlassen, daß er persönlich sich dafür einsetzen werde, daß nicht etwa Turner und Sportler als zweitklassig bezeichnet würden, denn für die Hitler-Jugend und die SA. bietet die deutsche Sport­bewegung bie besten Vorbebingungen. Wenn man sich rounbere, baß er nicht schon da, wo Unklarheiten bestünden, mit Verfügungen ober Erlassen heraus- gekommen wäre, dann gäbe es dafür nur eine Er­klärung, daß solche Bestimmungen zu ihrer Zeit er­scheinen werden, unb baß der gewünschte und beab­sichtigte Erfolg dann auch nicht ausbleiben werde.

Besonders warm setzte sich Reichssportführer von Tschammer unb Osten bafür ein, bie Seele der mar« xistischen Sportler zu gewinnen, um so mehr, als ihnen heute die Führung fehle. Gegenseitiges Ver­trauen werde hier die Brücke schlagen.

Auf keinen Volksgenossen, der sich zu Turnen und Sport hingezogen fühle.

dürfe man verzichten, allerdings im Rahmen der von ihm herausgegebenen Bestimmungen.

Zur Zusammenschweißung der deutschen Turn» und sporl-Jdee beabsichtigt der Reichssportführer im Reichssportführerring eine weitere Konzentration der Kräfte. Ihren äußeren Eindruck werde sie 1934 imH aus des Deutschen Sports" auf bem Gelänbe bes Sportforums in Berlin finben. Dann wohnten alle Verbanbsleitungen in einem Hause, unb dann gäbe es auch eine finanzielle Konzentra­tion. Auf Grund dieser Organisation wäre es bann ausgeschlossen, daß ein Verband Gelder anhäufe, während der andere nicht einmal bie notroenbigften Mittel zur Durchführung ber sportlichen Betätigung seiner Mitglieder zur Verfügung habe.

Unter Bezug auf das Verdienst der SA. bei der Errichtung bes neuen Deutschlanbs hob ber Reichs­sportführer hervor, baß bie

ideelle Auffassung des Sports auf jeden Fall erhalten

werden müsse. Wenn am 12. November das deutsche Volk darüber zu entscheiden habe, ob es mit der Führung des Reichskanzlers einverstanden fei, dann habe er das Vertrauen zu der von ihm geführten deutschen Turn- und Sportgemeinschaft, daß sie sich ihrer Pflicht dem Vaterlande gegenüber bewußt sei und der Parole Adolf Hitlers Gefolgschaft leiste.

Die Rede des Reichssportführers wurde von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen.

^Sodener

bei HUSTEN. ERKÄLTUNG