Ausgabe 
7.11.1933 Drittes Blatt
 
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Eintritt in die Leiter-SA.

Um bie bestehenden Unklarheiten jn beseitigen, wird bekanntgegeben, daß die Aufnahme in die Reiter-S A. nichtgesperrtl st unddaher jederzeit erfolgen kann. Ls ergeht daher an olle Volksgenossen über 18 Jahre, welche reiten können und ein Pferd besitzen oder ständig zur Ver­fügung haben, der Aufruf, sich in u n s e r e R e i h e n einzugliedern. Zuständig für die Aufnahme find die örtlichen Führer der Reiter-SA.

Ich hoffe, daß der Reitsport Oberhessens in den Reihen der SA. wieder zu derselben Blüte kommt wie ehedem.

Der Führer der Brigade 147 Oberhessen.

M. d. 3. b.:

Schmidt, Standartenführer.

ländisch geschichtliche und militärische Entwicklung unseres Hessenlandes zugrunde gelegt werden. Es ist besonders erwünscht, daß von Seiten der Pro­vinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen v 0 l k s t ü m l i ch e G r u p p e n sich am Zuge betei- li ien Die gesamte Bevölkeruna wird gebeten, dah der9 10 und 11 Juni 1934 für das große Derbandsfest der Hassia in Darmstadt sreigehalten wird und Der- anstaltungen in Stadt und Land nicht angesetzt wer­den. Die Geschäftsstelle der Festleitung befindet sich in Darmstadt, Ahastrahe 5, Fernruf 3574. Es wird gebeten, Umfragen an diese Adresse zu richten.

Krippenausssellung

im Katholischen Vereinshaus.

Der Katholische deutsche Frauenbund, Ortsgruppe Gießen, zeigt im Katholischen Bereinshaus eine Ausstellung von Krippen. In übersichtlicher und ge­schmackvoller Anordnung stand eine Anzahl von Krippen zur Schau, in denen sich viel künstlerische Arbeit vereinigte. Besonders fielen dabei die Schöp­fungen der Tiroler Holzschnitzer und die Arbeiten des Oberammergauers Christoph Lang auf. die den besonderen Charakter der Volkskunst tragen. Sehr gut erscheint auch die Krippe eines Münche- ner Künstlers, die einer hiesigen Anstalt gehört und durch starke realistische Darstellung das Augenmerk aus sich lenkte. Einige Krippen der Landesgemein­schaft der Krippensreunde im Rheinland und West­falen trugen ebenfalls starkes eigenes Gepräge. Hin­ter Glas und Rahmen wurde ferner ein Stück aus dem Oberhessischen Museum gezeigt, das aus dem Jahre 1781 stammt, von einem Gießener Bürger angefertigt wurde und eine Reihe von Vorgängen der biblischen Geschichte darstellt. Verschiedene Krip- pen aus Gießener Privatbesitz, zum Teil von Kin­dern angefertigt, zeigten einfache, sinngemäße Ge­staltung. Erwähnt seien ferner die Krippen, die aus mehr industriellen Betrieben stammen.

Einbruch in ein Jagdhaus.

Die Kriminalpolizeistelle bei der Polizeidirektion Gießen berchtet:

In ein Jagdhaus in der Nähe von E n g e l r 0 d wurde in den letzten Tagen ein Einbruch verübt. Die Täter, nach den benutzten Eßbestecken vermutlich drei, haben wie Vandalen gehaust. Die Ueberreste der von ihnen zubereiteten Speisen, zerbrochene Gläser, leere Wein- und Bierflaschen lagen im Zimmer und Küche herum, und der Küchenboden war vollständig mit vertrocknetem Kakao bedeckt. Die Täter sind durch ein Fenster eingestiegen, nach­dem sie vorher einen Fensterladen gewaltsam auf- gerissen und eine Fensterscheibe zertrümmert hat­ten. Um gegen Uebeitafcpungen gesichert au sein, stellten sich die Täter in dem Zimmer eine Axt und einen Hammer bereit, im Gegensatz zu dem im Jahre 1930 in dem gleichen Jagdhaus verübten Einbruch, bei dem sie sich die Jagdflinten des Ge­schädigten bereitlegten. Seit diesem Einbruch läßt Der Besitzer die Gewehre nicht mehr zurück.

Die Täter entwendeten: einen graugrünen Her­renanzug, einen grünlichen Sportanzug, einen Sportanzug, Grätenmuster, einen braunmelierten Wintermantel, einen Trenchcoatmantel, einen Regen­mantel (Oelhaut), einen grünen Wollsweater, eine grüne Herrenlodensoppe, zwei Herrenwindjacken, zwei grüne Jagdhemden, drei Makounterhosen, zwei Herrenhautjacken, zehn Paar graue Herrensocken, neun grüne Herrentaschentücher, ein Paar schwarze Pürsch- stiefel, Größe 47, ein Paar braune Damenhalbschuhe, etwa 30 Flaschen Weiß- und Rotwein, verschiedener Marken, zwei Liter Kirchwasser, etwa 200 Zigarren und Zigarillos, 50 Zigaretten, zwei Pfund Dohnen- koffe, ein Pfund Tee, fünf Pfund Einmachzucker und sonstige diverse Lebensmittel. Die entwendeten Sachen verpackten die Täter in drei Rucksäcke, die sie ebenfalls im Jagdhaus mitnahmen.

Die polizeilichen Ermittlungen wurden durch die Kriminalpolizeistelle Gießen sofort ausgenommen.

Der Einbrecher Heil vor Gericht.

Am kommenden Donnerstag wird vor der piefi­gen Strafkammer die Verhandlung gegen den von der Polizei lange Zeit vergeblich gesuchten, dann ober nach einem Einbruch in Kelsterbach Mitte Mai verhafteten Einbrecher Ludwig Heil aus Gießen beginnen. Es handelt sich bei Heil um einen Schwer­verbrecher, auf dessen Konto nach den Festellun- gen der Polizei über siebzig Einbrüche in Gießen und in der Provinz Ober­hesse n Im Verlaufe einiger Monate kommen. Heil suchte Lebensmittelgeschäfte, Genußmittelhandlun- flen, Gastwirtschaften, Tuchgeschäfte, Garagen usw. heim, stahl Motorräder, Fahrräder usw. usw. Wie­derholt entging er nur mit knapper Rot der Fest- nähme-, er scheute sich auch nicht, auf seine Ver­folger zu schießen.

Herbstgautag der Guttemplerjugend Hessens.

Man berichtet uns: Der Burgturm der Burg Gleiberg trug am Sonntag neben den Reichs­farben die große Guttemplerfahne mit dem Mal­teserkreuz. Hier war die Guttemplerjugend Hessens zusammengekommen, um ihren Herbst- g a u t a g abzuhalten

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einen Gottesdienst von Pfarrer Wiedel (Stroftiorf) in der ©letbcrger Burgkopelle. Seine Predigt galt Dr. Martin Luther. Anschließend fanden die ge­schäftlichen Beratungen statt.

Die Jugend faßte eine Entfchließuna, in der sie sich mit allen Kräften einfetzt für den 12. November und dadurch Ihr rückhaltlofes Vertrauen zum Füh- rcr und unerfchütterliche Gefolgschaftstreue bekundet.

Ein sehr aktueller Vortrag von Dr. med. W Auel (Hersfeld) über: ..Atkoholismus und Der - trbung zeigte, wie notwendig die ©uttempler- arbeit ist. Sv, wie es Entartung durch Einwirkuni des Alkoholgistes auf den Körper gibt, jo gibt es

Sie Volksabstimmung am 12. Aovembet.

Aml2 AovemberIlaggenheraus

Um der Bedeutung des Abstimmungslages und der Verbundenheit von Volk und Füh­rung noch außen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, flaggen am 12. November die amt­lichen Gebäude im Reich. Die Reichsregie- rung fordert das deutsche Volk auf, sich dem Vorgehen der Behörden anzuschließen.

Das Kreuz an die richtige (Stelle!

Kennzeichnung der Stimmzettel zur Volksabstimmung und zur Reichstagswahl.

Dom Reichsminister des Innern wird darauf hin- aewiesen, daß die Kennzeichnung der beiden Stimmzettel zur Volksabstimmung, wie zur Reich sta g sw ah l durch Eintragung eines Kreuzes in den dafür vorgesehenen Kreis in den Stimmzettel zu geschehen hat. Wer also in der Genfer Frage sich hinter die Reichsre- g i e r u n g stellt und sich zu ihrer Proklamation be­kennt, der muß, um den Stimmzettel gültig zu machen, ein Kreuz in den Kreis setzen, der u n terhalb des WortesJa" vorgezeichnet ist. Wer zur R e l ch s t a g s w a h l sich zum Einheits- oorschlaa bekennt, der muß in den h i n t e r diesen Vorschlag vorgesehenen Kreis ein Kreuz einsetzen. Stimmzettel, die nicht mit einem Kreuz versehen sind, köi.nen für ungültig erklärt werden.

Stimmscheine für die Reichstagswahl und die Volksabstimmung.

Don der Bürgermeisterei Gießen wird uns ge­schrieben:

Stimmscheine, mit denen man bei zwin- genden Anlässen auch außerhalb seines Wohnortes fein Wahlrecht ausüben kann, werden nach Beendi­gung der Offenlegung der Stimmkartei, vom 7. N 0- vember 1933 ab, vom Wahlamt ausgestellt. Den Grund zur Ausstellung eines Stimmscheines muß der Antragsteller auf Erfordern glaubhaft machen, lieber feine Berechtigung, den Antrag zu stellen und den Stimmschein in Empfang zu nehmen, muß er

sich ausweifen können. Dies gilt namentlich dann, wenn Dritte mit der Empfangnahme eines Stimm­scheines beauftragt werden. Lediglich das Dorbrin- §en, daß man am Wahltage abwesend fei, begrün­

et noch nicht das Recht auf Erlangung eines Slimmfcheines. Berufliche und persönliche Gründe irgendwelcher Art (Berufs- oder Geschäftsreisen) können die Abwesenheit begründen, doch muffen es zwingende Gründe fein. Das Reichswahlaefetz bringt mit dieser Vorschrift zum Ausdruck, daß die Beziehung des Wählers zu einem bestimmten Wahl­bezirk ausrechterhalten werden fall. Diesen Grund­sätzen würde es widersprechen, wenn unterschieds­los,also auch aus nicht zwingenden Gründen", Stimmscheine erteilt würden.

Der Reichsmlnister des Innern weist darauf hin, daß die Gemeindebehörden bte Frage, ob zwin­gende Gründe anzuerkennen sind, mit besonderer Sorgfalt zu prüfen haben.

Einsetzung der Wahifilme.

Sämtliche Parteigenosien, die im Besitz einer Film - Dorführungs - Apparatur sind, wollen ihre Adresse sofort der Landesfilmstelle Südwest der NSDAP. Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9 bis 11, bekanntgeben.

Gegenpropaganda zurReichstagswahl durch Kettenbriefe.

Der Unfug des Verschickens von Kettenbriefen wird von politischen Gegnern dazu verwandt, ge­gen die Wahl und Volksabstimmung am 12. No­vember Propaganda zu machen. Es ist gelungen, einen solchen Brief, der aus Schleiz stammt, anzu­halten und zu öffnen. Er enthielt die Aufforderung, zum 12. November mit Nein zu stimmen, und ver- merkt, daß drei aus einem Konzentrationslager Entflohene den Brief begonnen hätten. Der Emp­fänger wird aufgefordert, den ihm übersandten Brief dreimal abzuschreiben und ihn alsdann im Ort, Reich und Land zu versenden.

Die Bevölkerung wird vom Staatspolizeiamt auf diesen Unfug aufmerksam gemacht und aufgefordert, etwa eingehende Briefe zwecks Vermeidung von Strafe der nächsten Polizeidienststelle abzuliefern.

Die neue hessische llmveWisversaffung.

Mehrere deutsche Länder haben ihren Hochschulen neue Verfassungen gegeben, die den Uebergang zu einer endgültigen Reichshochschulreform bilden sollen. Unter ihnen auch Hessen. Die hessische Regierung kann für sich in Anspruch nehmen, grundsätzlich völlig neue Gedanken in ihrer Universitätsoerfassung nieder­gelegt und es verstanden zu haben, Ä l t e r p r 0 b » t e s und Bewährtes mit dem Neuen aufs glücklich ste z u verschmelzen. Die Hochschule des Dritten Reiches hat eine gewaltige soziale und nationale Aufgabe zu erfüllen. Daher müssen an die Persönlichkeit der Hochschullehrer ganz besondere und hohe Ansprüche gestellt werden. Nicht allein das reine Fachwissen, sonder» auch eine ausgesprochene Lehrbefähigung und ein un­tadeliger Charakter werden den Dozenten des Dritten Reiches auszeichnen müssen. Nur solche Persönlichkeiten werden in Betracht kommen, die sich uneingeschränkt zum neuen Staat und zum Dienst an der Erhaltung, der Stärkung und Ver­teidigung des Volkes bekennen.

Das Führerprinzip ist, wie im neuen Reich nicht anders denkbar, aufs schärfsteherausgearbeitet. Rektor und Dekane tragen für ihre Entschlüsse stets die persönliche Verantwortung. Der Rektor, der vom Reichsstatthalter in Hessen ernannt wird, hat umfassende Rechte bekommen: Alle Befugnisse des bisherigen engeren Senates, des Gesamtsenates, des früheren Kanzlers und des Verwaltungsaus- fchuffes find ihm übertragen worden. Dem Rektor steht als beratendes Organ der Senat zur Seite, der aus dem Rektor felbft, dem Kanzler, dem Ob­mann der nationalfozlaliftifchen Hochfchullehrerfach- schäft, den Dekanen, den Prodekanen und einem Vertreter der Afsiftentenfchaft besteht. An allen Ver­handlungen des Senats, die die Studentenschaft angehen, nehmen der Führer der Studentenschaft mit einem weiteren Studenten teil. Der Führer der Fakultät ist der Dekan, der aus dem Kreise der Professoren vom Rektor ernannt wird, Mitglieder der Fakultät sind die Professoren und Privat­dozenten dieser Fakultät. Mit dieser Tatsache und mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß alle Do­zenten in bestimmter Weise am Unterricht und an den Prüfungen zu beteiligen find, fallen nunmehr die Rangunterschiede zwischen den Mitgliedern des Lehrkörpers. Damit ist einer der Grundgedanken des Nationalsozialismus an der Universität Gießen verwirklicht.

Aber entsprechend der größeren Verantwortlich­keit der jüngeren Dozenten werden von Anfang an auch erhöhte Anforderungen an sie gestellt. Die Lehrberechtigung wird zunächst nur widerruflich auf die Dauer von sieben Jahren erteilt, und der Privatdozent muß aus dem Lehrkörper ausscheiden, wenn er nicht nach Ablauf des siebenten Jahres zum Professor ernannt wird. Diese Ernennung, und zwar zum Professor schlechthin, erfolgt aber nur nach einwandfreier Bewährung der Persönlich­keit und erneuter schärfster Prüsting der Leistungen, die grundsätzlich für die Bekleidung eines plan­mäßigen Lehrstuhls ausreichen müssen.

Weder im Senat, noch In den Fakultäten werden Abstimmungen vorgenommen. Obwohl die Senats­und Fakultätsmitglieder daher nur eine beratende Tätigkeit ausüben, ist die verantwortungs­volle Mitarbeit aller Dozenten in er- !>öhtem Maß gewährleistet. Denn die Mitglieder ind gehalten, zu den Sitzungen zu erscheinen und ind nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, ihre der des Rektors ober des Dekans etwa entgegen- stehende Auffassung zur Sprache zu bringen.

Neuartig und vielversprechend für die Hochschule ist die Einrichtung des Kanzlers und der Pro­dekane, die alsZwieführer" (siehe PH. Kuhn: Die Führerfrage der Deutschen; A. Bonz, Stutt­gart, 1933) dem Rektor und den Dekanen zur Seite treten. Als Zwieführer sollen hauptsächlich jüngere Professoren und Privatdozenten herangezogen wer­den, um so die Möglichkeit zu haben, die Führer- begabungen zu erkennen, zu entwickeln und in den Dienst der Hochschule zu stellen. Der Tatendrang und die energievolle Entschlußkraft des Jüngeren soll sich mit der reifen Erfahrung des Heiteren in offener Aussprache von Mann zu Mann zur ge­meinsamen Arbeit und gemeinsamer Führung ver­einen. Obwohl der letzte Entfchluh beim Führer bleibt, muß der Zwieführer vor jeder wichtigen Entscheidung gehört werden, er ist verpflichtet, feine gegenteilige Meinung geltend zu machen. Aus dieser Verpflichtung erwächst ihm eine Verantwor­tung. die nur eine starke, freie und wahrhaftige Persönlichkeit wird tragen können, die zudem mit voller Offenheit ein feines Taktgefühl verbindet. Nach dem Grundsatz der Zwieführung werden auch die Institute und Kliniken verwaltet, an denen Dozenten oder Assistenten zu Zwieftihrern ernannt werden.

Obwohl die neuen Verfassungen der Hochschulen unabpängia voneinander entstanden sind, sind sie in ipren Grundlagen übereinstimmend, was durch ihren Ursprung aus der gemeinsamen national- sozialistischen Ideenwelt zu erklären ist. Jedoch sind in der hessischen Verfassuna manche Bestimmungen enthalten, die über den Rahmen der anderen Ver­fassungen hinausgehen, mit überlebten und unmög­lich gewordenen Einrichtungen aufräumen und sie durch neue Einrichtungen nationalsozialistischer Prägung ersehen. Zu diesen gehört auch die Ein­setzung eines Ehrengerichts für alle Mitglieder des Lehrkörpers, -»'nichliehlich der Assistenten, durch das die hohen An "-siche gesichert w-rden. die der neue Staat an den Charakter seiner Hochschullehrer stellen muh.

Alles in allem genommen stellt die neue hessische Universitcstsnerfassung einen ganz wesent­lichen Schritt vorwärts dar auf dem Wege zum Ziel, das durch die Hochschulrelorm erstrebt wird. Die hessische Renieruna hat mit dem E«-laß dieser Verfasiung bewiesen, daß sie gewillt ist, tätig mitzuwirken und richtungn-dend norantugehen, wenn es sich darum handelt, die Hochschule im |nationalsozialistisch"n Sinne umzubauen und ihr die Wege in die Zukunft des Dritten Reiches zu weifen.

auch eine Ausartung eine Raffeverbesserung durch Alkoholverzicht.

Im Anschluß zeigten die Junascharen kleinere Austührungen, während die Wehrscharen noch ein Geländespiel, Volkstänze und Volkslieder zum Besten gaben.

An Stelle des wegen Ueberlaftung zurücktreten­den Gau-Jugendführers August Weigel (Gießen) wurde Rudi Marth (Frankfurt a. M.) der Ordens- leitung vorgeschlagen.

Der Tag klang aus in dem Bekenntnis zu Volk und Staat.

Ortsmünzfernsprecher neuer Dienst am Kunden!

Don der Oberpostdirektion Darmstadt wird uns mitgeteilt:

In Gaststätten, Pensionen, Klubhäusern usw be­fiehl das Bedürfnis, für den Sprechverkehr der Gäste einen Münzfernsprecher bereitzuslellen, damit die Entrichtung der Gebühren zwangsläufig ohne I dauernde Ueberwachung des Sprechapparates ge- | sichen ist. Die Deutsche Reichspost hat jetzt einen neuen Münzfernsprecher, den sogenannten Orts-

Münzfernsprecher entwickelt, der bei Haupt­stellen, die an eine Vermittlungsstelle mit Selb ft- anschlußbetrieb perangefüprt sind, statt des gewöhnlichen Sprechapparats oder neben ihm als zweiter Apparat aufgestellt und auch in ankommen­der Richtung unbeschränkt benutzt werden kann.

Das Merkmal des neuen Münzfernsprechers ist eine besondere Schaltvorrichtung an der Nummern- scheibe, die verhindert, daß das Schnellamt und das Fernamt gewählt werden können. Es können also nur Ortsgesprächsverbindungen nach Einwerfen von 10 Pf. hergestellt werden. In ankommender Richtung können Ortsgespräche, Schnellgespräche und Ferngespräche wie bei einem gewöhnlichen Sprcchapparat geführt werden. Mit Hilfe eines mit dem Apparat gelieferten Schallschlüssels läßt sich die Sperre der Nummemscheibe vorübergehend auf- heben, so daß mit Wissen und Willen des Teil­nehmers der Münzfernsprecher auch zu Schnell- gesprächen und Ferngesprächen benutzt werden kann; auch können dann Ortsverbindungen ohne (Immer- fen der Gebühr pergcsleltt werden. Ein Anschluß mit Orismünzfernlprecher bietet dem Teilnehmer also dieselben Sprechmöglichketten wie ein Anschluß mit gewöhnlichem Apparat. Fremde dagegen können

nur Ortsgespräche gegen vorherige Zahlung des Ge- bührenbetrags führen und müssen zur Anmeldung von Fern- und Schnellgesprächen die Zustimmung des Anschlußinhabers einholen.

Der Ortsmünzfernsprecher ist keine öffentiitfae Sprechstelle, sondern wird als Sonderapparat für TellnehmersprechsteUen geliefert Den Geldbehälter lehrt der Teilnehmer felbft; die Gesprächsgebühren werden ihm in der üblichen Weise monatlich in Rechnung gestellt. Ueber weitere Einzelheiten, ins­besondere über die einmaligen und laufenden Ge­bühren, geben die Telegraphen- und Postämter Auskunft.

Parole des Tages am Dienstag.

Der Südwestfunk in Frankfurt sendet am heuti­gen Dienstag über die Sender Frankfurt, Raffel, Trier und Freiburg folgendeParole des Tages": 14 bis 14.05 Uhr, 17 bis 17.05 Uhr

Parole des Tages am Mittwoch.

Der Südweftfunk in Frankfurt sendet am Mitt­woch, 8. November, über die Sender Frankfurt, Kassel, Trier und Freiburg folgendeParole des Tages": 14 bis 14.05 Uhr, 17.20 bis 17.25 Uhr.

Gictzcner Wochen Marktpreise.

'* Dießen, 7.Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Psi. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 7 Pf, der

Regelmäßiger Theaterbesuch nur durch das billige Abonnement oder die ^Zwolferkarte^!

Zentner 3 Mark, Rotkraut 10 Pf., Gelbe Rüden 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 20, Zwiebeln 10, Meercttich 30 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 5 bis 7, Pilze 30, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Honig 40, Nüsse 45 bis 50, junge Hähne 70, Suppenhühner 65, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Endivien 8 dis 10, Oberkohlrabi 5 bis 6, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 25, Ra­dieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender f ü r Dienstag: Stabttpeater, 20 bis 22.30 UhrWiener Blut". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Baby" mit Anny Ondra. Vortrags-Gemeinschaft: Goethedund, Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein, 20 Uhr, Neue Aula, Lichtdilder-Dortrag überTiere des deutschen Waldes und der deutschen Heimat als Hausgenossen".

Aus dem Stadttheoterbüro wirb uns geschrieben: Heute 20 Uhr als 6. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Erstaufführung der klassischen Operette:Wiener Blut" von Johann Strauß. Für die Inszenierung zeichnet Paul 9B r e b e ; am Diri. gentenpult Kapellmeister Fritz Cujö; Einstudierung der Tänze: Theo Bäulke. Operetten-Preise. Ende: 22.30 Uhr. Morgen 6. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement. Wiederholung:Wiener Blut". Ope­retten-Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. Die Vorstellung beginnt pünktlich, Zuspätkommende wer­den während des Vorspiels nicht in den Zuschauer- raum gelassen.

Wichtig für Lungenkranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Be­sucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montag von 16 dis 17 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung find, bedürfen einer Ueber- Weisung ihres Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten.

Ankündigungen zum Weihnachts» verkauf erst ab 1. Dezember. Das Einzelpan­delsamt des Rhein-Mainischen Industrie- und Han­delstags pat bestimmt, daß im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet Ankündigungen von Weihnachts- Verkäufen erst ab 1. Dezember erfolgen dürfen. Vor­her sind Ankündigungen weder in Zeitungen oder sonstigen Anzeigen, noch in den Schaufenstern zu­lässig; auch dürfen entsprechende Schaufensterdeko- rationen erst ab 1. Dezember gemacht werden.

** Arbeitsjubiläum. Der Schneider Kon­rad B ü e n, Walltorstraße, kann am heutigen Diens­tag auf eine 25jährige Tätigkeit im Konfektions­haus Frensdorf zurückblicken.

Silberne Hochzeit. Arn heutigen Diens- tag, 7. November, können der Landwirt Hans P r e i ß und dessen (Ehefrau, geb. Hermann, Wetz­larer Weg 80, bas Fest ber silbernen Hochzeit be­gehen. Das gleiche Fest können am morgigen Mitt- woch auch bie Eheleute August Hock, Hamm- straße 14, feiern.

" 25jähriges Jubiläum imOttilien- heim". Man berichtet uns: In blefem Semester werben cs 25 Jahre, bah im Hause Neuen Baue 16 bei Fräulein Ottilie ©Untermann Stubenten zur Miete wohnen. Dieses Jubiläum wirb noch verschönert baburch, bah sämtliche Mieter Ange­hörige ber Burschenschaft Frankonia zu Gie­ßen waren. 50 Semester lang gehen dort Franken ein und aus, fühlen sich wohl und freuen sich der mütterlichen Fürsorge und Pflege ihrer Wirttn. Alle, und defonders diejenigen, die heute schonAlte Herren" sind, erzählen gerne von den trauten Stun­den auf der Studentenbude imOttilienheim, das feinen Namen nach der Vermieterin erhalten hat. Die Burschenschaft Frankonia ist stolz auf die lana- jährige Wirtin ihrer Bundesbrüder und hofft, diese noch recht lange imOttilienheim" in treuer Ob­hut zu sehen. ®

* DerBrandschadenirnBergwerk. Wie mir erfahren, beläuft sich der Schaden, der bei dem gestern gemeldeten Brande einer Halle und eines Förderturmes im Bergwerk entstand, auf die be­trächtliche Summe von etwa 1012000 Mark. Neben Maschinen und Motoren verbrannten etwa 85 Gru­benlampen und die Arbeitskleidung der Belegschaft.

Die 3 6 Fran kfurter Insekten- k a u s ch b 0 r s e , die älteste und bekannteste Veran­staltung dieser Art, die am Sonntag stattfand, wies gegenüber den Vorjahren einen unvermindert star­ken Besuch auf. Aus Süddeutschland, aus dem Rhein­land, aus Sachsen und anberen deutschen Gaue» waren die Naturfteunde, etwa 500 bis 600 an der Zahl, erschienen. Zur Ausstellung waren einige Hunderttausend Insekten gebracht. Der Tauschaer« kehr war fehr lebyaft.