Nr. 261 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Oberhessen)
Aus der Provinzialhaupistadt
Das war vor 4vLahren!
Der Hitlerputsch in München am 9. November 1923.
Don Dr. Johann von Leerü.
Das erste Parteilokal und der Gründungsort der nationalsozialistischen Bewegung der „Sternecker- Dräu-Keller" in München. — Unten rechts: Metzgermeister Graf, der 1923 vor der Feldherrnhalle von den Schüssen verletzt wurde, die dem Führer galten.
bis 13. Dezember 1922 hatte auch ein zweiter französischer Generalstabsoffizier, Oberst Du Bac, teil- genommen. Geplant war die künstliche Erregung eines Arbeiteraufstandes in Thüringen, der Frankreich den Anlaß geben sollte, die Linie Weser— Langensalza—Würzburg — Nürnberg—Donauwörth (die in dem Programm als „Grüne Linie" bezeichnet wurde) zu besetzen, und damit Süddeutschland vomNordenzu trennen. Die Truppen hierfür waren im Griesheimer Lager schon bereitgestellt. Gleichzeitig sollten die Tschechen vom Osten her in Deutschland einrücken, Sachsen besetzen und anmarschierende deutsche Truppen binden.
Die Aktion, deren Ausbruch für den 20. Februar 1923 festgesetzt war, sollte unter dem Vorwand einer „Abwehrmaßnahme gegen den Bolschewismus" die endgültige Abtrennung Süddeutschlands o o m R e i ch durchführen. Der Einmarsch bayerischer Truppen und Einwohnerwehren würde den A n - schluß Deutsch - Oesterreichs (ohne Wien) an ein Großbayern erzwungen haben. Gelder aus französischen Staatsmitteln im Betrage von rund 100 Millionen Mark für Ausrüstung und Beförderung der Mannschaften standen den Verschwörern zur Verfügung: große Waffenlieferungen, darunter außer erbeuteten deutschen Geschützen, die zur Uebergabe an Bayern schon in St. Avold bereitgestellt waren, nicht weniger als 60 Tanks und 150 Flugzeuge waren von den französischen Generalstabsoffizieren zugesichert worden.
Diese Gefahr im Hintergrund war mit Deutlichkeit zu erkennen. Den ganzen Oktober hindurch gingen die separatistischen Unruhen im Rheinland. Am 21. Oktober besetzten die Separatisten die öffentlichen Gebäude in Aachen, am 22. und 23. ging der Spuk unter Unterstützung des französischen Militärs in Koblenz, Bonn, Trier, Düren, Wiesbaden aufs neue los. In der Pfalz wurde der Versuch unternommen, eine separatistische Bewegung auszulösen. Am 23. Ok- tober erklärten der frühere bayerische Ministerpräsident Hoffmann (Kaiserslautern), Bürgermeister Klee- fot (Ludwigshafen) und Rechtsanwalt Wagner in Speyer dem Vertreter der Rheinlandkommission, dem französischen General de Metz, daß vom nächsten Tage an die Pfalz einen selbständi- gen Staat im Rahmen des Reiches bilden solle. Der Kreistag verweigerte jedoch Hoff- mann das Wort. Am 29. Oktober wird eine „vorläufige Regierung" der Rheinischen Republik proklamiert, am 5. November bringen vom Rheinland aus separatistische Banden in die Pfalz ein und besetzen trotz Widerstandes der Bevölkerung mit Unterstützung der Franzosen eine Anzahl pfälzischer Städte. Unheimlich erscheint im Hin- tergrunb eine reaktionär-klerikale Donaukonfödera- tion unter französischer Leitung.
(Fortsetzung folgt.)
von der Bevölkerung zurückgewiesen wurden. Aber die separatistischen Verbindungen gingen viel weiter, als nur über das Rheinland. Es bestanden sehr enge Zusammenhänge mit gewissen bayerischen Gruppen. Eine neue Veröffentlichung (F. Walter Jlges, „Die geplante Aufteilung Deutschlands", Backmeisters Nationalverlag, Berlin-Charlottenburg) berichtet darüber:
„Zahllose Besprechungen zwischen Oberst Richert und den deutschen Verschworenen hatten seit Herbst 1922 in München, Stuttgart, Mainz, Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Saarbrücken stattgefunden. An den Mainzer Besprechungen in den Tagen vom 10.
muß doch hier schon heißen: „F a ß dich kurz!" Der eine Buchstabe bedeutet eine Silbe, und die Befehlsform von fassen heißt nun einmal fahl Doch das nur nebenbei.
Daß wir den Fremdwörtern gehörig zu Leibe gehen müssen, ist Wunsch und Wille aller guter Deutschen. Da muß noch viel getan werden. In einem Bauerngarten sollten keine prahlerischen Auslandsblumen aus südlichen Gegenden stehen. Sie fallen aus dem Rahmen und stören. Genau so ist es mit den Fremdwörtern. Es ist ein alter Irrtum, wenn man glaubt, durch Fremdwörter seine Bildung beweisen zu können. Wir haben erfreulicherweise schon einige zur Strecke gebracht. Das „Adiö" ist verschwunden, das.^Interesse" mußte den „Belangen" weichen. Und so wird es noch manchem Fremdling gehen. So nach und nach müssen die Fremdwörter erledigt werden. N.
Oie Semester-Eröffnungsfeier der Landesuniversität.
Wie am Freitag bereits mitgeteilt, wird das Wintersemester unserer Landesuniversität am morgigen Mittwoch, 20 Uhr c. L, mit einer Feier in der Neuen Aula eröffnet. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. D. Dr. Bornkamm wird bei dieser Gelegenheit über das Thema „Die Sendung der deut- schen Universität in der Gegenwart" sprechen.
NSOAp.
Die NS. - Frauenschaft Gießen-Süd hält am heutigen Dienstag folgende Zellenabende ab: 20.15 Uhr, bei Loichinger für die Zellen 1 und 2, für die Zelle 3 um 20 Uhr im „Tannhäufer". Für die Zelle 4 findet der Zellenabend am morgigen Mittwoch, 20 Uhr, im „Tannhäufer" statt.
Der NS. - Lehrerbund Kreis Gießen hält am morgigen Mittwoch, 15.30 Uhr, in der Goetheschule in Gießen eine Besprechung sämtlicher Bezirksobleute, Kassenwarte und Schulgruppen-Ver- trauensleute ab. Die Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des Volksliedes trifft sich am kommenden Donnerstag, 16.45 Uhr, zur Singstunde im Singsaal des Realgymnasiums.
Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure.
Die Bezirksleitung Oberhessen, Sitz Gießen, des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure im Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet am nächsten Dienstag, 14. November, 20.30 Uhr pünktlich im Cafs Ebel in Gießen einen Vortragsabend. Das KDAI.-Mitglied Oberbaurat B e r ck - Bad-Nauheim wird über das Thema „Die Mineralquellen Oberhessens und ihre Nutzung" sprechen. Für Mitglieder des KDAJ. ist die Teilnahme an diesem Vortragsabend Pflicht. Nichtmitglieder, die an dem Thema und an den Zielen des KDAJ. interessiert sind, haben als Gäste Zutritt.
Das KDAI.-Mitglied Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm- Gießen liest während des Wintersemesters im Kunstwissenschaftlichen Institut der ßanbes- universitat ein unentgeltliches Kolleg über „Fragen des Städtebaues". Die Vorlesungen finden jeden Montag von 18 bis 19 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße Ecke Goethe- straße, statt. Die Vorträge werden durch Lichtbilder erläutert. Mitglieder des KDAJ. und dessen Freunde sind zum Besuche eingeladen.
Aeber den Aufbau der „Front d e r T e ch n i k" werden nach der Wahl am 12. November seitens der Neichsleitung Weisungen ergehen.
Die Volksabstimmung am 12. November verpflichtet alle Mitglieder des KDAJ. zu lebhaftester Mitarbeit an den Vorbereitungen und der Durchführung der Wahl, die ein voller Erfolg un-
3m Garten unserer Sprache.
Wie im Garten die Blumen blühen und vergehen, neue Arten auftauchen, die der Menschen Liebe und Zuneigung genießen und lange gepflegt werden, so geht es auch in unserer deutschen Sprache. Zahlreiche Wörter kommen und verschwinden, Neuschöpfungen werden gebildet, etliche bleiben, wieder andere werden vergessen. Man mag sie nicht. Sie gefallen nicht. Warum eigentlich? Kein Menfch kann da Auskunft geben.
Der Gärtner züchtet bei seinen Blumen neue Abarten, neue Formen und Farben. Genau so ist es mit vielen Wörtern. Sie erschienen uns plötzlich in einem andern Lichte. Die Wörter selber bleiben, nur ihre Bedeutung wechselt. In Redensarten und Sprichwörtern erkennne wir oft noch den alten Sinn. Viele aber haben jede Erinnerung an die Vergangenheit verloren.
Das Wort ,Leiche" bedeutete ursprünglich Körper. In dem Wort Leichdorn (Hühnerauge) ist die Bedeutung erhalten geblieben. Aber auch in dem Wort „gleich" (Ge-leich) finden wir das Wort Leiche. Gleich bedeutet: denselben Körper haben. Das Märchen „Rotkäppchen" der Brüder Grimm fängt an: „Es war einmal eine kleine süße Dirne..." Wer kennt nicht den Wandel in der Bedeutung des Wortes „Dirne"? In den Worten Angst und Bange finden wir das Wort eng. In trauen und auch in Trost steckt das Wörtchen treu. Wenn etwas ganz winzig ausgefallen ist, wenn es zum Weinen ist, bann haben wir das Wort „wenig". „Wicht" war ursprünglich das Ding, die Sache. Und heute?
Es will fast scheinen, daß gar viele Wörter dem Sinne nach sich verschlechtern (Dirne, Wicht, u. a.), wie überhaupt unsere Sprache sehr reichhaltig ist in Ausdrücken von Mängeln, von schlechten Eigenschaften. Wir können verunglücken, wir können altern, wir können jemand anschwärzen, wir faulenzen, betrügen, stehlen und irren. Zu all diesen Wär- fern könnte doch eigentlich ein gutes Gegenüber gebildet werden. Aber da müssen wir stark um- schreiben, um zum Ziel zu kommen. Er hat sein Glück gemacht, warum sagt man nicht: er ist oer- glückt?'Warum steht dem Altern nicht das Jungen, dem Anschwärzen das Anweißen, dem Faulenzen das Fleißigen usw. gegenüber? Ich will hier keineswegs Neuschöpfungen Vorschlägen, aber immerhin ist es nötig, einmal darauf hinzuweisen, daß dem schlechten Tun der Menschen so viele Wörter im Deutschen zu Gebote stehen, das Gegenteil aber ^Eine Neuschöpfung im deutschen Wortschatz hat aber sicher viel Freude gemacht. Es ist das Wort „Ackernahrung", das zum erstenmal m der Ankündigung des Erbhofgesetzes erscheint. Neue Begriffe, mit einem guten deutschen Wort ausgedruckt, muten uns an wie alte liebe Bekannte. Und gerade darin kann die Amtssprache viel tun. Es ist uns versprochen worden, daß die amtlichen Erlasse und Gesetze in klarer volkstümlicher Sprache abgefaßt werden sollen. Der Deutsche Sprachverein, der große Verdienste um die Reinhaltung und um die Klärung unserer Sprachverhältnisse hat, soll zu Rate gezogen werden. Das ist gut. Er soll der Gartner sein im deutschen Sprachgarten.
Einfache gute Formen sind immer besser und schöner als die Unsitte der verschnörkelten Wege, der Beete, der zurechtgestutzten Straucher. Alle Neuschöpfungen, die uns entgegentreten, kommen in die Presse, werden hinausgetragen bis m das kleinste Dorf. Sie bürgern sich schnell ein, viel [dre ier als die Sprache der Dichter, die doch sehr oft die eigentlichen Schöpfer von Neubildungen fmb.
Es barf natürlich nicht Vorkommen, daß in den Zellen der Fernsprecher und an andern Plätzen die * amtliche Aufforderung steht: „Fasse dich kurz!" Es
II.
OerDeuischeTag inNürnberg.
Der Widerstand an der Ruhr erlahmte unter den zielbewuhten Stößen der französischen Jnvasivns- armee, geschwächt durch den marxistischen Landesverrat, immer mehr. Anfang September war der Widerstand trotz heroischer Opfer fo gut wie erledigt. Gegen diesen völligen Verfall rief Adolf Hitler am 2. September 1923 die deutfchgesinnte Jugend zum Deutschen Tag nach Nürnberg auf. Zwei Tage lang marschierten die Kämpfer des neuen Deutschlands durch Nürnberg. Die Deutschherrenwiese vermochte die Sturmkolonnen kaum alle aufzunehmen. An diesem Tage wurde der deutsche „Kamp f- b u n b" gegründet, in dem Adolf Hitler, General Ludendorsf, die nationalfozialistische SA., die Bünde e i ch s f l a g g e" und „Oberland" sich zufammenfchlofsen. Eine gemeinsame Kundgebung klang aus in den Worten:
„Die Erlösung des deutschen Volkes aus dem namenlosen Elend ist unser Ziel. Wir wollen Befreiung unseres Vaterlandes aus Knechtschaft und Schmach. Wir wollen Freiheit! — Wir bekämpfen vor allen Dingen die Schergen des äußeren Feindes: die marxistifche Bewegung, die Internationale in jeder Form, das Judentum als Fäulniserreger im Völkerleben und den Pazifismus. Wir bekämpfen den Geist der Weimarer Verfassung, die Erfüllungspolitik, das parlamentarische System mit seiner öden Mehrheitsanbetung, wir sind Gegner der Herrschaft des internationalen Kapitals und des volkszerstörenden Klassenkampfes. Wir bekämpfen alle Verfallserscheinungen, die dazu führen, die körperliche und geistige Kraft als die Grundlagen der völkischen Widerstandsfähigkeit zu zerstören. Sie Träger dieses Kampfes find die Kampfoerbände. Durch Kampfgemeinschaft zur Volksgemeinschaft . . . Der deutsche Staat ist die Heimat der Deutschen. Er ist völkisch. Das Staatsbürgerrecht muß erdient werden. Es ist verknüpft mit dem Wehrrecht und abhängig von der Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten im deutschen Geist . . Die Herrschaft der überstaatlichen Geldmächte in Staat und Wirtschaft dürfen keinen Staat im Staate bilden . . . Unser Recht bedarf einer durchgreifenden Erneuerung im Sinne des deutschen und völkischen Rechtsempfindens. Wir brauchen Gesetze zum Schutze des Vaterlandes. Wer deutsches Land und Volk verrät, muß es mit dem Tode büßen ..."
Am 12. August war der Reichskanzler Cuno zurückgetreten, am 13. der Reichskanzler Strese- mann ernannt. Am 26. September brach Deutschland den Widerstand ab. Die Bilanz des Ruhrkampfes ergab den völligen Zusammenbruch des Wirtschaftslebens — und der moralischen Widerstandskraft großer Teile des Volkes. Adolf Hitler schrieb: „Man hat den nationalen Widerstand zu einem bezahlten Generalstreik degradiert. Man hat vergessen, daß man einen Gegner wie Frankreich nicht totbeten, noch weniger totfaulenzen kann. Man ließ den nationalen Willen, den großen Aufschwung der Nation, genau wie 1914, verkümmern und versiegen."
Durch die Reihen der Nationalsozialisten ging ein Schrei der Empörung. Am Morgen des 26. September saßen 7 Männer zusammen, um den Gegen st oh vorzubereiten: Adolf Hitler, Röhm, Göring, Kriebel, Weber und Heiß. Adolf Hitler sprach und forderte die Führer der Verbände „Reichsflagge" und „Oberland" auf, ihm die Führung des Kampfbundes zu übertragen. Eine Bekanntmachung an die Öffentlichkeit lautete: „Angesichts des Ernstes der politischen Lage empfinden wir die Notwendigkeit einer einheitlichen politischen Leitung. In voller Uebcr- einftimmung in Weg und Ziel übertragen wir Führer der Kampfv bände bei voller Wahrung deren innerer Geschlossenheit die politische Leitung Herrn Adolf Hitler". Die bayerische Regierung antwortete mit der Verhängung des Au s - nahmezustandes unter Einsetzung des Gene- ralftaatskommissars von Kahr. Dieser verbot sogleich die 14 nationalsozialistischen Massenversammlungen, die in München angesetzt waren.
Äomvf gegen öte(5epora<iffen.
Als die Franzosen an der Ruhr standen, war mit französischem Geld die s e p a r a t i st i ( ch e T a 11 g - leit wieder aufgelebt. Verzweifelt wehrte sich Die deutsche Bevölkerung dagegen. Mit dem vheberbrurt) des Ruhrwiderstandes verstärkte sich der Separatismus, von franzöfifchem Geld bezahlt erfolgten Dc- monstrationsversuche der Separatisten am 23. September in Aachen, Köln, Wiesbaden und Trier, die
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Dienstag, 7. November M3
Dieses Ehrenschwert wurde dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring zusammen mit der Urkunde zum Ehrenbürgerrecht als Ehrengabe von dem Frankfurter Oberbürgermeister überreicht. Die Klinge ist eine pöchtige Damaszenerarbeit, der Griff silberoergoldet. Die Inschrift lautet: „Treue und Ehre sind das Fundament des neuen Reiches".
feres Führers werden muß. Da die Mitglieder des KDAJ.-Bezirks Oberheffen sämtlich in der NSDAP, ober in deren Untergliederungen bereits Mitarbeiten, so wird zur Vermeidung von Zersplitterungen von Sonderveranstaltungen des KDAJ. für die Volksabstimmung abgesehen. Die Mitglieder des KDAJ. werden aber hiermit von dem Leiter des KDAJ.-Bezirks Oberhessen, Oberingenieur Kurz, aufgefordert, ihre ganze Arbeits- und Werbekraft dem Gelingen des großen nationalen Kampfes zu widmen.
Kinder besichtigen ein Flugzeug.
Die Besichtigung der in dieser Woche im Gießener Flughafen weilenden Junkersmaschine „Der deutschen Jugend" durch die Schulkinder ist seit gestern im Gange. Die kleinen Besucher nahmen, nachdem ihnen die Bedeutung der deutschen Fliegerei durch leichtverständliche Erläuterungen klar gemacht worden war, die Flugmaschine in allen Teilen eingehend in Augenschein, wobei sie sich mit großem Interesse nach allen Ein- zelheiten erkundigten. Die Möglichkeit, ein solches Flugzeug aus allernächster Nähe betrachten zu können und auf alle Fragen auch Antwort zu erhal- ten, hat in den Kindern begreiflicherweise den Wunsch, mit dem Flugzeug nun auch einmal z u fliegen, besonders lebendig werden lassen. Die ersten greif lüge der Kinder, die jeweils als 40. erschienen, wurden gestern schon vorgenommen. Weitere Freiflüge werden im Laufe dieser Woche täglich folgen.
Das Flug-Preisausschreiben des Gießener Anzeigers verschafft weiteren Kindern, falls sie richtige Losungen einfenben und unter der jetzt schon großen Zahl von Einsendern zu den Gewinnern gehören, ebenfalls die Möglichkeit, t o ft e n- los einen Flug mit diesem Flugzeug Unternehmen zu können. Die Frist für die Beantwortung der in unserer Samstagausgabe veröffentlichten Preisfragen läuft am morgigen Mittwoch um 17 Uhr ab. Wer bei dem Wettbewerb dabei fein will, versäume diesen Schlußtermin nicht.
Oie Spenden für das Winterhilfswerk
Das Winterhilfswerk, Kaffenverwaltung der Gau- führung, teilt mit: Die Arbeitgeber (handelsgerichtlich eingetragene Firmen) führen ihre Spenden für das Winterhilfswerk auf Postscheckkonto 656 Frankfurt a. M. ab.
Geldspenden der Arbeitnehmer (Angestellte und Arbeiter) sind nicht auf dieses Konto abzuführen, sondern entweder auf das Konto Winterhilfs-Poft- fcheckkonto 28 100, oder auf das Postscheckkonto dec Bank der Arbeiter und Angestellten und Beamten 21. G., Frankfurt a. M. 42 679.
Es wird gebeten, diese Anordnung genau durchzuführen.
603ahreKriegerkameradschast,,Hassia^
Die Kriegerkameradschaft Hassia hat im neuen vaterländische Deutschland die große Freude, im Jahre 1934 ihr 60jähriges Verbandsbestehen in Darmstadt feiern zu können. Als Festtage sind vorgesehen, Samstag, der 9., Sonntag, der 10. und Montag, der 11. Juni 1934. Dieses Fest wird gemäß der stolzen Tradition der Hassia in der würdigsten Weise begangen werden. Durch diese Feier soll die innere Verbundenheit der Krie- gerkameradschaft Hassia, deren Mitgliederzahl in ganz Hessen über 55 000 beträgt, mit der gesamten hessischen Bevölkerung zum Ausdruck gebracht werden. Es wird mit einer Massenbeteiligung zu rechnen sein, durch welche die Kriegerkameradschaft Hassia im besonderen bezeugen wird, daß sie unermüdlich bestrebt ist, im Sinne unseres Volkskanzlers Adolf Hitler, an den großen Aufgaben des neuen Deutschlands mitzuarbeiten. Das Hassiaverbandsjubiläum wird zugleich die größte Wiedersehensfeier der mehr als 100 000 Kameraden fein, die in den ehemaligen hessischen Regimentern gedient, in deren Kriegsformationen gestanden und draußen im Weltkrieg Schulter an Schulter gekämpft haben. Die Durch- führung des Festes ist von Seiten der Führerschaft der Hassia in die Hände der Darmstädter Kriegervereine gelegt worden. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Am Sonntag, 10. Juni 1934 wird ein Fe stzug ftattfinben, in dem die gesamten vater- ländischen Verbände, die SA. SS., Stahlhelm, Reitervereine, die deutsche Bauernschaft, das beunche Handwerk, die Innungen, Deutsche Turnerschaft Deutscher Sängerbund usw. gebeten werden, an demselben teilzunehmen. Dem Festzug wird die vater-


