Ausgabe 
7.10.1933 Zweites Blatt
 
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Halt, denn er brach plötzlich in seiner ganzen Breite von 20 Metern in sich zusammen und begrub zahl» reiche Menschen unter sich. Bisher sind aus den Trümmern sechs Tote geborgen worden, doch will man im Augenblick des Zusammenbruches ein mit mehreren Personen besetztes Mietauto und ein Lastfuhrwerk an der Unglücksstelle haben vorbei» fahren sehen. Sofort nach Dekanntwerden des Un­glücks trafen die Behörden, die Feuerwehr, meh» rere Abteilungen faschistische Miliz ein, die fieber» haft bemüht sind, die noch unter den Trümmern befindlichen Opfer zu bergen.

Absturz eines Segelfliegers bei Konstanz.

Ein der Ortsgruppe Konstanz des Deutschen Flugsportverbandes gehörendes Segelflugzeug ist über dem Konstanzer Flughafen abgestürzt. Das Segelflugzeug sollte am Sonntag in Anwesen» heil des badischen Ministerpräsidenten Köhler und des badischen Innenministers P f l a u m e r getauft werden. Als das Flugzeug in einer Höhe von 60 Metern segelte, stellte es sich bei einer Kurve auf den Kopf und stürzte ab. Der Pilot, Segelflieger Dipl.-Ingenieur Schwarz (Konstanz) erlitt einen schweren Oberschenkelbruch und erhebliche innere Verletzungen. Er wurde in das Konstanzer Krankenhaus übergeführt. Das Flugzeug wurde zertrümmert. Die Tauffeierlichkeiten für Sonntag wurden abgesagt.

Aufklärung eines Doppclmordes nach 13 Jahren?

Zu Pfingsten 1920 wurde der Gutsbesitzer Schütte aus Uenglingen bei Stendal auf der Feldmark von Wilderern erschossen, und der Landwirt Nagel aus Beitau in seiner Wohnung von Einbrechern erschossen aufgefunden. Die Suche nach den Tätern man nimmt an, daß es zwei und in beiden Fällen dieselben Täter gewesen sind blieb damals erfolglos. Fetzt hat sich der frühere Krankenwärter Müller aus Bindfelde durch Aeußerungen verdächtig gemacht. Belastend für Müller ist der Umstand, daß sich in feinem Besitz ein Fernglaus des Schütte befunden haben soll.

Sechs Todesurteile gegen Kölner Kommunisten rechtskräftig.

Der erste Strafsenat des Reichsgerichts verhan­delte am 6. Oktober die Revision gegen das Urteil des Schurgerichts Köln vom 22. Juli d. I., durch das die sechs Kommunisten Hamacher, Otto Weser, Willis, Horsch, Moritz und E n» g e 1 zum Tode und zu insgesamt 65 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden. Diese Kommu­nisten hatten in Köln am 25. Februar zwei SA - Männer ermordet. Der Senat hat die Revision der Angeklagten als völlig unbegründet verworfen. Das Urteil ist dadurch rechtskräftig geworden.

Warum die kommende Generation uns anklagen wird.

Oie neue bevölkerungspolitische Aufklärungsschrift.

Berlin, 3.Dlt (TU.) Die im ganzen Deut­schen Reich stark verbreiteten Plakate mit dem Titelbild öer ersten AufklärungsbroschüreMutter kämpft für eure Kinder!" werden in diesen Tagen ersetzt werden durch dos zweite PlakatDie kom­mende Generation klagt an!" Wieder wird auch die zweite Broschüre das gleiche Titelbild tragen wie das neue Plakat. Während die erste Auftlarunasschrift allgemein das grundlegend wich­tigste Wissen über Fragen der Beoölkerungspolitik und Rassenpflege verbreitete sie ist in nunmehr etwa acht Millionen Exemplaren im Lande ver­breitet geht die zweite Broschüre auf die Wider­sprüche und (Entgegnungen ein, die aus Grund der ersten Broschüre im Volke wachgerufen sind. Der Laie ist ja allzu leicht geneigt, die Erscheinungen der gegenwärtigen Wirtschastskrisis und der Ar­beitslosigkeit in einem falschen Ursachenzusammen­hang mit dem Problem der Geburtenbeschränkung und der Beoölkerungspolitik zu bringen Auf diese naheliegendsten oolkswirischaftlichen Fragen geht die zweite Aufklärungsschrift von allen denkbaren Gesichtspunkten ein und widerlegt die zum Teil auf marxistischen Theorien früherer Zeit beruhenden irrigen Anschauungen über die Notwendigkeit der Geburteneinlchränkung mit dem Ziel der Hebung des Lebensstandards der arbeitenden Klasse. Die kleine Schrift beweist eindringlich, daß die Probleme der Arbeitslosigkeit und der Kinderlosigkeit nur in dem Sinne zusammengehören, daß die Kinder- armut Deutschlands einen sehr großen A n« teil an der herrschenden Arbeitslosig­keit trägt. Die kommende Generation wird die Sünden der Väter büßen müssen, wenn nicht jetzt endlich nicht nur ein Stillstand im Geburtenrück­gang eintritt, sondern eine gewaltige Aufwärtsbe­wegung einsetzt.

3m Einleitungskapitel der offiziellen Aufklä- rungsschriftDie kommende Generation klagt an!" ist Die Begründung für die auffällige Formulie­rung dieses anklagenden Appells an das Gewissen der heutigen Generation gegeben:Was wissen die Kommenden, die Kinder, von Beoölkerungspolitik, von Geburtenschwund, vom Sterben des deutschen Volkes?" Heute wissen sie noch nichts. Aber laßt die Fugend unserer Tage heranwachsen, laßt sie sebend und wissend werden. Dann werdet chr's er­leben, ihr, die ihr heute Verantwortung tragt für das Schicksal des deutschen Volkes, daß diese Kin­der euch verfluchen und verdammen werden. 3m Fahre 1910 lebten im Deutschen Reich fünf Millio­nen Menschen, die das Alter von 60 Fahren über­schritten hatten. Heute sind es schon ein Drit­tel mehr. 1990 müssen es über elf Millio­nen fein. Wenn der Geburtenrückgang wie bis­her anhält, wird aber dann das Deutsche Reich

nur noch 45 Millionen Einwohner haben, darunter werden nur noch acht Millionen Kinder ' "Diese Zahlen bedeuten, daß eine bis an die äußerste Grenze der Leistungsfähigkett emporge- schraubte Anforderung an die jüngeren und ar­beitsfähigen Fahrgänge gestellt werden wird. Diese werden die Sozialbeiträge für die über­mäßig große Zahl alter und arbeitsunfähiger Volks­genossen aufbringen müssen. Eine solche Belastung würde es wiederum mit sich bringen, daß diese leistungsfähigsten und erbbiologisch wertvollsten Teile des Volkes überhaupt nicht mehr an eigene Familiengründung denken könnten. Damit wäre dann endgültig der Tod des Volkes besiegelt.

Fhr alle, auch du, Mann, auch du, Frau, ihr alle tragt mit an der Verantwortung für das kommende Geschlecht bas nie» verbrechen muß unter der untragbaren Last fünf- tiger Zeiten. Denn ihr werdet einst die fein, die als vergreistes und überaltertes Volk auf diese viel zu kleine Schar arbeitsfähiger junger Menschen die ganze gewaltige Bürde der sozialen Lasten ab­wälzt. Fhr alle, die ihr heute Vater und Mutter mit einem Kind oder zwei Kindern feit), ihr alle, die ihr keine Kinder habt, ihr tragt die schwerste Verantwortung!

Der Führer und die Regierung haben es euch ein­dringlich genug gesagt, daß die erbbiologischen Fra­gen der Gegenwart die Schicksalsfragen der Zukunft sind.

Wenn ihr heute versagt, dann werden künftige Generationen mit verächtlichem Lächeln rückschauend sagen:Fn der Generation, die Adolf Hitler empor» und herausriß aus dem Sumpf des Vergangenen, war das Alte faul und morsch, nur die Jugend hat ihn verstanden, war feiner wert."

Wenn ihr aber alle aus freiem Entschluß und mit ganzem vollen Herzen euch aufrafft und die große Wandlung vollzieht, wenn ihr die Zeichen er Zeit versteht und das deutsche Volk zu- rückreißt von dem abschüssigen Weg des biologischen' Selbstmordes, dann wird noch in Jahrhunderten und Jahrtausenden die Weltgeschichte davon erfüllt fein: das deutsche Volk hat sich als erstes und einzigstes von dem Abgrund des Unterganges gerettet. Das alte Griechenland und das alte Rom und manches andere Volk ist dahingeschwunden, sobald in ihm der Geburten­rückgang einfetzte. Das Deutschland Adolf Hitlers aber wird leben! Wenn ihr diese Aufgabe, die das Schicksal euch auferlegt, meistert und bezwingt, dann werden kommende Generationen nicht an­klagen, dann werden sie euch segnen und bewun­dern.

Aus aller Well.

e l i n" wid-

20 Prozent der Kranken affen sind billiger geworden.

Berlin, 6. Okt. (Vdz.) Nach den Ermittlungen des Reichsoerbandes der Ortskrankenkassen haben über 20 Prozent dieser Kassen seit Amtsantritt der nationalen Regierung ihre Beiträge zum Teil recht beträchtlich senken können. Der Reichsverband bezieht sich bei diesen Ermitt­lungen auf 166 Ortskrankenkassen mit rund 4,5 Mil­lionen Versicherten, von denen 36 Kassen eine Bei­tragssenkung durchgeführt haben. Der Umfang der Senkung ist je nach dem Standort der Kasse bzw. den wirtschaftlichen Verhältnissen des Bezirkes ver­schieden. Teilweise tarnen Senkungen bis z u 2,5 Prozent des Grundlohnes vor.

Zusammenstöße In Irland. General O'Dusfy verletzt.

Zu aufsehenerregenden Zusammenstößen, bei denen der Präsident der Bereinigten Irland- Partei, General O'Dufsy, erheblich verletzt wurde, kam es am Freitagabend in Tralee in der irischen Grafschaft Stern. Als O'Dufsy und der Sekretär der Bereinigten Irlandspartei, Kommandant (Tronin, das Hotel, in dem sie gespeist hatten, verließen und sich zu der j>aUe begaben, in der O'Duffy sprechen wollte, wurden sie plötzlich angegriffen. O'Duffn, der ebenso wie (Tronin das Blauhemd trug, befand sich sofort in der Mitte einer erregten Menge, die Ihn mißhandelte. Als endlich die Polizei zu Hilfe eilte, bildete O'Dufsy aus einigen Stopf» wunden erheblich. Starke Polizeikräfte umzingelten die Versammlungshalle und hielten die Angreifer zurück, die sämtliche Fensterscheiben des Gebäudes einwarfen. O'Dufsy mußte In der Halle bleiben, bis militärische Verstärkung eintraf.

Diebstahl diplomatischer Akten im Schnellzug.

Ein Aussehen erregender Diebstahl biplo» S . Akten ereignete sich im Schnellzug BukarestWarschau. Der Sekretär W o l p i n s k i vorn polnischen Konsulat in Kischinew war beauf» [ragt, eine Reihe wichtiger Aktenstücke nach War­schau zu bringen, die er In einem Handkvifer bei Hd) hatte. Hinter Eernowitz schlief der Sekretär im Sage ein. Beim Erwachen stellte er das Fehlen des Koffers fest. Es wurden sofort sämtliche Polizei- stationen benachrichtigt. Der Dieb konnte bisher nicht gefaßt werden. Möglicherweise handelt es sich um einen einfachen Diebstahl. Der Verdacht, daß es sich um Spionage handelt, Ist jedoch sehr begründet. ' ' ' v

Der brasilianische Staatspräsident Ist oom Luftschiff

Graf Zeppelin" begeistert.

Einer bei der Hamburg-Amerika Linie cinge- trosfenen Meldung vornGraf Zepp M"E d" brasilianische Staatspräsident, der mit fei» S°dn °°n ^rnambico nad) Rio de Janeiro tellnahm, dem Luftschiff seinen bequemen Einrichtungen und der Ruhe und Silber, beit seiner Fahrt Worte b ö d) ft e r Anerken­nung. Seine Begeisterung für das Luftschissunter- in folgern Telegramm an den Reichspräsidenten:Aus der Fahrt in dem Lust, schiffGraf Zeppelin" habe ich einen solchen Ein. druck von der Bequemlichkeit und Sicherheit diesem Fahrzeuges bekommen, daß ich Euer Exzellenz zu diesem Transportmittel, das ein beredtes Reugnts des deutschen Genies ist, gratulieren möchte.

Der Präsident erklärte dem Führer des Luft fchiffes, er erinnere sich mit großer Freude der ein jigarHgen Begrüßung, die er auf feiner Dampf,- mhrt längs der Küste (eines Lande- vor einiger Zeit

durch denGraf Zeppelin" erfahren habe. Dbs an ihn gerichtete Handschreiben Dr. E ck e n e r s sei nebst dem mit Flaggen und Blumen geschmückten Korb mit den Proben schönen deutschen Rheinweins zu feiner großen Freude in überraschend geschickter Weise vom Luftschift an das Deck seines Dampfers Ijerabgelaffen worden. Damals hätten ihm die klaren und ruhigen Manöver des Luftschiffes die absolute Sicherheit dieses neuen Verkehrsmittels vor Augen geführt und in ihm den Entschluß zu feiner jetzigen Fahrt als Passagier entstehen lassen. Seinen Glau­ben an die große Mission des Luftschiffes habe er da­durch bewiesen, daß er die H a 11 e n b a u f r a a e zu einem glücklichen Abschluß gebracht habe, so daß dem Luftschiff in Rio de Janeiro eine feste Verkehrsbasis für den Langstreckenverkehr über den Ozean geschaf­fen sei. Zum Schluß brachte der Präsident dem Füh­rer des Luftschiffes die besten Wünsche für die Heim­reise zum Ausdruck und für die bevorstehende Drei- ecksfahrt, die von Deutschland über Rio de Janeiro nach den Bereinigten Staaten führen wird.

Der Haupttreffer der Arbeilsbefchaffungslottcrie.

Wie sich derVölkische Beobachter" von der Ham­burger Lotteriegeschäftsstelle der NSDAP, berichten läßt, meldeten sich in Hamburg die beiden Los­besitzer des Hauptgewinns der Arbeits- beschaffungslotterie, der in zwei Abtei­lungen gespielt wird. Jedem konnten 7 5000 M k. in bar ausgezahlt werden. Es ist sehr erfreulich, daß das Geld Volksgenossen zugute kommt, die es wirklich sehr notwendig gebrauchen können.

(Eine italienische Riefenfahne.

In Rom wird am 28. Oktober die erste nationale futuristische Kunstausstellung eröffnet, und zwar unter der Leitung des bekannten Futuristen M a r i n e 11 i. Bei dieser Gelegenheit wird die größte italienische Trikolore gehißt werden, die es jemals gab. Sie bedeckt eine Fläche von 375 Quadratmetern und wiegt 250 Kilogramm. Bisher ruhte sie aufbewahrt beim Führer der Futuristen, Marinetti, der sie im Jahre 1924 als Geschenk er­hielt. Nunmehr hat sich eine Firma bereit erklärt, einen Fahnenmast von 50 Meter Höhe zu errichten, so daß die Fahne zum ersten Male im Winde wehen kann.

Großscuer in einer dänischen Hafenstadt.

In der dänischen Hafenstadt Rudkobing ist der große Gebauüetomplex der dortigen Saatzuchtge- sellschaft einem Riesenbrand zum Opier ge» iuUen. Nur nut Mühe konnte die Feuerwehr vier benachbarte Häuser, die mehrfach Feuer fingen, retten. Auch ein Hotel kam in Gefahr und mußte geräumt werden. Von den zum Teil fünfstöckigen Gebäuden und Speichern der Gesellschaft standen nur noch die Grundmauern. Das ganze Saallager darunter 150 000 Tonnen Rübsamen, etwa ein Zehntel der gesamten dänischen Ernte, wurde per- nietet. Der Schaden beläuft sich auf ungefähr 800 000 Kronen und ist durch Versicherung nicht vollkommen gedeckt.

CEinfluriunglüd in Mailand. Sech- Tote.

Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich M Mailand. Seit Monaten ist man dort mit dem Abbruch des alten Hauptbahnhofes und des dazu gehörigen Schienenstranges beschäftigt, der auf einem Steindamm durch ein belobtes Stadtviertel fuhrt. Eine zu diesem Schienenstrang gehörige in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes die Straße überquerende und vorher aus zwei Bogen beste- - ''nbe Uebcrfübrung war in den letzten Tagen bis au| einen Bogen abgebrochen worden. Offenbar batte der restliche Teil nun nicht mehr genügend

SJ.-iport

DfB. Gießen.

Der Bertin für Bewegungsspiele empfängt am morgigen Sonntag die Liga des BfR. Butzbach zum fälligen Berbandsfpiel. Die Liga des VfB. hat einige Veränderungen in der Aufttellung erfahren. Man hat dabei diesmal besonders Gewicht darauf gelegt, den Sturm zu verstärken. Der VfB. Gießen ist durch folgende Mannschaft vertreten:

Becker,

Bingel, Schmidt, Knauß, Kreß, Fenster, Haupt, Wilhelm, Heß, Leutheuser, Lehrmund.

Diese Aufstellung erscheint sehr zweckmäßig. Wie sich die Mannschaft gegen die Butzbacher schlagen wird, ist aber trotzdem nicht vorauszusagen. Aller­dings sollte man den Grün-Weißen für dieses Spiel auf eigenem Platze ein kleines Plus zu- messen dürfen. Die Gäste haben in den bisherigen Verbandsspielen nicht sehr glücklich gekämpft und in den Spielen gegen Ockershausen und gegen Groß-Karben jeweils, wenn auch knapp jedesmal mit 2:1, so doch verloren. Man erwartet ein spannendes Treffen, denn die Butzbacher sind trotz alledem als spielstark bekannt und haben den BfB.em in den bisherigen Kämpfen schon immer schwer zu schaffen gemacht.

Die II. Mannschaft tritt auf eignem Platz durch einige Ligaspieler verstärkt gegen die II. Elf der Spieloereinigung 1900 an. Die III. Mannschaft spielt gegen die III. des Lokalgegners auf dem 1900er Platz. Die I. Jugend des VfB. empfängt nach dem Ligaspiel die I. Jugend des VfR. Butzbach.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 Liga Ockershausen Liga.

Die Liga der Spieloereinigung 1900 hat nach Marburg zu fahren und dort auf dem gefährlichen kleinen und ungewohnten Platz des FE. Ockers­hausen anzutreten. Wie dieser Kampf ausgehen wird, ist gar nicht oorauszusehen. Die Spiele gegen Ockershausen endeten bisher schon immer mit Über­raschungen, die gar nicht immer angenehme lieber- raschungen waren. So mußte es die Spielvereini- gung vor nicht allzu langer Zeit erleben, auf eige­nem Platze mit 5:1 Toren geschlagen zu werden, während sie andererseits auf Dem Platze in Ockers­hausen mit 1:0 gewinnen konnte. Jedenfalls ist es für die Mannschaft der Blauweißen kein leichter Gang. Es wird aller Mannschaftsgeist und alles Können aufgeboten werden müssen, wenn die Spiel­vereinigung zu Mus-Punkten kommen soll. Für das Spiel ift folgende Mannschaft genannt:

Schlarb

Zeiler Lippert

Langsdorf Heilmann Heinbach

Luft Grünewald Bromm Schmelz Roth

Die zweite und dritte Mannschaft der Spieloer­einigung 1900 haben ebcnfals Berbanbsfpiele zu bestreiten. Auf dem Waldiportplatz tritt die zweite Elf gegen die zweite des VfB. an, die dritte Mann-

schäft hat dagegen auf eigenem Platze die dritte Elf des Lokalgegners vor sich. Der Ausgang auch dieser beiden Spiele ist offen. Die Mannschaften haben mancherlei Veränderungen erfahren.

Fugendspiele.

Die erste Jugend empfängt auf eigenem Platze die erste Jugend von Watzenborn-Steinberg. Die Gäste eifern ihrer ersten Mannschaft nach und wer­den sich nicht so ohne wettere- geschlagen bekennen. Man erwartet ein Spiel zweier gleichwertiger Geg- ner. Die ersten Schüler tragen ein Verbandsspiel auf dem Waldsportplatz gegen die Schüler des VfB. aus.

Handball im Gau XII der OT.

Am morgigen Sonntag trägt die erste Jugend- Mannschaft des Männerturnoereins Gie­ßen ihr erstes Verbandsspiel aus. Gegner ist die Jugend des Turnvereins Klein-Linden. Die Manner» turner verfügen zur Zeit über eine beachtliche Spielstärke und werden, vorausgesetzt, daß sie tn kompletter Ausstellung spielen, dem Gegner einen Sieg nicht leicht machen. Der Ausgang des Spieles ift vollkommen offen. Das Spiel findet in Klein- Linden statt.

Am morgigen Sonntag hat die I. Handball- Mannschaft des Turnvereins 1883 e. B. Lollar die I. Mannschaft des Turnvereins Roth bei Marburg auf eigenem Platz als Berbandsfpiel-Gegner. Ob­wohl Lollar nach feinem ersten Berbandsfpiel gegen Marburg zu einigen Hoffnungen berechtigt, läßt sich über den Ausgang dieses Treffens nichts Voraus­sagen, da zwei gleichwertige Mannschaften ihre Kräfte messen. Es wird zwar ein hartes Ringen werden, aber man erwartet ein flottes und span­nendes Treffen.

Der Turnverein Heuchelheim eröffnet am morgigen Sonntag die diesjährige Pflichtspiel- reihe mit zwei Spielen auf eignem Platz: die II. Mannschaft trifft auf die II. von Münchholz­hausen. Da über die Spielstärke der Gäste wenig bekannt ist, kann über den Ausgang nichts voraus­gesagt werden. Gegner der Ersten ist die gleiche Mannschaft des Tv. Allendorf. Bei der Gleichwertig­keit beider Mannschaften ist mit einem spannenden Kamps um die Punkte zu rechnen. *

To. Großen-Linden I To. Lang-Gön- I.

Zum fälligen Rückspiel treffen sich beide Mann­schaften morgen in Großen-Linden. Im Vorspiel konnte Lang-Göns über den ersatzgeschwächten Geg­ner einen hohen Sieg erringen, Großen-Linden wird daher in diesem Spiel versuchen, sich für die erlittene Niederlage zu revanchieren.

Prüfung

für das deutsche rurn» und Sportabzeichen.

Am morgigen Sonntag, 8. Oktober, 9 Uhr, findet die letzte Prüfung für Das Tum- und Sportab­zeichen im Radfahren statt. Die Teilnehmer werden gebeten, sich pünktlich am Schützenhau- einzu­finden.

Herbstgeländespiele des oberhessischenZnngvolkes

Ferien! Lang ersehnt, sind sie endlich da. In die Ecke den Ranzen, mag er dort liegen für zwei volle Wochen und verstauben. Ein echter Junge zieht hinaus zu Kampf und Spiel. Nicht immer leicht war es, daß die Jungen mitkamen, nicht Immer hatten die Ettern Verständnis, und manche Schwierigkeit gab es zu überwinden. Kartoffeln mußten da ausgemacht werden oder der Junge sollte dies ober jenes auf dem Felde tun. Aber es ging! Durch ganz Oberhesien marschierten die Jun­gen. Am Montag ging es los, nach langem Marsch kamen sie müde des Abends in ihren Quartieren an. Verpflegung, gestellt durch Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Landbevölkerung, dann schlafen sie in den Scheunen. Am Dienstag morgen beginnen dann die Geländespiele. Zunächst Stamm gegen Stamm. So kämpften

(5fommXBelfen gegenSiammWeiterau

Die Welfen, das waren also die Gießener, lagen von Montag bis Dienstag in Harbach. Auch an dieser Stelle muß der Einkpohnerschaft von Harbach sowie dem Bürgermeister und der Ortsgruppe der NSDAP, noch einmal gedankt werden für die glänzende Organisation der Verpflegung und Unter­bringung. Die Gemeinde hatte ein ganzes Schwein geschlachtet für ihre Gäste. Morgens um sechs rück­ten sie los durch den Wald bis ins Kampfgebiet im Licher Stadtwald. Ein Lager mußten sie so lautet Der Kampfbefehl im Walde anlegen und es bis zum Schluß des Spiels um 17 Uhr ver­teidigen. 500 Meter rings um da- Lager hatten sie eine Postenkette, alle 5 Meter ein Junge, un­möglich durchzukommen ohne bemerkt zu werden. Ein Scheinlager legen sie an, den Gegner zu täuschen. Doch der findet nach langem Suchen zwar das Lager nicht aber die Richtung, in Der es liegen muhte. Schiedsrichter fahren mit Rädern in der Gegend herum, sehen andauernd nach der Uhr. In wenigen Minuten wird das Spiel zu (Fnbt fe<rt Der Stammesführer des Stam­mes Wetterau entschließt sich zum Angriff. Ein

herrliches Bild von unbeschreibbarer Komik: in Marschkolonnen, endlos, rücken die Wetterauer an, langsam ziehen die Gießener Verteidiger sich nach dem Lager zurück. Wenige Meter nur, drei ober vier, trennen bie beiben Parteien. Ja frech werben bie Welfen: sie greifen an! Wenige, zwanzig ober dreißig, Mann greifen eine Uebermacht an von 250 Jungen bes anberen Stammes. Selbstverstänb» Uch werden sie zurückgeschlaaen, bie ersten bes Stammes Wetierau setzen ihnen nach, schneller wirb ber Rückzug, wilber wirb ber Angriff, und bann laufen sie alle. Kampfgeschrei füllt bie Luft, Siegesgeheul, Sieg ben Wetterauern! und Schreie bes Entsetzens: in langer Linie bricht ber Feind, die Hauptmacht ber Welsen aus bem Hinterhalt und faßt sie in ben Flanken. Nun ist es geschehen, wild wogt bie Schlacht, bie Erbe bebt von bem Stampfen der Füße, Mann kämpfen sie gegen Mann, bald füllen mehrlote" bas Schlachtfeld als Lebenbe. Unb währenb bie .Leichen" das Schlachtfeld verlassen, geht der Kamps weiter, bis kaum noch ein lebender Feind vorhanden. Es sei denn, daß er durch schleunige Flucht und mit viel Glück zu entrinnen vermochte. Die Welfen hatten die Totenwache auf der Walstatt, bem Stabtmalb von Lich...

Dann ziehen sie wieder ihren Quartieren zu, unb morgen werben sie, bie soeben sich bekriegten, zusammenkämpfen, vereint gegen einen anberen Feind: je zwei Jungbanne gegeneinander.

Oie Schlacht bei Srünberg.

Wir versetzen uns also in die Zeit de- Dreißig- jährigen Krieges, da unser Vaterland zerrisien war von Kämpfen, da es zum Schlachtfeld geworden war, auf denen andere Staaten unter dem Bor- wände, irgendein religiöse- Bekenntnis zu schützen, um die Borherrschaft in (Europa rangen. Wir wollen in keiner Weise diesen religiösen Zwiespatt in bem großen Gelänbespiel zum Ausbruck bringen, son­dern einzig und allein die historischen Ereignisse. Nürnberg mar für dieses Geländespiel Gründer^