Ausgabe 
7.10.1933 Frühausgabe
 
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lenführer und a ch t Zerstörer, drei U b o o l e, drei Minensucher, dar erwähnte Konvoi- schiff und noch eine Anzahl kleinerer Fahrzeuge. WieTimes" bemerkt, war ursprünglich beabsichtigt, mit der Ausführung des Dauprogramm» nicht vor dem 31. März 1934 zu beginnen. Angesichts der Bautätigkeit in den anderen Län­dern aber brauche es nicht zu überraschen, wenn dasDatum voroerlegt wird. Möglicherweise werden übrigen» die Pläne für gewisse -chiffe, be- iander» Kreuzer, im Lichte der Entwicklung in an- irren Landern abgeändert werden müßen.

Der sozialistischeDaily Herold" berichtet, daß in der englischen Rüstungsindu- strie in Sheffield zur Zeit mit Hochdruck g e» arbeitet werde. Die Annahmen, daß die englische Marine große zusätzliche Kriegsschiffbauten in Auf­trag geben wolle, würden dadurch bestätigt, daß in Sheffield d i e Panzerplatten für diese Auf­träge vorbereitet würden. Die Firma Hadfields ar- beide in panzerdurchschlagenden Geschossen und ku­gelsicherem Stahl für kleine Tank». Die Panzerplat- tenwerke der englischen Stahlkorporation, die jähre- lang geschlossen waren, arbeiteten neuerdings m i t U e b e rst u n de n. In der Marinebauwerft der Firma Beadmore in Parkhead Forge seien dreimal soviel Leute angestellt als im vorigen Jahr.

Britische (Sorgen.

Wenn eine Abrüftungskonvcntion scheitert.

Birmingham, 6. Oft. (WTB.) Auf der Ta­gung der Konservativen erklärte Baldwin: Der Mangel an Vertrauen habe seine Wurzel in der Furcht vor be m Krieg. Deshalb sei es zwin- gende Notwendigkeit, zu einer wirklichen Be­

schränkung der Rüstungen zu gelangen. Wenn wir auf dem Gebiet des Rustungswesens einem anderen Land unterlegen sind, so muß bi ei es Land seine Rüstungen vermindern, während wir die unseren solange verstärken muffen, bisdie Pari- töt erreicht ist. Line -ianatarmacht, die sich ge­gen die Abmachungen vergehe, werde in derganM zivilisierten Welt keine Freunde mehr finben. Das gelte auch für jeden Staat, der bewußt em Zu- ftanbefommen einer solchen Vereinbarung dadurch verhindere, daß er Forderungen ausstelle, die man wohl nach Ablauf einer gewissen Zeil annehmen könne, denen aber gegenwärtig feine der übrigen Mächte zustimmen könne.

Baldwin spielte auf den Vertrag von Lo- carno an. Großbritannien werbe a u dem stehen, was es unterzeichnet habe. Es habe im Falle Belgien treu zu feinen Berpflichtun- gen gestanden und betrachte auch seine Unterschrii- ten unter Verträgen, die in der Nachkriegszeit zu- slandegekommen sind, als heilig. Wenn keine Aus­sichten auf eine Rüstungsbegrenzung bestünden, dann gebe es kein Land, das sich nicht selber die Frage stellen würde:Sind wir sicher mit unseren gegen­wärtigen Rüstungen?" Er selbst denke, daß die Antwort auf diese Frage heute in manchen Län­dern sein würde: Nein, wir sind nicht sicher. Ich sehe, daß sich das Problem uns mehr und mehr nähert, bis es uns bei der Kehle faßt. Wenn die Wiederaufrüstung in Europa be­ginne, dann könne man jeder Herabsetzung der Steuern für die Dauer einer Generation Lebewohl sagen. Er habe niemals seine eigene Ansicht ver­heimlicht, daß ein neuer Krieg in Europa das Ende der Zivilisation sein würde.

Keine Einigung in der Minderheitenfrage.

Deutschland widerspricht dem französischen Antrag.

Gens, 6. Oft. (WTB.) Die Aussprache über die Minderheitenfrage im politischen Ausschuß der Döl- kerbundsoersammlung wurde heute vormittag, nach­dem die Vertreter der Schweiz, Jugoslawiens, Per­siens und nochmals der deutsche Delegierte gespro­chen hatten, mit der Einsetzung eines U n terausschusses zur Prüfung der eingereichten Vorschläge und zur Ausarbeitung eines Resolu­tionsentwurfs abgeschlossen.

In der vorangegangenen Debatte hatte der schwei- zerische Vertreter Prof. Rappard sich mit der deutschen Unterscheidung zwischen Staatsange­hörigkeit und Volkszugehörigkeit aus- einandergefetzt. Er sprach von der Theorie eines mo­ralischen Protektorats, die ein Land wie die Schweiz beunruhigen müsse; denn nach dem Prinzip formte jeder Teil ihres Gebietes von einem der Nachbar­länder in Anspruch genommen werden. Nach schwei­zerischer Auffassung beruhe die Nationalität auf einem gemeinsamen Besitz an Traditionen und Er­innerungen; ihre Örunblage sei geistiger Art.

Der deutsche Delegiert« Gesandter v. Keller er­klärte, baß Deutschland a u m schweizerischen Volk das freundschaftlich st e Verhält- fl i s hege und seinen politischen und ethnischen Charakter aufrichtig anerkenne. Das herzliche Verhältnis habe audj in den Worten der deutschen Staatsmänner und tn den letzten von aufrichtiger Freundschaft getragenen Besprechungen zwischen den maßgebenden Vertretern Deutschlands und der Schweiz geklungen.

Der Unterausschuß der Politischen Kommis­sion hat mehrstündige Sitzungen abgehalten, in oenen die verschiedenen Entschließungscntwürfe zur Minderheitenfrage erörtert wurden. Es wurde be­schlossen, den englischen Antrag auf Einfüh­rung einer größeren Publizität bei Minderheitenbeschwcrben dem Völkerbundsrat zur Stellungnahme zu überroeifen. Hinsichtlich des fron- acn Antrags, gewisse Grundsätze für die gebung aller Länder als verbindlich zu er- klären, standen sich die Meinungen unvermittelt gegenüber. Der deutsche Vertreter wies nachdrück­lichst darauf hin, daß der Teil des französischen Antrags, der eine Rechtsgrundlage für bic internationale Diskussion der deutschen Arierbcstimmungen liefern soll, für Deutschland unannehmbar ist. Die Beratungen werden morgen fortgesetzt. Wird der deutschen Auffassung nicht Rechnung getragen, so

besteht keine Aussicht auf die Annahme einer Ent­schließung durch die Dölkerbundsoersammlung, da hierfür Einstimmigkeit notwendig ist.

Die deutschen Emigranten.

Genf, 6. Ott. (WTB.) Heute vormittag hat sich der Wirtschaftsausschuß der Völkerbundsoersamm­lung mit dem Vorschläge seines Unterausschusses über die Schaffung einer internatio­nalen Organisation zur Betreuung der deutschen Emigran ten beschäftigt. Die Sitzung mußte schon nach kurzer Zeit unterbrochen werden, weil verschiedene Staaten Einwände gegen den vorgeschlagenen Plan erhoben und sich aus der kurzen Debatte ergab, daß zahlreiche Staaten erhebliche Schwierigkeiten darin er­blicken, daß sie konkrete Verpflichtungen übernehmen müßten. Der Vertreter Italiens er­klärte, daß Italien nichts getan habe, um di« Aus­reise deutscher Flüchtlinge nach Italien zu unter­binden. Mehr könne Italien aber nicht tun. Auch der Vertreter Kanadas wies dar­auf hin, daß Kanada nicht in der Lage fei, Ver­pflichtungen zu übernehmen. Der Vertreter N o r wegens erklärte, es fei ihm nicht möglich, schon heute zu dem Inhalt der Resolution Stellung zu nehmen.

Wer wird Danziger Soifer« bundskommiffar?

Genf, 6. Okt. (TU.) Die in den lebten Tagen lebhaft geführten diplomatischen Besprechungen über die Ernennung eines Danziger Völkerbunds- kommissars haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt, da von polnischer Seite bisher noch immer gegen d i e Wahl eines Engländers grundsätzliche Bedenken gellend ge­macht werden. Dagegen hat sich der frühere Danziger DölkerbunLskommiffar der Holländer van Hamel, der bekanntlich wegen einer peinlichen Angelegenheit den Danziger Posten verlassen mußte, jetzt persönlich den beiden beteiligten Re - gierungen seine guten Dienste mit der Be­gründung angeboten, daß er die von der Danziger Regierung verfolgte Politik feit jeher ange- strebt habe. Der Danziger Senatspräfibent Rauschning hat es jedoch abgelehnt, den früheren Dölkerbundskommissar van Hamel zu emp­fangen.

Das weltanschauliche Fundament des Nationalsozialismus.

Alfred Rosenberg vor der presse des Rhein-Maingaus.

Frankfurt a. M, 6. Oft. Als Redner für feine erste Verbandskundgebung hatte der Rhein- Mainverband Deutscher Presse den heiter des Kampsbundes für deutsche Kultur und Hauptschristleiter desVölkischen Beobachters", Rosenberg, gewonnen, der über Pressepolitik und Weltanschauung" sprach. Zu Be­ginn der Kundgebung wies der Führer des Ver­bandes, Wo wertes. Darauf hin, daß die Ver- einigung wahrscheinlich ihre Grenzen werde aus- dehnen müssen und deshalb in einiger Zeit den flamenC andesverdand Rhein-Main-

e | e r erhalten werde. Der Frankfurter Dberbür- germeifter Dr. Krebs betonte die Bedeutung Der Zusammenkunft im Augenblick her Verabschiedung De» neuen Schristleitergesetzes.

Alfred Xofenbcrg

führte dann ungefähr folgendes aus

Die nationalsozialistische Bewegung ist nicht al» Bewegung des Schrifttums enlftanDen, sondern als Bemeaung aus dem Wort heroorgegangen. Sie batte Wr auch nicht das Schicksal, eine ^literari- sche Bewegung zu werden Erst nach und nach ent- ftanD ein na lonaHo.uali ti,d)es Schrifttum und eine nationalsozialistische Presse. Im Zusammenhang mit mancherlei Mißverständnissen Des Auslandes über Die angeblich mangelnDe deutsch« Pressefreiheit ging Der Redner besonder» auf den Begriffsinhalt des WortesFreiheit" ein. Während das Hberaliftb lche Zeitalter auf Der (BeDanfeiigrunblage Der fran- .losischen Revolution unter Freiheit immer nur D i e DesEinzelnen" verstanden habe, habe Die aermanische Auffassung der Freiheit, so bei Lacher Kant und Goethe, stets auf einem Zusammen­wirken äußerer Bedingtheiten ml* innerer Freiheit basiert, flach Der Zersplitte- rung her letzten Jahrzehnte sei heute eine große Sehnsucht nach Einheit erwachsen, btc in her autoritären 61 a a t »f ü b r u n g ihre teilweise Erfüllung gefunden habe. Da-. Streben

nach einheitlicher, staatspalitifcher Welt- a n s cha u u n g des Deutschen gehe jedoch weiter. Der nationalsozialistische Staat walle nicht ein Machtgefüge an Stelle eines anderen setzen; nicht die Macht an sich wurde vom Nationalsozialismus beansprucht, sondern die Macht als Trager einer beftimmten Weltanschauung. Wir siehen im Begriffe, die Rangordnung her Werteum- Mehren: An Stelle hes kapitalistischen Denkens im Liberalismus trete heute ein Charakterwert, her Wert Der nationalen Ehre als Höchstes eine Auffassung, Die wir seit IcchrhunDerten im Deutschen Drama, in her heutschen heroischen Musik roieherfinhen. Neben diesem Prinzip stehe das der Verantwortung, wie es sich etwa in Dem Satze funDtue, Daß Eigentum verpflichtet.

Ls liegt Dem Nationalsozialismus nicht Daran, daß Menschen äußerlich für ihn ein Be- fenntnis ablegen, es ist nicht entscheidend, daß alle Punkte seine» Programm» bedingungslos unterschrieben werden, sondern es kommt dem Nationalsozialismus darauf an, daß Die Lha- rafterhaltung des Einzelnen im Sine der neuen Anschauung gewandelt wird. Daß die Deutschen sich mit der geistigen Haltung in Einklang sehen, die her Nationalsozialismus in den vergange­nen 14 Jahren vertreten habe. Menn diese» Gingen um die Seele des Einzelnen sortgeführt werde, dann werde die Bewegung zu ihren 20 Millionen Anhängern neue 10 Millionen gewinnen, dann werde die Einheit der Nation immer stärker gesichert.

An das Ende seiner Ausführungen stellte Rosen- pr.fl zei.ne Lharakteristik der Grundsätze national- lozialiftlscher Außenpolitik, wobei er auf die um wranhertjefte Absicht Deutschlands hinw.es. Den Slt u er^lt<n; 3um Schluß fteilte

wr Führer be» 9u>ein-m«nlf($en Presse verbände».

JerMbaudesdeMenGeld-undKredilwesens

Staatssekretär Jeder über die Aufgaben der Sparkassen.

Leipzig, 6. Okt. (DTB) Der Sechste Allge­meine Deutsche Sparkassen- und Kommunalbanken- tag wurde heute mit einleitenden Worten Des Vor­sitzenden Präsident Dr. Kleiner eröffnet. Der sodann ein Referat überDie Ausgaben der Spar­kassen" hielt. Danach sprach Oberbürgermeister Fiehler (München) überDie Bedeutung der Sparkassenorganisation für die Gemeinden". An­schließend nahm Staatssekretär Dr. Feder das Wort zu einem Vortrag überDie funktionelle Be­deutung des Geld- und Kreditwesens in der deut­schen Volkswirtschaft". In dem Buche des Führers Mein Kampf" befinde sich der lapidare Satz über den Kampf gegen das internationale Leihkapital. Dieser Satz gelte heute mehr denn je, und die Sparfaffen brauchten keine Sorge zu haben, wenn das Tempo dieses Kampfes nicht immer ihren Wünschen entspreche. Die Brechung der Zinsknechtschaft bedeute nicht nur die Brechung der Herrschaft des internationalen Finanz­kapitals, sondern des Leihkapitals über­haupt. Die Sätze für das Leihkapital müßten auf ein Maß gebracht werden, welches unter den Sätzen bleibe, die das Produktions­kapital bringe. Dor dem Kriege habe das Pro­duktionskapital 7 bis 8 Prozent erbracht, das Leih­kapital dagegen nur die Hälfte, das sei das richtige Verhältnis. Es sei davon auszugehen, daß Geld S t a a t 5 g e I ö fei und die Geldschöpfung einen Willensakt des Staates darstelle. Das Problem her Bankenverstaatlichung sei durchaus kein neues, denn hie ersten Banken seien öffentliche An st al- t e n gewesen, die Privatbanken feien erst viel spä- ter entstanden. Dagegen habe sich her Dualismus zwischen öffentlichen und privaten Banken im Zuge des Vordringens der liberalistifchen Wirtfchafts- gefinnung entwickelt. Drei Viertel aller volkswirt­schaftlichen Umsätze, so fuhr Staatssekretär Feder fort, würden heute bargelbos oder mit kurzfristigem (Selbe getätigt Hieraus ergebe sich bie Notwenbigkeit, baß die Giralgel-

her in das staatliche Kontrollsystem miteinbezogen werden. Die Sparkassen bezeichnete Feder als die ältesten und stolzesten Träger, ja Eckpfeiler der deutschen Kreditorganisation. Sie hätten sich stets vorwärts entwickelt Die Tatsache des 6 p a r e i n lagenbeftanbes von über 11 Mil­liarden Mark fei ein Beweis für bie uner­schütterliche Lebenskraft des beutfchen Volkes.

Je höher man bie Bedeutung des Geldwesens ein- schätze, um so mehr müsse dieses in bie staatliche Sphäre hineinwachsen. In her Giralgeldschöpsung liege her Ansatzpunkt für bie grundsätzliche Neuord­nung des Geld- und Krehitwesens. Mit der staat­lichen Kontrolle des ©iralgelbumlaufes müsse bie Vereinheitlichung des gesamten Gi- ralgeldnetzes verbunden werden, damit das Geldwesen rasch, billig und zuverlässig wie bie Eisen- bahnen arbeiten könne. Einen Kampf der einzelnen Kreditorganisationen untereinander hatte er nicht für richtig, ba es barauf ankomme, eine g r u n h le­ge n b e Reform Des beutfchen Geld- und Kredit­wesens burchzuführen in dem Sinne, daß das Geld und das Kapital her Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volke zu dienen habe.

Schließlich sprach als letzter Redner Staatsminister des Innern Ädolf Wagner (München) überDie Sparkassen im nationalsozialistischen Staat. Die Sparkassen würben im nationalsozialistischen Staat bie Stellung einnehmen, bic sie sich selbst eroberten. Der Minister schloß mit einem Appell an bie Spur- taffen, bie einen großen Teil bes beutfchen Dolksocr» mögens, des deutschen Vertrauens und bes bcutfdjew Glaubens verwalteten, sich als ein Äampfglieb in eine Formation einzureihen, bie noch in vollem Kampfe gegen eine Welt von geinben stehe Nach einer ab- schließenden Würdigung schloß Präsident Dr. Kleiner den 6. Allgemeinen Deutschen Sparfaffen- und Kom­munalbankentag mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und Den Führer, an bic Er- gcbenheitstclegramme abgefanbt würben.

Oie ersten Ergebnisse der nationalsozialistischen Bauernpolitik, preffeabend beim Reichsernährungsminister Darr6.

Berlin, 5. Okt. (TU.) Auf Einladung bes Reichsernährungsministers Darr6 fanb im fianh« wehrkafino ein Preffcempfang statt, bei dem das Rcichserbhofgcfctz zur Erörterung stand. Als Gäste wohnten der Veranstaltung u. a. bei: Reichsjustiz- minifter Dr. ® ü r t n e r , her Staatssekretär im Preußischen Landwirtschaftsminifterium, WiNi­ke n s , der Reichsobmann der bäuerlichen Selbst­verwaltung, Staatsrat Meinbcrg, bie Haupt­abteilungsleiter der bäuerlichen Selbstverwaltung, bie Ministerialbirektoren und Ttinifterialbirigcnten sowie bie Beamten unb Angestellten her Ministe- rien.

Reichsminister Darrs

gab eine allgemeine Einführung in bas Rcichserb- Hofgesetz und bie weiter beabsichtigten Maßnahmen, insbesonbere bas Entschulbungsgesetz. Der Minister wies ebenso wie in seiner flehe am Bückeberg daraus hin, baß hem deutschen Bauern geholfen werden könne, wenn man iyn ohne Hemmungen und Bedenken durch entscheidende Schritte energisch aus den Klauen liberal! ft ischer poli­tischer Methoden unb ben Klammern einer kapitalistischen Wirtschaftsorb- nung befreie. Es fei ohne Zweifel bas histo­rische Verdienst Der Regierung Adolf Hitler, daß sie Die Pflege und Förderung des Bauerntums zur entscheidenden Richtschnur ihres ge­samten Handelns gemacht habe. Da die Zahl der Geburten die der Sterbefälle übersteige, werde ein Wachstum bes Dolkskörpers vorgespiegelt, bas gar nicht mehr oorhanben sei. Deutschlanb müsse wieher ein kinberfrohes Land le­be nbi gen Wachs t u ms sein. Um dem Reichs- n ä h r ft a n d die Voraussetzung gedeihlicher Auf­bauarbeit ermöglichen zu können, werden wir mit dem gesamten Selbstoerwattungskörper, also dem bisherigen Reichslandbund, dem bisherigen Deut- schen Landwirtschaftsrat, der Spitze her" lanhnnrt- schastlichen Genossenschaften und her Vertretung bes Landhandels und ocrwanbter Zweige t n bie

Stille urbeutschen Bauernlanbes bin- einziehen, um hier abseits Der morbenben Groß- ftabtluft in echter Verwurzelung mit hem Boden unsere gewaltigen Ausgaben losen au kön­nen. Eine Voraussetzung unserer nationalsoziali­stischen Agrarpolitik bietet Das vor wenigen lagen veröffentlichte Reichserbhofgesctz. Die fla- tionalsozialistcn sind mit dem Reichserbhofgesctz auf dem Wege, ein neues Dauernrecht ger- manisch-beutschen Rechtshenkens zu schaffen. Man hat mir vielfach entaegengchallen, baß bie burch bas Erbhofrecht bedingte Ein­engung des gesamten Eigentumsbe­griffs in heutiger Zeit nicht mehr oerftanben wirb. Wer bas henkt, vergißt, daß bie Freiheit eines ganzen Stanbcs nicht möglich ist ohne Beschränkung b es Einzelnen. Zum Schluß sprach der Minister über bic Ent- schulbung her Erbhöfe. Das Entschulbungsgesetz fei fertig. Es sei nur etwas zurückgesteltt worden, um noch einige Möglichkeiten durchzuererzieren, ehe das Gesetz zur Tat werde. Der Grundgebanke des Entschuldungsgesetzes lehne sich an bas Beispiel her alten Preußischen Rentenbank. Zwischen Erb- Hof unb Gläubiger werbe eine Bankzwischen­geschaltet, Der her Erbhofbauer schulbct, wäh. renb bie Bank ihrerseits ben Gläubiger befriebigt Auf biete Weise glaube man, bie ganzen eingefro­renen yorberungen her Gläubiger organisch wieher auftauen zu können, ohne ben Bauern in Schwierigkeiten zu bringen.

Nach her mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rebe stellte Minister Darr6 seine Mitarbeiter am Reichserbhofgesctz Dr. S a u r 6 vor, her bie Ge- bantengängc bes neuen Reichserbhofgefetzes bar­legte. Sodann sprach Dr. R c i s ch 1 e, der Führer Des Stabsamtes beim Reichsbauernführer, über ben ständischen Ausbau des Nährstandes. Den Schluß bildeten Ausführungen des Reichsobmannes her bäuerlichen Selbstverwaltung Staatsrats Mein­berg über bie Debeutung bes Reichserbhofgesetze» vorn bäuerlichen Stanbpunkt gesehen.

Wowcries, für Die nächste Zeit eine erhöht« Aktivität in Aussicht. Die heutige Kundgebung merDc balD von anderen gefolgt werben, so sei für ben 20. Oktober eine Zusammenkunft der Pressean- gehörigen mit den Kulturträgern des Gebietes vorgesehen, unb einige Zeit banach werbe eine Zusammenkunft mit ben Vertretern her Behörden ftatifinben.

Nächtliche Feierstunde am DenlmalderSchlacht beiLeulhen.

Breslau, 7. Okt. (TU.) Am Freitag hatten sich etwa 2500 SA.-Männer her Standarte 7 zu einer Feierstunde her nieberschlesifchen SA. vor dem Denkmal der Schlacht von Leuchen ein­gefunden. Sturmhauptführer Prinz Ratibor gedachte in einer kurzen Ansprache der Schlacht von Leuthen und wies darauf hin, daß die SA., die heute von Ncumarkt nach Lissa marschierte, auf her gleichen Straße marschierte, wie Friebrich her Große vor 176 Jahren.

Inzwischen war auch Stabschef Röhm in Be­gleitung bes Vizekanzlers von P a p e n, her Ober­gruppenführer Heines unb ßütgebrune unb bes Gruppenführers Lübtke eingetroffen. In fei­ner Rebe wies Stabschef Röhm auf ben stolzen Geist unserer Vorfahren hin, bie einst an biefer Stätte einen großen Sieg errangen. Unser sehn­lichster Wunsch sei es, auch heute wieher unser Daterlanb wie bamcls stolz unb frei zu sehen. Unsere höchste Pflicht soll es fein, stets unb ftänbig in biefem Geist für bas Daterlanb z u ar­beiten. Mit einem breifachen Sieg-Heil auf ben Führer schloß bie Rebe, her bas Horsk-Wesiel-Lieb unb bas Lieb Jtein schöner Lanb in biefer Zeit" folgten.

Im Licht her Scheinwerfer erscheint plötzlich b i e ©eftalt bes großen P r e u ß e n k ö n i g s (Otto Gebühr) auf bem Schimmel vor bem Denkmal unb hält folgenbe Ansprache:flieber- schlesische SA! Kerls Dir stehen auf heiligem Boden. Hier haben unsere Vorfahren ihr Blut für bas Daterlanb »ergaffen. Damals hieß bie Parole

siegen ober sterben. Mein letztes Wort vor her Schlacht von Leuthen war: Ich werbe gegen alle Regeln her Kriegskunst ben Feinb an­greifen, w o i ch ihn treffe. Ich muß biefen Schritt wagen. Wir müssen ben Feind schlagen, ober uns von seinen Batterien begraben lassen. Deutsche Iugenb! mache bir biefen Geist zu eigen unb zeige bi ch beiner Dorfahren wert."

Kleine politische Nachrichten.

Die Saar-Regierung hat bie für Sonntag festge­setzte Ärcisubung her Freiwilligen Sanitätsfolonne vom flöten Kreuz bes Kreises Saarlouis, sowie ben vorgesehenen Rote-Kreuz-Abenb verboten.

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Wie bieNSK." meldet, werben sämtliche vor dem 31.-Januar 1 933 in bic SA. Auf- genommenen entsprechen!) einer Verfügung bes Stabschefs zum 9. November 1933 zum Sturm­mann beförbert, soweit sie diesen Dienst­grad noch nicht erreicht haben.

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Der Oberbürgermeister der Stabt Frankfurt an her Ober, Dr. Kinne, ist vom Amt fuspen- b i e r t worben, weil bie Nachprüfung her Ge­schäftsführung bes Bankcnverbands Frankfurt an her Ober-Lebus belaftcnbes Material gegen ihn er­bracht hat. Gegen ben früheren Direktor her Ober- Dank, Dr. Wolfslas, ist richterlicher Haftbefehl er­gangen.

Nachdem in Spanien bie Versuche einer Kabi- nettsbilbung burch ben früheren Minister Pedre - 9 a l gescheitert finb, beauftragte her Staatspräsi­dent ben Arzt Dr Moranon, eine Einigung her republikanischen Parteien zu versuchen. Es ist mit der Bilbung einer Regierung zu rechnen, beren Vorsitz Sanchez R oman übernehmen würbe.

König Doris von Bulgarien ist zum Besuch von Herzog Albrecht von Württemberg, seinem Schwager, auf Schloß Linbach bei Schwäbisch- Gmünd eingetroffen.