Ausgabe 
7.10.1933 Frühausgabe
 
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SMme Zahlungen des Angeklagten pvpoff

ich keine Veranlassung.

Oberreichsanwalt Dr. Werner: Der Angeklagte sagte, daß der letzte Zug nach Karlshorst und Fich­tenau bereits weggesahren gewesen sei. Nach unse­ren Informationen hat aber Koenen vor der Kom­mission in London ausgesagt, er wäre mit Torgler bereits um 1.30 Uhr in Ks. Wohnung angekommen. In derselben Aussage in London hat Koenen auch angegeben, daß Torgler aus Sicherheits­gründen in Ks. Wohnung gekommen sei.

Torgler: Das ist mir ganz unverständlich.

Zwischenfall im Reichsiagsbrandstifierprozeß.

Oer Angeklagte Oimitroff wird wegen ungebührlichen Verhaltens und fortgesetzter Beamtenbeleidigung von der Sitzung ausgeschloffen.

Weiterhin kommt das Notizbuch des Ange­klagten Dimitroff zur Erörterung, in dem eine Reihe von Zahlungen im Gesamtbe- trage von 15002 Mark aufgezählt wer­den. In diesem Zusammenhang wird auch der

zurück, in der die Apparate Fieselers und Dätroyats untergestellt sind. Den Mechanikern fiel schließlich sein Benehmen auf, und sie benachrichtigten die Polizei, die den Mann verhaftete. Man fand bei ihm einen geladenen schweren Revolver und etwa 50 Patronen. Auf Befragen erklärte er, daß es gewisse Ungerechtigkeiten auf der Welt gebe, die er wieder gutmachcn wolle. Man nimmt an, daß man es mit einem geistig Unnormalen zu tun hat, der es auf das Leben des deutschen Fliegers ab- gesehen hatte. Die Polizei hat sofort alle erdenk- lichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Nach drei Wochen tot aufgefunden.

Unter sehr bemerkenswerten Umständen wurde in Berlin in ihrer Wohnung die 62 Jahre alte Ren­tenempfängerin Klara Leuthert als Leiche ausgefunden. Hausbewohner, die die Frau seit län­gerer Zeit nicht gesehen hatten, riefen die Feuer- wehr, und die Beamten sanden Frau Leuthert auf einem Stuhle sitzend tot auf. Wie der Arzt fest- stellte, war der Tod, ein Herzschlag, bekeits vor etwa drei Wochen eingetretcn.

ODOL

Rat: ZAHNPASTA

Similrosfs belastende Aufzeichnungen

Oie Kreuze im Gtadiplan.-Oie chiffrierten Telephonnummern.

Oie Vernehmung Oimitroffs beginnt -ann.

Der Vorsitzende zitiert aus dem Material zu­nächst ein hektographiertes Schriftstück, das die Ueberschrift trägtFür die Einheitskampf- front d e s Proletariats. Aufruf des Exe­kutivkomitees der Kommunistischen Internationale. Moskau, den 3. März 1933." Auf die Frage des Vorsitzenden, woher er diesen Aufruf habe, erwidert der Angeklagte Dimitroff: Von der Inprekor. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß die Inprekor wiederholt mit den Gesetzen in Konflikt gekommen sei, und Dimitroff erwidert daraus: Das wundert micht nicht. Vorsitzender: Wenn Sie mit der Jnpre- kor in nahen Beziehungen standen, so ist das aber als Belastung dafür anzusehen, daß Sie selbst in Deutschland den Hochverrat betreiben wollten oder betrieben haben, daß Sie selbst auf den Auf- ftanb hingearbeitet haben. Dimitroff: Ich war Korrespondent für Inprekor und habe nur über bulgarische Fragen geschrieben.

Der Vorsitzende zitiert ein weiteres Schriftstück, dos ebenfalls vom 3. März stammt und die Ueber­schrift trägtReichstagsbrand ft iftung als nationalsozialistisches Provoka­teurstück entlarvt." Es stammt von der Pressestelle des Zentralkomitees der KPD. in Berlin. Dimitroff erklärt, daß er dieses Schrift- stück nie gesehen und besessen habe. Er sei bei den polizeilichen Vernehmungen bis Ende März über dieses Schriftstück auch nie befragt worden und bitte, das polizeiliche Protokoll vom 9. März zu verlesen.

Der Vorsitzende zitiert aus diesem Protokoll, daß Dimitroff, nachdem er vorher von der Inprekor gesprochen hat, mit Beziehung auf dieses Stuck über den Reichstagsbrand ausgesagt habe, daß es aus der gleichen Quelle stamme.

Dimitroff ruft erregt: Ausgeschlossen. Das vorgelesene Protokoll ist nicht dasselbe, das ich damals gehört habe.

Vorsitzender: Kommissar Braschwitz wird dar­über als Zeuge vernommen werden.

Dimitroff: Bitte! Kriminalkommissar Heisig hat vor einigen Tagen hier vor Gericht unter Eid ausgesagt, daß ich bei meiner ersten polizeilich?»

Aus aller Welt.

Mordnnschlag auf den deutschen Kunstflieger Iieseler in Paris geplant?

Auf dem Flugplatz Villacoublay bei Paris, wo am Sonntag der mit Spannung erwartete Zwei- kampfimKun st fliegen zwischen F i e s e l e r und dem Franzosen D ö t r o n a t stattfindet, kam es am Freitag zu einem Aufsehen erregenden Z wi - schenfall, der von der Pariser Presse ausfuhr- lich wiedergegeben wird. Danach trat ein 26jähriger stellungsloser Arbeiter, der schon seit einiger Zeit durch eigentümliches Verhalten ausgefallen war, plötzlich an den Flughafenkommandanten heran der gerade von einem Uebunasfluge zuruckgekehrt war und fragte ihn, ob er der deutsche Flieger^Fie- seler sei. Als der Kommandant ihm keine Antwort erteilte, sondern sich zu dem Verwaltungsgebäude begab, kehrte der Unbekannte zur Flugzeughalle

vorher nie gesehen habe.

«ÄÄWfltW Einheitsfront im Saargeb.et. fragen, ob er diese kreuze gemacht habe, | Die beste Rüstung zur Volksabstimmung, und ob er das Buch überhaupt kenne.

Vernehmung... . ...

Der Vorsitzende greift energisch ein und weist Dimitroff darauf hin, daß dies nicht h i e r y er­geh ö r e und daß er jetzt zu schweigen habe.

Dimitroff spricht trotzdem weiter und bezeichnet die Aussage des Kommissars Heisig als Luge.

Der Vorsitzende verbittet sich energisch die Wetter- beleidigung von Beamten und weist den AngeNagten nochmals darauf hin, daß er ihm das Wort verboten habe.

Dimitroff: Ich kann beweisen...

Der Vorsitzende schneidet dem Angeklagten das Wort ab und erklärt, daß er trotz seiner Erlegung so Diel Anstandsgefühl haben müsse, daß er feine Beamten beleidige. Er verwarne ihn noch­mals dringend. Der Vorsitzende hält Dimitroff dann einen weiteren Aufruf vor, der die Vorberei­tung eines internationalen antlfa­sch i st i s ch e n Kongresses behandelt. Auf diesem Kongreß sollte ein antifaschistisches Zentralkomitee gebildet werden.

Dimitroff erklärt, diesen Aufruf habe er besessen. Er habe auch an seine bulgarischen Freunde und Genossen im Sinne dieses Aufrufes geschrieben.

Es folgt dann die Erörterung über einen Reiseführer durch Berlin, der bei Dimi­troff gefunden worden ist. Der Vorsitzende stellt fest daß an der Stelle des Planes von Berlin ein grünes Büchlein gelegen habe. Daraus schließe man, daß das Buch gewissermaßen als Lesezeichen diente. Auf dem Plan ist das Schloß und das R e i ch s t a g s g e b ä ud e mit einem Kreuz a n g e z e i ch n e t. D-mitroff erklärt dazu daß er den Reiseführer 192b gekauft habe Er behauptete, das grüne Heft nie in den Plan hinelngesteckt zu haben und erklärt weiter, daß die Zeichen b e i der Kriminalpolizei gemacht worden seien. Der Zeuge Kriminalassistent K y n a st, der diese Entdeckung im Reiseplan gemacht hatte, erklärt, er sei seinerzeit sofort bei Entdeckung des Kreuzes am Schloß zum Kommissar Braschwitz ge­laufen, um ihm dies zu zeigen Bei dieser Gelegenheit sei auch das zweite Kreuz an der Stelle des Reichstagsgebaudes entdeckt worden. Der Zeuge betont, daß mehrere Polizeibeamte bei der Entdeckung zugegen gewesen seien.

Vorsitzender: Sie stellen bei ihrer Verteidigung olles auf bulgarische Füße. (Dimitroff: Selbstverständlich.) 3d) halte 3hnen aber vor, daß

Name Schmidt und einmal werden die Buch­staben Schm, erwähnt. Auf die Frage, was diese Zahlungen bedeuteten, erklärt Dimitroff, daß es Zahlungen an bulgarische Emigran­ten seien, die er in Paris geleistet habe. Es han­dele sich im übrigen nicht um einen Schmidt, son­dern um einen Bulgaren S m i d o f f. Im Anschluß daran werden die verschiedenen Telephonnum­mern erörtert, die Dimitroff in seinem Notizbuch eingetragen hat. Durch einen Zufall war bei einer Telephonnummer festgestellt worden, daß die Num­mer umgekehrt richtig war. Im einzelnen konnte festgestellt werden, daß unter diesen umgedrehten Nummern auch der Telephonanschluß von Münzenberg war. Dimitroff erklärt, daß sich bei der Aufklärung der Nummern eine kolossale Unfähigkeit und Unverständlichkeit der Polizei ge­zeigt habe.

Senatspräsident Dünger springt bei diesen Worten auf und erklärt, daß der Senat jetzt darüber beraten werde, ob der Angeklagte Dimitroff aus dem Saal zu weisen sei. Das Maß sei jetzt voll. Nach kurzer Beratung verkündet der Präsident als Beschluß, daß der Angeklagte Dimitroff, weil er den wiederholten Anordnungen des Vorsitzenden, Belei­digungen von Beamten zu unterlassen, zuwider ge- handelt habe, wegen dieses Ungehorsams aus dem Sitzungszimmer entfernt wird. Dimitroff tief erregt aus: Unerhört! und stieß eine Reihe von unverständlichen Schimpfworlen aus, während er von den Beamten ins Gefängnis abge- führt wurde.

I Der Vorsitzende stellt dann durch Befragen des Kriminalassistenten K y n a st fest, daß bei Dimitroff u. a. verstellt geschriebene Telephonnummern, auch die Anschlußnummer des kommunistischen Reichs- tagsabgeordneten Stöcker gefunden wurde.

Saarbrücken, 6.Oft. (TU.) Die Deutsch- Saarländische Volks Partei und die Deutsche Bürgerliche Mitte (die frühere Wirtschaftspartei des Saargebietes) haben mit so­fortiger Wirkung ihre Auflösung beschlossen. In einem Aufruf, in dem diese Auflösung mitgetellt wird, heißt es u. a.:In der klaren Erkenntnis, daß die weitere Aufrechterhallung der Parteien nicht mehr im nationalen Interesse liegt, haben wir beschlossen, die Parteien mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Die neue Zeit ist über b i e Parteien hinweggegangen. Zusammen­fassung aller nationalen Kräfte ist das Gebot der Stunde, und nach dem Grundsatz: Das Vater- land über d i e Partei! müsse die Zersplitte­rung auch im Saargebiet für immer ihr Ende finden. Auch an ihre Stelle müsse die größere Ein­heit treten, die einen überwältigenden Sieg bei der Volksabstimmung gewährleistet."

In einem Abschiedswort des Vorsitzenden der Saarländischen Volkspartei, Hermann Röchling, wird gesagt: Wir erwarten von allen Freunden, daß sie getreu der Ueberlieferung alle Kräfte daran setzen, daß die Dolksabstim- mung zu einem überwältigenden Siege der deutschen Sache wird. Durch die Grün- j oung der Deutschen Front sei erreicht, daß fein Dolfsgenosse abseits zu stehen braucht und sich nicht abseits stellen darf, wenn es gilt, um die höchsten Ziele zu fämpfen.

Leipzig, 6. Okt. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichstagsbrandprozesses richtet der Vorsitzende zunächst einige Fragen an den Ange­klagten Torgler. .

Die Frage nach seinem Aufenthalt in der Nacht d e s Reichstagsbrandes beant­wortet Torgler dahin, daß er von dem Lokal in der Dirckfenstraße mit einer Autodroschke zusammen mit Koenen nach Pankow gefahren sei und dort geschlafen habe. Am nächsten Morgen hatten Kriminalbeamte Koenen festgenommen. Ihn selber habe man in Frieden gelassen. Er sei dann gegen 20 Uhr in die Stadt gefahren und habe gelesen, daß er, Torgler, fluchtartig den Reichstag verlassen habe. Er sei daraufhin ins Polizeipräsidium ge­fahren und dort vernommen worden.

Anklagevertreter Landgerichtsdirektor Dr. Pari- f i u s : Der Angeklagte Torgler legt großen Wert auf die Feststellung, daß er sich f r e i w i l l i g bei der Polizei gemeldet habe. Nach der Auffassung der Anklagebehörde ist es aber damit nicht weit her. Er hat uns schon gesagt, daß er in der Nacht feine Wohnung gemieden und sich in einer fremden Wohnung ausgehalten hat. Wenige Stunden nach dem Reichstagsbrand ist die Krimi­nalpolizei beauftragt worden, ihn zu verhaften. Die Beamten haben ihn in seiner Wohnung in Karls- Horst gegen 6 Uhr morgens gesucht. Die Ehefrau Torglers hat behauptet, daß ihr Mann sich in der Provinz a u f Reisen befinde. Die Wohnung ist bis gegen 11 Uhr durchsucht

russische Zeitungen und Bücher zu beschaffen, Po- poss erwidert, vom Zentralkomitee der bulgarischen kommunistischen Partei. Der Oberreichsanwalt weist daraus hin, daß dieser Auftrag doch wesentlich ein­facher in Rußland direkt ausgeführt worden wäre, und fragt, warum man gerade den Weg über Deutschland gewählt habe. Popoff er­klärt, daß seine Partei nur mit bulgarischen Kom­munisten Verbindung hatte.

Der Oberreichsanwalt weist weiter darauf hin, daß nach den Quittungen von Peter auch einmal ein Photographenapparat beschafft worden ist, und fragt, zu welchem Zweck das ge- schehen sei. Popoff will diesen Apparat aus Lieb­haberei gekauft haben.

Anklagevertreter P a r i {i u s : Es fällt auf, daß nur Quittungen gefunden worden sind für b i e kurze Zeit vor dem Reichstagsbrand, nämlich für die Tage vom 14. bis 26. Februar. Poposf sagt selbst, daß er mindestens seit dem 3. November 1932 in Berlin war. Der Vorsitzende stellt aus den Akten nochmals fest, daß alle Quittungen von Peter vor dem Reichstags­brände liegen, ebenso die Quittungen von Bruno. Nach dem Ausgabenbuch gab es allerdings Posten aus der Zeit nach dem Reichstagsbrände, nämlich zweimal 29 Mark, hinter denen aber ein unleser­licher Name steht. Poposf erklärt, daß an Peter auch am 1. März noch einmal ein Betrag von 33 Dollar bezahlt worden fei. ..

Landgerichtsdirektor Parisius weist auf f r u h e re Aussagen Popoffs hin, wonach er aus eige­nem Moskauer Gelbe 500 Dollar mitgebracht und ferner von Peter erhebliche Beträge bekommen habe. Popoff erwidert darauf, daß er bei den ersten Vernehmungen nicht die Wahrheit gesagt habe, weil er nicht zugeben wollte, aus Rußland nach Deutschland gekommen zu sein. Er habe befürchtet, daß man ihn den bulga- rischen Behörden ausliefern werde. Spa­ter habe er doch dem Untersuchungsrichter die Wahrheit gesagt.

Die Verhandlung wird dann auf Samstag vertagt.

van der Lubbe verneint beide Fragen.

Dem Angeklagten Dimitroff wird darauf das Buch in die Hand gegeben; er behauptet, daß die Ankreuzungen jetzt ganz schwach seien, wahrend sie bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung fest und stark eingezeichnet waren. Er knüpft daran die Schlußfolgerung, daß die Zeichen von eine ran - deren Hand gemacht worden seien. Der Ober­reichsanwalt weist darauf hin, daß das Buch in­zwischen durch viele Hände geg ang en fei, so daß es ganz erklärlich wäre, wenn sich die Zeichen etwas verwischt hätten. Die Sache wäre bedeutungsvoller, wenn die Zeichen jetzt stärker wären als damals. Der Oberreichsanwalt fragt bann Dimitroff, ob bas Buch ihm gehöre.

Dimitroff: Ich habe so ein Buch gehabt, ob es aber dieses Buch ist, weiß ick nicht. Dieses Buch ist mir von der Polizei vorgelegt worden, und für die Polizei übernehme ich keine Garantie

Dem Angeklagten werden mehrere Zettel vor­gehalten, die in dessen Aktentasche und Koffer ge- | funben worden waren. Dimitroff erklärt, daß sich diese Zettel durchweg auf die Tätigkeit m Bulgarien ^E^er Vorsitzende bann einen Zettel verliest, auf bem es heißt:Auswertung unjerer Presse in Wien, Prag, Basel unb Metz f u r Deutschlan b", meint Dimitroff, das bedeute nicht für Deutschland. Die kommunistische Presse sollte ausgewertet werden für die Iiftorm^rung bulgarischer Arbeiter über die Lage in Deutschland.

Der Vorsitzende betont, daß man nach dem In- halt dieses Zettels die Auslegung Dimitroffs kaum annehmcn könne. m

Dimitroff widerspricht gereizt, worauf der Vor- sitzende ihm Schweigen gebietet.

Präsident Bünger verweist dann auf einen an- deren Zettel, auf dem steht:Erhaltung der Verbindung zwischen d e r d e u tfd)cn Partei und den anderen ß a n b e r p ar­te i e n. Zustimmung." h

Dimitroff antwortet, das verstehe er nicht, unb sucht bann mieber erregt Ausfluchte, obwohl der Vorsitzende ihm Schweigen gebietet. Noch kurzer Besprechung mit dem Senat erklärt der Bor sitzende, daß er jetzt das letztemal ein solches Verhalten de^ Angeklagten zugelassen habe.

Präsident Bünger hält bann Dimitroff weitere Notizzettel vor, in denen nicht von Bulgarien die Rede i[L Dimitroff kommt dennoch bei allen diesen

Wettervo rauss age.

Da von Westen her kräftiger Luftdruckfall einsetzt, verlagert sich der hohe Druck nach den Donauländern hin. Bei meist südlichen Winden wird das Wetter zunächst noch trocken bleiben, doch gelangt durch die neue Störung sehr warme Luft östlich vor, die sich auf die Temperaturen auswirken und Milderung bringen wird. Beim Aufgleiten der Warmluft ent­stehen aber Dunst- und Wolkenbildungen, späterhin sst mit dem Auftreten von Niederschlägen zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: Im ganzen milder, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, vor­erst noch trocken.

Aussichten für Montag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich weiter ausgleichend, einzelne Nieder« ^Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 7,9 Grad; am 7. Oktober: morgens 3,3 ©rat). Maximum 18,3 Grad, Min>- mum 2,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm -Liefe am 6. Oktober: abends 11,6 Grad; am /.Oktober, morgens 8,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 3 Stunden.

Angeklagter Torgler: Etwa um 9.30 Uhr habe ich habe ich ;um ersten Blale beim Untersuchungsrichter angerufen, und meine Frau sagte mir am Telefon gesehen. Ich habe ihn vorher nie gesehen, weinend, daß eine polizeiliche Durchs u - Das ist polizeiliche Mache!

chung der Wohnung stattgefunden habe. Ich habe Vorsitzender: Sie würden sich nicht so aufregen, meine Wohnung auch nicht gemieden. Dazu hatte | roenn ble Sad)C 5ie roicnid) nicht berührte. 3hre Aufregung ist der beste Beweis, daß da etwas nicht in Ordnung ist.

Dimitroff ruft: Ich bin entrüstet, weil die An­klage in dieser Weise konstruiert ist.

worden. Kurz nach 8 Uhr wurde Frau Torgler ans | Vorhaltungen mit der stereotypen Antwort, er habe Telephon gerufen. Frau Torgler ging an den «seine bulgarischen Genossen über die Apparat. Eine Dame wollte mit ihr eine Zusam- Verhältnisse in Deutschland infor- mentunft verabreden. Frau Torgler lehnte das aber vieren müssen und habe sich zu diesem Zweck die ab mit der Bemerkung, sie habe unerwartet Notizen gemacht. Nun verliest der Vorsitzende einen Besuch bekommen- Zwei Stunden spater bej dimitroff gefundenen Brief mit der Ueberfchrift fX 5rUau6eÄ aaOt"9erbU=f rn Ä5 e . m u t r und mit drr UnttrfW Sani, ei noch da. Die Kriminalbeamten hatten den 3n diefem Brief wird gefagt, es feien versehentlich Eindruck, daß Torgler durch eine Mittels- 20 Mark von Bergfon an Schmidt gesandt worden. Person hatte anrufen lassen, um zu dieu n s", a l f o den Unterzeichnern, ge- erfahren, ob die Polizei hinter ihm her wäre. Er hören. Der Adressat wird gebeten, die 20 Mark sagte vorher, er habe seine Frau selbst Iuns" zurückzufenden.

angerufen. Dimitroff ruft in großer (Erregung: Diesen Zettel

Nun wurde der Angeklagte Popoff vernom­men, mit dem die Verständigung durch den Dolmet­scher erfolgen muß. Zunäcyst sind bei Popoff fünf Quittungen im Gesamtbeträge von das nicht ganz glaubwürdig ist. 3n den Schriftstücken. I 303,40 Mark gefunden worden die in der Zeit die bei Ihnen gefunden wurden, wird von der i n - ^om 14. bis 26. Februar aus gestellt w^den ft d. ter nationalen kommunistifchen Arbeit gefpro- g b9en und mit dem Namen Peter unter- chen. Ganz besonders wird von der kommunistischen » j^t. Poposf erklärt dazu, dieser Peter habe in Partei in Deutschland gesprochen. seinem Auftrage in der Hauptsache russische

Dimitroff: 3ch habe schriftlich und mündlich er- Zeitungen, aber auch russische Bücher gekauft klärt, daß ich bei meiner ganzen Tätigkeit im Aus- und na ch Bulgarien gesandt. Dafür sei das lande mich nur mit der Arbeit für die Geld aufgewendet worden. Wie der wirkliche Name Bulgaren befd)äftigt habe. 3d) verlange von des Peter lautete, wisse er nicht.

mein Mnftägeta nnbefftrifba« Bemeife bafüt, t>«6 {"e,cnr ^^'"»450^ 510

id) eine andere Arbeit getan habe. Dollar und 300 Dollar, die der Angeklagte Popoff

Vorsitzender: Wenn bei 3hnen so viele Qn eincn geroijfen Bruno geleistet hat. Popoff Schrift ft ücke gefunden worden sind, die die er£lärt hazu, daß das ein Bulgare sei, der gesamte kommunistische Politik betreffen, dann im Auftrag der bulgarischen kommunistischen Partei scheint mir das ein Beweis dafür zu fein, daß Sie nach Berlin gekommen sei, um von ihm die Sum- nicht bloß für Bulgarien gearbeitet Haden. Außerdem men ausgehändigt zu erhalten. Es handele sich um haben Sie doch mit Rußland und Moskau viel Ber- Summen, die von Emigranten für b<e ' Partei m Bulgarien gesammelt wor-

reyr geyavi. ben re-ien Das Geld sei ihm vorher von einem

2Iuf die Frage des Besitzenden, warum er sich das bulga'ri[c£)en Emigranten aus Paris überbracht wor- Buch »De w a f f n e t e r A u f ft a n<b , bas eir benT Der Angeklagte betont, daß er B r u n 0 n i ch t Lehrbuchs über den Aufstand darstelle, verschosst habe 2Iuf den Hinweis des Vorsitzenden, daß

erklärt Dimitroff, daß er keine Verantwortung für Einern Unbekannten doch nicht fo hohe dieses Buch zu tragen bade. Er habe es bereits im I mmen übergebe, erwiderte Popoff, er fei vor -

A°hre 1930 als ganz legaleBroschure m einerBuch- Summen, uv g^, Vb e r die An-

Handlung gekauft, also zu einer Zeit, als das Reichs- . Brunos benachrichtigt worden,

gericht die Beschlagnahme des Buches noch nicht aus- -un f t lsruitos oenacy^

gesprochen hatte. Er habe es übrigens nicht bis 3U $ hm^ feftg9fteUt bQ£ ber9 Angeklagte

©nbe gelesen . , M h - - h Popoff bei feiner Verhaftung 163 Stück Fünf-

Dec Vorsitzende weist darauf hin, daß in dem Z^llar-Scheine, also einen Betrag von mehr als Reiseführer auch die Mittenwalder Straße und ® >e §00 Dollar, bei sich trug. Popoff erklärt dazu, daß n i e d e r l ä nd i f ch e Gesandfchaft onge- aud) dieses Geld aus Frankreich kreuzt feien. Dimitroff erklärt, er habe das nicht Rammte. Auf einen Vorhalt des Vorsitzenden getan. erwidert Popoff, alle diese Zettel bewiesen zur

Vorsitzender: wenn man annimmt, daß Sie van Genüge, daß er im Auftrage b er Partei der Lübbe kennen, so könnte die Möglichkeit g e h a n d e 11 habe, daß er dort auch genau ab- feltew M^bbe^-uchg-hab. »er Au.

mmiMf etHäd ?aü"94 nan L'eubbe Setzte den Auftrag galten habe, in Deutlchlaud