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Samstag, 7. Moder 1933
183. Zahrgang
Nr. 235 Erstes Blatt
OiplomatischeVorbereitung der Abrüstungskonferenz
Oie Reichsregierung
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Seite wird ferner nach wie vor der grundlegenden Forderung auf wesentliche Herabsetzung des gesamten Rüstungsstandes der übrigen Großmächte bereits in der ersten Etappe festgehalten. Das Schicksal der Abrüstungskonferenz liegt somit allein in den Händen der Gegenseite. Die Großmächte werden jetzt gegenüber dem grundsätzlichen deutschen Standpunkt ihre endgültige Auffassung bekanntzugeben haben.
Ein Mussolini-Interview.
Paris, 6.DEL (WTB.) Mussolini hat in Rom einen Mitarbeiter des „Echo de Paris" empfangen, der die Rede auf die italienisch-französischen Beziehungen brachte mit dem Hinweis darauf, daß Italiens ungeheure Militärmacht doch gegen irgendjemand gerichtet fein müsse und daß
Durchsichtige pariser Pressemanöver
Frankreich hat keinen Grund verschnupft zu sein.
übermittelt den Regierungen Italiens und Englands ihre Stellungnahme.
zeichnend, die höhere Kaste: also ärmer und einfacher, doch im Besitz der Macht". Wenn ein Spengler das Dritte Reich als die verkappte Diktatur des Proletariats bezeichnet, hat er vielleicht an dieses Nietzsche-Wort gedacht, aber er ist haßerfüllter und verständnisloser als der Philosoph von Sils-Maria. Weltenfern liegt dieser Gehirnkonstruktion die soziale Wirksamkeit in jeder einzelnen Phase der deutschen Geschichte, die eines Stein, Bismarck und heute die Uebereinftimmung des mystischen und materiellen Wollens der Massen mit dem ihres Führers. Wir brauchen nur den unermüdlichen Kampf Hitlers um Frieden und Brot zu betrachten, um zu erkennen, daß der Staatsmann andere Aufgaben hat, als den Raubtierinstinkten zu fröhnen. Die Ideen des Preußentums und des Nationalsozialismus haben innerhalb einer Gemeinschaft von Raubtieren keinen Platz. Da aber das deutsche Volk seit Jahrhunderten immer wieder zu sich selber und zu seinen guten Eigenschaften zurückgefunden hat, erweist sich die Spenglersche Raubtier-Perspektive als verhängnisvoller Trugschluß eines Mannes, der nicht das Leben sieht und schildert es vielmehr als einer Theorie, die am Schreibtisch entstanden ist, unterordnet.
Den Kritiker Spengler muß man ablehnen, Spengler als Mahner aber verdient Beachtung. Denn der weltpolitische Ueberblick, den Spengler in seinem neuen Buche vermittelt, eröffnet den Blick für die großen Gefahren, die Deutschland, wie es wirklich ist, drohen. Die Welt ist in Bewegung, kommende Auseinandersetzungen zeichnen sich am weltpolitischen Horizont ab, das Wettrüsten der Staaten erfüllt die politische Atmosphäre mit einer unheilvollen Elektrizität. Aber auch hier wird die Gefahr nicht dadurch abgewendet werden können, daß brutale Gewalt gegen brutale Gewalt gesetzt wird. Denn auf die Dauer siegt doch die große Idee über die Gewalt. Die Idee aber entspringt nicht den Instinkten des blutdürstigen Raubtiers, sondern den ewigen Kräften des Herzens,
als wichtigster der Nachbarn Italiens nur Frank« reich in Frage komme. Der Mann auf der Straße ... bei Nennung dieses Begriffs unterbricht Mussolini feinen Besucher und erklärt: Spre- chen Sie mir nicht von dem Mann auf der Straße, Das ist eine angelsächsische Erfindung. Ich kenn« diesen Herrn nicht. Natürlich gebe es, fahrt Mussolini fort, in den Beziehungen von Volk zu Volk Höhen und Tiefen. Wenn man erkläre, daß Frankreich Italien nicht immer begreife, fei zu er- widern, daß Italien Frankreich nicht stets verstehe und das Italien keineswegs Anlaß habe, ewig und immer zufrieden zu (ein. Der Faschismus wolle nur Öen Frieden und arbeite nur für den Frieden. Wenn ich — schloß Mussolini — ein star- kes Italien will, geschieht es um seiner selbst willen, damit man auf es hört und damit man es respektiert.
Deutschlands Standpunkt unverändert.
Auch Norman Davis in Kenntnis gesetzt.
G e n f, 6. Okt. (TU.) Die deutsche Regierung hat heute der englischen und italienischen Regierung in Weiterführung der in den letzten Wochen in Genf geführten Verhandlungen Über die Abrüstungssrage ihre Stellungnahme zu den Hauptpunkten dieser letzten Besprechungen übermittelt. Die deutschen Mitteilungen sind gleichzeitig in Genf eingetroffen. Es handelt sich hierbei keineswegs um neue deutsche Vorschläge, auch nicht um eine Ergänzung, vielmehr um Erläuterungen bzw. Präzisierungen der in den letzten Verhandlungen geltend gemachten grundsätzlichen deutschen Auffassung. Die englische Regierung hatte ihrerseits besonderen Wert auf ergänzende deutsche Mitteilungen gelegt und die deutsche Regierung dringend ersucht, nähere ® e ft immun g e n der einzelnen Punkte des deutscken Standpunktes noch vor dem Zusammentritt des Präsidiums der Abrüstungskonferenz am Montag zu übermitteln.
Einer der deutschen Vertreter bei den kommenden Verhandlungen über die Abrüstungsfrage, der deutsche Gesandte in Bern Freiherr v. Weiz- säcker, hatte bereits heute abend eine Besprechung mit dem amerikanischen Hauptdelegierten Norman Davis, den er analog den in Rom und London gemachten Mitteilungen über die deut- sche Auffassung unterrichtet hat. Weitere Be- fprechungen werden wahrscheinlich folgen, wenn Oer erste Delegierte Deutschlands auf der Abrüstungskonferenz, Botschafter Nadolny, am Sonntag in Genf eintrifft.
Die deutschen Forderungen sind bekannt. Wir bestehen darauf, daß bereits in der er ft en Periode der abzuschließenden Konvention Deutschland entsprechend der uns zugestandenen Gleich- Berechtigung diejenigen W a f f e n z u g e st a n- den werden, die es z u feiner Verteidigung braucht und die die andern nicht ad- schaffen wollen. Das Maß dieser Forderung hängt lediglich davon ab, in welchem Umfang die hochgerüsteten Staaten bereit sind, bereits jetzt bindende Verpflichtungen über die Abrüstung ihres Kriegsmaterials einzugehen. Wenn man Deutschland, wie es der englische Plan bekanntlich vorsieht, ziffernmäßig ein H e e r von 200 000 Mann zugesteht, so ist es selbst- verständlich, daß dieses Heer qualitativ eine andere Bewaffnung erhält, als es augenblicklich der Fall ist. In diesem Zusammenhang ist I es ganz natürlich, daß uns über den V e r s a 11 - her Vertrag hinaus diejenigen Was - fengattungen zugestanden werden, die die andern aufgrund einer internationalen Konven- I tion nicht abschaffen wollen. Eine internationale Kontrolle ist nur annehmbar, wenn sie gleichmäßig auf alle Staaten Anwendung findet und sofort in gleicher Welfe wirksam wird. Daraus ergibt sich, daß die französische These der B e w ä h r u n g s s r i st für die nur auf Deutschland abgestellte internationale Kontrolle nicht annehmbar ist. Auf deutscher
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Chefredakteur:
Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.
Gut und Böse" 197): „Man mißversteht das Raubtier und den Raubmenschen (z. B. Eäsare Borgia) gründlich, man mißversteht die „Natur", solange man noch nach einer „Krankhaftigkeit" im Grunde dieser gesündesten aller tropischen Untiere und Gewächse sucht, oder gar nach einer ihnen eingeborenen „Hölle" —: wie es bisher fast alle Moralisten getan haben." Diese Herrenmoral prägt fich, wie Spengler von Nietzsche entnimmt, darin aus, daß die Geschichte Cäsaren zum Endzweck habe, Volks- verächter, die die Massen als Schemel ihrer Füße ansehen. Daher auch bei Spengler die Verachtung der Masse, das Leugnen jedes sozialen Gemeinschaftsgefühls, der billige Hohn über Lohnbewegungen und Bildungstendenzen des Volkes, das Freisprechen der Führerschaft vom sozialen Verantwortungsgefühl. Brutale Machtmenschen voll politischer Befähigung, bedingungslose Verehrer der Gewalt, Eroberernaturen, skrupellos in der Wahl der Mittel, ohne die Anwandlung irgendeines Gewissens, verschlagen und verwegen, blutdürstig und vom Geiste der Vernichtung beseelt, so werden nach Spengler die Staatsmänner der Zukunft beschaffen sein. Für den Arbeiter, also den Menschen ohne Macht und Besitz, hat dagegen Spengler nur kalte Verachtung übrig. Er ist gut genug für eine moderne Form der Sklaverei, alles soziale Gefühl wird von Spengler mit Worten voll beißender Schärfe abgetan. Wie Spengler, kam auch Nietzsche dazu, die Massen aller Zeiten lediglich als Vorstufen für einen Gewaltmenschen hinzustellen. Wie weit dieses Denken bei Spengler führt, liegt der Gegenwart offen. Bei Nietzsche führt es zu bem Paradoxon, die Arbeiterklasse — und hier dachte Nietzsche fast wie ein Marxist, — müsse sich über die Bürgerclasse erheben, weil die Demokratie den Unglauben nähre: „Im Grunde sind wir allesamt eigennütziges Vieh und Pöbel". Noch Nietzsche hat im „Willen zur Macht" (496) die Idee: „Die Arbeiter sollen einmal leben wie jetzt die Bürger; — aber über ihnen, fich durch Bedürfnislosigkeit aus-
gung und nationale Sicherheit endlich durch effektive Abrüstungsmaßnahmen der hochgerüsteten Staaten in Angriff genommen werden muß. Gerade das ist es aber, was Frankreich hartnäckig zu tun sich weigert.
Diese abrüstungsfeindliche und damit den Interessen der gesamten friedliebenden Welt zuwider- laufende Haltung Frankreichs geht deutlich aus einem Artikel des „Petit Journal" hervor, m dem es heißt, es sei unklug, das französische Heer in der Absicht zu vermindern, Deutschland an einen Vertrag zu binden, der nur die Folge bedeutet, daß die deutschen Rüstungen insgeheim fortgesetzt würden. Deutschland, das seinen Abrüstungsverpslichtungen korrekt und loyal nachgekommen ist, muß sich solche tendenziösen Unterstellungen verbitten und kann seinerseits nuc immer wieder darauf Hinweisen, daß es gerade Frankreich ist, das seinen moralischen und iu- ristischen Verpflichtungen zur Abrüstung sich immer wieder zu entziehen versucht. Geradezu grotesk muß es aber anmuten, wenn in dem gleichen Blatt von einer Aufrüstung Deutschlands in Verbindung mit einer Abrüstung Frankreichs als dem Ergebnis der Abrüstungskonoention gesprochen wird. Derartige Manöver sind zu durchsichtig, als daß sie wirklich imstande wären, die Weltöffentlichkeit darüber zu täuschen, daß der Wi- derstand gegen eine Abrüstung und damit die fortdauernde Bedrohung des Weltfriedens von Frank« reich ausgeht.
England rüstet.
Das Flottenprogramm vorzeitig in Angriff genommen. — Hochdruck in Sheffield.
London, 6. Okt. (WTB.) Die Admiralität hat das erste Fahrzeug des Progra mm s d on 1933 in Auftrag gegeben. Es handelt sich um ein Konvoischiff, das nicht über 2000 Tonnen haben soll. Das volle Programm von 1933 umfaßt vier Kreuzer (wahrscheinlich einen von 7000 und drei von 5200 Tonnen), einen Flotil-
AllsderRaublier-pechektivel'
Zum neuen Buch Oswald Spenglers.
Der Zusammentritt des Völkerbundes in Genf und die täglich näher rückende Abrüstungskonferenz, die diesmal von schicksalhafter Bedeutung sein wird, lassen den Blick mehr als in den letzten dreioiertel Jahren auf das verworrene Gebiet der Außen- I Politik und der Stellung der Mächte zueinander I hinlenken. Große Geschichte wird immer außen - I politisch gemacht. Innenpolitik ist, auf die kür- I zeste Formel gebracht, die seelische, geistige und kör- I perliche B e r e i t st e l l u n g des Volkes für die außenpolitischen Entscheidungen. Es ist deshalb als ein grundsätzliches Verdienst anzusprechen, wenn Oswald Spengler in seiner neuen Schrift | „Sabre der Entscheidung" die außen- h politischen Gefahren und Möglichkeiten mit einer । überdeutlichen und oftmals schon grellen Schärfe ; aufzeigt. Zumal die deutsche Jugend hat in den , letzten 14 Jahren keinerlei Gelegenheit gehabt, in raumpolitischen Zusammenhängen zu denken oder ( aus eigenem Augenschein die Weltmächte kennen zu lernen. Hier die Blickbeschränkung auf die Innenpolitik durchbrochen zu haben, hier die stolzen und kriegerischen Seelen zur Bereitschaft aufgerufen zu haben, bleibt das Verdienst Spenglers, auch wenn man wesentliche Teile seiner Schlußfolgerung ablehnt.
Im einzelnen schildert Spengler die Welt, von der Deutschland umgeben ist, kennzeichnet das Abglei- ten Englands von der Weltherrschaft, die Angst der Franzosen vor der Möglichkeit einer Entwer- hing ihrer Ersparnisse, die Verlagerung Rußlands nach Asien, die feste Stellung Japans, die ver- hängnisvolle Wandlung im einst viel bewunderten I Dollarland und gelangt, in ausführlicher Darstellung der gefahrdrohenden „weißen W e 11 • r e d o I u t i o n" zum Entstehen des Bolschewismus und zu dessen Auswirkungen. „Die Gleichheit des Bolschewismus ist die Gleichsetzung des Volkes mit öem Pöbel, seine Freiheit ist Öie Befreiung von ber Kultur und ihrer Gesellschaft." Die Weltwirtschaftskrise dieser und noch sehr vieler kommender Jahre sei nicht, so erklärt Spengler, wie die West glaube, die vorübergehende Folge von Krieg, Revolution, Inflation und Schuldenzahlung, sondern in allen wesentlichen Zügen das Ergebnis einer ziel- bewußten Arbeit der Führer des Proletariats.
In dem ber „farbigen 23 e 11 r e d o l u t i o rt“ gewidmeten Schlußkapitel malt Spengler wieder I die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Ent- fcheidungskampfes der weißen mit der farbigen I Rasse aus. Neben dem Sieg des Arbeitersozialis- I mus über die Gesellschaft der weißen Völker sei der Gedanke an einen gemeinsamen Widerstand der gesamten farbigen Völker der Erde die zweite wirkliche Folge des Weltkrieges. Hier zeige sich die Quittung dafür, daß im Weltkriege auf europäischem Boden die Farbigen der ganzen Welt von Weißen gegen Weiße geführt worden sind. So sei der Weltkrieg zur Niederlage der weißen Rasse geworden. Heute durchschaue der in die „Geheimnisse" der Kriegsführung eingeweihte Farbige den Weißen, wenn dieser von „Menschheit und ewigem Frieden" rede. Die Farbigen seien nicht pazifistisch; sie würden das Schwert aufnehmen, wenn wir es niederlegen. Und die größte Gefahr würde fein, | wenn sich eines Tages Klaffenkamvs und Rafsenkampf zusammenfchlossen.um mit der weißen Welt ein Ende zu machen. „Wir haben vor den Augen der Farbigen unsere Kriege und Klassenkämpfe geführt, uns untereinander erniedrigt und verraten und haben sie aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Wäre es ein Wunder, wenn sie das endlich auch für sich taten? Hier, vielleicht schon in diesem Iahrundert, war en die letzten Entscheidungen auf ihren Mann. Wessen Schwert hier den Sieg erficht, der wird der Herr der Welt sein!"
So ist Spenglers Buch eine Kritik und eine May- nung zugleich. Von der Kritik muß heute verlangt werden, daß sie nicht aus eisiger Verstandeskalte, sondern aus einem mitschwingenden Herzen geübt wird. Spenglers Kritik jedoch — auch feine Kritik gegenüber Dem nationalsozialistischen Deutschland — kommt aus einem abstrakten Derstand, der kein blutwarmes Verhältnis zu den letzten Vorgängen in Deutschland hat. Wenn Spengler schreibt: „Ich schreibe nicht für Monate ober bas nächste Jahr, fonbern für die Zukunft. Was richtig ist, kann durch ein Ereignis nicht aufgehoben werden , fo vergißt er, daß schließlich die deutsche Revolution kein belangloses „Ereignis" ist, son- dem einen Vorgang von historischem Rang bedeu- tet der die Weltsituation von Grund auf verändert. Spengler hat in seiner Schritt, die $um größten Teil im vergangenen Jahr entstanden ist, nichts ge-
Gietzeim Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
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Berlin, 7. Okt. (CNB.-Funkspruch.) Die Mitteilungen, die die deutsche Regierung in unoerbind- sicher Form den Engländern und Italienern zu- gehen ließ, haben noch einmal den bekannten Standpunkt Deutschlands in der Abrüstungsfrage präzisiert, wie er sich aus dem selbstverständlichen Anspruch auf Gleichberechtigung und nationale Sicherheit ergibt. Es war klar, daß aus der vermittelnden Rolle, die von London und Rom im gegenwärtigen Stadium der Besprechungen eingenommen wird, sich die Notwendigkeit ergab, diese beiden Regierungen über bie beut’ s ch e Auffassung zu unterrichten. Die französische Presse nimmt bie Tatsache ber Nichtbenachrichtigung Frankreichs zum Anlaß, mit burchsichtigen Manövern bie Basis ber Erörterungen zu verschieben. Es muß höchstes Erstaunen Hervorrufen, ausgerechnet aus Frankreich in bie,em Zusammenhang Hinweise auf ben Diermächtepakt zu vernehmen, beffen Geist durch bas Vorgehen Deutschlanbs angeblich verletzt worben sei. Man hat von solchen Erinnerungen auf ben Viermächtepakt in Frankreich nichts ver- nommen, als in Paris vor dem Zu- ammentritt ber Völkerbunbsver- ammlung S o n b e r b e f p r e ch u n g e n ftatt« anben, obwohl es bei biefen ben Franzosen offen- kundig darauf ankam, ihren englischen Gesprächs- Partner auf eine den egoistischen Wünschen Frank- reichs entsprechenden Zeitpunkt f e st z u l e g e n.
Im übrigen dienen diese Manöver der französischen Presse, die sich anmaßt, Deutschland Beleh- rungen über die „Korrektheit" diplomatischer Aktionen zu erteilen, natürlich nur dazu, öie sachlich e n Momente zu verschleiern. Die öeut= scheu Erklärungen haben noch einmal klar unö deutlich erkennen lassen, daß die Reichsregierung an dem Macdonald-Plan fest halt und auf seiner Grundlage an der Herbeiführung der Abrüstungskonvention in der von Deutschland stets beachteten loyalen Weise mitzuarbeiten*gewillt ist. Es ist klar zum Ausdruck gebracht worden, daß Verwirklichung des Anspruches auf Gleichberechti-
unb Lebensgefühl erroiefen. In jeher Beziehung geht Spengler auf alte Auffassungen zuruck, dreht und wendet sich nur, um sich auf Den gegenteiligen Standpunkt zu stellen. Als Skeptiker verneint er bie bisherige stufenweise Entwicklung des alten Stänebeftaates mittelalterlicher Ausprägung über ben Absolutismus unb Liberalismus zum neuen Nationalbewußtfein, er verabscheut aus einer pessimistischen Grundauffassung alles Geschehens heraus, das aber nicht zur Mitleidsphilosophie eines Schopenhauer führt, jedes organische Werden, weil es nicht in seine Theorien paßt. Hinter ,eder funkeln- den Periode lauert der Doktrinär, ber aber nicht fähig ist, den Plan und Umriß eines Werdenden, geschweige denn eines Neubaues zu entwerfen. Ein wirklichkeitsfremder Gelehrter, der auch pol.tsich in beinahe nur astronomischen Zahlen und Zeitläuften denkt, verliert allzu leicht den Bl d! für die Wirklichkeit und Gegenwart. Die Lieblosigkeit der änbert I Kritik, wie Spengler sie übt, hebt auch da jede
Das' Bekanntnis des Reichskanzlers zur Stände- Wirkung auf, wo sie berechtigt ist, z^B or,^wo aemeinfchaft gipfelte im Bekenntnis zur sozialen Spengler mit Recht sagt, ^6 bie etgent cji ü STr" am feit jeglichen FÜHrertums unb in ber probe für bas neue Deutschland noch bevorstehe. Erenntnis daß fein 5taiü) fein kann ohne bas Dies aber braucht nicht besonders betont zu werben Derstänbnis unb bie Hilfe bes anberen. Damit ist beim Abolf Httler bentt "^./mcrers b das Führerprinzip aus ber ausschließlich machtpoli- in jeber Rebe zur Besonnenheck un ^?.en S.V.S"r'k.".S Ä.?X? "j ti s»
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dieser mit Behauptung unb Gegenbehauptung alle der Mensch sei das scheußlichste Raubter unö ö ^raaen lösende Theoretiker noch befangen ist im widerwärtige Pavian, und Nietzsche sagte in sei Den?en und in ber Vorstellungsweise ber Bergan- Willen zur Macht: „Wenn durch Uebung in eme ÄXn S Ä *es S Väe.
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