dienst« an. Der Altar der Kirche war mit geernteten Feldfrüchten geschmückt. In einer zu -erzen gehen- den Predigt pries Dekan Engel die Güte unseres Schöpfers, der uns auch in diesem Jahre wieder reichen Erntesegen beschert habe. Die Schulkinder trugen zwei Erntedonklieder vor.
Um 14 Uhr formierte sich an der Schule ein Fe st zu g, an dem etwa drei Viertel der Einwohnerschaft unseres Dorfes teilnahm. Voran marschierte eine Musikkapelle, es folgte dann die SA., der BdM, die NS-Frauenschaft, die Mitglieder der NSDAP, und die Ortsvereine. Die Erntewagen wurden vielbeachtet. Der erste Wagen mit jungen Burschen und Mädchen stellte die Ausfahrt zum Getreideschnitt bar, der nächste Wagen trug die zum Ausdrusch bereiten Garben, der folgende führte das ousgedroschene Stroh mit und der letzte Wagen trug die wohlgefüllten Säcke mit Körnern. Auf und zwischen den Wagen befanden sich noch Arbeiter mit allerlei Erntegerätschaften. An der Wirtschaft des Erich j) e n 3 e I in der Bahnhofstraße löste sich der Festzug auf und die Teilnehmer begaben sich in den Saal. Bald erschien Pg. Jung (Gießen) und hielt die Festrede. In ergreifenden Worten schilderte er den Wesens^ug des Nationalsozialismus und den Glauben unseres Führers an die unerschöpflichen Aufbaukräfte unseres Volkes seit den Tagen des Zusammenbruchs Pis zum Tage der Machtübernahme. Der Wille des Führers fei, alle Schichten und Stände unseres Volkes zu einer Volksgemeinschaft zusammenzuschließen. Auch dieser Erntedanktag solle sein Teil zum, Gelingen der Volksgemeinschaft beitragen. Mit dreifachem „Sieg -eil" schloß der Redner seine Ausführungen, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Anschließend sana man das yorst-Wessel-Lied. Don 17 bis 19 Uhr lauschte man den Übertragungen der großen Bauernkundgebung auf dem Bückeberg.
Göbelnrod.«
o Göbelnrod, 4. Oft. Auch in unserem Dorfe nahm der Erntedanktag einen würdigen Verlauf. Morgens nahmen die Organisationen und Vereine am Gottesdienst in der festlich geschmückten Kirche auf dem Wirberg teil, wo Pfarrer Scheuer über das Evangelium vom Scherflein der Witwe predigte. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf. In diesem kam in mehreren Gruppen die Arbeit des Bauern im Laufe des Jahres zur Darstellung. Anschließend fand bei der Schule eine Feier statt, die die Schulkinder durch Gedichte und Lieder verschönten. Auch der Gesangverein wirkte mit. In seiner Ansprache be-
tonie Lehrer AllendSrf-r, daß dieser Tag zum Danken aufrufe in Form freudigen Bekennens und freudigen Opferns gegenüber dem Führer, der in io kurzer Zeit so viel für fein Volk und für den Bauernstand getan habe. Gegen Abend horten die Einwohner die Rede des Führers an den Laut- sprechern, die in den Gaststätten und in der Schule aufgestellt waren. Um die Ausgestaltung hat sich Stutzpunktleiter -einrich Stühler sehr verdient ge- macht.
Ruppertsburg.
) ( Ruppertsburg, 5. Okt. Auch hier wurde das Deutsche Erntefest in würdiger Weise gefeiert. Rach dem -issen der Fahnen an Schul- und Rat- Haus, wobei der Gesangverein mitwirkte, begaben sich SA., SAR., SS., Frauenschaft, BdM., Krieger- und Gesangverein im Zuge zum Gottesdienst, in dem Pfarrer D. Fritsch Oie Festpredigt hielt. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die geschmückten Ortsstraßen nach dem Festplatz. In 7 Festwagen und sehr vielen Gruppen zu Fuß waren die Arbeiten und Freuden des Bauern im Laufe des Jahres geordnet nach den vier Iah- reszeiten dargeftellt. Auf dem Feftplatze richtete zuerst der örtliche Bauernfachberater Wilhelm -orst Mahnworte an die Bauernschaft, worauf Pfarrer D. Fritsch die Festrede hielt. Umrahmt waren die Reden von dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes.
Salzböden.
* Salzböden, 6. Okt. Unter großer Beteiligung wurde am Sonntag das Erntedankfest gefeiert. Arn Nachmittag bewegte sich ein Festzug, der die Jahreszeiten und die Arbeit des Bauern versinnbildlichte, durch die Straßen des Dorfes, -ierbei sah man wieder einmal die Mädchen in der alten kleidsamen Bauerntracht. Nach der Auflösung des Zuges fand man sich im Lokal Weisbrod und hörte die Rede des Reichsyiinisters D a r r 6 und des Reichskanzlers vorn Bückeberg. Der Abend wurde in gemeinsamer Unterhaltung bei Gesang und Tanz verbracht.
Fronhauseri.
Fronhausen, 5. Okt. Am vergangenen Sonntag wurde auch hier das Erntedankfest in würdiger Weise begangen. Aus den umliegenden Nachbardörfern und von Marburg waren zahlreiche Besucher gekommen, um den Festzug zu sehen. Der Festzug, der aus 27 verschiedenen Gruppen bestand und besonders die Arbeit des Bauern versinnbildlichte, an dem aber auch die Organisationen der NSDAP., die
Vereine und die -andwerker teilnahmen, wurde mit großer Aufmerksamkeit betrachtet und löste allgemein viel Freude aus. Als der Festzug auf dem Weg durch die Straßen am Kriegerdenkmal angekommen war, hielt Pfarrer Weder die Erntedankrede und gedachte dabei vor allem des Volkskanzlers Adolf Eitler, und des Reichspräsidenten o. - i n b e n • bürg. Gott habe eine reiche Ernte geschenkt, dafür müsse der Bauer dankbar sein und nicht vergessen.
auch denen zu geben, die Not leiden müßten. Die Gemeinde sang sodann ein Lied, der Kirchenchor einen Choral. Bürgermeister Rauch und Gruppen, führet Dr. Welbrecht hielten ebenfalls kurze An» sprachen. Am Abend fand sich die Jugend in alten Bauerntrachten zum Tanze ein. Nachdem man noch die Uebertragung des Erntedankfestes vorn Bücke- berg gehört hatte, fand am Abend noch ein (Ernte, dankgottesdienst statt.
Die AmlSschilder der Reichsbehörden.
Aus dem von Pg. Dr. Frick geführten Reichs- Ministerium des Innern wird mitgetcilt:
„Aus nationalen Kreisen sind Einwendungen gegen die Amtsschilder der Reichsbehörden, die den schwarzen, rot bewehrten Adler auf goldenem, ober rot-gelbem Unter- gründ zeigen, mit der Begrünbung vorgebracht worden, die Beibehattung dieses Untergrundes bedeute eine Konzession an die Anhänger des bisherigen Systems. Dies« Auffassung ist irrig.
Der Reichsadler ist im Schilde, also als Reichs- wappen, nicht erst seit 1918, sondern seit Jahr- Hunderten auf goldenem, bei Anwendung anderer Stoffe als Metall auf gold-gelbem Grund dar- gestell twordeo. Rach einer noch vorhandenen Abbildung aus dem 14. Jahrhundert ist der Reichsadler im Wappenschild schon damals auf goldenen Grund geführt worden. Das Wappen- schild des Römischen Reiches Deutscher Ration war stets der Adler im goldenen Feld.
Getreu dem alten, ehrwürdigen Reichssymbol wurde bei der Kaiserproklamation zu Versailles am 18. Januar 1871 ein goldgelbes Wappenschild mit dem schwarzen, rot bewehrten Adler verwendet. Sodann hat Kaiser Wilhelm I. auf Antrag des Reichskanzlers Fürst von Bismarck durch Erlaß vom 15. Oktober 1871 bestimmt, daß das kaiserliche Wappen, das gleichbedeutend war mit dem Reichswappen, einen goldenen Schnitt mit dem schwarzen, rot bewehrten Adler zeigt. Der gleiche Erlaß schrieb für die Standarte des Kaisers gelbe Farbe (gold-gelb gefärbtes Segeltuch) vor, abwechselnd mit dem schwarzen, rot bewehrten Reichsadler und der Reichs-Krone betreut, darauf das Eiserne Kreuz mit dem kaiserlichen Wappen, d. h. dem kaiserlichen Adler auf gold-gelbem Schilde. Diese Kaiserstandarte wurde zum ersten Male am 16. Oktober 1871 auf
dem Schloß zu Berlin gesetzt, als im Weißen Saal die Eröffnung des Reichstages ftattfanb. Der Ober, zeremonienmeister und Chef des -eroldamtes. Dr. Graf Stillfried, schrieb über dieses historisch denk, würdige Ereignis: „Als der Kaiser sein Palais Unter den Linden verließ, senkte sich die auf dem» selben wehende purpurne (preußische) Königsflagge: gleichzeitig aber stieg auf dem Schloß langsam die
willst du ein deutscher Bürger fein. So kauf auch deutsche waren ein, Tlur dieser ft auf gibt Arbeit. Brot Und hilft uns aus der wirtfchaftsnot.
Kaiserstandarte empor, und als der Kaiser in bas Schloßporlal einfuhr, war sie vollständig gehißt und stand im Winde ohne eine Falle, prächtig golb» alänzend anzuschauen und von dem zahlreich versammelten Publikum bewundert angeftaunt.
Bei der späteren Aenderung der Form de» kaiserlichen Adlers (Reichsadlers) wurde der goldene Untergrund im Wappen stet» beibebalten.
Der goldene (goldgelbe) Untergrund im Wappen, schilde beruht somit auf alter Tradition. Seine Ersetzung durch einen silbernen (weihen) Untergrund würde der Ueberfieferung des Reiches nicht entsprechen. Auf silbernem (weißen) Unter, gründ stand von jeher der Adler im preußischen Wappen, nicht aber im Reichswappen.
Zu einer Beseitigung der Amtsschil. der der Reichsbehörden liegt also zunächst kein Anlaß vor. Ob das Reichs, wappen mit dem Symbol der nationalen Erhebung, I dem -akenkreuz, etwa durch Auflegen eines -erzfchildes vermählt werden soll, bleibt künftiger I Entscheidung vorbehalten.
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