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Nationaler Kitsch und kitschiger Nationalismus
Rufe au
Der Dinker steht vor der Tür! Schon haben viele Volksgenossen durch die tatkräftigen Maßnahmen unserer Regierung wieder Arbeit und Brot ge- unden. Aber noch sind viele auf die Hilfe ihrer deutschen Brüder angewiesen. Roch liegen große Aufgaben vor un». helft alle Helsen! Gebe eder so viel er kann, damit das Wort des Führers in Erfüllung geht: „3n diesem Winter darf niemand hungern und frieren“.
Diele Sammler und Sammlerinnen stehen im Dienst der Sache und werden am morgigen Sonntag von Tür zu Tür gehen und sammeln und auch auf den Straßen Spenden entgegennehmen. Ls ist jedem
Kitsch entschieden verbittet, ebenso bestimmt auch >eden kitschigen Nationalismus von sich weist. Pg. Zullmann griff in seinem oft von letchaftem Beifall unterbrochenen und am Schluffe mit starker Zustimmung unterstrichenen Vortrage eine Anzahl von fallen des nationalen Kitsches heraus, um darzutun, wie übel diese Geschäftemacherei auf den ehrlichen Nationalsozialisten wirkt. In feinen tempern- mentoollen Ausführungen sagte er u. a.:
wer nationalen Kitsch kauft, zeigt damit, daß er ein kitschiger Rationalist ist.
Die Erziehungsoufgabe des Nationalsozialismus muß auch dahin gehen, daß jedem deutschen Volks- genosien beigebracht wird, was nationaler Kitsch ist. und daß er die nationalsozialistischen Symbole zu respektieren und heilig zu halten hat. Die Stan- barte z. B. ist für den Nationalsozialisten ein Gegenstand der unbedingten Verehrung. Wenn der deutsche Bürger beim Dorbeitragen der Standarte oder der Sturmfahne grüßen will, dann hat er das nicht mit halb erhobener rechter Hand zu tun. sondern er hat den rechten Arm wirklich gestreckt in der bei Nationalsozialisten üblichen Weise emporzuheben. Wer dos nicht kann hat wegzugehen, wenn er nicht riskieren will daß ihm die richtige Grußform beigebracht wird ' Wer den rechten Arm nur zur Hälfte erhebt, zeigt damit er ein kitschiger Nationalist ist.
Die Rakionalso^iolistrn verlangen auch von der Geschäftswelt, daß sie eifrig mithilft. da, Programm des Führer» zu erfüllen.
“ Derwaltungs-Sonderzug nach Frankfurt. Falls der Verwaltungssonderzug, *“**■ ----hen Sonntag nach Frankfurt ge-
..Wir sind das Heer vom Hakenkreuz.
hebt hoch die roten Fahnen!
Der deutschen Arbeit wollen wir.
Den Weg zur Freiheit bahnen!“ (Langanhaltender lebhafter Beifall). Anschließend brachte der Ns -hago-Kreisführer Pg. C ch i m m e I Dreimalige, *•—«-*—• ----- —
dm eines großen Mannes“. Mitgliedskarten und Theaterkarten für diese Vorstellung werden heute von 16 bis 20 Uhr. an der Theaterkaste ousge- geben. Auf die heutige Anzeige fei besonders hin- gewiesen.
** B e f u chszeiten der Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß und das Lotter- mufeum im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet Auch das Kriegs- mufeum im Neuen Schloß ist zu denselben Stunden wieder zugänglich.
Volk ins Theater!
Don Paul Nieren.
loffen »nd Genossinnen.
Gelegenheit gegeben, durch sein Opfer mil- zuhelfen i m Kampf gegen hunger und Kälte und das werk fördern zu helfen, dos sich das winlerhilfswerk des Deutschen Volkes zur Auf- gäbe gemacht hat.
Zeigt, daß ihr Deutsche Sozialisten der Tat seid!
helft euren Brüdern, denen ee durch die Fehler der Vergangenheit unmöglich gemacht ist, sich selbst zu erhallen!
Gießen, den /.Oktober 1933.
heil Hitler!
Gez. K l ö ß. kreisleiter der RS.-volkswohlfahrt
Es wird für die durch Las Vertrauen der Füh- rung berufenen Männer nicht leicht fein, die deutschen Theater wieder bewußt in den Dienst des wahren Deutschtums $u stellen. Die Theaterleiter werden und müssen diejenigen sein, die den Weg zum deutschen Nationalcheater am totkrästigsten bahnen können. Denn die dramatische Kunst wirkt am unmittelbarsten und stärksten auf uns, sie kommt aus der Seele des Volkes und soll auch wieder zum Volke in seinen breiten Massen sprechen. Wir vom Theater sind uns daher unserer Aufgabe auch bewußt:
die Kunst ist die nalionalsle Angelegenheit, die es gibt. Der Rationalsozialismus stellt daher die Bühne bewußt in den Dienst deutscher Kultur.
Aber die Theaterleiter und deren Mitarbeiter sind nur ein Teil der Kräfte, die das Theater des deutschen Volkes wieder aufbauen wollen und können. In der Hauptsache ist es das deutsche Volk selbst, das die — bisher auch bei guten, echten, durchaus deutschen Werken manchmal beschämend leeren — Theaterräume wieder füllen muß. Es war nicht nur der marxistische, oder liberalistische Spielplan allein, der manchen vielleicht vom Theaterbesuch abhielt- es kam eine große Portion Gleichgültigkeit breiter Volksschichten hinzu, die auch das gute Theater nicht besuchten, selbst wenn die Preise den wirt- schattlichcn Möglichkeiten des Einzelnen durchaus angeglichen waren. Hier gilt es wachzurufen und aufzurütteln!
Der schaffende Künstler wird freudig fein ganzes Können einsehen, damit deutsche Sprache und deutsche Musik, die unermeßlichen Schätze unserer Kultur, wieder geachtet und lieben gelernt
„Heil Hitler“ grüßen, der Gastwirt aber sagt „Ich , habe auch Andersdenkende hier“, so werden wir in
Zukunft den Gastwirt so lange einsperren, bis er gelernt hat, wie zu grüßen ist (Beifall).
Der deutsche Gruß heißt jetzt „heil Hitler“ und dabei ist der rechte Arm in gebührender weise zu heben.
Niemand in Deutschland darf sich einbilden, daß Adolf Hitlers Programm jemals geändert wird. Der größte Handwerker, Bauer, Denker und Dichter, Wissenschaftler und Arbeiter im neuen Deutschland ist Adolf Hitler. Deshalb verlangen wir auch, daß seine Symbole in würdiger Weise gegrüßt werden und daß niemand sie zu kitschigem Natio- nalismus mißbraucht. Deshalb gehen wir auch m i t aller Schärfe gegen den nationalen Kitsch vor. Wenn wir den nationalen Kitsch verbieten, so leitet uns dabei nicht nur die Ansicht auf unsere Bewegung, sondern auch die Rücksicht auf die SA. und SS. und die Opfer, die sie für die nationale Befreiung unseres Volkes ge- bracht haben.
wer ehrlichen herzen» und aufrechten Sinne» mit uns marschieren will, mag kommen und sich einreihen lassen, wer aber nicht mit dem Herzen dabei ist. mag wcgbleiben.
Es kommt immer darauf an, daß man sich auf- richtig zu der Idee des Führers bekennt, ohne dabei an die eigenen Belange zu denken.
Der deutschen Arbeit wollen wir den Weg zur Freiheit bahnen, die aber nur kommen kann, wenn das D o l k s i ch a b k e h r t o o n den g e ft r i g e n Begriffen, wenn es nur noch eins gibt: die Front der Nationalsozialisten vom Straßenkehrer und Bergarbeiter bis zum deut- Ichen Kaiser in Holland. Diese Idee ist so gewaltig und die dafür gebrachten Opfer sind so groß, daß wir uns eigentlich zu schämen haben, heute eine Aus- fteUung „Nationaler Kitsch“ machen zu müssen. Mit Entschiedenheit ist deshalb dagegen anzukämpfen, daß beim Verkauf von Waren die nationalsozialistischen Symbole mißbraucht werden.
wer waren von guter Qualität anzudielen hat, mag sie mit feinem Warenzeichen versehen, aber nicht mit den nationalsozialistischen Symbolen. Rur die Qualität der Waren, der deutsche königliche Kaufmann und die deutsche Hausfrau sind für den Absatz der Ware ausschlaggebend, nie- mal» aber eine Packung mit nationalem Kitsch. Die Hausfrau hilft im Kampf gegen den nationalen Kitsch am besten dadurch mit, daß sie diese waren einfach liegen läßt, und dann werden sie schon von selbst verschwinden.
Um diesen Kampf erfolgreich führen zu können, muß auch der politischen Instinktlosigkeit mit Nach- druck entgegengetreten werden. Wir wollen, daß der Nationalsozialismus eine Herzens- ange egen heit jedes deutschen Volk». 9enn°fle.n wird Wenn jeder Deutsche feinen inne- ren Schweinehund herausbringt, dann wird auch der
?±n? Lem' .?e.5f)Qlb f°rt mit dem nationalen SiPniJ?VOrt m,t dem kitschigen Nationalismusl Wir verlangen von jedem deutschen Volksgenossen, daß er geistig mit uns marschiert, wenn er in unfe- "r Gemeinschaft gehen will. Auf dem Wege der Le- galitat hat der Führer die Macht errungen. In glei- (per Legalität muß jeder sich zu unserer Arbeit stellen wenn er wirklich innerlist begeistert ist für oie Idee unseres Führers. Die nationalsozialistische Revolution war getragen von hohen Idealen und von neuen Begriffen. Auf dieser Grundlage werden wir auch den neuen Staat aufbauen und ihn einst oer Generation übergeben, die heute als Hitlerbuben heranwachst und sich für unser« Ziele begeistert.
Deshalb oerbUten wir an» auch eine verkil- schung unserer Bewegung und unserer Symbole, wir wollen aber keinen abstoßen, der ehrlich mit un» praktische Aufbauarbeit leisten will.
Wir wünschen. daß der bisherige Begriff „Patriotis- mus in Deutschland verschwindet und an feine cteile begeisterte Hingabe tritt. Wer mit uns marschieren will, muß sich zu dem Gelöbnis bekennen:
,ui?JVertn?r°k“n/.n Messe“ in der Volkshalle gibt die Polizeidirektion Gießen in einem Ausstel- lungsstand unmittelbar am Haupteingang der Halle einen vielseitigen Ueberblick über den nationale d" °°^üt>len Geschäftemachern nach
der nationalsozialistischen Revolution unter Miß. brauch der Symbole der NSDAP, auf den Markt gebracht wurde. Man sieht dort — um nur einiges äu erwähnen — Briefpapier, Federhalter. Bleistifte
^amPion9' Tapeten, Mückenschützer 3prr?,rrre'h®k“m2lb'?ae».UfakU'rD mit Hakenkreuzen.
bc9 Führers und Volkstanz- Ier Ucn?- b" Ministerpräsidenten ?2?eral. Goring auf die Körper von SA.- und «'s..Mannern aufgesetzt, um einem geschäftstüch- tigen Mode chneider als Anreißer zu Dienen. Ein be- kmber» übles vtuck hat sich die Zeitschrift eines ^undezuchterverbandes geleistet, die cs fertig brachte
®iUl e'nes Jungen mit einem Hund« adzu'- brurfen auf dem der Hund den Hitlergruh zeigt Daß Schokoladepackungen mit dem Hakenkreuz und äbm lipje gefcbmacflofe Verpackungen in dieser -arnm- hing nicht fehlen, verstört sich von selbst. Als Gan- Zes gesehen stellt diofe cdjau des nationalen Kitschs em für wahrhaft deutsche Begriffe beschämendes Zeugnis von Kultur- und Geschmacklosigkeit dar gegen die die Behörden mit Recht in strenger Weif« vorgegangen sind. u *
^T>iefe Kitschsammlung nahm am Donnerstagabend
(Saurefrner und Kreisleiter z.h.V. pg. Bullmann,
, 'fe. begeistert aufgenommene „Sieg Heil'“, -nu e auf den Führer aus. Sodann fang die Menge gemeinsam den ersten Vers des Horst-Wesiel-Liedä.
der für den morgig« ~ , __
fahren werden sollte, keine stärkere Beteiligung fährt, wird der Zug nicht verkehren. Ob der Zug fährt, erfahren Interesienten am Fahrkartenschalter.
Klavierschule Körner. Der Unterricht der Klavierschule Körner beginnt am Montag, 9. Oktober. Die Ausbildung erstreckt sich auf Elementar- und höheres Klaoierspiel, Theorie der Musik, zugleich auf Ausbildung des Gehörs durch Musikdiktat oder Tonsckreiben und Prima-vista-Singen oder Tonlesen. Gehörsübungen finden statt auch für solche, welche noch keinen ober keinen praktischen Musikunterricht hatten. Das durch diese Methode geweckte musikalische _ Dorstellungsvermögen wird auch jedem nicht ausübenden Musikliebhaber einen erhöhten Kunstgenuß im Zuhören bringen. Aus die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
Vermißter Hitlerjunge. Vermißt w'rd der Iunggenoste Joseph Heßler, Frankfurt am Main, Wasserweg 29. Mitglied des Spielmann- zuges des Bannes 186. Er ist von einer Uedungs- ftunde nicht zurückgekehrt. Falls er mit seinem Hitlerjugend-Ausweis versuchen sollte, in einem HI.- Heim ober in einem Braunen Haus um Unter- kunst nachzufragen, wirb um sofortige Meldung an den Oberbann I Frankfurt a. M. gebeten.
werden. Da» Volk in seiner Gesamtheit muß daher al» Besuchergemeinfchaft die Theater wirtschaftlich stützen und dadurch beweisen, daß die Künstler berufen sind, dem deutschen Menschen
aller Stände deutsche Kunst zu vermitteln.
Unsere bodenständigen Wort- und Ton-Dichter gaben und geben genügend Schaffenswerke, um bewußt und zielsicher d^i Weg zum deutschen Nationalcheater einschlagen zu können. Und diese Gewißheit ist für uns alle richtunggebend gewesen bei der Aufstellung des Spielplans für die Spiel- zeit 1933/34. Dramen und Schauspiele, aus dem Volkserleben heraus geschaffen und geboren, deutsches Leben aus Vergangenheit und Gegenwart in Wort und Ton gestaltet, gehen über die Bretter.
Dir wollen ein wirklich schöpferische», mit- reihende», jedem Volksgenossen verständliche» Theater, da» keine Angelegenheit für wenige „Intellektuelle“ ist, sondern ein Gemeingut der gesamten Bevölkerung.
Die darstellende Kunst der Bühne hat zurückge- fanden zu ihrem wahren Beruf. Es gilt jetzt die breiten Massen zu erwecken und zuzuführen 'dem nationalen deutschen Theater! Denn — mit den Worten des Intendanten anläßlich des Werbe- abends zu schließen —.„ohne Sie sind wir nichts, mit Ihnen sind wir alles!“. Nur so kann der 1. Ob tober 1933 als Tag des Beginns der neuen Spiel- zeit em Markstein werden in der Geschichte des «tadttheaters Gießen, und nur mit unseren Besuchern können wir verwirklichen
dem deutschen Volke da» deutsche Theater!
kommandiert zur Polizeidirektton Gießen zum An. 11 ^r Volkshalle' '^etwa LN'L ^onen energi ch und deutlich barzulegen. baS b" ^“onaUoji-’üomu. M ieb« «S™
erpenmental-psychologrschen und hellseherischen Bor- fu'hrungen zugewandt werden. Auf die heutige An- zeige fei besonders aufmerksam gemacht.
Gießener L-ochcnmarltpreise.
• Gießen, 7. Ott. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter, bas Psunb 1,20 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis’13, Wirsing (gelb), bas Pfunb 6 bis 8. dito (grün) ß bis 8, Weißkraut 5 bis 8. Rotkraut 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 20, dito (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 6, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Tomaten 7 bis 12 Pf., Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln 3'/r Pfennig, der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preiselbeeren, das Pfund 30 Pf., Aepfel 10 bis 20, .Birnen 8 bis 15, Zwetfchen 6 bis 8, Honig 30 bis 40, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80, Tauben, das Stück 45, Nüsse, das Pfund 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurfen 15 bis 25, Endivien 5 bis 15, Lauch 3 bis 8, Rettich 10 bis 15, Sellerie 5 bis 30, Radieschen, das Bund 10, Weißkraut, der Zentner 4,— Mark, Rotkraut 5,— Wirsing (gelb) 5,—.
• * Die Sprech st unden des Herrn Staatsministers werden für die Folge nur noch Samstags, und zwar vormittags von 8.30 bis 13 Uhr abgehalten. In personellen Angelegenheiten sind schriftliche Eingaben erforderlich.
** Zweite Vorstellung der „Deutschen Bühn e“. Am heutigen Samstag, 7. Oktober, 20 Uhr. findet die zweite Vorstellung der Deutschen Bühne, Ortsgruppe Gießen, statt. Zur Aufführung | gelangt ein heiteres Spiel um eine Bühne von Alfred Möller und Hans Lorenz: „Die Freun- |
Hundes auf dem Bild in der Zeitschrift des HmGe- Züchterverbandes sehen, dann ist es kein Wunder, wenn fie zu der Meinung kommen, in Deutschland habe man es nicht mit Nationalsozialismus, sondern mit Hurrapatriotismus zu tun. Diese Meinung ist natürlich ganz falte. Deshalb muß aber auch derartigen üblen Machenschaften mit oller Entschiedenheit entgegengetreten werden.
Wenn ein Spießbürger glaubt, die Hakenkreuzfahne aur Dekoration bei eaufgelagen verwenden zu dürfen, so werden wir ihm das Handwerk legen.
Die Hakenkreuzfahne ist die Fahne des schuftenden deutschen Volke», und solange sie über Deutschland weht, wird e» für da» deutsche Volk keine bolschewistische Gefahr geben.
Auch die s ch w a r z w e i ß r o t e Fahne, die jetzt unter dem Schutze de» Hakenkreuzes weht, ist eine anbere Flagge als die, die der Spießbürger heraus- hängt, der im Herzen kein Nationalsozialist ist. Wir verlangen von allen deutschen Volksgenossen, daß die Hakenkreuzfahne geachtet und gewürdigt wird. Wenn die Nationalsozialisten an einem Hause nur Die schwarzweißrote Fahne hängen sehen und dabei die Hakenkreuzflagge vermissen, dann wissen sie, woran Jie sind: entweder handelt es sich dabei um *,ner\ oder um einen Reaktionär. Da»
deutsche Volk hat sich für den Nationalsozialismus entschieden. In Deutschland gibt es letzt nur noch zwei Gruppen: die eine macht die ^ottttk, weil sie Nationalsozialisten sind, die andere, die Andersdenkenden, haben stillzuschweigen. Der Nationalsozialismus will keine Menschen, die da» Hakenkreuz auf den Hosenträgern tragen, sondern er verlangt, daß sie in ihrem Herzen Nationalsozialisten sind und auch mit ihr-m Kopfe und gegebenenfalls mit ihren Fäusten für die Bewegung Adolf Hitters eintreten. Bei dieser Gelegenheit ist auch
ein Dort an die Gastwirte
zu richten. Wenn her Nationalsozialist eine Gast- wirtschaft mit dem nationalsozialistischen Gruß „Heil Hitler“ betritt, glaubt mancher Gastwirt, diesen Gruß nur mit halb erhobenem Arm und dem Worte „Heil“ erwidern zu dürfen, weil auch „Andersdenkende“ im Lokal seien. Solche „Andersdenkende" gelten im nationalsozialistischen Deutsch- land nicht mehr. Den Gastwirten habe ich hiermit im Auftrage des Polizeiarnts zu erklären: Wenn wir in ein Lokal kommen und mit
fürchten müßte.
Sibirien sei an wirtschaftlichen Schätzen und an Bodenwerten ungeheuer reich. Die Vertehrsoerhält- nisse. wie sie gegenwärtig sind, verhindern aber jebe Auswertung dieses Reichtums. Zu riesigen Gebieten sei der Zu- und Abtransport nur über kleinste Verkehrsbrücken mit untauglichen Mitteln möglich. In Öen Flußtälem könnte wegen der ständigen Frühjahrs Hochwassergefahr keine Straße gebaut werden. Der Seeweg an der nordsibirischen Küste entlang fei noch nicht erschlossen. Kunstbauten im europäischen Sinne seien auf sibirischem Boden nicht möglich, da das Land an oersch'iMnen Stellen bis zu 120 Meter liefe gefroren und im Wechsel von Wärme und Kälte großer Bewegung ausgesetzt sei. Der Hauptbaustoff könne unter diesen Umständen nur das Holz sein. Gegenwärtig sei man bemüht, den Seeweg nach Sibirien wissenschaftlich vorzubereiten, die meteorologischen und geographischen Verhältnisse 3U erkunden, um der Schiffahrt Sicherheiten zu verschaffen. Für die wirtschaflliche Entfaltung Sibiriens werde deutsche Ingenieurkunst aufgerufen werden müssen, wenn die Projekte, deren tn Rußland sehr viele gemacht würden, jeweils zur Durchführung kommen sollen. Eine Möglichkeit, Sibirien zu erschließen, liege im Zeppelin-Verkehr, der mit verhältnismäßig einfachen Mitteln in die Wege zu leiten wäre. Allerdings fei die exakte Landvermessung hierfür eine unbedingte Voraussetzung. Mit den deutschen technischen und wissenschaftlichen Methoden wäre aber die Verkehrsentwicklung sehr wohl oorzubereiten und durchzuführen.
In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner an Hand von Lichtbildern mit den bisher ergriffenen Maßnahmen zur Erschließung des Seeweges, und schilderte besonders die zu diesem Ziveck errichteten Stationen. Schließlich ahen die Zuhörer noch einen interessanten Film von einer wissenschaftlichen Expedition nach dem Franz- Josephs.Land, nach her Teplitzbucht und dem nördlichen Eismeer, die der Vortragende an Bord des Eisbrechers „Malygin“ erlebte. Dabei hatte man Gelegenheit, die durch das System der „Flucht aus der Verantwortlichkeit“ des Einzelnen resultierenden unmöglichen nissischen Zustände kennen zu lernen. Der Redner schloß mit den Worten, daß der Boi- fchewismus für Deutschland eine völlige Unmöglichkeit sei, daß aber die wirtschaftliche Entwicklung in Rußland und in Sibirien für die deutsche Wirtschaft genau beobachtet bleiben müsse.
Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine fesselnden und vielseitigen Ausführungen.
VornüNzcn.
0 fl s f a l e n b c r für Samstag: Stadt- ^ater: 20 bis 22 Uhr. „Die Freundin eines aro6en Mannes . - Volkshalle/Liebigshöhe: 10 bl» 21 Uhr Braune Messe. - Casö Leib: 20.30 Uhr, gemeinschaftlicher Kommers aller Altersoereini- gungen der stabt Gießen. — VfB. 08: 20.30 Uhr
Generalversammlung. — 'JJlöbel- fabnf Karl Hahn: Möbel-Sonderschau in ben Aus- &Tflu-QUlncn' Löberstraße 17. - Lichtspielhaus. Bahnbofftraic: 16 Uhr. Märchen-Festvorstellung „Schneewittchen ; 18 und 20.30 Uhr. „SOS Eis- augÖM 17“^ tOria Ci^^PidC' beUersweg. „Schlepp- yeskalenber für Sonntag: Stabt- ^eamnrr:, .19:^0 bis 22 Uhr, „Schwarzwaldmädel". — VolkshaUe Liebigshohe. 10 bis 21 Uhr, Braune Uhr^ Kraftpojt-Gesellschaftsfahrt: Abfahrt 8 f Heimatvereinigung Schifsenberg: 15 Uhr. Familienzusammenkunft au dem Schiffen- - Möbelfabrik Karl Hahn: Möbel-Sonder- bel Ausstellungsräumen. Löberstraße 17. bii?Ste feBf'«?Al’nl’off,ro6e: 1115 Uhr. ,Len- nn!h mi (Kulturfilm): ab 15 Uhr. „Flucht
"OH „ch'k Else Ester und Georg Alexand^ M 17®f,oria-ßid)tfpicle, Seltersweg: ..Schleppzug ~ -SP? demStadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 8. Oktober, zu errnäßia- und außer AbonnemeMzun HÄ ff™' Op-rc‘le: ..Schwarzwaldmäbel“ mit 'n der Rolle des Bärbele. Die Mfenc\an^ "^cht nochmals darauf aufmerksam daß LL Operette nicht durch das äbonnemen^aebt «SäS» - £»;:•
Opmtttnprcife. epiribtiucr oon 2v"d!^22z/ubr
SW 1. öle TiciLop«"?;
20 bis 22 30 Uhr -"srtHag’1 13. onob“,"" Sorftellung Im firettag.8bonnem.nl CErftauffüV her Lustspiel-Operette. „Die !Dläiin»r U 0 fo...“ mit der Musik von Waller Kollo tung Heinrich Hub. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr — samstag. 14. Oktober. 20 Uhr. Deutsche Bühn? Ä 22.45 °°"
-Ga st soielBellachini in Gießen Der E^nmentaikünstter Bellachini. der schon öfter» „ Gießen gastierte, gibt am kommenden Dien*taü 10. Oktober. 20 Uhr, im (Xafi Iktb ein (BaftlpkT bas cm unterhaltsame» Programm bringen Sri’ Befonberc Aufmerksamkeit durste sicherlich seinen
4" erhalten hoffe. Der Bolschewismus sei übrigens nicht eine Angelegenheit des russischen Volkes, fon» bern lediglich die einer herrfchjüchngen kleinen Over- schicht. Das Kollektiosystem in der Landwirtschaft habe sich verheerend ausgewirkt. Die Entwicklung der Latewirtschast in Ruytand bewege sich absolut biametral zu her in Deutschland Die Viehzucht und die (tzetreidewirtichaft lägen völlig darnieder.
Trotz biefer Entwicklung müsse aber in Deutschland das nesige ruffische Gebiet gut im Auge behalten werden. Es gelte, eine Synthese zu finden zwischen deutscher und russiicher Wirftchait. unter völligem Ausschluß des Bolschewismus, ffienn der gegenwärtige politische Zustand in Rußland überwunden sei, dann müsse Rußland das Hauptabsatz- lanö für die deutsche Industrie werden. Für den deutschen Ingenieur gebe es in Sibirien die bent- bar größten Möglichkeiten der InteUigenzenttaltung. Zu berücksichtigen sei außerdem, daß in Rußland gegenwärtig manche» für die Bildung der Bevölke- rung getan werde, wenn diese Bildung auch nie an deutsche heranreiche. Durch den gehobenen Bildungsstandard seien auch die Bedürfnisse im Steigen. Gegenwärtig stehe aber der Wunsch weit hinter der Wirtlichkeit zuruck. In Rußland und Sibirien fehle, was die Dinge der Zivilisation anbe- treffe, selbst das Nötigste. Die Freiheit fei ungeheuer beschröntt. Die Lebensmittelversorgung liege völlig im Argen. Gut gekleidet und gut ernährt sei lediglich die GPU. Das Heer, das sich aus lauter Bauernsöhnen rekrutiere, habe zwar Waffen, aber keine Munition, da man sonst einen Ausruhr be-
«bolf Hitler meint e» nur gut mit der Wirt- fchast. der er mit allen Krotten heften will Not. wendig ist e» aber, daß der Deutsche auch hier E-n. —»। I


