Ausgabe 
7.9.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus der provinzialhaupifladt

Buntes Allerlei

und um M ü n

5 Minuten vor 12!

All-Abonnent des Sladtthealers Dein letzter Meldetermin läuft heute ab.

!>er Lunöesführung des öflerrei« tzcs meldet, baß her Sundes- arljemberg, nad/bem er am ffolini empfangen wor­in einer SonüeraMenz ootn gen wurde.

cgeu-Äusgude desberliner \\t wegen Beanstandung eines \e ©enerolfonobe befchlag-

5. September um 7.30 Uhr vom Lager Munstngcn den Vormarsch über LaichingenNellingen auf Amstetten anzutreten. Trennungslinie ist gegen den um 6.30 Uhr von Erbstetten auf Blaubeuren antretenden rechten Nachbarn MehrstettenSup- pingenReutti. Links des Detachements Brandt wird rote Kavallerie von Gammertingen auf Urach vorgehen. Auf blauer Seite werden neue Kräfte mit Bahntransport von Norden kommend auf Ulm herangeführt. Die vorausbeförderte blaue Abteilung K i e ni tz wird auf die Meldung vom Anmarsch des roten Detachements Brandt am 5. Septem­ber zwischen 4.30 und 10 Uhr in Geislingen und Amstetten ausgeladen. Um gegen diesen Feind vorzugehen und die Ausladung weiterer

Inzwischen ist auch Reichskanzler Miller bei der Leitung eingetroffen, bei der sich der Reichs­wehrminister. der Lhef der Heeresleitung, der Gruppenkommandeur II und Wehrkreiskomman­deur V befinden. General Göring Halle man noch kur; zuvor irgendwo im Gelände angc- lroffen.

Im Anschluß fand in Gegenwart des Reichskanzlers Hitler die Kritik statt.

Im Laufe des Nachmittags soll in Ulm ein Vor­beimarsch des Regiments 13, das sich bis jum Don- nerstagmorgen ins Quartier nach Ulm begibt, vor dem Reichskanzler stattfinden.

genau; die derartige Beförderungsmöglichkeiten ein­gerichtet haben. Jedes Derkehrsinstitut muh ein meist recht vollgestopftes Fundbüro unterhalten. Daß aber auch gelegentlich eine ganze Eiienbahn ver­gessen werden kann, ist immerhin etwas Neues. Die­ser Weltrekord der Vergeßlichkeit wurde in Frank­reich geschlagen. 3m Wäldchen von Vincennes bei Paris sand vor zwei Jahren eine große Ausstellung statt. Nach ihrer Beendigung wurde wieder alles abgerissen, was da aufgebaut war, um die Schau­lust zu befrieden. Nur etwas wurde beim großen Aufräumen vergessen: Das war die Kleinbahn, die durch die Ausstellung führte; sie war damals außer­ordentlich beliebt bei den Beiuchern gewesen, weil sie einen schnellen llberblid über die umfangreiche Ausstellung vermittelte. Anscheinend hatte der Unier- nehmer so gut daran verdient, daß er es sich leisten konnte, auf die Bahn mit ihrer Lokomotive, mit den Wagen und den Gleisanlagen zu verzichten. Jeden­falls steht die Eisenbahn noch heute da. In der er­sten Zeit nach dem Aufräumen traute sich niemand recht heran. Dann aber nahm die Pariser Jugend von diesem Wäldchen Besitz, wie daS früher schon der Fall gewesen ist. An Sonntagen lagert jetzt wieder dort das Volk von Paris, das Volk der Kindermädchen, der Soldaten aus der nahen Gar­nison. der Verliebten aller Art. Die Leute haben zufammenklappbare Tischchen ausgestellt, ein ver­schossenes Wachstuch darüber ausgebreitet, und nun spielen sie wieder wie früher um einen dicken Krwfer- souManille" oder noch lieberBelote". Mitten durch das vielgestaltige Idyll läuft nun die ver­gessene Bahn. Weil sie keinem gehört, gehört sie allen. Irgendeiner von den Sonntagsbesuchern, der etwas von der Lokomotive verstand, ging daran, sie zu reinigen, zu ölen und zu Heizen; das Holz des Waldes mußte dazu dienen. Und nun machte sich der Mann sein Sonntagsvergnügen daraus, nach eigener Lust und Laune die Sommerfrischler unentgeltlich spazieren zu fahren.

Ehestandsbeihilfe auch in Italien.

Die Provinzleitung der Faschistischen Partei hat 200 Prämien von je 1000 Lire gestiftet, die denjeni- gen Paaren Noms gegeben werden sollen, die hei­raten möchten, aber aus wirtschaftlichen Gründen von der Eheschließung absehen müßen. Vorausset­zung ist Eintritt des Verlobten in die Partei, tadel­lose Führung und gesunde körperliche Veranlagung. 800 Lire werden bei der Hochzeit in bar ausgezahlt, die übrigen 200 Lire werden am 24. Dezember, dem Muttertag, in einem Sparkassenbuch überreicht.

Oer unaufmerksame Schriftsteller.

In dem letzten Heft derNeuen Rundschau" schreibt der Dichter Hermann Hesse eine Betrach­tung unter dem Titel »Beim fielen eines Romans". Er liest in diesem Aufsatz zwischen den Zeilen eines Buches, als ein eindring'icher und gerechter Richter über die Entstehung dieses Werls und seine Technik urteilt.Nun aber tarn ich an eine Stelle, wo ich stutzig wurde", sagt er. .Der Held kam nach Berlin, steigt im Hotel ab, und zwar im Zimmer Nummer elf. und wie ich das lese (wie bei jeder Zeile als Kollege des Autors handwerklich interessiert und lernbegierig) denke ich: .Wozu braucht er diese ge­naue 3immernummet?' Ich warte, ich bin über­zeugt. bie Elf werde schon irgendeinen Sinn haben, vielleicht sogar einen sehr überraschenden, hübschen, reizvollen. Aber ich werde enttäuscht. Der Held kehrt, eine oder zwei Buchseiten später, in sein Hotel zu­rück und jetzt ist es plötzlich die Nummer zwölfI Der Autor hat einmal zwölf und einmal elf geschrie­ben, er hat seine Arbeit nachher nicht wieder durchge­lesen, hat offenbar auch keine Korrekturen gelesen oder er las sie eben gerade so gleichgültig und oben­hin wie er jene Zahlen hingeschrieben hat: weil es ja auf Kleinigkeiten nicht ankommt, weil doch zum Teufel die Literatur nicht eine Schulbank ist, auf der man für Denk- und Schreibfehler zur Rede ge­stellt wird, weil das Leben kurz und die Großstadt anstrengend ist und einem jungen Autor wenig Zeit für seine Arbeit läßt. Alles zugegeben. Aber plötz­lich, von jener Zahl zwölf an, hat der Autor nicht mehr mein volles Vertrauen, plötzlich hat er mit meinem Mißtrauen zu rechnen, plötzlich beginne ich übergenau zu lesen, plötzlich erkenne ich die Sorg­losigkeit, mit der er jene zwölf hingeschrieben hat, auch an anderen Stellen, die ich vorgestern noch ganz gutgläubig gelesen habe, und auf einmal verliert das ganze Buch an innerem Gewicht, an Verantwortung, an Echtheit und Substanz, alles wegen dieser Nummer zwölf.. - Cs ist der Beginn jenes Niederganges: das Emstnehmen der großen Dinge und das Nichternstnehmen der kleinen für selbstverständlich zu halten. Daß man die Mensch- beit hochachtet, seine Dienstboten aber plagt, daß man Vaterland oder Kirche heilig hält, seine Tages­arbeit aber schlecht und schluderig macht, damit fängt jede Korruption an.

Oie vergessene Kleinbahn.

Daß die Menschheit von einer erstaunlichen Ver­geßlichkeit befallen wird, sobald sie die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, wißen alle die Unternehmer

Manöver-Krieg bei £tlm

Kleinere Hebungen innerhalb der 5. Division.

wp. Ulm, 5. Sept. Anstelle der auch in diesem Jahre wiederum aus Ersparnisgründen ausge­fallenen früheren Herbstübungcn finden aus der Schwäbischen Alb-Hochfläche m der nä­heren und weiteren Umgebung von U l m und Münsingen in den Tagen vorn 5. bis 8. Sep­tember innerhalb der einzelnen Truppenteile klei­nere Uebungcn statt. Die Uebungen (über Deren Beginn wir gestern schon berichteten, d. Red nahmen bereits am ersten Tage einen äußerst interessanten Verlauf.

Oie Lage am ersten Tag

Oer lachende Seemann

Lustige Anekdoten von unserer Kriegsmarine.

Don Hans Markert.

Achtung! Hollspannung!

Don Or. German Hübner, prüft. Arzt.

Der menschliche Körper kann elektrische Ströme lllederer Spannung im großen Ganzen ohne Scha­den ertragen, während solche von hoher Spannung, von 200 Volt und darüber, schwere Gesundheits­störungen, ja den Tod zur Folge haben. Geht em hochgespannter Gleichstrom durch den menschlichen oder tierischen Körper, so wirkt er zersetzend auf das Blut und Neroeneiweiß, so daß bei längerer ober bei stärkerer Einwirkung eine schwer heilende Verbrennung und in den meisten Fallen sofortiger, oder mehr oder minder rascher Tod eintritt.

Wie schützt man sich gegen die Gefahr der Stromschädigung? Man beachte als Wichtigstes: der Körper darf niemals in den Bereich des fließenden Stromes geraten. Das heißt, wenn der Stromkreis geschloßen bzw. ein elektrischer Appa­rat oder das Licht eingeschaltet ist, darf man mit seinem Körper oder einem Körperteil die beiden Leitungsdrähte oder Pole nicht gleichzeitig berät)- ren, ober kurz schließen. Auch wenn man in einem geschloßenen Stromkreis nur einen Draht an­saht, kann Gefahr bestehen, weil manchmal das System Erdschluß hat und dann der Körper auf dem Wege von der Hand zur Erde eine Kurz­schlußbrücke bildet, besonders wenn die Füße un- beschuht ober bie Sohlen feucht finb, ober wenn der Boben naß ist.

Das erste Erfordernis bei allen Hantierungen an elektrischen Apparaturen, selbst wenn es nur Lichtleitungen sind, ist: Aus sch alten! Ist der Strom durch Ausschalten unterbrochen, dann be­steht keine Stromschädigungsgefahr für, den Mann, der die Reparatur vornimmt. Ist das aber aus irgend welchem Grunde nicht möglich, so arbeite man bei Strömen bis 110 Volt mit isolierten Werkzeugen. Bei größeren Spannungen darf über­haupt nicht ohne Ausschaltung des Stromes vor- gegangen werden.

Wißen muß man auch, daß man einen vom Strom niedergeschlagenen, wie tot daliegenden Menschen nicht einfach für tot erklären soll. In vielen Fällen ist noch Rettung möglich, wenn gleich ein Arzt gerufen wird. Bis zum Eintreffen des Arztes ist künstliche Atmung ohne jede Unterbre­chung vorzunehmen. Auch wenn die Ankunft des Arztes mehrere Stunden auf sich warten läßt,

ba biefem Mittel zur Gewährung von Darlehen ober Beihilfen nicht zur Verfügung stehen. Ebenso ist bie Vermittlung von Krebsten ober die Befürwortung von Anträgen bei Kreditinstituten nicht möglich.

tti-o ritot wen.

Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Siegfrieds Tod".

Der Nibelungen-Film im Licht­spielhaus Bahnhof st raße. Von heute ab gelangt im Lichtspielhaus Bahnhofstraße der Nibelungen"°Film zur Aufführung. Die Nibclun- gcnsage, jener deutsche Heldensang, jenes urdeutsche Volksgut seit acht Jahrhunderten, hat schon vor einiger Zeit seine Verfilmung erfahren, und vielen Kinobesuchern dürfte das Werk bekannt sein. Sicher- sich werden aber die meisten den Film gerne noch einmal sehen, denn heute mehr als je hat dieser Film Anspruch daraus, als Volksgut im wahrsten Sinne des Wortes ausgenommen zu werden. Ver­ständnisvoll begleitende Musik vertieft das Erlebnis, das der Film auch jetzt wieder vermitteln Dürfte. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

erstorbenen sranzösisidin Manne- les wurde der bisherige Kslo- kaut zum Kriegsmarinemlnister Abgeordnete Dalimier M

eftimmt

Bis auf Sturmnähe sind die Bataillone von Rot herangckommen; alles erwartet den Zusammen­prall. Doch plötzlich ein Trompetensignal: Das Ganze Halt? Offizierruf. Und das Signal zum Abrücken in die Quartiere! Der Kampf ist aus!

Es ist ein unvergeßliches Bild, das sich nun dem Zuschauer auftut. Aus jeder Bodenerhe­bung kriechen feldgraue Gestalten, wachsen zu Gruppen und wimmeln schließlich über das ganze breite Gelände, in dem sie sich so gut getarnt hatten, daß f a ft nichts von einem Angriff zu sehen gewesen war.

Oer Orden.

Anläßlich der Einweihung des Nordostsee- Kanals hatten alle deutschen Dundessürsten auf sämtliche Beteiligten einen Ordensscgen nieder­gehen lassen. Am Abend, auf dem Fest in der Akademie, sollten die neuen Ordensritter sich bei den betreffenden Fürsten melden und bedanken. Lange irrte ein junger Kapitänleutnant durch die menschenvollen Säle, umfeinen Fürsten zu fin­den. Endlich glaubt er den Richtigen erwischt zu haben, postiert sich vor ihm und rapportiert:Ka­pitänleutnant X. meldet sich gehorsamst mit dem Fürstlichen Reuhischen Ehrenlreuz IV. Klasse aus­gezeichnet und bittet, für die Verleihung un­tertänig^ danken zu dürfen."

Der Fürst lächelte gnädig und erwiderte:Ich danke Ihnen für die Meldung, aber erstens ist baö nicht das Fürstlich Reuhische Ehrenkrcuz IV. Klasse, sondern der Fürstlich-Schaumburg-Ltp- pische Hausorden; und zweitens bin ich nicht der Fürst von Reuß, sondern der Herzog von An­halt ..

Scherben bringen glück.

Ein deutscher Kreuzer, zugleich Flaggschiff, liegt in einem fremden Hafen. Ein englischer Kreuzer läuft ein und salutiert die Admiralsflagge. Also: Salut als höfliche Antwort. Aber die ©alutgc- schühe auf dem Mitteldeck sind gerade durch das Kohlen behindert. Der wachthabende Offizier weih sich zu helfen und nimmt die Geschütze auf der Hinteren Brücke ohne daran zu denken, daß sie gerade über der Admirals-Pantry stehen. Der erste Schuh kracht und zugleich ein halbes Dutzend Tassen des Admiralsgeschirrs unter Deck. Aber ein Salut darf unter keinen Umständen un­terbrochen werden, ilnb so ist bis zum elften Schuh das gesamte Admiralsgeschirr restlos zer» töppert...

Ser Admiral erscheint an Bord. Die unerhörte Geschichte wird ihm gemeldet. Er läßt den Offi­zier kommen.Ich würde Sie einsperren", grollt er,wenn mir das fiskalische Geschirr nicht schon längst greulich wäre. Jetzt aber und die Miene des Gestrengen erhellt sich,jetzt aber kann ich neues beantragen. 3ch danke Ihnen ...!"

Höflichkeit.

Der Admiral ladet einen Fähnrich, mit dessen Familie er befreundet ist, zu Tisch. Der junge Mann vergeht fast vor Ehrerbietung und Ver­legenheit.Wie alt sind Sie?" versucht der Ad­miral das Gespräch in Gang zu bringen. Neunzehn, Herr Admiral."Dann haben Sie also mit 17 Ihr Abitur gemacht?"Jawohl." Tüchtig, tüchtig! Das habe ich nicht fertig gebracht. Ich bin zweimal Heben geblieben ich weih nicht, war ich zu dumm oder war ich zu faul. Der Fähnrich sucht verzweifelt nach einer möglichst höflichen Antwort. Endlich hat ! ers gesunden:Zu dumm kommt doch 1 wohl nicht in Betracht, Herr Qtomiral.. "

(TU.) W

IWn miniESh®eiet eines Ob

GM

entbehrt auch insofern ies- bekanntlich m m im Rang eines K hLk-l n ^niee steht und

itische Nachrichten.

Esche Staatssekretär des Aus- ?kd Trey of Fallodon ist 1 Uhr tm Alter von 72 Jahren

efehl des Stahihelmbundesführers

Jsvässx srss-B im Bölürbmü die J<r

tpiemberlagunfl ««

'M,__

aller Welt.

-Tsss? ihren Schaffung einer oietl nicht die (MM-' itreid) verbindenden ^^aße

i $(abe.IC

i K ES

s auf ^bed an^aifumö*

sollen die Wiederbelebungsversuche nicht eingestellt werden, denn es ist schon vorgekommen, daß sie nach drei Stunden von Erfola gekrönt waren.

Daß das Berühren der Ueberlandleitungsdrähte wegen besonders hoher Spannungen lebensgefähr­lich ist, wird wohl jeder wissen, denn er kann es aus jedem gittersörmigen Leitungsmast in roter Aufschrift lesen: Vorsicht! Hochspannung! Berühren lebensgefährlich!

Zwecklose Kreditgesuche.

Das Reichswirtschaftsmini st erium teilt mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es zwecklos ist, dem Reichswirtschaftsministe- rium Kredit- und Unterstützungsgesuche vorzulegen.

war folgende: Rote Kräfte waren beiderseits der Linie Landsberg Augsburg Donau­wörth im Vorgehen nach Norden; vor ihnen gingen unterlegene blaue Kräfte auf die Donau zurück. Der westliche Flügel von Rot stand am Montagabend im Kampfe gegen den Femd, der die Linie AugsburgTannhausen hielt. Ulm ist in der Annahme offene Stadt. In Linie Günz­burgWeißenhornOberdischingen (15 Kilometer südlich Ulm) scheint Blau eine Brückenkopf-Artillc- rieseldstellung ausgebaut zu haben. Neue rote Kräfte haben oberhalb Ulm, westlich Munderkingen und bei Riedlingen, die Donau nach Norden über­schritten mit dem Auftrag, in Richtung Heidenheim in die blaue Westslanke zu stoßen. Sie haben am Montagabend nach starkem Marsch die Gegend MünsingenErbstetten erreicht. Das rote Detache­ment Brandt liegt am 4. und 5. September in --singen und hat Auftrag, am i 7.30 Uhr vom Lager Münsingen

hibe hat dem pru&iföen Minister [bet, bah bie ProviinErenz- Westpreutzen jetzt frei von i sei.

nzBrandenburgist die Zahl lUnterstiitzungsempfänger) die am 218862 Köpfe betrug, auf 110 943 933, also um 49,3 v. h. 9«*

und weit nördlich ausholend über Westerheim und Donnstetten in die tiefe Flanke und in dem Rücken von Rot angesetzt. Rot gelang es, nach der Weg- nähme von Feldstetten, mit der linken Kolonne auch Laichingen zu nehmen. Die rechte rote Kolon­ne, die über MagolsheimEnnabeuren oorange- gangen war, erreichte ohne nennenswerten Wider­stand um 10 Uhr bereits Sontheim und blieb in schnellem Vormarsch über Suppingen auf Machtols- heim. Dadurch gelang es ihr, mit Teilen am Hoch- Huch vor Blau Fuß zu fassen.

3n zähem Ringen verteidigte Blau seine Stel­lung und hielt diese bis zum Abend.

In diesem Zustande wurde in die Nacht einge­treten und der Morgen des Mittwoch erwartet. Oie Lage am Abend des ersten Tages war folgende: die ostwärts Laichingen liegen­den blauen Teile gingen unter dem starken Druck der roten Südkolonnen in der Gegend von Mach- t o l s h e i m zurück. Bei und nördlich dieses Ortes stand Blau zur Verteidigung gegliedert. Starke Reserven standen hinter beiden Flügeln. Aufklärungsabteilungen befanden sich in der Ge­gend Widderstall zur Verfügung des Parteiführers. Darnach griff Rot Machtolsheim mit der Süd­kolonne aus Richtung Hungerberg und mit der Nordkolonne aus Richtung Laichingen an. Der rote Angriff kam bis an die blauen Stellungen bei Machtolsheim heran, wo er im ft a r ten blauen Feuer liegen blieb. Gleich­zeitig hatte Blau auf feinem rechten Flügel mit der Aufklärungsabteilung zum Angriff auf Rich­tung Laichingen eingesetzt, der aber ebenfalls nur wenig Raum gewann. Da für Rot die Aus­sichten gering waren, die Höhen um Machtolsheim noch am Dienstagabend zu gewinnen, befahl die rote Führung die Einstellung des Angriffes für Rot.

Der zweite Tag.

Wp. Ulm, 6. Sept. Am Mittwochfrüh wurden die Kampfhandlungen zwischen Blau und Rot im Abschnitt Laichingen-Nellingen fortgesetzt, nachdem die Truppen sich über Nacht eingeschanzt hatten. Schon am frühen Morgen des Mittwoch be­gaben sich wiederum die Vertreter der Presse unter Führung von Hauptmann B o r st die Gesamt- führung hatte Oberstleutnant Jahn ins Uebungsgelände, und zwar zunächst nach N e 11 i n - g e n. In den einzelnen Dörfern der Umgebung liegt blaue Reserve. Die Hauptkampflinie ist am Morgen neu besetzt worden.

Blau ist zur Verteidigung eingesetzt worden. Hot hat sich umgruppiert und bereitet den An­griff vor,

nördlich von Laichingen und der Windmühlenhöhe. Die Trennungslinie befindet sich bei Hom-Nell'.n- gen. In einer Art Flächenmarsch geht R o t vor, wobei es Gelegenheit hat, das wunderbare Hügelgelände und die Wälder im entfalteten Angriff klug auszunützen. Bereits nach 8 Uhr hört man starken Gefechtslärm. Artillerie prescht vor, die das entfaltete Vorgehen von Rot zu unterstützen hat. Bei dem Stab von Rot, den wir bald in seiner Tä­tigkeit sehen können, herrscht voller Betrieb; Or­donnanzen kommen und gehen, Meldereiter spren­gen heran und überbringen Befehle, Telephonleitun­gen werden in aller Eile gelegt, die Funkabteilung hat soeben eine neue Stellung bezogen. Mit einem Kavalleriezug werden die Funkgeräte in Stellung gebracht und schon nach kürzester Zeit gehen die Funkmeldungen von der Stellung ein. Kilometer- lang werden Telephonkabel gelegt, denn auch hier ist Geschwindigkeit alles. Hier also ist die Zentrale des Führers von. Rot, die in einem Umkreis von etwa 500 Meter angelegt und selbstverständlich passiv und aktiv denkbar gut geschützt ist. Wir überschreiten die Gefechtslinie und kommen gegen 9.30 Uhr zum Gegner Blau, der den konzentrischen Angriff von Rot auf der Höhe von Nellingen mit eiserner Ruhe erwartet.

blauer Kräfte zu decken, war

des Beginn des Kriegszustandes

um 5.30 Uhr. Von diesem Zeitpunkt an hatten die Aufklärungsorgane beider Parteien Bewegungs- * freibeit. Die Kämpfe zogen sich nach anfänglichen Aufklärungsgefechten stundenlang hin und ent­wickelten sich unter Einsatz der jeweils schlagkräfti- aen Formationen folgerichtig im Sinne der Ge­fechtsleitung.

Die Truppen, denen man überall im Gelände begegnete, machten durchweg einen frischen Eindruck, obwohl sie schon Stunden härtesten Marsches hinter sich hatten.

Gegen Mittag das Wetter war prachtvoll bot sich ungefähr folgendes Bild: Die blaue Auf­klärungsabteilung, die einen weiteren Aufklärungs­auftrag nach Südweften hatte, ging nach Feld­stetten vor, wo sie mit dem roten Detachement Brandt, das in zwei Kolonnen über Ennabeuren und Feldstetten angetreten war, bei letzterem Ort in Gefechtsberührung kam. Das rote Detachement Brandt fetzte zunächst Teile feiner linken Kolonne gegen die blauen Kräfte ein und drückte diese, die immer wieder erneut Widerstand leisteten, langsam bis auf die Höhen ostwärts von Laichingen zurück. Inzwischen war ein bei Amstetten ausgelabenes Bataillon des Detachements Kienitz in schnellem Vormarsch ebenfalls bei Laichingen eingetroffen und eingesetzt worden, wodurch sich der Widerstand der bisher nur sehr schwachen blauen Kräfte verstärkte. Den als nächstes Bataillon eingesetzten Truppen gelang es nicht, wie beabsich­tigt, den Hochbuch zu nehmen, der bereits vom Feind besetzt war. Die bei Feldstetten eingesetzte blaue SIufHärungsabteilung wurde herausgezogen

WN

» 3*irare mit ch

Mot |J »'S

Logbuch von Anno Tobal.

Die ältesten Seebären werben sich nicht mehr an dieKönigliche Matrosen-Station" erinnern, die ihren Sitz ausgerechnet in Potsdam hatte. Das letzte Logbuch dieses nautischen Unterneh­mend ist erst kürzlich wiedergesunden worden. Es hat Liebhaberwert. Unter den Eintragungen von 1858 bis 1873 finden wir unter anderem:

Brachten diePrinzessin Charlotte" zum Aus- bessern in den Schuppen..." Arme Prinzes­sin! Aber auf der YachtAlexandria" muh es besonders toll zugegangen fein.Vormittag die Gesäße in der Kajüte ausgeklopft und reingebür- stet", meldet das Logbuch lakonisch. Es waren vermutlich irgendwelche Sitzgelegenheiten ge­meint

Oas Patengeschenk.

Der Magistrat der Stadt Leipzig wollte seinem Patenkind, der (Vorkriegs-) Kreuzerfregatte Leipzig", ein besonders schönes Geschenk machen. Man einigte sich auf einStell", Flaggen-Heck- flagge, Gösch und Wimpel, alles besonders groß und aus schwerster Seide; die Damen der Leip­ziger Honoratioren ließen es sich nicht nehmen, das Eiserne Kreuz und den Reichsadler persön­lich hineinzusticken. Die feierliche Uebergabe und Hissung fand mit Ehrenwache und Musik statt, auf dem Achterdeck versammelten sich die Offi­ziere, das Kommando ertönt und die Flagge steigt stolz empor. Da was glitzert denn so merk­würdig auf dem unteren Rand der Flagge? Eine Schrift... Der Wind entfaltet das Kunstwerk, und die erstaunte Besatzung liest die Worte:Die Bürger der Stadt Leipzig."

Schade, dieLeipzig" ist nicht mit dieser Flagge in den Krieg gezogen... Das Dokument wan­derte ins Raritätenkabinett des Museums in der Marine-Akademie zu Kiel.

Oer Schweigsame.

Auf einem Dampfer, der Ablösung für das Kreuzergeschwader in Ostasien bringt, stehen zwei Offiziere an der Reeling und blicken über den Golf von Biskaya. Der eine bemühte sich verzwei­felt, seinen als schweigsam bekannten Kameraden in ein Gespräch zu ziehen.Da ist ein Segler!" sagt er und deutet gradeaus. Der andere schweigt.

Vierzehn Tage später stehen sie wieder zusam­men an der Reeling und fahren durch den In­dischen Ozean. Da öffnet der Schweigsame den Mund:Da ist noch einer..."

Als dieser Offizier später auf Urlaub in die Heimat zurückkam, hatte ihm die liebe Familie eine Braut ausgesucht. Man konfrontierte die beiden und wartete gespannt auf das Ergebnis der Brautschau. Der Schweigsame betrachtete seine Zukünftige lange. Dann sagte er nur:Ra?" Ja." antwortete sie.

Es soll eine sehr glückliche Ehe geworden fein.