Nr. 286 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Mittwoch, 6. Dezember (955
Z.S.dachsWeihliach1sora1onum
3ur bevorstehenden Aufführung des Gießener Konzertvereins.
In der Zeit des neu erwachten deutschen Volksbewußtseins lenkt sich der Blick ganz besonders auf die Werte, die tief in der deutschen Seele fundiert sind. Zumal die Art, wie wir als Deutsche das Weihnachtsfest erleben und dementsprechend feiern, kündet überall von überkommenem germanischem Volksgut. Da ist es nicht bloßer Zufall, wenn von den maßgebenden Stellen in Berlin besondere Einführungswochen für das deutsche Weihnachtslied und das Weihnachtsspiel veranstaltet werden; denn diese beiden Quellen lassen immer wieder aufs neue erkennen und ermessen, mit welcher Gemütstiefe und religiösen Innigkeit unsere Vorfahren -sich das weihnachtliche Mysterium angeeignet haben.
Unter dem Eindruck dieser neuen Besinnung tritt es besonders auffallend hervor, wie stark gerade das Weihnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach in der Volksverbundenheit des weihnachtlichen Empfindens verwurzelt ist. Sehr häufig begegnen uns hier in diesem Werk Anschauungen, die noch die lebendige Verbindung mit den alten Weihnachtsspielen, den Liedern und volkstümlichen Gebräuchen aufzeigen. Klingt doch das langgeübte Kindelwiegen der alt- i Kirche in der Altarie „Schlafe, mein Liebster" nach. Die Gestalten der Wirten sind in ihrem Denken und in ihrem Handeln stark in volkstümlichem Sinne beeinflußt. Wie im alten Weihnachtsspiel so gebührt auch bei Bach die bevorzugte Stellung dem Hirten, daß er zuerst das Christkind vor allen andern begrüßen darf. Entspricht nicht die Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet ‘ dem Sinn der vielen alten Weihnachtsgesänge, die zum Eilen nach Bethlehem auffordern? Oder gar, wie die Hirten ihrer Freude durch Musi- zieren Aufdruck geben in der unvergleichlichen Sinfonia. Daß der „Große Herr und starke König" in der harten Krippe liegen muß, ist das nicht ein typisch deutscher Zug im Erfassen und Begreifen des weihnachtlichen Wunders?
Wenn uns in der heutigen Welle des inneren Ausbruchs immer klarer zum Bewußtsein gebracht wird, wie sehr der schaffende Künstler aus dem Volkstum heraus und im engsten Kontakt mit dem
Litwinow bei Mussolini. Verkehrsmlenichl durch Spielzeugmodelle
Ein Bild von der Unterredung zwischen Litwinow und Mussolini.
Oie Geireideschlachi ist gewonnen.
Von unserem römischen E.-Korrespondenien
Rom, Ende November.
Nach achtjährigem Ringen mit der Scholle hat die Bauernarmee Mussolinis nun die Schlacht gewonnen, einen Sieg errungen, wie er stolzer nicht gedacht werden kann. Denn wenn nach einem Ducewort die schönsten Waffen die Traktoren sind, so muß die Getreideschlacht einer der schönsten Waffenerfolge sein. Von diesem Sommer ab hat das italienische Volk Brotfreiheit, es ist nicht mehr auf das Ausland angewiesen. Und das war der tiefere Sinn des Befehls, der zur Verfügung stehenden Erde 80 Millionen Doppelzentner Getreide abzuringen; die geschäftliche Einsparung kam erst in zweiter Linie, wenn auch dieser Posten mit 5*/2 Milliarden Lire, die bisher für zusätzliche Korneinfuhr ins Ausland abflossen, tm Buche stand. Eine Summe also, die mehr als das Doppel te dessen ausmacht, was der Fremdenverkehr ins Land bringt. Das läßt sich hören, der Finanzminister ist zufrieden.
Aber Mussolini dachte vor allem an die Kriegsnot, an das Menetekel des ausgehungerten Deutschland, an die bösen Tage des Jahres 1918, als der italienische Generalstab nicht mehr an der militärischen Überlegenheit, wohl aber an der Möglichkeit zweifelte, die Truppen im fünften Kriegswinter zu ernähren. Nicht nur das Schicksal Englands hing damals an einem Haar, auch Italien wäre durch eine letzte Offensive der deutschen Unterseeboote vernichtet worden, mußte doch der Volkskörper sozusagen schon künstlich ernährt werden, durch Zufuhren über See. Noch im Jahre 1921 kannte man in. der Umgebung Roms die Brotkarte, die Zuckerkarte, und Del wurde im Lande der Oliven mit Gold aufgewogen.
Damit eine solche Todesgefahr nicht mehr wieder- kehre, verlangte Mussolini die Selbstversorgung, die Getreidevermehrung in einem Augenblick, wo in anderen Ländern schon das Gespenst der Ueber- produktion umging. Er ließ sich nicht entmutigen, als ihn die Wirtschaftstheoretiker einen Narren schalten, weil man in Amerika das Getreide schon verbrenne, und als in Nom die internationale Getreidekonferenz zusammentrat, um die Preise zu retten, erklärte er kühl, ihm komme es eher a u f
das Brot an. Er könne kein Unglück darin sehen, wenn es dem Menschen endlich gelungen sei, für alle Hungrigen das wichtigste Nahrungsmittel zur Genüge, ja im Ueberfluh zu beschaffen. Der lieber» fluß scheine ihm mehr ein scheinbarer zu fein, ein Beweis für mangelhafte Verteilung des Gottesgutes. In Italien jedenfalls gehe die Getreideschlacht weiter, bis das Ziel erreicht sei. Da sahen sich die Brotpreisherren entgeistert an und gingen kopfschüttelnd auseinander.
Viele hatten nicht verstanden, daß Mussolini durchaus nicht eine Vermehrung der Anbaufläche forderte, sondern nur eine intensivere Ausbeutung durch technische Vervollkommnung und rationelle Bewirtschaftung. In der Tat bedecken die heutigen Kornfelder eine etwas geringere Fläche als im letzten Friedensjahr. Aber der Bauer hat gelernt, der Schalle das Maximum abzugewinnen. In den fünf Jahren vor dem Kriege betrug die italienische Erzeugung rund 49 Millionen Doppelzentner, vor Beginn der Getreideschlacht 51 Millionen, während derselben ergibt der Jahresdurchschnitt 66 Millionen bis 1931, dann steigt er auf 75, auf 81 003 200 Doppelzentner, die ganze Ziffer der heurigen Ernte. Und Mussolini kündigt den Erfolg mit schlichten Worten an: „Die heurige Ernte bedeutet den Sieg der Getreideschlacht, ich danke den Bauern und rufe sie auf zu einer neuen Schlacht, der B o d e n s ch I a ch t." Das heißt, jetzt kommen die anderen Feldfrüchte dran, Wein und Del, Hafer und Gemüse, schließlich die Verbesserung der Viehhaltung. Wer zweifelt, daß auch hier der Erfolg nicht ausbleiben werde?
Mit dem Vollproduktion ist freilich erst dem Verbraucher, noch nicht dem Erzeuger geholfen, der fein Augenmerk auf den Preis richten muß. Die Regierung reguliert daher den Markt durch weise Anhäufung und Verteilung des Nationalvorrates, sie gibt den Erzeugern Vorschüsse (80 Lire für den Doppelzentner), sie lenkt beizeiten den Energieüber- schuß — wie oii5 dem neuen Befehl Mussolinis erhellt — auf andere Arbeitsfelder. Durch die korporativen Organe hofft sie eine ausgleichende Bodenbewirtschaftung zu erreichen
Volkserleben feine Werke Gestalt werden lassen muß, hier im Weihnachtsoratorium besitzen wir das Zeugnis eines Großen, das in innigster Verbindung mit den Anschauungen und Empfindungen des Volkes erstanden ist, und das mit strenger Wahl unter den gebotenen Kunstmitteln sich zu vollendeter Ausdruckshöhe erhebt.
Das Weihnachtsoratorium schließt sich mit seiner Handlung an den biblischen Text an. Es folgt dabei aber nicht der Ueberlieferung des italienischen Oratoriums in der Durchgestaltung des Textes, sondern es gliedert sich nach der Maßgabe der Perikopen für Die drei Christtage, den Neujahrstag, den Sonntag nach Neujahr und das Epiphaniasfest in sechs Teile. Jeder Teil kann als für sich abgeschlossene Festmusik für jeden der sechs Feiertage gelten. Dennoch wird man nicht von sechs einzelnen Kantaten sprechen können, da sich das Geschehen über den geschlossenen Festkreis der zwölf heiligen Nächte vom ersten Weihnachtstage bis zum Dreikönigstage mit feiner Handlung erstreckt; eine Zeit, die auch schon vor der Einführung des Christentums bei den Germanen als eine heilige galt.
Das Schaffen Joh. Seb. Bachs vor der Abfassung des „Anno 1734 im 50. Jahre des Verfassers" komponierten Weihnachtsoratoriums war verschiedentlich den Ereignissen am sächsischen Hofe gewidmet. Es sind uns u. a. drei solcher Gelegenheitswerke bekannt; so ein Dramma per musica „Herkules auf dem Scheidewege" zur Feier des Geburtstages des sächsischen Kronprinzen (1733); ein Dramma per musica zu Ehren der Köniain: „Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten" (1733) und ferner eine Begrüßungskantate für den Besuch des Königspaares in Leipzig (1734).
Aus diesen drei Werken entlehnte Bach nebst anderen Quellen eine Reihe von ihm besonders wertvoll erscheinenden Chören und Arien und nahm sie unter Angleichung des Textes in das Weihnachtsoratorium hinüber. Dies konnte namentlich bei den Chören unbedenklich geschehen als Trägern einer allgemein charakterisierenden Stimmung; noch dazu, wo Bachs weltlicher Stil letzten Endes doch feiner geistlichen Musik aufs engste verwandt erscheint. Die freudige Festlichkeit des Eingangschores im Weihnachtsoratorium deutet mit den beginnenden Paukenschlägen und den Trompetenfantaren noch aus den Urtext, „Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten!" hin. Aehnlich steht es mit der Musik
Eine Gruppe von Schulkindern bei der Besichtigung der Amsterdamer Verkehrs-Ausstellung. An Hand eines niedlichen Liliput-Modells werden die Kinder von einem Schutzmann belehrt, wie sie die Straße zu überqueren haben.
Das ÄMndherbergswcrk unter neuer Führung.
Tagung des Gaues Main Rhein-Lahn-Zulda im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen.
Frankfurt a. M., 4. Dez. (WSN.) Im „Haus der Jugend" hielt der Gau Main-Rhein- Lahn-Fulda im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen seine 12.Jahresversammlung ab, zu der der Führer des Reichsverbandes R o d a tz als Vertreter des Reichsjugeiid- führers, sowie Bürgermeister Li n d e r und verschiedene Vertreter der Behörden erschienen waren.
Stadtrat I a s p e r t, der bisherige Vorsitzende des Gaues, begrüßte die Gäste und Ortsgruppenführer und wies darauf hin, daß die bisherige Arbeit stets der Erreichung der nationalen Einheit gedient habe. Darauf wurde der Geschäftsbericht für das Jahr 1932 vorgelegt, aus dem zu entnehmen ist, welche Fülle von Arbeit geleistet wurde, um das Jugendherbergswerk voranzutreiben. Die Geschäftsstelle hatte allein 6356 Postausgänge zu verzeichnen.
Die Zahl der Ortsgruppen beträgt gegenwärtig
35 mit 5006 Mitgliedern. Der Gau verfügt gegenwärtig über 72 Jugendherbergen, die im Jahre 1932 insgesamt 191 453 Uebernadjtungen aufzuweisen hatten, ein Zeichen, daß sich die Jugendherbergsbewegung immer mehr durchsetzt.
Stadtrat I a s p e r t schilderte die Entwicklung, die die Jugendherbergsbewegung im Gau Main-Rhein- Lahn-Fulda seit 1920 genommen hat. Er ging dabei auch auf die Zeit vor dem Kriege ein, wo der Ausschuß für Ferienwanderung bereits versuchte, auf einer etwas breiteren Basis gemeinsame Wanderungen durchzuführen. Heute stehe die Iugend- herbergsbeweaung an einem Wendepunkt; die junge Generation übernehme das begonnene Werk, um es machtvoll weiterzuführen.
Der Vorstand legte darauf feine Aemter nieder, und Stadtrat Jaspert übergab dem Gebiets-
zum Beginn des dritten Weihnachtsfeiertages. Unter den Arien sei beispielsweise das Wiegenlied „Schlafe, mein Liebster..." hervorgehoben, einst ein Schlummerlied der Wollust aus der „Wahl des Herkules". Wie sorgfältig Bach bei der Behandlung entlehnter Stücke verfuhr, läßt diese Arie erkennen. Ursprünglich in B-Dur für Sopran gedacht, transponierte sie Bach nach O-Dur für die mütterlich klingende Altstimme.
Jeder einzelne der sechs Teile des Weihnachtsoratoriums, von denen die ersten drei, das Weihnachtsgeschehen umfassend, jetzt in Gießen zur Ausführung gelangen, bildet für sich ein geschlossenes Ganzes. In dem ersten und zweiten Teil entsprechen Eingangssatz und Schlußsatz einander in der instrumentalen Einkleidung und in motivischer Wiederkehr; der dritte Teil wiederholt seinen Eingangschor als rahmenden Abschluß.
Angesichts der im ruhigen Fluß sich dahinziehen- den, jedem Hörer durchaus vertrauten Handlungsereignisse war reiche Gelegenheit für die Einschaltung betrachtender Teile gegeben. Die Chöre, die aus dem Geschehen heraus wachsen, wurden zu besonderen schöpferischen Momenten. So der Engelschor „Ehre sei Gott" mit seiner bannenden Gegensätzlichkeit des musikalischen Erfassens und der thematischen Gedrungenheit in feinem inneren Reichtum: so der Hirtenchor „Lasset uns gehen gen Bethlehem" mit der Bildhaftigkeit feiner Melodik. Mit Innigkeit erfüllt und von besonderem musikalischen Farbreiz durch die begleitenden Oboen ist das betrachtende Baßrezitativ „So geht denn hin, ihr Hirten". Ebenso erhält der mit Baßrezitativen durchwobene Sopranchoral „Er ist auf Erden kommen arm" durch die obligaten Oboen (Hirtenschal- meien) ein eigenes klangliches Gepräge.
Zum Träger innerer Reflektion werden die Choräle. Aus tiefsinnigem Dämmerlicht des Ahnens erklingt der Adventschoral „Wie soll ich dich empfangen" in der gleichen Melodie mit „0 Haupt voll Blut und Wunden"; dieselbe Melodie, die auch im Schlußsatz des sechsten Teiles, also am Ende des Werkes, symbolisch wieder erscheint. Charakteristische Ausdruckswerte vermitteln die schon oben erwähnten Schlußchoräle des ersten und auch des zweiten Teiles. Hier die festlichen Trompeten als Nachklang der varausgehenden Königsarie; dort die vereinigten Engels- und Hirtenchöre, im begleitenden Orchester das Gegenstück zu der Sinfonia am zweiten
führer beim Stabe des Reichsjugendführers, G e i ß s l e r, die Führung des Gaues.
Geißler nahm die Führung an und versicherte, daß er seine Pflicht tun werde auf dem Platze, auf den er gestellt sei. Er ernannte bann den bisherigen Vorsitzenden, Stadtrat Jaspert, der sich um die Jugendherbergsbewegung außerordentlich verdient gemacht hat, zum Ehrenvorsitzenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Stadtrat Jaspert seine reichen Erfahrungen auch weiterhin zur Verfügung stellen werde.
Nach der Verlesung der neuen Satzung, die nom Reichsverband ausgearbeitet worden sind, ergriff der Führer des Reichsverbandes R o d a tz (Berlin) das Wort, um in kurzen Worten die Aufgaben der neuen Leitung zu erläutern.
Vor allem sei es erforderlich, die Jugend wie- der hinauszuführen in die deutschen Gaue, um ihr die oerlorengegangene Liebe zum Boden wiederzugeben. Alle im Dienste des Jugend- Herbergswerkes stehenden Volksgenossen müßten ihre ganze Kraft daran sehen, nachdem nun- mehr wieder geordnete Verhältnisse eingezogen seien, eine Bewegung ins Leben zu rufen, die auch den letzten unserer Volksgenossen erfasse, und so ein Geschlecht heranziehe, das frei von jeder falschen Ideologie aufs innigste mit Volk und Vaterland, mit Blut und Boden verbunden sei.
Die Versammlung wählte hierauf den Gebietsführer Geißler einstimmig zum Vorsitzenden des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda und des Gaues Süd- Hessen. Zum Beirat ernannte dieser u. a. fol« genbe Personen bzw. bereu Vertreter: Landes« Hauptmann in Wiesbaben, Regierungspräsident in Wiesbaben, Regierungspräsibent in Kassel, Laubes« Hauptmann in Kassel, Vertreter bes Hessischen
Weihuachtsfeiertage mit ihren musizierenbeu Engels- und Hirteugruppen, ber rein instrumentalen Perl« bes ganzen Werkes. Dr. H.
Die Lady und der Zager.
Der Tob bes bekannten englischen Großwild- Jägers Andrew Rattray, der aus Nairobi (Kenja) berichtet wird, beendet zugleich eine romantische Liebesgeschichte, die in ber englischen Gesellschaft seiner Zeit großes Aussehen erregte. Die Gattin Rattrays, bie ihn in seiner letzten.Krankheit auf« opfernb pflegte, ist eine britische Aristokratin, bis Tochter bes Lord Furneß, bie ben Jäger vor zwei Jahren gegen ben Willen bes Lords heiratete. Rattray war ein Schotte von gewaltiger Größe, bas Urbilb eines kühnen Nimrobs. Er lebte seit 30 Jahren in Afrika, wo er ben Ruf eines ausgezeichneten Großwild-Jägers genoß. Es gab kein Tier, bas er fürchtete, vielleicht mit einziger Ausnahme bes ßeoparben. Von einer solchen Bestie würbe er einmal schwer verletzt, unb er vertrat bie Ansicht, baß ein verwunbeter ßeoparbe ber gefährlichste Gegner ist, ben es in ber Tierwelt gibt. Rattray war von ßorb Furneß als „weißer Jäger" für bie häufigen Expebitioneu verpflichtet worben, bie ber ßorb unternahm. Bei einer solchen Gelegenheit lernte ber fast 50jährige bie 23jährigs Averill Furneß kennen unb schilderte der jungen Dame fein ßeben im Urwald, feine Abenteuer unb feine Taten. Die Aristokratin wurde dadurch dazu veranlaßt, ihren Vater auf einer „Safari" zu begleiten und verliebte sich in der Einsamkeit der Wildnis in den Jäger. Als es galt, Abschied zu nehmen, erkannte sie, daß sie ohne ihn nicht leben könne, unb geftanb ihm ihre ßiebe. Am nächsten Tage heirateten bie Selben in Nairobi, ohne baß ber Vater etwas bavon wußte, ber sich noch auf ber Jagd befanb. Erst als bas junge Paar sich bereits auf feiner Hochzeitsreise in ben Urwald befand, erfuhr ber ßorb bavon unb entließ Rattray sofort, inbem er in einem Lokalblatt eine für den Jäger verletzende Anzeige erließ. Der Bruch mit der Familie des Lords war damit vollzogen Da» Paar lebte seitdem in ben llrroälbern b"s Kenja« Gebietes, unb bie Laby begleitete ihren Mann auf seinen Jaabfahrten. Jetzt nach seinem frühen Tode hat eine Versöhnung mit dem Vater stattgefunden.


