tflte und GemelndeausfchußmlkgNeber Inne haben, werden hiermit auf gefordert ihre Mandate b i » zum 15. Dezember laufenden Jahre» niederzutegen. Dasselbe gilt van jeder führenden politischen Stellung. Geistliche. die sich sanft politisch betätigen wollen, bedürfen der besonderen (Erlaubnis ihres zuständigen Ordinarius.
Don dem Verbot der Ausübung politischer Mandate durch katholische Geistliche werden drei Lunde»- räle. fünf Nationalräte und zahlreiche Mitglieder der Landtage und Gemeinderäte betroffen. Die Gesa m t z a h l der katholischen Geistlichen In den verschiedenen politischen Körperschaften beträgt mehrere hundert Bundeskanzler Dr. Dollfuß berichtete in der heutigen Sitzung de» Christlich-Sozialen Abgeordnelenklub» über den Beschluß der Bischofskonferenz.
KeineFestsiellung derAichlwchler
Berlin, 5. Dez. (TU.) Der Reichsmini st er des Innern hat den Landesregierungen folgen- den Runderlah zugehen lassen: „Von verschiedenen Seiten ist angeregt worden, die stimmberechtigten Personen festzustellen, die am 12. Roo. mit Absicht der Wahlurne ferngeblieben sind. Angesichts der Tatsache, daß das deutsche Volk sich am 12. Roo. mit einer überwältige n.d en Mehrheit zu seinem Führer Adolf Hitler und den von der Rcichsrcgierung verfolgten Zielen be- könnt hat, erscheint mir eine nachträgliche Festste!« lung der Nichtwähler als eine kleinliche und unnötige Maßnahme. Das gleiche gilt hin- sichtlich der mehrfach vorgeschlagenen Feststellung der Personen, dielich einen Stimmschein haben ausstellen lassen und trotzdem von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch gemacht haben. Mögen alle diese Personen wie die „N e i n". Sager cs mit sich selbst abmachen daß sie sich am Schicksalstage der deutschen Nation bewußt außer- halbderDolksgemeinschaft gestellt haben.
Ich bitte darauf hinzuwirken, daß s«de Maß. nähme, die auf eine Feststellung der Nichtwähler oder „Nein".Sager hinausläuft, untero leibt. Die Reichsleitung der NSDAP, habe ich verständigt."
Oie Führer der Reichsverbände der Erzieher ernannt
Berlin, 5. Dez. (TU.) Don der Deutschen Erziehergemeinschaft wird mitgeteilt: In Ausführung des am 1. Dezember vom Reichsminister des Inneren erteilten Auftrages hat der Reichsführer der deutschen Erziehergemeinschaft, Senator Dr. von Hoff (Bremen), die Führer der angeschlossenen Reichsverbände der Erzieher ernannt und zwar: Zum Führer der Lehrer an Volksschulen Oberstadtschuldirektor Bauer (München), zum Führer der Lehrer an höheren Schulen Magistratsoberschulrat Bohm (Berlin), zum Führer der Lehrer an gewerblichen B e - r u f s s ch u l e n und Fachschulen Gewerbeoberlehrer Gehrt (Berlin), zum Führer der Lehrer an kauf- männischen Schulen Schulrat Trage (Berlin), zum Führer für die privaten Unterrichtsanstalten Oberlyzealdirektor H a f a (Breslau). Der Führer des Reichsverbandes der deutschen Hochschulen, Professor Dr. Herwart Fischer (Würzburg) ist bereits vom Reichsmini- ster des Innern ernannt. Die Führer der Reichsver- bände sind angewiesen worden, die sich aus dem Zu» sammenschluß ergebenden organisatorischen Maß- nahmen in die Wege zu leiten.
Gchulmilchfrühssück in allen deutschen schulen.
Berlin, 5. Dez. (VdZ.) Don den zuständigen Stellen beim Rcichskornmissariat für die Milchwirtschaft wird mit tatkräftiger Unterstützung der Kultusministerien der Länder eine Einführung des Schulmilchfrühstücks in allen Schulen vorbereitet. Die Verabfolgung von Milch an die Schüler fördert nicht nur die Volksgesundheit, sondern auch die Aufnahme- bereitsch ft der Schüler und ist gleichzeitig ein wesentliches Hilfsmittel für die Landwirtschaft. Don den etwa 3,5 Millionen Schülern in ganz Deutsch- •anb konnten rund eine Million Schüler für das tägliche Schulmilchfrühstück erfaßt werden. Bei Der- abfolgung eines Viertelliters Milch an jeden Schüler wurde also einTagesbedarfoon250000 Liter entstehen und — bei 220 Schultagen im Jahr — eine Iahresabnahme von rund 55 Millionen Liter Milch in Frage kommen. Die in der Praxis beobachteten Widerstände mancher Kinder gegen den regelmäßigen Milchgenuß ließen sich dadurch über- romben, daß ein Teil der Schulmilch als Kakao- Milch geliefert wird. Dabei würde ein breites Feld für die Verwendung von entrahmter Milch ent- stehen da ja das Milchfett in diesem Falle durch das Kakaofett ersetzt wird und die sogenannte Mager- Milch, die diesen Namen ganz zu Unrecht trage, alle fonfttgen Bestandteile der Frischmilch enthalte. Gerade für den kindlichen Körper sei die Milch unbedingt n o t w e n d i g, weil sie alle zum Aufbau der Knochen notwendigen kalk- und phosphorsauren Salze enthalte und darüber hinaus Milchzucker das hochwertige Eiweiß ufw.
(Steuerfreie Beträge beim (Steuerabzug vom Arbeitslohn.
n $ £ Vr” (DDZ.) Der Reichsfinanzmini- ster hat für den Steuerabzug vom Arbeitslohn vom 1. Januar 1934 ab angcorbnet, baß die bisherigen Anordnungen über die E r h ö h u n g b e r ft e u er - i"' en Beträge auch über ben 31. Dezember 19.13 hinaus in Kraft bleiben. (Er weist da- bei auf bie besondere Bedeutung hin, die der Er- hohung des steuerfreien Lohnbetrages für die Ehestand »Hilfe von Personen zukommt, die Z"in Unterhalt ihrer gesch.ebenen Ehesrau ober ihres geschiedenen Ehemannes, ihrer bedürftigen Eltern oder eines Elternteile» seit einem Jahre mindestens ein Sechstel ihres Einkommens aufroenben. Anträge solcher Personen auf Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages sind besonders sorg- fällig zu prüfen. Neu geregelt ist die Steuerfreiheit der Dienstaufwandsentschädigungen. Für leitendeAnge st eilte in Handel und Industrie und für an gestellte Journalisten konnte bisher ein Pauschbetrag bi» zu 7,5 o. H ent- weder der laufenden Bezüge oder der gewährleisteten Tantieme als Dienstaufwandsentschädigung anerkannt werden. Der Minister hat [ur das nächste Iodr den Pauschbetrag auf 5 v. H. heradgc letzt-
Ein Preisausschreiben für alle deutschen Zeitungsbezieher. Dr. Oietnch schreibt einen Iournalistenwettbewerb aus. —Oie Zeitungsbezieher zur Beurteilung aufgesordert.
Berlin, 6. Dez. (ENB) Ausgehend von dem Gedanken der Forderung des deutschen Jonrnalis- ruus im Sinne einer immer stärkeren geistigen Durchdringung der deutschen presse mit dem national- sozialistischen Ideengut, hat der Reichspressechef der NSDAP, und Vizepräsident der Reichspressekammer Dr. Dietrich sich entschlossen, aus dem Erträgnis seines Buche» „Mit Hiller in die Macht", den Betrag von 3000 Mark für einen soumalistischeu Wettbewerb zur Verfügung zu stellen.
Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder de» Reichsoerbande» der Deutschen presse (Schriftleiter und freie Mitarbeiter). Die Teilnehmer an diesem ersten deutschen Doumaliffen- Delbewerb werden ersucht, einen Kurzartikel über ein beliebte» Thema aus dem deutschen Leben der Gegenwart in der Länge von höchstens hundert Zeilen (etwa 1400 Silben) einzureichen. Es beträgt der
1. Preis 1000 Reichsmark
2. „ 500
3. „ 250
4. prei» 150 Reichsmark 5. „ 100
Die mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten werden der gesamten presse, zunächst ohne Angabe der Der- faffer und der Reihenfolge der Prämiierung, kostenlos zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Nach erfolgter Veröffentlichung der preisgekrönten Arbeiten in der Tagespresse sollen die Abonnen- t e n aller deutschen Tageszeitungen imwegede» Preisausschreiben» Ihr eigene» Ur- feil abgeben, in welcher genauen Reihenfolge bie Prämiierung durch das Preisgericht erfolgt ist. Für den Einsender der richtigen Reihenfolge der Prämiierung wird vom Veranstalter de» Journalislenweltbewerb» ein prei» im Betrage der restlichen 1 000 Reichsmark au»gcroorfen. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, so wird dieser prei» auf geteilt in fün Preise zu je 200 Reichsmark. Bei mehr als fünf richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Die Teilnehmer dieses Preisausschreiben» müssen die letzte Bezug»guittung ihrer Zeitung beifügen.
Gauleiter Sprenger spricht zurpreffe desNhein-Main-Gebiets
Oie presse als Aufbaufaktor im nationalsozialistischen (Staat. — Erso.ge der Arbeitsbeschaffung im Gaubereich.
Frankfurt a. M., 5. Dez. (MSN.) Der Einladung des Gauleiters zu einer Presscbesprechung im Adolf-Hitler-Haus waren die Hauptschriftleiter der gesamten rhein-mainischen Presse vollzählig gefolgt. Im überfüllten Konferenzsaal eröffnete der Leiter des Gau-Presseamts und Führer des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsoerband der deutschen Presse, Pa. W o w e - ries, die Tagung mit Dem Hinweis Darauf, daß diese Besprechungen nunmehr in zwanglosen Ab- ständen je nach Erfordernis stattfinden werden. Sie dienten der Klärung aller die Partei und deren Sondergliederungen angehenden Pressefragen.
Gaulei er Sprenger, begrüßte sodann die Gelegenheit, mit der Presse feines Gaubereichs in engste Fühlung zu kommen und machte grundsätzliche Ausführungen über die Aufgaben der Presse in der Phase der Evolution, die nunmehr betreten sei. Dazu erklärte er u. a.:
Die Verschiedenheit des Denkens geschulter Nationalsozialisten und all Derer, die außer- dem am öffentlichen Leben teilnehmen, muß mit der Zeit überwunden werden. Darin liegt eine Hauptaufgabe für die Presse. Je mehr die Presse diese Aufgabe erfüllt, um so mehr kann sie ihrer Verpflichtung nachkommen, die Arbeit der Regierung und der politischen Führung erklärend dem Volke zu vermitteln.
Ls ist mein fester Dille, zwischen presse und Partei im Gaubereich das beste Einvernehmen herzustellen.
Der zuständige Hoheitsträger der Partei wird dafür die Gewähr übernehmen. Er ist seitens der Presse entsprechend zu berücksichtigen. Die Stellung- nähme einzelner Blätter zu einzelnen Vertretern der Partei ist nicht dem Belieben einer Zeitung überlassen, sondern erfordert in jedem Fall Berück'- sichtiguna der Umstände. Grundsätzlich ist in allen persönlichen und politischen Zweifelsfragen das Gaupresseamt des Gauleiters anzugehen. Außenpolitisch ist die auch vor dem 12. November vertretene Haltung zu bewahren. Der Begriff des Arbeitertums ist in der Presse seiner neuen gehobenen Würde entsprechend zu berücksichtigen.
Eine besonders wichtige Pflicht ist die unbe- dingte Wahrung der Einmütigkeit des nationalen Glauben» im Volk.
Nach Behandlung einer Anzahl interner Fragen wandte sich der Gauleiter den letzten wirtschaftspolitischen Maßnahmen im Rhein-Main-Gebiet zu: Er habe sich
für die Beseitigung der Schaumweinsteuer eingesetzt, die unzähligen Winzern wieder Arbeit und Brot gibt und den Arbeitsmarkt erheblich entlastet. Der überraschend schnelle Zusammenschluß der Elektrizitäts- und Gaswerke zu einer „E l e k t r o - G a s f r o n t", der vor einem Halden Jahre noth unmöglich erschien, wird ebenfalls die Wirtschaft erheblich beleben. Weiter ist es durch bestes Zusammenwirken des Ausschusses für Arbeitsbeschaffung mit den zuständigen Stellen möglich gewesen, als erste Sektion im gan- zen Reich die Verhandlungen über die Autoll n i e n s ü h r u n g abzuschließen. Als Folge hier- von ist
die Baufreigabe der Autobahnlinie Aschaffen, bürg — Frankfurt — Limburg — Montabaur — Köln
zu verzeichnen. Ein rhein-mainiischer Ga- rantieverband wurde ins Leben gerufen, der sich die Aufgabe gesetzt hat, die Finanzierung von öffentlichen und privaten Aufträgen vorzunehmen, die der Beschaffung von Arbeit dienen. Hier fei für die Presse Gelegenheit für wertvolle positive Mitarbeit. „Ich sehe in der gesamten Presse das Mittel, das hervorragend mit dazu berufen ist, den Ausgleich zwischen gutem Wollen und nationalsozialistischem Können herzustellen."
Die Ausführungen des Gauleiters fanden lebhafte Zustimmung der Vertreter der Presse. Der Leiter Des Gaupresseamts Pg. Woweries verbreitete sich Dann noch über technische Einzel- fragen unD künDete an, daß Demnächst größere Veranstaltungen Der Presse im gesamten Rhein-Main-Gebiet Die Gelegenheit für eine e n • gere Fühlungnahme zwischen Presse, Partei unD Behörden geben solle.
Oie kommunistische Agitation auf dem flachen Lande.
nationale gipfeln. Schließlich schneidet khm der Vorsitzende Das Wort ab.
Der Zeuge Roben Otto au» Bad-Nauheim war früher Funktionär Der KPD. Von Dem Augenblick Des Reichstagsbrandes ab hat er sich passiv eingestellt, weil er, wie er erklärt, diese Vorgänge nicht gutgeheißen habe. Etwa Mitte März, bekundet der Zeuge, fei Die frühere kommunistische Abgeordnete Franziska Kessel zu ihm gekommen und habe erklärt, es müßten Flugblätter gegen den Reichstagsbrand herausgegeben werden. Der Zeuge fragte, ob sie Denn Der Meinung sei. Daß Die Kommunisten Den Reichstag an- gesteckt hätten. Daraufhin habe Frau Kesiel gesagt: Wir müffen Das unbedingt sagen. Da ist nicht» dran zu machen, sonst kostet es Torgier Öen Kopf. Der Zeuge erklärt, nachdem ihm da» von Frau Kessel gesagt worden sei, habe er sich grundsätzlich von dieser PaNei getrennt. Er habe aleid) geaugert, das sei doch eine Gemeinhett und Niedertracht, wenn Derartiges von Den kommunistischen Genossen gemacht worden sei. Darauf saate jrau Kesiel: Das verstehst du nicht, Genosse: bist Du Kommunist oder nicht? Es werden auch manch- mal Fehler gemacht. Es wird festgestellt, daß Fran- ziska Kessel wegen Hochvenates in Darmstadt 3 u drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Sie sollte auch zu der Aussage des Zeugen Otto gehört werden, hat aber die Aussage verweigert.
„Vollsdeutsches Weihnachislicht"
Ein schöner und ernster Gedanke soll auf Veranlassung de» Reichsführers des VDA. in diesem Jahre verwirklicht werden. Dr. Han» Steinacher hat in einem Rundschreiben angeordnet, daß an jedem deutschen Weihnachtsbaum ein „Volksdeutsche^ Weihnachtslicht" brennen soll, das an die Brüder draußen erinnert. Die 3U gleicher Zeit Das deutsche Weihnachtsfest ring» in aller Welt begehen. In Dem Aufruf heißt es: „Das deutsche Weihnachtsfest vereinigt uns in feinen schlichten und schonen Bräuchen mit allen deutschen Volksgenossen in der Wett unter dem Lichterbaum des Frieden» und der Gemeinschaft. In dieser Stunde der Besinnung wollen wir uns über den Kreis unterer engeren Familie hinaus daran erinnern, daß wir eine große Volksdeutsche Familie sind. Wir wollen aber auch gerade im Kerzenglanze des Friedens Daran denken, wie hart und leidenschaftlich rings um unsere Grenzen und fast überall draußen, wo Volksgenosse» wohnen, der Kamps geführt wird. Ein Kampf, der gerade um die Erhaltung unserer Wesensart, unserer ttefsten und letzten seelischen Güter geht, wie sie in her deutschen Weihnacht sichtbar werden. Die tieftraurigen Ereignisse in Graudenz, bie den Opfertod zweier volkstreuer deutscher Männer zur Folge hatten, haben uns eben erst wieder den Emst de» Kampfe» zum Bewußtsein gebracht.
Zum Gedenken an diese kämpfenden und dulden- den Volksgenosien, zum Gedenken vor allem an die düstere Schattenreihe der im Volkstumskamps gefallenen Märtyrer wollen wir in diesem Jahre a n jedem Weihnachtsbaum eine befonbe- re Kerze anzünden. Wenn am Heiligen Abend her Weihnachtsfriede sich herniedersenkt, bann soll dieses „Volksdeutsche Weihnachtslicht" im stillen warmen Glanze hinausleuchten rings In Die kalte Welt, in Der unsere Volksgenossen draußen um ihr Dasein zu kämpfen haben."
Oie Kältewelle.
Der Kälteeinbruch im Mittelrheingebiet und besonders im Westerwald hat mit Temperaturen bis zu 12 Grad unter Null eine wesentliche Verstärkung des E I s t r e i b e n s auf den Nebenflüssen des Rheins mit sich gebracht. Innerhalb eines Tages veränderte sich das Bild des Moselwasserspiegel» durch dickes Treibeis so stark, daß die Schiffahrt eingestellt werden mußte. In der Nähe der Moselmündung ist die Oberfläche des Flusses nur noch eine Eisscholle und auch der Flußhafen mit seiner breiten Zufahrt ist vollkommen vereist. Der Koblenzer Sicherheitshafen sowie der Ehrenbreitsteiner Hasen sind zugefroren, desgleichen die L a h n in der Nähe ihrer Mündung.
Der Rhein ist noch eisfrei, doch beträgt die Wassertemperatur nur noch ein Grad über Null. Auch aus Bad Em», Limburg und anderen Ort- schäften an Der Lahn kommen Nachrichten, daß dort der Fluß mit einer Eiskruste überzogen ist. Die Lahnschiffahrt ist wegen de» (Eisganges e i n- g e ft e II t worden. Im vorderen Westerwald haben sich die Wildschweine au» Futtermangel bi» in die Ortschaften oorgewagt und in den Gärten erheblichen Schaden angerichtet.
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Infolge bes starken (Eisganges erklärten bie Elbe-Reedereien mit dem 5. Dezember den regelmäßigen Schiffsdettied auf der (Elbe für beendet.
Zeuqenaussagen im Re.chstagsbrandstisterpi-ozeß.
Leipzig, 5. Dez. (WTD.) In her Dienstag- sitzung des Reichstagsbrandprozesses wird als erster Zeuge der Arbeiter Hermann Felix aus Dem Ge- nchtsgefängnis vorgeführt. Der Zeuge macht Be- tunDungen über Funktionärfitzungen, die In Freien- roalhe am Tage nach Dem Reichstägs - b r a n D ftattgefunhen Haden. Ein gewisser Jesse! war VerbinDungsmann Der Partei unD hatte Die Waffenbeschafsung zu betreuen. Er habe gesagt, wenn am 5. März Die Konterrevolution Den Marsch aus Das rote Berlin mache unD Die Kommunisten Dem roten Berlin helfen wollten. Dann sei es not* wenDig, im Rücken Der Konterrevolution, genau wie 1917 Das russische Proletariat es getan habe, Partisanenkämpfe zu führen. Das Verbot her KPD würbe Die erste Phase Des Bürgerkrieges herbeiführen. Dann wären Sabotage- alte gegen bie staatlichen Machthaber zu unternehmen. Man müßte Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke und andere lebenswichtige Bettiebe ft i 11 e g e n. Um den Vormarsch der Konterrevolution aufzuhalten, müßten auch Eisenbahnbrücken gesprengt werden. Ucber einen Spreng ft offbicb ft ahl bekundet Der Zeuge, daß Der gestohlene Sprengstoff erst im Walde versteckt unD Dann schließlich in einem Erbbegräbnis untergebradjt worden ist. Auch Waffen wurden in Dem Erbbegräbnis verborgen.
2 essel, Der aus Dem Berliner Untersuchungsgefängnis vorgeführt wird, gibt an, er habe sich bei feinen Ausführungen an die Anweisungen gehalten. die ihm von Berlin mitgegeben worden feien. Demzufolge sollte der Weg über Kleinstreiks -um Massenstreik und weiter zum bewaffne- t e n Aufstand als vorläufige Revolution führen. Die entscheidende Voraussetzung sei Die Sympathie der breiten Massen und bie (Einheitsfront der Ar- | beiter, ohne bie ein bewaffneter Ausitand unmög- lid) fei. Vor Der Wahl Im März fei Daran nicht zu |
denken gewesen. Iesfel bestreitet, von Sabotage gesprochen zu haben. Als Der Vorsitzende ihm Die von Felix angegebenen Einzelheiten oorhätt, sagt her Zeuge, er habe Dabei an Die Abwehr von gegnerischen Angriffen gedacht. Er habe seine Anweisungen von einer Frau Krüger in Berlin bekommen. Die ihrerseits roieDer mit Der Parteizentrale in VerbinDung stand.
Iessel bestreitet, daß die Beschaffung von Waffen seine spezielle Aufgabe gewesen sei, und daß er aufgeforhert habe, im Falle eines nationalsozialistischen Marsche» nach Berlin einen Partisanenkampf zu entfesseln.
Erich Hannemann, Der aus Dem Gerichtsgefängnis oorgeführt wirD, bekundet, Iesiel habe erklärt. Daß Die Revolution Der KPD. kurz bevor- stehe, unD Daß man jetzt Dazu übergehen müsse, in Den einzelnen Orten mit den sozialdemokratischen Funktionären und Arbeitern zusammenzukommen, um hie Einheitsfront zu bilben, Streik» zu organisieren unb hie Arbeiter zu bewaffnen. Der lag sei gekommen, um die Regierung zu stürzen unb bie Kommunisten an bie Macht zu bringen. Man müsse abwarten, was Berlin beginne; hort sei alles vorbereitet.
Der Melker Seger, gleichfalls in Untersuchungshaft, sagt, bei ihm unb seinen Genossen habe nach dem Bckanntwerden bes Reichstagsbrandes die Meinung bestanden, baß dieser Brand nicht von Kommunisten angelegt worden sei. Als dem Zeugen feine frühere Aussage oorgehalten wird, gibt er zu, daß Iesiel gefagt habe, her bewaffnete Auf - ftanh stehe nahe bevor. Seger gibt zu, baß er selbst ben größten Teil des gestohlenen Sprengstoffes auf hem Friedhof in Neuenhagen In einer Gruft in einem Zinksarg versteckt habe
Dimitrofs macht bann noch längere Ausführungen, die in einer Verteidigung her Dritten Inter
Die Kältewelle hat sich auch auf bie italienische Riviera ausgedehnt. Die Temperaturen sind stellenweise unter Null Grab gesunken. An her Küste herrscht starker Sturm mit Schnee- unb (Eisregen. In Genua fiel her erste Schnee. Auch von her Ahriaküste werben Heftige Stürme unb tarfe Kälte gemelbet. Triest ist völlig vereist. Bei Denehig wurden zwei Matrosen eines Fischdamp- ers vom Sturm ins Meer geschleudert unb ertranken.
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Die Kältewelle über Europa bat nunmehr auch auf dem Balkan zu einem erheblichen Temperatur- hin geführt. In ganz Bulgarien herrscht große Kälte; in Nordbulgarien wurden minus 3 2 ® r a d gemessen Ueberall sind starke Schnee- äUe mebergegangen. In ben mazedonischen Bezirken griffen große Wolfsrudel bie Diehherben an unb richteten erhebliche Schäden an.
Der Schiffsverkehr auf dem Schwarzen Meer ist infolge heftiger Schnee stürme völlig lahmgelegt. In den Hafenstädten Warna unb Burgas wurden drahtlose Hilferufe mehrerer in Seenot befindlicher Schiffe aufgefangen.
Kleine politische Nachrichten.
Die polizeiliche Beschlagnahme der Morgenausgaben der Kölnischen Zeitung und De» StaDtarueigers vom 5. Dezember ist rückgängige m a ch t worben.
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Der Herr Reichspräsibent hat dem evangelischen Feldprobjt bes Heere» und her Marine D. Schlegel bie Amtsbezeichnung „Evangelischer Felddischof her Wehrmacht" verliehen. Die Verleihung her entsprechenden Amtsbezeichnung an den katholischen Feldprodst kommt zur Zeck nicht in Frage, da sie die Stelle de» katholische» Feldprobste» zur Zeit nicht besetzt ist: st*


