Oberheffen
Landkreis Gietzcn
* Alten - Buseck, 5. Dez. Der Händler Theo- vor Lepper wurde zum Rechner unserer Ge
meinde bejtellt und verpflichtet.
$ Alten-Bujeck, 4. Dez. Am Sonntagnoch- mittag hielt der hiesige Spar - und Vorschuß- verein seine Herbstoersammlung in der Wirtschaft von Kaspar Rau Wwe ab. Der Vorsitzende des Aussichtsrates. L. Einhäuser, eröffnete die Versammlung und gedachte der verstorbenen Mitglieder Ferdinand Schwalb. Wilh. Runter und Ernst Vogel, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Beim Bericht über das verflossene Jahr wies Direktor Schwalb darauf hin. wie die hohen Zinssätze eine Verschuldung der meisten Betriebe mit sich gebracht und eine enorme Abhebung der Spareinlagen zur Folge gehabt hätten. Obwohl diese Begleiterschei- nungen auch aus das hiesige Institut nachteilig ein- gewirkt hätten, habe man von Darlehenskündigungen Abstand nehmen und den Geschäftsverkehr wie im vorigen Jahr aufrechterhalten können. Die Rubrik Umsatz weist bis zum 1. Dezember 229 156 Mark auf. die Rubrik Kasse im Soll 30 648 Mark, im Haben 40 095 Mark. Bankoerkehr im Soll 38 064 Mark, im Haben 26 803 Mark. Laufende Rechnung Soll 67 559 Mark, Haben 20 725 Mark. Die Spareinlagen betrugen 83 792 Mark, eigenes Kapital 18 000 Mark. Die Spareinlagen müßten
für die Artgemäßheit der christlichen Religion ist. -öon Den Schulkindern wurden passende Gedichte, die Begebenheiten aus Luthers Leben schilderten und Sendung und Vermächtnis des Reiormators an das deutsche Volk veranschaulichten, sehr schon Dor getragen. Den Abschluß der wohlgelungenen Feier bildeten zahlreiche Lichtbllder, die eine wertvolle Ergänzung des Vortrages waren und Luthers reformatorischen Kampf zur Darstellung brachten.
Weickartshain. 5. Dez. Am Samstagabend fand in der Hock'fchen Wirtschaft eine von dem landwirtschaftlichen Fachberater B i n g m a n n geleitete Versammlung statt, in der Rechtsanwalt
i n ö • (Brünberg in 2l/sftünbiger Rede über das Reichserbhofgesetz sprach und alle Vorteile und Ziele dieses Gesetzes im Einzelnen auheigte. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer und den Reichsernöhrungsminister wurde die Ver- sammlung geschlossen. — Boi der gestern durchgeführten Haussammlung fürdasEintopf- ge richt wurden 42.60 Mark aufgebracht.
U Ronnenroth. 4. Dez. (Verspätet einge- gangen!) Auch in unserer Gemeinde wurde am Totensonntag der Toten in würdiger Weise gedacht. Vor dem Hauptgottesdienst am Vormittag marschierten die hiesige SA. und der Kriegeroere'n geschlossen auf den Friedhof zum Ehrenhain, der zur Ruhestätte aller am Weltkriege teilhabenden Söhne unserer Gemeinde einst werden soll. Hier legte der Vorsitzende des Kriegervereins. Zimmer- meister Karl Rinker, am Fuße des Ehrenmals einen Kranz nieder. Die beiden Formationen nahmen geschlossen am Gottesdienst teil. Die eindrucksvolle Predigt des Geistlichen und die Mitwirkung des Gesangvereins vermittelten eine Totengedenk- ftimmung von starker Eindringlichkeit. Nachmittags war die Gemeinde zu einer liturgischen T o - tengedenkfeier eingeladen worden. Die Kirche war bis zum letzten Platz gefüllt. Ernste Mahnworte aus dem Alten und Neuen Bunde an Tod und Vergänglichkeit sprachen zu den Herzen der Hörer. Die kirchliche Nachfeier erhielt ihre besondere Note dadurch, daß Frau Irmgard Heermann und ihre beiden Schülerinnen. Frl. Lenz und Frl. Kellner aus Gießen, der andächtig lauschenden Gemeinde eine Feierstunde seltener Art bereiteten. Die Gemeinde dankt es den drei Künstlerinnen herzlich, daß sie erhabene Kunst in ihr stilles Dörfchen trugen
Kreis Büviugeu.
* Ortenberg, 5. Dez. Am Samstag ereignete sich hier ein schwerer Unfall, dem leider ein alter Mann zum Opfer fiel. Der im Ruhestand lebende Postschaffner Gg. K. Pfeiffer wurde, als er mit einem kleinen Handwagen aus feinem ©arten kam, in der Kastanienallee von einem Personenkraftwagen aus Frankfurt a. M. angefahren und so heftig zu Boden geschleudert, daß er bewußtlos liegen blieb. Der bedauernswerte Mann, der anscheinend innere Verletzungen erlitten hatte, verstarb am Sonntagoormittag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der Verunglückte stand im Alter von 84 Jahren.
Kreis Lauterbach
WSN. Lauterbach, 5. Dez. Ostern vormittag ist der Holzhauer Hch. Fuchs aus dem benachbarten Kreisort Angersbach bei der Arbeit in den Waldungen bei Rudlos tödlich verunglückt. Ein stürzender Baum fiel auf einen anderen Saum, wurde dadurch aus der Fallrichtung gebracht und traf Fuchs, der in der Nähe mit Daumfchälen be- schäftigt war. Der Bedauernswerte wurde in schwerverletztem Zustande dem Lauterbacher Krankenhaus zugeführt, wo er bald nach feiner Einlieferung starb. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder.
tarier als bisher dem hiesigen Geldinstitut zuge- ührt werden, wenn bas Wirtschaftsleben innerhalb »er Gemeinde nicht noch mehr darunter leiden olle. Auch die Schulsparkaffe dürfte trotz der wirt- chaftlichen Not eine bessere Beteiligung aufweisen. Der Ortsgruppen-ZeNenleiter der NSDAP, erkannte die einwandfreie Geschäftsführung an und erklärte, faß Vorstand und Aufsichtsrat vorbildliche Aufbau- arbeit geleistet hätten. Auf feinen Vorschlag wurde wegen der bevorstehenden wirtschaftlichen Aufgaben ber Wirtschaftsberater Otto Kahl dem Aufsichts- rat noch anaegliedert. Dieser ging dann kurz auf einige wirtschaftliche Fragen, die in nächster Zeit das Institut beschäftigen würden, ein. Aufsichts- ratsmitglied W D ö p p erstattete darauf den Revifionsdericht, dem zu entnehmen war, daß die Geschäftsführung wie bisher in besten Händen liegt und der Stand der Kasse als günstig bezeichnet werden kann. Die Anträge auf Erhöhung und Festsetzung der Passivgrenze auf 200 000 Mark, sowie zum Beitritt zur Landesbauernkasse Rhein- Main-Neckar fanden einstimmige Aufnahme. Anschließend erläuterte Direktor Schwalb noch Einzelheiten über Steuergutscheine, Entschuldungs- verfahren und Aufwertungsgelder und schloß mit dem Appell, nach dem nationalsozialistischen Grundsatz: „Emer für alle und alle für einen" weiter mitzuhelfen und einem dreifachen Sieg-Heil auf Den Volkskanzler Adolf Hitler. Nach Verlesen des Protokolls wurde die Versammlung geschlossen.
Lollar, 6. Dez. Gestern nachmittag stürzte der Landwirt Ludwig Seipp in der Scheune ab und blieb anfdjeinenb mit inneren Verletzungen liegen. Er wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen nach der Chirurgischen Klinik ge- bracht. Die Untersuchung des bedauernswerten Verunglückten ist noch nicht abgeschloffen.
v Oppenrod, 4. Dez. Am Sonntag, 1. Advent, fand abends in der Kirche eine Lutherfeier statt, die recht gut besucht war. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag von Pfarrer Müller- Großen-Buseck über das Thema: .Luther als Deutscher" In eingehenden Ausführungen zeigte der Vortragende, daß . in Luther Deutschtum und eoan- gelisches Christentum einen unauflöslichen Bund geschlossen haben, daß Luther die Kraft zu seiner echt deutschen Gesinnung aus feinem 'christlichen Glauben zufloß und daß Luther ber beste Beweis
S.Jl.-'SvOTt
doch, daß Butzbach sich schwer in ben eigenen Mauern Punkte nehmen läßt.
Die .Teutonen" nehmen es beshalb recht ernst. Das erstemal feit langen Wochen können sie in stärkster Aufstellung antreten. Butzbach hat umge- stellt. Infolge bes eisigen Norbostwindes und des hartgefrorenen Bodens stellt bas Spiel riesige Anforderungen an die Spieler. Enffchloffener Wille zum Siege beseelt beide Mannfchasten. Butzbach, m der ersten Halste mit dem Winde spielend, kann sich gegen die sichere Hintermannschaft nicht durchsetzen. Recht oft tragen auch die „ieutonen" schöne An- §rifie vor, können jedoch trotz technischer lleberlegen- eit bis zur Pause nicht zu Erfolgen kommen.
Nach der Pause werden die Gaste sichtlich überlegen. Rechtsaußen und Halbrechts schießen in der 12. und 18. Minute die beiden Treffer. Der starke Wind und das dadurch unberechenbare Zuspiel — nicht zuletzt auch die verstärkte Abwehr der Butzbacher — lassen es trotz drückender Ueberlegenheit zu weiteren Erfolgen nicht mehr kommen. Mit diesem Siege beenden die „Teutonen" die Vorrunde.
Als junger Verein und Neuling in der Bezirksklasse hat sich die 1. Mannschaft der „Teutonen" gegen erfahrene und namhafte Gegner, einen aajt- baren Platz erkämpft. Trotz Zugehörigkeit zur SA. aller aktiven Sportler und den damit verbundenen Pflichten, wurden alle Spiele auf dem von vorgesetzter Sportbehörde angesetzten Termin ausgetragen. Durch eiserne Disziplin und Kameradschatts- geist gelang es so der 1. Mannschaft der „Teutonen" Den Anordnungen der Behörde als erste die Vorrunde zu beenden.
Die 2. Mannschaft mußte in ber Mittagsstunde in Lollar zum Verbandsspiel antreten. Fahrgelegenheit war nicht mehr vorhanden. Also her das Fahrrad! Kein Mittagessen — härteste Kälte — und an- schließend Punktspiel. Das bedeutet eine ungeheure Anforderung! Wenn auch nicht alle — aber man fuhr und spielte. Diese Sportler verdienten größte Hochachtung. Sie verloren — nicht vollzählig 3:0.
Die Jugend siegte im Verbandsspiel gegen Alten- Buseck 3:0. Auch hier kam durch die ungünstige Witterung ein schönes Spiel nicht auf.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Spo. 1920 I — wieseck I 7:1 (3:1).
Das Spiel litt unter dem starken Wind und dem hart gefrorenen Boden. Die Gäste fanden fid) am Anfang des Spieles besser als die Einheimischen und konnten bereits in ben ersten zehn Minuten durch ein Mißverständnis der Heuchelheimer Verteidigung ihr einziges Tor erzielen. Kurze 3eit daraus glichen die Heuchelheimer aus und erzielten vor der Pause noch zwei weitere Tore. Die zweite Hälfte des Spieles stand ganz im Zeichen ber Einheimischen. Angriff auf Angriff wurde oor das
Aus dem Gau XII des Deutschen Radfahrer Verbandes
Der Deutsche Radfahreroerband hat am 1. Oktober alle bisherigen Verbände zusammengeschloffen, um den geeinten Radsport zu fördern, die Interessen aller deutschen Radfahrer zu vertreten und am Aufbau Deutschlands tatkräftig mitzuwirken. Darum ist es Pflicht eines jeden deutschen Radfahrers, Mitglied des Verbandes zu werden! Alle Radfahrerver- eine müssen Mitglied des Verbandes werden, da sie sonst der Auflösung verfallen Ein Verein muß mindestens 20 Mitglieder haben.
Der Gau XII Nordhessen ruft alle Vereine auf, sich zwecks Aufnahme in den Verbund umgehend an den Gauführer zu wenden. Der Sitz des Gaues ist Raffel, er umfaßt die Bezirke Kassel- Fulda und Gießen Auch die Einzelfahrer, also Radfahrer, die keinem Verein angehören, wollen sich unmittelbar an den Gauführer wenden. Di'e Beiträge sind zum Teil wesentlich herabgesetzt, sind gestaffelt und ermöglichen es jedem Radsporttreibenden, dem Verband beizutreten. Wichtig ist für jeden Radsporttreibenden die gebotene Versicherung gegen Unfälle und eine Haftpflichtversicherung!
Schriftliche Auskunft erteilt: Gau XII (Nordhessen) im Deutschen Radfahreroerband, August Eggert, Reichsbahn-Oberinspektor, Kassel (Reichsbahndirektion), Kölnische Straße.
Die Führung im Bezirk Gießen.
Zum Führer für den B e z i r k 2 G i e ß e n, (Gau XII Nordhessen) im DeutschenRadfahrer-Der- band (DRV.) wurde vom (Bauführer Eggert (Kassel) berufen und nunmehr vom Reichssportfüh. rer bestätigt: Karl Gtommel (Gießen).
Die von ihm in den Bezirksführerring berufenen Mitarbeiter . urben gleichfalls wie folgt bestätigt: Geschäftsführer (und Verwaltung) Erwin Hauck (Gießen); Sportleiter August Deibel (Gießen), Leiter des Presse- und Propagandawesens Karl Türk (Friedberg) Fachwort für Straßen- soort Emil Heß (Gießen): Fachwort für Saalsport Willi Göbel (Wetzlar-Niedergirmes); Fachwort für Wandersport Georg Kehr (Gießen) Jugend-Fachwort Ernst Schneider (Alsfeld); Fachwort für Radfahrerwege Adam Kircher (Gießen).
r ZSTeutonia" Watzenborn-Steinberg
Vf« Butzbach (Liga) - WL „Teutonia" Watzenborn-Steinberg (Liga) 0-2 (0:0).
Zum letzten verbandsspiel der Vorrunde traten die „Teutonen" in Butzbach an. Wohl zeigten sich die Gäste in den seitherigen Spielen ihren Gast- gebem stets überlegen. Auch mögen die Butzbacher am Ende der Tabelle stehen. Die Resultate auf eigenem Platze in den Derbandsspielen zeigen je»
Diesecker Heiligtum getragen und in kurzen Sb» ständen konnten noch vier weitere Bälle oerwondett werden. Schiedsrichter Wallbott (Steinberg) war dem Komps ein gerechter Letter. Die zwette Mannschaft spielte in Wieseck 1:2.
Fußball: Universität-1900.
Die Fußballmannschaft der hiesigen Universität beabsichtigt auch in diesem Jahr an den Kreisspielen um die Südwestdeutsche Hockschulmeister- schaft teilzunehmen. Um die aus verschiedenen Vereinen stammenden Spieler zu einer Einheit zu- sammenzuschweißen, hat sich die Spielvereinigung 1900 Gießen zu einem Trainingsspiel am heutigen Mittwochnachmittag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe zur Verfügung gestellt. Die Universität verfügt über zum Teil sehr gute Kräfte (erwähnt seien nur Schlarb, Roth, Winter usw.), so daß mit einem recht spannenden Spiel zu rechnen ist. 1900 wird mit einer kombinierten Mannschaft, die sich aus Vertretern der ersten und zweiten Elf zusammensetzt, den Studenten entgegentreten. Diese Elf ist recht spiefftark zusammengestellt und wird die Gäste zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Man erwartet ein spannendes, faires Spiel, dessen Ausgong vollständig offen ist.
1900 läßt sich vertreten durch: Balser; K. Schneider, Lippert; Langsdorf, Heilmann, Schomber; Enders, Wilhelmi, Brornm, Jäger, Kraft.
Handball im Gau XII der OT
Gießener Turnerschaft II — OSC. Gießen l 3:3 (2:0).
Die zweite Mannschaft der Gießener Tumer- schaft stand am Sonntag der ersten des OSC. Gießen im Verbandsspiel gegenüber. Die Turner, die nicht in kompletter Aufstellung antreten konnten, kamen nicht an die Leistungen der Vorsonntage heran Vor ollen Dingen fand sich der Sturm, in dem man ein systemvolles Spiel vermißte, zu keiner einheitlichen Aktion. Von Seiten des Gegners wurde besonders in der zweiten Halbzeit oft recht hart gespielt. Der Schiedsrichter hätte bester durchgreifen müffen.
Mio. Jugend — Tgm. Friedberg Jugend 3:2 (2:1).
Nach dem Spiel der zweiten Mannschaft trafen sich beide Jugendmannschasten zum fälligen Ver- bondsspiel. Die Mtver überraschten diesmal nach der angenehmen Seite; konnten sie doch gegen die körperlich weit überlegenen Friedberger einen schönen, wenn auch knappen, aber doch wohlver
dienten Sieg erringen und somit die Scharte bes Vorspieles in Friedberg auswetzen. Die Mtver waren zweifellos die Besseren. Besonders konnte der noch junge Tormann gefallen. Wuchtigkeit urdl Flinkheit der Hintermannschaft, sowie gutes Zusammenspiel und Entschlossenheit des Sturmes im Schuß brachte die Gießener zuMi Siege.
Hilde Krahwinkel nimmt Abschied.
Da die deutsche Tennis-Meisterin Hilde Krahwinkel demnächst den bekannten dänischen Spieler S p e r I i n g heiraten und dadurch dänische Staatsbürgerin wird, ist sie für die Zukunft für den deutschen Tennissport verloren. Ihre Abschiedsspiele wird Hilde Krahwinkel am kommenden Sonntag anläßlich des Klubkampfes zwischen Bremen 1896 und Etuf Esten in Bremen geben.
Kurze Sporlnotizen.
Auch im Turniersport ist das Auftreten nichtarischer Reiter und Fahrer bei öffentlichen Turnieren nicht gestattet. Lediglich als Besitzer von Tur- nierpserden sind Nichtarier keinen einschränkenden Bestimmungen unterworfen.
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Das erste Rugbyländerspiel Deutschland — Holland in Düsteldorf brachte den tech- nisch bester geschulten Deutschen gegen die unerfahrenen Holländer mit 23 :0 (14 :0) einen ganz überlegenen Sieg.
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Einen weiteren Sieg landeten die kana- dischen Eishockeyspieler der „Ottawa Shamrocks" in England. Allerdings fiel dieser in Hornmersreuth gegen eine englische Auswahlmannschaft mit 4:3 Toren nur sehr knapp aus.
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Als Termin für den bereits genehmigten Boxkampf des deutschen Schwergewichtsmeisters, Vinzenz Hower-Köln, gegen den bekannten Engländer Reggie Meen ist der 11. Dezember festgesetzt worden. Der Kampf wird in London ausgetragen.
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Nach 90 Stunden waren im Kölner Sechstagerennen 2150 Kilometer zurückgelegt. In der Spitzengruppe befanden sich fünf Mannschaften, die Holländer Pijnenburg-Wals vor Göbel-Schön, Jvpen- Charlier, Rausch-Hürtgen und den Franzosen Guim- bretiere-Broccardo. Die übrigen Paare lagen bis zu fünf Runden zurück.
Vöchrr unter dem Weihnachtsbaum.
Aus fremden Literaturen.
— Knut Hamsun: „Nach Jahr und T a g“. Roman. Berechtigte Übersetzung aus dem Norwegischen von I. Sandweier und S. Angermann. In Seinen gebunden 7,50 Mark. Albert langen / Georg Müller Verlag, München. — (540) — Der neue „Hamsun" führt uns aufs Neue nach dem vertrauten Segelfoß, aber in eine andere Zeit, die dieser kleinen Stadt wohl Kino, Bank und Grandhotel bescherte, aber nicht glücklicher und schöner ist als jene alten Tage. In dem Geschäft des Sabenper herrscht jetzt die dritte Generation. Und um sie herum eine bunte Menschensülle, Honoratioren, Bauern, Arbeiter, Bettlervolk, von denen jedes, Mann wie Weib, sein eigenes Gesicht hat und so lebendig auf den Beinen steht, daß es uns mitten unter allem Lachen über die Käuze manchmal beinahe unheimlich wird. Und zwischen dem Gewimmel bewegt sich der August aus den .Landstreichern", nun alt geworden, aber noch der närrische Phantast von einst, betriebsam, hilfsbereit, tüchtig und geschickt, doch ein törichter Spekulant und Windbeutel, der in seiner Wurzellosigkeit und seiner Leidenschaft für den Fortschritt um des Fortschritts willen wohl manchmal wie ein faules Holzstück trügerischen Glanz um sich verbreiten mag, es aber niemals zu etwas Ganzem bringt. Auf feiner Svur wächst nichts, was Dauer hat, er ist ein Exponent der neuerungswütigen Zeit, die Hamsun heute so wie je aus einem junggebliebenen Herzen haßt. Sonst aber kennt er keinen Haß. In diesem prachtvoll ftischen, oft unbändig luftigen Werk gibt es nur eins, woraus wir sehen, daß ein Dichter von hohen Jahren fein Verfasser ist: die gütige Weisheit, die ihren Abendfonnenschein verklärend über alle diese im Guten wie im Schlechten als ewige Kinder scharf durchschauten Menschen legt. Noch in den August, den er doch für einen Schädling hält, ist Hamsun verliebt und macht uns auch verliebt in ihn Bitter" Menschenkenntnis wird in der lebten Reife zur Menschenliebe, zu einer Liebe zum Leben wie es einmal ist.
— „Tagebuch der Selma Ottilia L o ° oifa Lagerlos." Mit 16 Federzeichnungen von Hermann Pezold. Leinen gebunden 4,50 Mk. Vertan Albert Langen / Georg Müller, München — (517) — Seitdem Selma ßagerlöf als Vierzehn- jährige dieses Tagebuch geschrieben hat, sind 60 Jahre oeraangen, 60 reiche und fruchtbare Jahre, in denen Selma ßagerlöf zu einer weit über die Grenzen ihres ßanbes hinaus geliebten und gefeierten Dichterin wurde und uns eine Fülle wunderbarer, unvergeßlicher Werke schenkte. Es ist von außerordentlichem Reiz, die nunmehr fünfundsiebzigjährige Dichterin wieder als Kind vor sich zu sehen, das davon träumt, später einmal eine berühmte Schriftstellerin zu werden und viele „inter- essante" Romane und Gedichte zu schreiben. Mit einer bezaubernden Natürlichkeit und off-nkuudi- gen Freude am Erzählen, die die spätere Dichterin schon ahnen läßt, berichtet die kleine Selma, die den Winter 1873 in Stockholm verbrachte, von allem, was sie an Merkwürdigem und Neuem in der Großstadt erlebt. Ihr ganzes Inneres schließt sie in diesem Tagebuch, das sie eigentlich nur für sich selbst und einen recht guten Freund geschrieben hat, rückhaltlos auf. Das ßeben ist dieser kleinen Selma wie ein Märchen mit vielem Unbegreiflichen und Wunderbaren, an dem sich ihr Kinderaemüt begeistert. Die Bücher und ihre Gestalten sind ihr lebendige Gegenwart Oft genug kommt es vor, daß wirkliches und erdichtetes Geschehen in ihrer Vorstellung verschmelzen. Hinter allem aber, was sie hier so lebendig und unmittelbar — wie es ihr aus dem Herzen bringt — erzählt, steht unausgesprochen die Sehnsucht nach dem Zuhause, und das Buch klingt aus in der Freude, endlich wieder heim zu dürfen nach Marbacka, „wo es nichts gibt von all dem Gefährlichen und Häßlichen, in das man in einer so großen S*adt wie Stockholm bineingeraten kann", wo man immer froh und glücklich fein darf, denn „auf Marbacka gibt es keinen Kumm'r und keine Sorgen". B. Z.
— F. E. Sillanpää: Eines Mannes Weg. Roman. Aus dem Finnischen übertraaen von Rita O ehguist. 233 Seiten. Im Jnsel-Verlaa zu Leipzig. — (395) — Der Finne Frans Eemil Sillan- pää, der, wie nur wenige in Deutschland wissen
werden, nahe daran war, den diesjährigen Nobelpreis für Literatur zu erhalten, der dann an den Russen Bunin vergeben wurde, ist als Sohn eines Kleinbauern unweit der Stadt Tampere 1888 geboren. Sein Lebenslauf ist, äußerlich gesehen, recht ereignisarm und entspricht dem vieler „Bauern- dichtet; befreunbete (Bonner erkannten die Bega- bung bes Knaben, ermöglichten ihm ben Betuch einer besseren Schule und einer Universität, und so trieb ber junge Dichter in Helsinki Naturwissenschaften, ohne jeboch fein Studium zu vollenden. 1908 kam er dorthin, nach fünf Jahren war er wieder zu Hause und begann nun fein dichterisches Werk. Es fing an mit kleineren Erzählungen, 1913 erschien sein erster epitch-breit gehaltener Roman „Das Leben und die Sonne", und in zeitlichen Abständen folgten bann die anderen Bücher bis zu fein-n beiden letzten „Silja, die Magd" und „Eines Mannes Weg". Sie find die einzigen, die auch in einer guten deutschen Übertragung erschienen sind. Die inneren Ereignisse dieser Bücher lassen sich kurz zusammen- fassen: Sillanpää schildert immer bas Wechselspiel zwischen Natur unb Menschen, zwischen ber ßanb» schast unb ihren Bewohnern; ber Mensch wirb zu einem Teil ber Schöpfung, er unterliegt ihren Gesetzen, er ist hilflos gegen bis Fügung ber Allmacht. Auch bie äußere Welt bes Dichters ist nicht groß; er stellt immer roieber bie Menschen seiner Heimat bar, die er immer neu erlebt unb gestaltet. Im Mittelpunkt feines neuen Romans — „Silja, bie Magb". haben wir früher bereits angezeigt — steht der Hofbauer Paavo Ahrola, ber nach vielen Jr- rungen unb Wirrungen ben Weg zu bem arnrn, gütigen Mäbchen zurückfindet, bie feine Jugend- geliebte war. Die Hanblung ist hineingestellt in bie gefunbe Welt bes finnischen Bauern unb umwoben vom Zauber bes „ßanbes ber taufenb ©een".
— Felix Timmermans: Oie bunte Schüssel. Aus d"m Flämischen Übersekt von Peter Mertens. Mit Zeichnungen bes Dichters. 200 Seiten. Im Insel-Verlag zu ßeipzig. — (490» — Das neue Buch von Timm-rmans ist ein rechtes Weihnachtsgeschenk für alle Freunde des flämischen Dichters unb für jene, bie es werben wollen Den B"fchluß di"s"s bunten Gesch'chtenbandes macht bas schöne „Selbstbilbnis", bas Timmermans vor Jahren im Gießener Goethe-Bunb vorgelesen hat, unb bas in seiner Befcheibenheit und Heiterkeit des Herzens die beste Einführung ist in bie eigentümliche Welt bes Dichter; von hier aus wirb man am leichtesten ben Zugang finben zu ben Geschöpfen unb ber ßandschaft seiner nieberlänbifchen Heimat. Alles, was Timmermans bisher geschrieben bat, nom „Pallieter" bis zum „Franziskus", vom ,,^e- fusfinb in Flanbem" bis zu ben „®fl(nbincn", fch-int sich miniaturhaft in ben kleinen Geschicht-n w'berzuspiegeln, bie hier unter bem gemeinsam"» Namen „Die bunte Schüssel" vereinigt wurb-n Es fügt sich alles zwanglos unb selbstverständlich ei» in bie festumarenzte, vom heimischen Boben genährte W»lt feines Dichtens unb Denkens, wie es im „Selbstbilbnis" beschrieben wirb: ob er eine elisabethanische ßegenbe vom „M-mt-l ber K""fch- heit" erzählt ober zwei kleine Geschichten für Rin- ber aus ber märchenhaft beseelten W-llt ber Tiere; ob er im „Geheimnis ber Welb-n" eine ;tnrfe ßiebesgeschichte einfängt ober bie Freuben unb Leiden bes Meisierrauchers Gammarus behaglich aus» malt. —v—
Kinderbücher undJusendfchrifien
— Werner (Thornton: Soldat in ben Wolken. Ein Fliegerbuch, mit 40 zum erstenmal veröffentlichten Fotos unb Zeichnungen. 112 Seiten Text. Halbleinen 2 Mark, ihienemanns Zweimark- Bücher. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. —- (553) — Ein Buch vom Helbentum ber Aufklärungsflieger im großen Krieg. Hier erzählt ein Beobachter von bem Kämpfen, Siegen unb Sterben ber Flieger. Wie bie Besatzungen ganz auf sich gestellt, umtobt von Granaten unb Schrapnells, getagt unb gehetzt von ber Uebermadjt feindlicher Kampfflieger immer wieder hineinstoßen in feindliches Land, um Kunde zu bringen von ben Bewegungen bes Gegners, bas Feuer der Artillerie leiten, Bomben werfen ober ben bedrängten Kameraden auf der Erde zu Hilfe eilen; ... das lebt in packenden Schilderungen und in hier zum erstenmal veröffentlichten Originalaufnahmen wieder auf, reißt


