Ausgabe 
6.12.1933 Drittes Blatt
 
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Deutsche Weihnacht- deutsche Gaben

Don Oberregierungsraf Eckard, Potsdam.

Ganz Deutschland steht jetzt unter dem Zeichen der Winterhilfe. Zäher Will« und vorbildliche Organisation haben in kurzer Zett ein Hilfswerk ins Leden gerufen, das schon jetzt die Bewunderung des Auslandes erregt. Das durch die oerslossenen Parteikämpse fast erstickte Gefühl der deutschen Bolksgemeinschast ist durch den Nationalsozialismus wieder geweckt und hat in den wenigen Monaten feit Uebernahme der Macht durch die nationalsozia­listische Regierung schon bewirkt, daß von allen Volksgenossen, die noch etwa» opfern können, die Spende als etwas ganz Selbstverständliches geleistet roirb. Die Winterhme kann aber nur die dringendste Rot lindern: zur Hebung allgemeiner Wirtschaft»- not genügt si« nicht. Hierzu sind andere Maßnahmen erforderlich, zu denen die Reichsregierung auch so­fort gegriffen Kat. Die erst im Anfang stehende Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms hat schon staunenswerte Erfolge zu verzeichnen. Doch Dürfen wir die Arbeitsbeschaffung der Regie- runp nicht allein überlassen. Neuerung und Volk gehören auch hier zusammen.

Relchswirtschaftsminister Schmitt hat Ende Ok­tober in der Eröffnungssitzung des Werberats der deutschen Wirtschaft ausdrücklich auf den Wert der Werbung für deutsche Erzeugnisse hin­gewiesen und betont, daß sie dazu diene, an dem großen Ziel der Arbeitsbeschaffung mitzuwirken. Dervolkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" hat sich als die zentrale Stelle der Gemeinschaftswer­bung für deutsche Waren bereits seit mehreren Iah. ren die Förderung des Absatzes deutscher Erzeug­nisse zur Aufgabe gemacht und mit allen zur Ver­fügung stehenden Mitteln eine dahingehende Er- ziehungsarbeit am deutschen Volke betrieben. Er wurde hierbei nach anfänglichen Widerständen in zunehmendem Maße von Der deutschen Wirtschaft unterstützt. Auch bei der Berbraucherschaft ist diese Aufklärung mit der Zeit immer mehr auf Verständ­nis gestoßen. Die großen Hausfrauenoerbände ha- ben sich von Anfang an mit besonderem Eifer und Erfolg in den Dienst dieser Werbung gestellt.

Dervolkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" hat sich bei seiner Arbeit stets von der Uederzeugung leiten lassen, daß eine loyale Werbung für das deutsche Erzeugnis auf dem Binnenmarkt die deut- sche Ausfuhr gar nicht schädigen kann, daß sie viel- mehr die notwendige Ergänzung der Aus­fuhrförderung darstellt, zumal bei allen Völ­kern, mit denen Deutschland in Handelsbeziehungen steht, eine ähnliche Werbung m nachdrücklicher Weise betrieben roirb. Diese Werbung des Auslarrdes wird sogar vielfach mit Staatsmitteln unterstützt. Da amt- liche Mittel in Deutschland hierfür fehlen, ist die Werbung in erhöhtem Maße auf die freiwillige Hilfe aller Bevölkerungsschichten angewiesen.

Das bevorstehende Weihnachtsfest bietet allen Volksgenossen die Möglichkeit, an dem Aufbauwerk der Regierung mitzuhelfen. Bei der Wahl von Weihnächte gaben muß jeder Deutsche in er­ster Linie an die Erzeugnisse seiner deutschen Hei- mat denken und sich vornehmen, seinen Weihnachts­bedarf hiermit zu decken, um dadurch deutschen Ar­beitern und Arbeitgebern Arbeit und Brot zu ver- schaffen. Um eine solche Einstellung unserer Volks- genossen zu fördern, hat derVolkswirtschaftliche Aufklärungsdienst", Berlin SW 11, eine Weihnachts­marke herausgebracht, die unter dem in roter Schrift gehaltenen Motto:Deutsche Weih­nacht Deutsche ©ab en" auf dunkelblauem Sternenhimmel eine fliegende Glocke unter einem weißen Kometen zeigt. Die Marke ist geschmackvoll und roerberoirkend und soll auf Weihnachtsgeschenk- artifel deutscher Herkunft, auf Pakete, Briefe, Rech, nungen, während der Weihnachtsgeschäftszeit geklebt

Anregung für Wechnachtsarbeiten.

Von Ellen Thieme.

Weihnachten rückt heran, das Fest, an dem ein feder, ob arm ober reich, teilhaben soll und sich er­freuen, das Fest, an dem sich die Menschengüte feinem Nächsten zuwendet und geben und schenken möchte. So sorgenvoll der jetzige Alltag ist, für die- s«s Fest sollen wir ein wenig vorausdenken.Weih- nacht", das Symbol der Nächstenliebe gütige Hände versuchen, jeder in seinem Kreise, Freude zu spenden.

Für uns Frauen gilt e», rechtzeitig an die Arbeit zu gehen und mit den allergeringsten Mitteln in unseren Mußestunden unsere kleinen Freudebringer fertigAufteUen. Guter Wille, Nachdenken, Geschmack und fleißige Hände zaubern manchmal kleine Kunst­werke hervor und wo der künstlerische Instinkt versagt, gibt e» Anleitungen und Ratschläge, denen wir folgen können.

Da ist die alte Volkskunst, die Handweberei, die uns mit ihrer einfachen Technik die Möglichkeit zu vielen entzückenden Arbeiten gibt. Man braucht keinen Webstuhl zu haben, sondern man braucht nur einfad) seine Kettfäden zu spannen und das macht man so:

Man schneidet sich aus Pappe zwei kleine Vierecke, die man in der Mitte mit 6 bis 12 kleinen Löchern, e nach Breite der Arbeit, versieht. Aus einer Netz- abrif ober einer Handlung für Fischereibedarf be- orgt man sich Rettgarn, das die Fischer für ihre Netze brauchen: die Stärke richtet sich nach dem betreffenden Material, mit dem man arbeiten will. Der Kettfaden muß stets in richtigem Verhältnis zu unserem Material, sei es Wolle, Seide, Garn oder Twist, stehen. Wir ziehen nun die Kettfäden in der Länge wie wir sie brauchen, durch diencbtnein- anberliegenben" Löcher der zwei vorgerichteten Pap­pen. dann knüpfen wir die eine Seite der Enden an, Fensterkreuz oder einen Wandnaael. Die anderen Enden ziehen wir durch unseren Gürtel und setzen uns so, daß die Rette firaff aejpannt ist. Wir ichie- den die eine Pappe an das eine Ende der ReitfdOen und die andere zu uns heran. Mit einer Strick- nabel nehmen wir Faden 1, 3. 5, 7, 9 hoch und schieben die Nadel zu der von uns entfernten Pappe: so haben wir da» Fach flebilbet und begin­nen nun mit der Weberei. Wir fabeln In eine lange, starke Stopfnadel ober in eine sogenannte Schuster, nabel einen kurzen Rcttfabcn und stopfen durch die unten liegenden Fäden: zurück werfen wir die Na- bei einfach durch das gebildete Fach und haben so das erste Viereck gewebt. Wir ziehen etwa 6mal ben Kettfaden durch und schlagen ihn mit einer

Aus dem Reiche der Krau.

werden und so immer wieder jeden an feine pater« ländische Pflicht gegenüber der deutschen Wirtschaft mahnen.

Auch im IBinfer an die frische Lust!

Schadet es meinem Kleinen nicht», wenn ich bei dem kalten Wetter das Rinberroagenoerbetf unten lasse?" fragte mich letzthin eine ängstliche junge Mutter. Schaden? Im Gegenteil, nichts bekommt den Kindern bester als recht viel frische ßuft! Das verdeck, junge Mutter, das lasten wir hübsch unten und benutzen es nur bei einer Spazierfahrt im Regen oder besonders scharfem Wind. Ist die frische Luft doch unsere stärkste Waffe im Kampf gegen Husten und Schnupfen und all die anderen Plagen, Die die Winterszeit mit sich bringt. Bei jedem Wetter sollten unsere Kinder ins Freie, natürlich in geeigneter Kleidung: derben Schuhen, roaffer- dichkem Mantel und Gamaschen. Die Stunden zwischen 10 und 15 Uhr sind in der kalten Jahres­zeit von November bis März zum Spaziergang am geeignetsten: wer kann, der richte sich mit seinen häuslichen Obliegenheiten danach ein. Feuchtes, trübes Wetter und leichter Rieselregen dürfen für den täglichen Ausgang kein Hindernis fein. Baby

aber stellen wir warm eingepackt im Seltnen oder im Wagen ans offene Fenster. Auch für unser Baby ist es das denkbar Beste, wenn es sich im durchlüfteten Zimmer, mit feinen Gamaschenhofen bekleidet, auf einer Wolldecke warm strampeln kann. Wer kann, der wähle ein Südzlmmer als Wohn- oder Kinderstube. Wer aber so ungünstig wohnt, daß es beim Fensteröffnen gleich eisig zieht, der sollte wenigstens bei Nacht eine halbe Scheibe offen halten ober einen Ventilator anbringen lasten. Frische Luft schabet nie, auch nachts nicht. Ja, sie ist sogar gerade bann befonbers nötig, wenn man bebentt, wie kurz die Tage im Winter find, und wie beschränkt bie Zeit, die wir im Freien Ger­bungen können. Zweckmäßig ist e», bem Kleinen nachts eine umhüllte Gummiwärmflasche und eine zweite Decke in den Korb zu geben. Dasselbe gilt auch für Spaziergänge an kalten Tagen mit rauhem Nordost. Ich bin durchaus nicht der Ansicht, baß man bie Kinder im Freien lasten müßte, bis sie eine rote Nase und beinahe blaugefrorene Hände und Füße haben! Aber bas Baby, Das richtig er­nährt, richtig gekleidet und beim Ausgang warm eingepackt wird, das kommt von feiner täglichen Spazierfahrt so warm wie frischgcbackene» Brot zurück. L St

Honigkuchen und Pfeffernüsse.

Gute erprobte Rezepte für hie Weihnachtsbäckerei.

Don Frau Frida A.sch, Sad-Nauheim.

Großer, einfacher Honigkuchen, l'/r Pfund Mehl vermischt man mit/» Teelöffel gestoßenem Kardamom, 1 Eßlöffel Zimt, 2 fein- geschnittenen, am lag vorher eingeweichten Pome- ranzenschalen, '/« Pfund ausgefteinter, Nein wie Korinthen geschnittener Backpflaumen, */< Pfund Zucker,/« Pfund heißem Honig, in dem man y* Pfund Sirup und 1 Eßlöffel Butter oder Schmalz aufgelöst hat, einer Prise Salz und 2 Backpulvern. Das wird alles gut durchgeknetet Ist das Mehl sehr ausgiebig, kann bis 1 Tasse Wasser zugesetzt werden, aber mit Vorsicht. Alles wird fingerdick auf das eingefettete Blech gestrichen und braun ge­holfen. Kurz vor dem Herausziehen, wenn der Kuchen schon gar ist, wird er rasch mit warmem Wasser bestrichen und noch ein paar Minuten in den Ofen geschoben, daß er schön blank wird.

Dicker Pfefferkuchen. (Etwas aus Ur- großmutters Erbschaft.) A Stof Honig, % Pfund Muschkebad, VA Stof Mehl, VA Eigelb, 1 Glos Rum, % Pfund süße Mandeln, für 1 Silbergro­schen Kardamom, ebenso Zimmet, Ve Frucht Orangead, V# Psung Citronat, für fünf Pfennig Pottasche, auch andere beliebige Ge­würze. Mehl, Gewürze, Pottasche werden trocken zusammengerührt mit dem Honig, der mit einem Löffel Gänseschmalz oder Butter und der Musch­kebad erhitzt ist, übergossen. Dann bas Eigelb hin- Augefügt und die Kasserolle mit bem Rum ausge- spült. (1 Stof ist ein Liter, Muschkebad ist brauner Zucker, statt Pottasche kann man 2 Backpulver neh­men.) Davon wird ein großes Blech

Kleine Honigkuchen. Ein Rezept, das 300 Jahre in der Familie als Geheimnis bewahrt wurde, von fliehenden Protestanten aus Belgien mitaebracht. Im Lauf der Zeit wurde es den wirt­schaftlichen Verhältnissen angepaßt. 3 Pfund Mehl, IVi Pfund Honig, IVi Pfund Zucker, Vz Pfund bit­tere Mandeln oder abgezogene Pflaumenkerne, 8 Gramm Zimt, 2 Gramm Kardamom, 8 Gramm ?estoßene Nelken, etwas abgeriebene Zitronenschale, 5 Gramm Pottasche, 8 Gramm Hirschhornsalz. Der Honig wird mit dem Zucker erhitzt. Das Mehl wird mit den Gewürzen trocken vermengt, Honig und Zucker darüber gebrüht und alles gut durchgeknetet. Die Pottasche wird mit etwas Rosenwasser aufge­löst, bas Hirschhornsalz kommt ebenfalls in den

Teig und alles roirb so lang geknetet, bis der Teig gleichmäßig gefärbt ist. Dann roirb er A Zenti­meter dick ausgerollt, runde Plätzchen, Figuren und Brezeln davon gemacht und bei mäßiger Hitze auf gefettetem ober gewachstem Blech braun gebacken. Am besten eignet sich hierzu ber scharf schmeckende Heidehonig. Jedes Plätzchen bekommt eine halbe Mandel aufgeklebt. Der Teig muß so lang warm stehen, bis er fertig ausgerollt ist, sonst ist er so steif, daß er nur mit schwerer Arbeit zu rollen ist. Die fertig geformten Kuchen können einen ober mehrere Tage stehen, ehe sie In den Ofen kommen.

Gewürzzwieback. IN Pfund Mehl, N Pfund Zucker, % Pfund heller Frühjahrshonla^ K Pfund Kunsthonig, 3 ganze Eier, '/» Pfund Butter oder Margarine, 15 Gramm Zimt, 4 Gramm Karda­mom, 4 Gramm Muskatblute knetet man zu leib- lief) festem Teig zusammen, den man eßlöffelweise zu Röllchen formt und auf bem mit Wachs bestriche­nen Blech bäckt. Da nicht alles Mehl egal ist, muß man erst proben, ob der Teig auch hält unb nicht klebt. Wer keine Eier hat, kann statt dessen für alle drei ein Backpulver nehmen

Weihnachtssterne. 2 Pfund Mehl, 2 Pfund weißer Honig: Linde, Akazie, Raps, Klee ufro., 1H Teelöffel Zimt, VA Teelöffel in Wasser aufge­löste Pottasche, 1 Teelöffel Nelken, 1 Teelöffel Hirsch- homsalz, 1 Teelöffel Kardamom. Alles gut durch- einanberfneten, halb fingerdick ausrollen, Sterne davon ausstechen, diese mit Eiweiß, Fett ober Milch bestreichen, vergiß nicht, in der Mitte ein Loch zum Anhängen an den Baum auszustechen. Noch warm, werden sie mit Zuckerguß versehen. (Eine Tasse Himbeer- ober Johannisbeersaft wird mit 2 bis 3 Eßlöffel Zucker gekocht, bis er ganz dick vom Löffel fällt. Damit die Sternchen bestrichen und im Ofen nachgetrocknet.

Bittre Mandeln lassen sich im Honigkuchen gut ersetzen, indem man Haferflocken mL bitterem Mandelöl beträufelt. Auch geriebene Nüsse paffen.

Pomeranzenplätzchen. 200 Gramm feines Weizenmehl, 200 Gramm Zucker, M Pfund dunk­ler Waldhonig, 1 Ei, 2 Eßlöffel Milch werden eine Viertelstunde gerührt, bann werben 50 Gramm fein

Gabel fest zu uns heran. Man webt immer von unten nach oben, niemals umgekehrt. Diese Kett­fäden geben der Arbeit ben Halt. Beim Durchziehen bes gebens müssen wir den Faden festhatten, damit sich die Schlinge am Rande ganz glatt legt. Nun beginnen wir mit dem Material, welches wir gc- wählt haben und können in dieser primitiven Art ganz entzückende Gürtel, Krawatten, Borte für Blusen und Kinderkleibchen weben, die fast nichts kosten und immer Freude bereiten.

Etwas mehr Technik erfordert ber einfache kleine Rahmen, ber aber einer geschickten Hand auch keinerlei große Schwierigkeiten oletet. Wir machen uns ben Rahmen aus 4 Schmalleisten selbst. An der oberen unb unteren Seite bes Vierecks werben kleine Blauknöpfe eingeschlagen, blcht nebeneinander, je nach der Breite ber Arbeit. Nun knotet man den Kettfaden an dem ersten Blauknopf, hält ben gaben ganz straff unb leitet ihn zum gegenüberliegenden Nagel, schlingt Ihn herum kommt wieder zurück Sum nächsten und so fort, so breit man die Arbeit oben will. Um den letzten Blauknoof roirb der faden mehrere Male herumgewickelt, Damit er sich nicht löst. Die Rette muß ganz straff gespannt fein, die beste Probe Ist, wenn man mit einer langen Nadel herüberfährt und die Rette dannsingt".

Nun legen wir den Rahmen vor uns auf den Tisch, schneiden uns In Breite der Rette einen etwa 4 Zentimeter breiten Pappstreifen unb schieben ihn noch unten in das. wie vorher erklärt, von einer langen Stricknadel gebildete Fach. Also die Nadel roirb oben hinaus ans Ende geschoben unb ber Pappstreisen zu uns heran. Jetzt beginnen mir mit bem cingefäbdten Rettfabcn oberhalb bes Pappstrei- fens zu stopfen, bas zweite Mal werfen wir den Faden durch bas gebildete Fach, und schlagen die Kettfäden fest an den Streifen heran.

Nun beginnen wir wieder unsere Webarbeit, ent­weder nach eigener Erfindung oder nach Vorlage, die wir überall in altem Damast, feinen hanb- fieroebten Tüchern, Riffen unb Decken finden. Eine ehr gute, fein abschattierte Farbenzusammenstelli ng erfordert guten Geschmack: so können wir auf diese einfache Art die reizvollsten Artikel machen, z. B Handtaschen in jeder Art, in Wolle, Selbe, »ür bie Straße unb bas Theater, zum Rleibe pa'fcnb, für bie Handarbeit, für bie Serviette, für die Schlüssel, für» Opernglas unb als Brieftasche. Auch kleine Deckchen und Kissen webt man so auf diese Art. Ist man fertig, zieht man oberhalb ber Arbeit noch einige Kettfäden al» Schluß unb schlägt diese fest Dann schneidet man bie Kettfäden oben und unten ab unb kann nun das kleine gewebte Stück verarbeiten

Diese primitive Weberei macht unendfiche Freude, well sie uns Gelegenheit zu eigenem künstlerischen

Entwurf bietet und man sich aus dem Ursprung des einfachen Fadens eine wirklich kunstvolle Arbeit schaffen kann, bie nur unsere fleißige Hanb und ganz wenig Kosten erfordert.

Ich habe an mir selbst erprobt, daß in ber Un­ruhe unb ber Hetze bes heutigen Alltags diese leichte Weberei uns wie keine anbere unserer Handarbeiten die innere Harmonie schafft. Der gleichmäßige Rhythmus ber einfachen Weberei löst Freube aus und prägt sich ben kleinen Arbeiten ein; und Freude bereiten und Freude verbreiten, das ist der Sinn dieser kleinen Weihnachtsgaben.

Kleine Kniffe für den W nterhanshali

Es ist kein Zweifel: Der Winterhaushalt stellt an die Kräfte ber Hausfrau noch höhere Forderungen. Da ber größte Teil des Familienlebens sich inner­halb ber vier Wände abspielt, ist bie geplante Lei­terin ber Wirtschaft weit mehr beansorumt, unb so kann sie sich bas Leben unb Arbeiten durcy einige Kniffe erleichtern.

Die Wohnräume sollen warm unb bennod) gut gelüftet sein. Also roirb bas Lüften schnell unb vorschriflsmaßja beforgt, wenn man bie Fen- fier in ber Mittagsstunde fünf Minuten weit auf- macht, in sämtlichen Wohnräumen gleichzeitig, bie frische Luft einftromen läßt unb sie bann alle wieder nacheinander schließt. Die Neuerwärmung geht schnell vor sich, da ber Sauerstoff ber Luft viel da­zu beiträgt.

Das Heizen ber Defen macht weniger Mühe, wenn man am Abend vorher zwei in Zei- tungspapier eingeroidelte Briketts auf bie Glut legt, am anberen Tage zerkleinertes Brennmaterial dar­auf unb für da» Vorhandensein von Kienholz Sorge trägt.

Kalte Fußboden lassen sich in warme ver- wandeln, sofern mehrere Schichten von Zeitung»- papier unter Teppiche und Läufer gelegt werden. Auch das Reinigen de» Fußbodenbelag, geht bann schneller, ba ber Staub durch den Teppich oder Läufer auf bas Papier fällt und damit ausgeschüttet werden kann.

Raucherfüllte Luft ist leicht au beseitigen, wenn in bem Zimmer, in dem ber Herr Äemahl seine Zigarre ober Zigarette raucht, eine breite Schüssel mit kaltem Wasser auf gestellt roirb. Da» Wasser zieht die Rauchpartikelchen an und macht die Luft wieder tlar.

e

geschnittene» Zitronat, 50 Gramm am Tag vorher eingeroeidjte Pomeranzenschale, die fein gehackt roirb, und 1 Backpulver hinzugefügt. Der Teig muß so fest fein, daß er sich gut ausrollen läßt, aber nicht so leberartig, wie bei den Sorten mit erwärmtem Honig. Davon werden runde Plätzchen gebacken.

Großmutters Pfeffernüsse. Sie wur­den in ben Weihnachlsfenen als Spielmarken in ber Familie gebraucht. Selbst die Allerkleinftcn hel­fen bie Nüßchen rollen, wenn sie auch babei ein bißchenschwarz" werben, bas macht nichts! 1 Pfund Honig mit 1 Pfund Zucker wird heiß über einen gehäuften Liter Roggen mehl gebrüht, für zehn Pfennig gehackte Pomor anzenschal» die eingeweicht war, von einer Zitrone Die gehackte Schale dazugefügt unb wenn ber T»z nur noch lauwarm ist, kommen 10 Gramm in Rum aufgelöste Pottasche dazu. Hiervon haselnußgroße Kugeln backen.

Marzipan gehört $u den am leichtesten her­stellbaren Weihnachtsgebacken. Es ist nämlich Roh­kost unb bebarf keiner Feuerung. Die Masse besteht aus Manbeln unb Zucker. Ein Pfund süße unb etwa sechs bittere Mandeln werden gebrüht unb bann an ber Lust getrocknet. Man läßt sie burA bie Mandelreibe gehen unb streicht sie lobann durch ein Sieb. Kleine feste Stücke werden herausgenom­men und nochmals gerieben. Auf einem sauberen Holzbrett roirb nach unb nach ein Pfund Puder­zucker unter bie Manbelmasse geknetet. Um bie Verbindungskraft zu vergrößern, roirb ein Schuß Rosenwasser hinzugegeben. Die Masse muß sich schließlich zu einem weichen Ballen formen lassen. Damit sie saftig bleibt, wickelt man sie in Perna- mentpapier, worüber Stanniol geschlagen roirb An­statt bes Rosenroassers kann auch Orangenblüten- wasser verwenbet werden, Die gebräuchlichsten Formen, bie man bem aus Marzipan bergeftdtten -Weihnachtsgebäck gibt, sind Stangen, Brezel, Droffc dzw. Wecken in winzigem Ausmaß, ferner Kar­toffeln, Zigarren, Würste ufro., die sich besonder» für denbunten Teller" eignen.

Erstlinasausstattunq

Eine Erstlingsausstattung sollte folgende Ding» enthalten: Hemdchen nut kurzen Aermeln aus feinen waschbaren Geweben Binbeoerschluh. Jäckchen mit langen Aermeln, am besten aus weicher Wolle, ge­strickt, weiß. Windeln, Unterlegedecken, Umschläge» tücher, au» weichen Stoffen Sttampelhöschen (roenn es sechs, acht Wochen alt Ift) mit langen Beinen und Füßlingen. Man kann sie unter das Jäckchen ziehen. Auch angcarbeitete Strampelhöschen gibt es, die sind aber etwas schwerer anzuAiehen. Tauf­und Tragkleidchen sind lang, Material ist gestickter Batist. In der falten Jahreszeit auch aus weißem Flanell. Sie werden über das Jäckchen gezogen unb sind rückseitig zum Binden. Zuerst trägt bas Rinb gestrickte Schuhe, halbhoch, mit Bindever- schluß. Welche wollene Söckchen.

Die Wickelkommode bekommt einen seinen Bezug aus Batist. Er sollte aus einem Stoff sein, ber sich gut waschen läßt.

Das Kinderbettchen roirb innen bespannt Am besten eignet sich ein praktischer Waschstoff, mög­lichst ohne jebe Garnitur.

Die Decke *ür ben Rinberroagen soll leicht unb warm sein. Dabei nicht zu groß. Damit man sie gut hanbhaben kann.

Das Lauf- unb Kriechkleibchen ist fun. Blaue, rosa unb weiße Rleiber sinb aus hygienischen Grün­den erforderlich, damit viel Licht an den kindlichen Rörper kommt. Au» gesundheitlichen Gründen sind Lätzchen aus abwaschbarem Material empfehlens- wert. Je weniger garniert unb verziert bie Rinber- sachen sinb, umso besser. Gewiß will jede junge Mutter ihr Rinb nett sehen, aber bas läßt sich mit farblichen, Hellen Stoffen erreichen. Gestickte, ge­putzte Rleiber unb Wäschestücke sinb abzulehnen, weil bie Erstllngssachen immer rofeber gewaschen unb gekocht werben müssen. Schü.

Weiße Wo 11 sachen, Mützchen, Hüte, weiße Pelzbesätze werben wie neu, roenn sie mit weißcin Gips abgerieben werden Sämtliche Flecke unb Un­reinigkeiten verschwinden, auch die weiße Tönung kehrt wieder.

Kohlarten bilden ba» Hauptgemüse, doch brauchen sie lange Zeit, um endlich weich zu wer­den. Man fügt dem Rochzut eine Messerspitze Na­tron bei, und hat die Freude, ba» Gemüse in ver­hältnismäßig kurzer Zeit vom Feuer nehmen zu können. Auch roirb die Bekömmlichkeit De» Gemüse» dadurch gefördert

Fleisch von alten Tieren, allem Geflü­gel roirb schnell gar, wenn man es am Abenb vor­her in eine Mischung von Wasser unb Essig legt Am anberen Morgen herausgenommen, gut ab ge­tropft unb abgetrocknet, ergibt es einen saftigen Braten, ber zudem recht pikant schmeckt.

Man behält ein Eigelb übrig und möchte e» nicht eintrocknen lassen, was in ber geheizten Küche schneller geschieht. Legen wir ba» Eigelb in eine Tasse mit kaltem Wasser, unb wir können e» sogar zwei Tage verwahren.

Mäntel unb Jacken sollen täglich gereinigt werden, weil man sie ja täglich anzieht. Um sich Das lästige Bürsten zu sparen, baß bie Reinigung doch nicht so gut unb gründlich besorgt, nehme man einen Knäuel schwarze Gaze unb feuchte sie ein roenla an. Mit bieser Gaze streicht man über bie Außenfläche ber Kleidungsstücke unb nimmt Damit jeglichen Staub ab. Auch Flecke verschwinden.

Fensterputzenln der kalten Jahres­zeit ist schwieria Doch bei richtiger Arbeitsverrich­tung mach! es sich sehr gut Zu bem Zweck roirb bas Fenster täglich mit einem zusammen geballten Knäuel 3eitungspapier abgewischt, ebenso bie äuße­ren Rahmen. Dadurch erspart die Hausfrau viel Mühe, weil bie Fenster kaum schmutzig werben. Kommt der Tag Des großen Fensterputzes herbei, so vermische man bas Putzwasser mit zwei Teilen Spiritus unb reibe bie Fenster Dann schnell mit darin benetztem Zeitungspapier ab, bevor sie mit dem Leder geputzt werben.

Damit bie Wäsche auf dem Trockenboden nicht gefriert, setze man bem letzten Spülwasser einen Schutz Essig bei. Ist sie dennoch ein wenig hart ge­worden, lasse man sie am warmen Ofen leicht ge­rollt liegen, um Da» Reitze« beim Bügeln tu ver­hindern. Schü.