Ausgabe 
6.9.1933 Erstes Blatt
 
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posaunenfest

-er oberhessischen Gemeinschaften.

> Holzheim, 4. Sept. Am Sonntag fand hier das Jugend - und Posaunenfest des Verbandes der o b e r h e s s i s ch e n Ge­meinschaften statt. Das Fest wurde eingeleitet durch eine Vorfeier am Samstagabend auf dem freien Platze an der Bismarck-Linde. Die Feier wurde umrahmt durch Vorträge der Posaunen- chöre von Watzenborn-Steinberg und Holzheim. Prediger Petersen von Lich hielt eine kurze Ansprache an die Gemeindeglieder. Mit Gebet wurde die Feier beendet.

Der Sonntagmorgen brachte schon viele Festtcil- nehmer, sowie über 30 Posaunen- und gemischte Chöre nach Holzheim. Um 8 Uhr fand die Haupt­probe der Posaunenchöre statt, anschließend die Probe der gemischten und Männerchöre. Der Mor­gengottesdienst wurde auf der Festwiese abgehal­ten, wobei Pfarrer Arndt- Weidenau die Fest­predigt hielt. Sämtliche auswärtige Festteilnehmer bekamen dann bei den gastfreundlichen Einwoh­nern Mittagessen. Mittags bewegte sich ein statt­licher Festzug durch die Straßen des Dorfes nach dem Festplatze. Hier hatte sich eine nach Tausen­den zählende Menschenmenge eingefunden. Der Festplatz war mit den alten und den neuen Farben des Reiches geschmückt. Prediger Peters- Mücke hielt die Begrüßungsansprache. Ferner sprachen noch Prediger Pfeiffer- Grünberg, Keil- Bet­tenhausen, Prediger Meng- Gießen u. a. Die Hauptfestansprache hielt Pfarrer Arndt- Wei­denau. Zwischen den Ansprachen fanden Vorträge der Posaunen- und gemischten Chöre statt, ferner folgten gemeinsam gesungene Lieder. Verbunden mit dem Jugend- und Posaunenfest war das 50- jährige Jubiläum der hiesigen Gemeinschaft. Am Montag und Dienstag fand noch eine Eoange- listenkonferenz statt.

preishüten in Hungen.

= Hungen, 5. Sept. Am vergangenen Sonn­tag veranstaltete her Herein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen'und Um­gegend, dahier sein diesjähriges Preishüten. Ein Begrüßungsabend am Samstag war der Ver­anstaltung vorangegangen. Im Namen des Landes­verbandes Rhein-Main des Deutschen Schäferhunde- Vcrbandes begrüßte Herr D r e s d e mit einer An­sprache die Erschienenen. Insbesondere gab er sei­ner Freude darüber Ausdruck, daß sich die Stadt Hungen und ebenso die beiden Gesangvereine Eintracht" undLiederkranz", sowie der Turn­verein zur Verfügung gestellt hätten, um der guten Sache zu dienen. Weitere Ansprachen wurden ge­halten von Bürgermeister Fendt, Preisrichter Lenz-Ehringshausen und Preisrichter Reisen­weber-Jena. Neben Konzertstücken der Kapelle, sowie der ausgezeichneten Wiedergabe verschiedener Gesangsvorträge der beiden Gesangvereine und Darbietungen des Turnvereins Hungen, der eine Musterriege am Barren gestellt hatte, fand der Abend mit dem üblichen Tanz seinen Abschluß.

Das Preishüten nahm Sonntagfrüh 9*/2 Uhr seinen Anfang und zog sich bis in die späten Nach­mittagsstunden hinaus. Se. Kgl. Hoheit der G r o ß- tz e r z o g als Protektor hatte eine goldene Medaille als Wanderpreis, das Hessische Ministerium, Abt. für Arbeit und Wirtschaft, eine Staatsmedaille ge­stiftet, außerdem standen wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung. Den Wanderpreis um die Staats­medaille erhielt der Rüde des Herrn Dr. Sachs in Darmstadt (Führer Karl Römer-Götzen) mit der Bewertung: vorzüglich.Sehr gut" erhielten die Hunde der Herren Hch. Müller-Ehringshausen, Wilhelm Schmidt- Betzenrod, Alfred Hahn- Großen-Buseck, Otto Langsdorf - Pohl-Göns ^Besitzer K. Baumann-Feuerbach), des Frl. Lotte Engler- Schotten (Führer W. Funk-Schotten), des Herrn Fr. Groß- Darmstadt (Führer Th. Sprück-Steinberg). Weiterhin konnte noch eine An­zahl Ehren- und Geldpreise verteilt werden.

Derbands-Meifterschafisschießen der Hassia.

O Alsfeld, 5. Sept. Das alljährlich zum Aus­trag gelangende Verbands-Meisterschafts­schießen der Hassia fand in diesem Jahr am 2. und 3. September in Alsfeld statt.

Am Samstagnachmittag fand eine Beratung der Bezirksschießleiter unter Leitung von Major Pohl- Büdingen, dem Schießleiter der Hassia, statt. Am Abend veranstaltete der hiesige Veteranen- und Kriegerverein im großen Saale des Deutschen Hauses" einen Begrüßungsabend zu Ehren der auswärtigen Gäste, mit dem zugleich eine Sedanfeier verbunden war. Der 1. Füh­rer des Vereins, Lehrer Hartmann, begrüßte die zahlreichen Gäste und sprach über den Geist und die Aufgaben der Kriegeroereine. Bürger­meister Dr. Völsing entbot den Willkommens- gruß der Stadt Alsfeld. Der Führer der Hassia, Exzellenz von Oidtman, feierte mit begeister­ten Worten den neuen Aufschwung, den Deutsch­land endlich wieder unter der Führung Adolf Hitlers nach langen dunklen und schmachvollen Jahren genommen habe. Für den Stahlhelm sprach Kreisleiter Lehrer Eichenauer. Zu dem an­schließenden unterhaltenden Teil des Abends trug in hervorragender Weise der nassauische Mundart­

dichter Rudolf Dietz- Wiesbaden bei, der mit seinen lebendigen Mundartdichtungen lebhaften Bei­fall erntete. Verdiente Anerkennung fanden auch die Volkstrachtentänze der Damenabteilung des Alsfelder Turnvereins. Dazwischen hörte man schöne deutsche Volkslieder, von einer Abteilung des Bundes Deutscher Mädchen vorgetragen. Tanz beschloß den schön verlaufenen Abend.

Am Sonntag wurden die Landes-Mei st er- schäften auf den zweckmäßigen und gut einge­richteten Schießständen des Alsfelder Kriegerver­eins ausgetragen. Den Abschluß des Tages bildete ein Schießen des Kriegervereins Alsfeld, das als Nationales E r y e b u n g s - P r e i s s ch i e - h e n mit schönen, sinnentsprechenden Preisen aus- geftattet war. Im nahenKronenhof" konzertierte die Alsfelder Sturmbannkapelle. Ein Kasperle­theater fand die gebührende Aufmerksamkeit der zahlreich erschienen kleinen Gäste. Die Schießergeb­nisse, die als recht gut anzusprechen sind, wurden am Abend verkündet. Der Alsfelder Veteranen- und Kriegerverein kann auf die mustergültig durch­geführte Veranstaltung stolz sein.

Ergebnisse:

A. Altschützen: Gruppe Gießen (Appel, Schilling, Hainbach, Georg) 600 Ringe. Einzel- m e i st e r : Appel-Gießen 154 R.

B. Jungschützen: Gruppe Offenthal (Fritsch, Seibert, Würz, G. Seibert) 517 Ringe. Einzel­meister: Schüßler-Groß-Rohrheim 151 R. Bezirks- Schießwarte: Graulich-Maulbach.

LanvkrclS Gictzen.

* Watzenborn-Steinberg, 5. Sept. Am Sonntagnachmittag ereignete sich hier ein Ver­kehrsunfall. Das dreieinhalbjährige Söhnchen des Bürovorstehers Laux wurde von einem Motorradfahrer angefahren und so hef­tig zu Boden geschleudert, daß es besinnungslos liegen blieb. Mit verschiedenen Kopfverletzungen uno in bedenklichem Zustand wurde das bedauerns­werte Kind in die elterliche Wohnung gebracht. Der Motorradfahrer, der sich zunächst nicht um den verunglückten Knaben kümmerte und weiterfuhr, gab sich von Gießen aus zu erkennen. Die Ermitt­lungen über die Schuldfrage sind im Gange.

z. Großen-Linden, 5. Sept. Der hiesige Kriegerverein hielt in der Wirtschaft Post Wwe. eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der u. a. die Gleichschaltung vorgenommen und über die Sterbegeldversicherung beraten wurde. Der Bezirksvorsitzende Professor Dr. Craemer, Gießen, nahm die Gleichschaltung vor. Zuvor über­reichte er dem Ehrenvorsitzenden Altbürgermeister Leun, den Altoeteranen Gg. Müller und Lud­wig Menges dasHassia"-Ehrenkreuz und an Ludwig S t e i n m ü 11 e r die Kyffhäuser-Kriegs- aedenkmünze. Zum 1. Führer bestimmte er den seitherigen 1. Vorsitzenden Wilh. P o st und zum 2. Führer Dr. August Becker. Hierauf ernannte der 1..Führer den weiteren Vorstand und zwar die Kameraden Ludwig L a u n s p a ch als Rechner, den Gemeinderechner Karl Faber als Schriftführer. Zu Beisitzern wurden berufen: Förster Georg Seipp und Kaufmann Georg T e x t o r. Nach einem dreifachenHoch" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler wurde das Horst-Wessel- und Deutschland- Lied gesungen und die Versammlung geschlossen. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt am Samstag in der WirtschaftZum Reb­stock" zum Zwecke der Gleichschaltung eine General­versammlung ab. In Anwesenheit des landwirt­schaftlichen Fachberaters Gutsbesitzer D ö r r s ch u ck- Friedelhausen und des Oberrevisors Hartmann- Gießen wurde die Gleichschaltung vorgenommen. Ernannt wurden zum Direktor der Maurermeister Wilhelm Weiß, zu dessen Stellvertreter Wilhelm M a g n u s, Rechner blieb der seitherige Ludwig P i r r. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen wie folgt: Ioh. Leun 9., 1. Präsident, dessen Stellver­treter Weißbindermeister Phil. Schmidt. Zu Bei­sitzern wurden bestimmt Phil. Naumann, Emil Schwarz, Hch. Faber, Albert Klotz, Ioh. S t e i n a g e I und Georg Textor.

~ Lang-Göns, 3. Sept. Ein schönes Zeichen von Verbundenheit und Volksgemeinschaft gaben der hiesige Krieger- und Turnverein, indem sie am heutigen Tage ein gemein) ames Fest feierten. Für den Kriegerverein war es das Fest des 60jährigen Bestehens, für den Turnverein zugleich das QI b t u r n e n. Am Vor­mittag fanden Sport- und Kleinkaliberschieß­übungen statt. Ein langer Festzug, an dem sich außer der Fugend, den einzelnen Verbänden und Vereinen auch zahlreiche auswärtige Vereine be­teiligten, ging am Vachmittag durch die reich­geschmückten Dorfstraßen. Auf-dem Festplah sprach der Vorsitzende des Kriegervereins. K. Kd. V e r n, die Begrüßungsworte. Sodann hielt der Orts- geistliche, Pfarrer Wahl, die Festrede. Er wies in seinen Ausführungen auf unsere stolze Vergan­genheit hin, auf den gestrigen Sedantag, der vor vielen Fahren unser Deutsches Veich schaffen half. Fm Fahre 1873 wurde der hiesige Kriegerverein gegründet, wie viele andere in den deutschen Lan­den. Und wenn nach dem Weltkrieg eine öde Strecke in der deutschen Geschichte folgte, so ver­zagte das gesunde deutsche Volk doch nicht. Die Krregcrvereine halfen auch mit und hielten den Glauben an den Wiederaufstieg hoch. Denn als treuer Hüter und Wächter stand ja seit Fahren <

unser greiser Reichspräsident v. Hindenburg an der Spitze des Reiches. Reben ihm trat im Fanuar dieses Fahrcs der Volkskanzler Adolf Hitler. So sind uns diese beiden, Reichspräsi­dent und Reichskanzler, die Vertreter des alten und des neuen Deutschland, ein Symbol, ja noch mehr, eine Gewißheit, daß es nun wieder aufwärts geht, und daß unferm Vaterlande endlich die wahre Volksgemeinschaft zuteil wird, wie Adolf H i t - l e r es will. Die Rede klang aus in dem Sieg­heil auf Hindenburg und Hitler. Anschlie­ßend wurden das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen. Die Gesangvereine trugen Chöre vor, von der SA. und dem Turnverein wurde gemeinsam ein Hindernislauf durchgeführt, daran schlossen sich turnerische Vorführungen, Tanz usw.

* Steinbach, 5. Sept. Am Sonntagabend wurde nach der Kirchweih auf der Straße Steinbach Garbenteich ein Ob Ct bäum von roher Hand abgebrochen. Sachdienliche Angaben sind an die Gendarmerie zu richten.

8 Alten -Buseck, 5. Sept. Im Saale von Otto Rabenau fand am Sonntagabend eine öffent­liche Versammlung statt, in welcher der ßeiter der Landwirtschaftsschule in Grünberg, Direktor T r a u t m a n n , überAnbau von Oel- f r ü ch t e n" sprach. Nachdem der Redner mit kur­zen Worten auf den seitherigen Umfang der Oel- und Fetteinfuhr eingegangen war, gab er im zwei­ten Teile feines Vortrags genaue Anweisungen über Düngungsfrage, Bodenbeschaffenheit, Saat- und Erntezeiten und alle sonstigen beim Anbau von Oelfrüchten zu beobachtenden Punkte Als ge­eignetste Oelfrucht für die hiesigen Verhältnisse wurde Rübsen bezeichnet. Die an den sehr lehr­reichen Vortrag sich anschließende rege Aussprache bewies, daß den Ausführungen des Redners starkes Interesse entgegengebracht wurde. Landwirt Wilh. Kahl dankte dem Redner im Namen der Besucher für seinen Vortrag. Ein stärkerer Besuch der Ver­sammlung wäre in Anbetracht der Wichtigkeit des behandelten Themas erwünscht gewesen.

Mainzlar, 5. Sept. In der Gastwirtschaft Zum Adler" fand eine Kundgebung der NSBO. und der Ortsgruppe der NSDAP, statt, zu der fast alle Mitglieder aus den Orten Lollar, Staufenberg, Mainzlar, Daubringen und Ruttershausen erschienen waren. Der Saal war stark besetzt. Der Ortsgruppenleiter Pg. Schrot eröffnete die Kundgebung und begrüßte die Er­schienenen und erteilte dem Gewerkschaftskommissar Pg- Hch- Bartholomäus-Gießen das Wort zu seinem Vortrage überGeneralangriff auf die Arbeitslosigkeit! Wir wollen helfen!". In seinen Ausführungen ging der Redner eingehend auf die Ursachen der Arbeitslosigkeit ein, streifte dabei vor allem die Nachkriegsverhältnisse unter dem libera- listischen System und kam bann auf das großzügige Arbeitsbeschaffungsprogramm der neuen Regierung zu sprechen. Nach seiner Ueberzeugung wird es nach vier Jahren keinen Arbeitslosen in Deutschland mehr geben, wenn jeder deutsche Volksgenosse, gleich, welchen Standes und Berufes, an feinem Teile mithilft. Die Wege hierzu find, zunächst die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit weit- gehendft zu unterstützen, das Doppelverdienertum zu beseitigen und die Frauen aus den für sie unnatür­lichen Betrieben zu entfernen. Opfer werden von jedem verlangt. Besondere Aufmerksamkeit wird seitens der Regierung auch dem Problem des Ge­burtenrückganges gewidmet werden. Reicher Bei­fall lohnte die Ausführungen des Redners, der in feinem Schlußwort alle Anwesenden aufforderte, jeder an seinem Platze mitzuhelfen, daß Deutsch­land wieder besseren Zeiten entgegengeht. Mit einem dreifachen Sieg Heil!, dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied wurde die eindrucksvolle Kund­gebung geschlossen.

I ß o U a r, 5. Sept. Der Veteranen- und Kriegeroerein Lollar hielt am Sonntag eine außerordentliche Hauptversammlung ab, um den neuen Richtlinien entsprechend die Führerschaft neu zu bilden. Der Bezirksführer Professor Dr. Kraemer (Gießen) ernannte unter Zustimmung der gesamten Versammlung den seitherigen 1. Vor­sitzenden, Steuerinspektor und Beigeordneter Kame­rad Martin Zaubert, zum ersten Führer. Dieser dankte dem seitherigen Rechner Kamerad Deibel, sowie dem seitherigen 2. Schriftführer Alt-Bürger­meister Kamerad Schmidt für ihre langjährige Mitarbeit und ernannte beide Kameraden zu Ehren­mitgliedern. Als seine Mitarbeiter ernannte er die folgenden Kameraden: Dr. R. ßimberqer, Zweiter Führer; A. Rau, 1. Schriftführer; Wilh. Fink, 2. Schriftführer; K. Brück, Rechner; fer­ner Ioh. Schäfer, H. Geißler VIII., Wilhelm ß e n n a r 3 und W. Zajic als Beiräte und K. Pfeffer als Schießleiter. Die gesamte Führer­schaft, mit Ausnahme eines Kameraden, gehörte schon seither dem Vorstand an. Weiter stand die Verwendung des im vorigen Jahre erbauten Hassia-Jugendheimes zur Beratung. Die Versammlung sprach sich einstimmig dafür aus, das Jugendheim seinem Zweck, nämlich der Jugend­pflege, zu erhalten und es gegebenenfalls an die Gemeinde zu verkaufen. Der Bezirksführer nahm bann noch folgende Ehrungen vor: Dem ehemaligen Jugendabteilungsführer K. Brück dankte der Be­zirksführer in längeren Ausführungen für seine aufopfernde Tätigkeit und für seine großen Ver- I bienfte um bie Jugend und überreichte ihm im Auf- I

trage des ersten ßanbesführers Generalleutnant a. D. Exzellenz von Oibman bie höchste Auszeich­nung ber Hassia, basHassia-Ehrenkreuz", sowie ein Hindenburgbild mit einer Widmung des ersten ßandesführers. Ferner erhielten die Führerin der ehemaligen Jungmädchenabteilung Frl. El. Seipp dieFührer-Ehrennadel"; die ehemaligen Jung­mannen O. Schneider, W. Komp und Fr. Z ü cf bieEhrennabel". Der erste Vers bes Deutsch- lanbliedes, sowie bes Horst-Wessel-ßiebes befchlossen bie Ehrungen.

0 Harbach, 5. Sept. Unser Pg. ßehrer Stork, ber in Nürnberg an ten Feiern teilnahm, erkrankte bort an ßungenentzündung unb mußte einem Krankenhaus zugeführt werben. Hoffentlich kann er balb genesen in seine Heimat zurückkehren.

* Grünberg, 5. Sept. Am Montag würbe ein hiesiger Einwohner wegen befunbeter antinationaler Gesinnung f e st ge­nommen und in bas Polizeigefängnis nach Gießen gebracht.

ch ß a u t e r , 5. Sept. Die Verwaltung bes Hess. Forstamts ßaubach hat gestern ben Bau bes Lautertalwegs, bes Verbinbungsweges zwi­schen Lauter unb Weickartshain, mit ungefähr 20 Mann Wohlfahrtsempfängern aus Lauter unb Münster roieber ausgenommen. Die Bauarbeiten wurden im letzten Jahr durch eine offene Maß­nahme des Freiwilligen Arbeitsdienstes begonnen, der Weg blieb dann nach Beendigung der Maß­nahme in halbfertigem Zustande liegen. Wenn die' Arbeit, dem allgemeinen Wunsche der Bevölkerung entsprechend, nunmehr durchgeführt wird, so wer­den viele Erwerbslose auf lange Zeit Beschäftigung finden.

Verbandöiagung der he fischen Hebammen.

D a r rn st a d t, 5. Sept. (WSN.) Jrn Rummel- bräu hielt gestern der etwa 850 Mitglieder zählende hessische Hebammenoerband seine dies­jährige Verbandstagung ab. Der Vertreter des hes­sischen Ministerpräsidenten Obermedizinalrat Dr. med. Schmitt erklärte, daß sich die Regierung mit besonderem Nachdruck des Hebammenwesens und der Belange der Hebammen annehmen werde. Das Problem der Bevölkerungspolitik behandelte Frau Conti (Berlin), die u. a. erklärte, der Wille zum Kind müsse in unserem Volke wieder gehoben werden und jede Familie müsse in einem Kinde ein Gottesgeschenk sehen.

12 Personen verhaftet.

WSN. Gimbsheim, 5. Sept. Hier wurden nach Haussuchungen durch die Polizei 12 Per­sonen fe ft genommen. Es handelt sich um Dinge, die mit dem vor einem Jahre an dem S 21.» Mann Hobelsberger verübten Mord im Zusammenhang stehen.

Preußen.

Schwerer Einbru i sdiebstahl.

* Lützellinden, 5. Sept. Anfang August wurde bei einem hiesigen Landwirt, während er sich vormittags mit seinen Angehörigen auf dem Felde befand, eingebrochen. Die Diebe stah­len aus einer verschlossenen Tischschublade im Wohnzimmer ein Sparkassenbuch, woraus sie bei einer Sparkasse in Gießen 300 Mk. abhoben. Außerdem plünderten sie dem Landwirt die Räu­cherkammer aus und nahmen fast alle Wurstwaren mit. Da sie diese nicht alle transportieren konnten, warfen sie einen Teil in das Iaucheloch. Ein außerdem gestohlenes Fahrrad wurde am andern Tage auf dem Domplatz in Wetzlar herrenlos vor­gefunden. Der Täter, der das Geld abhob, wird wie folgt beschrieben: Etwa 22 bis 25 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, schmales Gesicht, bart­los. Er trug dunkelblauen Anzug mit dunkelblauer Mütze und Autobrille. Die von der Polizei sofort angestellten Ermittlungen waren bis jetzt ergebnis­los. Zweckdienliche Mitteilungen werden an die Polizeiverwaltung in Groß-Rechtenbach (Telefon Wetzlar 2401) erbeten.

Gefängnis we en Verächtlichmachung der Reichsfahnen.

Marburg, 5. Sept. (WSN.) In der Nacht nach dem kürzlich in Treysa abgehaltenen Kreis-Krieger- verbandsfest wurden an der zum Festplatz führen­den Straße verschiedene Flaggenmaste umgerissen und die daran befindlichen Hakenkreuz - und schwarzweißroten Flaggen teils im Stra­ßenschmutz herumgeschleift, teils ent­wendet. Auf Grund mehrerer Zeugenaussagen hin wurden die Treysaer Einwohner Zimmer­ling, Schenk und Keim als der Tat dringend verdächtig in Haft genommen. Während sie in der Voruntersuchung mehr oder weniger zugegeben hatten, daß der Mißbrauch der Flaggen vielleicht in Trunkenheit ausgeführt sein könnte, bestritten vor dem Schöffengericht alle Angeklagten die Täter­schaft. Die Zeugenvernehmungen ergaben jedoch ein anderes Bild, so daß das Gericht wegen Verächtlich­machung d"r Reichsfahne für Schenk und Keim auf je vier Monate Gefängnis unter Ableh­nung von Bewährungsfrist erkannte. Zimmerling mußte mangels genügenden Beweises freigespro­chen werden.

Gießen, Osthofen, Berlin, den 5. September 1933.

5503 D

Beerdigung: Donnerstag, den 7. September, nachmittags 4 Uhr auf dem Neuen Friedhof zu Gießen. - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen.

Statt besonderer Anzeige.

Heute früh entschlief santt meine liebe Frau, unsre treue Mutter, Schwiegermutter u. Großmutter, unsre gute Schwester u. Schwägerin Luise Wagner, geb. Ferber.

Die trauernden Hinterbliebenen: D. Karl Wagner, Oberkirchenrat Dr. Wilhelm Wagner, Zahnarzt, und Frau Liesl, geb. Bansbach Dr. Kurt Nischk, Regierungsrat, und Frau Maria, geb. Wagner Anna Gisela Wagner Dr. Karl Wagner, Assistenzarzt Hans Wagner, Ingenieur und 3 Enkel.

Warum ?

kaufst du deinen Stoff nicht bei deinem Schneidermeister?

Bringst du das Holz auch zum Schreiner ? Bringst du das Leder auch zum Sattler ? Bringst du das Mehl auch zum Bäcker?

Nein?

Du kaufst bei deinem Schneidermeister genau so billig und besser, denn dann über­nimmt er die Garantie für die Paßform des An­zuges u. auch für die Tragfähigkeit des Stoffes Also denke daran! Den Stoff nur vom Schneidermeister ?

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Für die mir anläßlich meines sojährigen Dienst.Jiubiläums in so reichem Maße entgegenge- brachten Glückwünsche sage ich aus diesem Wege meinen herzlich. Dank

Christian Dörr,Reichsbahn-Amtmann

Gießen, den 5. September 1933

.........TTtr............,........... 5506 D

1^ Für die mir anläßlich meines

2S jährigen Dienstjubiläums erwiesenen Aufmerksamkeiten fini

danke ich hiermit herzlichst

Heinrich Muth, Obermaschinenmeister Gießen (Klinikstraße 32), den 5. September 1933

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