Ausgabe 
6.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus aller Welt

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echter Begeisterung gefeiert.

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ordne ich ab 10. juii 1933 eine Aufnahmesperre bis auf weiteres an. Ausnahmen in besonders ge­lagerten Fällen fjnb jn jedem Falle der Genehmi­gung der obersten SA.-Führung Vorbe­halten.

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Breit ausgesponnene lyrische Gesangslinien ge­ben 6er Musik ihr charakteristisches Gepräge. 3hre edle Haltung, ihr Schmelz werden weit­hin ihren unwiderstehlichen Zauder ausüben. Die Baritrnpartie des Mandryka ist ein Meister­stück der Charakteristik: die beiden Schwestern lassen die unvergängliche Schönheit Strauhischer Melodik lebendig werden. Das Orchester ist äußerst dezent gehalten bei aller Bielfalt der instrumentalen Farben. Das Werk ist eine Hul­digung an die menschliche Gesangsstimme.

Die Dresdener Oper stellte ihre besten Solisten, durch erlesene Gäste vervollständigt, und ihr vir­tuoses Orchester zur Verfügung. Clemens Krauß aus Wien dirigierte mit feinstem Emp­finden für die Grazie dieser Wiener ßtjrif. Alfred Sergen (Wien) war unübertrefflich als Sänger und Darsteller des eigenartigen Freiers Mandryka, und Diorica LI r s u l e a c kreierte die Litelpartie mit wundervoller Stimmkunst. Angela Kolwiak (Zdenka) und Martin Kre­mer (Matteo) sangen nicht weniger vortrefflich das zweite Paar. Eva Plaschke v. L. Osten und Josef Gielen sorgten für höchste gesang­liche Kultur und für die Anordnung des Szeni­schen. Auch darstellerisch und dekorativ bedeutete die Aufführung einen Triumph für die Dresdener Oper. Richard Strauß und alle Mitwirkenden wurden überschwenglich und mit der Wärme

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Berlin, 5. 3uli. (TL1.) Der Dundesfüh- rer des Stahlhelm, Bund der Frontsolda­ten. Reichsarbeitsminister S e l d t e, sprach im Rundfunk über die Eingliederung des Stahlhelm in die nationalsozialistische Bewegung. Er führte etwa folgendes aus:

Allen Stahlhelmern, die als Gäste an der großen SA. -Tagung in Reichenhall teilgenommen haben, meinen Stahlhelmführern und mir selbst ist das Herz noch voll von den Er­lebnissen dieser drei Tage. Als Gäste sind wir Stahlhelmer hinuntergefahren, als Kamera­den der Gastgeber, erfüllt von Gefühlen des Dankes und der Freude sind wir zurückgekehrt. Echtes Frontsoldatentum ist für im­mer vereint. Lins Stahlhelmer erfüllt Freude und neuer Mut im Kampf um das neue Deutsch­land. Wir danken ganz besonders dem Kanzler Adolf Hitler, dem Führer, für seine Groß­zügigkeit, mit der er uns die Hand reichte. Kame­raden, der ewige Bund ist geschlossen. Wir mar­schieren vereint zur Erreichung der großen deut­schen Zukunft. Möge es denn auch bald überall so sein, daß es keine Parteien, sondern daß es nur noch Deutsche gibt Linser Kampf um die deutsche Zukunft ist nicht vergeb­lich gewesen. Wir grauen und braunen Front­soldaten haben uns durchgesetzt. Das gesamte deutsche Frontsoldatentum steht wieder führend an der Spitze der deutschen Ration, steht unter dem deutschen Reichs­kanzler. der ein Frontsoldat ist.

Ich bin glücklich, daß es möglich gewesen ist. einen Bruderkampf unter uns solda­tischen Menschen zu vermeiden, und daß ich dem Bolkskanzler Hitler die Palme des Sieges reichen kann. Dank seiner Großzügigkeit sind wir nun eins, steht der gesamte Stahlhelm in der nationalsozialistischen Bewe­gung. Wir kommen ehrlich und gerade nach

werks ein furchtbares Explof iousunglück dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. Lin schwe­rer Feuerwerkskörper explodierte nicht in der ge­wohnten weise, sondernblies aus". Dabei wurden ein junges Mädchen und ein 14jähriger Dunge sofort getötet, ein achtjähriger Knabe wurde so schwer verletzt, daß er kurz darauf starb, weitere acht Personen wurden mehr oder weniger schwer ver­letzt. lieber die Ursache des furchtbaren Unglücks find die Untersuchungen noch im Gange.

Start desGraf Zeppelin" nach Rio de Janeiro.

Nachdem das LuftschiffGraf Zeppelin" am Dienstagabend planmäßig in Pernambuco gelandet ist, hat es gestern nachmittag die Weiterfahrt nach dem Zielhafen Rio de Janeiro angetreten. Die Wet­terlage ist günstig.

Marga von Lhdorss letzte Fahrt

Mit dem DampferWestfalia" trafen am Mittwoch die sterblichen Lieberreste der Fliegerin Marga v. Etzdorf in Hamburg ein. Der Deutsche Luftsportverband, Landesgruppe Rord, veranstaltet an Bord des Dampfers am Freitag eine Trauerfeier. Die vom Aeroklub von Deutschland für sein mehrfach ausgezeichnetes Mitglied veranstaltete Trauerfeierlichkeir findet am Montag, 10. Suli, in der Berliner invaliden- kirche statt.

Lehrerin während des Unterrichts von einem Geisteskranken ermordet.

In dem Essener Vorort lleberruhr ereignete sich eine schwere Bluttat. Der 21 Jahre alte Schuh­machergeselle R o n i g, der erst vor kurzer Zeit aus der Irrenanstalt entlassen worden war, drang in eine Mädchenklasse der katholischen Volksschule ein und stürzte sich mit einem Dolch auf die den Unter­richt abhaltende 43 Jahre alte Lehrerin. Durch meh­rere Stiche in Brust und Kopf wurde die Lehrerin von dem Wahnsinnigen auf der Stelle getötet. Die Kinder mußten der Bluttat zusehen, ohne Hilfe leisten zu können. Der Täter flüchtete, konnte aber kurz darauf festgenommen werden.

Zeitschriften.

Die soziale Umschichtung, wie sie sich in den beiden letzten schicksalhaften Jahrzehnten in Deutschland vollzog, schildert Prof. Dr. Karl C. Thalheim in einem Beitrag der311 u st r i r - t e n Zeitung" (3. 3. Weber, Leipzig). Er zeigt hier die schwere Gefahr, die dem Volks- ganzen durch die Erschütterung des Mittelstandes droht, und weist auf die beiden großen Auf- gaben der neuen Staatsführung hin: die Mittel­standspolitik und die Eingliederung des Prole­tariats in Bolk und Staat. Einen Blick hinter ! die Kulissen des Wiener Burgtheaters vermittelt . Max Kayek, indem er die Ausstattungsschätze j dieser klassischen Bühne vorführt. Dem Ratur- i freund wird der BeitragSpaziergänge durch , einen Tiergarten" von HanS Brost, mit lebens- j nahen Tierbildnissen von Heinz Schubert, viel Freude bereiten.

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Arabella".

Die neue Lper von Richard Strauß.

Bor zahlreichen offiziellen Vertretern der ge­samten Kunstwelt, vor staatlichen Würdenträgern und einer erwartungsvollen Schar von einhei­mischen und auswärtigen Kunstfreunden ging in der Dresdener Stoatsoper, wie schon kurz berichtet, die Llraufführung der neuesten Schöpfung von Richard Strauß mit großem, rauschendem Erfolg in Szene.

Der Komponist hat seine alte Tradition, die Dresden seit Jahrzehnten zur Stätte fast aller feiner Llraufführungen machte, wiederum bei» behalten. Das neue Werk gründet sich auf ein nachgelassenes Textbuch von Hugo von Hof- mannsthal, der sein Libretto einer eigenen, früher erschienenen Rovelleßueibor entnahm. Der Stoff und die handelnden Personen der Erzählung sind mit wenigen Abänderungen in das Opernbuch übergegangen.

Es ist die Geschichte zweier Schwestern, die nach spannenden Llmwegen zu ihren Freiern kommen. Das Besondere dabei ist, daß das eine der Mädchen als 3üngling verkleidet herumläult. Hofmannsthal hat also hier, wie imRosen­kavalier", eine Hosenrolle für eine Sopranistin geschrieben. Die jüngere der beiden Schwestern, Zdenka (in der Rovelle ßueibor genannt), er­obert den Offizier Matteo, ben Arabella, bie ältere, zugunsten eines reichen auslänbischen Ver­ehrers, Manbryka, plötzlich ablehnt.

Die Oper seht sich aus zwei Elementen zu­sammen: einer ausgesprochen wienerischen ßhrik unb einem heiteren Komöbienton. Der Humor ist zart und graziös, die beherrschende ßyrik gibt den ernsten Grundgehalt. Textdichter und Komponist knüpfen an ihr eigenes Erfolgswerk, an denRosenkavalier", an. Aus der antiken Umwelt in derAegyptischen Helena" kehrten sie diesmal in ihre ureigenste Sphäre, in das heitere, glanzvoll festliche und verliebte Wien des vorigen 3ahrhunderts, zurück. Sogar ein Fiakerball" ersteht mit seinem ßeben und Trei­ben im zweiten Akt, der allerdings musikalisch nicht alle Erwartungen erfüllte. Der erste Akt bringt eine geschickte Exposition: auch musikalisch enthält er bereits alle Elemente der Gesamtidee.

Die Dichtung kam der besonderen Eigenart von Strauß entgegen. Er entfaltet ein leuchtendes Bukett hinreißender Melodien. Selten ist eine Partitur von ihm so verschwenderisch mit klang­vollen, liedhaften Einfällen ausgestattet worben.

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dem Kampfe der 14 schweren 3ahre, kommen ohne Vorbehalte. Adolf Hitler hat mit seiner Bewegung, mit seinen treuen Kämpfern, mit seinen Idealen den Sieg errungen. Heute sehen wir, daß auch wir immer ben glei­chen 3 dealen nachaestrebt haben. Heute wissen wir, daß es die 3bee des Rationalsozialis­mus gewesen ist, der wir uns auf Gedeih und Verderb verpflichtet hatten, unb barum sage ich, daß wir heute einen großen Teil der uns gesetzten Ziele erreicht haben. Das Dünbnis ist gesichert. Wir Soldaten sind in einem Bund zusammengeschlossen. Das Kampf­ziel ist einmütig festgestellt. Der Stahlhelm, er­zogen zum Soldatentum, folgt dem Führer Adolf Hitler und strebt dem hohen Ziele nach, das er uns in seiner großen Rebe in Reichenhall so meisterhaft zeichnete. Den Dank, den ich in Reichenhall Adolf Hitler ausge­sprochen habe, wiederhole ich hier auch für meine Stahlhelmkameraden mit dem Gelöbnis der Treue und des Vertrauens. Das ßieb, beffen Gesang uns früher verboten war,Hakenkreuz am Stahlhelm" erhebe ich hiemit z u m Dun- beslie b. Seine feierlichen unb stolzen Weisen sollen erklingen, wenn wir mit Adolf Hitler unb unter seiner Führung ben Kampf um ein neues Deutschlanb zum Siege führen. Sieg-Heil Abolf Hitler unb Frontheil ihr alten und neuen Kameraden.

Oie Aufnahmesperre fürSA.,SS. und Stahlhelm Eine Anordnung des Stabschefs Röhm. Berlin, 5. Juli. (IDIB.) Die Pressestelle der obersten SA.-Führung teilt mit:

Für die gesamten der obersten SA.-Führung unterstellten Gliederungen (SA., SS., Stahlhelm)

wiesen; sie reicht auch bei den germanischen Völkern bis in vorgeschichtliche Zeit zurück. Freilich war diese primitive Eisengewinnung noch sehr verbesserungs­bedürftig, denn man konnte in den offenen Feuer- Herden nur eine etwa kindskopfaroße, Schlacken durchsetzte, teigige Masse, die sog. Luppe, erzeugen. Erst in den sog. Hochöfen gelang es, etwa im 14. Jahrhundert, das Eisen flüssig zu machen und zu gießen. Dann vergingen weitere Jahrhunderte, bis vom Jahre 1784 ab die Umwandlung des Roheisens in Stahl mit Hilfe der Steinkohle glückte. Dieses sog. Puddel-Verfahren, wurde erst im 19. Jahrhun- dert bei uns in größerem Umfang cmgewendet. Die Festigkeit des Eisens wurde bereits von den Bau­meistern der Gotik und Renaissance ausgenutzt, um die Gewölbe und Kuppeln zu stützen, für deren Sicherheit her Stein allein nicht mehr ausreichte. So erhielten die Kuppel der Markus-Kirche in Ve­nedig unb wenig später die Peterskuppel Michel­angelos in Rom eiserne Derankerungsringe, aber man verbarg das Eisen noch sorgfältig unter der Steinverkleidung. Erst im Brückenbau trat das Eisen als selbständige konstruktive Macht hervor. Wann unb wo die erste eijerne Brücke errichtet wurde, ist heute nicht mit Sicherheit festzustellen, aber in China soll schon um die Zeit Christi eine eiserne Kettenbrücke errichtet worden sein, und ums Jahr 1600 machte der venezianische Ingenieur Ve- rantius den Vorschlag, Drücken, Decken unb Dächer in Eisen zu gießen. Es vergingen aber noch mehr als VA Jahrhunderte, bis dieser Gedanke zur Tat reifte. Die erfte Gußeisen-Drücke wurde 1777 bei her englischen Stadt Coalbrookdale, bie davon den Namen Jronbridge erhielt, über den Severn ge­schlagen, unb seitdem sind unzählige solcher Brücken entftanben, bis nach der Erfindung des Puddel-Ver- fahrens und der Ausbildung der Waldtechnik, die gußeiserne Brücke an ihre Stelle trat, die dann seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts vom Fluß-Stahl abgelöst wurde.

Der Hochbau wurde von diesen Erfolgen im Brückenbau mitgerissen, unb um die Mitte des vori­gen Jahrhunderts traten zum erstenmal an den Bauten sichtbare Eisenteile auf, worauf besonders in Amerika unzählige gußeiserne Baufronten ent­standen. Die Schmiedeeisenzeit fand ihren mächtig- sten Ausdruck in den gewaltigen Ausstellungshallen der Weltausstellungen des 19 Jahrhunderts und in dem 300 Meter hohen Eiffelturm in Paris. Doch blieb auch im Bauwesen der glorreichste Siegeszug dem Flußstahl vorbehalten. Die Stahlskelett- Bauten, bei denen die Trag-Gerippe aus Stahl mit leichten porösen Baustoffen ausgefüllt werden, haben der modernen Baukunst ihre Prägung ver-

Darmstadt, 5. Juli. (WSN.) Dom Büro des Reichs ft atthalters in Hessen wird mitgeteilt: Das Reichsstatthaltergesetz vom 7. April 1933 hat wichtige staatspolitische Befugnisse der Landesgewalt im Lande Hessen auf den Reichs­statthalter übertragen. Der Reichsstatt­halter übt die ihm übertragenen Rechte im N a - men des Reiches traft des ihm übertragenen Reichsamts aus. Welch wichtiges und verantwor­tungsvolles Amt der Reichsstatthalter bekleidet, er­gibt sich daraus, daß ihm die Ernennung und Entlassung der R e g i e r u n g s m i t g l i e- der, die Auflösung des Landtags und Anordnung von Neuwahlen, sowie die Ausfertigung und Verkündung der Landesgesetze übertragen ist. Von besonderer Bedeutung für jeden einzelnen Volksgenossen sind aber zwei weitere Befugnisse des Reichsstatthalters: Die Ernennung und Entlassung der Staatsbeamten, sowie das Begnadi­gungsrecht.

Bei der Fülle der Aufgaben und der ungeheuren Arbeitslast, die auf dem Reichsstatthalter in Hessen ruhen, ist es selbstverständlich nicht möglich, daß der Reichsstatthalter in allen Fällen die Er­nennung und Entlassung der Staatsbeamten selbst Dornhnmt und das Begnadigungsrecht persönlich ausübt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im hessi- schon Justizministerium sind im Jahre 1932 16 977 Eingänge in Gnadensachen zu verzeichnen gewesen. Das Reichsstatthaltergesetz hat deshalb auch in klu­ger Voraussicht den Reichsstatthallern gestattet, die Befugnis zur Ernennung und Entlassung der Be­amten unb bas Begnadigungsrecht teilweise a u f

bie Regierungen z u übertragen. Hier­von hat der Reichsstatthalter in Hessen Gebrauch gemacht.

Der Reichsstatthalter ernennt unb ent­läßt selbst: Richter unb Staatsanwälte. Hoch­schullehrer, höhere Verwaltungsbeamte, Polizei­offiziere, Genbarmerie- unb Polizeimeister, Be­amte aller Dienstgrabe in Ministerien unb Mini- fterialabteilungen, Leiter von Lehranstalten, so­wie mittlere Beamte in Schlußstellungen, denen Geschäftsleitung bei einer Behörbe übertragen ist. Die Ernennung unb Entlassung aller übri­gen Beamten hat ber Reichsstatthalter der hessischen Regierung übertragen.

Das Begnadigungsrecht übt ber Reichs- statthalter selbst aus: Bei Verurteilung zum Tobe, lebenslänglicher Freiheitsstrafe unb zeitiger Freiheitsstrafe von mehr als fünf 3ahren, bei Verurteilung wegen Hochverrats, Lanbesverrats, Verrats militärischer Geheimnisse, Angriffs gegen ben Reichspräsibenten unb Verbrechens gegen bas Sprengstoffgeseh, schließlich bei Verurteilung wegen Verbrechens ber Schäbigung bes Volks» wohls (Gesetz vom 26. Mai 1933) unb bei Ver­urteilung zu Freiheitsstrafe von mehr als einem 3ahr wegen Verbrechen unb Vergehen gegen die Gesetze unb Verorbnungen ber letzten beiben 3ahre über Waffenmihbrauch, Verstärkung bes Ehrenschuhes, Erhaltung bes inneren Friebens, Schutz von Volk unb Staat, Abwehr politischer Gewalttaten usw. 3n allen übrigen Sül­len hat ber Reichsstatthalter bas Begnabigungs- recht auf bie hessische Regierung über­tragen.

schusses für bie deutsche Evangelische Gesamt-« kirche stellen. Man darf hier nicht zunächst kompetenzmähige Bedenken erheben wollen. Rur in gemeinsamer Zusammenarbeit kann echtes Vertrauen entstehen. Das brauchen wir zum Abschluß des Kirchenstreites jetzt am allernotwendigsten.

Vor Abschluß des kirchlichen Derfaffungswerkes.

Keine Neuwahlen sondern Gleichschaltung der Kirchenvertretungen.

Berlin, 5. Juli. (TU.) Wie vom Reichsinnen­ministerium mitgeteilt wird, hat Reichsminister Dr. Frick bei seinen Verhandlungen über die mit der Neuordnung der evangelischen Kirche zusammen­hängenden Fragen allerseits guten Willen festgestellt. Es könne angenommen werden, daß der Abschluß bes kirchlichen Verfassungswerkes Ende dieser oder späte st e n s Anfang näch ster Woche vollzogen sei. Eine letzte Fühlung­nahme des Reichsinnenministers mit dem General­superintendenten stehe unmittelbar bevor.

Im einzelnen verlautet, daß die anfänglich von der GlaubensbewegungDeutsche Christen" gefor­derten Neuwahlen zu den Kirchenvertretungen sich erübrigt hätten, weil man die Kirchenoer­tretungen nach den Grundsätzen des Gesetzes über die Gleichschaltung der Länder- und Gemeindeparla­mente gleichschalten wolle. Gestützt auf die letz­ten großen Wahlen und die weitere politische Ent­wicklung werde bestimmt, daß in den neuen Kirchen­vertretungen 7 0 Prozent der Mitglieder Natio­nalsozialisten, also Vertreter der Glaubens­bewegungDeutsche Christen" sein müssen. .

Balbo-Geschwader in Island gelandet

Dublin, 5. Juli. (TU.) Das italienische Luft- gescbwader startete am Mittwochnachmittag um 12 Uhr 40 unter Führung General Balbos von Culmore Point bei Londonderry nach Reykja - v i k. Eine riesige Menschenmenge hatte sich zum Start eingefunden und bereitete den italienischen Fliegern große Beifallskundgebungen. Als letzter traf General Dalbo im Wagen von Londonderry ein, nachdem Oberst Longo in einer Rede an die italienischen Flieger mitgeteilt hatte, daß die letzten Wetternachrichten von der Jslandstrecke günstig lauteten. Er wünschte den Fliegern Glück auf ihrem Flug über den Ozean. Diele hohe englische und ita­lienische Beamte wohnten dem Start bei. Als erstes Flugzeug erhob sich die Maschine Dalbos, die ande­ren folgten in kurzen Abständen. Um 13 Uhr waren sämtliche Maschinen unter brausendem Beifall der Menge gestartet. Die silberglänzenden Flugzeuge entschwanden rasch in westlicher Richtung. Das Fluggeschwader überflog um 16.03 Uhr die West- marn-Jnseln. Die Ankunft in Reykjavik er­folgte um 16 Uhr 55.

Wie aus Reykjavik gemeldet wird, hat bas At- lantikgeschwader auf der Etappe IrlandIsland eine Höchstgeschwindigkeit von 245 Stundenkilo­metern erreicht. Während der ersten zwei Stunden war das Wetter durchaus sichtig. Dann geriet das Geschwader in eine Nebelwand. 200 Kilometer konnten nur nach dem Kompaß geflogen werden. Während bes letzten Teiles des Fluges war das Meer sehr bewegt: ein starker Wind wehte und ein Regen ging hernieder. Unter diesen Witterungs­verhältnissen stellten sich der Wasserung der Flug­zeuge große Schwierigkeiten entgegen. Trotzdem gelang sie innerhalb 15 Minuten. Die Flugleitung hat wegen der ungünstigen atmosphärischen Ver­hältnisse beschlossen, den Flug für einige Tage in Reykjavik zu unterbrechen.

Drei Todesopfer eines Explosionsunglücks in Bautzen.

Auf der Bautzener Schiehbleiche wurde das übliche Feuerwerk der Bautzener Schühengesellfchast abge­brannt Dabei ereignete sich gegen Schluß des Feuer­

liehen. On diesem Verfahren sind die riesigen Wol­kenkratzer erbaut worden, aber auch sonst Gebäude 1 aller Art und aller Größengattungen. Wie hoch der / volkswirtschaftliche Wert dieser Bauweise zu veran- 1 schlagen ist, ergibt sich schon aus der folgenden Be­rechnung: Bei 1000 kleinen Einfamilien-Häusern von je 60 Quadratmeter Grundfläche nimmt allein das Außenwand-Mauerwerk in der Ziegelstein-Ausfüh­rung die große Fläche von 12 000 Quadratmeter ein, das'sind 30 Grundstücke von je 400 Quadratmeter Größe. Bei der Verwendung des Stahlskelett-Baues lassen sich mindestens %, also 20 Grundstücke, ein­sparen, und so hilft der Stahl bei uns, die wir ein Volk ohne Raum" sind, am kostbarsten Gut, den« 1 Grund und Boden, sparen. Doch so groß die Dienste sind, die der Stahl dem Bauwesen leistet, so ver­schwinden sie fast, gemessen an der Rolle, die dieser Werkstoff auf andern Gebieten spielt. Baut doch die gesamte Entwicklung des Maschinenwesens, der Elek- 1 trotechnik, des Eisenbahn- und Kraftfahr-Verkehrs, i der Schiffahrt und Luftfahrt auf der Möglichkeit auf, Stahl in genügender Menge und Qualität zu erzeu­gen. Mindestens 90 Prozent aller technischen Hilfs- ' mittel, die die Menschheit heute besitzt, verdanken erst den großen Erfindungen auf dem Gebiet der Fluß-Stahl-Erzeugung ihr Dasein. Diese Entwick- hing ist aber noch keineswegs abgeschlossen. Auf allen Gebieten ergeben sich immer wieder neue Mög- lichkeiten, die nur durch den Stahl verwirklicht wer­den können. Das ist nicht nur in der Technik der Fall, sondern auch in unserer alltäglichen Umgebung, in Haushalt, Geschäft und Bureau, von der Wasch- einrichtung, dem Mülleimer und Staubsauger bis zur Rasierklinge unb der Schreibfeber.

Me das Eisen die Wett eroberte.

Man hat davon gesprochen, daß wir in einem eisernen Zeitalter" leben, und tatsächlich hat das Eisen in seinen vielfachen Formen, besonders in der des Stahls, erst die Möglichkeit geschaffen, daß die Menschheit sicy zu der jetzigen Höhe entwickeln konnte. Wir denken beim Eisen mei t nur an seine Verwendung im Kriege, aber diese i t nur ein win­ziger Bruchteil der Dienste, die uns dieser Werkstoff überall in unserem Leben leistet, lieber die Erobe­rung der Welt durch das Eisen macht O. v. Halem nähere Angaben in einem Aufsatz der Leipziger Illustrirten Zeitung", bie sich in ihrer neuesten Nummer eingehend mit ber Eisen- und Stahl-Indu­strie beschäftigt. Die erste Gewinnung des Eisens aus seinen Erzen geschah durch Zufall, unb zwar da, wo reine Eisenerze leicht zu gewinnen waren unb gleichzeitig ein gewisser Holzreichtum die Herstellung der zum Ausschmelzen notwendigen Holzkohle ge­stattete. Diese Erzeugung ist um die Mitte des zwei­ten vorchristlichen Jahrtausend in Aegypten nachge-

Das Treugelöbnis -es Stahlhelm

Seldte spricht über die Eingliederung in die nationalsozialistische Bewegung.

Der Lhef des Stabes: Röhm.

Wir alle muffen erst wieder Kirche werden."

Wehrkreispfarrer Müller über das Gebot der Stunde.

Berlin, 4.3uli. (TL1.) Zur gegenwärtigen kirchlichen Lage äußerte sich Wehrkreispfarrer Müller gegenüber einem Vertreter des Evan­gelischen Pressedienstes wie folgt:

Wir müssen uns daran gewöhnen, daß we­der dieDeutschen Christen" noch die 3ungref or m a t orisch e Bewegung, weder die Kommissare des Staates noch die alten Kirchenvertretungen die Kirche sind. Wir alle müssen erst wieder Kirche werden. Das Wichtigste ist im Augenblick die neue Verfassung der Kirche, die Verfassung der neuen deutschen evangelischen Gesamtkirche. Aber dieses große Werk, das in Kürze gelingen muß. ist gering und beinahe unansehnlich, ver­glichen mit der ungeheueren geradezu unvorstell­baren Aufgabe, dieser Kirchenorganisation d i e lebendigenGliederzu gewinnen, das kirchentfremdete Volk organisch neu zu erfassen.

Wer diese Aufgabe sieht und ernst nimmt so fügt der Evangelische Pressedienst hinzu muh sich innerlich hinter die Arbeit des nunmehr zusammengetretenen Verfassungsaus-

Das Amt des ReichsstaHMs in Hessen.

Oie Regelung der Befugnisse zur Ernennung und Entlassung der Staatsbeam­ten und zum Begnadigungsrecht zwischen Reichsstatthalter und Landesbehörde.