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6.7.1933 Frühausgabe
 
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nr. 155 Svüvausgabe

183. Zahrgang

Donnerstag, 6. Zuli 1933

Er, chernl tägltd), autzn Sonntags und Feierlags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle jnonatS:Be$ngspret$:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Kernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Liehen.

poftschecttonto: firanlfurt am Main 11686.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vniik und Verlag: vrühl'sche Univerfttätr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Giehen. Zchriftlettung und Seschäftrstelle: Zchulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Giehen.

i

Das Zentrum beschließt feine Auflösung.

3m Einvernehmen mit dem Reichskanzler. - Kür parteipolitische Betätigung kein jRaum. Entsendung von Verbindungsleuten zur NSDAP.

Berlin, 5. Juli. (TU.) Die Deutsche 3 e n- trumsparlei veröffentlicht eine Mitteilung, wo­nach das Zentrum auf Grund der völlig veränderten politifchen Lage im Einvernehmen mit dem Reichskanzler beschlossen hat, sich mit so­fortiger Wirkung a n f z u l ö s e n. Der Auflösungs- beschluh hat folgenden Wortlaut:

Die politische Umwälzung hat das deutsche Staatsleben auf eine völlig neue Grund­lage gestellt, die für eine bis vor kurzem mögliche parteipolitische Betätigung keinen Raum mehr l ä h t. Die Deutsche Zentrumspartei löst sich daher im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler Hitler mit sofortiger Wirkung auf. Mil dieser Auflösung gibt sie ihren Anhängern die TNög- lichkeit, ihre Kräfte und Erfahrungen der unter Führung des Herrn Reichskanzlers stehenden nationalen Front zur posi­tiven Mitarbeit im Sinne der Festigung unserer nationalen, sozialen, wirtschaftlichen und kul­turellen Verhältnisse zur Mitwirkung am Neuaufbau einer rechtsstaatlichen Ordnung rückhaltlos zur Verfügung zu stellen.

Die Zentrumspartei vollzieht den notwendigen organisatorischen Abbau mit tunlichster Beschleuni­gung. Sie darf hierbei loyalerweise damit rechnen, daß die Abwicklungsarbeiten nicht gestört werden, _i>afj die Beschlagnahme von bisherigem Parteigut sowie politisch bedingte Verhaftungen von ehemaligen .Parteiangehörigen in Zukunft unterbleiben und be­reits Verhaftete wieder freigelassen werden, soweit nicht Verdacht strafbarer Handlungen vorliegt. Sie gibt ferner der berechtigten Hoffnung Ausdruck, daß die bisherigen Anhänger der Zentrumspartei von dem Führer der nationalfozialistifchen Bewegung in Zukunft vor Diffamierung und Zurücksetzung ge­schützt werden, und dah die katholische zum natio­nalen Staat positiv eingestellte Presse die gleiche Behandlung erfährt, wie die übrige nationale Presse.

Den Mandatsträgern im Reichstage, dem Landtage und den kommunalen Körperschaften ist hinsichtlich der Beibehaltung ihrer Mandate völ­lige Enlschlutzsceiheit anheimgegeben. Die Mitglieder der bisherigen Zentrumsfraktion treten also nicht geschlossen als Hospitanten in die Fraktionen der NSDAP, über, sondern bleiben oorer ft fraktionslos und lediglich durch Verbindungsmänner mit den Fraktionen der NSDAP, in Fühlung. Die Bestellung diefer ver- binöungsmänner erfolgt in unmittelbarer Verständi­gung mit den zuständigen Fraktionsoorfihenden der NSDAP. Im Einvernehmen mit Herr« Reichs­kanzler Hitler und dem zuständigen Fraktionsvor- sthenden der NSDAP, wird als Verbindungsmann der bisherigen Reichstagsfraktion des Zentrums Herr Dr. Hackelsberger bei der Reichstagsfraktion der NSDAP, bestimmt.

*

Gleichzeitig mit dem Auflösungsbeschluß erfolgt folgende letzte Verlautbarung der bis­herigen Zentrumsleitung: Das Deutsche Zentrum ist nicht mehr. Sein Rücktritt vom Schauplatz der politischen Geschichte erfolgt wie seine Geburt vor nunmehr sieben Jahrzehnten unter den Stürmen einer neuen Zeit. Fest und tief im katholischen Volksteil verwurzelt und auch auf seine Volks­verbundenheit oft hart erprobt, hat das Zentrum stets vermocht, Millionen Deutscher mit Ach­tung vor der Obrigkeit, mit Liebe zum Vaterlande, mit Respekt vor der Heberjeugung der Mitmenschen zu einem Staatsbürgerbewußtsein zu erziehen, das auch für das neue Reich von unerläßlichem Vor- teil ist.

Diese zur Staatstreue und zum selbstlosen Dienst am Volksganzen erzogenen Millionen sind ein so wertvolles Element im Gemeinschaftsleben, daß sie auf die Dauer weder übersehen werden können, noch übersehen werden wollen, wenn es gilt, die Polkskräfte unauflöslich ineinander zu schweißen und Staat und Volk gegen die feindlichen Machte der Zersetzung zu schützen.

Im ehrlichen Streben, am N e ua u f b a u ö es Staates und der Volksgemein sch a s t mitzuwirken, dürfen und werden sich die ehe­maligen Zentrumsleute auch heute von niemandem übertreffen lassen.

Die Stunde des Abschieds sei eine Stunde ehr­furchtvollen Gedenkens an unsere Führer und auf­richtigen Dankes an alle, die treu zur alten yapne gestanden haben. Wenn wir jetzt den zeitbe­dingten Rahmen der Partei losen so tun wir das in dem festen Willen, auch weiter­hin dem V o l k s g a n z e n z u d i e n e n getreu unserer stolzen Ueberüeferung, die stets Staat und Vaterland über die Partei gestellt hat. heil Deutsch­land!

Zur Auflösung

Der Bayrischen Volkspartei.

München, 5.3uli. (MTV.) Der Staats- Minister des Innern Adolf Wagner hat aus Anlaß der Auflösung der Bayrischen Volks­

Partei zur Durchführung der notwendigen Auf- lösungsmahnahmen und zur Befriedung des po­litischen Lebens u. a. verfügt: Sämtliche in Schutz- Haft befindlichen Funktionäre der ehemaligen BVP. sind freizulassen. Diejenigen An­gehörigen der ehemaligen BVP-, die gegen die bestehenden Gesetze und Verordnungen verstoßen haben, sind beschleunigt den Gerichten zu überantworten. Allen jenen, die bisher im Vordergründe des politischen Lebens standen.

ist allerorts äußerste Zurückhaltung, besser noch Abtreten von der politischen Bühne anzuraten. 2m übrigen darf die unbelastete bis­herige Zugehörigkeit zu der Partei weder für Beamte und Angestellte des Staa­tes noch für andere ein Grund zur Ver­folgung, Zurücksetzung oder Aus­schließung aus der Mitarbeit am Aufbau des Staates sein.

Das Echo her presse.

Berlin, 6.3uli. (Täl.) Zu der Selbstaus­lösung des Zentrums, die im wesentlichen nur noch als eine Formsache betrachtet wird, nimmt nur ein kleiner Teil der Berliner Blätter Stel­lung DerVölkische Beobachter" ver­sieht die Tatsachenmeldung mit der Feststellung: Nach den bisherigen Ankündigungen über den Zerfall des Zentrums war diese Erklärung nur noch eine Formsache. Das Zentrum hat also nun­mehr ebenfalls ausgespielt."

DerTag" schreibt unter der Ueberschrist Reiner Tisch",' die Geschichte des Zentrums sei niemals die Geschichte einer Idee gewesen. Geboren aus einer Abwehrhaltung, innerlich doch von den konservativen Kräften des Katholizismus erfüllt, aber äußerlich in einen wesensfremden politischen Betrieb ausgehend, der die Erreichung des konser- vativen Ziels ermöglichen sollte, sei die Partei immer mehr Mittel zum Zweck gewor­den und in Ziel und Methode ein ständiger Widerspruch in sich selb st. Die Nation habe auch über die Parteien gesiegt, die ihr Dasein auf die Glaubensspaltung gründeten. Der deutsche Katholizismus sei befreit von einer Last, die ihn in einen gefährlichen Strudel hinadriß. Ein Erd­beben habe die Apostel der Spaltung verschlungen. Es sei nur bezeichnend, daß die Zentrumspartei die bewegende Dynamik der Zeit und deren ewig gül­tigen Antrieb zuletzt verstanden habe.

DieDAZ" stellt fest, der völlig auf posi­tive Mitarbeit abgestellte Grundton mag dem Ausland zeigen, wie groß die Gewalt des unauf­haltsamen Einschmelzungsprozesses geworden sei, der alles Alte beseitigt und nur die großen neuen Auf­gaben der Nation bestehen lasse. Don heute ab gebe es in Deutschland nur noch eine Partei: d e n Nationalsozialismus. Eine entscheidende Epoche zur Gestaltung neuer Formen unseres inner­staatlichen Lebens habe begonnen.

DieRassische Zeitung" erklärt, der deut­sche Katholizismus werde-künftig über keine eigene Partei mehr verfügen. Da kein vernünftiger Poli­

tiker mehr einen Kulturkampf wünsche, werde ihm die Befreiung von den Rückwirkungen des partei­politischen Tageskampfes nur zum Vorteil dienen können. Die Verhältnisse lägen heute nicht anders als vor rund zehn Jahren für die katholische Kirche in Italien. Jener geschichtliche Vorgang sollte darum heute von den deutschen Katholiken als weg­weisendes Beispiel angesehen werden.

DerBerliner Börsenkurier" meint, der katholische Volksteil werde über die Liqui­dierung des Zentrums keine nGrund zur Klage haben; denn die Partei sei s ch o n l a n g e nicht m e h r die Vertretung des katholischen Volkes gewesen. Beste Katholiken hätten einen anderen Begriff von der politischen Mission der Partei im Staate gehabt, als Kaas und andere, die mehr als einmal unberechtigt Sonderrechte im Staat beanspruchten. Es sei eigenartig, daß die Ehemaligen heute ihr Bekenntnis zur Regierung betonten, mit einem etwas zu lauten Schrei nach dem Nationalsozialismus. Man könne es heute nicht recht verstehen, dah die, die Jahrzehnte lang in einer der heutigen Zeit entgegengeseh- ten Ideologie lebten, in einigen Stun­den z u glühend Lieberzeugten wurden. Nicht ohne Charakter wäre es, wenn die Erkennt­nis die wäre, daß man das politische Ziel verloren habe.

DieKölnische Zeitung" schreibt, wenn bald das gesamte Verhältnis der Staatsmacht zum Katholizismus durch ein Reichskonkor­dat auf die breiteste Grundlage gestellt sein wird, die überhaupt möglich ist. dann ist auch der letzte Schein eines Rechtsanspruches ver­blaßt, daß der Katholizismus einer besonde­ren politischen Vertretung bedürfe, um seine Rechte und Freiheiten zu sichern. Nachdem das Zentrum als letzte Partei aus dem politischen Leben Deutschlands ausgeschieden und in die Geschichte übergegangen sei, habe die poli­tische Totalität der nationalsozialistischen Bewegung den völligen Sieg errungen.

Schafft Arbeit und Brot!

Oer Aufruf für die Spende zur nationalen Arbeit.

Auf Wunsch wiederholen wir nachstehenden Auf­ruf des Staatssekretärs im Reichssinanzministerium Fritz Reinhardt:

Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Revolution ruft alle Volksgenossen und Volks- gcnossinnen auf, freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zu leisten. Die Spende kann in bar, durch Zählkarte, Postschecküberweifung oder Banküberweisung ge­leistet werden. Für die Entgegennahme der Spende ist das Finanzamt zuständig. Der Spender muh also den Spendebctrag bei der Kasse des Finanzamts einzahlen oder durch Zählkarte, Postschecküberwei­sung oder Banküberweisung auf das Postscheckkonto des Finanzamtes überweisen.

Arbeiter und Angestellte können ihren Arbeit­geber bitten, bei der nächsten Lohn- oder Gehalts­zahlung einen bestimmten Betrag einzubchallen und für sie als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit an das Finanzamt abju- fiihren.

Es sollte kein Angestellter und kein Beamter unterlassen, sofort zu veranlassen, daß von seinem Gehalt ein bestimmter Be­itag als freiwillige Spende einbe­halten und für ihn an das Finanzamt ab geführt wird, wo die Berücksichtigung dieses Wunsches aus technischen Gründen nicht mehr mög­lich sein sollte, ist es Sache des Angestellten oder Beamten, den Spendenbetrag durch Zahl- karte, Poftfchecküberweisung oder Banküberweisung dem Konto des Finanz­amtes zuzuleiten.

Es sollte auch kein Arbeiter unterlassen, sei­nen Arbeitgeber zu bitten, von der Lohnzahlung einen bestimmten Betrag einzubchallen und als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit für ihn an das Finanzamt weiterzuleiten.

Alle volksgenoffen und Genossinnen, die nicht in einem Arbeilnehmerverhältnis stehen, sondern U n - tcrnehmer, Angehörige eines freien Berufs oder Rentner find, überweisen, so­

weit es noch nicht geschehen ist, einen Betrag als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit auf das Konto des Finanzamtes.

Die Reichsregierung der nationalsozialistischen Re­volution erwartet, dah alle deutschen Männer und Frauen den Begriff der Volksgemeinschaft erfassen, wer sich zur deutschen Volksgemeinschaft bekennt, der muh be­reit sein, von seinem Einkommen freiwillig einen Betrag zur Förderung der nationalen Arbeit zu fpenden. Die Spende wird verwendet zur Be­schaffung von Arbeit für solche Volks­genossen, die bereits seit vier Jahren ohne Einkommen sind. Ein Mindestbetrag ist nicht vorgeschrieben. Auch der kleinste Betrag, der als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit gegeben wird, bildet einen Teil der Hilfe zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und damit des so­zialen Elends.

Volksgenossen und Volksgenossinnen, spendet, spendet alle, spendet sofort!

Arbeitsbeschaffung her Reichsbahn.

Berlin, 5. Juli. (WTB.) Der dem Dermal- tungsrat der Deutschen Reichsbahn oorgelegte vor­läufige Ueberblid über die Entwicklung der Einnah­men für das erste Halbjahr 1933 zeigt, daß gegen­über der gleichen Zeit des Dorjahres die Gesamtein­nahmen um 4,3 Prozent, gegenüber 1929 aber um 47,7 Prozent ^urütf gegangen sind. Gegenüber 1932 sind lediglich die Ein- nahmen im Personenverkehr beträchtlich niedriger. Die Einnahmen im Güterverkehr liegen um rund 2 Prozent höher. Diese Tatsache be­rechtigt zu der Hoffnung, daß die wirtschaftliche Ent­wicklung die bisherige Einnahmeschätzung für 1933 rechtfertigen wird.

Die Reichsbahn wird ihrerseits die Entwicklung durch ein großes Arbeitsbeschaffungs­programm fördern. Es ist ein Arbeitsprogramm in höhe von 65 Millionen aufgestellt und finanziert worden. Mit den Arbeiten können 250 000

Arbeitskräfte durchschnittlich für d i e Dauer eines Jahres beschäftigt werden.

Der Derwaltungsrat beschloß ferner, von der reichsgesetzlichen Ermächtigung zur Gründung des ZweigunternehmensR e i ch s a u t o b a h n e n" Gebrauch zu machen. Damit die Arbeiten sofort in Angriff genommen werden können, ohne die endgül­tige Finanzierung abzuwarten, stellt die Reichsbahn dem neuen Unternehmen ein Darlehen v o n 50 Millionen Mark zur Verfügung. Die Arbeiten haben auf der Strecke FrankfurtMannheim b e - reits begonnen.

Wirtschastsbelebung auch in her Seeschiffahrt.

Der HamburgerLchiffsfriedhof" wird kleiner.

Hamburg, 5. Juli. (WTB.) Ruch in der Seeschiffahrt ist in Verfolg der wirtschaftsfördern­den Maßnahmen der Reichsregierung eine zu­nehmende Besserung deutlich erkennbar. So betrug die Zahl der aufliegenden Seeschiffe am 1. Juli in Hamburg 94 gegen 125 am 1. 3uni. Der Raumgehalt belief sich auf 401 770 DRT. bzw. 240 358 RRT. gegen 515147 bzw. 307 459. Unter den 94 Seeschiffen befanden sich 89 deutsche (120) am 1. 3uni. Ist der Rück­gang der aufgelegten Tonnage gegenüber dem Vormonat mit 113 000 Tonnen, d. h. über 2 0 Prozent, schon sehr beträchtlich, so wird die günstige Entwicklung besonders deutlich, wenn man dieZahlen vom 1. Juli v. 3. zum Vergleich heranzieht. Damals lagen im Hamburger Hafen 718116 BRT. auf, so daß der Rückgang gegen das Vorjahr bereits rund 44 Prozent beträgt.

Die Hamburg-Amerika-Linie hat sich entschlossen, zwecks Unterstützung der Arbeits­beschaffungsmaßnahmen der Deichsregierungs Aufträge an die Werften herauszugeben. Die vier Schiffe der B a 11 i n - K l a s s e (Albert Ballin, Deutschland, Hamburg und Reuyork) wer­den umgebaut werden. Die Schiffe werden um 12 Meter verlängert und erhalten eine zweck­mäßigere Form. Durch die neue Schiffsform wird eine Verringerung der Betriebskosten insbeson­dere des Treibölverbrauches erreicht. Die da­durch erzielten Ersparnisse ermöglichen eine Amortisation der Umbaukosten im Laufe von etwa vier Jahren. Die Baukosten werden j e Schiff etwas mehr als 800000 Mark betragen. Der Gesamtaufwand stellt sich auf rund 3,5 Millionen Mark.

Großzügige Aktion zur Rettung Ostpreußens.

Besondere Maßnahmen aus wirtschaft­lichem und kulturellem Gebiet.

Berlin, 5. Juli. (TU.) Amtlich wird mit­geteilt: Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Adolf Hitler und in Gegenwart des Oberpräsidenten von Ostpreußen, Erich K o ch, fand heute in der Reichskanzlei eine Besprechung über Maß- nahmen zum Wiederaufbau der o ft - preußischen Wirtschaft statt. Hierbei wurde festgestellt, daß die Rettung Ostpreußens aus seiner gegenwärtigen Notlage gesondert von den Landwirtschaftsproblemen und auch von dem Ost Hilfeproblem in Angriff ge­nommen werden muß. Es soll eine großzügige Ak­tion eingeleitet werden, durch die öffentliche und private Aufträge aus dem gan­zen Reich bevorzugt nach O st preußen gelegt werden. Darüber hinaus sollen in Ost­preußen auch auf dem Kulturgebiete vom Reich aus weitgreifende Pläne durchgeführt werden. Die ostpreußische Bevölkerung soll gerade jetzt bei Beginn der Erntearbeit das Bewußtsein haben, daß der Ertrag aus der Arbeit gesichert ist und daß der Lebens- und Aufbauwille des gesam­ten deutschen Volkes heute mehr denn je g e - schlossen hinter dem Leidenslande Ostpreußen steht.

Massenkundgebungen des schaffenden Volkes.

Auch die Unternehmer sollen tcilnehmcn.

Berlin, 5. 3uli. (ERB.) Das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Die erste große Dersam'mlungswelle der Deutschen Arbeitsfront rollt. 2n allen großen Städten Deütschlands finden ge­waltige Massenkundgebungen des schaffenden Volks statt. 3n Nürnberg, Frankfurt a. M., Koblenz und Köln marschierten zehn- und hunderttausende deutscher Volksgenos­sen und legten ein Bekenntnis zu Volk und Vater­land ab. Arbeiter und Angestellte al- l e r D e r u f e demonstrierten gegen denzer- st ö r e n d e n K l a s s e n k a m p f für die deutsche Volksgemeinschaft.

Cs ist der Wunsch des Führers der Deutschen Arbeitsfront Dr. Leh, daß a u ch d i e deutschen älnternehmer als Mitglie­der der Deutschen Arbeitsfront sich an den Kundgebungen b e te i l i g e n. Der zu­sammen mit seinen Mitarbeitern, mit den Arbei­tern und Angestellten in der Demonstration mar­schierende Llnternehmer vervollständigt auch nach außen das Bild wahrer Volksgemeinschaft. Alle deutschen Unternehmer werden deshalb aufgefor­dert, durch re st lose Teilnahme an den Veranstaltungen der Deutschen Arbeitsfront für die Ueberwindung des Klassen­kampfgedankens zu demonstrieren.