Ausgabe 
6.7.1933 Erstes Blatt
 
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Schotten, den 6. Juli 1933.

Die Beerdigung findet Freitag, den 7. Juli, nachmittags 4 Uhr statt

Wirtschaft.

Saatenstand im Deutschen Reich Anfang Juli 1933.

Durch das kühle und regnerische Wetter in der zweiten Imühälfte ist die Weiterentwicklung der Feldsrüchte. namentlich des Sommergetreides, ver­schiedentlich gehemmt worden. Starte Niederschlage haben mancherorts zu einer Lagerung des Ge­treides geführt. Immerhin wird der Stand des Wintergetreides allgemein als befriedi­gend beurteilt. Die Noggenblüte hat fast überall vor Eintritt der Negcnpenode begonnen unDt)t durchweg ungestört verlaufen. Die Mute bei Win- terweizen und Wintergerste wurde dagegen teil­weise etwas beeinträchtigt.

In der Entwicklung der S o m m e r s a a t e n ist durch die seuchtkühle Witterung und durch starke Verunkrautung eine gewisse Wachstumsverzoge- rung eingetreten. Für die Hackfrüchte toar die niederschlagsreiche Witterung von Gegenden mit schwemm und undurchlässigem Boden abge­sehen - bis jetzt günstig, doch wurden die Hack- arbeiten durch das nasse Wetter erschwert. Die Ernte von Klee und Wiesenheu wurde durch die regnerische Witterung großenteils gestört. Durch die Verzögerung des Schnittes ist das Futter viel­

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rnng der Z i n s v e r b i 1 l i g u n g für Wohnungsbaudarlehen des Kreises bis zu Schluß des Geschäftsjahres 1933 wurde beschlossen. Es er­folgte dann die Wahl verschiedener Kreiskommissto- nen. In die Kommission zur Verwaltung der Kreis- obstbaumschule wurde gewählt Landwirt Wilhelm De sch, Oberwetz: Gärtner Karl Will, Krofdorf; Kreisstraßenmeister a. D. Kraus, Leun. Als Mit- alieder des Kreisjugendamtes wurden neu gewählt Lehrer Gaß, Dutenhofen; Lehrer Müller, Vetz­berg; Arbeiter Wilhelm Haus, Bieber; Arbeiter Wilhelm Süß, Leun. In den Ueberwachungsaus- fchuß der Aufbauschule zu Wetzlar wurden gewählt Bürgermeister Wilhelm Langsdorf, Groß-Rech- tenbach; Lehrer Gaß, Dutenhofen; Pfarrer Fritz Rumpf, Kröffelbach; Rechtsanwalt Hans Op­permann. Als Vertreter für den Vorstand der gewerblichen Berufsschule zu Wetzlar wurde Dach­decker Paul Kraus, Allendorf, und als Vertreter im Kreisschulkuratorium für das ländliche Fortbil­dungsschulwesen wurde Bürgermeister B l o ck, Nauborn, bestimmt. Als Vertrauensmann für den zum Zwecke der Auswahl der Schöffen und Ge­schworenen zusammentretenden Ausschuß bei dem Amtsgericht Usingen wurde Dentist B i f ch o f s, Brandoberndorf, und für das Amtsgericht Gladen­bach Wilhelm Haus, Bieber, gewählt. Die Vertre- tung des Landrats regelte fick) wie folgt: 1-Stellver­treter Kreisdeputierter Wilhelm Haus, Bieber; 2. Stellvertreter Karl Broll, Biskirchen. Mit einem Sieg,Heil!" auf den Volkskanzler Adolf 5) t Her wurde die Sitzung von Landrat G r i 11 o geschloffen.

Oie Arbeitsdienstpflicht für die Studenten.

Frankfurt a. M., 5. Juli. (WSN.) Während die allgemeine Arbeitsdienstpflicht erst am 1. Ja­nuar 1934 beginnen soll, werden die Studenten schon am 1. August d. I. zur Arbeitsdienstpflicht herangezogen, beren Organisation in den Händen der Deutschen Studentenschaft liegt. Aus Zweck­mäßigkeitsgründen werden während der großen Semesterferien die Kommilitonen verpflichtet, die jetzt im vierten Studiensemester sind. Durch diese Maßnahme werden im ganzen Reich etwa 40UU Studierende den Arbeitslagern. zugeführt werden. Auch ist es nicht ausgeschlossen, daß sie in der .Landhilfe" Heranziehung zu Erntearbeiten

usw. Verwendung finden. Auf jeden Fall wer­den keine reinen Studentenlager geschaffen, sondern gemischte Lager, in denen nur bis zu 30 Prozent Studierende sein dürften. Wer sich der st u - dentischen A r b e i t s d i e n st p f l i ch t ent­zieht wird kein Examen machen können und hat den Ausschluß von der Hochschule zu ge­wärtigen.

Oie Hauptversammlung

des Hessischen T'.erschutzvereins verlegt

Darmstadt, 5. Juli. (WSN.) die Jubiläums- Hauptversammlung des Tierschutzvereins für Hessen wurde wegen besonderer Gründe vom 9. Juli auf den 16. Juli verlegt. Tagungslokal Turnhalle am Woogplatz in Darmstadt.

fach überständig geworden, so daß der Heuertrag sowohl nach Menge als auch nach Gute eine Ein­buße erlitten hat. Die Wiesen zeigen infolge des früheren Mangels an Niederschlägen zum Teil nur spärlichen Besatz an Dkntergräsern.

Frankfurt:

Renten fest, Aktien uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 6. Juli. (WTB. Drahtmel­dung.) Die bisherige Wirtschaftsenjwicklung scheint nunmehr allmählich die seit längerem erwartete oe- rutiigung des Publikums ausgelöst zu haben, die sich heute an der Mittagsbörse in recht lebhafter Nach­frage am Rentenmarkt äußerte. !Bertauforber5 waren demgegenüber kaum vorhanden. Besonders B Reichsschuldbuchforderungen hatten lebhafte jtze aufzuweisen, die schätzungsweise bis 100 Mille gingen. Der Gewinn betrug zunächst 1 o.S). über gestern, ging aber bald auf die Gewmnstche- rungen hin 0,40 o. H. zurück. Altbesitz gewannen 0 5 v. H., während von Jndustrieobligationen Stahl- verein auf den schwächeren Dollarkurs hm 0,40 v. H. verloren. Durch die Festigkeit des Rentenmarktes wurde auch ein Teil der Aktienmärkte nachgezogen, wobei hier aber das Geschäft klein blieb. Die unbe­friedigende Erklärung Roosevelts trat teilweise in den Hintergrund, genügte jedoch, um dem Aktien­markt ein uneinheitliches Gepräge zu geben. JG.- Farben, die meisten Montanwerte, ferner Holzmann und Reichsbahnvorzugsaktien waren bis 1,5 v. H. gebessert, während bei Elektro- und Verkehrswerten fast durchweg Abschwächungen bis 0,5 v. H. zu ver­zeichnen waren. Licht & Kraft büßten 2 v. H., Be- kula 1,5 v. H. und Zellstoff Waldhof auf die Der- rvaltungserklärung hin 1,5 v. H. ein. Im $ erlaufe kamen an den Aktienmärkten verschiedene Schwan­kungen auf, die Stimmung blieb jedoch freundlich.

Am R e n t e n m a r 11 konnten sich Reichsschulw bücher nahezu auf den Anfangskurs erholen, auch Stahlverein gewannen etwa 1 v. H. Dagegen lagen Neubesitz etwas abgeschwächt. Amnestieanleihen des Reiches wurden zu 97 v. H. gehandelt. Der Pfand­briefmarkt zeigte für Goldpfandbriefe befriedigendes Geschäft und Besserungen bis 0,5 o. H. Liquidations- I Pfandbriefe und Kommunalobligationen waren ziem­lich unverändert. Auslandwerte lagen vernachlässigt. Der Tagesgeldsatz blieb auf 3,5 v. H. bestehen.

Mittwoch, den 5. Juli 1933, ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater. Bruder. Schwager. Schwiegersohn und Onkel

Herr Otto Usinger

Postmeister i. R.

im 60. Lebensjahr nach langem, in großer Geduld getragenem Leiden still und getrost in Gott heimgegangen.

In tiefem Schmerz:

Anna Usinger, geb. Müller.

Gesellschaft Liebig-Museum e. V., Gießen

Jahresversammlung

am Sonntag, dem 9. JnH 1933, vormittags im Hörsaal des Liebig-Mnsenms:

i/2ll Uhr Mitglieder-Versammlung

11'/. Uhr Vorträge über J. v. Liebigs Gießener Zeit und über seinen Neffen G. F. Knapp.

4374D Der Vorstand.

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4391 *

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. Iuli. Auftrieb: 103 Ninder, 1022 Kälber, 111 Schafe, 698 Schweine.

Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 36, geringe Kälber 26 bis 32. Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 25 bis 23, mittlere Mast­lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend­gewicht 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40 Mk. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine mittelmäßig, ausver­kauft.

Wettervoraussage.

Nachdem sich der Kern des Hochdruckgebietes nach Skandinavien verlagert hat, erhalten wir an seiner Südseite Zufuhr kontinentaler Luft. Unter ihrem Einfluß wird die Schönwetterlage fortdauern, so daß bei vielfach aufheiterndem Himmel die Temperaturen tagsüber kräftig ansteigen.

Aussichten für Freitag: Vielfach aufhei» ternd, sehr warm und trocken.

Aussichten für Samstag: im wesentlichen Fortdauer der Schönwetterlage.

Lufttemperaturen am 5. Julj: mittags 22,2 Grad Celsius, abends 18,4 Grad; am 6. Juli: morgens 17,5 Grad. Maximum 29,6 Grad, Minimum 12,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 25,7 Grad; am Juli: morgens 18,6 Grad. Sonnenscheindauer 10 Stunden.

Sonnenqebräunte Halft

Sonntag, den 2. Juli, entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute, stets treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau hart Ludwig, geh. big im 76. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Ludwig.

Gießen, Siegen L W., den 6. Juli 1933.

Die Beerdigung fand in aller Stille statt.

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Evangelischer Bund

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Bekanntmachung

betreffend die Bildung des Rhein-Malai- schen Milcherzeugerverbandes und die Er­richtung der Milchabsahgenossenfchaften

vom 26. Juni 1933.

Auf Grund der Anordnung des Reichs- kommissars für Milchwirtschaft, Freiherr von Kanne, vom 10. Juni 1933 über die Bildung des Milchversorgungsoerbandes Hessen ordne ich als Beauftragter des Milchversorgungsoerbandes Hessen folgen­des an: 43801)

§ 1. Nach § 1 der Anordnung vom 10. Juni 1933 werden die Milchabsatzgenost senschaften des Verbandsgebietes zu einem Verband zusammengeschlossen. Die Ver­einigung führt den NamenRhein-Mai- nischer Milcherzeugerverband". Er hat seine Eintragung in das Vereinsregister zu erwirken.

§ 2. Die Gründung der noch zu bilden- den Milchabsatzgenossenschaften im Sinne des § 1 Abs. 1 Ziff. a der Anordnung vom 10. Juni 1933 ist bis zum 15. Juli 1933 im Benehmen mit den zuständigen landwirt­schaftlichen Genossenschaftsverbänden durch­zuführen. Besteht in einem Orte bereits eine Milchabsatzgenossenschaft, so haben sich die noch außenstehenden Erzeuger dieser Milchabsatzgenossenschaft anzuschließen.

Milchlieferer (Nichtgenossen) einer Mol­kereigenossenschaft werden entweder unmit­telbar oder über eine Milchabsatzgenossen­schaft der Molkereigenossenschaft ange« schlossen.

§ 3. Die Mitglieder einer Milchabsatz­genossenschaft haben die zur Ablieferung bestimmte Milch an die Sammelstelle der Milchabsatzgenossenschaft zu liefern.

Die Errichtung mehrerer Sammelstellen sowie die Beauftragung eines Sammlers zur Abholung der Milch bei den Erzeugern bedarf der Genehmigung des Rhein-Mai- Nischen Milcherzeugeroerbandes.

Die Verrechnung des Milchgeldes erfolgt ausschließlich über die Milchabsatzgenossen- schäft.

Frankfurt a. M., den 26. Juni 1933. Milchversorgungsverband Hessen. Der Beauftragte: Birkenholz.

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