Ausgabe 
6.6.1933 Frühausgabe
 
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Wirtschaft

Die Entwicklung -es Außenhandels

(Viktoria) Strecken- 3. Stoll-

Langstreckenmeister von Berlin wurde der Berliner Brauch, der mit 250 Meter Borsprung vor Boß-Osram in der guten Zeit von 1:29,51,2 für die 25 Km. als Sieger durchs Ziel ging.

Die erste Etappe der längsten deutschen Straßensernfahrt Berlin-Hannover-Berlin, holte sich der deutsche Meister Scheller- Nürnberg im End­spurt vor den beiden Dortmundern -baut} und Siebelhoff.

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Eine hohe Niederlage mit 3:7 mußte Ungarns neuer Fußballmeister Ujpest Budapest am Samstag vor 7000 Zuschauern durch eine aus Fuß­ballsportverein und Eintracht Frankfurt kombinierte Mannschaft hinnehmen.

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DerdeutscheKunstsprungmeisterLeo Esser führte die deutschen Farben in Paris zu einem großen Erfolg. Er siegte im Kunstspringen überlegen vor dem Engländer Beveridge und dem Franzosen Lemaitre.

Pfingst-Fußball

der Gießener Mannschaften.

Die Mannschaften der beiden Gießener Sport­vereine bestritten an den Pfingstfeiertagen eine Anzahl von Fußballspielen, meist auf auswär­tigen Plätzen, mit mehr oder weniger Glück Die Liga der Spiclvereinigung 1900 empfing am zwei­ten Feiertag die Liga von Union Recklinghausen uni) muhte sich von dem spielstarken Gegner er­wartungsgemäß mit 1:4 (0:1) Toren schlagen las- !cn- Reserve der Spielvereinigung gewann in Münchhausen mit 6:2 (5:1) und in Woll­mar mit 2:1 (1:1) Toren. Die 2. Jugend gab in i^ulba ein Gastspiel und verlor dort gegen die erste Jugend der Germanen mit 3:0 Toren. Das Spiel gegen die 1. Jugend von Horas konnte sie aller­dings mit 1:0 gewinnen. Die Schüler verloren in Burgsolms mit 0:6 Toren.

^Die 1. Mannschaft des DfB. befand sich auf Reisen. Das Spiel des 1. Feiertages gegen Kla- feld-Geisweid wurde mit 2:3 Toren verloren. Der 2. Feiertag brachte im Kampf gegen Herborn ein Unentschieden von 3:3 Toren. Die 2. Mannschaft öeö VfB. konnte auf dem Waldsportplah gegen die 1. Elf von Wieseck einen mit 4:1 Toren über­raschend hohen Sieg landen. Die 3. und 4. Mann­schaft spielten in kombinierter Aufstellung gegen die Erste von Grünberg und gewannen mit dem Ergebnis von 14:1 Toren. Die dritte Mannschaft verlor gegen die Zweite von Wieseck auf dem Platz des Gegners mit 1:4.

Die 1. Jugend spielte am 1. Feiertag gegen die 1. Jugend von Wiesbaden-Dotzheim mit 2:2 un­entschieden, verlor aber das Spiel des 2. Feier­tages gegen Biebrich mit 2:3 Toren.

1 000 ccm : 1. Mörth-München 33:32 (94,56 Stundenkilometer, neuer rekord): 2. Erlenbruch-Elberfeld 33:36; berg 36:17.

Rennen der Ausweisfahrer.

Bedeutung des RennensRund um Schotten" für die deutsche Automobilindustrie und den deutschen Wehrsport hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß es die deutschen Fahrer lernen möchten, nicht auf ausländischen, sondern auf deutschen Maschinen zu startenundzusiegen.

Ein schwerer Unfall.

Bei den Meisterschaftsläufen kam es leider zu einem folgenschweren Unfall. M e l l m a n n -Len­dringsen auf einer Rorton-Maschine bekam vor Schotten bei der Bergabfahrt plötzlich einen Rei­fenschaden und konnte die Maschine nicht rechtzei- ttig zum Stehen bringen. Die Maschine flog in die Zuschauermenge hinein und verletzte acht Menschen mehr oder weniger schwer. Einer der Verletzten erlitt einen Schädelbruch und starb auf dem Transport nach dem Krankenhaus. Der Fah­rer selbst wurde nur leicht verletzt. Auch sonst gab es verschiedene Stürze, die aber nur leichtere Ver­letzungen zur Folge hatten.

Umeinen leeren Fleck im Eßzimmer auszu­füllen", kaufte ein Mann, der von Kunst nichts verstand, ein großes Bild für ein paar Pfund. Als dieses Werk zwei Jahre später auf eine Auktion kam, brachte es 200 000 Mark. Es war ein echter Gainsborough! Die unscheinbar­sten und am schlechtesten erhaltenen Bilder können manchmal eine glorreiche Auferstehung erleben. So wurde vor ein paar Jahren in das Der- steigerungshaus von Christie in London eine schmutzige Leinwand gebracht, in der sich zwei strotze Löcher befanden. Es war das Bildnis einer jungen Dame in einem Musselin-Kleid mit gel- Bem Besah. Das Gemälde, das 30 zu 25 Zoll grofj war, sollte ein Gainsborough sein und war von einer alten Dame einem Kunsthändler Ange­boten worden, der aber die dafür geforderten 100 Mark nicht zahlen wollte. Darauf brachte die alte Dame das Bild zu Christie, um es ver­steigern zu lassen. Hier wurde der wahre Wert erkannt; es entstand ein heftiger Kampf. Das Bieten begann mit 200 Guineen; ein paar Minu­ten später wurden schon' 5000 Guineen geboten und schließlich erhielt ein Kunstfreund den Zu­schlag für 9000 Guineen, also 193 000 Mark. ®in Arzt, der in Birmingham im Wohnzimmer eines Herrn, zu dem er gerufen worden war, auf das Erscheinen des Patienten wartete, be­merkte dort an der Wand das arg beschädigte Bildnis einer Frau. Er kaufte es, und es stellte sich heraus, daß es ein Porträt der berühmten Schauspielerin und Geliebten Karls II. Rell Gwynne von Sir Peter Leih war. Ein Ge­mälde von Turner im Werte von 14 000 Mark wurde in einem Trödlerladen zu Barmouth ent- deckt und für 25 Mark erstanden; eine Leinwand von Guido Reni, von der sich ihr Besitzer zu Torquay für 5 Mark getrennt hatte, fand bald darauf einen Liebhaber für 40 000 Mark Dor kurzem kaufte ein englischer Schauspieler Don einem Maurer in einem Dorf in Süsser ein Porträt von Godfrey K n e 11 e r für 20 Mark für das ihm eine Woche später 10 000 Mark ae- o «.toUÄen- Das Bild Satte jajrelc a in einem Landhauschen als Ofenschirm gedient.

Buntes Allerlei.

Alte Meister" für ein Butterbrot.

Immer wieder werden Geschichten erzählt, in denen Kunstkenner oder Sammler für eine geringe Summe Bilder erstehen, die sich dann als be­rühmtealte Meister" entpuppen. Solche Glücks­zufälle ereignen sich am häufigsten in England, wo seit Jahrhunderten reiche Kunstfreunde Schätze aus allen Teilen der Welt zufammengebracht und aufgespeichert haben.Für den, der die richtige Witterung" besitzt, ist die Aussicht auf* einen guten Fund auch heute noch nicht so fernliegend, wie man wohl meinen möchte", sagt James H.' Voung in einem Aufsatz vonChambers Journal, tu dem er eine ganze Anzahl solcher Glücksfunde nach authentischen Quellen mitteilt.Ein solcher Fall ereignete sich kürzlich", schreibt er,als in esvem Mülleimer in einer Edingburgher Straße eine Leinwand gefunden wurde, die sich als ein Frühwerk von Sir Joshua Reynolds im Werte von mehr als 20 000 Mark herausstellte Der Kunsthändler, der dieses mißachtete Werk für ein paar Schillinge erstand, ließ es von ersten Kennern begutachten, die es für einen ech­ten Reynolds erklärten. Das Bild trägt die Signatur des Meisters und ist das Porträt eines jungen Mannes, wahrscheinlich des späteren Ad­miral Keppel, das um 1760 gemalt wurde. Vor Drei oder vier Jahren fand ein Herr, der zu den besten Gesellschaftskreisen gehörte, ein Der-

Dild in einer Gerümpelkammer. Er N'ckte es mit einer Anzahlalter Meister" zum 'Nertauf und verlangte »den bescheidenen Preis !??n $9 2?ork- Die Sachverständigen waren sich über dieses Gemälde durchaus uneinig und glaub- vaß es sogar noch weniger wert fei. Aber schließlich stellte es sich heraus, daß es sich um einen echten Frans Hals handelte, der bei der Versteigerung gegen 40 000 Mark brachte. Ein Bild von demselben Großmeister der holländischen Malerei, wurde in einem kleinen Antiquitäten-

\'n ߣnöon gefunden und für 300 Mart hielte dann später auf einer Verweigerung die Summe von 160 000 Marl.

Run- um Schotten."

Huldigung für Ministerpräsident Or. Werner. - Das größte Gportereignis des Sonntags. 60 OOO Zuschauer.

* Die Indexziffer der Großhan­delspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 31. Mai berechnete Indexziffer der Groß­handelspreise stellt sich auf 92,4; sie ist gegenüber der Vorwoche (92,3) wenig verändert. Die In­dexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 84,5 (minus 0,5 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,7 (plus 0,6 Proz.), und industrielle Fertigwaren 111,8 (plus 0,1) Prozent.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 3. Mai. Das Geschäft ver­lief während der ganzen Woche schleppend, da die Rachfrage des Konsums sehr klein geworden ist. Selbst für die Pfingstfeiertage wurden keine nennenswerte Käufe getätigt. Das Angebot hat sich allgemein verstärkt, und im Einklang mit den schwächeren Preisen im Auslande gingen auch die Notierungen weiter um etwa 0,50 Pfennig zurück. Es notierten: Bayern 7,50 bis 8, Nord­deutsche 7,50 bis 8, deutsche Frischeier Sonder­klasse 8,75, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75, Kl. C 7,25. Holländer Sonderklasse 8,75, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75. Kleine in- und ausländische Eier 6,75, Enteneier 7,50 Pfennig per Stück franko Frank­furt a.M.

Frankfurter Buttcrmarkt.

Frankfurt a. M., 3. Juni. Nachdem bereits Ende der Vorwoche die ungestüme Aufwärtsbewe­

gungsfahrt war in ihrer disziplinierten Durchfüh­rung, in der vorzüglichen Haltung der Fahrer der Ausdruck des starken Geistes, der alle Teile der SA. beherrscht. Das Publikum folgte dieser Huldigungs­fahrt mit größter Aufmerksamkeit. Die national­sozialistischen Kraftfahrer durchfuhren einmal die ganze Rennstrecke und wurden von Tausenden von Menschen begeistert gegrüßt.

Das sportliche Ergebnis.

Das RennenRund um Schotten" brachte auch diesmal ^wieder ein hervorragendes sportliches Er­gebnis. Sowohl in den Beiwagenrennen, wie auch in den übrigen Wettbewerben, besonders aber im 3. Lauf für die deutsche Motorradmeisterschaft wur­den außerordentliche Leistungen erzielt. Einen span­nenden Kampf gab es in der schweren Kategorie (1000 ccm) der Beiwagenmaschinen. Es starteten 5 Maschinen. Sieger wurde der Münchener Moritz auf Viktoria in der neuen Streckenrekord Zeit von 33:32 Minuten. Das Rennen führte über drei Runden. In der Kategorie der leichteren Ma­schinen (600 ccm) siegte Schneider- Düsseldorf auf Velocette vor dem frankfurter N a g e l und dem Schweizer Stärkte, der mit seiner Frau im Bei­wagen das Rennen bestritt. Stärkte, der als Favorit in das Rennen ging, hatte einen sehr schlech­ten Start und fiel dadurch zurück.

Die Rennen der Ausweisfahrer im Vogels- berg - Lauf brachten ebenfalls sehr guten Sport und in ^atten Klassen Streckenrekorde. Die zum Teil jungen Fahrer warteten mit Leistungen auf, die man anfänglich nicht erwartet hätte.

Bei den Meisterschaftsläufen gingen in der Klasse bis 250 ccm 25 Fahrer an den Start. Man erwartete anfänglich einen überlegenen Sieg des Fudaers Kahrmann, der zunächst einen großen Vorsprung herausholte, dann aber durch Maschinenschaden zurückfiel. Nachdem vorüber­gehend der Pforzheimer Geis die Führung über­nommen hatte, kam der Frankfurter Schön auf. überholte und gewann das Nennen mit ziemlicher lleberlegenfjeit in der Zeit von 2:16,40 Stunden und mit einer Durchschnittsgefchwindigkeit von 92,7 Stundenkilometer.

3n der Kategorie der Maschinen bis zu 350 ccm überraschte Klein, Frankfurt, auf Norton mit großer Geschwindigkeit, er mußte aber, ebenfalls durch Maschinenschaden gehandicapt, die Füh­rung und den Sieg dem Berliner Nichnow überlassen. Richnow auf Rudge fuhr Strecken­rekord.

In der Klaffe der 500-ccm-Maschinen wurde der Münchener B a u h o f e r, der mit einer wassergekühlten DKW.-Maschine fuhr, über­legener Sieger vor feinen vielen Konkurrenten. D"t einer Durchschnittsgefchwindigkeit von 101,26 Stundenkilometer brauste er über die Strecke. (Seit: 2.03,18 Stunden.) Die Tagesbestzeit und einen neuen Streckenrekord fuhr R ü 11 g e n, Er­kelenz, der das Rennen überlegen vor dem auch hervorragend fahrenden Kratz, Ober-Ohmen ge- wann. Ruttgen entwickelte eine Durchschnitts­geschwindigkeit von 02,96 Kilometer, während , ,ra.^, etwas über 10J Stundenkilometer Durch- Ichnittsgeschwmdigkeit fuhr. Er überbot dabei feine vorjährige Leistung.

Die zahlenmäßigen Ergebniffe.

Bis ORA Neisterschaflslauf.

?ao7 l vchon-Frankfurt (Bücker) Stundenkilometer); 2. Geis-Mühl- 9d9n ^^g-2^959^3- Demandt-Deutz (DKW.) 2.20,36, 4. K.rchner°Offenbach (Bücker) 2:24,33; v. ^oßmann-coaarbrücken (Rudge) 2:26 36 ,9040° enmLLr?ic6ntDtoB'Ser[in (Rudge) 2:07,28 9 XrJ? ^nf,Ion^er. neuer Streckenrekord);

^udge) 2:10,11; 3. Schanz- Hedersleben (Jmperia) 2:11,54; 4. Loof-Godes- CXuV) 2:13143: 5' 8ranfe.Sttii.en

- . 4. Melhler-Saarbrucken (NSA.) 212 40

5-^»Sanbbofen (NSA.) 2:15,22. ' '

».4 0 0 0 c c m: 1. Rüttchen-Erkelenz 2:04,07 (102 96

Rennen der Beiwagenmaschinen.

»^0 ccm: Schneider-Düsseldorf (Velocette) 35.03 190,47 Stundenkilometer) 2 Naael-^r-ins futt (01611.) 35,25; (AsÄ) R°5°'

Der deutsche Export nach Süboffeuropa ist in den ersten Monaten 1933 um fast 30 v. h. ge- funfen, während die Ausfuhr Englands nach den gleichen Ländern um 16 v. h. gestiegen ist.

Aehnliche Unterschiede zeigen sich im Absatz nach Skandinavien, Westeuropa und Südeuropa. Die Erklärung für diese Unterschiede wird man vor allem darin zu suchen haben, daß Deutschland sich diesen Ländern gegenüber in einer wesentlich u n - günstigeren handelspolitischen Lage befindet, als England.

Im Zusammenhang mit der scharfen Export- schrumpfung ging der Ausfuhrüberschuß von durchschnittlich 70 bis 80 Mill. RM. in den letzten Monaten des Jahres 1932 zunächst auf 23 Mill. RM. im Januar und 26 Mill. RM. im Februar Zurück. Die Zunahme der Ausfuhr im März brachte dann wieder eine Erhöhung der Aktivität auf 64 Mill. RM. Im April hat sich der Ausfuhrüberschuß dank der beträchtlichen Schrumpfung der Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln in Abwei­chung von der Saisontendenz annähernd auf der Höhe des Vormonats gehalten.

Zweifellos wird die starke Drosselung der Nah­rungs- und Genußmilteleinfuhr, die durch die neuesten Maßnahmen erzielt wurde, die Han­delsbilanz von der Einfuhrseite her auch weiter­hin noch günstig beeinflussen.

Dagegen ist es möglich, daß die Einfuhr von Roh­stoffen und Halbwaren zunimmt, sobald sich die Be­lebung der inländischen Geschäftstätigkeit fortsetzt. Auf der Ausfuhrseite ist vorerst mit einer Besse­rung der Absatzchancen kaum zu rechnen, solange die Auslandsmärkte im bisherigen Umfang durch Währungsentwertungen, Zölle und Einfuhrverbote abgesperrt bleiben.

Anion Recklinghausen errang im Kampf gegen DfB. Friedberg am 1. Feiertag einen knappen Sieg von 2:3 Toren.

Kurze Sportnotizen.

Zum Führer des gesamten deutschen Pferde-Rennsports wurde der frühere Poli­zeipräsident von Potsdam, Graf Wolf-Heinrich von H e l l d 0 r f, ernannt.

Einen neuen deutschen Rekord im Hammerwerfen stellte der Münchener Kurz mit einer Leistung von 46,11 Meter auf.

2 5 0 ccm; Gall-Fürth (Herkules) 24,02 (88,36 Stundenkilometer); 2. Zechky-Schotten (DKW.) 27,38; 3. Prünte-Gudesberg (Puch) 25:04.

350 ccm ; 1. Künstner-Asperg (AT./ 22:10 (95,32 Stundenkilometer); 2. Schmidt-Ka sel (Jm­peria) 22:43; 3. Engelhardt-Nürnberg (Norton)

5 0 0 ccm : 1. Pfister-Ludwigsburg (Standard) 21:55 (96,45 Stundenkilometer); 2. Rührsshneck- Fürth (Triumph) 21:59; 3. Klaile-Ludwigsburg (Standard) 22:38.

Den Beschluß der großartigen Veranstaltung stellte die Preisverteilung dar. Der Hessi­sche Ministerpräsident Prof. Dr. Werner hielt dabei eine beachtliche Ansprache, in der er auf die

Aus allen Teilen Deutschlands, von Danzig und Saarbrücken, von München und Altona, von Breslau und vom Rheinland waren die Motorradsportler und viele Freunde des Motor­sports gekommen, um am RennenRund um Schotten" als Wettbewerber oder als mehr oder weniger leidenschaftliche Zuschauer teilzunehmen. Das sportliche Großereignis zog Tausende und Abertausende in seinen Bann. Schätzungsweise nahmen lO 000 Zuschauer teil. Die gemeldeten Fahrer waren mit überraschend wenigen Aus­nahmen fast alle zur Stelle. So war der Veran­staltung von Anfang an der große Erfolg ge­sichert, den sich die Veranstalter und die gesamte Motorsportwelt von dem diesjährigenRund um Schotten" versprachen.

Die Voraussetzungen für das Rennen waren die denkbar günstigsten. Heber dem Vogelsberg wölbte sich ein wolkenloser tiefblauer Himmel, Die Sonne lag in hochsommerlich warmen Strahlen über dem Lande; die Rennstrecke war in gutem Zustand und die Rennfahrer teils durch ihre früheren Starts, teils durch eifriges Training an den Vortagen des Rennens mit dem Kurs aufs beste vertraut.

Von allen Seiten kamen am frühen Sonntag- morgen im Prächtig geschmückten Schotten die Zuschauer an, deren ein großer Teil in hunderten und aberhunderten von Kraftfahrzeugen eintraf. Zu Suß und zu Fahrrad, per Eisenbahn und im Lastkraftwagen tarnen Zehntaufende, die dann in dichten Scharen^ die Straßen säumten. Dicht belagert war der cotartplatz, der gleichzeitig auch das Ziel und somit den äußeren Brennpunkt Des Interesses der Tausende darstellte. Von ?^aJtcn flatterten die Fahnen des neuen Deutschland; bunte Reklame-Leinwand und un- zahlige Wimpel gaben der Straße ihr eindeu­tiges Gepräge.

Als Veranstalter hatte der Vogelsberger Automobil- und Motorradklub auch in diesem Vahre wieder die riesige Organisa­tionsarbeit übernommen und unter der hervor­ragenden Initiative von Dr. Dambmann . Schotten, vorbildlich vorbereitet und durchgeführt' Der ungeheure Andrang der Menschenmasse und der Menge der Fahrzeuge vollzog sich völlig reibungslos. Der Vogelsberger Automobil- und Mo orradklub richtete das Rennen zum neunten JZtaie aus.

Neben dem Veranstalter hat die SA ein hervorragendes Verdienst um die Durchführung dcs großen Rennens. Allenthalben, besonders aber an den Brennpunkten der Geschehnisse hielt ?IC. durch Absperrdienste usw. die Strecke U-f1', Prönun9 im Publikum, war überall da behilflich, wo es Hilfe zu leisten galt und Öinteriieß habet durch stets an den Tag gelegte Ul'chleit M Disziplin den denk­bar besten Eindruck. Das Auftreten der SA Aufmarsch und Abmarsch in geschlossenen Kolon- nen, war der Ausdruck eines neuen Geistes der nun überall Die 3nitiatiDe der helfenden Tat ergreift. Neben der SA. machten sich der Ar- beitsdienst dre Schutzpolizei und die Gendarmerie liä) a^n Aufgeboten durch Absperrdienste nüh-

Ministerpräsident Dr. Werner beim Hennen.

Eine besonders repräsentative Note erhielt die Veranstaltung durch chie Anwesenheit des hessischen Mlnisterprasidenten Dr. Werner, der den Vorsitz des Ehrenausichusses übernommen hatte. In einem feierlichen Akt wurde ihm im Laufe des Tages durch Bürgermeister M e n g e l der Ehrenbürgerbrief der Stadt Schotten überreicht. Ministerpräsident Prof Dr. W e r n e r dankte für die Ehrung und betonte in einer kurzen Ansprache, daß er bemüht sei, im H'nblick aus das Ereignis des Tages, sein Teil dazu beizutragen, den Motorsport nach Möglichkeit au fördern. 0

Einen Höhepunkt des Tages stellte die

Huldigung des nationalsozialistischen KrastfahrkorpS für Ministerpräsident

Professor Dr Werner

dar. Eine schier endlos lange Reihe von Motor­rädern und Motorrädern mit Beiwagen, mit zwei, b.)w. drei Mann besetzt, passierte zunächst die Straße vor der Tribüne, auf der Ministerpräsident Prof. Dr. W e r n e r Aufstellung genommen hakte und das NSKK. mit erhobener Hand grüßte. Die Hubdi-

Jm Wochenbericht des I n st i t u t s für Kon­junkturforschung wird geschrieben:

Im April haben sich zum ersten Male die zur Beschränkung der Einfuhr getroffenen Maßnahmen in stärkerem Grade ausgewirkt. Die mengenmäßige Versorgung des deutschen Marktes mit Auslandswaren blieb in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres nur u m 2 bis 3 0 H. hinter d e m V 0 r j a h r zurück. Jedoch hat sich eine bedeutsame Umschichtung angebahnt. Die Belebung der industriellen Beschäftigung hat den Bedarf an ausländischen Rohstoffen erhöht, während es anderseits gelungen ist, die Einfuhr von Lebensrnitteln und von Fertigwaren zurückzu­drängen.

Die Konkurrenzverhältnisse auf dem deutschen Binnenmarkt haben sich damit etwas zugunsten der einheimischen Produzenten gewandelt.

Für die ersten vier Monate 19.33 ist, in Anbe­tracht der saisonüblichen Bewegung und infolge des Rückgangs der Umsätze im gesamten Welthandel, ein Rückgang der Ausfuhr gegenüber den letzten Monaten 1932 um etwa ein Sechstel festzu­stellen. Ein großer Teil des Ausfuhrrückganges ent­fällt auf die s ch ar s e Verminderung des Rußlandgeschäftes, das im Rahmen der deutschen Gesamtausfuhr bekanntlich einen größe­ren Rahmen einnimmt, als bei der Ausfuhr ande­rer Länder. Eine Betrachtung der englischen und der deutschen Ausfuhr nach den einzelnen Erdteilen zeigt, daß bei beiden Ländern der Absatz nach Europa günstiger war, als nach Uebersee. Aber auch in dem für Deutschland ausschlaggeben­den Europageschäft zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen der Entwicklung des deutschen und des eng­lischen Absatzes.

gung des Butterpreises zum Stillstand gekommen war, neigte die Tendenz in der abgelaufenen Be- richtswoche merklich zur Schwäche. Es hat sich her- ausgestellt, daß der Verbrauch nicht in der Lage ist, mit einer derartig schnellen und scharfen Preissteige­rung Schritt zu halten. Vielfach war festzustellen, daß schon ein großer Teil der Verbraucher auf Grund der wieder größeren Preisspanne zur Mar­garine zurückgekehrt ist. Es kam hinzu, daß zur Zeit die Buttererzeugung ganz beträchtlich zunimmt. Das warme Wetter nach vorhergehendem Regen war für die Weidewirtschaft sehr günstig und hat zu einer Steigerung der Milcherzeugung geführt, und somit steht der Markt zur Zeit unter dem saisonmäßigen Druck der höchsten Erzeugung von Butter. Daneben kamen Die während der letzten Wochen mit Absicht zurückgehaltenen Mengen zusätzlich auf den Markt. So entstand ein erhebliches Überangebot um so mehr, als sich die Verarbeiter und Verbraucher sehr zurückhaltend verhielten. Die Folge davon war, daß die Preise erneut eine Senkung um 1012 RM. per 50 Kg. erfuhren. In Fachkreisen hofft mau, wenn ein Ausstichpreis, der z. Zt. noch bei etwa 1,50 RM. liegt, von 1,40 RM. erreicht wird. Heute Absatz wieder eine Belebung erfahren wird. Heute stellten sich die Preise für holländische Butter auf 126130 und für deutsche Butter auf 125130 RM. per 50 Kg., wobei im Höchstpreis der Aufschlag für geformte Ware enthalten ist.