Ausgabe 
6.6.1933 Frühausgabe
 
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Oie Einsturz - Katastrophe an der Saale.

Im fireife Bernburg stürzten Die angehäuften Kalkablagerungen der Soloay-Werke in die Saale, deren Bett sie vollkommen abriegellen. Die Gefahr einer Ueberschwemmung ist inzwischen beseitigt.

MIM

3m oberen Tal der Saale ist eine Raturkata- strophe eingetreten, wie sie in ihrer Art in Deutsch­land Wohl noch niemals sich ereignet hat. 3n einer Ausdehnung von mehr als 500 Metern sind die Steilwände des Kalkgebirges infolge der lang- anhaltenden Regengüsse in Bewegung geraten und haben sich losgelöst. Mit großem, donnerartigem Gepolter stürzten tausende Kubikmeter der Ge­steinsmasse in das Flußbett der Saale und deck­ten es vollkommen zu, so daß das Wasser sich einen neuen Weg suchen mußte und die anlie- aenden Felder und Wiesen kilometerweit über­schwemmt. DaS Flußbett selber aber hat sich in eine feste und unbewegliche weiße Steinmassc ver­wandelt. Ein deutlicheres und in seiner Art viel­leicht prächtiges Schauspiel von der elementaren Kraft der Raturgewalten mag -s überhaupt wohl noch nicht gegeben haben. Immer wieder sind es die drei Grundelemente Feuer, Wasser und Luft, die mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit die Ge­stalt und das Bild der Erde verändern. Für die Menschengeschlechter kaum wahrnehmbar arbeiten die Raturkräfte in stetem Auf- und Abbau, wobei die Zahlenrechnung menschlicher Lebensjahre in der Rechnung erdgejchichtlicher Fortentwicklung nur eine ganz geringe und kaum zu vergleichende Rolle spielt. Durch die Einflüsse der Witterung aber wie in diesem Falle durch den andauern­den Regen kommt es dann zu plötzlichen ent­wicklungsmäßigen Abschnitten, die sich uns in der Form von Raturkatastrophen vor Augen stellen.

Run wird in uns die Erinnerung an das erd­geschichtliche Geschehen und Wirken im Laufe der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Iahrhun- derte wach. Gerade das Thüringer Ge­biet der Saaleberge gibt uns da manches Beispiel. So ereigneten sich in den Fahren 1780, 1828 und 1881 bei Kahla in Thüringen mehrere Bergstürze, als das Gebiet des Dohlensteins in nächster Rähe der Leuchtenburg in Bewegung ge­

riet Der dort aus dem Duntsandstein lagernde Muschelkalk rutschte auf dem Sandstein, Der im Laufe der Zeiten durchnäßt worden war, einfach ab. Dasselbe war an den Kuonbergen bei Jena in den letzten Jahren des achtzehnten Iahrhunderts der Fall. Die Bahnstrecke BerlinMünchen führt in der Rähe von Saalfeld in Thüringen an dem sogenannten Dohlen vorbei. Hier bildeten zwei verschieden gelagerte Gesteinslager des dort vor­kommenden Zechsteins ein regelrechtes Dach, das in die Luft hineinragte und die Landstraße und die Bahnlinie dauernd gefährdete. Denn mit einem Absturz des überhängenden Felsens war mit Sicherheit zu rechnen. Daher hat die Reichs­bahn durch Sprengungen den Berg künstlich be­richtigt.

Unweit von Gero, im östlichen Thüringen, liegt der Zoitzberg an dem kleinen Flüßchen der El­ster. Erst 1931 hat der Berg eine alte Böschung, die aus dem bergbaulichen Abtragen des dort vorkommenden Anthrazits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden war, durch wie­derholte Bergrutsche auszugleichen versucht. Aber auch im rheinischen Schiefergebirge haben wir Bergstürze dieser Art erlebt. 3n bester Erinnerung ist der große Absturz der Gesteins­massen im Jahre 1931 bei Cochem an der Mosel. Oder denken wir an den Bergsturz bei Idar, bei dem das ganze Rathaus unter den Erdmassen verschwand. 3m 3ahre 1876 forderte der Ab­sturz bei C a u b 28 Menschenopfer. Aehnliche Katastrophen ereigneten sich 1920 bei Lorch am Rhein, wo man 1928 bei einem erneut drohenden Bergsturz die Schuttmassen künstlich abzutragen begann, dann bei St. Goar, und bei Bad Ems drohen einige tausend Kubikmeter mit dem Ab­sturz. So war und ist die Erdoberfläche in ewiger Bewegung, von deren Gewalt und Ausmaß wir Menschen uns nur ein unvollkommenes Bild machen können. pf.

Schutz dem Jungwild!

Don Studienrai (Srnft Holzel, Schriftführer

Wenn der Wald sein neues Kleid anlegt und Wie­sen und Felder in sattem Grün prangen, wenn über­all aus Hecken und Bäumen Vogelkinder nach Atzung gieren, dann setzt das Rottier sein Kalb, führt die Ricke ihr Kitz und säugt die Häsin ihre Jungen, während die Wildhühner und Enten ihr Gelege voll­endet haben und nun brüten. Groß sind alljährlich die Verluste, die vermeidbar ober unvermeidbar das Jungwild treffen. Wenn mir Jäger alle bit­ten, die helfen können, das Ihrige zu tun, um die vermeidbaren Verluste nach Möglichkeit einzuschrän- kcn, dann handeln wir dabei nicht aus eigennützigen Erwägungen heraus, wenn wir natürlich auch zu erhallen suchen, was wir aus Liebe zur Natur und zur Jagd heranzuhegen streben und wofür wir jo auch schließlich eine meist viel zu hohe Jagdpacht bezahlen.

Vermeidbar sind alle Verluste, die auf das Konto Hund" undKatze" gehen. Wer in der Brut- und Satzzeit seinen Hund draußen herumsuchen läßt, anstatt ihn anzuleinen, oder duldet, daß seine Kotze jede Nacht und dazu noch Teile des Tages draußen im Feld zubringl, ist mitschuldig daran, wenn alljährlich bedeutende Werte der deutschen Wirtschaft verloren gehen.

Der Spaziergänger, der zufällig auf ein Rehkitz trifft und es aufnimmt oder gar mitnimmt, sei es in guter oder böser Absicy, handelt ebenso. Jungwild, das starke Menschenwitterung ange­nommen hat, wird meist von der Mutter nicht mehr angenommen und verhungert.

Die Befürchtung, daß das allein irgendwo im hohen Gras schlafende Kitzchen von der Mutter verlassen wäre, ist unbegründet. Es kann ihr noch nicht folgen auf dem Wechsel zur Aesung und verschläft nach Art kleiner Menschenkinder die Zeit, bis die Mutter wieder zurückkehrt. Es ist also grundfalsch und schlecht angebrachte Tierliebe, wenn ein solches Tier- chen als Findlingskind nun dem Förster oder Jagd­pächter ins Haus gebracht wird. Der Versuch aber, es mitzunehmen, um es selbst zu Hause aufzuziehen, ist W i l d d i e b st a h l genau so gut wie etwa das Äusnehmen von Fasanennestern und als solcher strafbar. Da immer wieder diese Fehler gemacht werden, sei darauf besonders hingewiesen.

Diel größer ist aber meist die Gefahr, die bei landwirtschaftlichen Arbeiten den Rachwuchs un­seres Wildes bedroht. Diese Verluste sind oft un­vermeidbar und erschreckend hoch. Auf einer Eigenjagd in der Umgebung von Gießen wurden vor wenigen Jahren innerhalb eines Sommers allein 48 Iunghasen durch die Mähmaschine ge­tötet. Dedeutend ist auch die Zahl der Fasanen- unb Hühnergelege, die Sense und Maschine zum

desHubertus" Gießen.

Opfer fallen. Wie oft findet die fest brütende Henne dabei selbst den Tod!

Die Praxis zeigt, daß häufig gerade solche Rester durch den abstreichenden Brutvogel verraten werden und dadurch bei gutem Millen ein Um- mähen unter gleichzeitigem Stehenlassen eines nicht zu kleinen Stückes Klee oder Gras mög­lich ist.

Der hegende 3agdpächter wird dem Landwirt seinen Dank nicht versagen. In vielen Revieren sind für diesen Fall feste Delohnunaen ausgelobt. Aber der Dauer sollte gar nicht allein um dieses Lohnes willen oder um Dem Jäger einen Gefallen zu tun, so handeln, sondern um seiner selbst wil­len. Man trifft immer auf eine erstaunliche Un­kenntnis der Lebensweise unserer heimatlichen Tierwelt. Das Rebhuhn z. D. ist, wenn wir es vom Standpunkt der landwirtschaftlichen Rüh- lichkeit aus betrachten, , hundertprozentig" nütz­lich. Die Iunghühner, die unter dem Schuh der Alten heranwachsen, leben fast ausschließlich von Insekten und vertilgen im Halmenwald des Getreidefeldes eine Masse von Schädlingen, z. D. den Saatschnellkäfer über dessen Larve, den Drahtwurm, und ihre Schädlichkeit der Dauer meistens unterrichtet ist.

vernunftmähig sollte daher der Landwirt danach streben, jedes Feldhuhnnest zu schützen, um sich selbst dadurch einen Gefallen zu tun.

Start, verkannt ist oft der Fasan. Daß er z. B. zur Saatzeit auch offen liegende Körner aufnimmt, die nicht unter die Erde kamen, mag sein Es kann aber nicht geleugnet werden, daß feine Nahrung in der Hauptsache tierischer Art ist. Im letzten Herbst mußten viele Wintersaatfelder nachgesät ober um- gepflügt werden, weil die Schnecken alles abfraßen. In solcher Zeit lebt der Fasan fast nur von diesen Weichtieren, und zwar nimmt er, wie man aus vielen Untersuchungen des Kropfinhaltes weiß, nicht nur Nacktschnecken, sondern auch Gehäuseschnecken samt den Gehäusen auf. Ebenso findet man in fei­nem Kropf mitunter riesige Mengen schädlicher In­sektenlarven.

Ich schoß vor zwei Jahren in der Gemarkung Wiescck einen Hahn, der vorher auf einem Winterweizenacker geäst hatte. Sein Kropf ent­hielt zwei Wenenkörner, eine Laufkäserlarve und 1400 (vierzehnhundert!) Larven einer schädlichen Insektenart, wie von dem Institut für Schäd­lingsbekämpfung festgestellt wurde. Drahtwürmer habe ich oft in großer Zahl darin gesunden. Wenn man sich den riesigen Schaden vergegen­wärtigt. den diese Schädlinge anridften, oder die Linkosten vor Augen hält, die ihre Bekämp­

fung veranlaßt, dann durfte die .biologische De- fämpfung durch den Jagdfasan bestimmt für den Landwirt die billigste fein. Richt vergessen sei die Wildente, deren Besatz durch allerlei Gründe (Deränderung der Wasserläufe, Wasser- sport u. ä.) immer mehr zurückgeht. Jeder Land­wirt weiß, wie gern die Ente im Sommer mit ihren Jungen die überfluteten Wiesen in der Zeit nach der Heuernte aufsucht und dort in den flachen Gräben grünbeit, um in Massen die kleinen Schnecken zu fressen, die als Zwischenwirt für den Erreger der Leberegelseuche in Frage kommen.

Lnienhege und Schuh ihrer (Belege vor Eier­dieben aber heißt den Leberegel bekämpfen.

Was er anzurichten vermag, brauche ich oberhessi­schen Landwirten nicht zu erzählen. Die traurigen Erfahrungen in den Rinder-, Ziegen- und Schafbe- ständen, die sie vor allem vor etwa 10 Jahren sain- weln konnten, sprechen für sich. Also nicht um des Zögers willen, sondern um seiner selbst wil - le n, sollte der Landmann zusammen mit dem Jäger diese Wildarten zu erhalten suchen.

Und schließlich noch ein allgemeiner Gesichtspunkt, der allen zu denken geben sollte. Die Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Jagd ist bei uns erst im Werden, während andere, vor allem oft-

europäische, Völker sie als einen sehr wichtigen Zweig ihres Wirtschaftslebens erkannt und dement­sprechend gesetzlich geregelt haben. Der jährliche Wert der Jagd übertrifft mit insgesamt 100 Millionen Reichsmark in allen ihren Zweigen den der gesamten Binnen- und Seefischerei Deutschlands zusammen beträchtlich. Dabei reichen die anfallenden Wild-, Decken- und Balgmengen bei weitem nicht zur Deckung der Nachfrage' aus, und alljährlich werden aus Polen, Böhmen und Ungarn vor allem be­trächtliche Wildmengen in die Markthallen der Großstädte eingeführt.

Wenn wir überall danach streben, im Interesse unserer gesamten Volkswirtschaft jede unnötige Einfuhr zu vermeiden, dann müssen wir auch auf dem Gebiete der 3agb alle Quellen durch vernunftgemäße Behandlung und weidgerechte

Pflege und Bejagung zu erschließen suchen.

Die Jäger hoffen zuversichtlich, daß die zu erwar­tenden Maßnahmen der Reichsregierung zu einer wirklichen Jagdwirtschaft führen werden. Sie wissen aber, daß sie zur Erfüllung der Ausgaben, die ihnen gestellt werden, der verständigen Mithilfe aller, die zu Helsen vermögen, nicht entraten können. Und dazu gehört vor allem: Schutz dem Jungwild!

Aus der Provinzialhaupistadt.

Otto Behaghel hundert Semester Ordinarius.

Am 9. Juni 1883 ist die UrtunDe ausgestellt, durch bie der damals neunund zwanzigjährige Heidel­berger Extraordinarius Otto Behaghel zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Li­teratur an der Universität Basel ernannt worden ist. Die hundert Semester, die seitdem verflossen sind, hat er, seit 1888 in Gießen, ständig lehrend und forschend verbracht. Das Verzeichnis seiner Schrift ten, in der ihm zum 70. Geburtstag gewidmeten Fest- ßriftBeiträge zur germanischen Sprachwissen- aft" (1924) mit seinen 688 Nummern hat er weit überholt, namentlich ist seineDeutscheSyrntax" erst 1832 mit einem vierten Band, den Kenner für den besten halten, vollendet worden. Damit ist Be- hoghel der Begründer unserer geschichtlichen Syntax. Dreimal hat er die Hessische Landes-Univerfität als Rektor geleitet. Dem Deutschen Sprachverein und der Deutschen Akademie ist er seit ihrem Bestehen Berater in sprachwissenschaftlichen Fragen gewesen; der Bayerischen Akademie und der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen gehört er als Mitglied an; das Literaturblatt für germanische und rom-i- nische Philologie gibt er nun im 54. Jahrgang her­aus. lieber allem aber steht der lebfrische, bedeutende Mann, der schlagfertige Redner und warmherzige Lehrer, der nie ermüdend wirkt und auch den (pro- besten Stoff lebendig, ja luftig darzustellen weiß. Wie ihn alles Verknöcherte und Beschränkte abstößt, so läßt er jedem seine Freiheit. Er kommt aus keiner Schule und hat keine begründet, aber gelernt haben mir alle von ihm. Er gibt im Hörsaal, vor der Jugend, im gelehrten Kreis wie bei jeder Feier, einfach sich selbst. So wird er von vielen verehrt, und wir zweifeln nicht: er wird sich die frische Gabe, solcher Verehrung froh zu werden, auch in Zukunft erhalten. Ll. G.

Um- und Ausbau

des öffentlichen Aahverkehrs.

Der Beauftragte des Reichsverkehrsministers für den öffentlichen Nahverkehr, Dr. jur. Erich ßüb- bert, und fein ständiger Vertreter, Oberbaurat a. D. Dr.-Jng. K.A. Müller, haben der Presse folgende Verlautbarung übergeben:

Durch die Berufung eines Beauftragten für den öffentlichen Nahverkehr hat der Reichsverkehrsminister einen bedeutungsvollen Schritt zur Befriedung der immer stärker hervor- tretenden Gegensätze im öffentlichen Verkehr und zum Aufbau einer umfassenden einheitlichen Umbil­dung des gesamten nationalen Beförderungsappa­rates vorwärts getan. Träger des öffentlichen Nah. Verkehrs sind im wesentlichen die Straßenbahnen, Kleinbahnen, Privateisenbahnen und Kraftverkehrs- gesellschaften, in Denen ein Kapital von rund 3 Mil­liarden RM. angelegt ist und die in normalen Zei­ten einen Jahresumsatz von rund 1 Milliarde RM. aufweisen.

Diese 770 Verkehrsbetriebe befördern von den im gesamten öffentlichen Verkehr (einschließlich Reichs­bahn und Reichspost) jährlich beförderten rund 5i Milliarden Personen rund 65 v. H., die Straßen- bahnen allein rund 50 v. H.; fast 300 Millionen Personen entfallen auf die Kraftfahrbetriebe. Auf 21 000 Kilometer Gleisbetriebslänge fast 39 v. H. der Gesamtbetriebslänge der Reichsbahn werden mengenmäßig jährlich rund 20 o. H. der von der Reichsbahn beförderten Güter meist im Wechselver- kehr mit dieser befördert. Der Fahrzeugpark der nichtreichseigenen Schienenbahnen umfaßt rund 77 000 Einheiten, zu denen noch rund 6000 Kraft- ahrzeuge hinzukommen. 1-50 000 Bedienstete sind in diesem wichtigen Wirtschaftszweig tätig.

Die öffentlichen Nahverkehrsmittel haben die größte Bedeutung für die werktätige Bevölkerung aber auch für bestimmte Industrien und vor allem ür die Landwirtschaft, die von jeher ein treuer Freund der Kleinbahnen gewesen ist. Die öffent­lichen Nahverkehrsmittel, die sich überwiegend in öffentlicher Hand, der der Länder, Provinzen, Land­kreise und Städte, befinden, find auch die Träger eines umfangreichen Arbeitsbeschaffungsprogramms, ür das genügend durchgerechnete und begründete Projekte, Deren Wirtschaftlichkeit nachweisbar ist. Den ReichsbehörDen bereits vorliegen.

Aufgabe Des nunmehr vom Reichsverkehrsminister berufenen Beauftragten für Den öffent- I i d) e n Nahverkehr ist es, Diesem Vorschläge ür Den Einbau Dieses Verkehrszweiges in Den großen Rahmen Des gesamten öffentlichen Verkehrs zu unterbreiten. Das Ziel ist die Umgestaltung Der teilweise veralteten Verkehrsgesetz- g e b u n g und Deren Anpassung an Die Erforder- nisie Der heutigen Zeit, Die Ausschaltung jeDes un- gesunDen Wettbewerbes unter Den einzelnen Irä» gern des öffentlichen Verkehrs zum Zweck möglich- ter Verbilligung Der Tarife für Bevölkerung unD Wirtschaft unD Die Motorisierung auch Dieser Ver­kehrsmittel in Den Grenzen Des wirtschaftlich Mög- lichen unter besonderer Berücksichtigung Der heimi- chen Erzeugung.

Endlich gehört insbesondere noch zu den Auf- gaben des Beauftragten die Vorbereitung des be­rufsständischen Aufbaues, um auch diesen Wirt- chaftszweig im künftigen Ständestaat des nationa- len Reichs den Platz anzuweisen, der ihm gebührt und den die 150 000 in Diesem Berufsstand tätigen Personen verlangen können.

Bornotizcn.

I Tageskalender für Dienstag: | Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:8 Mädels im Boot."

** Preußisch - Süddeutsche Klassen- ko t t e r i e. Zu der am 14. und 15. Juni stattfinden­den Ziehung 3. Klasse 41 (267.) Lotterie hat die Er­neuerung der Lose planmäßig spätestens bis zum 7. Juni, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen.

" Kriegsopferversammlung. Am Donnerstagabend versammelte sich Dtt Ortsgruppe Dießen des 'Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Krtegerkameradschaft Hassia (Kyffhäuserverband) zu einem Aussprache­abend im Cafö Ebel. Racy Begrüßung der Mit­glieder und Gäste berichtete der Ortsgruppenleiter. Kamerad Lehrer D ö h n, über den Ausbau der nationalen Kriegsopferorganisation. Er sührte u. a. aus: Rachoem sich der Reichskriegerbund Kyfshäuser seinem Wesen entsprechend zum neuen Deutschland betannt und sich mit allen seinen Un- tergliederungen hinter den Reichskanzler Adolf Hitler gestellt, hat sich der Kyffhäuserverband der Kriegsbeschädigten undKriegerhinlerbliebenen, dem auch der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft Hassia angehört, der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung angeschlossen. Außer dein Kyffhäuserverband gehören der RS.-Kriegsopfer- versorgung (REKOV./ noch an der RS.-Reichs- verband, der Deutsche Offizierbund und der Dund erblindeter Krieger. Führer der gesamten RSKOV. ist Kamerad Oberlindober, MdR. Diese vier Abteilungen sind in ihrer inneren Ver­waltung, der Betreuung und Vertretung der Mit­glieder völlig selbständig. Eine weitere Verein­heitlichung wird angestrebt. Anschließend berich­tete der Provinzialsürsorgeleiter für Oberhessen, Kamerad Oberleutnant a. D. D o n h a r d , in län­geren Ausführungen, die von großer Sachkenntnis des umfangreichen Dersorgungsrechtes zeugten, über den gegenwärtigen Stand des Versorgungs­wesens und erläuterte insbesondere die neuesten Bestimmungen, die für einen Teil der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinterbliebenen Milde­rungen gebracht haben. Rachdem zahlreiche An­fragen der Mitglieder und Gäste beantwortet waren, schloß der Ortsgruppenleiter mit dem Dank an den Vortragenden die Versammlung.

Ein Intermezzo des Reichskanzlers in Mainz.

Mainz, 3. Juni (WSN.) Gestern abend kam eine große Autokolonne durch Mainz und nahm Richtung nach Der Großen Bleiche, wobei Die Autos ziemlichen Lärm Durch häufiges Hupen verursachten. Da gegenwärtige in Mainz eine Hupfreie Woche " ftattfinDet, hielt Der Ecke Große Bleiche unD schillerstraße Dienst tuenDe Verkehrsschuhmann Die Autokolonne an unD überreichte Dem Chauffeur Des ersten Wagens Die bekannte Visitenkarte, in Der E Magistrat Der Stadt Die Automobilisten in aller Hoftichkeit ersucht, jeDes unnötige Hupen zu unter- (offen, um Die Ruhe Der Bürger nicht unnötiger« roeife zu stören. Als Der Schutzmann nahe an Das Auto herantrat unD Die Visitenkarte hineinreichen wollte sah er. Daß m Dem Wagen auch Reichskanz­ler A D o l f H i 11 e r saß. Erschrocken trat Der Schutz­mann zurück unD sagte: EntschulDigen Sie, Herr Reichskanzler, aber in Mainz ist hupfreie Woche " Der Reichskanzler dankte in leutseliger Weise Dem guter des_Gesctzes. Inzwischen passierte eine große Kolonne cdjarnfjorft jugenD Die Stelle, an Der Die zahlreichen Autos hielten. Obwohl Der Reichs- fanjler inzwischen seine Autobrille roieDer vor Das Gesicht gezogen hatte, entging er nicht Den scharfen , .9fn.öer Aufmerksam geroorDenen Jungen. Und gleich Darauf hallten Die Straßen wiDer von Den begeisterten Heilrufen Der in Die Pfingstserien man- DernDen jungen Burschen. Darauf gab Der Kanzler Das Zeichen zur Weiterfahrt. Die Autogesellschaft roaF U0N. Köln über GoDesberg gekommen unD reifte nach München weiter.

Schweres Motorradunglück bei Cronberg.

C r o n b e r g, 5. Juni. (WSN.) Am ersten Psingst- eiertag ereignete sich vor Den Toren Cronbergs "in folgenschwerer M o t o r r a d u n f a l l, bei Dem es einen Toten und einen Schwerverletzten gab. Lehrer Kapp aus NieDerhöchslaDt fuhr mit (einem Beiwagen von BaD SoDen nach Niederhöch- ftaDt unD hatte dabei eine große Geschwindigkeit er­reicht, als gerade an Der Kreuzung Der Straße Cron- bergFrankfurt ein Auto ihm entgegenkam. Infolge Der großen GefchwinDigkeit konnte Kapp mit feinem Motorrad dem Auto nicht mehr genügend ausweichen und wurde von Dem Kotflügel des Autos gestreift. Er verlor Darauf das Gleichgewicht und über» schlug sich mit seiner Maschine mehrere Male. Kapp blieb auf Der Stelle tot, fein Beifahrer wurde s ch w e r o e r l e tz t. Die Schuld trifft höchstwahrscheinlich den Lehrer, Denn er hatte eine ganz unvorschriftswidrige Geschwindigkeit ius seiner Maschine herausgeholt und hatte diese Ge­schwindigkeit auch angesichts Der Kreuzung Der Straße nicht herabgemindert.