Ausgabe 
6.6.1933 Erstes Blatt
 
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Stabt Straßburg" (Elsaßhausen). Der Lehrgang, der auch Nichtimker unentgeltlich in die Bienenzucht einführen will, endet am Sonntag, 11. Juni, mit einer Autofahrt zur Belegstelle im Burgwald. (Fahr­preis hierzu ca. 1,50 Mark.) Anmeldungen sind zu richten an die staatl. anerk. Lehr- und Bersuchsan- stalt für Bienenzucht bei dem Zoologischen Institut der Universität Marburg-Ketzerbach.

Amtsgericht Gießen.

Ein Wagnermeister und ein Maurer in einem Nachbarort beanspruchten verschiedene Male Arbeits­losen- und Krisenunterstützungen. Ihre dazu gemach­ten Angaben erregten Bedenken bei dem Arbeits­amt, das nähere Ermittlungen anstellte, deren Er­gebnis eine Anklage gegen beide wegen Betrugs war. Ersterer war auch Direktor, letzterer Rechner des örtlichen Konsumvereins, beide erhielten als solche Vergütungen, und zwar 2 bzw. VA v. H. des Umsatzes. Derartige Vergütungen haben fraglos bei Berechnung der Unterstützungen als Nebenver­dienst zu gelten, und die wahrheitsgemäß von den Antragstellern zu beantwortenden Fragebogen ent­hielten auch in nicht mißzuoerstehender Ausdrucks- wcise die diesbezüglichen Fragen. In den hier ein­schlägigen Fällen waren jedesmal die Beantwortun­gen durch Striche erfolgt, die besagen sollten, daß derartige Nebenbeschäftigungen nicht vorlägen. Diese Angaben waren daher falsch, und die Angeklagten

haben durch das Verschweigen dieser Nebenverdienste zum Schaden der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung bei dem Arbeits­amt einen Irrtum erregt, der dieses veranlaßte, beiden höhere Unterstützungen auszuzahlen, als ihnen zustand. Der ersterwähnte Angeklagte erhielt zu Un­recht 688 Mark, der andere 129 Mark. In dem zeit­lich zuletzt liegenden Falle hatten der zur Beantwor­tung derartiger Auskünfte verpflichtete Direktor die monatliche Vergütung des Rechners absichtlich zu niedrig angegeben, um diesem zu einer höheren Unter­stützung zu verhelfen. Dazu kommt, daß der Wagner- meister auf dem Fragebogen auch verschwiegen hatte, daß er noch im Besitze eines Gewerbescheines war und auf Grund desselben Gelegenheitsarbeiten aus­führte. Auch dieses Verschweigen geschah lediglich in der oben erwähnten betrügerischen Absicht. Dielet Angeklagte war auch fraglos der schuldigere Teil, schon um deswillen, weil er bei zwei früheren Ge­legenheiten durch Verhängung von Ordnungsstrafen vo" dem Arbeitsamt verwarnt und ausdrücklich auf feine Verpflichtung hingewiesen worden war, die einschlägigen Fragen so genau wie möglich, zu beant­worten. Auf Unwissenheit konnte er sich daher nicht berufen, ebensowenig der andere. Das Urteil gegen ihn lautete wegen Betrugs, Beihilfe dazu und wegen Vergehens gegen 9260a der AVAVG. auf eine G e - fängnis strafe von 4 Wochen. Sein weniger belasteter Mitangeklagter erhielt wegen Betrugs 2 Wo chen Gefängnis.

Sv Jahre Haffo-Rhenania

Die Verbindung katholischer deutscher Studen­tenHasso-Rhenania" konnte in diesen Tagen mit einer Reihe von Festlichkeiten ihr 5 0 jäh - riges Bestehen feiern. Rach ernsten Bera­tungen am Samstag,, fand am Sonntag eine große, der Unterhaltung gewidmete Veranstaltung im Gesellschaftshause statt.

3m Mittelpunkt des Interesses auch einer breiteren Oeffentlichkeit stand am Sonntagvor­mittag eine

Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges

sowie des Freiheitshelden Albert Leo Sch lä­ge t e r. Nach dem in der Kirche abgehaltenen Pontifikalamt formierte fick) in der Wil- Helmstraße der Zug der Studenten geführt von den Fahnenabordnungen der teilnehmenden katho­lischen Studentenverbindungen des Kartells. Sin­ter den Klängen der Reichswehrkapelle bewegte sich der stattliche Festzug zur Universität. Die Teilnehmer nahmen vor der Alma mater ludo- viciana Aufstellung, während eine Abordnung vor der Gedenktafel der Gefallenen an der Aula einen Kranz niederlegte. Die Kapelle spielte währenddessen das Lied vom guten Kameraden. Der Zug bewegte sich sodann weiter durch einige Straßen im Zentrum der Stadt zum Haus der Hasso-Rhenania am Durggraben. 3m Saale des Hauses fand die

Einweihung der Gedenktafel für die 19 im Welt­krieg gefallenen hasso-Rhenanen

statt, deren Ramen in die künstlerisch gestaltete Marmortafel eingraviert sind. Rach demAve verum von Mozart von der Reichswehrkapelle hervorragend interpretiert (Leitung Obermusik­meister Krauße), hielt Studienrat Jmgram eine längere Ansprache, in der er die Größe des Opfers der Gefallenen würdigte und den Geist verherrlichte, der die Toten für das Vaterland beseelt habe. Er sprach von der Verpflichtung für die Gegenwärtigen, ihnen nachzuleben und bereit zu sein, sich für das Vaterland zu opfern, wie es die gefallenen Hasso-Rhenanen auch getan hätten. 3n kurzen Worten gedachte der Redner auch des Freiheitshelden Albert Leo Sch lä­ge t e r. Studienreferendar Fischer brachte zum Gedächtnis der Gefallenen ein Gedicht zum Vortrag und schloß mit dem Bekenntnis zum Vaterlande in dem Worte:Deutschland muh leben und wenn wir sterben müssen!". Mit dem Riederländischen Dankgebet" fand die Feier, während der die Gedenktafel enthüllt wurde, ihren Abschluß.

Oer Zestkonimers.

Der Festkommers zum 50. Stiftungsfest der Hasso- Rhenania, der am Montagabend das Fest beschloß, wurde mit dem feierlichen Einzug der Fahnen, der Chargierten, der Jubelchargen und dem gemeinsam gesungenen LiedBurschen heraus" in herkömm­licher Form eröffnet. Der Kommers fand im Cafä Leib statt, dessen Saal mit den Farben des neuen Reiches und den Fahnen der Hasso-Rhenania präch­tig geschmückt war. Die Kapelle des hiesigen Reichs­wehrbataillons bestritt den musikalischen Teil des Abends. Die Begrüßungsansprache durch den Senior wurde von Studienreferendar Fischer gehalten, der die Teilnehmer, besonders SS., SA. und Stahl­helm herzlich willkommen hieß. Besonders begrüßte er Regierungsrat Dr. Krüger als den Vertreter der Provinzial- und der Kreisbehörde, Bürgermeister Dr. Seid als den Vertreter der Stadt, den Kanz­ler der Landes-Universität Prof. Dr. Herzog, den Rektor der Universität Prof. Dr. I e ß, sowie den Protonotor und Domdekan Prof. Dr. May als den Vertreter des Bischofs von Mainz, den Dekan Dr.

Beyer, und den Studentenseelsorger Pfarrer Dr. Hemmes willkommen, er begrüßte Major von Wachter als den Vertreter der Wehrmacht, Poli­zeidirektor Kayser, die Presse und die Vertreter der Verbindungen des Kartells katholisch-deutscher Studenten. Unter besonderem Beifall hieß er die Alten Herren und besonders den Mitbegründer der Hasso-Rhenania Sanitätsrat Dr. Vogel, zum Schlüsse aber auch die Damen herzlich willkommen. Er gedachte der Abwesenden und der Toten, sowie der 19 im Weltkrieg gefallenen Hasso-Rhenanen. .

Nach Lied und Musik hielt Studienreferendar Fischer eine. Ansprache, in der er der Freude über das Jubliäum und dem Dank an die Gründer Aus­druck gab. Der junge Hasso-Rhenane sei stolz auf die Tradition und jeder werde bereit sein, seine Pflichten zu erfüllen, eingedenk des WortesDeutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!" Mit Freude sehe man das Fest in die Zeit der nationalen Er­hebung fallen. Der junge Hasso-Rhenane bekenne sich zum neuen Deutschland. Im Deutschland-Lied und im Horst-Wessel-Lied klang die Rede aus.

Die Festrete hielt Rechtsanwalt Schauen- berg: Hasso-Rhenania trete ein in die Reihen der 3ubilare der Gießener Verbindungen. Fünf­zig 3ahre bedeuteten die Gloriole der Reife, man schaue zurück und blicke hoffnungsfroh in die Zukunft. Man erinnere sich der Gründung der Hasso-Rhenania, als man sie gleich einem grünen Reis der Alma mater anvertraute. Sie sei in­zwischen stark und kräftig geworden. Der Kampf um die Existenz der Hasso-Rhenania sei schwer gewesen. Vor 50 3ahren habe man sich mit einer katholischen farbentragenden Verbindung nicht so ohne weiteres abfinden können: es sei befürchtet worden, daß Hasso-Rhenania den konfessionellen Frieden breche. Das sei nicht geschehen. Hasso- Rhenania habe eine Lücke ausgefüllt. Die Ver­bindung sei heute eine Selbstverständlichkeit inner­halb der Universität- Die Verbindung sei na­tional und gedenke ehrfurchtsvoll der Toten, die für das Vaterland fielen- Hasso-Rhenania habe 19 Angehörige auf dem Felde der Ehre gelassen. Heute erneuere man das Bekenntnis zu Deutsch­land- Der Bund der Hasso-Rhenanen sei groß geworden, weil jeder seine Pflicht erfüllt habe. Die Prinzipien der Religion, der Pflichterfüllung und der Vaterlandsliebe habe jeder schon aus der Familie mitgebracht, das 4. Prinzip sei das der treuen Lebensgemeinschaft in der Verbindung geworden. Der Eid sei dafür gegeben worden und er müsse heute neu gegeben werden:Bis in den Tod getreu unserer Hasso-Rhenania!" Der Hasso-Rhenanenmarsch, gemeinsam gesungen, bekräftigte Eid und Bekenntnis.

Die Autoritätenrede hielt wiederum Studien­referendar Fischer, der die Treue zur Kirche und zum Staat bekräftigte, seiner Freude über die Bewegung der Einigung in unserem Vater­lande Ausdruck gab und abschließend betonte, daß die Verbindung restlos zum neuen Deutsch­land stehe. Rach einem Liede wurde der Mit­begründer der Hasso-Rhenania, Sanitätsrat Dr. Vogel, durch die Sleberreichung des ©rinne- rungsbandes geehrt. Studienrat 3 m g r a m er­hielt für seine Verdienste um die Verfassung der Geschichte der Hasso-Rhenania das gelb-weih-rote Ehrenband. Sanitätsrat Dr. Vogel, wie auch Studienrat 3 m g r a m dankten für die Ehrungen. 3n einer kurzen Ansprache erneuerte der Mit­begründer sein Treuebekenntnis zur Hasso-Rhe­nania.

Unioersitätsprofessor Dr. S t e i n b ü ch e l hielt die Rede auf die Landesuniversität und auf die Stabt Gießen. Er sprach besonbers von ber Umgebung ber Stabt, von ber Landschaft, von den Burgen und ihren Erinnerungen an alte und große Zeit, an mit­

telalterliche Tradition und Römerzeit. Tradition be­deute Verantwortung. Die Hasso-Rhenania wurzele im Boden des Landes, dessen Tradition die Verbin­dung zu wahren habe und zu wahren bemüht sei in einer glücklichen Vereinigung des Geistes ernster Arbeit des Hessen und der rheinischen Fröhlichkeit und Lebensbejahung. In Treue stehe man zur Uni­versität und sage Dank jenen, die nun in schwerer Zeit die hohen Aemter führen. Worte der Dankbar­keit fand der Redner besonders für den Vater ber Stubenten, Pros. Dr. Eger, und für ben Geist­lichen Rat Dr. Beyer.

Der Protonotar und Domdekan Prof. Dr. May, Mainz, überbrachte die Glückwünsche Sei­ner hochwürdigen Eminenz des Bischofs von Mainz zum 3ubiläum der Hasso-Rhenania. Man glaube, so fuhr er fort, dem Daterlande einen wertvollen Dienst zu erweisen mit der religiösen Einstellung. Land und Volk bedürften ihrer zu jeder Zeit. Religiöse Gegensätze werde man nicht ändern können, aber man wolle sie mildern. Rie­manden wehre man seine Heberzeugung, wünsche aber auch die eigene Sieberzeugung geachtet zu sehen. Dieses Bewußtsein und diese Einstellung möge, so wünsche er, der Hasso-Rhenania erhalten bleiben. Die Ansprache wurde mit lebhaftem Bei­fall ausgenommen und von dem Erstchargierten mit einem Treuebekenntnis zur Kirche beantwor­tet. Seine Magnifizenz der Rektor der Landes­universität, Pros. Dr. 3 e h , wünschte der Hasso- Rhenania Blühen, Wachsen und Gedeihen im al­ten Sinne auch im neuen Reiche. 3m weiteren Verlauf des Abends verlas der Präsident der Festversammlung, Studienreferendar Fischer, u. a. das Telegramm des Herrn Reichspräsiden­

ten und das des hessischen Ministerpräsidenten Dr. Werner. Die Damenrede wurde von Herrn Kiefer gehalten und löste stärksten Beifall aus.

Bürgermeister Dr. S e i b übermittelte die Glück­wünsche der Stadt, der Provinz, des Kreises und des Polizeiamtes. Er sprach von dem über­reichen studentischen Leben der Hasso-Rhenania und von der engen Verbindung der Studenten­schaft mit Stadt und Bürgerschaft. Die Bezie­hungen zwischen Stadtverwaltung, Bürgerschaft und der Studentenschaft seien immer die besten gewesen. Er hoffe, daß es auch weiterhin so leiben möge. Major von Wachter beglück­wünschte im Ramen des Bataillons die Verbin­dung zu ihrem 3ubiläum und betonte, daß sich das Offizierkorps eng mit der Hasso-Rhenania verbunden fühle. Man werde Zusammenarbeit pflegen müssen und man hoffe, daß dereinst der Student wieder bei der Wehrmacht ein und aus­gehe wie die Generation vorher. Mit einem dreifachenHurra!" auf die festgebende Verbin­dung schloß er seine Ansprache. 3m weiteren Ver­laus des Abends hielten noch der Vorortspräsi­dent aus München sowie die Vertreter verschie­dener studentischer Korporationen kurze Gluck­wunschansprachen. Der Studentenseelsorger Pfar­rer Dr. Hemmes sprach von der großen gei­stigen Linie, die den Hasso-Rhenanen vorgezeich­net sei und von deck' unvergleichlichen Werten der Menschen aus der Hasso-Rhenania. Studienrat 3 m g r a m sprach zum Schluß noch über den Geist in der Hasso-Rhenania und .schloß mit besten Wünschen für die Zukunft. Der'Ausmarsch ter Fahnen beschloß den offiziellen Teil der würdig verlaufenen Feier.

Wirtschaft.

Sranffurf fest.

Frankfurt a. M., 7. Juni. (WTB.-Drahtmel- bung.) Auch nach ber breitägigen Psingstpause machte bie Beschäftigung an ber Eröffnungsbörse Fortschritte, ba von ber Kunbschaft neue kleine Stauf- orbers Vorlagen unb auch bie Spekulation in Wei­terwirkung ber letzten Kabinettsbeschlüsse Meinungs­käufe tätigte. Allerdings reichte ber Umsatz nicht an bie Lebhaftigkeit ber vorangegangenen Tage vor ber Unterbrechung heran, wozu naturgemäß bie noch offenen außenpolitischen Momente beigetragen haben. Allerdings bildeten die Ausführungen Dr. S ch a ch t' s bei den Transferbesprechungen am Freitag der vorigen Woche ein anregendes Moment. Bei Börseneröffnung stellten sich Durchschnittsge­winne von 1 Prozent ein. Die Marktleere an einigen Gebieten ließ die Kurse von Spezial-Aktien darüber hinaus um 2 bis 3 Prozent steigen. So konnte Conti- Gummi 3,75, Reichsbank 3 Prozent, Zement Heidel­berg 2,50 Prozent fester (bei letzteren regte die Ab­satzbesserung an) notieren. Von den einzelnen Märk­ten war ber Chemiemarkt etwas lebhafter, und zwar IG. Farben (1,25 Prozent), Scheideanstalt (+ 1,50 Prozent) und Metallgesellschaft (+ 1,50 Prozent). Elektro-Aktien verzeichneten Durchschnittsgewinne, von 0,50 bis 1 Prozent, Schuckert gewannen jedoch 1,75 Prozent. Don Bergwerksaktien lagen Harpener unb Jlse-Bergbau-Genüsse mit je 2 Prozent beson- ders fest. Im übrigen betrugen die Erhöhungen meist nur 0,25 bis 0,50 Prozent. Von Einzelwerten setzten Junghans ihre Befestigung um 2 Prozent, Daimler Motoren um 1.50 Prozent, Deutsche Linoleum um 1,25 Prozent fort. Knapp gehalten setzten Akkumu­latoren, Norddeutscher Lloyd, Phönix, Deutsche Erd­öl und Siemens ein. Bei kleinen Umsätzen blieb die Tendenz auch im Verlauf fest unb die Kurse konnten zum größten Teil 0,25 bis 0,50 Prozent erhöhen, wobei besonders JG.-Farben beachtet waren.

Der Rentenmarkt tendierte auf ter gan­zen Linie in fester Haltung. Vock Deutschen An­leihen standen Altbefih im Mittelpunkt mit ins­gesamt plus 1,50 Prozent, Reubesitz gewannen 0,39 Prozent, ferner zogen späte Reichsschuldbuch­forderungen 0,50 Prozent, Reichsbahn-Vorzugs­aktien 0,89 Prozent, und Stahlvereinbonds 0,50 Prozent an. Am Pfandbriefmarkt erhielt sich die Rachfrage und die Kurse lagen erneut um 1 bis 1,50 Prozent höher. Auch Stadt- und Staatsan­leihen setzten ihre Befestigung fort. Auslands­renten lagen still. Tagesgeld blieb unverändert mit 4 Prozent.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt, 6. Juni. Auftrieb: 906 Rinder, darunter 257 Ochsen, 52 Bullen, 290 Kühe, 232 Fär­sen: 398 Kälber, 18 Schafe, 2760 Schweine. Es wur­den bezahlt: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüftg. 30 bis 33, ältere 26 bis 29, sonstige jüngere 23 bis 25 Mark; Bullen: jün­gere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25 Mark: Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 21 bis 24, fleischige 17 bis 20, gering genährte 12 bis 16 Mark; Färsen: (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 34, vollfleischige 27 bis 29, flei­schige 23 bis 26 Mark: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42, mittlere Mast- und Saugkäl­ber 23 bis 37, geringe 27 bis 32 Mark: Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend­

gewicht 37 bis 41, von etwa 200 bis 240 Pfd. 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfd. 36 bis 40, flei­schige von etwa 120 bis 160 Pfd. 34 bis 38 Mark. 'M arktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausver­kauft. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine ruhig, zum Schluß stark abflauend, ge­ringer Ueb erstand.

Schweres DerkehrSunglück in Ilbenstadt.

Friedberg, 3. Juni. (WSN.) Im benachbar­ten I l b e n st a d t wurde gestern abend der bei [ei­nen Eltern auf Urlaub weilende Reichswehrsoldat Dickenberger von-einem Auto erfaßt und sofort getötet. Ein Freund des so jäh ums Leben Gekommenen trug bei dem Unfall eben­falls schwere Verletzungen davon, so daß seine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich mar. Der Führer des Wagens, ein Dreschmaschinenbesitzer aus Nieder-Wöllstadt, konnte, da ihm die Schuld an dem traurigen Unfall beigemessen wird, nur mit Mühe vor der erregten Volksmenge geschützt wer­den. Angesichts der entsetzlichen Folgen seiner Leicht­fertigkeit sprang der Wagenführer in die Nidda, wurde jedoch bald wieder lebend aus dem Wasser gezogen.

Gemeinderat in Grünberg.

+ Grünberg. 3.3uni. Lln der letzten Ge- meinderatssitzung wurde über den Ortsbau­plan im Heegviertel folgender Beschluß gefaßt: Die Fortführung der Hindenburg- und der Disrnarckstrahe bis zur Adolf-Hitler-Straße wird genehmigt. Maßgebend ist der vom Hoch- bauamt vorgelegte Bebauungsplan für das Heeg- viertel. Heber die quer zu beiden Straßen ver­laufende Diebsturmstraße wurde vorerst kein Be­schluß gefaßt.

Einem Gesuch des Turnvereins um unent­geltliche Aeberlassung des zum Umbau der Turnhalle erforderlichen Holzes unb der Bruchsteine soll in folgender Weise entsprochen werden: dem Gesuchsteller sollen vier Fünftel des benötigten Holzes unentgeltlich überlassen werden, das letzte Fünftel soll er zum Tarifpreis erhalten. Die Bruchsteine stellt die Stadt, jedoch ist der Brecherlohn zu zahlen. Dafür soll sich der Turn­verein verpflichten, städtische unb vaterlänbische Feiern in ber Halle ohne Vergütung zuzulassen unb keine Erhöhung ber beseitigen Miete ber Stabt für bas Turnen ber Schüler beiter Schulen (500 Mk. jährlich) zu verlangen.

Weiterhin würbe beschlossen, jeden Donnerstag ab 17 Ahr der Schwimmriege des Turn­vereins bei geschlossenem Anmarsch die Be­nutzung des Schwimmbades gegen eine jedes­malige Vergütung von 1 Mk. zu gewähren. Auf Antrag des nationalsozialistischen Fraktions­führers wurde hierbei allgemein beschlossen, daß alle geschlossenen Abteilungen vor Eintritt in das Wasserbecken die Duschanlage benützen müssen.

Kreis Wetzlar.

I We tz l a r, 5. Juni. Ein schwerer Unfall ereignete sich am hiesigen Bahnhof beim Rangie­ren von Güterwagen. Ein Eisenbahnarbeiter aus Blasbach kam beim Verschieben ber Wagen so unglücklich zwischen die Puffer, daß er von diesen am Kopfe schwer verletzt wurde unb nach kurzer Zeit verschieb. Der Beklagenswerte hin­terläßt eine Frau mit füYtf Kindern.

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