Der Kriegslärm verebbt.
Ernüchterung in Paris. — Verschleppungstaktik gegenüber dem Muffoliniplan.
Von unserem v. Q.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Paris, April 1933.
Ebensowenig, wie man eine Truppe endlos Gewehr bei Fuß stehen lassen kann, wenn man ihr ständig vorerzählt, es ginge bald los, läßt sich eine Alarmpropaganda auf die Dauer halten. Entweder passiert etwas, oder es offenbaren sich die wahren Hintergründe. Und dann inerkt man die Absicht und ist verstimmt. Die Pariser Presse hat mit wenigen Ausnahmen in der letzten Zeit vom Krieg gesprochen, als wäre er so unvermeidlich, wie ein Bundes- schießen für einen Schützenverein. Verteidiguntzs- krieg? Vorbeugungskriea? Die Nervosität trieb buntschillernde Blüten, die Stimmung war, wie man sagt, geladen.
Kein Mensch wird erwartet haben, daß der mächtige Ruck, mit dem Deutschland erwachte, sich jenseits des Rheins nicht auswirken würde. Falsche Berichte haben in Frankreich die Erwartung genährt, daß sich der Schwung der nationalen Erhebung Deutschlands in einem Bürgerkrieg verlieren könnte, und daß die frischen Kräfte in einem Kampf zwischen Reich und Ländern aufgerieben würden. Und nun schloß die nationale Front in wenigen Tagen ihre Reihen. Statt der „Mainlinie", die manchem gut in den Kram gepaßt hätte, wurde die einheitliche Linie deutlich sichtbar, auf die sich Norden, Süden, Westen und Osten Deutschlands einstellten. Der Eindruck der deutschen Ereignisse mußte also stark sein, aber er ist aus durchsichtigen Gründen verfälscht und aufgebauscht worden. Mit einem wahren Heißhunger wurden die Berichte der Berliner Korrespondenten der großen Pariser Blätter verschlungen und die Folge war eine unleugbare Bestürzung. Man fürchtete Vergeltung für die bisherige Politik Frankreichs gegen Deutschland. Gleichzeitig sah man sick besorgt nach Italien um. Polen und die Kleine Entente gossen Del ins Feuer und so pflanzte sich das Kriegsgeschrei aus der Presse in die Kammer, in die verschiedensten Verbände und schließlich bis in die Herzen der friedlichen Bürger fort.
Es ist verständlich, daß diejenigen Stellen, die für die militärische Schlagkraft ihres Londes verantwortlich find, im Hinblick auf die neue Lage in Europa die gegenwärtige und künftige Kräfteverteilung gegeneinander abschätzen, und nach dem Zeitpunkt suchten, zu dem eine Entscheidung — wenn sie nun einmal nicht zu umgehen wäre — am günstigsten herbeiaesührt werden könnte. Es ist natürlich, daß unter diesen Umständen manche militärpolitische Maßnahme beschleunigt durchgeführt wurde, die sonst vielleicht allmählich vorgenommen worden wäre. Aber mußte nicht zwangsläufig auch hierdurch die Stimmung im ganzen Lande an Spannung zunehmen? Immerhin wäre die unnatürliche Nervosität abgeflaut, nachdem sich die Befürchtungen vor einem Angriff Deutschlands oder Italiens völlig unbegründet erwiesen, wenn nicht die große Pariser Presse alle Kraft aufgeboten hätte, um das Wort „Krieg" allen guten Bürgern nachdrücklichst einzuhärnmern.
Seit einigen Wochen hat man Gelegenheit, diesem Schauspiel zuzuhören und zuzusehen. Als Unbeteiligter mußte man sich sagen, daß diese Propaganda selbst unter Berücksichtigung der Märchen, die von Leuten mit Erfolg verbreitet wurde, die es vorgezogen hatten, den angeblich „brennenden Boden" Deutschlands zu verlassen — allmählich an Nahrung verlieren würde. Dieser Zustand tritt langsam ein und noch mehr: die Propaganda ist im Begriff, das Gegenteil des Gewünschten zu erreichen.
Immer mehr'Franzosen legen sich die Frage vor, womit diese Stimmungsmache enden soll, und sie erkennen das Interesse der Rüstungsindustrie hinter dem Alarm ihrer Presse, sie erkennen die nur ungenügend verschleierte aber mißlungene Absicht, die öffentliche Meinung der Welt und vor allem die Haltung Englands dadurch zu beeinflussen, daß man Deutschland und Italien als angebliche „Ruhestörer" schlecht macht. Und sie merken nicht zuletzt, daß bis zu einem hohen Grade innerpolitische Gesichtspunkte für den Feldzug der großen Pariser Presse maßgebend waren. Das ist.aber der Punkt, wo sich die falsche Regie herausstellt, wo der Spieß sich selbsttätig umdreht.
Gegenüber der Hoffnung der französischen Rechten, dem gegenwärtigen Linkskabinett die Mehrheit zu entziehen, indem man es als zu nachgiebig brandmarkt, indem man seine Politik als Kriegsgefahr bezeichnet, ist die Selbstbesinnung der hinter der Regierung Daladier stehenden Volks- sckichten gestiegen. Ebenso wie die konzentrischen Angriffe der Rechtsgruppen bei den finanzpolitischen Beratungen der letzten Wochen abgewiesen wurden, läßt man sich durch die mit außenpolitischen Schlagworten geführten Vorstöße der Rechten nicht beirren.
Das offen zugegebene Ziel ist der Sturz des locker gefügten, aber immerhin praktisch bestehenden Kar
tells und die Einsetzung einer Konzentrationsregierung ober eines Kabinetts der nationalen Union. Man weiß aber im Lande, dessen Stimmung nicht an dem künstlich beeinflußten Thermometer von Paris gemessen werden darf, daß etwa eine Tardieu-Regrerung Frankreich nur noch weiter in die außenpolitische Verein- famung treiben würde. Man befürchtet ernstlich, daß sich die Rechte, über das Interesse Frankreichs hinaus, auf eine Prestigepolitik im Namen der Vasallen versteifen könnte und sagt sich, daß andere Wege gesucht werden müßten, um die Lage zu entspannen.
Die Alarmpropaganda hat ihr Gutes gehabt: Sie hat Ernüchterung gebracht. Die aufkeimende Erkenntnis, daß auch im Interesse Frankreichs die Versailler Stellung nicht mehr so stark und unverändert gehalten werden kann, hat, als Reaktion auf die unbegründete Aufregung, am Wachsen zugenommen. Angesichts des Mussolini-Planes und des englischen Abrüstungsoorschlages prüft Frankreich zur Zeit die Aufnahme st ellun- gen, die es beziehen könnte. Hoffen wir, daß im Interesse des europäischen Friedens die Zeichen der Zeit in Paris richtig gedeutet werden. England will Ruhe in Europa, Italien drängt auf eine friedliche Bereinigung der durch die Vorortoerträge geschaffenen ernstesten Konfliktstoffe. Deutschland ist zu jeder vernünftigen Verständigung bereit. Kann Frankreich sich bewußt auf eine Haltung versteifen, die ihm selbst schweren Schaden bringen muh?
Frankreich wird zwangsläufig seine bisherige Politik ändern müssen, weil es sich eine Isolierung nicht leisten kann. Aber deshalb darf man sich bei uns keineswegs darüber täuschen, daß Paris alles aufbieten wird, um die öffentliche Meinung der Welt gegen das nationale Deutschland, gegen Revision und Gleichberechtigung einzunehmen. Wir kennen aus dem Kriege die Wirkungen zielbewußter Propaganda und wir wissen, daß es stets Neider geben wird, die selbst friedliche Erfolge eines aufstrebenden, gefunden Volkes nicht hinnehmen wollen.
Gegenwärtig geht es Frankreich darum, Zeit zu gewinnen, sowohl im Hinblick auf den Plan Macdonalds wie auf d<m Vorschlag Mussolinis. Die diplomatische Kunst Frankreichs wird darin bestehen, die Zustimmung zu den Wünschen Englands und Italiens unter möglichst vielen „Klauseln" und Bedingungen zu erteilen, was praktisch einer Ablehnung gleichkvmmt. Man wird ferner versuchen, auf wirtschaftspolitischen Umwegen w i e- der engere Fühlung mit England zu gewinnen und I t a l i e n zu versöhnen, um im Konzert der vier Großmächte „zweistimmig" singen zu können. Um nicht in eine Isolieruna hineinzugeraten, zieht sich Frankreich auf den Völkerbund zurück, der angeblich durch den Mussolini-Plan gefährdet fei, und mobilisiert gleichzeitig seine östlichen Trabanten zu einer gemeinsamen Abwehrfront gegen den „Revisionismus".
Oer Untergang des LlSA - Luftschiffs „Akron".
Die Hilfeleistung der „Phoebus".
Neuyork, 5. April. (TU.) Die amerikanische Marine hat aus Anlaß des „A k r o n“ • U n- glucks Halbmast geflaggt. Kapitän Heinen vom Flughafen Lakehurst erklärte, daß die „Akron" gleich dem Luftschiff „Shenandoah" durch Vertikalböen in einem Depressionsgebiet zerstört worden sei. Beide Unfälle sei-n nach den Erfahrungen, die die Deutschen gemacht hätten, vermeidbar gewesen. Die Untersuchung des „Shenandoah"-Unglücks sei fachmännisch nicht gründlich durchgeführt worden und auf die Suche nach Entschuldigungsgründen abgestimmt gewesen. Die Marineleitung und der Kongreß gaben bekannt, daß zwei voneinander unabhängige Untersuchungsausschüsse über das „Akron"-Unglück eingesetzt worden sind. — Der gerettete Erste Offizier des Marinelenkballons „J. HI“ sagte aus, daß das Kleinluftschiff während der versuchten Notlandung an der Küste von New Jersey durch plötzliche Horizontalböen seewärts getrieben, mehrmals aufs Wasser aufgeschlagen und schließlich gesunken sei, nachdem die Hülle aufgerissen worden war.
Kapitän Dalldorf vom Motorschiff „Ph oe - b u s“, das sich bekanntlich als erstes Schiff an der Rettungsaktion des verunglückten amerikanischen Luftschiffes „A k r o n" beteiligte, hat an die Hamburger Reederei der deutsch-amerikanischen Petroleumsgesellschaft ein Kabeltelegramm folgenden Inhalts gesandt: „Während heftigen Gewittersturmes um 0.30 Uhr am 4. April in Rähe Darnegat - Feuerschiff USA. - Luftschiff „Akron" stürzte ins Wasser. Rettete vier Mann der Besatzung, wovon einer starb. Suchte mit zwei
hatten u. a. einige Chloroform-Phiolen und zwei G a s p i st o l e n bei sich. Diese hatten bei dem Uebersall in Vaduz versagt. Der Posten verhaftete die fünf Männer und übergab sie dem Landesgericht in Feldkirch.
Die Festgenommenen erklärten bei ihrer Vernehmung, daß sie kei,nen Feuerüberfall, sondern einen Tränengasangriff aus vaterländischen Gründen versucht hätten. Die Gaspistolen hätten aber bei dem Angriff versagt. Feuerwaffen wurden tatsächlich bei ihnen nicht gesunden. Die Festgenommenen hielten sich in letzter Zeit zu ihrer beruflichen Ausbildung in Konstanz auf.
Warnung vor Provokateuren in den nationalen Verbänden.
Darmstadt. 5. April. Der Siaatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Dr. Best gibt bekannt:
Der Mißbrauch der Uniformen der nationalen Verbände durch marxistische und verbrecherische (Elemente ist durch die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. 3. 1933 verboten und unter Strafe gestellt und wird durch die Polizei unter Mitwirkung der verbände scharf überwacht. Gewalttaten derartiger (Elemente werden rücksichtslos verfolgt. Wichtige Anzeichen deuten jedoch darauf hin. daß schon seit längerer Zeit in die Reihen der verbände selbst Provokateure entsandt worden find, die in diesen Tagen versuchen, die guten Kräfte der Bewegung zu Unbesonnenheiten hinzureihen und so in Gegensatz zu ihren Führern und zu der nationalsozialistischen Regierung zu bringen. Insbesondere werden immer wieder Angehörige der Bewegung verleitet. Rechts streitig keilen mit Juden und an- deren Gegnern im Wege der Gewalt auszutragen.
Diese Provokateure in unseren Reihen sind g e - jährlichere Verbrecher als versprengte Marxisten, denn sie untergraben bewußt die Autorität des neuen Staates. Gegen sie wird deshalb mit größter Schärfe vorgegangen werden.
Die geltenden Gesetze, die unter der Autorität des Reichskanzlers Hitler stehen, müssen unbedingt geachtet werden. Wer sie verletzt, wird — ohne Rücksicht auf seine Bet- bandszugehörigkeit — als Provokateur und Staatsfeinö betrachtet und behandelt. Die ordentliche Polizei und die Hilfspolizei sind angewiesen, schonungslos auch gegen Angehörige unserer Verbünde vorzugehen, die provokateurhast Gewalttaten versuchen. Ihr sofortiger Ausschluß aus den verbanden ist selbstverständlich. Alle Staatsbürger werden aufgefordert, in jedem einzelnen Fall gegen solche (Elemente Strafanzeige zu erstatten.
Oie Kriegerkameradschast Haffia begrüßt die nationale Regierung.
Die Kriegerkarneradfchaft Hassia hat es, wie sie der Oesfentlichkeit mitteilt, während ihrer fast 60- jährigen Vergangenheit als ihre vornehmste Aufgabe angesehen, losgelöst von jeder parteipolitischen Bindung, dem Vaterlande zu dienen und die vaterländische Gesinnung in allen Schichten des Volkes zu pflegen und zu fördern. Mit großer Freude begrüßt deshalb das Präsidium die nationale Bewegung, welche nach der Reichstagswahl vom 5. März d. I. durch das- deutsche Volk geht und begrüßt ganz besonders die Rückkehr zu unseren alten stolzen Farben SchwarzWeißRot. Es ist selbstverständlich, daß das Präsidium und mit ihm der gesamte Verband sich hinter die nationale Regierung stellt und sie in ihrer vaterländischen Betätigung mit allen Kräften unterstützen wird. Das Präsidium verlangt von den Bezirken und Vereinen des Verbandes, daß sie hierbei folgen. Mehr noch wie bisher muß es Aufgabe der Vereine fein, alle vaterländisch gesinnten Teile desVolkeszu erfassen und in die nationale Front einzugliedern. Aber nur, wer sich restlos zu dieser vaterländischen Gesinnung bekennt, darf in unseren Vereinen ausgenommen werden; für Persönlichkeiten, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, ist in unseren Kriegervereinen kein Raum; sie sind von der Bewegung fernzuhalten und, wenn es nötig sein sollte, aus ihr zu entfernen.
Eine Gedenk-postkarle zur Erinnerung an den 21. März.
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Noch in der Woche vor Ostern gibt die Reichspost eine Gedenkpo st karte an den Tag von Potsdam heraus, die eine neue Fridericus-Marke sowie eine Darstellung der Garnisonkirche in Potsdam zeigt und zweifellos Vald ein begehrtes Erinnerungsstück darstellen wird.
Großer Woffenfund im Frankfurter Gewerkschaftshaus.
Frankfurt a. M.. 6. April. (WTB. Funk- fpruch.) Das Gewerkschaftshaus. Bürgerstraße 69, ist auf Anordnung des Polizeipräsidenten durch eine S A.- W a ch e beseht worden. Veranlassung zu dieser Maßnahme ist ein umfangreicher Waffenfund auf dem Gelände des Arbeitersportvereins Westend (SPD.). Aus diesem Sportplatz wurden etwa 15 0 Stielhandgranaten mit Zündern, etwa 50 (Sero e f) t e und Pistolen, ein Maschinen- gewehr sowie mehrere tausend Schuh begurtete Maschinengewehr- und lose Munition gesunden. (Es sind Fe st nahmen erfolgt, jedoch konnten sich einige der hauptbeteiligten durch die Flucht ins Ausland der Festnahme entziehen.
Betriebsratswahlen bei der ZG.Farben.
Frankfurt a. M., 5. April. (WSN.) Die Be- teiebsratswahl im Verwaltungsgebäude der I G.- Farbenindustrie hatte folgendes Ergebnis: Gewerkschaftsbund der Angestellten 1032 Stimmen, DHV. und Nationalsozialisten 805, Arbeiterliste (Freie und Christliche Gewerkschaften) 142, NSBO. 89 Stimmen. — Im WerkHöch st der JG.-Farben entfielen auf die nationalen Angestelltengruppcn 1001 Stimjnen, auf den GDA. 356 und auf die linksgerichteten Verbände 282 Stimmen. Danach setzt sich der 2lnge ft elitenrot wie folgt zusammen: Nationale Gruppen 8 Sitze, GDA. 2 und AFA (marxistische Verbände) 2 Sitze. Die Betriebsratswahlen der A r b e i t e r des Farbwerks ergaben für die Freien Gewerkschaften 9 Betriebsräte und 1 Ersatzmann, für die Christlichen Gewerkschaften 3 Betriebsräte und für die NSBO. 5 Betriebsräte und 1 Ersatzmann.
Rettungsbooten bis Ankunft USA.-Kriegsschiffe- bis 6 Uhr morgens ünfallftelle vergebens ab. Gab dann Gerettete an Zerstörer „Tucker" ab und setzte um 9 Uhr morgens Reise fort "
Die seemännische Leistung des Motorschiffes „Phoebus" ist um so höher zu schätzen, als das Motorschiff ein rund 12 030 Tonnen großes und 150 Meter langes zweimotoriges Tankschiff mit 32 Mann deutscher Besatzung ist, das wegen der den Tankschiffen eigentümlichen Aufstellung der Maschinen, die sich ganz hinten im Schiss befinden, bei starkem Sturm und schwerem Seegang außerordentlich schwer zu manövrieren ist. Motorschiff „Phoebus" rettete vor einiger Zeit schon einmal 52 Mann der Besatzung eines französischen Dampfers vor dem sicheren Tode des Ertrinkens.
Neutschlands Kamps gegen Schmutz und Schund.
Starke Sympathie im Vatikan.
Rom, 6. April. (WTB.) Die scharfen Maßnahmen, die der preußische Innenminister ©Gering zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild erlassen hat, sowie das Rundschreiben des bayerischen Unterrichtsministers über die religiöse und nationale Einstellung der Lehrerschaft in den bayerischen Schulen, haben in va- tikanifchen Kreisen starke Beachtung gesunden. Man erinnert daran, daß Papst Pius XI. zu wiederholten Malen und mit äußerstem Nachdruck in feinen letzten Enzykliken d i e grundsätzliche Bedeutung des Abwehrkampfes gegen Schund und Schmutz für die körperliche und geistige Gesundheit von Familie und Volk betont hat und begrüßt aufs lebhafteste die Art und Weise, wie entschlossen und zielbewußt im neuen Deutschland dieser Kamps aufgenommen wird. Das offizielle Organ des Vatikans, Osservatore Romano, hat die grundsätzliche Bedeutung und Anerkennung der in Preußen und Bayern erlassenen Maßnahmen und Anweisungen dadurch zum Ausdruck gebracht, daß sie in großen Auszügen an bevorzugter Stelle zum Ausdruck gebracht worden sind.
Gustav Havemann.
Professor Gustav Haoemann, der ausgezeichnete Geigenkünstler und Dirigent des Orchesters des Kampfbundes für Deutsche Kultur, ist zum Vorsitzenden des Deutschen Musikerverbandes gewählt worden.
Reichseinnahmen und -Ausgaben im Februar 1933.
Berlin, 6. April. (WTB. Funkspruch., Nach Mitteilung des Reichsfinanz rnini- st e r i u rn s betrugen im Februar 1933 (Angaben in Millionen Reichsmark) im ordentlichen Haushalt die Einnahmen 529,9 (im Januar 602,9) und die Ausgaben 607,4 (686,9), mithin ergibt sich f ü r Februar eine Mehrausgabe von 77,5 (84,0). Für beide Haushalte einschließlich der aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbeträge bzw. Bestände errechnet sich per Ende Februar 1933 e i n Defizit von 1 440,7 (1397,7).
Kleine politische Nachrichten.
Reichspräsident und Reichskanzler wurden wiederum von zahlreichen deutschen Städten zu Ehrenbürgern ernannt, so u. a. von Aachen. Düsseldorf, Wuppertal, Görlitz, Hannover, Bad- Homburg, Gelnhausen, Boppard und Stettin.
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Die Stadtverordnetenversammlung von G 1 ad- bach - R h e i d t, der Vaterstadt des Reichsministers vr. G o e b b e l s , hat beschlossen, dem Minister d i e Ehrenbürgerrechte zu verleihen. Die Bekanntgabe des Beschlusses wurd§ von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge mitJubel aus- genommen.
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Der Preußische Landtag ist zu seiner zweiten Sitzung zum 8. A p r i I einberufen worden.
Zur Vorbereitung einer einheitlichen Regelung des Auftretens und der Zulassung jüdischer Rechtsanwälte bei den Gerichten soll am 7. d. W. im Reichsjustiz- minifterium eine Besprechung mit den Iustizministern der Länder ftattfinöen.
Im Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda wird heute Donnerstag, ein Empfangsabend des Berliner Verbandes der auswärtigen Presse stattfinden. Reichskanzler Adolf Hit - l e r und Reichsminister Dr. Goebbels werden Ansprachen halten. Die Veranstaltung wird von 20.15 Uhr bis 21.10 Uhr dauern und auf alle deutschen Sender übertragen.
Zum Präsidenten des Deutschen Landgemeindetages wurde einstimmig der Präsident des Verbandes der preußischen Land- gemeinden, Ministerialrat z. D. Dr. Schellen ge« wählt.
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Die „Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung" und der „Reichsverband deutscher Kriegsopfer" haben sich zu einem „Nationalsozialistischen Reichsverband deutscher Kriegsopfer e. V. zusammengeschlossen, der nunmehr die


