Ausgabe 
6.4.1933 Erstes Blatt
 
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der Bericht über 6«

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'Ctreibcbörie.

5- April. Vie Zurück, t sich noch mehr vn. un zustande kamen. D:j ebenso auch die Vaa,. en gegen den Mon^ iullermitlel, die 'etnti izen 210, Roggen 71j tz 72,50, Gerste 180, Hain - hl südd. und niederes Roggenmehl 23,50 bj 1 Roggenkleie 8,25.

serkclmarkt.

5. April. Zum heutige! . Ferkel ausgetrieben. 01 * Lochen alte Tiere 12! - # Lochen alte Tiere 15 bil ; Lochen alte Tiere 20 bil de geräumt.

rmmlung hamfenM. ciL flutet Leitung M

Donnerstag, 6. April 1955

185. Jahrgang

Kr.82 Trstes Blatt

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Brod ent Verlag: Briil)l'fd)c UnloerstlSlr-vuch. und Stcinöruderd R. lange in Sietzen. Sdfriftleitnng uhb S-lchästsltelle: S^uttraSc 1.

Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2011 , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gienen.

Erscheint «ägltch,auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat mBild DieScholle

Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Hernsvrechanschlüsse antcr Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Stehen.

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11686.

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Moskau. Angelegenheit mehr gegen

Rom, 6. April. (TU.) Der Drohe Faschistische Rat ist Wittwochnacht unter dem Vorsitz Musso­linis zusammengetreten. Rach dreistündiger Sit­zung wurde folgende Tagesordnung verkündet:

Der Drohe Faschistische Rat erklärt seine 3 u fti mmung zum Dorgehen des Ehefs der Faschistischen Regierung, daß sie in realer Er­kenntnis der politischen Lage bestrebt ist, Europa den Frieden zu sichern und das Werk der Derständigung in die Wege zu leiten. Er betont, dah d i e Grundsätze des Musso - liniplans unverfälscht bleiben müs­sen. weil sie allein die Bedingungen schaffen, die füv einen alle Interessen gleich- mähig berücksichtigenden Frieden unerläßlich sind. Er gibt der Lleberzeugung Ausdruck, dah infolge der nunmehr erfolgten Aufklärungsarbeit die Dorschläge Mussolinis bei den verant­wortlichen Staatsmännern das Der­st ä n d n i s finden werden, das bereits in der Seele der Dölker vorhanden ist und dos auf politischem und wirtschaftlichem Ge­biet eine friedliche internationale Zusammen­arbeit möglich machen wird.

polnische Lleberheblichkeit.

Die Opposition gegen den Biermachtepakt.

denken gegen die neue Fettwirtschaft fort, wo­bei auf der anderen Seite der Dorteil greifbar ist, dah mit der Produktionskraft der deutschen Landwirtschaft auch ihre Kaufkraft steigt.

freigelassen.

5. April. Drei wegen der Dickers- verhaftete Engländer sind nun- eine Kaution freigclas - Der vierte verhaftete Englän-

Lin Anschlag aus die Gebrüder Roller.

Alfred Rotier und Frau auf der Flucht tödlich abgestürzt.-Fritz Rotter verletzt.

Die bäuerliche Deredelungswirt- schaft leidet teils unter dem Wettbewerb der Margarine, teils unter der Einfuhr von Molkereierzeugnissen aus dem Auslande. Der Hinweis daraus, daß Molke­reierzeugnisse in der Hauptsache aus Ländern kom­men, mit denen wir tn mehr oder weniger gutem Warenverkehr stehen, ist an sich begründet, laßt aber nicht den Schluß zu, dah wir die Einfuhr der Molkereierzeugnisse um deswillen hinnehmen müssen, weil sonst die Ausfuhr deutscher Fertig- waren sowie von Rohstoffen and Halbzeug ge­fährdet ist. Zunächst verteilt die Einfuhr der Molkereierzeugnisse aus dem Auslande über viele Länder, so dah tm Emzelfall erheb­liche Posten nicht herauskommen. Sodann hat aber die agrartechnische Entwicklung in den Cantern, die die Molkerciwirtschaft stark ausgebaut haben, zu einer Llebererzeugung geführt, die tnatoiKten durch anderweite Absatzschwierigkeiten für die be- teiligten Länder zu einer Krise ersten Ranges geworden ist. Es ist nicht die Aufgabe Deutsch­lands, andern Ländern einen guten Rat zu geben, was sie in dieser Krise mit ter Uetererzeumina in ter Molkereiwirtschaft anfangen sollen. Es ist aber die Pflicht Deutschlands, seine eigene Landwirtschaft davor zu schützen, dah nicht eine Masscncinfuhr ausländischer Mo^ewrzeug- nisse zu Schleuderpreisen, die bäuerliche Derete- lungswirtschaft im Inlaute über die Haufen wirft. Die Tatsachen liegen nun einmal so, daß wir zwar noch immer eine erhebliche Einfuhr von erzeugnissen haben, aber nicht teshtckb, toeu wir den ganzen Dcdarf nicht im Inlands decken können, sondern deshalb, weil die Handelspolitik bisher CEcrt darauf gelegt hat, ausländische Molkerei- erzeugnisse hcreinzubek mn en. Di: Milchens u'ung reicht heute in Deutschland auf jeden Fall aus, um den Bedarf an Molkereierzeugnissen selbst Her­stellen zu können.

Run will auch d i e neue R o tverord - n u n q , die das Fett- und Oelmonopol schafft, Dte Einfuhr von Molkereierzeugnissen nicht glatt un­terbinden. Im Gegenteil, bestimmte Mengen sol­len nach wie vor hereinkommen, aber ter Aus»

s e n worden. ------ ,

der ist trotz des Protestes des britischen Geschäfts­trägers weiter in Haft behalten worden. Eine Entspannung der russisch-britischen Be-

I ziehungen ist noch nicht eingetreten, da die briti­sche Regierung in Moskau erklärt hat, dah die angekündigten wirtschaftlichen Gegen- mahnahmen gegen die Sowjetunion trotz der Enthaftung durchgeführt werden sollen.

Gegen die Verfälschung des Mussoliniplans

Eine energische Warnung des Großen faschistischen Rais.

wortungsbewußtsein steigert, daß man allgemeine Richtlinien und beratende Hilfe des Staates gibt, daß man bann aber den schaffenden Menschen die künstlerische Freiheit im weitest möglichen Umfang läßt und die Gesichtspunkte anerkennt, die sich aus dem Film als einer wirtschaftlichen Angelegenheit ergeben. Das Bekenntnis zur Tendenz, zur . ge - 1" innungsmäßigen Erfüllung und Durchdringung des Films ist gut und er­freulich. Aber ausschließlich Tendenz wäre gefähr­lich. Die Massen gehn nun einmal ins Kino, um sich zu erholen und zu unterhalten. Wenn sich der deut­sche Film nun plötzlich in nationalen Ekstasen über­schlagen wollte, so würde man den eigentlichen Zweck verfehlen. Der Unterhaltungsfilm muß natürlich auch von allem gereinigt werden, was unter sittlichen und nationalen Gesichtspunkten nicht mit der neuen Staatsidee in Einklang steht. Auch er muß in den Dienst der künstlerischen Ge­schmacksbildung der Massen gestellt werden. Aber Tendenz kann auf die Dauer nur wirksam fein, wenn sie nicht in allzu aufdringlicher Brette an die Menschen getragen wird. An den bewußten politi­schen und nationalen Tendenzfilm aber wird mal bie höchsten 2lnforberungen im Hin­blick auf künstlerische Verantwortung stellen müssen. Nationale Film unb Kitsch müssen zwei ganz getrennte Begriffe werden.

gleich soll bei der Margarine gesucht wer­ten. Die Steigerung der Wargarineerzeugung hat die Duttererzeugung im Inlands viel mehr zu­rückgedrängt und geschädigt, als die Dutterern- suhr aus dein Ausland. Die Regelung der Fett­wirtschaft drosselt nunmehr die Margarmeerzeu- gung um die Hälfte herab, also etwa um 300 OOO Tonnen, um hierfür Jnlandbutter in ten Verkehr und in den Derbrauch zu bringen. Es gibt genug Möglichkeiten, den Butterverbrauch zu steigern, zumal barm, wenn Preisunterschiede zwischen Butter und Margarine kaum noch be­stehen. Der Ausgleichszuschlag für die Margarine hebt den Preisunterschied nahezu auf, so dah der llebergang zur Butter um so eher naheliegt, als der Rahrwert der Butter un­bestritten höher ist als ter ter Margarine. Durch die Errichtung des Fett- und Oelmonopols hat das Reich nunmehr in ter Hand, zu jeder Zett m die Fettwirtschaft eingreifen zu können, wenn dies aus besonderen Verhältnissen heraus notwendig fein sollte. Bis sich die neue Fettwirtschaft ein­gespielt hat, werten noch Monate vergehen. Eine Verteuerung ter Margarine oder ten Butter für die Kreise der Bevölkerung, die wirtschaftlich und finanziell weniger widerstandsfähig sind, wird durch die sinnvolle Einführung des Fett-

1 gelbes verhindert. Damit fallen soziale 2e-

Die Probleme, bie in ben Arbeitsgebieten bes neuen Propaganbaministeriums liegen, können nicht schematisch mit ben gleichen Mitteln gelöst werben. Es ist noch verhältnismäßig leicht, ben Rundfunk in ben Dienst an ber neuen Staatsibee einzufügen. Bei ber Behanblung bes Fi 1 nis ergeben sich wesentlich größere Schwierig­keiten. Schließlich ist ja ber Film nicht nur eine Angelegenheit ber Kunst, sondern auch eine solche ber Wirtschaft. Die beutsche FilMprobuktion setzt Hunberttausende in Brot. Ihre Erzeugnisse spielen in ben Ziffern ber Handelsbilanz keine unbeachtliche Rolle unb man kann bem Auslanb einen gewandel­ten deutschen Geschmack nicht einfach auszwingen. Die Unterschiede bei der Behandlung von Rund­funk und Film ergeben sich schon ohne weiteres aus dem Problem der Zensur. Das Verbot eines fertig- gestellten Films, in den vielleicht Millionen hinein- gefteeft wurden, kann eine Produklionsfirma ver­nichten. Man wird bie Aufgabe also so lösen müs­sen, baß man auf Umstellungen an ben verantwortlichen Stellen ber Produktion drängt, daß man hier das

haftet.

Der Gendarmerieposten von Goetzis (Vorarlberg) wurde aus Liechtenstein telephonisch aufgeforbert, einen Kraftwagen anzuha11en, der die Liechtensteiner Grenze von Dabuz aus vassiert habe. Der Oenbarmeriepoften stellte bei ber Kontrolle fest, baß vier Babener unb ein Liechten- 1 ft e i n e r Flugschüler die Insassen waren. Sie;

tigt gehalten hätte, einzugreifen. (Stürmischer Bei­fall.)

Das erste Verhör von Mr. Monchouse, dem Leiter ber Moskauer Filiale von Metropolitan Vickers, habe 19 Stunben lang oh ne Unter- btedjung gebauert. Man habe nicht mitgeteilt, wessen er beschulbigt werbe, sondern ihn nur aufge­forbert, ein vollstänbiges Geständnis abzulegen. In Rußland halte man anscheinend die mehrmals im Jahre erfolgenden Geschäftsreisen von Mon» chouse nach London für Spionage. Das Unterhaus müsse ber Regierung bie Möglichkeit geben, ben Sowjetbehörben auf die klarste unb unmittelbarste Weise vor Augen zu führen, daß jede Unterhal­tung über wirtschaftliche A b m ach un» gen zwischen Rußland und England unmöglich ist, solange die Untersuchung i rt o e r Vickersan­gel e g e n h e i k in einer Art geführt wird, bie in England beunruhigend wirken muh.

Drei verhaftete Engländer in Moskau

werde. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes war nicht zu erlangen.

Oer russisch-britische Konflikt.

Die Ermächtigung zum Verbot russischer Einfuhr.

London, 5. April. (211.) Während der zwei- ten Lesung des Gesetzes zum Derbot russischer Einfuhren nach England erklärte Außenminister Sir Iohn Simon, die Verhaftung der sechs englischen Angestellten der We- tropolitan-Dickersgesellschaft sei vollkommen u n - erwartet gekommen, nachdem die Metropoli­tan Vickers jahrelang die besten Be­ziehungen zu der russischen Regierung ge­pflegt und ihr große Dienste geleistet habe. An sich bestreite niemand das Recht irgendeiner aus- ländischen Regierung auf ordnungsmäßige Weise Untersuchungen anzustellen. Anklagen zu erheben und Prozesse durchzuführen. Die Verhaftungen der sechs Engländer seien jedoch von beson­deren Umständen begleitet gewesen.

In derselben Rächt und, wie er glaube, im sel­ben Gefängnis seien 35 russis ch e Staats­angehörige ohne irgendeinen P r o - zeß und ohne eines ter üblichen gerichtlichen Vorgehen in Rußland zumTodeverursteilt und erschossen worden. Man werde ihm hoffentlich vergeben, wenn er sich, wie im Falle der beiden Telegramme, deren eines die Verhaf­tung der sechs Engländer, unb das andere die Erschießung von 35 Russen meldete, für berech-

Randnoten.

Das deutsche Strafrecht stellte bislang d i e studentische Bestimmungsmensur xrls einenZweikampf mit tödlichen Waffen" für alle an der Mensur Beteiligten unter Straf e. Durch lange Iahrzehnte hindurch war auf diese Weise denschlagenden" Verbindungen der Hauptteil ihrer studentischen Erziehungsarbeit wesentlich erschwert. Denn daß zu allen Zeiten weiter gefochten wurde, war allerorts ein mehr oder weniger offenes Geheimnis. Aber oftmals war die Situation doch recht brenzlich, wenn in ter Rähe eines Mensurlokales diePickelhaube" oder derTschako" erschienen. Und es fehlte nicht an geradezu abenteuerlichen Situationen, in denen allen Verboten zum Trotz die Mensuren aus- getragen wurden. Bei Rächt und Rebel ging es oftmals hinaus in die entlegensten Gasthäuser und Kneipen, wo geheimnisvoll und hinter ver­schlossenen Türen diesem ritterlichen Sport ge­huldigt wurde. w

Wenn nun Preußen sich dem Vorgehen einiger anderer Länder anschließt allen voran ging dasMusterländle" Baden, das aber früher die hemmenden Bedingungen in ganz besonderer Schärfe zur Durchführung gebracht Hütte und in den nächsten Tagen eine Der- fügung erlassen wird, nach der in Zukunft die Austragung oder die Teilnahme an einer De- stimmungsmensur strafrechtlich n i ch t m e h r »erfolgt werden, so ist zu erwarten, dah die restlichen Länder sich diesem Vorgehen des größ­ten deutschen Landes anschliehen werden und hier endlich ein altes Unrecht gutgemacht wird. Denn tatsächlich ist ja bei ten Vorsichtsmaß­nahmen. die getroffen worden sind, in der Ban- dagierung wie in der ärztlichen Behandlung eine lebensgefährliche Verletzung so gut wie unmöglich. Dieser angeblicheZweikampf mit töd­lichen Waffen" ist nichts weiter als ein Sport. Einen solchen Sport gerade in Zeiten zu ver­bieten, wo bei dem Fehlen des Volksheeres jeder Ersatz' der körperlichen Ertüchtigung der Jugend notwendig ist, war eine Groteske.

Sie wurde auch erklärlich nicht etwa aus einer pazifistischen Einstellung der früheren Regierun­gen, sondern nur aus dem Haß gegen die Studen­ten, die sich fast einhellig gegen das Weimarer System zusammenfanden. Die Regierungen haben sich nicht den Kopf darüber zerbrochen, weshalb das so kam. Sie haben nie darüber nachgedacht, daß die Studenten in der Zeit nach den Freiheits­kriegen die Wortführer des freiheit­lichen nationalen Deutsch! an ds wa­ren, während sie heute die Parteigänger der na­tionalen Opposition waren. Man hat auch nicht einmal den Versuch gemacht, die Studentenschaft für den Staat zu gewinnen. Man betrachtete sie als unbequeme Querulanten und suchte sie deshalb zu schikanieren. So ist praktisch das Mensurverbot eine politische Kampfmaßnahme ge- wesen und stieß gerade deshalb auf lerden- schöstlichen Widerspruch in der Studentenschaft. Denn das Fechten ist längst nicht mehr einemit- telalterliche Roheit", es ist in feiner heutigen Form ein ritterliches Spiel, das sich zudem nicht an die Oeffentlichkeit drängt, und wenn der Box­kampf heute der doch sehr leicht zu einer Spe­kulation auf die niedrigsten Instinkte ter Massen ausartet - vor Zehntausenten getrieben werden kann, wenn die stumpfsinnigen Sechstagerennen durchexerziert werden, bann ist wirklich nicht emzu- reßen. weshalb nicht bie Studenten nach alter Weise bie Klinge kreuzen sollen.

Wie bieVossische Zeitung" ergänzen!) berichtet, soll ter Besitzer bes Kurhauses Gcif - f I e i bei Triesenberg Schädler die Brüder Rot­ter unb ihre Begleitung zu einer Besichtigung des Kurhotels eingeladen und mit b e m A u t o in Vaduz abgeholt haben. Als sie dort angekommen seien, hätten sich sieben junge Leute auf die Rotter gestürzt. In dem sich entspinnenten Handgemenge fei es Fritz Rotter gelungen, zi' entfliehen. Der Kurhaustesitzer Schädler habe ih jedoch eingeholt und aufgeforbert, nach Dabuz zu­rückzukehren, bie anberen seien eben­falls inSicherheit. Fritz Rotter habe dann das Auto bestiegen, das in raschestem Tempo tal­wärts gefahren sei. Als er ten Fahrer auiforbcrie, zu halten, damit er bie Polizei benachrichtigen könne, sei da- Tempo noch verschärft worben. Daraus sei Fritz Dotter aus b c st Auto gesprungen unb habe sich babei einen Achselbruch zugezogen. Qllfreb Rotter unb seine Frau sollen abends totin einem ausgetrockneten Wilbbach bei Triesenberg aufgefunben wor­den sein. Frl. Wolf, die blutüberströmt mit zer­rissenen Kleibern nach Dabuz transportiert wor­ben sei. mußte sofort in ärztliche Behanblung gehen. Es soll sich bei dem Wagen um einen deut­schen Wagen mit badischer Polizeinummer han­teln. Unter den Fest genommenen, die von der österreichischen Polizei in das Feldkircher Ge­fängnis eingeliefert worden sind, soll sich auch tee 22jährige Sohn des Besitzers des Schlosses Guten­berg in Liechtenstein Peter Reinberger be­finden. Der Kurhausbesiher Schädler wurde von der Liechtensteiner Polizei ebenfalls Der*

Dabuz , 6. April. (TU.) Die seit ihrer Flucht aus Berlin im Walbhotel in Dabuz sich auf- haltenten Gebrüber Alfreb unb Fritz Rotter unternahmen am Mittwochnachmittag in Begleitung ber Frau Alfreb Rotters unb einem Fräulein Wolff aus Belgien einen A u s - flug nach bem in ter Umgebung von Daduz gelegenen Kurhaus Gaflei. Es war etwa gegen 15 Uhr, als plötzlich aus bem Walte uner­wartet mehrere Männer hervortraten und einen 11 eberfall auf bie Gesellschaft versuchten. Alfreb Rotter, seine Frau unb Fräu- lein Wolff rannten in schnellster Flucht tal­abwärts unb stürzten babei in bem fei- si gen Gelänbe ab. Das Kurhaus Gaflei liegt etwa 1400 Meter hoch. Fritz Rotter tourte in ein Auto gesetzt. Als er merkte, bah man ihn entführen wollte, sprang er in voller Fahrt aus bem Automobil unb flüchtete. Dei bem Sprung erlitt er verschiebens Verletzun­gen am Kopfe unb einen Achfelbruch. Die Ver­letzungen waren aber nicht besonders schwerer Ratur unb er konnte noch ein Haus in ber Rahe auf such en unb von hier aus biePolizeiver- stänbigen. Diese entfanbte sofort eine Ret­tungsmannschaft nach bem Gebiete von Gaflei. Am Mittwoch gegen 20 Uhr wurden bie Abge stürzten aufgefunben. QI1- freb Rotter unb seine Frau waren tot. Fräulein Wolff lebensgefährlich verletzt. Sie wurde sofort nach Daduz ins Spital überführt. Die Staatsanwaltschaft ist ben Tätern auf ter Spur unb hat bereite einige Personen fest nehmen lassen. Man vermutet, baß es sich bei bem Ueberfall um eine Tat hantelt, bie seit längerem vor- bereitet tourte unb bah bie ©ebrüber Rotter in bas Kurhaus hinaufgelock t würben. Bei ben Tätern soll es sich um einige Männer aus Deutschland und einige aus Liechtenstein selbst handeln. Die Flamen der Täter werden noch geheimgehalten.

Warschau, 8. April. (WTB.) Das Blatt der polnischen RegierungG a x e t a P o l s k a" bespricht die Grundzüge des französischen Memorandums zum Viermächtepakt und wiederholt die Behauptung, daß sich bie Völk-rbundsfatzung mit einem Direktorium von vier Staaten nicht vereinba­ren lasse. Es sei unbekannt, was Frankreich ver­anlaßt habe, sich an der Beseitigung des Völkerbun- des zu beteiligen, vielleicht irgendwelche sub- I tilen taktischen Berechnungen, vielleicht aber auch | italienischer Druck. Eines sei sicher, wenn der Vierer- patt zustande komme, so bedeute dies die Been- digungderführendenStellungFrank- r e i d) 5 auf dem europäischen Kontinent.

Sehr entschieden wendet sich das Blatt gegen den von Havas ausgesprochenen Gedanken, wonach zu den Besprechungen der vier Großmächte ein ande­rer Staat hinzugezogen werden könne, so­fern Angelegenheiten behandelt würden, die jenen Staat direkt oder indirekt beträfen. Dies hieße also, daß zu den vier Sesseln der Vertreter der Groß­mächte einStühlchen für ben interessier­te n Delinquenten hinzugeschoben wer- b e n könne. Polen sei bereit, zweiseitige biplomatische Unterhandlungen mit jedem Staat, sei er groß oder klein, zu führen. Die Bestimmungen des Rates der Vier würden feinesfalls für Polen ver­pflichtend fein, da das hinzugestellte Stühlchen ftänbig leer sein würbe.

Eine Biermachiekonferenz in Rom?

London, 6. April. (ERB. Funkspruch.) Der Korrespondent derWorning Post" in Rom ver­zeichnet ein Gerücht, wonach eine Diermächte- konserenz Deutschland. Italien, Groß­britannien und Frankreich vorMitte Iuni nach Rom einberufen werden solle, um ben von Mussolini angeregten Plan zu erör­tern. Die Zusammenkunft werbe unter ber Qlcgibe bes Völkerbunbes abgehalten werben. Die in Rom bemäntelten Vorschläge würben bann bei ber Herbstsession bes Dölker- bunbes in Genf weiter ausgearbeitet unb z u einem Diermächte-Plan gemacht wer­den. Von ber geplanten Rom-Konferenz werbe gehofft, bah sie einen günstigen Einbruck in ben Vereinigten Staaten machen