Wirtschaft.
Fortführung der Börsenreform.
Der A m t l i ch e Preußische P r e s s e d i e n st teilt mit: In Fortführung der großen Börsenreform, die der preußische Ministerpräsident in seiner Land- tagsrede vom 18. Mai d. I. angekündigt hat, ist eine grundlegende Bereinigung bei den Maklern der Berliner Börse angeordnet worden. Die Regierung kann es nicht länger dulden, daß sich unter den Berliner Börsenmaklern Elemente vefinden, die nach Herkunft, Gesinnung und Betätigung nicht an die Börse gehören. Es wird daher ein radikaler Schritt vorgenommen. Am 30. September 1933 erlöschen sämtliche Börsenzulassungen der Berliner Makler. Wieder ^ugelassen werden nur diejenigen Personen, welche die erforderlichen moralischen und sachlichen Vorbedingungen erfüllen. Es werden somit in Zukunft an der größten deutschen Börse nur solche Makler tätig sein,' die von einem Zulassungsausschuß als ehrenhafte und vertrauenswürdige Fachleute anerkannt worden sind. Diejenigen, die den Zulassungsbedingungen nicht entsprechen und aus der Börse ausscheiden, erhalten selbstverständlich keinerlei Entschädigung.
Frankfurt Aktien vernachlässigt/ Renten fest.
Frankfurt a. M., 5. Juli. (WTB.-Drahtmel- Lung.) Während am Aktienmarkt keine besonderen Anregungen vorlagen, war die Tendenz am Rentenmarkt ausgesprochen fest. Immerhin fanden die Kurse eine gewisse Stütze in dem in Aussicht gestellten Schritt Roosevelts zur Rettung der Weltwirtschaftskonferenz und auch die feste Haltung am fest-
verzinslichen Markt trug dazu bet. Das Kursntveau neigte zur Schwäche. Der Anlagemarkt dagegen profitierte wahrscheinlich von der Tatsache, daß gestern die Hypothekenbanken sämtliches Material aufnahmen und weiter hört man, daß die Spekulation das gegenwärtige Niveau zu neuen Eindeckungen zu benützen strebt. Im allgemeinen kann man von einer vertrauensvollen Stimmung auf diesen Gebieten sprechen. Altbesitz notierten %, Neubesitz 0,25 Prozent fester, späte Reichsschuldbuchforderungen wurden ca. % Prozent höher genannt. Die Aktienmärkte hatten nur kleine Veränderungen bis zu 0,50 Prozent aufzuweisen. Am Montanmarkt waren Klöckner 0,75 Prozent abgeschwächt, dagegen gewannen Elektrische Lieferungen 1,50 Prozent, Scheideanstalt 1 Prozent. Schiffahrtswerte waren ebenso wie Stahlverein behauptet. Im Verlaufe blieb das geschilderte Bild an den Aktienmärkten erhalten. Es kamen Licht & Kraft und Gesfürel je 0,50 Prozent niedriger zur Notiz, während sich Metallgesellschaft um 0,25 Prozent verbessern konnten.
Am R enten markt brachte der Verlauf eine Einbuße für Stahlverein von 1,50 Prozent, wogegen Reichsbahnvorzugsaktien 7% Prozent gewannen. Von fremden Werten gaben Mexikaner 0,75 Prozent ab, 4prozentige Mexikaner blieben gehalten.
Am Pfandbriefmarkt hatte das Angebot aufgehört, Goldpfandbriefe lagen etwas fester, die übrigen Werte behauptet. In der zweiten Börsenstunde bröckelten die Kurse infolge der herrschenden Geschäftsstille um eine Kleinigkeit ab. IG.-Farben verloren 0,75 Prozent nach % Prozent Anfangsverlust, AEG. gaben % Prozent nach. Von Kassawerten sollen Seilindustrie Wolf morgen notiert werden. Die Taxe beträgt 15 Prozent. Neubesitzanleihe war etwas leichter, Schuldbuchforderungen dagegen weiter fest. Der Satz für Tagesgeld erhöhte sich auf 3,50 Prozent.
Preußen.
Bauernversammlung in Wehlar.
O W e h l a r. 4. 3uIL In der „Alten Post" fand hier eine Bauernversammlung statt. Der Landwirtschaftliche Kreisfachberater der NSDAP. Landwirt Wilhelm Langsdorf (Groß-Rechten- bach) eröffnete die Tagung mit einem Gruhwort, das er besonders an den Landrat Rittmeister a. D. Grillo richtete, der zum ersten Male als Land-- rat des Kreises unter den Bauern weile. Landrat G r i l l o dankte für die Begrüßung. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß er als Landrat den Bauern genau dasselbe Interesse entgegenbringe wie als Kreisleiter der NSDAP. Er werde wie bisher auf das Wohl der Landwirtschaft bedacht sein. Es sei das Bestreben des Führers Adolf Hitler, die Landwirtschaft so stark und kräftig zu machen, daß auf ihr das neue Deutsche Reich aufgebaut werden könne. Der Landwirtschaftliche Kreisfachberater hielt dann einen Vortrag über den Umbau des landwirtschaftlichen Organisationswesens und seine besondere Gestaltung im Kreise Wehlar. Die Versammlung habe den Zweck die LOF. und die bisherigen Vorsitzenden der Ortsbauernschaften über die älmwandlung der Kreisbauernschaft in eine Kreisgruppe des Nassauischen Landbundes, zu informieren. Der Landesbauernführer Metz habe angeordnet, daß in der nächsten Zeit eine Listen-Aktion durchgeführt werden müsse. In die Listen sollen sich sämtliche Dauern einzeichnen. Es solle eine einheitliche Dauernfront gebildet werden. Jeder, auch selbst der kleinste Dauer, solle dem Nassauischen Landbund angehören. Die Kreisbauernschaft Wetzlar wird in der Zwischenzeit ihre Arbeit in der bisherigen Weise weiter leisten, bis dann die neuen Regelungen vollzogen und die Llmorganisierung erfolgt sei. Hauptgeschäftsführer Dornber
ger ergänzte dke Ausführungen des Redner- und betonte, es gehe heute bei dem Wiederaufbau um Deutschland, ein jeder sei zur Mitarbeit im nationalsozialistischen Staate berufen. Geschäftsführer Schmidt verlas die Statuten des Nassauischen Landbundes. Lieber den Stand der Vorarbeiten und das Programm des Nassauischen Daucrntages berichtete anschließend Hauptgeschäftsführer Dornberger. Pg. Karl Mack wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß die Voraussetzungen jetzt gegeben seien, auf Grund deren sich der Aufbau im gesamten Volksleben vollziehen könne. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes wurde die Versammlung geschlossen.
Kreis Wetzlar
WSN. Wetzlar, 3.Juli. Die Wetzlarer Polizei hat sich veranlaßt gesehen, gegen die Firma H. Rosenthal GmbH., die seit einigen Jabren in Wetzlar , ein Wäsche- und Murzwarengeschäft betreibt, einzuschreiten. Die Firma hat bereits meh- rere Vergleichsverfahren durchgeführt und das Geschäft immer unter veränderter Firmenbezeichnung wieder neu aufgemacht. Verschiedene Gläubiger sind dadurch geschädigt worden. Gesetzlich bestand gegen das Gebaren keine Handhabe zum Einschreiten. Jetzt sollte das Geschäft wegen Aufgabe ausverkauft werden. Die Wetzlarer Polizei nahm daraufhin den Verkauf selbst in die Hand. Sie bestimmte erwerbslose SA.-Leute als Verkäufer und überwachte die Verwertung der Waren. In einer Erklärung betont die Polizei, daß der Verkauf nur unter dem Gesichtspunkt durchgeführt werden solle, alle Geschädigten, in erster Linie den Wetzlarer Handelsverein, angemessen zu entschädigen. — Der Inhaber des Geschäfts, Kaufmann Rosenthal, sollte seinerzeit bereits in Schutzhaft genommen werden, der er sich aber durch die Flucht entziehen konnte.
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im 79. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Gießen, Berlin-Charlottenburg, Eberswalde, Minneapolis (USA.),5 Juli.
Die Beisetzung fand auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt
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Danksagung.
Allen, die uns während der Krankheit und beim Ableben meines nun in Gott ruhenden Mannes,unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters. Bruders und Schwagers ihre aufrichtige Teilnahme erwiesen haben, besonders den Schwestern des Evangelischen Schwesternhauses für die aufopfernde Pflege. Herrn Pfarrer Müller für die trostreiche Grabrede, dem Gesangverein „Germania“ für den erhebenden Gesang und für die vielen Kranzspenden sagen wir hiermit herzlichen Dank.
Im Namen aller trauernd Hinterbliebenen:
Elisabeth Konrad Wwe.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Buchner, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sowie für den schönen Grabgesang sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank.
Ludwig Volk und Tochter.
Klein-Linden, den 5. Juli 1933.
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