Ausgabe 
5.5.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

r-7- jgroefner affen Kaserne.

3n der zu Notwohnungen eingerichteten alten West-Kaserne in Demmin (Pommern) brach Feuer aus. Obwohl sämtliche Wehren aus Dem­min und Tlmgegend mit 20 Rohren Wasser gaben und die gesamte Reichswehr, das Arbeitsdienst­lager und die Sanitätskolonnen sich an den Lösch­arbeiten beteiligten, war die Bekämpfung des rasch um sich greifenden Feuers sehr schwierig. Etwa 40 b i s 50 Familien sind ob­dachlos geworden. Die meisten von ihnen haben nur das nackte Leben gerettet. Bier Kinder eines Arbeiters, die in der elterlichen Wohnung eingeschlossen waren, fanden den Tod in den Flammen.

Sämiliche Angestellten- und ArSekier- verbände der Führung Adolf Hitlers unterstellt.

Berlin, 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die RSVO.-Pressestelle teilt mit: Der Leiter des Aktions­komitees ;um Schuhe der deutschen Arbeit Dr. Ley begab sich heute mittag z u m Reichskanzler Adolf Hitler in die Reichskanzlei, um ihm zu melden, datzalleArbeiter-undAngestell- tenverbände sich der Führung Adolf Hitlers bedingungslos unter ft ellt ha­ben. Die verantwortlichen Leiter der verbände er­klärten, daß sie alle Anordnungen des vom Führer eingesetzten Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit befolgen werden.

weg, aus.

** Denkmalsweihe und Wieder- ehensfeier der ehemaligen 11 7 c r und ihrer Kriegsforwationen. Am 1., 2 und 3-Juli soll in Mainz, der alten Garnisonstadt, die Denkmalsweihe und Wiedersehensfeier des Jnf.- Leib-Rcgts. Nr. 117 und seiner Kriegsformationen tattfinden. Nach der vorläufigen Festfolge ist folgen-

DieKonsolidierung derMrtschast

Kein Grund zur Nervosität.

Berlin, 5. Mai. (OB. Funkspruch.) von der Reichsregierung nahestehender Seite wird folgendes milgeteill: Die Reichsregierung hat alles Interesse daran, daß die wirtschaft sich seht innerlich und ehrlich beruhigt. Alle rigorosen Eingriffe haben zu unter­bleiben und werden unterbleiben so daß die Wirtschaft in der Lage ist, sich auf weite Sicht mit ihren Projekten einzustellen, da die Stabili­tät ihr die notwendige Gewähr dafür bietet. Die Wirtschaft kann damit beginnen, groh- Zügig zu planen. Der, der schnell und bald damit beginnt, kann der wärmsten moralischen Unterstützung der Reichsregierung versichert sein. Es ist vollkommen fehl am plahe, wenn in der wirt­schaft und in Wirtschaftskreisen noch irgendeine Ner­vosität herrscht. Nachdem jetzt auch die Gewerkschafts- akliou durchgefijhrt ist, sind im Wirtschaftsleben durchaus konsolidierte Verhältnisse ein getreten, so daß sie auf lange Sicht arbeiten kann.

Begrüßungsabend In der Stadthaffe. Sonntag, 2. Juli: vormittags Kirchgang: 11.30 Uhr: Denk­malsweihe und Enthüllung, anschließend Festzug durch die Stadt, hierauf Mittagessen in den Kom­panie-Standquartieren; 16 Uhr: großes Militär- konzert in der Stadthalle; 20 Uhr: Deutscher Abend in der Stadthalle. Montag, 3. I u l i: 10 Uhr: Preis­schießen; 13.30 Uhr: Rheinfahrt, nach Rückkehr Fackelzug durch die Stadt. Die näheren Einzelheiten werden allen Kameraden noch bekanntgegeben und sind auch aus dem Festprogramm ersichtlich. Der Festbeitrag für Festabzeichen nebst Festprogramm, der zum Besuche aller Veranstaltungen für den 1. und 2. Juli berechtigt, beträgt nur 2 RM. Bei der Reichsbahn können Sonntags-Fahrkarten, die 33,33 v. S). Fahrpreisermäßigung haben, und deren Gültigkeit sich für die Dauer der Veranstaltungen er­streckt, gelöst werden. An alle Kameraden ergeht der 'Ruf:Rüstet euch heute schon zur Denkmalsweihe und Wiedersehensfeier in der alten Garnison Mainz".

Vezirksschöffengericht Gießen.

armen oder Schwächlichen, besonders Nervösen oder sonst sich nicht vollkräftig/Fühlenden oder mit irgend einem Fehler Behafteten gern seinen Rat geben.

Also hinein ins Wannenbad, unter die Dusche, ins Schwimmbad! Wir wollen die durch unsere Lebensgewohnheiten vielfach verloren gegangenen Fähigkeiten und Werte unserer Haut nicht nur wiedergewinnen und erhalten, sondern sie womög­lich zu höherer Leistungsfähigkeit steigern. Was sagt ein altes griechisches Sprichwort?Das Beste ist das Wasser."

Ein Aufruf an die Gießener Studenten- schast.

An die GießenerStudentenschaft wurde zum Beginn des neuen Semesters folgender Auf- r u f erlassen:

Kommilitonen!

Das Sommersemester 1933, das erste des neuen Reiches, hat mit dem großen Erlebnis des Festes der nationalen Arbeit begonnen. Am 8. Mai wird zu einer feierlichen Kundgebung der Ludwigsunivcr- sität unser verehrter Staatspräsident unter uns weilen.

Der neue Geist der nationalen Erhebung wird auch an unserer Universität eine Reihe von Aende- rungen mit sich bringen. Sie sind von der Regierung im Benehmen mit der Universität vorbereitet. Die Studentenschaft wird zu beiden das Vertrauen haben, daß die geplanten Aenderungen dem Geiste natio­naler und freier Wissenschaftspflege und der Arbeit für Deutschland dienen werden.

Darum haben auch wir das Vertrauen zu der bewährten Disziplin der Studentenschaft, die das alt­überlieferte gute Verhältnis zum Lehrkörper auch in bewegten Zeiten vorbildlich für andere gemacht hat, daß sie die verantwortungsbewußte Aufbau­arbeit, für die von Reichs wegen dieses Semester bestimmt ist, nicht durch eigenmächtiges Vorgehen einzelner stören läßt.

Und nun an die Arbeit!

Literis et armis ad utrumque parati!

Der Gesamtsenat der Ludwigsuniversität.

Der Rektor: I e ß. Der Kanzler: Herzog.

Der'Führer der Studentenschaft: von G r a e v e.

Bornot tzen.

nach 21.30 Uhr. Das letzte Operngastspiel findet am Freitag, 12. Mai, als 30. Vorstellung im Freitag-Abonnement statt mit einer einmali­gen Aufführung der Oper:Tristan und Isolde" von Richard Wagner. Es gelten für dieses Gastspiel des Opernensembles des Stadttheaters Mainz Opernpreise. Vorzugs- und Rundfunk­gutscheine haben Gültigkeit.

Zunglandbund Hessen.

Der Vorsitzende der Landesführergemeinschaft hessischer Bauern, Staatskommissar Dr. Wag­ner, ernannte den Iungbauer Robert Schmidt, Steinheim, zum Landesführer des Iunglandbun- des Hessen. Zum Landesgeschäftsführer wurde F. Weber, Darmstadt, berufen.

Die erste konstituierende Sitzung des Fung- landbundes soll am Sonntag, 14. Mai, in Frank­furt a. M. stattfinden. Die Tagesordnung der ersten Sitzung umfaßt folgende Punkte: 1. Reu­aufbau des Iunglandbundes im Sinne des von Herrn Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner zugewiesenen Tätigkeitsgebietes; 2. Bauernhochschule. Referenten: Schriftleiter G l a h n. Darmstadt. Dr. Roßberg. Boben- hausen II.

rerpakt sei zu begrüßen, wenn er sich im Rahmen des Völkerbundes halte und die Verträge, die Frank­reich abgeschlossen habe, sowie den Grundsatz der Gleichheit der Nationen anerkenne. Es wäre gefähr­lich, wenn man in den Viererpakt territoriale Forderungen einschlösse. Nicht als ob Frank­reich glaubte, daß die Grenzen ewig seien, aber Frankreich vertrete die Ansicht, daß es gegenwärtig Tollheit wäre, an den durch die Verträge gezogenen Grenzen zu rütteln.

Auf Vorwürfe des Senators Eccard eingehend, rühmte Paul-Boncour, daß die französische De­legation in Genf es doch durchgeseht habe, daß die kasernierte deutsche Schutzpoli­zei als militärische Streitmacht an­gesehen werde, ein Beweis, daß ihre Schaf­fung eine Verletzung des Versailler Vertrages darstelle. Das Ziel Frankreichs sei, keinerlei Verantwortung für einen Mißerfolg der Abrüstungskonferenz und keine Verantwortung an einem Wettrüsten zu tragen, das zum Kriege füh­ren müsse. Ein weiteres Ziel Frankreichs sei, nicht übertölpelt zu werden. Die franzö­sische Regierung könne einen zwölf Fahre lang ausgebildeten Soldaten nicht mit einem Rekruten vergleichen, der nur eine Ausbildung von sechs Monaten genossen habe. Sie könne nicht zugeben, daß man eine Reihe von Organisationen, die einen militärischen Charakter hätten, einfach außer Acht lasse. Wenn Deutschland die Reichswehr behal­ten wolle, so müsse es sich derartige Einrichtungen versagen.

paul-Boncour wird berichtigt.

Berlin, 4. Mai. (WTB.) Zu der Behauptung Paul-Boncours in der Senatsdebatte, der Beschluß des Genfer Effektioausschufses, die kasernierte deut­sche Schutzpolizei als Heeresbestandteil anzusehen, sei ein Beweis dafür, daß eine Ver­letzung des Versailler Vertrages oor- liege, wird amtlich folgendes festgestellt:

Auf Drängen der Franzosen und ihres Kreises hat das Genfer Effektivkomitee die Merkmale der deutschen Bereitschaftspolizei als die Kriterien für den militärischen Cha­rakter von Polizeikräften überhaupt bezeichnet. Wenn jetzt der Versuch gemacht wird, diese Feststellungen wieder dazu zu benutzen, um die derzeitige Organisation der deutschen Bereitschafts­polizei zu einem Verstoß gegen den Ver­sailler Vertrag zu stempeln, so richtet sich dieser Vorwurf tatsächlich gegen die Bot­schafterkonferenz. Denn diese hatte bei der Neuorganisation der deutschen Polizei ihre Aus­rüstung, Ausbildung und Unterbringung genau vorgeschrieben, Vorschriften, die auch heute noch befolgt werden.

Hmiot üSer seine Amerikareise.

Tie Freundschaft mit USA. die beste Sicherheitsbürgschaft.

Paris, 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Son­derberichterstatter desPetit Parisien" an Bord des DampfersIle de France" übermittelt feinem Blatt eine Stellungnahme Herriots zu dem Ergebnis fei­ner %neritareife, in der es heißt, es fei sehr be­dauerlich, daß die französische Abordnung Picht langer mit den Amerikanern habe zusammenarbei-

können. Man hätte sicher ein sehr nützliches Werk sur den wirtschaftlichen und politischen Frie­den der Welt vollbracht. Die Amerikaner begriffen sthr wohl die Lage Frankreichs. Roosevelts Plan auf Verzicht auf Neutralität einer an' grelTent)en Macht gegenüber stelle die beste Garantie für den Frieden dar. Die Freund- M Frankreichs und der stärksten Demokratie der Welt fei in dem gegenwärtigenZeichen der Ge- Q,[t Frankreichs beste Hoffnung, ohne daß es deshalb aufhoren würde, daran zu arbeiten aast die Sohne Frankreichs vor einem ähnlichen Un­glück bewahrt würden, das ihre Väter getroffen

ttchofff habe. Frankreich dürfe nfchl vergessen, baß die Friedenspfänder vor allem in Frankreichs Freundschaften beständen. Frankreichs Politik müsse friedfertig aber fest sein.

Außenminister paul-Boncour beschäftigte sich zunächst mit der österreichi - I d) e n Anleihe, die von finanziellen und politischen Bedingungen abhängig gemacht worden sei. Wenn die finanziellen Be­dingungen aud) erfüllt feien, so könne man dies von den politifdjen noch nicht behaupten. Bun- deskanzler Dollfuß hab^ zwar den Verzicht auf den Anschluß ausgesprochen, seither hätten sich aber in Oesterreich Dinge zugetragen, die Frankreich veran­laßten ohne sich in die innerpolitischen Ange­legenheiten einzumischen, die Bürgschaften für die französischen Gelder abzuwarten.

Außerdem habe man darauf hingewiefen, daß die Neuordnung Mitteleuropas nicht ohne und noch weniger gegen Italien durchgesetzt werden könne. Aus diesem Grunde habe er auch de Jouvenet nach Rom geschickt, damit die Mei- nungsverschiedenheiten beigelegt würden. Je mehr Sorge ihm die Ereignisse in Deutschland verursach­ten, um so mehr werde er an feinem Gedanken feft= halten, I t a l i en in die Gemeinschaft der Groß­mächte Frankreich, England und Amerika einzu- gliedern. Paul-Boncour betonte mit Nachdruck, daß feiner Ansicht nach Frankreich und Italien nichts Grundsätzliches trenne. Der Vie -

Don einem wütenden Ochsen zu Tode gedrückt.

WSR. R i d d a , 4. Mai. Fn dein Rachbarorte Gettenau wurde der 75 Fahre alte Fasel- Viehwärter Philipp Albus von einem beim Anbinden wild gewordenen Ochsen so heftig gegen die Wand des Stalles gepreßt, daß dem bedauernswerten Mann der Brustkorb ein­gedrückt wurde. Der Bedauernswerte war auf der Stelle tot.

* Gießen, 3. Mai. Ein hartnäckiger Schwind­ler stand in der Person des Kaufmanns Joh. Simon H e i g l aus Köln, der achtmal, meist wegen Eigen­tumsvergehens bestraft ist, hier vor Gericht. Er hat sich in fünf Fällen von kleinen Leuten, ein­mal auch von der Bahnhofsmission, Geldbeträge zwischen 2 und 4 Mark verschafft, immer mit dem gleichen Trick, indem er vorgab, sein Porte­monnaie, seine Brieftasche, liegen gelassen zu ha­ben und dadurch augenblicklich in Geldverlegenheit zu sein. Sein nicht ernst gemeintes Versprechen, die auf diese Weise erlangten Beträge alsbald au* rückzuerstatten, hat er nie gehalten. Bei der Strafzumessung wurde strafschärfend berücksichtigt-, daß die Geschädigten durchweg selbst bedürftig wa­ren, ferner die zahlreichen Vorstrafen. Das Ur­teil lautete auf neun Monate Gefäng- n i s. Der Angeklagte wird noch von anderen Mr­hörden gesucht.

Eine Woche Gefängnis wegen schwerer Urkundenfälschung erhielt eine Arbeiterfrau aus Vilbel. Sie hatte auf ein Rabattsparbuch den Ra* men einer anderen Frau gesetzt und es bei dem Kaufmann, der es ausgegeben hatte, eingelöst. Die Fälschung nahm sie vor, weil der Kaufmann ihr erklärt hatte, er werde bei der Rückgabe ihres eignen Sparbuchs ihr den Betrag nicht bar aus­zahlen, sondern ihn verrechnen. Von der An­klage, Rabattsparmarken gestohlen zu haben, wurde sie freigesprochen.

Ein Arbeiter von Arnheim hat zwei von seiner Bürgermeisterei für die Arbeitslosenversicherung ausgestellte Arbeitsbescheinigungen verfälscht, in­dem er höhere Zahlen der Arbeitstage einsehte, und die so verfälschten Bescheinigungen dem Ar­beitsamt betrügerischerweise vorgelegt, das den Schwindel jedoch rechtzeitig entdeckte. Wegen ' schwerer Urkundenfälschung und Betrugsversuchs erhielt er eine Gesamtgefängnis st rase von drei Wochen. Fälschung einer öfsent- lichen Urkunde wurde nicht angenommen, da die Gemeinde selbst Arbeitgeberin und die von der Bürgermeisterei ausgestellte Arbeitsbescheinigung somit als eine Privaturkunde anzusehen war.

Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich ein Landwirt aus Climbach zu verantworten. Er war im März mit seinem schwer beladenen Pferdefuhrwerk die steil ansteigende Landstraße AllendorfClimbach hinangefahren. Da er ge­hofft hatte, noch vor Dunkelheit nach Hause zu kommen, war sein Fuhrwerk unbeleuchtet; er hielt auch nicht die rechte Seite der Straße ein, sondern fuhr fast in der Mitte. Ein in entgegen­gesetzter Richtung kommender Radfahrer, der das Hindernis in der Dunkelheit erst im letzten Augen­blick erkennen konnte, fuhr mit solcher Wucht in die Wagendeichsel, daß er sich schwere Ver­letzungen am Unterleib zuzog und alsbald starb. Der Angeklagte, der an die Hinterbliebenen des Verunglückten bereits 5000 Mk. bezahlt hat, wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis-^ strafe von zwei Monaten tretenden Geldstrafe von 300 Mark verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Rad­fahrer ebenfalls unvorsichtig gefahren war und den Unfall mitverschuldet hatte.

Amtsgericht Gießen.

Ein in dem Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters tätiger, erst 20 Jahre alter, schon vorbestrafter Fuhrmann war eines schweren, mittels Einsteigens in einen umschlossenen Raum verübten Diebstahls, sowie eines weiteren einfachen Diebstahls, beide im Rückfall begangen, beschuldigt. Das Strafgesetzbuch sieht doch nur beim Borliegen mildernder Um­stände für einen Diebstahl' der ersterwähnten Art eine Mindestgefängnisstrafe von einem Jahr, bei einem einfachen Diebstahl im Rückfall eine solche von drei Monaten, beim Versagen mildernder Um­stände in beiden Fällen aber nur Zuchtstrafen vor. Das Gericht billigte dem Angeklagten für beide Diebstähle mildernde Umstände zu, erblickte auch in dem ersterwähnten Fall nur einen einfachen, keinen schweren Diebstahl, indem es zwar Einsteigen, aber keines in einenumschlossenen Raum" annahm. Der Angeklagte war an einem umzäunten Gelände außerhalb der Stadt mit seinem Fuhrwerk vor­übergefahren und hatte dieses auf kurze Zeit ver­lassen, um über den Zaun zu steigen und einen im Freien hängenden Pullover mitzunehmen. Kurze Zeit barnad) war dieser von der Polizei, in einem Heusack versteckt, auf dem Fuhrwerk gefunden wor­den. In dem zweiten Fall handelt es sich um die Entwendung von (Sarteneneugniffen aus einer Gärtnerei. Die mildernden Umstände erblickte bas Gericht in bem Geständnis des immerhin noch ju­gendlichen Angeklagten und in dem geringen Wert der gestohlenen Sachen, die sämtlich den Bestohlenen zurückgegeben werden konnten. Die Diebstahlsoor­strafen 20 Mark Geldstrafe und eine Woche Ge­fängnis, die den Rückfall bedingten, waren zu­dem gering. Aud) handelte es sich im ersten Fall um einen Gelegenheitsdiebstahl. Das Gericht er­kannte für die beiden Diebstähle auf eine Gefäng­nisstrafe von je drei Monaten. Die zu bildende Gesamtstrafe lautete auf vier Monate und zwei Wochen Gefängnis.

** Einlösung der Umtauschgut­scheine. Die Intendanz des Stadttheaters macht nochmals dringend darauf aufmerksam, daß die Gültigkeit der für nicht besuchte Abonne­mentsvorstellungen verausgabten Gutscheine mit Ende der Spielzeit erlischt und eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer auf keinen Fall in Frage kommt.

** Goldene Hochzeit. Der frühere Fn- stallationsmeister des Städt. Gas- und Wasser­werks Wilhelm Weydemeier. Kaiserallee43, begeht heute mit seiner Gattin in voller Rüstig­keit das Fest der goldenen Hochzeit. Der Fubilar erfreut sich bei seinen früheren Mitarbeitern und in weiten Kreisen der Bürgerschaft größter Wertschätzung.

** Ein folgenschwerer Sturz. Der 74 Fahre alte Landwirt Karl Rohr aus Kestrich (Kreis Alsfeld) stürzte gestern bei Arbeiten in der Scheuer so unglücklich, daß er sich einen schwe­ren Oberschenkelbruch und Kopfver­letzungen zuzog, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen erforderlich mach­ten.

** DerHubertus, Verein wcidgerech- ter Jäger, Sitz Gießen, E. V., hielt, wie man uns berichtet, am 3. Mai seine Monatsversammlung imHessischen Hof" ab, in der nach Bekanntgabe von Neuanrnelbungen unb Aufnahmen ber 1. Vor- sitzenbe, Pascoe-Dutenhofen, über ben Verlauf unb bas Ergebnis ber diesjährigen Verbandshunde- prüfung berichtete. Diese fand bei Gießen statt unb Zeigte ein ganz hervorragendes Abfchneiben ber Junghunbe heimischer Zucht. Dies ist bas Ergebnis der befonberen Beachtung, bie ber Verein vom ersten Tage seines Bestehens an ber Zucht eines tüchtigen Gebrauchshunbes, ohne ben es ein weid­gerechtes Jagen nicht gibt, geschenkt hat. Zum zehn­ten Male wirb er'in biesem Herbste eine Gebrauchs­suche ausschreiben, bie nach einem Beschluß ber Ver­sammlung als besonbere Jubiläumsveranstaltung aufgezogen werben soll. Im Anschluß daran er­stattete der Schriftführer Studienrat Hölzel einen eingehenden Bericht über die diesjährige große Jagdausstellung in Köln. Er betonte dabei vor allem das gute Abschneiden der Vereinsmitglieder, denen zwei silberne und zwei bronzene Medaillen zufielen, und wies dann vor allem auf #bie vielen Anregun­gen hin, bie von ben Hegefammlungen ausgehen, bie zeigen fallen, wie man burch richtigen Abschuß schlecht veranlagter Böcke eine Hebung bes Gefamt- wilbstandes erzielt. Anknüpfenb baran wies Haupt­mann Hofmann darauf hin, daß der Abschuß in unseren Revieren dieser Auslese des Schlechten meist nicht gerecht würde. Defonomierat Hoff­mann hob den Unterschied in der Bewertung der Einzelstücke der Vereinssammlung in Gießen und Köln hervor, wo man von anderen Gesichtspunkten ausging. Es wurde daher beschlossen, die ganze Sammlung am 14. Juni, nach der Kölner Bewer­tung geordnet, auf dem Schützenhaus auszustellen und damit nach einem Vortrag von Studienrat Hölzel über das ThemaWas lehrt die Wild­markenforschung für die jagdliche Praxis?" die Grundlagen des Wahlabfchuffes des Rehbockes zu behandeln. Den Pächtern 'preußischer Jagden stellt der Verein Sonderdrucke der neuen Pflanzen- und Tierschutzordnung zur Verfügung. Das Schießen beginnt am 10. Mai mit Einschießen der Büchsen. Es werden dabei auch Zielstützen, Bren- neke Flintenlaufgeschosfe, Einsteckläufchen u. a. in der Praxis vorgeführt werden.

** Der Garde-Verein Gießen hielt, wie man uns berichtet, ein vereinsinternes Preisschießen ab, an dem sich fast alle Mitglieder beteiligten. Es wurden ganz vorzügliche Ergebnisse erzielt. Aus stärkster Konkurrenz ging, wie auch im vorigen Jahr, der erste Vorsitzende, Kam. K. Reichardt, als Sieger hervor, der mit 36 Schutz 398 Ringe er­zielen konnte. Preise erhielten: 1. Karl Reichardt; 2. Heinrich Velten; 3. Hans Weinandy; 4. Albert Zirbur; 5. Ludw. Noll; 6. Simon Theisebach; 7. Heinrich Schmelz; 8. Georg Radon. Die Preise stehen zur Zeit im Zigarrengeschäft Möser, Setters-

Wasser ist das Beste!

Don Oder-Med.-Rat Dr. Vollmer.

Die Haut des menschlichen Körpers ist nicht nur ein schützender Ueberzug, sondern sie vermittelt vor allem den Wärmeausgleich und die Ausscheidung unbrauchbarer ober gesundheitsschäblicher Abbau­stoffe bes Körpers. Gar nicht zu reden von ber Haut als ber Bilbungsftätte innerer Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten, besonders gegen Tu­berkulose.

Je mehr wir daher die Haut vernachlässigen durch Tragen zu vieler und oft genug unzweckmäßiger Kleidungsstücke, durch Entwöhnung vom Einfluß anregender Außenreize, wie Licht, Luft und vor allem Wasser, umso mehr verliert die Haut die Fähigkeit, sich rechtzeitig und schnell dem Wechsel von Licht, Luft, Wärme und Kälte anzupassen. Er­kältung und vermehrte Anfälligkeit sind unvermeid­liche Folgen.

Die Haut erfüllt ihre Aufgaben durch die, bis dicht unter die oberste Zellschicht fein verteilten Schweißdrüsen und haarfeinen Blutäderchen, die von noch feinerem Nervennetzwerk umspannt sind. Namentlich bei äußeren Reizen wie Licht, Lust und Wasser werden die Drüsen zu erhöhter Tätigkeit angeregt und die Aederchen unter der Haut erwei­tern oder verengern sich. Das regt die Schutzstoff­bildung an und wirkt günstig auf den Blutkreislauf und die Versorgung der inneren Organe im Körper.

Darum müssen wir regelmäßig dafür sorgen, daß die Haut rein und funktionstüchtig ist, d. h. die Hautoberfläche und die Ausgänge der Talg- und Schweißdrüsen dürfen sich nicht durch Staub und Schweiß zusetzen, die feinen Hautäderchen müssen lebhafteren Reizen ausgesetzt werden, als es unter der Kleidung möglich ist.

Dazu verhilft uns nichts besser und wirksamer als wöchentlich regelmäßig ein warmes Wannen­bad oder zumindest eine Brausebad mit warmem Wasser und Seife. Richtig temperiert und nicht zu lange ausgedehnt verschafft uns das Bad das Ge­fühl des Neugeborenfeins, weil der ganze Körper besser durchblutet wird.

Noch erhöht wird der gesundheitliche Wert des Badens, wenn man nach gründlicher Reinigung der Haut unter der warmen Dusche sich 10 bis 15 Mi­nuten im Schwimmbad tummelt. Das verstärkt die Wirkung des Wassers im Sinne einer besseren Durchblutung und Durchatmung des Körpers.

Daß man natürlich gesund sein muß, je stärker und je mehr man sich Körper- und Hautreizen aus­setzt, ist klar. Aber der Arzt wird Weiteren, Blut-

Tageskalender für Freitag. Vogels- berger Höhenklub: Monatsverfammlung bei Hopfeld. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Helgas Fall und Aufstieg . Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg:Tom rechnet ab" undDie Nacht ohne Pause".

~~ Aus dem Stadttheaterbureau uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen; die fällige Freitag-Abonnementsvor- itellung wird auf morgen verschoben. Mor- gen, Samstag. 6. Mai, 29. Vorstellung im Frei- mit einer Aufführung des VolksstucksDie vier Muskettere" von Sigmund ®E?°hnliche Preise. Anfang: 20 Dlhr, 22,30 ~ Als nächste Fremdenvor-

itellung kommt am Sonntag. 7. Mai, abends 19 ilbr au ermäßigten Operettenpreisen die Spiel- Mnneuheit: , Liselott" von Künnccke unter Paul (S-Jjx c_urn? Kapellmeister Fritz des geplant: Samstag, 1. I u I i ^Vorfeier:' 11" Uhr: rigentenpult zur Aufführung. Ende Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof; 20 Uhr;