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5.4.1933 Frühausgabe
 
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183. Jahrgang

Mittwoch, 5. April 1933

tfcr)d)emt lagltch,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bcjugspreis:

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

Der Untergang des LuftschiffsAkron".

Vernichtung durch eine Gewitterboe. Außer dem Führer und zwei Mann niemand der II Mann starken Besatzung mehr lebend gerettet. Keine Spur des untergegangenen Luftschiffs auf dem Ozean zu entdecken.

Der Bericht des Kapitänleutnants Wiley.

Neu york, 4. April. (1DIB.) Die küstenwache ouf Stalen Island Hal einen Funkspruch aufgefan­gen, worin der unter den vier Geretteten befind­liche ftapitänleutnant Wiley die Katastrophe der Akron" beschreibt. In diesem er st en Bericht eines Ueberlebenben heißt es:

Wir sichteten etwa 30 Meilen südlich Philadelphia ungefähr um 20 Uhr einen Gewitter st urm. Der Erdboden war mit Nebel bedeckt. Das Luftschiff befand sich in guter Verfassung. Um 22 Uhr passierten wir die Küste. Bei Barnegat Leuchtschiff waren wir von Blitzen um­geben. Die Atmosphäre war jedoch nicht sehr stürmisch. Vis etwa 23 Uhr flogen wir ostwärts und dann bis Mitternacht in westlicher Richtung. Um 0.30 Uhr begann das Luftschiff plötzlich aus einer Flughöhe von 1600 Fuß rasch ; u fallen. Wir warfen Ballast ab und erreichten die bisherige Flughöhe wieder. Jehl waren wir v o l l st ä n d i g oo n Blitzen umgeben, und schienen uns im Mittelpunkt des Gewitters zu befinden. Vas Luftschiff begann heftig zu schwanken und mit dem Heck voraus niederzugehen. Alle Mann wurden alarmiert, und es wurde erneut Ballast abgeworfen. 3n diesem Augenblick wurde die $ f e u e r f en­trolle weggerissen, und das Luftschiff fiel auf das Meer hinab. Durch die wucht des Aufschlagens wurde es zerstört. Ich sah viele Mitglieder der Besatzung in dem von Blitzen erleuchteten wasser umherfchwim- men. Das Wrack derAkron" trieb dann rasch fort.

Die Hilfsaktion abgebrochen. Nur drei Gerettete aus der Fahrt nach Neuyork.

Neuyork, 4. April. (WTB.) Die Hilfs- Aktion für das verunglückte LuftschiffAkron" hat keine weiteren Ergebnisse gezeitigt, sie ist abgebrochen worden. Es ist damit zu rech­nen, daß die Katastrophe 73 Menschen das Leben gekostet hat.

In Fachkreisen hatte man der Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, daß dieAkron", die eine vollständige Funkausrüstung an Lord hatte, keine Notsignale gab. Wie erst feljt bekannt wird, hat die Küstenwachtstation As- burypark (New Jersey) doch im Laufe der Nacht

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Ton derAkron" SOS-Rufe empfangen; jedoch habe wie es heißt die Station sich nicht weiter mit derAkron" in Verbindung Hetzen kön­nen, da st a r k e a t m o s p h arische Störun­gen vorhanden gewesen wären.

Die Flugstation Lakehurst hat eine Liste der Offiziere herausgegeben, die sich an Bord der ,Äkron" befanden; danach waren 19 Offiziere, un­ter ihnen der Leiter der aeronautischen Abtei­lung des Marineamtes, Konteradmiral M o f - fett, an Bord. Einer der Geretteten, der Tele- sraphist derAkron", EopelanD, ist inzwischen an Bord derP h ö b u s" trotz aller Bemühun­gen verstorben. Mehrere mit Journalisten tesehte Flugzeuge überflogen am Dienstagvormit­tag die ilnfallftcllc in einem Tim kreis von 20 Meilen ohne auch nur die geringste Spur des Luftschiffes oder der Be­satzung zu finden. Das Marmeministerium^teilt mit, daß das amerikanische KüstenwachschiffTuk- fer" Wrack stücke des LuftschiffesAkron" 15 Seemeilen östlich von Kap Karnegat aufgefischt hat. DieTucker" wird mit dem ersten Offizier derAkron", zwei weiteren Mitgliedern der Mannschaft und der Leiche des Telegraphisten an Bord gegen Abend in Neuyork erwartet.

DieAkron" am Ankermast.

Eckener über die möglichen Llrsachen der Katastrophe.

Berlin, 4. April. (WTB.) Dr. Eckener er­klärte über den Hergang und die mutmaßlichen Llrsachen der Katastrophe derAkron": Wiley ist einer der erfahrensten Luftschiff­kapitäne, der bereits Zehntausende von See­meilen aus Luftschiffen zurückgelegt hat. Die Tatsache, daß dieAkron" in einen Sturm geriet, kann an und für sich noch nicht für das Unglück verantwortlich gemacht werden, da es ja oft genug vorgekommen ist, daß Luftschiffe vor dem Sturm zu kreuzen gezwungen waren. Man muß genauere Rachrichten abwarten. Auch die Mitteilung, daß das Schiff i neinenelek- t r i schen Strom" geraten sein soll, läßt vor­läufig keinerlei Rückschlüsse zu. Die Möglich­keit, daß eine Gewitterboe das Luftschiff in der Weise zerstört habe, daß eine von oben einfallende Kaltluftboe das Luftschiff auf das Wasser heruntergedrückt habe, sei zu bestreiten Seine sehr ausgiebigen Erfahrungen hätten gelehrt, daß das Luftschiff zwar ein Stück nach oben gedrückt werden könne, daß aber auch die Kaltluftboe stets bald zum Stehen komme und in ihr auch das Luftschiff, weil sie gegen die Erde nicht unentwegt Gelegenheit hätte, weiter herabzufallen. Der entgegengesetzte Fall, daß das Luftschiff erheblich nach oben gerissen werde, sei daher öfter vorgekommen und auch begreiflich.

Es bleibe also nur noch die Frage eines Feu­ers an Bord. Eine solche Möglichkeit be­stünde. Es könnte durch Entzündung des Brenn­stoffes vielleicht eine Reihe von Tragzellen ver­nichtet worden sein, so daß das Luftschiff da­durch zu viel Auftrieb verloren hätte.

Dr. Eckener hat einen Bortrag, den er heute nachmittag in Berlin halten sollte, abge­sagt. Er begründete diese Absage damit, daß auf dem untergegangenen Luftschiff viele

Freunde, Kameraden und Mitar­beiter von ihm ihr Leben verloren hätten und daß im übrigen durch die Bernichtung des Luftschiffes er selbst in seiner ganzen Arbeit und in seinen weittragenden Plänen völlig aus dem Gleis geworfen sei.

Kapitänleutnant Flemming, der be­kannte Zeppelin-Führer, äußerte u. a.: Ich glaube nicht, da.ßes sich um Motorschaden handelt, da die fünf Motoren doch nicht alle äuf einmal ausgesetzt haben können. Denn wenn ein oder zwei Motoren defekt geworden sein sollten, so sind die übrigen drei noch immer in der Lage, wenn auch nicht gegen einen allzu starken Sturm ankämpfen zu können, so doch das Schiff so lange manövierfähig zu hal­ten, bis die atmospärischen Verhältnisse s i ch gebessert haben. Viel eher besteht die Wahr­scheinlichkeit, daß am Höhen» oder Sei­ten st euer irgend etwas nicht in Ordnung war, aber auch hier läßt sich naturgemäß Bestimmtes noch nicht sagen.

Deutschlands Teilnahme.

Berlin, 4. April. (WTB.) Der Reichs­präsident hat an Präsident Roosevelt das nachstehende Telegramm gerichtet:Tief er­schüttert durch die Nachricht von dem schweren Unglück, das das LuftschiffAkron" be­troffen und so viele Opfer an blühenden Menschenleben gefordert hat, spreche ich Ew. Exzellenz, dem amerikanischen Volke und den Hin­terbliebenen der tapferen Besatzung auch im Ka­men des deutschen Volkes wärmste Anteilnahme aus."

Reichskanzler Adolf Hitler hat fol­gendes Telegramm an Präsident Roosevelt ge­richtet: Zu dem schweren Unglück, das die ame­rikanische Marine durch den Absturz des Ma­rineluftschifiesAkron" betroffen hat, bitte ich Sie, meine und der deutschen Reichsregierung i n - nigfte Anteilnahme entgegenzunehmen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Menschenleben nicht zu beklagen sind.

Der deutsche TankdcunpfcrPhoebus", der den Verunglückten die erste Hilfe leistete.

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Ein zweites amerikanisches Lustschiff abgestürzt.

Auf der Luche nach derAkron" ms Meer gestürzt.

Neuyork, 4. Mär;. (TU.) Das amerika­nische kleinluftschisf3. 3 stürzte auf der Suche nach den Ueberlcbenöen des Luftschiffes Akron" in der Nähe der Londs-Küstenwachtstation ins Meer ab. Küstenflugzeuge und küstenwacht- schiffe eilten dem verunglückten kleinluslfchiff. zu Hilfe. Zur Zeit des Unglücks befanden sich 11 Mann an Bord, die alle gerettet wurden.

Auch ein französisches Luftschiff im Sturm zerstört.

Paris, 4. April. (TU.) Während eines hef­tigen Sturmes mußte das einzige größere lenk­bare Luftschiff über das die französische Marineluftfahrt verfügt, am Dienstag zwischen Rochefort und Lorient notlanden und zerbrach in zwei Teile. Von der 12köpsi- gen Besatzung wurde ein Korvettenkapitän und ein Fähnrich zur See schwer verletzt.

Das verunglückte Luftschiff, das die Bezeich­nungE 9 trägt, ist ein halb starres. Schiff von 10000 Kubikmetern. Das Luftschiff, das erst vor wenigen Monaten in D i e n st gestellt worden war, war am Diens- tagmorgen in Rochefort aufgestiegen, um eine Uebungsfahrt an der Küste entlang nach Lorient zu unternehmen. Unterwegs wurde das Schiff von einem heftigen Sturm überrascht und sah sich in der Rähe von Guerande zur Rotlan­dung gezwungen. Der Anprall war so heftig, daß der Rumpf des Luftschiffes mitten durch brach.

Scharfe Bekämpfung der Korruption.

Ein Erlaß des Iustizkommissars fterrl.

Berlin, 4. April. (WTB.) Der Reichskom- missar für das preußische Justizministerium K e r r l hat angeordnet, daß im preußischen Justizministerium ein Sonderreferat zur Bekämpfung der Korruption in Staat, Wirtschaft und Hochfinanz gebildet wird. Die Aufgabe dieses Referates soll darin bestehen, die Bekämpfung der Korruption zu zentralisieren, sie mit größter Beschleunigung, schärfstem Rachdruck und unerbittlicher Strenge durchzuführen. Ferner soll bei jeder Staats­anwaltschaft ein geeigneter Staatsanwalt zur Bearbeitung der Korruptionssachen bestellt werden. Die Betreuung der Staatsanwälte, die für dieses Sonderdezernat von ihren Behörden vorgeschlagen werden, behält sich der Reichs­kommissar persönlich vor. Am Schluß des Er­lasses heißt es:

Ich erwarte angesichts der außerordentlichen Bedeutung dieser Aufgabe rücksichtslose Bekämpfung aller Volksschädlinge im Staate, den Kommunalverbänden, Gemeinden, der Wirtschaft und Hochfinanz. Ich weise darauf hin, daß es mit Recht im Volke nicht ver­standen wird, wenn Personen, die volksschädi­gender Handlungen verdächtig sind, von der Untersuchungshaft gegen Stellung einer Kaution verschont bleiben. Grund­sätzlich stehe ich auf dem Standpunkt, daß Volks­schädlinge, auch wenn sie eine hohe Kaution anbieten, nur einen kleinen Teil des durch ihre schädigenden Handlungen erworbenen Vermögens in die Hand des Staates geben, und daher solche Kautionen den Fluchtverdacht auszuschlie­ßen nicht geeignet sind. Die Zeit, da das Volk davon sprach, die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen, muß vorbei sein." Die Vorgänge bei der Kölner

Handwerkskammer.

Köln, 4. April. (WTB. Funkspruch.) Wie der Regierungspräsident mitteilt, ergab sich bei der Prüfung der Geschäftsführung der Hand­werkskammer in Köln durch die von der Staatsregierung eingesetzte kommissarische Lei­tung bei flüchtiger Durchsicht ein Defizit von etwa 1,5 Millionen Mark.Die Fest­stellungen gaben Veranlassung zu einer Straf­anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Syndikus Dr. Engels als geschäftsführendem Vorstand der Wirtschaftsstelle der Handwerks­kammer, gegen den Vorsitzenden der Handwerks­kammer, Walter, und gegen den Direktor der Gewerbebank in Euskirchen, Thomas Esser, in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzenden des Auf­sichtsrates Der Wirtschaftsstelle. Die Untersuchun­gen haben zunächst ergeben, daß das Defizit im Verkehr mit verschiedenen Geldinstituten ent­standen ist, in denen jeweils vereine oder der andere Der Drei vorerwähnten Deschul- Digten im D 0 rstanD , im Aufsichtsrat oder als Geschäftsführer eine maß» gebenDe Stelle inne hatte. Es wurde fcftgeftclli. daß eine Reihe von Verlustgeschäften weder verbucht noch der Generalversamm­lung vorgelegt und seitens des Aufsichtsrates ohne Nachprüfung genehmigt worden ist. Einige der Geschäfte sind mit Billigung und teilweise unter Beteiligung oder sogar auf Ver­anlassung des 1. Vorsitzenden des Aussichtsra.es. Esser, getätigt worden. Soweit Die BeschulDigten Welter und Dr. Engels in Frage kommen,