Ausgabe 
4.9.1933 Erstes Blatt
 
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der Gedanke, auf dem Boden des Bürgertums und mit seinen politischen Organisationen einen Wandel der Lage herbeizuführen, aufzugeben.

Nachdem sich unsere neue Gesellschaftsbildung aus ökonomischen Funktionen heraus entwickelt hatte, war die Fähigkeit zur politischen Führung unter keinen Umständen als unbedingt identisch mit der gesellschaftlichen Stellung des einzelnen Deutschen anzunehmen. Das heißt also:

Zur Führung des Volkes könnten ebensowohl Menschen aus wirtschaftlichen und damit gesellschaftlich minderen Schichten befähigt sein, wie umgekehrt zahlreiche Mitglieder höchster, besonders wirtschaftlich oder finanziell bedingter Gesellschaftskreise abgelehnt werden muhten. Entscheidend dürste nur sein, die für diesen Zweck nötige innere Veran­lagung. Diese Menschen aber aus all' den verschiedenen Ständen, Berufen und sonstigen Schichten herauszufinden, war die gestellte Auf­gabe. Dies war in Wahrheit eine sozialistische Handlung: denn indem ich mich bemühe, für jede Funktion des Lebens aus meinem Volk den dafür Geborenen zu suchen, um ihm auf diesem Gebiet die Verantwortung zu übertragen ohne Ansehen seiner bisherigen wirtschaftlich bedingten oder gesellschaftlichen Herkunft, handle ich im Interesse aller. Wenn aber das Wort Sozialismus überhaupt einen Sinn haben soll, dann kann es nur den haben, in eiserner Ge­rechtigkeit, das heiht tiefster Einsicht, jedem an der Erhaltung des Ganzen das aufzubürden,

was ihm dank feiner angeborenen Veranlagung und damit seinen werten entsprich«.

Es war damit nur entscheidend, d u r ch w e l ch e Methode man diese Mneschen finden wurde, d.e als Nachfolger und damit Erbträger der einstigen Schöpfer unseres Volkskörpers heute seine Fort- erholter sein können. Es gab hier nur eine Mög­lichkeit: Man konnte nicht von der Rasse aus die Befähigung schließen, sondern man mußte vo n der Befähigung den Schluß auf die rassische Eignung zie h e n. D.e Befähigung aber war feststellbar durch die Art der Re­aktion der einzelnen Menschen auf eine neu zu proklamierende Idee. Dies ist die un­fehlbare Methode, die Menschen zu suchen, die man inbcn will, beim jeder hört nur auf den Klang, auf den sein Innerstes abgestimmt ist. Man pro­pagiere die Gewinnsucht als Inhalt einer Bewe­gung, und alle Egoisten werden sich ihr cmschlieyen. Man predige die feige Unterwerfung, und was unterwürfig ist, wird kommen. Man erhebe den Diebstahl, Raub und Plünderung zu Idealen, und die Unterwelt organisiert sich im Ring. Man denke nur an den Besitz und rede von Geschäften, und kann dann seine Anhänger in Wirtschaftsparteien vereinen. Man fordere aber Opfer und Milt, Tapferkeit, Treue, Glaube und He- r o i s m u s, und melden wird sich der Teil des Volkes, der diese Tugenden sein Eigen nennt. Dies aber war für alle Zeiten jener Faktor, der Geschichte machte. Die Bildung der Völker und Staaten sowie ihre Erhaltung ist aber der Inhalt dessen, was wir mit dem Wort Ge­schichte umfassen.

Das nationalsozialistische WrerprWp.

So habe ich im Jahre 1919 ein Programm aus­gestellt und eine Tendenz niedergelegt, die der pazifistisch-demokratischen Welt bewußt ins Gesicht schlug. Gab es in unserem Volke noch Menschen dieser Art, dann war der Sieg un­ausbleiblich. Denn dann mußte dieser Fanatis­mus der Entschlossenheit und der Tat die ihm verwandten INcnschen anziehen, wo immer sich Träger dieser Eigenschaften befanden, mußten sie eines Tages die ihrem Blut eigene Stimme vernehmen, und sie mochten wollen oder nicht, der Bewegung folgen, die der Ausdruck ihres eigensten inneren wesens war.

Es war nur mehr eine Frage der Zeit, wann diesen Menschen die Führung der Nation zufiel. Und daher konnte ich auch 14 Jahre warten, immer mehr erfüllt von der Erkenntnis, daß unsereIu - gend einmal kommen mußte: denn in diesen Jahren hat unsere Bewegung, so wie ein Magnet die stählernen Späne an sich zieht, die staatsbildenden Kräfte und damit auch ihre erhaltenden im deutschen Volke g e s am m e l t, aus allen Ständen und Berufen und Lebensschichten heraus. Während die bürgerlichen Politiker um

unser Programm fragten, ahnten sie nicht, daß chunderttausende sich dieser Bewegung ergaben, ein­fach weil ihr innerer Empfänger auf die Wellenlänge dieser Idee gestimmt war. Die Nation fühlt allmählich die E n t st e - hung einer neuen politischen Füh- rung, der sie sich steigernd mehr und mehr ergibt, weil sie instinktiv in ihr etwas von jener Kraft wittert, der sie einst ihre Entstehung zu verdanken hatte. Dasselbe Volk aber, das in dieser liberalen Epoche mit seiner Führung im ewigen Hader liegt, steht mehr und mehr wie ein Mann hinter seiner neuen. Das Wunder, an das unsere Gegner niemals glauben wollten, ist Wirklichkeit geworben.

In diesem 14jährigen Kampfe hat sich in unserem Volk eine neue, nach vernünftigen und entscheiden­den Gesichtspunkten durchgeführe Gliederung voll­zogen. Aus 45 Millionen erwachsenen Menschen haben sich drei Millionen Kämpfer orga­nisiert als Träger der politischen Füh- rung der Nation. Zu ihrer Gedankenwelt aber bekundet sich heute als Anhänger die über- wältigende Mehrheit aller Deutschen. In diese Hände hat das Volk vertrauensvoll sein Schicksal gelegt.

Die rechte Wreraiistese die Verantwortung desAationatsozialismussnrdie Zukunst derAaton

Die Organisation hat aber damit eine feier­liche Verpflichtung übernommen: Sie muß dafür sorgen, daß dieser fiern, der be­stimmt ist, die Stabilität der politischen Füh­rung in Deutschland zu gewährleisten, erhal­ten bleibt für immer. Die Bewegung hat da- für zu sorgen, daß durch eine geniale Methode der Auswahl nur jene Ergänzung slaltfindet, die das inner sie wesen dieser tragenden Kräfte unserer Ration niemals ver­ändert. Sie hat darauf zu achten, daß nicht die zahlenmäßige Große dieses Kerns als ein Zeichen angesehen wird, nur eine innere Wür­digkeit und damit feine innere Homoge­nität. Sie muh zeigen, daß die Auslese in

der Zukunft nach denselben harten Grundsätzen erfolgen muh, wie sie uns das harte Schicksal in der Vergangenheit auferlegt hat. Wir dürfen nie davor zurückschrecken, aus dieser Gemein­schaft zu entfernen, was nicht seinem inneren Wesen nach zu ihr gehört. Wir müssen daher im Laufe der Zeit die Bedingungen für die Zu­gehörigkeit verschärfen, nicht vermindern ober schwächen. Niemals aber darf dieser Kern ver­gessen, daher seinen Nachwuchs im ganzen Volke zu suchen hat. (Er muh daher in stetiger Arbeit die ganze Nation nach feinen Prinzipien führen, d. h. sie lebendig erfassen. Nur bei dieser ununterbrochenen Arbeit mit und für das Volk entsteht ein wirklich innerer

Altes Städtchen am Main.

Bon Emil Baader

Etliche Tage war ich durch die Märchenwälder des Spessart gewandert. Hatte Schloß Sommerau ge­sehen und Schloß Mespelbrunn, viele einsame Jagb­und Forsthäuser, manch stilles weltfernes Waldtal, viele Dörfer, wohlhabende Dörfer im Vorfpesfart, landarme, menschenreiche Dörfer der Not im Hoch- spessart; und viele tiefe Wälder, endlose Wälder...

Und war dann eines Sommerabends nach Lohr gekommen, das sich gerneTor des Spessarts" nennt. Nach langer Waldwanderschaft ist die Ein-

in so ein Städtchen wie ein ^eimkommen zur Mutter. Man fühlt sich wohl und geborgen in den lieben alten Gassen, am behäbigen Marktplatz. Man beschaut die Sehenswürdigkeiten der Stadt: das alte Schloß, einst kurmainzisches Amthaus: die architck- tonisch sehr reizvolle Stadtkirche mit den wuchtigen Grabmälern dbr Herren von Rieneck, die maler.ichen Stabtturme. Man badet im Main: schwimmt weit hinaus in den Strom, auf dem malerische Kähne da- hinfahren, beladen mit Gras, und zahllose Paddel­boote mit sonnenbraunen Menschen. Man wandert zur Stadt zurück. Man schaut dem Seiler bei seiner interessanten Arbeit zu. An offener Straße übt er sein selten gewordenes Gewerbe aus, das so gut in das Bild des alten Mainstädtchens paßt. Man be­sucht den fränkischen Dichter Nikolaus F e y , der seit Kriegsende in Lohr wohnt. Er hat sich im Stil eines fränkischen Bauernhauses ein anmutiges Dichterhaus auf einer Anhöhe über der Stadt erbaut. Weit ist hier der Blick über Stadt und mainfränkisches Land Man setzt sich am späten Abend in eine Weinstube 3u Lohrer Bürgern. Läßt sich erzählen von heute und gestern: von Spessarter Glasbläsern und Ham­merschmieden. Sie sind längst nicht mehr. Die Lohrer Industrie, insbesondere die Hohlglasfabrik und das Eisenwerk, erinnert an die alten Spessarter Gewerbe Berühmt war einst der Lohrer Schiffsbau, Lohrer Schiffsbauern waren in Wien und Prag tätig. Ver­gangene Zeiten. Gespannt lauscht man den Erzäh- lungen über die Lohrer Karfreitagsprozession, wo die Darstellungen des Leidens Christi in Lebens­größe durch die Straßen getragen werden. Jahr um Jahr lockt dieser schöne religiöse Volksbrauch zahl­reiche Menschen nach Lohr. Läßt sich erzählen von Ignatius Taschner, dem berühmten Bildhauer, dem Freunde Ludwig Thomas. Taschner hat in Lohr seine karge Jugend verlebt. Läßt sich berichten von Langbehn, demRembrandt-Deutschen", der im Jahre 1900 einen Sommer lang in Lohr ver- weilte. Die schönen Baudenkmäler Lohrs erinnern

an seine mannigfaltige Geschichte. Die Grafen von Rieneck waren im frühen Mittelalter die Stadt- Herren. Ludwig der Bayer verlieh der Siedlung 1333 alle Rechte der freien Sadt Gelnhausen. Der letzte Sproß des Rienecker Geschlechts, Philipp III., führte 1544 den Protestantismus in Lohr ein. Nach seinem Tode aber fiel der größte Teil seiner Graf­schaft als erledigtes Lehen an das Erzstift Mainz: Lohr mußte wieder katholisch werden. Das -Lohrer Schloß erinnert an die Mainzer Zeit. Durch den Frieden von Lun6ville wurde dem Mainzer Kurstaat ein Ende bereitet; Lohr kam zunächst zu dem da­mals neugebilbeten Fürstentum Aschaffenburg, 1810 zum Grohherzogtum Frankfurt und durch die Be­stimmungen des Wiener Kongresses endlich an Bayern.

Von den zahlreichen schonen alten Städtchen am Main ist Lohr, dasSpessarttor", die ehemals kur- mainzische Oberamtsstadt, eines der anmutigsten und reizvollsten.

Ein Löwendaby fürchtet sich.

Äon Maria Eyk.

Copyright 1933 by I. L. A., Wien.

Dina hat ein Kind bekommen. Es ist klein und weich, und wenn die behutsame Zunge der Mutter über sein Helles, verschwommenes Fell streicht, bann drückt es sich ganz fest an Dinas Schnauze. Seine Augen sinb hellblau, ahnungslos unb in vielen Stun­den bes Tages fest geschlossen. Es schläft sehr viel, unb Dina hat bann Zeit, es zu betrachten. Sie liebt es mit einer heftigen, eifersüchtigen Liebe unb ist glücklich, weil es gebeiht. Früher, als sie noch mit Rombo den Käfig teilte, war sie auch sehr glücklich gewesen, seine Nähe hatte ihr wohlgetan, sie spürte in ihm noch einen Rest der vergangenen Freiheit . .

Dina hat noch lange nicht alles vergessen, trotzdem es seither viermal kalt geworden ist, o so kalt! In mancher Nacht wenn alles ganz still ist, werden Er­innerungen lebendig, sie denkt an ihre Heimat. Sie meint die wunderbare Wärme zu spüren, sie sieht die vielen Tiere, die in Freiheit leben unb sterben, ohne etwas von Gitterstäben zu ahnen.

Dina haßt die Menschen. Wenn sie vor ihrem Käfig stehen unb mit ben Fingern auf sie zeigen, knirscht sie mit ben starken Zähnen unb ist roütenb über ihre entsetzliche Ohnmacht. Die können ja alles machen auf ber anberen Seite bes Gitters, alles können sich bie erlauben. Dina ist wehrlos. Unb bie vergnügten Sonntagsbesucher da draußen haben keine Ahnung, wie sehnsüchtig Dina oft wünscht, ihre Pranke in die weißen Gesichter zu schlagen.

Bund, aber auch die Fähigkeit, bas zu dieser Auslese Gehörende im Volk zu erkennen. Denn eine solche Auslese bet politischen Führungs­fähigkeit muh ängstlich darüber wachen, daß kein wirkliches Genie im Volke lebt, ohne ge­sehen und bei sich aufgenommen zu werden.

Nur wenn sich eine solche feste Füh- rungshierarchie aufbaut, wird sie als ruhen­der Pol in der Erscheinungen Flucht aus lange Sicht hin die Leitung einer Nation gelassen und entschlossen zu betätigen vermögen. Sie, meine Herren Gauleiter, sind mir, im Verein mit den zahlreichen anderen Funktionären, Führern und Amtswaltern der Beweaung verantwortlich dafür, daß diese Erkenntnis folgerichtig berück­sichtigt und verwirklicht werde. Denn unser Leben ist ein vergängliches. Und unsere Un­sterblichkeit auf dieser Welt liegt nur in der Rich­tigkeit der Grundsätze, denen wir das Leben unse­res Volkes ano.ertrauen. Die Gegenwart kann uns nicht mehr an Liebe und Treue unseres Volkes schenken, als sie uns gegeben hat. Die Zukunft aber wird uns einst wägen eben in dem Maße, in dem wir selbst an sie dachten. Möge uns daher unser Gott bewahren vor jenen Fehlern,

Weitere Reden ans

Nürnberg, 2. Sept. (WTB.) Der Beginn des Parteikongresses am Samstagnachmit- t a g verzögerte sich durch die vorverlegte Kund­gebung der Hitlerjugend im Stadion um etwa eine yalbe Stunde. Der stellvertretende Parteiführer Rudolf Heß, der bei seinem Erscheinen ebenso wie bie Scywester bes Führers stürmisch begrüßt wurde, eröffnete nach dem Einmarsch der Fahnen in An­wesenheit zahlreicher Reichs- und Landesminifter und der Ehrengäste den Fortgang des Kongresses. Zunächst sprach

Staatssekretär Gottfried Jeder über d eOreigliebetuna der deutschen Arbe t Die Arbeitsfront ist Trägerin nationalsozialistischer Weltanschauung unb hat bamit eine ungeheure Er­ziehungsarbeit zu leisten, bie im Klassenkampfge- banken ausgewachsene Arbeiterschaft zusammenzu- schließen in bem höheren Dienst Der Nation. Ganz im Sinne bes echten sozialen Gebankens liege es, baß ber Arbeitsfront bie Aufgaben ber gegenseitigen Hilfeleistung zugewiesen seien, vor allen Dingen bie Alters- und Jnoalidi- tätsversicherung und andere Aufgaben sozialer Art.

Als die drei großen Sachaufgaben des ständi­schen Aufbaues bezeichnete Feder die Landwirt­schaft, die Bauwirtschaft und die Bekleidungswirt­schaft. Der bedeutsamste Beruf für das Wirtschafts­leben sei die Technik. Deren höchste Dienstleistung gegenüber aller gewerblich-wirtschaftlichen Tätigkeit rechtfertige allein schon den Führungsan- spruch der Technik über die in ber heutigen Wirtschaft üblich geworbene Vorherrschaft der Kauf­leute und Bankiers. Der Handel fei nur eine Funktion jeder produktiven Tätigkeit. Verkehr fei ebenso wie Handel im Prinzip nur eine Funk­tion. Denn der Transport von Gütern und auch Personen sei keine schöpferische Tätigkeit, sondern nur eine vermittelnde Tätigkeit, eine notwendige Tatsache für die Produktion, die ebenso wichtig ist wie das Verkaufen selbst. Die umfassende Bedeutung des gesamten Verkehrswesens fei so bedeutsam, daß man es beim Verkehrswesen zum ersten Male in der Weltgeschichte erlebt habe, daß es in seinem wichtigsten Zweige, der Eisen­bahn, verstaatlicht worben sei. Im Grunbe offen­bare sich hierin der tiefe Sinn bes Artikels 13 des Parteiprogramms:Wir fordern die Verstaatli­chung aller bereits vergesellschafteten Betriebe."

Oer Staatssekretär im Neichsarbeits- minisieriumOberftH eri sprach über das ThemaOerGeistbes Arbeitete steS"

Der Arbeitsdienst fei keine vorübergehende Aus­hilfe im Kampf gegen bas Zeitübel ber Arbeits­losigkeit. Eine berufliche und örtliche Um-

die in der menschlichen Eigensucht begründet liegen, Erfolge der Gegenwart zu nehmen ohne Rücksicht auf bie Folgen in ber Zukunft. Jnbem wir uns so ber Pflege bes uns vom Schicksal anoertrauten eigenen Blutes hingeben, helfen wir am besten mit, auch anbere Völker vor Krankheiten zu be- wahren, bie von Rasse auf Rasse, von Volk auf Volk überspringen. Wenn in West- ober Mittel­europa erst ein Volk bem Bolschewismus verfällt, wird dieses Gift weiter fressen und das heute älteste und schönste Kulturgut der Erde verwüsten. Indem Deutschland diesen Kampf auf sich genommen hat, erfüllt es nur, wie schon so oft in seiner Ge- schichte, eine wahrhaft europäische Mission.

Nachdem der Führer seine Ausführungen ge­endet hatte, die oft von brausendem Beifall der Tausenden von Zuhörern unterbrochen worden wa­ren, fangen die Teilnehmer das Horst-Wessel-Lied. Während die Standarten aus dem Saal marschier­ten, erklärte der Stellvertreter des Führers, Ru­dolf Heß, den 5. Reichsparteitag der NSDAP, für geschloffen. Den Führer begleiteten beim Verlassen ber Kongreßhalle unb auf Dem Wege in die Stadt stürmische Ovationen.

Dem pakieilvWeß.

schichtung unseres Volkes, eine Los- reißung aus der todbringenden Verstädterung, eine Rückführung eines erheblichen Dolksteiles zur Bodenkultur sei eine Lebensfrage für unser Volk geworden. Der Arbeitsdienst schaffe die Voraus- etzung für diese Umschichtung. Der Arbeitsdienst ei berufen, unsere Jugend zusammenzuschweißen bei gemeinsamer harter ehrenvoller Arbeit für das gemeinsame Volk und Vaterland. Der große volks­erzieherische Wert des Arbeitsdienstes könne nicht voll zur Geltung kommen, solange der Arbeits­dienst nur auf einen Teil unserer Jugend be­schränkt ist, wie dies beim Freiwilligen Arbeits­dienst der Fall ist. Del Nationalsozialismus sehe in der allgemeinen gleichen Arbeits- dienstpflicht ein unveräußerliches Mittel, um unser ganzes Volk zu der dem Nationalsozialismus eigenen geistigen und seelischen Einstellung zur Ar­beit und zum Arbeitertum zu erziehen.

Heichsm u ster Ocrr6

ührte u. a. aus: Das Ziel aller staatsmännischen Überlegungen müsse die Erhaltung derdeut- ch e n Rasse sein. Es sei Tatsache, daß unsere Landbevölkerung noch die einzige Blutsquelle darstelle, die wir besitzen. Ein nationalsozialistischer Staatsmann habe überhaupt keine andere Wahl als die, das Bauerntum 3 u erhalten um jeden Preis und damit oas deutsche Volk als solches zu erhalten. Wolle ein Staat aus sozialen Gründen, d. h. aus Grün­den der Blutsfrage, seinen Bauern retten und stützen, bann müsse biefer Staat burch ein Bauern­recht oerhinbern, daß der bäuerliche @runbx unb Boden derart verschulden könne, daß der Besitzer wegen der Schulden von Haus und Hof getrieben werde. Hierin unterscheide sich der Nationalsozialis- mus grundsätzlich von dem Nationalliberalismus, der das Wirtschaftliche in den Vordergrund gestellt und also sich eingebildet habe, über die Preispolitik allein dem Bauern helfen zu können. Dem Ratio- nalfozjalismus fei es Vorbehalten, von einem neuen Bauernrecht aus die Rettung des Bauern zu stabi­lisieren unb dies nicht um des Bauern willen, son­dern weil vom Standpunkt des Gesamtwohles des Volkes her nur der Weg über bie Erhaltung unb Vermehrung des Bauerntums übrig bleibe als einziger Weg in eine hoffnungsvolle deutsche Zu­kunft.

Oer Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSOAp. Alfred Bosenberg sprach überOie ra fische Bedingtheit der Außenpo itik".

Der Nationalismus des 19. Jahrhunderts sei heute gestorben. Der internationale Marxismus sei nahezu überall Knecht oder vergeblich revoltie­render Sklave der Hochfinanz. Die Erschütterung,

Solche Gedanken versteht hier nur einer: Rombo. Er weiß, was das heißt: Freiheit, Kampf, Gefahr. Aber die anderen, Lucy zum Beispiel, die im Ge­fängnis geboren wurden, bie wissen nichts baoon. Sie haben sogar manchmal Lust, mit bem Wärter ZU spielen ...

Seit Dina ihr Kind hat, lebt sie getrennt von Öen anderen. Es ist kalt, unb bas Löwenhaus wirb ge­heizt. Dina kann nicht hinübersehen zu Rombo unb Lucy, sie sind burch eine Eisenwanb von ihr getrennt. 2Iber das ist ihr sehr recht. Sie kümmert sich nur um das Kleine, unb die Erinnerung an Rombo wirb immer schwächer.

Das Kleine wächst, unb Dina pflegt es mit sor- genber Zärtlichkeit. Es gibt Tage, an benen viel mehr Menschen kommen als sonst. Viel zu oft für Dinas Geschmack wieberholen sich biese Tage. Dann stehen sie vor bem Käsig, lachen unb schwatzen, rufen bas Kinb unb möchten es am liebsten mitnehmen. Dina ist wütend, sie ruft das Kleine unb legt sich mit ihm in die hinterste Ecke, aber es ist neugierig und läuft immer wieder an das Gitter.

Eines Tages erwacht Dina mit einem unruhigen Erwartungsgefühl, sie läuft hastig hin und her unb glaubt, daß etwas Besonderes geschehen müsse. Sie irrt sich nicht. Plötzlich geht die Rückwand bes Kä­figs langsam unb tnarrenb in bie Höhe unb eine starke, sonnenwarme Luft strömt herein. Das Kleine niest und blickt mit seinen blauen Kinderaugen er­staunt auf bie Veränberung. Dina aber nickt be= friebigt und geht mit langsamen, fast feierlichen Schritten durch die niedrige Tür, hinaus in den sonnenübergossenen Sommerkäfig. Sie ist lange nicht da gewesen, zuletzt war es auch gar nicht mehr schön gewesen. Die Bäume hatten so traurig aus­gesehen ohne Blätter, unb ber Winb fegte kalt unb brohenb. Aber jetzt ist es herrlich!

Ein weicher Lockruf tönt an bas Ohr bes kleinen Löwenkinbes. Es hebt bas runbe Köpfchen, kommt mit zögernben Schrittchen heraus unb sieht nun zum ersten Male ein Stückchen biefer mertwürbi- gen, unerwartet praßen Welt. Ein Geräusch im Nebenkäfig läßt Dina aufblicken. Hier kann sie sehr gut hinübersehen zu ben anbern, es ist keine starre Wand, bie sie trennt, sonbern ein dickes, eisernes Gitter. Ein Gitter, ja, aber man kann durchsetzen.

Drüben steht Rombo. Lange hat ihn Dina nicht Öen unb sie erschrickt ein bißchen bei seinem ick. Langsam geht sie näher an bas trennenbe Gitter heran, unb auch Rombo macht ein paar Schritte, ihr entgegen. Dina hat ihr Kinb ver- gefiert, bas Kleine, das sie von Rombo getrennt hat: nicht ber kleinste Gebanke gehört nun bem Kind, sie steht unb sieht nur Rombo... Da erscheint

drüben in der Tür Lucy. Sie steckt ihre hübsche Nase in die warme Frühlingsluft unb behnt sich genießerisch in ber starken Sonne. Dann erblickt sie auf ber anberen Seite Dina unb sieht, wie Rombo vor bem Gitter steht unb wie er versunken ist in Dinas Anblick.

In biefem Augenblick ist es um Dina geschehen. Eine rafenbe Eifersucht schlägt in ihr hoch unb mit einem furchtbaren Brüllen springt sie gegen bas Gitter. Ihre Augen funkeln in einem gefährlichen Licht, unb ihr Atem geht schwer unb keuchenb. Lucy erschrickt unb flüchtet an Rornbos Seite. Das macht Dina nur noch roütenber unb ihr rasenbes Schmerz- gebrüll erfüllt ben ganzen Garten. Die anderen Tiere werden unruhig, und ein kleiner Bär wim- wert vor Angst. So furchtbar klingt Dinas Stimme.

Doch es geschieht etwas, das augenblicklich im­stande ist, Dinas Brüllen zu unterbrechen. Sie hört das ängstliche Wimmern ihres Kindes und wendet sich mit einem jähen Ruck um. Das Kleine kriecht angsterfüllt durch ben Käfig, fein kleiner Bauch be­rührt bie Erbe, unb feine Hellen Augen sinb erfüllt von einem jagenben Schrecken. Es läuft auf die an» bere Seite unb klettert, um Hilfe jammernd, an ben Eifenstangen hinauf. Angst schüttelt ben klei- neu Körper, eine namenlose Angst.

Dinas Augen folgen entsetzt ben Bewegungen bes Klemen, unb eine lähmenbe Enttäuschung lagert sich um ihr Herz. Das ist mein Kinb? Dieses jarn- mernbe Kätzchen ist mein Kind? Das kann ja nicht sein...

Dina knickt zusammen, ihre Wut ist gebrochen und sie blickt nicht ein einziges Mal mehr hinüber zu Rombo. Mübe unb traurig schleicht sie hin zu ihrem Kinb unb hüllt es ganz ein in ihre beruhi- genben Küsse. Das Kleine knautscht noch ein biß- efien, bann schläft es erschöpft in ber Sonne ein.

Dina stiert vor sich hin, sie ist sehr unglücklich. Sie kann es nicht vergessen, baß dieses junge- wenkind, das ihr Blut in ben Abern trägt, vor ber Stimme feiner Mutter gezittert hat...

Franklins Grabschrifi.

Der große amerikanische Menschenfreund und Staatsmann Benjamin Franklin verfertigte feine eigene Grabschrift, die für sein ganzes Wesen sehr bezeichnend ist. Sie lautet:Hier ruht, eine Speis« für Würmer, der Körper Benjamin Franklins, de» Buchdruckers, tote die Hülle eines alten Buche«, dessen Blätter zerrissen sind, dessen Ginband abge­nutzt ist. Aber das Buch selbst wird nicht verloren gehen, sondern es wird wieder erscheinen, in einer neuen Ausgabe, durchgesehen und verbessert von seinem Schöpfer.'

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Möklang

Noch einmal sind z' geflammt und breni Hitler!" in glommen Die Straßen sind em vom Heer der Frei facher, das nun na Tage ein paar Stun von ihnen haben jd rüftet, und als die in der Kongreßhalle kehren, sind die frisch wieder abgerei und ein Teil der 621 reife angetreten. Bor ähnliches Bild wie b dem Spiel rücken die Adolf Hitlers wieder lichen Abfchiebswinten Zug rollt aus b rufe und Tücherfchllm sie ben Wen enl/tfmt fin ben totalen ber Fe es möglid) mar, i und durstigen Kehlen zu Wtiärt bleiben. Fefsii alles auch hier ai W ber Selbsigenüch T'iölin, bie sich auch währte. Es gab ein S'encn und luftigen ergreifende Momente, kämpfer, bie das S Landesteile des Reid lief) wiedersahen und fangen ber Bewem Augen leuchtete bie unb Ohrenzeugen b gewesen zu fein.

Kleine volii

Von ber Absicht, b( la9 >m September ^bftanb genomme; ben die Vertreter i Verabschiebuna !LU0'bie im Reich fit, in einem ber tot »erben tonnen.

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