Ausgabe 
4.8.1933 Frühausgabe
 
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Aeitag, 4. August 1933

m.M Kvübaussabe

183. Jahrgang

Oer Ginn der französischen Aktion

von

tag»

sichern möchte.

Nun ist es so, daß die Stellung der Regierung Dollfuß s ch w ä ch e r u nd s ch w ä ch e r wird. Wer sollte ihr beispringen, wenn nicht Frank­reich! Wie es amtlich selber nunmehr zugibt, ist es mit der Vorbereitung hierfür schon seit mehreren Wochen beschäftigt, woraus sich schließen läßt, daß es sich der unaufhaltsam zu- nehmenden Schwäche der Regierung Dollfuß schon lange bewußt ist. Bald wohl wird es be­kannt sein, welche Staaten Frankreich für eine gemeinsame diplomatische Aktion gewinnen wollte ' itttung aber ist

Englische Studenten beim hessischen Ministerpräsidenten

D a r m st a d t, 3. Aug. (WSN.) Die Staatspresse­selle teilt mit: Ministerpräsident Dr. Werner empfing heute morgen den Kurator der L o n d o - Mer Universität Mr. Read und zwei Ver­treter der Londoner Studentenschaft. Die Lierren befinden sich auf einer Informationsreise durch Deutschland. Sie kommen von Gießen und Köln. Ihr nächstes Ziel ist Stuttgart. Die Reise bezweckt die Schaffung der Grundlage für eine deutsch-englische Zusammenarbeit und ben Austausch von Studenten. Im Laufe der angeregten Unterhaltung wurden verschiedene deutsch englische Probleme behandelt und von den englischen Herren auch die Hoffnung ausgedruckt,

Annahme von Luzetgen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Blumschein undsürdenAn» zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

schaftlichen Bedeutung der Reichs­autobahnen. Als besonderen Vorteil des Projektes der Reichsautobahnen bezeichnete Dr. Todt die Beendigung des Konkurrenz­kampfes zwischen Schiene und Straße. Zum Schluß erklärte Dr. Todt, daß der Reichs­kanzler bei der Verwirklichung des Planes der Reichsautobahnen den Zweck verfolge, nicht Stra­ßen zu bauen, die in zehn Jahren von der Ent­wicklung überholt sein würden, fentern den schon jetzt unzweifelhaft feststehenden Bedürfnissen zu­künftiger Jahrzehnte Rechnung zu tragen.

Die im Anschluß an das Referat tes Gcneral- inspektors des deutschen Strahenwesens einsetzende Aussprache, die sich über mehrere Stunden er­streckte, zeigte eindeutig, daß die mahgebenten Fachleute tes deutschen Straßenbaus die Dich­tigkeit der S t r a h e n b a u p l ä ne des Reichskanzlers klarerkannt haben und gewillt sind, an ihrer Verwirklichung mit allen Kräften mitzuarbeiten.

Die Finanzierung des Baues des Rügendammes gesichert.

B e r l i n , 3. Aug. (WTB) Im Anschluß an zahl­reiche Vorbesprechungen in der letzten Zeit über den Bau des Rügendammes hat der Kreditaus­schuß der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Ar­beiten (Deffa) in seiner Sitzung am 2. August 1933 nunmehr endgültig seine Mitwirkung bei der FinanzierungdesBaues beschloßen. Gleichzeitig hat auch der Präsident der Reichsanstall

ein energischer Schritt der interessierten Mächte übrig bleibe.

7Nan sprach und man spricht sogar von einer scharfen Hole, von einer gemeinsamen diploma­tischen Aktion usw.

Diese Wirkung scheint dem französischen Außenmini st erium doch etwas ungelegen zu kommen, zumal durch die Polemik der französi­schen Presse der Eindruck entstehen mußte, als habe Frankreich das Heft in die Hand genommen und suche die übrigen Mächte für einen Vorstoß zu ge­winnen. Deshalb bemüht sich derT e m p s" ohne seine bekannte Einstellung gegenüber Deutschland zu verleugnen, etwas zu dämpfen und er behauptet, in der gestern wiedergegebenen Form sei die heraus- gegebene Information nicht zutreffend. Jedenfalls handele es sich um kein Communique des Außenmini ft eriums, auch nicht um eine offiziösen Charakter tragende Rote.

Die österreichische Bundesregierung habe wohl auch keine formelle Demarche bei den Regie­rungen der Hauptmächte unternommen, wenn auch im verlause der üblichen, auf die Lage in Oesterreich und Mittele» ropa abzielenden Ver­handlungen finanzieller, wirtschaftlicher und poli­tischer Art die Regierungen von Rom, London und Paris auf diese Vorgänge ausmerksam ge­macht roortep seien. Es sei doch selbstverständlich, daß das Problem der Beibehaltung eines unab­hängigen Oesterreich im Vordergründe des Mei­nungsaustausches stehe, den man natürlicher­weise pflege, um die Möglichkeiten für eine all­gemeine dauerhafte wirtschaftliche Reorganisa­

tion zu untersuchen. Denn wenn Oesterreich auf­hören sollte, ein unabhängiges Land zu sein, wenn es infolge des Anschlußes oder auf andere weise direkt oder indirekt von Deutschland kontrolliert würde, dann würde die Losung des mitteleuro- päischen Problems unmöglich werden, und sämt­liche Opfer, die man gebracht habe, um Oester­reich zu einer normalen Existenz zu verhelfen, wären vergeblich.

Es treffe aber nicht zu, daß eine bestimmte diplomatische Aktion im Gange sei. und bisher sei auch keine Demarche erfolgt- Erst wenn die österreichisch-deutsche Spannung sich verschärfen sollte, würde man an die Initiative für eine gemeinsame Aktion zur Beseitigung einer unerträglich gewordenen Lage denken können.

3n demselben Gedankengang erklärtParis S o i r, Frankreich bleibe, seinen Verpflichtungen und auch seinen Interesseü getreu,

bereit, an einem Kollektiv-Protest teilzunehmcn, aber es müsse natürlich a b w a r t e n. Denn diese Frage interessiere in gleicher Weise die Re­gierungen von Rom und London. Für den Augenblick scheine kein unmittelbarer Schritt be­vorzustehen.

Das französische Geld für Oesterreich.

Paris, 3. August. (WTB.) Havas teilt auf Grund von Gerüchten aus Finanzkreisen mit, daß der französische Anteil an der österrei­ch i s ch e n Völkerbundsanleihe in Höhe von 300 Millionen Franks in den ersten Tagen der nächsten Woche ausgegebtn wird.

daß niemals wieder ein Tag käme, an dem die germanischen N a t i o n e n; g e g e ni - einander kämpften. Für Hessen »st noch d»e Bemerkung Mr. Reads intereßant, daß die Tech­nische Hochschule in Darmstadt in England einen hervorragenden und ausgezeichneten Ruf genieße. Die Herren, die am Donnerstagmorgen die Tech­nische Hochschule besichtigt hatten, sahen sich am Mittag noch das Konzentrationslager in Osthofen an. Am Freitagmorgen werden sie noch d»e Fabrik Merck besichtigen.

Die Vorbereitung

des Autostraßenbaues.

Havas verbreitet eine amtliche Mitteilung der französischen Regierung, die sich mit ter Span­nung zwischen Deutschland und Oesterreich befaßt.

Es ist richtig, daß die Spannung zwischen Deutschland und Oesterreich eine schwierige Lage geschaffen hat. Deutschland hat indes tote» terholt betont, daß es nichts sehnlicher wünscht, als eine Entspannung herbeizuführen und daß es grundsätzlich bereit ist, um ihret­willen bis an die Grenze des Möglichen und Er- träglichen dem blutsbrüderlichen Oesterreich ent­gegenzukommen. LInbehaglich wird uns je­doch bei dem Gedanken, daß es fremderHilfe bedürfte, um das deutsch-österreichische Verhältnis zu bereinigen. Gewiß, die Span­nung zwischen Deutschland und Oesterreich kann nicht als eine Angelegenheit angesehen werten, die nur die beiden Länder allein angeht. Solche Spannungen gibt es überhaupt nicht, sondern so­gar Spannungen von geringerer Bedeutung be­rühren sogleich die Gesamtheit ter europäischen Staaten. Wir wollen nicht sagen, daß sich dieser oder jener Staat dann einmischte, um bei einer Entspannung auch für sich selber allerhand be­sondere Vorteile herauszuschlagen. Hoffen wir vielmehr, daß auch bei ter Spannung zwischen Deutschland und Oesterreich derjenige Staat, der sich um eine Vermittlung bemüht, dies allein nur unternimmt, um der Sache willen und. um die europäische Politik von einer ihrer vielen

Französische Hetze gegen das neue Deutschland.

Oas pariser Außenministerium sucht die österreichische Regierung Oolisuß zu retten pariser Zwecklügen über angebliche Geheimrüstungen Deutschlands.

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für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung einen erheblichen Betrag als Grundförderung für die Beschäftigung von Arbeitslosen zugesagt.

Von den Darlehen der Deffa wird ein Teilbetrag aus eigenen Mitteln, der Rest aus Mitteln des neuen Arbeitsbefchaffungsprogramms der Reichs­regierung gegeben. An der Finanzierung dieses großen Werkes, dessen Kosten auf rund 2 7 Mil­lionen R M. veranschlagt werden, wirken außer­dem noch die Reichsbahn, das Land P r e u - ßen, die Provinz Pommern, die beteiligten Gemeinden und Gemeindeoerbände mit. Durch^das zielbewußte Zusammenarbeiten der genannten Stel­len sowie der beteiligten Reichsrefforts des Reichsarbeits-, Reichsverkehrs- und des Reichs- finanzminifteriums wird der Bau des Rü­gendammes ermöglicht werden, der neben feiner in der Preße bereits geschilderten großen volkswirtschaftlichen Bedeutung für den Verkehr nach den Rügenschen Dftieebätern und Schweden eine fühlbare Entlastung für den Arbeitsmarkt be­deutet. Eine große Anzahl von Arbeitslosen wird auf Jahre hinaus wieder Arbeit und Brot finden.

Der Kreditausfchuß der Deffa bewilligte ferner aus Restmitteln des Sofortprogramms für Stra­ßenbauten in Frankfurt am Ma i n und in den Provinzen Westfalen und S a d) f e n Darlehen im Gesamtbetrag von rund einer Million Mark, ferner aus Mitteln des neuen Arbeitsbeschaf­fungsprogramms 800 000 Mark für Ham b u r g für Instandsetzungsarbeiten an Hafen- und Brucken­anlagen.

Berlin, 3. Aug. (TM.) Zum erstenmal ten am Donnerstag in ter Reichskanzlei die führenden Männer des deutschen St raß e n- b a u e s, um über die großen gemeinsamen Probleme ihres Arbeitsgebietes zu beraten. Der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens, Dipl.-2ng. Dr. Todt, hatte neben Vertretern des Reichsverkehrsministeriums und des Reichs- Ministeriums für Volksaufklärung und Propa­ganda etwa 50 leitende Fachleute der Lander und ter preußischen Provinzen zusammenberusen. 3n einem ausführlichen Referat legte Dr. Todt die Fehler dar, die in den letzten Llahren und Jahrzehnten im Straßenbau gemacht worden sind und nahm eingehend zu den Fragen ter -Ver­waltung, der Finanzierung und der technischen Ausführung Stellung. Dr. Todt gab weiterhin eine ausführliche Darlegung ter Volkswirt-

Anbeginn der deutsch-österreichischen Spannung zur Genüge bewiesen, wie sehr es hier einseitig Partei ist. Es steht hinter der Regierung Doll­fuß, ja, wahrscheinlich könnte diese sich Überhaupt nicht halten ohne die französische Rückendeckung. Warum sie ihm so ausgiebig zuteil wird, darüber erst noch zu schreiben, erübrigt sich. Auf die Regierung Dollfuß kann in Defterrcid) nur eine Regierung folgen, die dem Volkswil - len Rechnung trägt und den dortigen N a - tionalsozialisten die Macht einräumt, d i e ihnen gebührt. Frankreich hat dies von jeher als den Anschluß bezeichnet. Mit allen Mitteln will es aber die Entstehung eines Groß- deutschland verhindern, weil dieses als­bald einfach durch sein politisches und wirtschaft- liches Schwergewicht das französische Sy st em der sog. Nachfolge st aalen zum Einsturz brächte. Auf diesem System, wie es durch die Ver­sailler Dränung entstanden ist, beruht aber die Hegemonial st ellung Frankreichs, die Macht und ter Glanz, denen es Ewigkeitsdauer

Paris, 3. Aug. (WTB.) Die gestern abend der Agentur Havas ausgegebene Mitteilung, die französische Regierung verfolge feit mehreren Mo­naten mit Aufmerksamkeit die ö st e r r e i chi sch- deutsche Spannung, sie habe verschiedene andere Regierungen auf den Ernst der Lage hingewiesen und mit ihnen über die Mittel und Wege, beispielsweise eine gemeinsame Demarche, beraten, die diesen Zustand beheben könnten, ist von der französischen Presse als Stich­wort aufgegriffen worden, eine regelrechte Kampagne gegen das neue Deutsch­land zu eröffnen. Die Blätter haben in diesen Betrachtungen, teilweise vom Jahrestag des Kriegs­ausbruches ausgehend, das Problem von dem Ge­sichtspunkt behandelt, daß Deutschland nichts Den ge^en und nichts hinzugelernt habe und nur noch

Paris, 3. Aug. (TU.) Vom Quai d'Drsay wird folgende Verlautbarung ausgegeben: Der Außenmini st er beschäftigte sich seit mehreren Wochen mit der Spannung, die zwischen der österreichischen und deutschen Regie­rung besteht. Seine Aufmerksamkeit richtete sich insbesondere auf die verschiedenen Zwischenfälle, die sich in letzter Zeit ereignet haben, wie z. B. die Ueberfliegung österreichischen Ge­biets durch Flugzeuge, deren Nationalität schlecht festgcstellt werden konnten und die dem Bundeskanzler Dollfuß feindlich gesinnte Flug­blätter abwarfen, sowie die Sendungen der deutschen Rundfunk st ationen, in denen die augenblickliche ö st e r r e i ch i s ch e R e- gierung angegriffen wird. Der französische Außenminister hat bei einer Reihe anderer R e - gierungcn auf die Bedeutung und die Gefahren hingewiesen, die dieser Zustand einschließt und mit ihnen die Möglichkeiten besprochen, die geeignet er­scheinen, eine Wiederholung zu vermeiden.

Der Quai d'Drsay verbreitet weiter folgendes CommuniquS: Der f r a n z ö f i s ch e B o t s ch a s t e r in Berlin, Francois Poncet, hat am Montag einen entschiedenen Schritt bei der Reichsregierung unternommen, um gegen die kürzliche Entführung französischer Staatsangehöriger zu protestieren. Eine ähnliche Protestnote war bereits von der Regie­rungskommission des Saargebietes wegen Verletzung der Gebietsteile, die sie verwaltet, unter- breitet worden.

Eine englische Darstellung.

Crkr'ndigungen bei der Regierung in Wien"

London, 3. Aug. (WTB.) Wie Reuter meldet, sind die britische, französische und italie­nische Regierung zur Zeit mit der Prüfung der Frage der nationalsozialistischen Pro­paganda in Oesterreich beschäftigt, und zwar auf Grund der Erkundigungen, die von den Gesandten der betreffenden Mächte bei der Regierung in Wien eingeholt worden sind. Falls die beteiligten Regierungen zu dem Resultat kommen sollten, daß ein Schritt in Berlin gercch.fertigt sei, so würden, wie Reuter weiter erfährt, die in Betracht kommenden Vor­stellungen entweder unter Berufung auf Ar­tikel SO des Versailler Vertrages er­hoben werden, in dem Deutschland verspreche, die Unabhängigkeit Oesterreichs zu achten, oder unter Berufung auf die Präambel zum Vier- m ä ch t e p a k t.

D-.e Begleitmusik der Pariser Presse.

Der neue polnische Fußtritt.

Im geraubten Dberfchlesien spielte sich dieser Tage ein Vorgang ab, der sehr ernste Auf­merksamkeit erfordert, weil er symptomatisch ist. Ar­beitslosen, die zur dortigen deutschen Min­derheit gehören, wurden von den polnischen Be­hörden die Unter st ützungssätze abermals undohne Begründunggekürzt. Man muß den oberschlesischen Menschen kennen, wie geduldig er ist, wie lange er braucht, bis er in Erregung ge­rät. oo ist es denn auch nicht auf diese jüngste will­kürliche Kürzung der Unterstützungssätze ausschließ­lich zurückzuführen, daß sich der Arbeitslosen eine große Erregung bemächtigte. Wenn sie versucht haben, gegen die polnische Banden und die ange- ruckte Polizei tätlich vorzugehen, so brach sich hierin die Verzweiflung der deutschen Min­derheit in Polen einmal Bahn, die Verzweif­lung über eine Unsumme von polnischen Willkür- maßnahmen, von Schmähungen, Verfolgungen, Be­drückungen die Verzweiflung über ein inzwi­schen bis ins letzte ausgebildetes System der Ent­rechtung deutschen Blutes.

Unsere deutschen Brüder innerhalb der polnischen Staatsgrenzen sind auf Grund der völkerrechtlichen Verträge, die uns aufgezwungen worden sind, pol­nische Staatsangehörige geworden. Auf Grund die­ses Sachverhaltes, den wir einstweilen nicht ändern können, haben sie dem polnischen Staate gegenüber die üblichen Pflichten. Selbstverständlich haben sic dementsprechend dem polnischen Staate gegen- über auch Rechte, und zwar sind diese Rechte nie« bcrgelegt und ihnen feierlich zugesichert vom Völ­kerbund. Wir wissen, daß hinter jedem Recht, um ihm Anerkennung zu verschaffen, ein entspre­chendes Maß von Macht stehen muß. Wir wissen, daß Deutschland dieses Maß von Macht, wie wir es um des Rechtes unserer Brüder in Polen wünsch­ten, nicht zur Verfügung hat. Es bleibt uns denn der Rechtsschutz der Deutschen im Auslande ist eine unveräußerliche Pflicht des Reiches bis auf weiteres nur die Berufung auf das vom Völ­kerbunde zugesicherte M i n d e r h e i t e n r e ch t. Es bedarf keines Wortes, daß und in welcher Weife cs in diesem Falle erneut vom polnischen Staate verletzt worden ist. Unsere arbeitslosen Brüder in Oberschlesien werden hinsichtlich der staatlichen und mjtcrictlcn Unterstützung schon seit einiger Zeit schlechter gestellt, als arbeitslose Polen. Das ist ein unmöglicher Zustand. Nach dem Minderheitenrecht haben unsere Brüder in Polen in jedem Falle, also auch als Arbeitslose, die gleichen Rechte wie jeder andere polnische Staatsangehörige. Es ist da­her ein schwerer Bruch des Minderhei­ten r e ch t s , wenn ihnen die gleiche materielle Arbeitslosenunterstützung verweigert wird, und es ist besonders schwerwiegend, daß es nicht bei einer Kürzung geblieben ist, sondern Kürzung auf Kürzung erfolgte. Es ist dies praktisch eine f y - stematische Entrechtung, die Deutschlands schärfsten Protest herausfordert, denn hier liegt ein sogenannter Präzedenzfall vor, den der polnische Staat, nach den bisherigen Erfahrungen und der bisherigen Entwicklung zu urteilen, wahrscheinlich im vollen Bewußtsein seiner Folgenschwere zu duffen versucht. Wenn der polnische Staat hierin nicht grundsätzlich zur Anerkennung seines Unrech- tes gezwungen wird, so wird es wohl nicht aus- blciben, daß sich die unterschiedliche Be­handlung der deutschen Minderheit in Polen gegenüber anderen Angehörigen die­ses Staates alsbalb auch auf anderen Lebcnsgebie- ten cinbürgert, ja, daß sie schließlich überhaupt zum System wird. Es kann dann sogar Wirklichkeit wer­ten, daß dieser offene Bruch des vom Völkerbunde airantiertcn Minderheitenrechtes gegenüber den deutschen in Polen nicht mehr Unrecht, sondern Iiechtszustand wird.

Es wäre gleichbedeutend damit, daß das deut­sche Blut in Polen vogelfrei fein wurde. Dir bedauern, daß der polnische Staat durch feine Praxis die Veranlassung zum Glauben gibt, daß er auf diese Dogeifreiheit bewußt und plan­mäßig hinarbeitet. Wenn ihm nicht hier­bei rechtzeitig und sehr energisch in die Parade ge­fahren wird, und dies ist nunmehr elementare Wicht des Völkerbundes, so wird überhaupt dis M i n d e r h e i t e n r e ch t wahrscheinlich schon ia naher Zukunft gegen st andslos geworden sein. Was dem polnischen Staat dann recht gewor­den wäre, würde den anderen Staaten, in denen deutsche Minderheiten leben, auf deren Entdeut- ij)ung mehr oder weniger offen ebenfalls hinge- erbeitet wird, dann wohl billig sein. Wir wissen, daß in allen diesen Staaten eine wachsende Stirn« Tiung für die Aushöhlung und praktische Außer- ^raftsetzung des vom Völkerbunde garantierten Minderheitenrechtes vorhanden ist. Polen betreibt djo nur die Geschäfte dieser anderen Staaten. Vogelfrei aber darf und soll deutsches $ lut nicht werden!

MetzenerAiizeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drnd und Verlag: vrühl'sche Universtlälr-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Sietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

Schwierigkeiten zu befreien.

Wir mochten es hoffen, weil mir eswünschen, aber bei der 23 e r m i 111 u n g s a 11 i o n Frank- gemein]ame uipiuuiuiiw« r e i d) s können wir es nicht. Frankreich hat seit I und gewonnen hat. V e r m i

ch ex or, t unb oin.

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om Wd Quf t 2ahrchchau ^Leichspräsi.

*c -Malm tet für Hagcmda Dr. ®oe b , UZenmal im neuen Überblick über Rassen-

M deutschen RM

ewes neuen deutschen gcben wird. Die Ab. rbeü zeigt Tpihenlei- ii Handwerks und der

seitherigen 8 Kirchen- ergewählt. Es sind die riedrich Karl Rinn, ohann Philipp Krötk, p Ainn I., Wilhelm mer II. und Wilhelm

3. Slug. Sim Sonntag )lte unb betätigte fiir- keuwahldes Kir- . wurde der jeWrige tizählig wreder- a'tz die Archengemeinde chrung zufrieden war. iberg, 2. Aug. Bei llchenvorstand wurden in eren Mitglieder des Kir- ,rz IX., Bürgermeister iufer, Salti). Pitz lll., . Harnisch V. wieder- len Louis h e tz, Steuer« p d II, Steinberg, das indsmitglied Altbürger- Ehrenkirchenvorsteher er« rchengesangverein Mag in Gießen, um den chen Klinik, ßrauenfiimt chwesternhaus durch ^Bor- d Volkslieder eine tzreu- ie Gesänge wurden von er Freude ausgenommen 5onntagsscier. . kontagabend trat ur>Ge jhlte evangelische rfrefung zu ihrer Bor der feierlichen Der

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