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04/08/1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 180 Lrftes Blatt

185. Jahrgang

Aeitag, 4. August 1033

Lricheini lügllch,autz« Sonntags und Feierlag» Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätler Heimat >m Bild Die Scholl»

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Mit 4Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . , -.25

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MtzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Dmd und Verlag: Vrühl'fche Universttälr-Vuch- und Steinöniderei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20°, mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Die Äeichsregierung gegen Beunruhigung der Wirtschaft

Die Richtlinien über die Vergebung öffentlicher Auftrage

Zunehmende Belebung der Wirtschaft.

Japan und Amerika

Llm die Vorherrschaft im Stillen Ozean.

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Berlin, 3. Aug. (ÖIB.) Das Institut für Konjunkturforschung stellt in seinem Wochenbericht fest, daß sich mit der Belebung von Produk­tion und Umsätzen auch eine allmähliche Entspannung auf der Geldseite der wirtschaft anbahnt. Die Zahlungsein­stellungen in der deutschen Volkswirtschaft sind in den letzten Blanaten auf einen T i e s st a n d ge­sunken, wie er feit vielen Jahren nicht mehr erreicht worden ist. Die wirtschaft ist aus dem Stadium des akuten Zusammenbruchs in ein Sta- dium eingetreten, in dem es möglich geworden ist, die notwendige Bereinigung der finan­ziellen Schwierigkeiten mit milderen Mitteln in Angriff zu nehmen, als bisher. Auf den Kreditmärkten fetzt sich die Entspan­nung nur zögernd durch, jedoch wird dieser Mangel fürs erste durch die Finanzierung der Arbeitsbe­schaffung mit Hilfe des Reichs auf entscheidenden Gebieten überbrückt. Die durchgreifenden Maß­nahmen, die von der Reichsregierung auf den ver­schiedenen Gebieten getroffen worden sind, ermög­lichten der Jndustriewirtfchaft eine E r - Höhung von Produktion und Beschäf­tigung schon zu einem Zeitpunkt, in dem bei ungehindertem Auspendeln der depressiven Kräfte wahrscheinlich an eine Zunahme der volkswirtschaft­lichen Gütererzeugung noch nicht zu denken gewesen wäre.

Washington, 3. Aug. (TU.) Das amerika­nische Marineministerium hat den Bau von 37 neuen Kriegsschiffen in Auftrag gegeben. 21 Kriegsschiffe im werte von rund 130 Millionen Dollars werden von Privatwerften gebaut, während die Regierungswerften den Bau oon 16 Kriegs­schiffen übernommen haben. Der Bauauftrag des Marineministeriums umfaßt zwei Flugzeug-Mutter- fchiffe, fünf Kreuzer, 24 Zerstörer, vier Unter­seeboote und zwei Kanonenboote.

Amtlich wird erklärt, daß das große Flottenneu­bauprogramm eine unmittelbare Folge der A n - kündigung Japans fei, neue Kriegs­schiffe auf Stapel zu legen.

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Berlin, 3. Aug. (WTB.) Das Reichs- k a b i n e 11 hat in seiner letzten Sitzung vom 14. Juli 1933 folgende 'Richtlinien über d i e Vergebung öffentlicher Aufträge be­schlossen:

Grundsätzlich haben über die Vergebung von öffentlichen Aufträgen bei Reich, Ländern und Gemeinden ausschließlich die ver­antwortlichen amtlichen Organe nach Maßgabe der für die Vergebung öffentlicher Auf­träge geltenden behördlichen Bestimmungen zu entscheiden. Die häufig eigennützigen Motiven -entspringende Einwirkung anderer Per­sonen und Organe darf unter keinen -Umständen geduldet werden. DemKampf- Lund für den gewerblichen Mittelstand" wird Nie Einwirkung auf die Vergebung öffentlicher Aufträge von Reich, Ländern und Gemeinden untersagt.

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II.

Die Tatsache, daß in einem deutschen Betrieb ausländisches Kapital arbeitet, kann mit Rücksicht auf die wirtschaftspolitische Gesamtlage Deutschlands und auf den Umfang des in der Deutschen gewerblichen Wirtschaft angelegten aus­ländischen Kapitals, sowie im Hinblick auf die umfangreichen deutschen Kapitalinvestitionen im Auslande und die damit verbundene Gefahr von Olergeltungsmahnahmen keine Veranlas- fu n g geben, eine solche Firma von öffentlichen Rufträgen auszuschließen. Es besteht im Gegenteil alle Veranlassung, dafür zu sorgen, -daß das seriöse Anlage suchende ausländische Kapital das Vertrauen in die Sicher­heit der deutschen Wirtschaft und die Rechtssicherheit im neuen Staat be­hält. Eine grundsätzliche Richtberücksichtigung deutscher Firmen mit Auslandkapital, die im übrigen deutsche Arbeiter und Angestellte be­schäftigen, deutsche Maschinen benutzen usw., wurde letzten Endes auch zahlreiche Volksgenossen brotlos machen.

beitsdienstwilligen erklärt sich daraus, daß der größte Teil der dafür in Frage kommenden Ar­beiten vorbereitenden Charakter hat und infolge­dessen unter Meliorationen und Verkehr erfaßt wird- 3m übrigen zeigt die graphische Dar­stellung an der Zahl der Beschäftigten die von Monat zu Monat ansteigende Kurve des Einsatzes des Arbeitsdienstes in volks­wirtschaftlich wertvollen Arbeiten.

DieWahrheit kommt zurGeltung. Englische Studenten über ihre Erfahrungen in Deutschland.

L o n d o n, 4. Aug. (WTB. Funkjpruch.) Der Füh­rer einer Gruppe von 86 Londoner Etüden- ten, die soeben von eineräußerst genußreichen Ferienfahrt nach Deutschland" zurückgekehrt lind, spricht in einem Brief an dieTimes" t i e f ft e s Bedauern darüber aus, daß es noch immer Eng­länder gebe, die sich durch falsche Pressemel­dungen von Bergnügungsreisen nach Deutschland abhalten ließen. Der Einsender stellt fest, daß er und seine Studenten, unter denen sich zwei Juden befan­den, überall mit größter Herzlichkeit ausgenommen worden sind, und daß die Reisegesellschaft während der zwei Wochen, die sie in Berlin und Freienwalde a. d. Oder verbrachte, nie­mals Anlaß zur Unruhe gehabt habe. Der Brief schließt:Engländer, die einen Ferienaufent­halt in Deutschland erwägen, dürfen sich darauf ver­lassen, daß sie sehr freundliche Aufnahme finden, und daß die Behörden alles tun werden, um für ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit zu sorgen."

Zu II.

In der deutschen Wirtschaft arbeiten eine Tatsache, die vorläufig nicht zu ändern ist Z. Z. noch viele Milliarden ausländi­schen Kapital, teils in Form verantwortlicher Beteiligungen (Aktienbesitz usw.) teils in Form von lang und kurzfristigem Leihkapital. Ob eine deutsche Firma mit ausländischemLeihkapital arbeitet, ist in der Regel schwer zu ermitteln, um so mehr, als die Ver- hältnisse sich hier dauernd ändern. Am leichtesten feststellbar ist die Tatsache verantwortlicher aus-- ländischer Kapitalbeteiligung durch Aktienbesitz und bergl. Gerade diese Form der Kapitalbeteili­gung ist aber die volkswirtschaftlich er- träglidjere, weil der ausländische Aktionär in ganz besonderem Maße mit der deutschen Wirtschaft schicksalsverbunden ist: In Notzeiten be­kommt er keine Dividende und muß sich darüber hinaus auch mit Kapitalverlusten (Zusammenlegung des Aktienkapitals usw.) abfinden, während an die ausländischen Darlehensgeber in der Regel ohne Rücksicht auf die Lage des Schuldners die Zinsen usw. zu leisten sind. Ferner muß im Auge behalten werden, daß auch nicht unerhebliche deut­sche Kapitalien im Auslande angelegt sind. Man denke nur an die sehr wertvollen In­vestitionen der Seeschiffahrt und die zahlreichen deutschen Tochtergesellschaften im Auslande. Es liegt im Interesse der deutschen Volksgemeinfcbaft zu Vergeltungsmaßnahmen des Aus­landes keinen Anlaß zu geben.

Zu III.

3m 3ntereffc der unbedingt erforderlichen Stabilisierung der Wirtschaftsver- hältnisse muh sichergestellt werden, daß die Befolgung des selbstverständlichen Grundsatzes der Bevorzugung deutsch stämmiger Firmen bei gleichwertigen Angeboten nicht dazu führt, daß die Beschaffungsstellen durch

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Die (Japaner, denen schon verschiedene 3rr- tümer über ihre weltpolitische Bedeutung unter­laufen sind, halten den Augenblick für gegeben, um im Stillen O^ean Flottenmanöver durchzuführen, die angesichts der dabei beteilig­ten Streitkräfte unzweifelhaft als m a ch t p o l i - tische D em onst rat i on -gegenüber Ein­mischungsversuchen der Amerikaner im ost- asiatischen Raume bezeichnet werden müssen. Richt weniger als 1 5 0 Kriegsschiffe und zahlreiche Flugzeuggeschwader neh­men daran teil. Aber nicht nur die Anzahl der Schiffe, auch die Dauer der Manöver unterstreicht ihre wesentlich politische Bedeutung, denn sie

Die Berechtigung zu einer besonderen B e - rücksichtigung ortsansässiger Unter­nehmer kann nur ' insoweit anerkannt werden, ais sie sich im Rahmen der Bestimmungen der Ver- b-ngungsortmung für Bauleistungen (Teil A §26, 3) bewegt. Hiernach sollen bei annähernd gleich- wert', aen Angeboten im allgemeinen ein- hieimische Angebote vor auswärtigen d-evorzugt werden, sowie unter einheimischen jsne, die am Ort der Leistung, oder in dessen Nähe dm Auftrag im eigenen Betrieb aus- fit) r e ,n und hauptsächlich ortsansässige Arbeiter beschäftigen. Dagegen würde ein gründ süßlicher Ausschluß auswärti­ger Bieter, oder aber ihre Nichtberücksichtigung tMtz offensichtlich günstiger Angebote gesamtwirt­schaftlich äußer st ungünstige Wirkungen h.cben. Regionale Abgrenzungen, die die Einheitlich­keit des deutschen Wirtschaftsgebietes aufheben.

das eine reibungslose Durchführung der gewaltigen Veranstaltung garantiert.

Um 18 Uhr empfing der Reichskanzler den Staats- fefretär des Reichswirtschaftsministeriums Dr. F e - der zur Besprechung aktueller Wirtschaftsfragen.

fieber 250000 Arbeitsdienst- freiwillige.

Berlin, 3. Aug. (WTB.l 252 357 Ar­beitswillige führten am 30 3uni in Deutsch­land Schaufel und Hacke. Angeseht waren sie in 4717 verschiedenen Maßnahmen, die bis auf einen ganz geringen Prozentsatz von geschlossenen La­gern durchgcführt werden. Die graphische Dar­stellung zeigt, wie sich die Beschäftigten auf die verschiedenen Arbeitsarten verteilen. Der ständig wachsende Einsatz des Arbeitsdienstes auf. dem Gebiete der Kultivierungsarbeiten und Meliorationen erfordert die größte Zahl von Beschäftigten. Den Verkehr erschließenden Arbeitsaufgaben mit ihrem Kleinwegebau und Dorbereitungsarbeiten für die Anlage von Straßen steht die zweitgrößte Zahl von Beschäftigten zur Verfügung. An dritter Stelle folgt das Aufgabengebiet der Forstwirt­schaft, dann die Siedlung. Die niedrige Zahl der bei Siedlungsarbeiten angesehten Ar-

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III.

Was die Behandlung der Firmen anlangt, deren Inhaber oder an der Geschäftsführung maßgebend beteiligte Personen nicht arischer Ab­stammung sind, so ist an sich nach dem Grundsatz z u verfahren, daß bei gleichwertigen A n - geboten deutsch ft ämmige Firmen z u bevorzugen sind. Es wird in das pflichtgemäße Srmcffen der amtlichen Vergebungsstellen gelegt, hier die unter den jeweils gegebenen Verhältnissen sachlich richtige Entscheidung zu treffen, wobei unter bcn zur Zeit noch bestehenden wirtschaftlichen fBer« friltniffen die Rücksicht auf die Lösung des im Vor- l» ergründ aller Ueberlegungen stehenden SIrbeits« .'Hofenproblems allen anderen Ueberlegungen worangehen muß. Es wird als selbstverständlich vor­ausgesetzt, daß jede an öffentlichen Aufträgen be­teiligte Firma und ihre Inhaber in ihrer Tätigkeit dm grundlegenden Forderungen der brutschen Staats- und Wirtschaftspolitik in v o l - 4 l fm Umfange Rechnung tragen müssen.

Im übrigen sollen die Beschaffungsstellen sich jeder Schnüffelei enthalten; es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß sie o ine besonderen Anlaß etwa in jedem Einzelfalle weitläufige Untersuchungen nach der Ariereigenschaft dcr etwa in Frage kommenden Personen anstellen iLiib namentlich bei Aktiengesellschaften und Unternehmungen ähnlicher Rechtsform fast undurch­führbare Untersuchungen vornehmen, die vielfach z» willkürlichen Veränderungen in der Organisation einzelner Betriebe und damit u. U. zu einer Ge- söhrdung der Existenz der in dem Werk beschäftigten Arbeitnehmer führen können. Ausschlaggebend inuß für die wirtschaftliche Betrachtung des Einzel- solles sein, ob die betreffende Firma deutsches Le r s o n a l (Arbeiter, Angestellte usw ) beschäftigt, deutsche Maschinen verwendet usw. und so eäner beachtlichen Zahl deutscher Volksge- ilo f f e n Arbeit und Brot gibt.

IV.

dürfen bei Vergebung von Aufträgen durch öffent- li he Körperschaften keinesfalls Platz greifen. Es ist 'lmehr notwendig, einer derartigen Entwicklung rechtzeitig entgegenzutreten.

Erläuterungen

t»es Reichswirtschastsministers

Der Reichswirtschafts mini st er hat in einem Rundschreiben vom 19.Juli 1933 diese Richt-

liniert sämtlichen Landesregierungen zur Kenntnis gebracht mit der Bitte, die Befolgung derselben bei allen in Frage kommenden Beschaf­fungsstellen s i ch e t z u st e l l e n. Nachdem der Reichswirtschaftsminister noch besonders darauf hin­gewiesen hat, daß für die Ausgestaltung der Richt­linien in er st er Linie der Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung, hinter dem im gegenwärtigen Zeitpunkt alle sonstigen Ueberlegun­gen zurücktreten müßten, entscheidend gewesen fei, führt er zu den einzelnen Ziffern der Richtlinien noch folgendes aus:

Zu I.

3n letzter Zeit haben zahlreiche Behör­den, z. T. veranlaßt durch außerhalb ihres Ge­schäftsbereichs stehende nichtamtliche Stellen, neue Richtlinien über die Auswahl der zur Angebotsabgabe bei öffentlichen Vergebungen zugelasfenen Firmen ausgestellt. Dienstanweisun­gen und Richtlinien der vorbezeichneten Art füh­ren, zumal wenn die einzelnen Vergebungsstellen jeweils gesondert abweichende Maß­nahmen ergreifen, zu einem E h a o s auf dem Gebiet des Vergebungswesens und zu einer schwerenSchädigung der Staats­autorität und der Wirtschaft. Die Aufstel­lung von Richtlinien und die Durchführung der Vergebungen ist ausschließlich Sache der dafür zuständigen, in ihrer dienstlichen Verantwortung nur ihren amtlichen Vorgesetzten verantwortlichen Stellen. Aus diesem Grunde ist es auch aus­geschlossen, etwa die Auswertung der An­gebote bei den Vergebungsstellen durch nicht­amtliche Stellen oder Organe irgendwelcher Art vornehmen zu lassen. Sofern die Verge­bungsstellen bei der Prüfung der Angebote der Mitwirkung von Sachverständigen im Ein- zelsall bedürfen, haben sie hierbei nach den Vor­schriften der Verdingungsordnung zu verfahren.

Empfänge uni) -öeipredjungen beim Reichskanzler

Berchtesgaden, 3. August. (WTB.) Reichs­kanzler Adolf Hitler, der zu vorübergehendem Aufenthalt auf dem Oberjalzberg bei Berchtesgaden eingetroffen ist, hatte gestern eine Besprechung mit dem Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Cam­mers und Staatssekretär Dr. Funk vom Reichs- propaganbaminifterium. Außerdem empfing der Kanzler gestern den amerikanischen Industriellen Mr. B e h n und den Vizepräsidenten der City Com­pany of New Port Mr. Henry Mann.

Heute nachmittag zwischen 12 und 13 Uhr hatte der Reichskanzler im Beisein des Staatssekretärs Dr. Lammers eine Besprechung mit dem süd­afrikanischen Minister für Eisenbahnen und Landes­verteidigung P i r o w und dem Generalkonsul Brehmer. An dieser Besprechung nahm auch der Vertreter der bremischen Regierung bei der Reichs­regierung Burandt teil.

Um 16 Uhr fand eine Besprechung des Reichs­kanzlers mit dem Leiter der Politischen Organisation der NSDAP. Dr. Ley und dem Reichsjugendführer v. S ch i r a ch über den Reichsparteitag in Nürn­berg statt. Dr. L e n legte die vom Führer entworie- nen Pläne über die im Ausbau begriffenen Anlagen und Aufmarschräume in Nürnberg vor. Die Auf­marscharena im LRitpoldhain wird danach mit ihrem Fassungsvermögen von rund 400 000 Menschen zur größten Arena der Welt gestaltet. Außerdem wurde das Programm des Reichsparteitages besprochen.

begannen am vergangenen Montag und werden bis zum 25. August, also f a ft vier Wochen lang andauern. Gleichzeitig werden Rachrichten über die Daupläne der japanischen Marineleitunz bekannt. Cs zeiat sich, daß die 3 a p a n e r ihre Flotte bis an die vertragliche Höchstgrenze ausbauen wollen: vier Kreuzer sollen modernisiert und in den nächsten drei Jahren zwei weitere Reubauten, zwei Flug­zeugmutterschiffe, eine Anzahl von Llntersee- booten und Zerstörern und zahlreiche neue Was­serflugzeuge gebaut werden. 3m nächsten 3ahre wird 3apan 760 Millionen QJen für seine Flotte ausgeben, also fast 200 Millionen Den mehr alS im laufenden Etatsjahr.

Das alles ist in diesem 3<rhre, das ja be­kanntlich die Entscheidung über das Schicksal der Abrüstungskonferenz bringen wird, außerordentlich interessant. Zwar ist 3apan aus dem internationalen 3nftitut zur Erhaltung von Kriegsmöglichkeiten, nämlich dem Völkerbund, ausgetreten, und es treibt Machtpolitik auf eigene Faust. Aber dennoch könnte 3apan sich keinem internationalen Abrüstungsabkommen auf die Dauer widersetzen. Es muß also seine gan$ besonderen Gründe haben, die es zu seinem Vor­gehen veranlassen. Sie sind an sich nicht weit zu suchen. Vor kurzem ging durch die ostasiatische Presse eine Rachricht, die freilich sofort demen­tiert wurde, wonach die Amerikaner die Anlage einer Flottenstation an der süd-

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1 W(ctten lich um 0,1» Vlahlverein-Dvnds lagen notierten: Aenbe|ihanleihe r 77,50 bis 77,60, 6prvz. Z; chsbahnvoijugsaktien SS fO li m mH. Kupon 5,20, Reich: 5, Gelsenkirchen 61,50, Harr- mann 62,50, Aheinstahl 8 21,1 Aekula 110,1, Conti Gr 3 Kraft 97. M-Farben 133 n 50,75, Metallgele lischst t hapag 14,1, Avrdd. Lloyd

lemarft in Putzbach.

3. August. Aus dem beud r k t waren 323 Ferkel aufge- : vollzog sich sehr fielt, du L Für Ferkel bis zu 6 Ws<K- 5.50 Mark, für 6 bis 8 Noch-: 17.50 Mark und für Ferkel a: Wochen 17.50 bis 23 Marl

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Einleitung peinlicher LInterfuchungen nach dem deutschstämmigen Charakter einer Firma in jedem Einzclfall und ohne besonderen Anlaß die Wirtschaft in ständig neueVeunruhi- gungen versehen, die letzten Endes aus Kosten der von der Reichsregierung an die Spitze ihres Programms gestellten Arbeitsbeschaffung geht. Wenn, wie mir mitgeteilt worden ist, z. B. der Rachweis verlangt wird, daß in den bisherigen Generalversammlungen einer Aktiengesellschaft die Vertretung der Aktienmehrheit stets in christ­lichen Händen gewesen sei, und weiter die Er­gänzung dieser Erklärung durch einen Rachweis der Aricreigcnschaft der Großeltern zweier Auf­sichtsratsmitglieder gefordert vgird, so dient ein derartiges Vorgehen nicht den vordringlichen Ausgaben der Arbeitsbeschaffung.

Zu IV.

Bereits in früheren Rundschreiben habe ich darauf hingewiesen, daß bei der Vergebung öf­fentlicher Aufträge die Errichtung innerdeut­scher Wirtschastsgrenzen, welche die Einheitlichkeit des deutschen Wirtschaftsgebietes aufheben, vermieden werden muß. Es ist daher untragbar, wenn z. B- in dem Merkblatt einer Großstadt der Grundsatz ausgestellt wird, daß bei den Lieferungen für die Stadt aus­wärtige Bewerber nur dann berücksichtigt wer­den dürfen, wenn ein besonderes 3ntcreffe dieser Stadt vorliege. Die Wirtschaftskrise und das Wohl der Volksgemeinschaft machen es erforder­lich, den GrundsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz" nicht an d i e Grenzen und 3 n t e r e f f e n einzelner Städte oder Länder zu binden. Cs würde zu schweren Schädigungen der Gesamtwirtschaft führen, wenn jede Stadt und jedes Land den Grundsatz ver­treten würde, daß künftig ihr öffenllicher Bedarf nur von Firmen ihrer Stadt oder Ihres Landes gedeckt werden dürfe, und die übrigen Teile des Reiches, die auf die gegenseitige wirt­schaftliche Befruchtung durch die öffent­lichen Aufträge von Reich, Ländern und Ge­meinden geradezu angewiesen sind, dabei ihrem Schicksal und ihrer wirtschaftlichen Rot über­lassen würden.

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