Ausgabe 
4.7.1933 Frühausgabe
 
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wird, daß, solange einheitliche Quali

Aus aller Welt

Weg xi zu voll.

kommissarischen Bevollmächtigten b e re i t zu erklären. Der Vorstand des Zentral- ausschusses besteht nunmehr aus Generalsuperin­tendent D. Karow als Präsidenten. Pastor Braune (Lobetal) und Pastor Wendelin (Dresden) als Vizepräsidenten, Pfarrer S ch i r - macher und Pfarrer Themel als staatskom­missarischen Bevollmächtigten und Rechtsanwalt Dr. Johannes Heinrich als Schatzmeister.

Oie deutsche Rundfunkeinheit vollendet.

Eine Nationalsozialistische Rundsunk- kammer.

. Berlin. 3.3uli. ($11.) Am Montag fand in Berlin die Gründung der A a t i o n a l sozia­listischen Rundfunkkammer e. D. statt. Die Rationalsozialistifche Rundfunkkammer ver­wirklicht die deutsche Rundfunkeinheit durch die Zusammenfassung aller mit dem Rundfunk ver­bundenen Kräfte. Damit erhält der Führer des deutschen Rundfunks, Reichsminister Dr. G o e b - b e l s nunmehr auch entscheidenden Einfluß in allen Verbands- und Organisationsangelegen- heiten autzerhalbdes staatlichenRund- f u n k s. Das kommt besonders deutlich darin zum Ausdruck, daß der Präsident der Kammer von Dr. Goebbels ernannt *>irö. Die Kammer hat u. a. folgende Auf­gaben:

Kleine politische Nachrichten.

Zu Vertretern der bisherigen deutschnationalen Fraktion des Reichstages in den Vorstand der Frak­tion der RSDAP. auf Grund des Abkom­mens vom 27.3uni sind Prof. Dr. v. Frey- tagh-Loringhoven und Stadtrat Stein- Hoff. zu Vertretern der Landtagsfraktion der kommissarische Landrat Könnecke und Haupt­mann a. D. S ch w e ch t bestimmt worden.

Die auf Veranlasiung des Kommis,ars der ärzt- , Dr. Wagner, vom Verband der Aerzte Deutschlands veranstaltete Sammlung für die Adolf-Hitler-Spende hat aus Spenden der Aerztevereine und von einzelnen Aerzten bis jetzt den Betrag von 38 000 Mk für die Opfer der Arbeit ergeben. Die Sammlung wird fortgesetzt.

Konzert des A.S.- Reichs - Symphonieorchesters.

Zusammenarbeit aller Gruppen des deutschen Rundfunkwesens in nationalsozialistischem Verant­wortungsbewußtsein und Gemeinschaftsgeist. Ein­ordnung technischer und wirtschaftlicher Bestrebungen in die politische Aufgabe der einheitlichen Führung der öffentlichen Meinung. Schaffung einer bereits im Volke verankerten oraanisatorischen Grundlage des deutschen Runüfunkwesens zur Erweiterung und Ver­tiefung der Mitarbeit des Rundfunks an der Bildung des Volkswillens. Vermittlung des Rundfunks an alle Volksgenossen. Sicherung eines einwandfreien Rundfunkempfanges im Interesse der deutschen Hörerschaft. Erweckung des öffentlichen Verständ­nisses für die Aufgaben der Funkindustrie, der Er- sinder und geistigen Arbeiter, der Handarbeiterschaft und des Funkhandels. Unterstützende Maßnahmen sur Die Marktregelung, sowie die Erzeugung und den Absatz von technisch hochstehenden preiswürdigen Apparaten für alle Bedürfnisse des deutschen Rund- sunkmarktes, insbesondere der breitesten Volkskreise. Schutz gegen Ueberfremdung des deutschen Marktes und Ueberschwemmung mit Auslandsfabrikaten.

Mitglieder können Verbände oder Grup­pen bzw. Gesellschaften des deutschen Rundfunk­wesens sein, die als Funkschaffende durch funk- politische, funkkünstlerische, funkkritische, funkorga- nisatorische, funktechnische, funkwirtschaftliche oder sonstige Arbeit auf den deutschen Rundfunk Ein­fluß nehmen, mit ihm Zusammenhängen oder an seiner Gestaltung sender- oder empfangsseitig un­mittelbares 3nteresse haben. Unter dem Prä­sidenten der Kammer steht ein geschäfts- f u h r e n d e r V o r st and aus zwei Mitgliedern. C?DrL<en Kcimmermitgliedern wurden einstimmig die Pgg. Korvettenkapitän a. D. Pl. Ferber, aur Zeit Staatskommissar beim süddeutschen Rundfunk und Karl Hintze, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Funkindu-

Vorstand gewählt. Die Ernennung des Präsidenten und die Zustimmung des Mi­nisteriums zur Wahl der geschäftsführenden Vor­standsmitglieder dürfte in den nächsten Tagen f-^I^vSen* $cr Gründung der nationalsozia­listischen Rundfunkkammer e. D. hat sich der To- ^litätsanspruch des Rationalsozialismus auf dem Gebiete des Rundfunks durchgesetzt. An den Reichspräsidenten den Reichskanzler und den Reichsminister Dr. Goebbels wurden Ergeben- yeitstelegramme gesandt.

Warenhäuser und preisinseraie für Lebensmittel.

1! Funkspruch. < Der

Präsident des Reichsverbandes der Mittel- und Großbetriebe des deutschen Einzelhandels hatte an die Mitglieder der Fachgruppe .Warenhaus" em Schreiben gerichtet, in dem darauf hingewiesen

befprechungen. Mindestens eine Besprechung jährlich ^ll auf dem Kyffhäuser obgehalten werden. D-r Bericht der sozialpolitischen Abteilung gab einen Einblick in die sozialpolitische Betätigung und die kameradschaftliche Hilfe, die der Bund als eine sei­ner wesentlichsten Aufgaben ansieht. Auf einer Tagung in Berlin soll ein neuer Bund der Natio­nalsozialistischen Deutschen Kriegsopferversorauna gegründet werden. Der Bundesführer betonte, daß die Interessen der Kriegsbeschädigten und Kriegs­hinterbliebenen in der großen Sammelorganisation, die dem Herzen der Reichsregierung besonders nahe- stehe, gut betreut sein würden.

Graf Zeppelin" macht 179 Kilometer in der Stunde.

Das Luftschiff .Graf Zeppelin", das am Samstag in Friedrichshafen zu seiner dritten Südamerikareise fast voll besetzt gestartet war. hat, wie die Hamburg-Amerika-Linie mit­teilt, am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr die Meerenge von Gibraltar überflogen. An der Westküste von Rordafrika traf dann das Luft­schiff besonders günstige Rückenwinde an, so daß mit der bisher nur seltenen Reisegeschwindig­keit von 17 9 Kilometer in der Stunde bereits am Montagmorgen gegen 5 Uhr MEZ. bie Höhe von Cap Dlanca an der Südgrenze des Staates Rio d'Oro erreichte. Das Luftschiff hat drahtloseVerbindung mit der,,West­falen", der schwimmenden Flugzeugstation der Deutschen Lufthansa. Die meteorologische Station dieses Dampfers hat durch ihre Höhenwindmessun­gen festgestellt, daß das Luftschiff auch für den nächsten Teil seiner Reise durch ähnliche vorteil­hafte Rückenwinde begünstigt sein wird.

Line Million Zlugkilomeker.

Flugkapitän D o l d i von der Deutschen Lufthansa der schon im Felde hervorragend geflogen ist, hat als erster bayerischer Pilot im Luftverkehr '!ne Kilometer zurückgelegt.

Diese hohe Zahl bekommt erst Leben im Vergleich mit bekannten Entfernungen. Sie entspricht 25mal dem Erdumfang und 2000mal der Flug­strecke MünchenBerlin. Flugkapitän Doldi ist der dritte deutsche Flieger, der diese gewaltige Leistung vollbracht hat.

Reichsminister a. D. Schiele gerechtferligk.

Aus Anlaß einer Anzeige der bei der D e u t - schen Getreidehandelsgesellschaft (DGH.) und der Getreide- und 3ndu- striekommission (G3C.) eingesetzten K o m - 2? V a/ e ^egen den ehemaligen Reichsminister Schiele, hatte die Staatsanwaltschaft das Vorverfahren eingeleitet. Dieses Vorver­

fahren ist eingestellt. Es hat sich bereits in diesem Vorverfahren ergeben, daß weder nach der kriminellen, noch nach der moralischen Seite hin Veranlassung vorliege, einen Vorwurf zu erheben.

Die Erdstöße auf Sumatra dauern an. Bisher 424 Tote.

^JöungEn aus Sumatra zufolge sind bei dem Erdbeben vom 25. und 26.3uni in Süd- Benkoelen insgesamt 42 4 Menschen getötet worden. Roch immer werden neue Erdstöße wahr­genommen.

Oberreichsanwalt a. D. Professor Dr. Lbermeyer f.

3n Leipzig verstarb im 78. Lebensjahre Oberreichsanwalt i. R. Prof. Dr. Ludwig E b e r- meyer. Ebermeyer wurde 1858 in Rördlingen geboren und war im bayerischen 3ustizdienst. bis er 1502 als Richter an das Reichsgericht in Leipzig berufen wurde. 1918 wurde er dort Senatspräsident. 1921 wurde er als Rachfolger von Dr. Zweigert Oberreichsanwalt und hatte in zahlreichen politischen Prozessen die Anklage 3 vertreten. 1926 trat er von seinem Amt zurück Ht aber als Mitherausgeber des maßgebendsten Kommentars zum geltenden Strafrecht und seiner Rebengesehe und auch in der Kommission zur Reform des Strafrechts tätig gewesen. Auch las er an der Universität Leipzig seit 1927 über das im Werden begriffene neue deutsche Straf­gesetzbuch. Ebermeyer galt als einer der besten Kenner des deutschen Strafrechtes.

Zahresschau deulscher Garlenkullur in Hannover.

Die große Hannoversche Gartenbauausstellunq wurde auf dem 100 000 Quadratmeter großen Ge­lände hinter und neben der Stadthalle unter dem TitelJahresschau deutscher Gartenkul- t u r" durch einen Festakt im Beisein vieler Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, der Wirtschaft und Landwirtschaft, eröffnet. Ueberaus zahlreich aus dem ganzen Reich beschickt, soll sie zeigen, welche neuen Aufgaben der deutsche Gartenbau in unserer Volkswirtschaft erfüllt. Nachdem der Reichsführer im Reichsverband des deutschen Gartenbaues, Jo­hannes B ö t t n e r aus Frankfurt a. d. Oder hier­über eingehend gesprochen hatte, nahm Oberpräsi­dent Lutze das Wort zu einer Ansprache, in der er die Grüße und Wünsche des Reichspräsidenten als des Schirmherrn der Ausstellung überbrachte, um diese dann im Namen Hindenburgs zu er­öffnen. An den Reichspräsidenten wurde von der Ausstellungsleitung ein Huldigungs- und Danktele- gramm gesandt.

weise in Erinnerung ist. Welche instrumentalen Farbwerte dieses Werk in sich birgt, das wurde hier offenbar, wo ein Berufener immer neue Lich­ter aufleuchten ließ, wo bisher unbeachtete me­lodische Gestalten verkoppelt erschienen. Es würde zu weit führen, auf all die vielen Einzelheiten zu verweisen. Aber ganz besonders das Finale mit seiner Vielfältigkeit der Stimmungsgebunden­heit ließ erkennen, wie die Temponahme nicht nur durch die Vorschrift des Komponisten, son­dern durch die innere Organik des Werdens be­stimmt wurde. Welch eine bannende Kraft ging z. B. von den Pizzikati aus, oder von der gebets­gleichen 3nbrunst der Hornstelle, ganz zu schwei­gen von dem Anwachsen und sieghaften Erfülltsein im Allegro.

Da war Richard Wagners Fau st Ou­vertüre als ein charakteristischer Markstein in in dem Schaffen des Bayreuther Meisters:, ein­mal, weil sie eines der wenigen Zeugnisse abso­luter Musik bei Richard Wagner darstellt, zum andern, weil sie»in ihrem ersten Entwurf als erster Teil einer großen Faustsymphonie unmittel­bar unter dem Eindruck geschaffen worden war, den Richard Wagner in seiner schweren Pariser Zeit von Beethovens Reunter unter Habeneck empfangen hatte. Ein Werk, das sich auch dies­mal in seiner inneren Gröhe, vorfühlend auf die kommende Welt desFliegenden Holländers" zeigte.

Sinn und Bedeutung von Max Regers Ballett-Suite lassen sich durch nichts tref­fender charakterisieren als durch einen Brief des Meisters an den Thomaskantor Karl Straube: 3ch will im nächsten Sommer als Vorbereitung zur Symphonie (der Tod nahm ihm die Feder dazu aus der Hand) schreiben außer meinen vier Tondichtungen nach Böcklin (op. 128) noch etwas unendlich Graziöses, etwas Urseines im Klang, zierlich in Musik und spinnwebenfein instrumen­tiert. 3ch dachte da schon an eine Ballett-Suite (op. 130) von fünf Sähen: jeder Satz knapp fünf Minuten: aber jeder Sah höchst gräziös und de­likat, etwas für musikalische Feinschmecker erster Güte. Aber wie sollen diese fünf Sätze der Bal­lett-Suite tituliert werden: die Titel müssen ge­statten, daß alle fünf Sähe möglichst charakteristisch voneinander unterschieden sind. Bitte strenge du deinen Denkkasten mal ordentlich an!" 3n er­lesener Kostbarkeit erschienen die einzelnen ihrer Sähe (Entree, Colombine, Harlequin, Pierrot und Pierette, Dalse d'amour, Finale) in der Auf­führung überaus fein pointiert und differenziert ür der Plastik der thematischen Durchgestaltung,

getragen von dem Hintergründe der sie durch­flutenden Stimmung.

Da mußten die spontanen Beifallsausbrüche zur Selbstverständlichkeit und das Bewußtsein um die Werte der deutschen Musik im 3nnern der Hörer tief verankert werden. Für künftige Veranstaltungen sei der eine Wunsch gestattet, daß Programmänderungen auf irgendeine Weise dem Publikum bekannt gegeben werden, um damit die innere Bereitschaft und Einstellung seitens der Horn zu den Werken zu gewährleisten.

________ Dr. H.

Kriminalfilm: »Eine Tür geht auf-.

Als die entscheidende Pointe abgeschossen und mit einem zünftigen Zweikampf unter Männern, sowie einer demolierten Wohnungseinrichtung besiegelt war, hörten wir eine Stimme aus dem Publikum: das hab' ich von Anfang an gesagt. Dies zeugt von kriminalistischem Scharfsinn, tut aber, wie wir glau­ben, den Herstellern des Films ein bißchen Unrecht. Jedenfalls müssen wir gestehen, daß wir etwas später dahinter gekommen find, und wir werden uns hüten, es weiter zu sagen: die Besucher nach uns wollen auch noch auf ihre Kosten kommen. Uebrigens gehen in diesem Kriminalftück verfchie- dene Türen auf, mit denen es feine Bewandtnis Hat. Zuerst ist es die dicke Trssor-Tür in einem Bankhaus, und hinterher fehlt eine Menge Geld. Später ist es eine gutbürgerliche Wohnungstür, bann fallt ein Schuß, und im Zimmer liegt ein toter Mann. Und ganz zuletzt geht noch eine Tür auf, die fuhrt ohne Umschweife ins Standesamt. Wer sich mit so bescheidenen Andeutungen begnügt, ift gerade richtig vorbereitet, um diese Sache mit Genuß und Spannung zu verfolgen. Alfred Zeis- ler hat den Kriminialfall mit Geschick und Sorg­falt inszeniert: er ift ein Spezialist der Ufa für solche Stücke. Besonders hübscher Einfall: die schwe» ren Jungen, die sich mit der Lektüre eines Romans von Wallace die Zeit vertreiben. Speelmans macht den Kommissar: ein forscher, netter Kerl mit trocknem Humor: wir kennen ihn schon aus ähnlichen Affären. Steinbed, Obe mar, Sima, E r - k e l e n z und Deppe: lauter wichtige Rollen, unb alle treffsicher besetzt. Dazu ein neu entbecktes'hüb­sches Talent: Erika Fiedler, dis man vielleicht noch näher kennenlernen wird: hier hat sie nicht allzu viel zu »spielen. Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus die neue Wochenschau und einen richtigen Wildwest-Film, lange nicht mehr gesehen, mit Karacho, Revoloerknallerei, Boxkampf unb happy end.r

stellung zu deutschem Werk und Schaffen ist hier ein Klangkörper erwachsen, der in dieser Art neu und einzigartig dasteht. Zieht man selbst unsere nam­haftesten und bedeutendsten deutschen Orchester- oereiniaungen zum Vergleiche heran, so wird man dem Ns.-Symphonie-Orchefter in ihrer Reihe einen ehrenvollen Platz einräumen müssen. Hier kündete sich ein Geist des Jung-Gewordenen, Geschlossen- Oefügten, dem noch nicht die Routiniertheit des All­täglichen anhaftet.

Franz Adam hat sich damit als der gegebene Führer, als der bewußte Erzieher zu höchsten Sei- stungswerten gezeigt. Er ift ein Musiker, der mit Dem Herzen und mit der Seele musiziert, der intuitiv dem Werk nahekommt ohne reflektierende Kopfarbeit. Ihm erschließt sich die Formgebung des Komponisten restlos, durch ihn füllt sie sich mit ihrem Eigenleben. Ueberall wird der Pulsschlag des Werkes, so wie ihn der Schaffende einst beschwor, wach. Ihm ist die Gabe verliehen, den musikalischen Werdeprozeß so klar und eingängig auszubreiten, daß er selbst dem im Mufikhören noch wenig Geübten tiefeingehende Eindrücke hinterläßt. Mit innerer Beweglichkeit, un­beschwert durch die Enge der Einstellung einer be­stimmten Generation, ohne Gewolltheit, ohne über« spitzte Pointierung tritt er dem Werk gegenüber, gfrei von allem Pult-Virtuosentum, ohne Dem Werk eine subjektive Auffassung aufdrängen zu wollen, beweist er dennoch einen festen eindeutigen Willen im Erschließen, so wie es die Großen immer taten und in ihrer Verantwortlichkeit dem Werk gegen­über tun mußten. So ist er in seinem Dienst Dem Werke gegenüber zum berufenen Führer geworden.

Das Orchester hat Franz Adam zu einer be­wundernswürdigen homogenen Klanalichkeit er­zogen. Ausgeglichenheit in der Farbe wie auch in der Modulationsfähigkeit der dynamischen Grade: der Gesamtklang vermag sich zu über­wältigender Fülle mit kraftkündender Frische ebenso zu entfalten, wie das feinste Piano von innerer Wärme der Klangsättigung getragen ist. Große Steigerungen lassen in feinabgestuften graöen toic ein frühzeitiges Verausgaben de^ Kräfte in Erscheinung treten: selbst da, wo man es kaum noch vermuten möchte, weiß er dem Höhepunkt noch einen letzten Akzent zu geben und damit dem Werke eine Auswirkung zu ver­leihen, die sich nie erschöpft, sondern wie ein frifcher Quell labt und stählt.

So wurde unter der klangsinnigen Leitung Franz Adams die I. Symphonie von 3oh. Brahms in so überzeugender Unmittelbarkeit zu einem Er­lebnis, wie sie mir nur noch von Arthur Rikisch her mit den Berliner Philharmonikern vergleichs-

. '^arum sage ich, daß nichts Besseres ist, denn daß der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit: denn das ist ,ein Teil." Wie lebensnah sprechen diese Worte aus dem erjten der vier ernsten Gesänge von Joy^Lrahms zu uns; die er in Rückschau auf fein Leben für seinen letzten Geburtstag geschrieben eLnen deutschen Komponisten das Wort Arbeit im sinne konzentriertester, bewußte­ster Schassenstätigkeit Geltung haben sollte, dann vor allem sur ihn. Als geborenem Norddeutschen ift ihm alles Gleißnerische, alles Pathos fremd: In- nerlichkeit, Schlichtheit, die Fähigkeit zur Verfun- kenheit, dem Grübeln nahe, weifen ihm den Weg für seine Werke: feine Unverfälschtheit, sein gerader ^lnn, seine Ehrlichkeit bestimmten seinen Weg, un­bekümmert um die Feinde, die ihm dadurch erwachsen tonnten. Ein Kind aus dem Volke (im berüchtigten Hamburger Gängeviertel geboren), findet er den Weg Zu einer hochstehenden geistigen Bildung wie zu vollendetstem fachlichem Können: in seinem Bll- Dungsgange so Beethoven gleichend, ihm auch durch ne »Einsamkeit der Lebensführung verbunden. Die starke Verwurzelung im Volkhaften, wie auch seine Bemühungen um die Aneignung der bleibenden Werte aus zurückliegenden musikalischen Zeitaltern geben feinen Werken ein persönliches Gepräge in einer Generation, deren Vertreter zumeist schwachem Epigonentum verfiel. Für sein symphonisches Schassen übernimmt er wohl die klassische Form in Veethovenschem Sinne, beweist aber durch die Tiefe und Gründlichkeit der inneren Verarbeitung und ugung, daß diese Formgebung niemals als über­altert und überholt abgetan werden kann.

Für eine Kundgebung für die deutsche Musik konnte kaum ein treffenderer Zeuge gestellt werden als die schicksalsgebundene C-Moll-Sympho- n i e v o n I o h. B r a h m s. Wenn auch das Werk erst im vergangenen Winter durch das Darmstädter Landesorchester wieder in die Erinnerung zurück- gerusen war, so wurde diesmal die Symphonie für me!te Kreise em überwältigendes Zeugnis deutschen Musikgeistes. Von dem gigantischen Drohen der Einleitung an bis zum Jubel des Finale ging ein löannen aus das jeden erfaßte. Die e Feststellung mag der größte Dank fein für das NS.-Reichs- Symphon i e -Orchester unter der Leitung von Kapellmeister F r a n z A d a m , dem unermüd- lichen Vorkampser und Hüter deutscher Musik

Verbunden durch die gleiche innere Grundgesin- nung und die damit gewährleistete gleiche Ein.

Der preußische Justizminister.hat die Errichtung einer Zentral st aatsanwaltschaft ange­ordnet, die diejenigen Angelegenheiten bearbeiten soll, die aus verschiedenen Gründen nicht durch die örtlichen Staatsanwaltschaften behandelt werden können. Diese Zentralstaatsanwaltschaft gilt als Staatsanwaltschaft beim Kammergericht in Berlin, soweit die Bestimmungen des Gerichtsoerfaffungs- gefetjes über die Bildung von Staatsanwaltschaften in yraße kommen. Sie wird jedoch unmittelbar dem Staatsfekretär im preußischen Justizministerium unterstellt.

Der Präsident des Kyffhäuserbundes, General der Artillerie a. D. v o n H o r n, berief im Rahmen der Neugestaltung des Reichskriegerbundes Kyffhäuser Hj a r schlag der Reichsleitung der NsDAP. den Vertreter des wehrpolitifchen Amtes der NSDAP. Oberstleutnant a. D. Sich - ting zu feinem ersten Stellvertreter

Bildung

eines Reichsverbandes des deutschen Weinhandels.

Die seit einiger Zeit vom Vizepräsidenten Wildt vom Reichsstand des Handels gepflo­genen Verhandlungen über die Verschmelzung aller bestehenden bisherigen Organisationen des Weinhandels haben mit der Schaffung eines »Reichsverbandes des deutschen ® ej a h andels e. V." geendet. Es wurde ein vorläufiges geschäftsführendes Provisorium un­ter dem Vorsitz des Reichstagsabgevrdneten Ernst Ludwig Pies-Langenlonsheim (NSDAP.) eingesetzt, in dem sowohl der Weinhandel der Produktionsgebiete wie der der Konsumgebiete und des 3mportweinhandels vertreten sind. Die vorläufige Geschäftsstelle befindet sich in Koblenz. Hindenburg-Straße 6, und in Berlin SW. 11, Strese- mannstraße 103. Alle einem Verband bisher noch nicht angehörenden Weinhändler werden aufgefor- bert, sich unverzüglich bei einer dieser Stellen zu melden.

Einweihung des Mahnmals auf dem Kaffelftein.

3n Wertheim am Main fand nach einer bor­auggegangenen Freiheitskundgebung mit Beleuch­tung des Schlosses und des Mahnmals in Ge­genwart des badischen Ministerpräsidenten und des badischen 3nnenministers die feierliche E i n * Weihung des Mahnmales auf dem Kassel st ein statt. Es wurde dabei besonders der Geschichte des Kaffelsteins gedacht, auf dessen hohen Felsen Angehörige der NSDAP, vor Jahren ein vier Meter hohes Hakenkreuz angebracht hat­ten was die damalige Regierung zum Anlaß nahm den ganzen Felsen zu sprengen. Runmehr ist auf den Trümmern ein neues, künstlerisch wert­volles Mal entstanden, das weit ins fränkische Land hinausschaut.

Schweres Grubenunglück in Mecklinghausen. Zehn Tote.

Auf der Zeche Blumenthal I/II in Recklinghausen | ereignete sich ein schweres Grubenunglück, dem bisher zehn Bergknappen zum Opfer fielen. Line Explosion entstand bei den sogenannten Lese­bänken. in denen die Kohle vor der Wäsche sortiert wird. Durch Stichflamme wurden vier Arbeiter auf der Stelle getötet. Die Leichen sind bis zur Un- kenntlichkeit verbrannt. Els Personen wurden schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. Die im ersten Stock befind­lichen elektrischen Motoren, die durch Glasfenster isoliert sind, blieben unbeschädigt. Sie können die Explosion also nicht herbeigeführt haben. Die Stich­flamme war so stark, daß sie von der Straße aus gesehen werden konnte. Liner der Schwerverletzten lief noch, obwohl ihm die Kleider vollkommen ver­brannt waren, in seinem Schmerz bis auf die Straße. Durch die Explosion hatte das Dach der Kohlenwäsche $ e u e r gefangen, doch konnte der Brand durch die Werksfeuerwehr schnell gelöscht werden. Bon den schwerverletzten Arbeitern sind in­zwischen sechs g e st o r b e n. so daß sich die Zahl der Toten auf 10 erhöht. Unter den Getöteten befinden sich fünf junge Leute im Alter von 15 Jahren. Auch bei den verletzten handelt es sich in der Hauptsache um Arbeiter im gleichen Alter.

Oie Kyffhäuser-Tagung in Potsdam.

Auch am Montag stand Potsdam noch im Zeichen Der Tagung des Kyffhäuser-Bundes. In Gegenwart von Vertretern des Reichspropaganda, minifteriums, des Reichsluftfahrtministeriums, des Preußischen Innenministeriums, der Reichsleitung der NSDAP, und des Potsdamer Polizeipräsidiums fand der 16. Abgeordnetentag des Preußischen Landeskriegerverbandes unter dem Vor­sitz des Bundesführers, General der Artillerie a. D. von Horn, statt. Der Bundesführer gab eine Ueberficht über die politische Lage.

General von Enckvort erstattete den Ge- schäftsbericht unb teilte u. a. mit, daß nach einem mit dem Reichsjugendführer getroffenen Uebereinfommen die Kyffhäuferjugend aufgelöst und in die Hitlerjugend eingegliedert wird.

In den weiteren Verhandlungen kam zum Aus­druck, daß weitere Abgeordnetentagungen nicht ab- gehalten werden. An ihre Stelle treten Führer- 1

tätsmerkmale für den gesamten Le-> lichen Spitzenverbände, bensmittelhandel nicht vorliegen. ~ ' * *

die Preisinserate der Lebensmitlelabteilungen der Warenhäuser in zahlreichen Fällen zu einem un­gerechtfertigten Vergleich der Preise führen müssen. Die Warenhausunter- nehmungen werden deshalb ersucht, mit sofortiger Wirkung alle Anzeigen mit Spitzenpreisen bzw. Anzeigen solcher Lebensmittel zu unterlas­sen, die nicht zur regulären Ware gerech­net werden können. 3ch bitte, schließt der Prä­sident sein Schreiben, dieser Aufforderung sehr sorgfältig nachzukommen, da andernfalls mit einem gesamten Verbot für Preis­inserate der Lebensmittelabteilungen zu rechnen sein würde.