Ausgabe 
4.4.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Untersuchung bei der Ostpreußischen Landschaft.

Königsberg, 3. Avril. (WTB.) DiePreu­ßische Zeitung" meldet auf Grund amtlicher Mit­teilung: Auf Grund verschiedener in Berlin zur Kenntnis der Zentralbehörden gebrachter Vor­gänge innerhalb der O st preußischen Land­schaft und ihrer Tochterinstitute schritt heute um 12 Uhr eine Sonderko m m i s - sion LespreußischenMinisteriums Les Innern in den Gebäuden der Landschaft ein. um eine Klärung derDorwürfe gegen einige Beamte dieser Institute ordnungsgemäß zu gewährleisten. Auf Anordnung des Kommissars ist mit der vorläufigen Leitung der Institute Herr Böhme, Berlin, betraut worden.

Der Leiter der vom preußischen Innenmini­sterium eingesetzten Sonderkommission, Staats­anwaltschaftsassessor Dr. Kühn, erklärte Presse­vertretern zu den Vorgängen bei der Ostpreußi­schen Landschaft, daß irgendeine Behinde­rung in der Abwicklung der Geschäfte nicht stattfinde. Auch werde die Liquidität der Institute in keiner Weise durch die von ihm eingeleiteten strafrechtlichen Untersuchungen und sonstigen Maßnahmen beeinträchtigt werden. Zu irgendwelchen Befürchtungen über die Ge­

schäftslage der drei Landschaftsinstitute liege nicht der geringste Grund vor.

DieGeorgine", das Amtsblatt der Landwirt- schaftskammer für Ostpreußen, weiß noch ergänzend zu berichten: Auf Anordnung des Innenministers Göring erschien am Montag eine Untersuchungs­kommission in Königsberg, die die Räume der Ge­nerallandschaft und der Bank der Land­schaft unter Hinzuziehung von SS. mit B e - schlag belegte. Die Wohnungen des Generalland­schaftsdirektors und weiterer führender Beamten der Generallandschaft sowie die Wohnungen der mit dem Generallandschaftsdirektor von Hippel be­sonders in Verbindung stehenden Rechtsanwälte wur­den besucht. Es ist bekannt, daß die Nationalsozia­listen bereits seit langem die Sauberkeit der Geschäftsführung der Generalland­schaft und der Nebeninstitute ange­zweifelt haben. Der Verdacht hat sich nunmehr so verstärkt, daß es zu einer solchen Aktion kommen mußte, da die Gefahr besteht, daß Herr von Hip­pel seine Geschäfte zu verdunkeln versucht. Mehrere Beamte wurden in Schutzhaft genommen; von Hippel, der sich in Berlin befindet, soll dort verhaftet werden.

Oer weitere Ausbau der Kriegsmarine.

Berlin. 3. April. (VDZ.) Die Indienst­stellung des deutschen PanzerschiffesDeutsch­land" und der Stapellauf des PanzerkreuzersB lassen die Frage entstehen, wie sich nun der wei­tere Ausbau der deutschen Kriegsmarine voll­ziehen wird. In dem Schifssbauersahplan, der auf Ersuchen des Reichstags 1929 aufgestellt wurde, erscheinen zunächst vier Panzerschiffe, nämlich Ersah Preußen, Ersatz Lothringen, Ersatz Braunschweig und Ersatz Elsaß. Ersatz Preußen ist die jetzt in Dienst gestellte Deutschland, Ersah Lothringen der vom Stapel gelaufene Pan­zerkreuzer B, der nun den RcunenAdmiral S ch e e r" erh Len h:t. Der Panzerkreuzer Ersatz Braunschweig wurde am 1. Oktober 1932 in Auftrag gegeben, während Ersah El­saß nach dem Bauplan im Herb st 1934 in Auftrag gegeben werden soll. Außerdem sieht der bisherige Bauplan der Kriegsmarine auch noch die Schaffung von vierReservezerstörern vor; die Zerstörer sollen in den Jahren 1934 bis 1936 fertiggestellt werden.

*

Der Herr Reichspräsident hat an den Reichswehrmini st er folgendes Telegramm gerichtet:Die Meldung vom glücklich erfolgten Stapellauf des PanzerschiffesAd­miral Scheer" habe ich mit Freude entgegen­genommen. Der stolze Rame dieses Schiffes soll der Marine ein Vorbild für mutiges Wagen, treue Pflichterfüllung und hingebende Vater­landsliebe fein. Dem ganzen deutschen Volk sei er Mahnung, die Erinnerung an den Geist w ach zuhalten, der die deutsche Flotte in der größten Seeschlacht der Weltgeschichte be­fähigte, ihre Schwertprobe in Ehren zu be­stehen."

Reichskommissar für das gesamte Genossenschaftswesen.

Berlin, 3. April. (WTB.) Der Reichsernäh­rungsminister und Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hat im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister den Ministerialrat Bahr- Hoffer mit der Prüfung der Vorwürfe beauf­tragt, die gegen die Geschäftsführung und gegen die Ausgabengestaltung der zentralen genossenschaftlichen Verbände des landwirtschaftlichen, gewerblichen und Konsumgenossen­schaftswesen sowie ihrer Landes- und Pro- vinzialorganisationen, Verbandskassen und Wa­renanstalten erhoben werden. Der Genannte hat

Tonfilm: Blutendes Deutschland."

Lichtspielhaus.

Dieser Film der nationalen Erhebung, über dessen Uraufführung in Berlin wir am Samstag bereits kurz berichtet hatten, wurde gestern zum ersten Male bei außerordentlich starkem Besuch auch bei uns im Lichtspielhaus gezeigt. Der Film Blutendes Deutschland, Regie: Jo­hannsen, gewidmet dem Reichskanzler und Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, gibt in großen Zügen in einer Folge packender Bilder einen Lieberblick über die Entwicklung des deutschen Schicksals und unseres politischen Lebens von 1914 bis zum Jahre 1933. Mit eindrucksvollen Kampfszenen aus dem Weltkrieg erhält der Film einen starken Auftakt; es wird geschildert, wie die Front des deutschen Feldheeres unerschüttert im Kampf gegen viel­fache feindliche Liebermacht standhielt, während in der Heimat allmählich die Zersetzung durch die inneren Feinde immer weiter um sich griff. Bilder aus der Rachkriegszeit, aus den Tagen der Revolution, von den Straßenkämpfen in Berlin; dann vom Poleneinbruch an der deut­schen Ostgrenze in Oberschlesien. Die Auswirkun­gen des Versailler Vertrages: Machtlosigkeit Deutschlands inmitten seiner hochgerüsteten Rach­barn; Arbeitslosigkeit, Hunger, Verelendung. Die folgenden Szenen rücken die Ereignisse immer näher an unsere nächste Gegenwart heran: sie geben einen lebendigen Ausschnitt aus der immer stärker anwachsenden nationalsozialistischen Be­wegung; von besonders starker Wirkung sind die Aufnahmen von der Beisetzung Horst Wessels, sowie die Liebertragung von Ansprachen des Reichsministers Dr. Goebbels über den Sturz des Systems vom 9. Rovember und des Reichskanzlers Adolf Hitler über die unhellvolle politische Zerrissenheit des deutschen Volkes. Anschließend sieht und hört man eine groß aufgezogene tonfilmische Reportage aus dem Berliner Sportpalast nach der Bildung der neuen Regierung der nationalen Konzentration am 30. Januar dieses Jahres. Rach einer kurzen Ansprache von Dr. Goebbels sieht und hört man Hitler im unheimlich überfüllten Sport­palast, immer wieder von stürmischen Beifalls­kundgebungen unterbrochen, den bekanntenAuf­ruf an die deutsche Ration" vortragen, der seiner­zeit im Wortlaut veröffentlicht wurde und von

die Ermächtigung erhalten, von den bezeichneten Stellen, ihren Organen und Angestellten jede Auskunft über die Geschäftsführung sowie die Vorlegung der einschlägigen Bücher und Schrift­stücke zu verlangen. Die Reichs- und Landes­behörden sind, ersucht worden, ihm auf Ersuchen Linterstützung und Auskunft zu gewähren.

Nachprüfung der Krankenkassenbeiriebe

Berlin. 3. April. (WTB.) Der Reichsarbeits- minifter hat die Sozialministerien der Länder ge­beten. alsbald eine eingehendePrüfungder Eigenbetriebe der Krankenkaffen vor- zunehmen. Die Prüfung soll sich insbesondere auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Unternehmungen erstrecken.

Kleine politische Nachrichten.

Die in Baden bestehenden Spitzenverbände der marxistischen Sport - und Kultur­vereine, die örtlichen Kartelle und sämtliche Ortsgruppen dieser Verbände werden aufge­löst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Die Wirt- schaftsbetriebe dieser Organisationen sind zu schließen.

In München ist am Eingang des Justiz- Palastes eine Tafel angebracht worden, auf der mitgeteilt wird, daß jüdischen Rechts­anwälten das Betreten des Iustizpalastes ab 1. April verboten ist.

Im Auftrage der Politischen Polizei wurde in den Berliner Geschäftsräumen derD e r o p" sowie im Laboratorium in Wei­tzensee eine Durchsuchung vorgenommen, da der Verdacht kommunistischer Umtriebe unter der Angestelltenschaft bestand. 11 Personen wurden zwangsgestellt, von denen jedoch sechs wieder entlaßen wurden. Die Er­mittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Zrühjahrsbezirksiage der Edeka.

Die Frühjahrsbezirkstage des Edeka Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften finden alljährlich vor dem Derbandstage statt. Sie dienen der Unterrichtung des kaufmännischen Mittelstandes und dem Erfah­rungs-Austausch. Die diesjährigen Verhandlungen standen, wie man uns mitteilt, sichtlich unter dem gewaltigen Eindruck der nationalen Erhebung. Ueberall fand die Erklärung, daß der Edeka-Verband sich re st los hinter die Regierung stelle, begeisterte Zustimmung. Denn Führung und Mit­glieder haben den Kampf für Treu und Glauben, Reinhaltung und Sauberkeit im Handel, gegen Wa-

vielen Volksgenossen auch im Rundfunk schon ein­mal mitangehört worden ist. Den Abschluß bil­deten die Sonder-Tonaufnahmen der Ufa von den Feierlichkeiten anläßlich der Eröffnung des neuen Reichstages in Potsdam am 21. März. Für viele war es ein erhebendes Erlebnis, nun auch, gleichsam als unmittelbar Beteiligte, den großen Tag der nationalen Erhebung noch einmal im bewegten Bilde an sich vorüberziehen zu lassen. Sämtliche Vorführungen wurden mit starkem In­teresse und oft spontan ausbrechendem Beifall von der großen Zuschauermenge entgegengenom­men. Insbesondere die Aufnahmen von Hinden­burg, Hitler und Goebbels, die Aufnahmen von der SA. mit ihren Fahnen, vom Parademarsch in Potsdam und vom großen Fackelzug in Berlin wurden mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt; allgemeine Aufmerksamkeit fanden auch die Auf­nahmen der Ufa-Wochenschau mit Bildern Hin­denburgs, des neuen Kabinetts und vom feier­lichen Staatsbegräbnis der erschossenen Polizei­beamten in Berlin. Rach Abschluß der Vor­führungen wurde vom Publikum das Horst- Wessel-Lied gesungen und ein dreifaches Sieg- Heil auf Adolf Hitler ausgebracht. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die drei letzten Vorstellungen dieses großen und doku­mentarischen nationalen Programms heute, Dienstag, gezeigt werden; niemand möge ver­säumen, es auf sich wirken zu lassen. Morgen beginnt der neue historische Ufa-GrohfilmDer Choral von Leuthen" mit Otto Gebühr in der Hauptrolle; eine Reihe von Szenen daraus sieht man bereits in der heutigen Vorankündigung.

OeuischeMänner in Anekdoten

Geschildert von Karl Lerbs.

Herzog Karl August von Weimar, Goethes Freund, hatte die Gewohnheit, seinen Gästen nach Tisch zwei tiefsinnige Fragen vorzu­legen, Wenn sie diese nicht beantworten konnten (oder wenigstens so taten, als ob sie es nicht könnten, um dem hohen Herrn den Spaß nicht zu verderben) so hatte er seine herzliche Freude an der Unzulänglichkeit seiner Mitmenschen. Die erste dieser Fragen lautete:Was würden Sie tun, wenn Sie ein Taucher wären?" und die Antwort darauf, die der Frager immer trium­phierend selbst geben muhte, lautete:Ich würde in das Meer der Ewigkeit hinabtauchen." Die zweite Frage war: .Was würden Sie tun, wenn

Aus aller Well

die

in dem sich Trauer und Spott mischten.Eine edle Gesinnung!" sagte er.Wie glücklich müssen Sie darüber fein, daß Sie nicht das Pulver erfunden haben!"

Der Große Friedrich wandelte eines Ta­ges durch die Gemächer des Potsdamer Schlosses und bemerkte im Audienzsaal einen Mann, der auf einem Stuhl stand und schwitzend bemüht' war, eine Wanduhr herabzuholen, um sie zu reparieren. Der König kletterte ebenfalls auf einen Stuhl und war dem Mann behilflich, so daß dieser sich alsbald, die Llhr unterm Arm, mit vielen Dankesbücklingen empfehlen konnte. Am Tage darauf lag dem König ein Bericht vor, aus dem er ersah, daß der vermutliche Uhr­macher ein Dieb gewesen war und die Uhr ge­stohlen hatte. Der Uebeltäter saß in Gewahrsam, und der König sollte entscheiden, was mit ihm zu geschehen habe. Lächelnd schrieb Friedrich an den Rand des Berichts:

Laufen lassen, weil ich mitstehlen half!"

erhob sich Menzel, sah in die Runde, ließ atemlose Stille wirken, sagte sehr herzlich:

Möge -!

und setzte sich wieder hin.

Als Blücher nach seinem Siege bei Waterloo und der endgültigen Verbannung Rapoleons mit Friedrich Wllhelm dem Dritten nach England kam, wurde er begeistert gefeiert und mußte sich von zahllosen Ladies abkussen lassen. Die Uni­versität Oxford aber ernannte ihn zum Ehren­doktor.Ci", schmunzelte er, als er dies erfuhr, wenn ich Doktor bin, denn sollen se Gnei­se n a u zum Apotheker machen der hat mich die Plllen jedreht."

Sie ein Zahnarzt wären?" und die Antwort: Ich würde den Zahn der Zeit ausziehen."

Als nun Friedrich Wilhelm III. von Preußen, mit mehr Humor begabt, als man gemeinhin weiß, eines Tages bei Karl August zu Gaste war, konnte es nicht fehlen, daß er nach Tisch von den Fragen ereilt wurde.Was würden Ew. Majestät tun", fragte Karl August, sich behaglich im Stuhl zurücklehnend,wenn Sie ein Taucher wären?" Der König zog sein ernst­haftes Gesicht einen Augenblick in noch ernst­haftere Fallen und antwortete dann mit großer Sicherheit:Ich würde den Zahn der Zeit aus­ziehen I"

bensmittel-Einzelhandels, deren Zugehörigkeit Zur Genossenschaft an ihrer Stellung als selbständiger Unternehmer höchstens insofern etwas ändert, als diese selbständige Stellung noch gefestigt wird. Den Oberbau bilden die Edeka-Zcntratorgani» s a t i o n e n und zwar der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. V. mit der Edeka- Verlagsgesellschaft m. b. H., deren alleiniger Gesell­schafter er ist, ferner die Edeka-Zentrale e.G.rn.b.H. und die Edekabank e. G. m. b. H. Die rund 430 G e « nossenschaften sind selbständige kaufmännische Genossenschaftsbetriebe, die dem Edeka-Verband, der Edekazentrale und der Edekabank als Mitglieder an­gehören.

Daß der Maler Adolph von Menzel kein Redner war, darf man als bekannt voraussetzen; daß er sich zu Festreden und Trinksprüchen nie­mals herbeilietz, wird ohne weiteres geglaubt werden. Dennoch war einmal bei einem ganz offiziellen Bankett das aufregende Gerücht ver­breitet, daß die kleine Exzellenz notgedrungen ein paar Worte sprechen" würde.

Als der kritische Augenblick gekommen war,

nr.SI^ so1"10(1 «jtM

Auch be

..-^5

Warum der Main so krumm geht.

Die Geologen erzählen uns, der krumme Lauf des Mains sei auf irdische Verwerfungen in den Ge> ftcins und Gebirgsschichten zurückzuführen. Da urvb dort seien große Sprünge in der Erde entstanden, Landteile seien eingesunken, und diese Bruchstellen entlang habe der Main seinen Weg gesucht. In einer mit prachtvollen Lichtbildern geschmückten Plauderei des Aprilheftes von Velhagen & Kinsings Monatsheften erzählt der fränkische Dichter Leo Weismantel eine reizende Geschichte. Einst, so heißt es in Franken, habe Vater Main zu alten Zenten sehr darauf gehalten, als ehrlicher Mann schnurgerade seinen Weg zu gehen. Da schickten die alten Städte Würzburg und Kitzingen, Miltenberg und Lohr ihre Abgesandten und wollten den alten Vater Main vom rechten Wege abbringen. Sie ver­sprachen sich allerhand, die Städte, denn die Wasser galten seit alten Zeiten alsVölker verbindend", so ist es in allen geographischen Büchern zu fin­den, und darum muß es wahr sein. Sie versprachen sich von dem alten Knaben Förderung ihres Han­dels und Wandels. Aber er wollte nicht. Da machten die Städte für den alten Herrn eine Weinprobe. Sie schenkten ihmStein" undLeisten" ein,- delseer" und RandersackererTeufelsketter",Ip- Höfer", und siehe da, so erzählt man sich in Fran» Een, da ging auf einmal der Main von selber krumm.

Als der Luftschiffkrieg gegen England auf der Höhe des sensationellen Erfolges war. saß der prächtige alle Zeppelin, sehr gegen seinen Geschmack, als Held gefeiert, bei einem Fest­bankett zu Frankfurt a. M. neben einem Höfling, der ihn mit viel schönen Reden säuselnd über­schüttete.Aber", sagte der höfliche Herr mit einem schwermütigen Augenaufschlag,es muh doch für Sie, Herr Graf, ein schrecklicher Ge­danke sein, daß durch Ihre großartige Erfindung, die dem friedlichen Fortschritt zu dienen berufen ist, jetzt so viele Menschen den Tod finden!" Zeppelin streifte den Redenden mit einem Blick,

Starker Schneefall im Riefengebirge.

In den höheren Lagen des Riesengebirges sind bis zu 2 0 Zentimeter Reuschnee gefallen, der allerdings verweht ist. 2m Hoch­gebirge wurden in den letzten Tagen 8 Grad und 5 Grad Kälte gemessen. Auch im Tale gingen vielfach Schneelauen nieder. Das Gebirge zeigt wieder eine zusammenhängende Schneedecke.

Schahsund im Main.

Bei den Arbeiten an der Staustufe Kleinostheim wurde im Main ein sehr wertvoller Fund gemacht. Eine vollständig verrostete Eisenkassette, die anscheinend in früheren kriegerischen Zeiten versenkt worden war, kam zum Vorschein. Sie war mit einer großen Anzahl von goldenen Mün­zen und T a f e l g e r ä t e n (z. T. hervorragenden Goldschmiedearbeiten) angefüllt. Der Wert ist von sachverständiger Seite außerordentlich hoch geschätzt worden. Voraussichtlich dürste als Eigentümer die Gemeinde Kleinostheim in Frage kommen.

Gegen die Vorführung von Tanzbären?

Der Reichsernährungsminister hat die Landes­regierungen gebeten, jeden Antrag auf Ausstellung von Gewerbescheinen, die zur Vorführung von Tanzbären berechtigen, kategorisch ab = zulehnen und bereits ausgestellte Gewerbescheine wieder zurückzuziehen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Tiere nicht nur unter Anwendung grau­samer Methoden zum Tanzen abgerichtet werden, sondern daß auch ihre Behandlung eine Kette von Quälereien darstellt.

Der Mount Everest zum erstenmal überflogen.

Ein Flugzeug der zur Erforschung des Himalaja- Gebiets ausgebrochenen Aeronautischen Expedition hat den 8822 Meter hohen Granitgipfel des Mount Everest, des höchsten Berges der Erde, zum ersten Mal überflogen. Eine Besteigung des vollständig vergletscherten Berges ist bisher nicht gelungen. Die Forscher Malory und Jr- oine waren im Jahre 1924 mit Hilfe von Sauer­stoffapparaten bis auf eine Höhe von 8605 Meter gelangt.

Flugzeugunglück. Pilot getötet.

Die Lufthansa teilt mit: Das Flugzeug D 534 mußte auf dem Flug von Dortmund nach Hanno­ver aus bisher unbekannten Gründen gegen 16 Uhr bei Hemperode bei Dettum' zwischenlanden. Das Flugzeug ist nach der Landung verbrannt. Der Flugzeugführer v. R i e d h e i m verunglückte hier­bei tödlich, während der Funkermaschinist Schip­per mit leichteren Brandwunden davonkam. Passa­giere befanden sich nicht an Bord.

Flugzeugzusammenstoh in Schweden. Zwei Schwerverletzte.

Ein eigenartiges und folgenschweres Flug­zeugunglück ereignete sich im Hochgebirge in Iämtland (Rord-Schweden). Für einen verun­glückten Skiläufer hatte man ein Krankentrans­portflugzeug angefordert. Da keine größere Ma­schine zur Verfügung stand, wurden zwei Heinere Flugzeuge von Stockholm entsandt. Bei der Lan­dung wurde die zweite Maschine von einer Boe aus der Richtung geworfen und fuhr auf die be­reits gelandete erste Maschine auf. Hierbei wur­den der Flugzeugführer Hauptmann K i n d b e r g und der Chefarzt Bodelberg schwer ver­letzt. Der Führer der zweiten Maschine muhte

renhauser, Großfilialen und Konsumvereine zum Be­sten der Individualwirtschaft seit Jahrzehnten mit Ernst und Nachdruck geführt. Jrn Sieg der nationa­len Idee erblickt der Edeka-Verband den Sieg seiner eigenen Idee. Er bleibt sich selber treu, wenn er auch in Zukunft seine Aufgaben erfüllt. Zusammen- Öim Edeka-Verband deutscher kaufmännischer senschaften e. V. Haden die 430 Genossenschaf­ten es stets als ihre Aufgabe betrachtet, die ange­schlossenen 30 000 Kleinkaufleute wirtschaftlich stark zu machen, damit diese im besonderen Maße der Verbraucherschaft dienen können. Die Einzelmitglie- der der örtlichen Genossenschaften sind selbständige Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Le-

VergeUU!

einige sinion entfernt, ! bat babei bis aus A-ns all- ' ist, M ob ein grw eine Aernesis mit h -erst, n, was oai 9 Wand Zeppe m " land wurde auf ®r -es Versailler SM auszuliclern. gesetzt worden wai kamen so in,besitz sie kamen nicht Ylm genialen Leistung < können. Das deut! hielt, ging schon 1 Luftschiff, das Fra im Dezember 19H Wann Besatzung ging. Niemand we ton ist. aber der fütterte Frankei wie der Teufel das MNg des dunkler auch an der englis als diese Zeppeli baute, um gleich Fahrt von Englai fette in Frankei verlor dabei siebz' zig Mann waren leiten der englisch

Es ist wobt noch geheuren Spannu 1924 die Fahr Zeppelinlust gleitet wurde. Di« Lustschiff sicher hii Kriegsbeute bod) Zwar setzte die chee Union iofort die I selber LichWfse baju btftimmi, nicht dH drängen, sondern die erste Stelle für Wert, das Gras Zes 'beit eines Menschen, 'Mich aus dem Nil der selbstbewußten Handbewegung übei 'M es die Union der wirklichen Bolle einander wurden l wie sich das für die 1 'mutgebilbe der Lust ®on einem Ausmaß Zeppelinwerft am 5 Sriinben nicht hätte

Während das deu Amen des Grafen. kme Kreise um di Amon zwei Ajesc M immer üd B das Schick M-nd zuschlug, 6 WnS" Epieibail ganlii toatf. Die tung Kriege Ate ^die"'U^t^ W <^°pser i $°'nmenu 6

Ms RnfJMe : die Ä nung

S 4;6 d w.e eg .,7 den t M Wieder

fei die Arbeit Jr Qtbei

Ml, xJ1 Rrafte fest y Unter r fees ©Lfeqct tey.;

nun auf Skiern viele Kilometer weit laufen, um telephonisch zwei weitere Flugzeuge zum eiligen Abtransport der Verunglückten heranzuholen. Unter großen Schwierigkeiten wurden schließlich der Skiläufer und die beiden anderen Verwunde­ten ins Krankenhaus überführt. Die Verletzun­gen von Hauptmann Kindberg, der einen kompli­zierten Schädelbruch erlitt, sind lebensgefährlich.

Schweres Vrandunglück. Lin Toter, zwei Schwerverletzte.

Aus bisher noch unbekannter Ursache brach in, einer der letzten Rächte in der Stellmacherei B e h -' rend in Legde bei Bad Wilsnack (Brandenburg) ein B r a n d aus, der an den Holzvorräten reiche Rahrung fand. Die Werkstatt und die daneben­liegende Scheune brannten vollständig nieder. Die beiden Gesellen des Meisters, die in einem Raum über der Werkstatt schliefen, wurden von den > Flammen vollständig eingeschlossen. Der eine von ihnen, namens S a w a h k i, konnte sich schließlich mit brennenden Kleidern über eine Leiter retten, die man an das Schlafstubenfenster gestellt hatte. Der andere, H a r a n d mit Rainen, der über die brennende Treppe herablief, um das Freie zu erreichen, erlitt so schwere Brandwunden, daher auf dem Transport ins Krankenhaus st a r b. S. liegt hoffnungslos darnieder. Ein Arbeitsdienst­freiwilliger wurde bei den Löscharbeiten von einem herabstürzenden Dalken getroffen und erlitt eine Gehirnerschütterung.

Eisenbahnunglück in Spanien. 3 Tote, 9 verletzte.

Rach einer Havasmeldung aus Avila (All-Ka- . stilien) entgleiste unweit dieser Station beinr Passieren einer über eine 30 Meter tiefe Schlucht führenden Brücke ein Güterzug. 20 Wagen stürz­ten in die Tiefe. Der Zugführer und zwei Zug­begleiter wurden getötet, neun Beamte wur­den verletzt.

Kunst und Wissenschaft.

Der Dichter Hanns Johst Senator der Preußischen Dichterakademie.

Der künsllerische Leiter des Berliner Staats­theaters, der Dichter Hanns Jo Hst, ist vertraglich zum Senator der Preußischen Dichterakademie be­rufen worden. Die Umvildung der Preußischen Dichterakademie steht kurz vor ihrem Abschluß, wieder ein bekannter Frankfurter Bühnenkünstler gestorben.

In Frankfurt starb dieser Tage nach langem Leide der Heldentenor der Frankfurter Oper, Otto Fänger. Er war Mitglied der NSDAP, und war als Intendant für das Opernhaus in Aussicht ge- nommen.

Keine Reinhardt Inszenierungen mehr in Berlin.

Die neue Direktion A ch a z - R e s t des Deut­schen Theaters in Berlin hat nach einer Be­sprechung mit dem Kommissar z. b. D. Hinkel vom preußischen Kultusministerium die Enischei- dung getroffen, daß Max Reinhardt (Gold­mann) nichts mehr mit der künstlerischen Leitung des Deutschen Theaters zu tun hat. Die Direktion Achaz-Reft hat jede Bürgschaft übernommen, daß das Deutsche Theater den Erfordernissen der deutschen Kultur künftig Rechnung trägt. Die Premiere des StückesEwiges Volk" von Professor Kluge -wird im Deutschen Theater stattfinden.