sprünglich vorgesehenen Beträge für diese Zwecke eingetreten sei. Nach eingehender Aussprache faßte der Ausschuß einstimmig folgende Entschließung:
Der Finanzausschuß des hessischen Landtages nimmt mit Erstaunen und E n l r ü st u n g davon Kenntnis, daß bei der Verteilung der im Sofortprogramm der Reichsregierung vom Dezember 1932 für Arbeitsbeschaffung bereitge- sl.Illen 500 Millionen Mark Hessen nur mit etwa l—8 Millionen Mark bedacht wurde. Mit dieser Zuteilung findet die besondere Lage Hessens keineswegs die gebotene Berücksichtigung. Die hessische Regierung wird ersucht, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden, daß der dem Lande Hessen zugedachte Anteil aus dem Sofortprogramm wesentlich erhöht wird, um damit der besonderen Lage Hessens als dem am längsten und verhältnismäßig stärksten befetten Gebiete Rechnung zu tragen.
Ferner wird die Regierung ersucht, dahin zu wirken, daß das Sofortprogramm insofern erweitert wird, daß außer den vorgesehenen Arbettsmah- nahmen auch die hochbauten in die Betreuung einbezogen werden.
Bekämpfung von Paratyphus und Viehseuchen in Oberheffen.
Der Ausschuß behandelte dann zusammen mit den Referenten der Medizinalabteilung der Regierung die Paratyphus - Erkrankungen in einzelnenDogelsberggemeinden, insbesondere in Siechenhausen und Äaul» ft o ß. Hin eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, war von der Gesundheitsbehörde auch der Verkehr von Milch und Milchprodukten (Butter, Käse usw.) aus den Orten vorübergehend verboten. Dadurch ist den (Betroffenen wirtschaftlicher Schaden entstanden, der auf Antrag der Kommunisten aus Staatsmitteln voll ersetzt werden soll. Mit der Annahme eines Zentrumsantrages, die Regierung möge einen Gesetzentwurf mit Vorschriften über bie Handhabung von Entschädigungsansprüchen aus Anlaß medizinalpolitischer Maßnahmen vorlegen, wurde der kommunistische Antrag für erledigt erklärt. Eventuell eingehende Gesuche um Schadensersatz soll die Regierung wohlwollend prüfen.
3n letzter Zeit hat in Hessen die an st eckende Vlutarmut bei Einhufern eine bedauerliche Zunahme zu verzeichnen. Schwere Verluste haben besonders die Landwirte in Geinsheim und Lauterbach erlitten. Der Antrag Maurer (Soz.) wurde von den Vertretern der Rationalsozialisten und des Zentrums warm befürwortet, wonach die Regierung anordnen soll, daß Pferde, bei denen die Krankheit erkannt ist oder stark vermutet wird, nicht getötet, sondern an das Tierseucheninstitut in Gießen abgegeben werden. Dem Institut soll dadurch Material zum Studium der Krankheit und ihrer Ursachen zugeführt werden. Die Regierung wird einstimmig ersucht, alle Maßnahmen, die zur Ueberwindung der Seuche führen, anzu- wenden, soweit dies ohne finanzielle Mehrbelastung der durch die Krankheit schon geschädigten Tierhalter geschehen kann. Vom Ausschuß wurde der Wunsch ausgesprochen, das Tierseucheninstitut möge sich gerade dieser Krankheit besonders annehmen, da dem Staat durch Schadensersahleistung alljährlich erhebliche Lasten entstehen.
Antrag auf Herabsetzung der Abge» ordnetenzahl des Hessischen Landtages.
Darmstadt, 3. Febr. (WHP.) Im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Antrag aus Auflösung des Hessischen Landtages mit anschließenden Reuwahlen am 5. März fordern die Rationalsozialisten auch Herabsetzung der Abgeordnetenzahl von 10 auf 4 8. Wenn man sich der früheren Debatten über die Verminderung der Abgeorduetenzahl erinnert, dann kommt der vorliegende Antrag an die Zahl heran, die von volksparteilicher Seite
vor der letzten Reuwahl vorgeschlagen war. Es besteht, da auch das Zentrum gegen den jetzigen Vorschlag kaum Widerstand erheben wird, Aussicht, daß im Parlament diesmal die Herabsetzung beschlossen wird. Wann sie wirksam wird, bleibt allerdings offen.
Der neue Staatssekretär im Reichsinnenministerium.
Berlin, 3. Febr. (CNB.) Wie wir erfahren, ist Dr. P f u n b t n e r zum Staatssekretär des Reichsinnenministeriums ernannt worben. Geheimer
Oberregierungsrat Hans Pfundtner ist 1881 geboren. Er gehörte bereits früher dem Reichsinnenministerium an. Rach seinem Ausscheiden aus dem Reichs- dienst ließ er sich in Berlin als Rechtsanwalt und Notar nieder. Seit November 1925 gehörte er als Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei der Berliner Stadtoerordnetenversammlung an. Im März 1932 legte er sein Stadtoerordnetenmandat nieder, schied zusammen mit dem jetzigen Staatssekretär der Reichskanzlei Lammers aus der DNBP. aus und beide traten zur NSDAP, über.
Herrenklub und Regierungsbildung.
Präsident von Alvensleben tritt falschen Bchanptnngen entgegen.
Berlin, 3. Febr. (CNB.) Der Präsident des Herrenklubs v. Alvensleben oeröffentlicht eine Erklärung, in der er sich mit Behauptungen be° schäftiat, die im Zusammenhang mit der Regierungsbildung in der englischen Presse in Umlauf waren und in denen auch er als Mittelsmann genannt worden ist.
Herr o. Alvensleben fuhrt aus, ihm fei in jenen Tagen von maßgeblicher Seite die Situation so dargestellt worden, als ob Hitler die Vorschläge Papens xur Bildung einer Regierung Papen-Hugen- berg-Hitler nicht akzeptieren würde und daß bann auf Grunb ber Ablehnung Hitlers e i n autoritäres Kabinett Papen-Hugen- b e r g ernannt werben sollte. In einer derartigen Lösung hätte er eine ungeheuere Gefahr erblickt und geglaubt, unter solchen Umständen mit allen zulässigen Mitteln darauf hinwirken zu müssen, baß Hitler mit der Kanzler- schäft betraut würde. Er habe in diesem Sinne mehrere hervorragende Persönlichkeiten der Ratio, nalsozialisten gesprochen und bei der Gelegenheit auch seiner Auffassung Ausdruck gegeben, daß man Menschen, die den Feldmarschall zu einem Schritt drängen wollten, unter Ausschaltung der NSDAP, ein rein deutschnationales Kabinett zu ernennen, am besten verhaften sollte. Er habe auch seiner Meinung Ausdruck gegeben, daß die Armee, wenn sie bei den unausbleiblichen Folgen gegen 90 o. H. des Volkes auftreten müsse, zerrieben würde, und daß die Armee unter keinen Um» ftänben in eine derartige Lage g e - bracht werden durfte. Aus diesen seinen Unterhaltungen seien unrichtige Schlüsse gezogen worden, als hätte er die Idee gehabt, eine Regierungsbil
dung Hitler - Papen - Hugenberg zu verhindern. Genau das Gegenteil sei der Fall. Wenn durch diese seine Unterhaltungen der Entschluß, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, gefördert worden ist, so sei in der Tat das erreicht worden, was seiner Ueberzeugung nach erreicht werden mußte.
Verbot des „Vorwärts^
B e r l i n, 3. Febr. (WTB.) Der Berliner Polizei- Präsident hat die Zeitung „Der Vorwärts" einschließlich der Kopfblätter mit sofortiger Wirkung bis zum 6. Februar 1933 einschließlich verboten. In der Begründung heißt es: In Nr. 57 befinden sich i n d e m Aufruf auf der Titelseite unter der Ueberschrift
„Deutsches Volk, Frauen und Männer" u. a. sol- gende Satze: Gegen solche Pläne rufen wir euch zum Kampf, wehrt euch! Schützt euer Selbstbestimmungsrecht als Staatsbürger, erhebt euch gegen eure Bedränger, gegen die feinen Leute, die hauchdünne Oberschicht des Großkapitals! Zerbrecht ihre poü- tische und wirtschaftliche Macht. Kämpft darum mit uns für die Enteignung des Großgrundbesitzes und die Aufteilung des Landes an Bauern und Landarbeitern. Kämpft mit uns für die Enteignung der Schwerindustrie, für den Aufbau einer sozialistischen Plan- und Bedarfswirtschaft! — Durch diese Ausführungen wird der Tatbestand des § 85 StGB, in Verbinoung mit § 81 Z. 2 des StGB erfüllt.
Aus alter Wett.
Roch feine Entscheidung über das Reichsehrenmal.
Der Vorstand der Stiftung Reichsehrenmal in Berlin würdigte das Ergebnis des Preisgerichtes. Es bestand Einstimmigkeit darüber, daß eine voll befriedigende Lösung noch nicht gefunden ist. Zunächst werden sämtliche Entwürfe der Oeffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich gemacht werden. Rach Schluß der Ausstellung wird der Vorstand der Stiftung seine Entscheidung treffen.
Badisches Eisenwerk nieöergebrannt
Die Stadt Kandern in Baden wurde von einem Großfeuer heimgesucht, das erheblichen Schaden anrichtete. In dem Fabrikgebäude des Eisenwerkes Kandern brach ein Brand aus, der sich sehr schnell zu einem Großfeuer entwickelte und Die Gießerei, Schlosserei, Formerei, Bureauräume usw. voll- kommen zerstörte. Nur das Lager konnte gerettet werden. Etwa 100 Arbeiter sind uberNacht brotlos geworden. Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Mark. Da vor einigen Tagen schon einmal ein Brand ausbrach, vermutet man Brandstiftung.
Raubmord in München.
Als der Metzgermeister Reinhardt in München vorn Schlachthause heimkehrte, fand er seine 68jährige Frau an Händen und Füßen gefesselt mit einem Knebel im Munde tot auf. Die Frau hatte mehrere Hiebwunden am Kopfe. Die Wohnung war durchwühlt. Die Polizei stellte fest, daß Raubmord vorliegt. Der Tat verdächtig sind zwei Handwerksburschen
Familie durch Gas vergiftet. — Drei Tote.
Die aus fünf Personen bestehende Familie des Schlächtermeisters E l l n e r in Holzminden (We- feri wurde in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer mit Gas vergiftet aufgefunden. Die sofort aufgenommenen Wiederbelebungsversuche hatten jedoch nur bei dem Vater und dem 13jährigen Töchterchen Ersrlg. Die Mutter, sowie die beiden drei- und siebenjährigen Söhne waren bereits tot. Das Unglück ist vermutlich auf das Platzen eines Gasrohres zurückzuführen.
Der verschwundene Lastkraftwagen mit LhemikaNen gefunden.
Das Rätsel des verschwundenen Lastkraftwagens und feines Führers hat eine überraschende Aufklärung gefunden. Das Auto hatte i n Weende bei Göttingen eine Panne, so daß eine Reparatur erforderlich wurde, die mehrere Tage in Anspruch nahm, weil es sich um einen alten Wagen handelte und Ersatzteile von außerhalb herangeschafft werden mußten.
Brand In einer Klinik in Lleveland. — Zehn Tote.
In einer psychiatrischen Klinik in Cleveland (Ohio), brach ein Brand aus, der bald großen Ilmfang annahm. Einige Stationen waren in ein Flammenmeer gehüllt und chre fämtlichen Aus- gänge vom Feuer versperrt. Trotz heldenmütigster Anstrengung der Krankenwärterinnen fanden 10 Patientinnen den Tod. Die Hilfeschreie der in dem brennenden Gebäude Eingeschlossenen waren weithin hörbar. — Die Stadt Cleveland wurde bereits am 15. Mai 1929 von einem schweren Krankenhausbrand heimgesucht. Damals kamen 124 Personen ums Leben, zum Teil durch
die Flammen, zum Tdil durch giftige Dämpfe, die durch verbrennende Filmstreifen entstanden waren.
Schwere Explosion in USA. — Bier Tote, mehrere Verletzte.
In Providence (Rhode-Island) wurden die Kühlanlagen der großen Gummifirma United States Rubber Co. durch eine schwere Explosion zerstört. Bisher wurden vier Tote und mehrere verletzte Personen festgestellt. Die Explosion war so stark, daß die Fensterscheiben im weiten Timkreis zersprungen sind. Anschließend entstand ein Brand, der jedoch schnell gelöscht werden konnte.
Das Schicksal ber verschollenen norwegischen Flieger.
Das Schicksal der beiden norwegischen Flieger O m ft e b e t s und Aagenaes, Die vor etwas mehr als zwei Wochen von London nach Oslo fliegen wollten und unterwegs verschollen sind, scheint sich jetzt aufzuhellen. Bei Lillesand an der Südküste Norwegens fand ein Fischer an der äußersten Klippe den Flügel eines Flugzeuges, der völlig zersplittert war. Es handelt sich zweifellos um den Flügel des Flugzeuges der beiden verschollenen norwegischen Flieger.
Schwerer Sturm über England.
England wurde in den letzten Tagen von einem schweren Sturm heimgesucht. Die Passagierdampfer im Kanal hatten schwierige Ueberfährt. Die Flugzeuge nach Köln und Brüssel konnten nicht abgehen. Ein französisches Flugzeug kehrte wegen des Sturmes wieder nach dem Flugplatz Croydon zurück.
Professor Or. Dolhord Ehrendoktor von Panek.
Professor Dr. Franz V o l h a r d, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in Frankfurt a. M., der, wie bereits gemeldet, zum Ehrendoktor der Pariser Universität ernannt wurde. Bolhard, ein geborener Hallenser, wirkte von 1901 bis 1905 als Professor in Gießen: er ist übrigens ein Sohn des 1910 in Darmstadt verstorbenen Chemikers Jacob Bolhard, der als Assistent Liebigs und später durch bedeutende Leistungen auf dem Gebiete der analytischen Chemie bekannt wurde.
Der Llebersall.
Don Käthe Kruse.
(Nachdruck verboten.)
Käthe Kruse, weltberühmt durch ihre Puppen, erzählt hier von ihrem Sohn und Puppenmodell Friedebald, wie er leider eine gewisse Frau Böhse ... aber wir wollen die Pointe dieser Geschichte lieber nicht vorweg- nehmen.
Unter einem Segen von Post erhielt ich heute eine Karte, Poststempel: Käsen. Wo wir bekanntlich wohnen. Ich las folgendes:
Sehr geehrte Frau Kruse!
Ich muß Sie bitten, Ihren Sohn Friedoüen befjer zu erziehen. So daß er nicht fremde Frauen anfallt, wie er mir gestern tat, und nicht los Lieft. Trotzdem ich immerzu sagte, und daß ich schiießllch um Hilfe rufen mußte. Wenn Sie ihre Kinder nicht besser erziehen, so muß ich in Zukunft andere Schritte ergreifen. Es grüßt
Frau Böhse Gottes Donner!
Aber der heißt Friedebald, verehrte Frau Böhse, soeben Modell meiner neuesten Puppe gewesen. Und es kann mir nicht gleichgültig sein, wenn er sich sein Renommee schon in allzu jungen Jahren verpatzt! —
„Friedebald!?" —
Da er seit einigen Wochen auch Geschriebenes selbständig lesen kann, wusch ihn kein Regen ab.
„Was bedeutet dies?" —
Meine Kinder sollte ich besser erziehen? — Meine Kinder! — Käthe Kruse chre Kinder! Was dabei herauskommen könnte, wenn man so gut geartete Kinder, wie Käthe Kruse ihre Kinder, auch noch gut erziehen würde. Nicht auszudeuten! Verehrte Frau Böhse, davon haben Sie keine Ahnung!
Aber immerhin: Frau Böhse „müßte andere Schritte ergreifen, wenn ich meine Kinder nicht —" „Das mochte ich nicht. Immerhin, das möchte ich nicht. — Andere Schritte! — Ahnt jemand, welche? Semper aliquid haeret. Immer bleibt etwas hängen. Und das möchte ich nicht!
Also muß ich sie besser erziehen. Alle? — Großer Gott in Bausch und Bogen: gleich alle?
Mimelfisihannemicheljochenfriedebaldundmaxel? — (Ich kann das ganz flink hintereinander herunter- schnurren.) Und wenn ich nur eins rufen muß, tappe ich erst einige Zeit im Dustern, bis ich den richtigen Namen treffe.
Also wirklich: Alle? — Das kann ich nicht, wirklich, das kann ich nicht!
Aber wo anfangen?
Gerade bei Friedebald?
Ach Gott — er ist unterdes anscheinend zu Rande gekommen mit Frau Böhses Karte und hat einen roten Kopf. Die Unterlippe hängt nicht mehr gerade, aber sie ist entschieden geschwollen. In dieser Gemütsverfassung, mein Sohn, wärst du kein neues Puppenmodell.
„Friedebald!?" — „Ioa?", fragt er ohne Blick zurück, obgleich er doch genau weiß —
„Stimmt das?"
„Ioa", sagt er und bekommt Rückgrat. „Wir haben halt gespielt!" —
Gespielt? Friedebald! Ausgerechnet dieser Na- mensträger fällt einsam wandelnde Frauen an. Meine fünf anderen Kinder strahlen lautlos in die Luft. Sie sind auf der Döhseschen Seite. Von da kommt keine Hilfe.
„Friedebald?" frag’ ich so sanft, wie mein kochender Zorn das gestattet (denn ich wenigstens, ich will ihn nicht im Stich lassen). „Friedebald — hat sie wirklich um Hilfe geschrien?"
„Ioa" — roter Kopf, geschwollene Unterlippe. Kein Blick
„Und ist wirklich wer zur Hilfe gekommen?"
„Ioa, der Mann von ihr."
„Und?"
„Er hat Pasches gehauen."
Pasches, der Gute, Pasches, nicht Friedebald Krule! Ach, lieber Herr Böhse, ich bin Ihnen ja so dankbar! —
„Na — und?"
„Und dann ist der Herr Pasche gekommen und hat sich mit dem Mann von der Frau Böhse gehauen, weil der seine Jungens gehauen hat."
Natürlich! Herr Pasche will seine Jungens alleine besser erziehen! Kann ich verstehen. — Also jedenfalls waren Gott sei Dank Pasches dabei, es war nicht Friedebald allein, o nein! Aber ausgeheckt hast natürlich du das wieder, Früchtchen.
Hier fällt mein siebentes, das nicht mittriumphierende Kind ein, ehe es zu verhindern ist, denn Marei, auch, Maxel also war auch dabei — trotzdem Ihn Frau Böhse nicht erwähnt hat, und trotzdem er doch also hätte können die dumme kleine Schnauze halten.) Könnte man also den zum Beispiel auch besser erziehen, wäre das empfehlenswert?
Aber, warum also bitte, erwähnt Frau Böhse ausgerechnet nur Friedebald?
Maxel: Kopf zurückgeworfen, — ganz dicke Lippe.
Urbild des Trotzes: „Wir haben sie eben skalpieren wollen."
Großer Gott! Frau Böhse! Skalpieren!
Wenn man sich das vorstellt, wird man glatt ohnmächtig.
Ich wurde es. Die fünf scheinheiligen Kinder (denn zu wirklichem Tugendstolz haben sie alle wahrhaft keinen Grund) bemühten sich aufs liebevollste um mich.
Als ich, noch ganz schwach und erschüttert, außerdem zerbrochen und irre geworden an Gott und der Welt, sie der Reihe nach trostheischend ansah — schlingt Fifi tröstereich den Arm um mich: „Aber Mutti! — Du hast ihm doch zu Weihnachten Karl May geschenkt!"
Karl May soll leben! Er rettet mir den Friedebald.vor der sonst notwendigen besseren Erziehung. Er entschuldigt alles. Don Männern habe ich reden hören, die waren 30 oder 40 oder 50, egal, die kamen nicht und kamen nicht, ehe das Kapitel zu Ende war. — Sie konnten eben nicht. Also Friedebald brauche ich nicht besser usw. Der ist gerechtfertigt.
Und Fifi vielleicht?
Dieses goldene Kind mit den strahlenden Einfällen? Nein, das geht nicht. Und die anderen? ... Nein, das kann Frau Böhse nicht verlangen! Meine unteren waren doch gar nicht dabei.
Was aber tu ich sonst?
Ach, tch weiß!
Ich werde ihr morgen einen netten Bries schreiben! Einen wirklich fabelhaft netten kleinen Dries, der wird schon helfen!
*
Uni), Schicksal, bitte verhüte, daß sie etwa dieses Zeitungsblatt in die Hände bekommt. Ditte, verhüte das!
Ueberhaupt lieber niemand in Kösen! — Ditte.
Es ist besser.
Ulm-Ranglisten und Publikumsgeschmack.
Wie alljährlich hat man auch diesmal bei uns und in andern Ländern durch Umfragen und De- rückslchtigung der Kritik die besten Filme des Jahres festzustellen gesucht. In Deutschland erhielt der Dergner- Film »®et träumende Mund" den Preis, und merkwürdigerweise hat dieses wenig handlungsstarke, so ganz auf Rüancen aufaebaute Werk, allerdings getragen von einer groven Schauspielerin, einen Erfolg aufzuweifen.
wie ihn sonst nur die beliebten „Massen-Schlager" erreichen. Auch in den Vereinigten Staaten^ ist ein deutscher Film mit dem ersten Preis gekrönt, nämlich der von einer Gemeinschaft unter Der Regie von Leontine S a g a n hergestellte Film »M ädcheninUnifor m". Bei uns hat dieser packende Schöpfung nicht so stark eingeschlagen tote in andern Ländern, besonders in den Vereinigten Staaten. Unter den zehn besten Filmen des Jahres wird übrigens von einer führenden amerikanischen Filmzeitschrift noch ein anderer deutscher Film ausgeführt, der bei uns verhältnismäßig wenig Beachtung fand, nämlich ^Der Raub der Mona Lisa" mit Willy Forst und Trude von Molo. Aus solchen Angaben auf den allgemeinen Filmgeschmack Rückschlüsse zu ziehen, dürfte wenig Zweck haben. Die einen stehen auf dem Standpunkt, daß die großen Massen wohl auch zu einer künstlerischen Filln-Produktion erzogen werden könnten, wenn man nicht allzu eifrig ihre Wünsche befriedigte. Die andern glauben, daß nur grobe Wirkungen beim Publikum durchschlagen Ist dabei ein Unterschied zwischen dem Geschmack der Großstadt und der Provinz zu machen? Ueber diese Frage äußert sich auf Grund einer in Schlesien vorgenommenen Umfrage, die aber auch für die andern Provinzen Geltung beansprucht, Herbert Bahlinger in den „Schlesischen Monatsheften". Rach seinen Ergebnissen weicht der großstädtische Erfolg nur wenig von dem provinziellen ab. Das gebildete, am Theater geschulte Publikum befriedigt im Film, wenn es ihm nicht interesselos gegenübersteht, seine illusionäre Sehnsucht, die sich durch nichts von der der breiten Masse unterscheidet. Der Film mit sozialen Problemen findet selbst bei denen, die es vor allem angeht, selten die gebührende Beachtung. So konnte sich der große Bergwerksfllm „Kameradschaft" in Schlesien nicht durchsetzen, selbst bei den Bergarbeitern nicht, für die doch dieses hohe Lied der Hilfsbereitschaft in erster Linie geschaffen war. Um einen künstlerisch hoch- stehen^n Film durchzusehen, bedarf es der Mithilfe der Fllmgemeinden, die überall bei uns entstanden find und von denen sich jedes Mitglied verpflichtet, eine Reihe von Vorstellungen bestimmt zu besuchen.
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Professor Dr. Karl Heinrich Dauer von der Universität Göttingen hat einen Ruf auf den chirurgischen Lehrstuhl an der Universität Breslau erhallen.
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